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    Arbeitstitel: der Epubs (der neue LEO-Kollektivroman)

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    Arbeitstitel: der Epubs (der neue LEO-Kollektivroman)

    Comment
    Da sich dieser Thread related discussion: Langeweile in Büchern zu epischer Tiefe, und wenn die nicht zu haben ist, eben Breite, entwickelt, geht es hier weiter, ganz nach igms Idee:

    "Und dann auf einer soliden theoretischen Basis das nervigste Buch aller Zeiten schreiben.
    Es sollte langweilig, und wo nicht langweilig, da ärgerlich sein. Es sollte zweckfreie Gedichte enthalten, besserwisserische Fußnoten, einen wertvollen Titel haben (alternativ: Die Übersetzerin, oder noch toller: Die Simultanübersetzerin) und ab und an Exkurse in informative Sachgebiete liefern. Vielleicht wäre es auch schön, hie und da ein wenig Altgriechisch und Sanskrit einzustreuen. Der Plot muss wohlbekannt sein, sich aber dennoch in aller Ruhe entfalten, die Figuren zahlreich (vielleicht mit einem niederschmetternden Personenregister am Anfang). Originelle Namen sind wichtig. Starten könnte man mit einer länglichen, ahistorischen, aber natürlich "prallen" Beschreibung einer pseudomittelalterlichen Marktszene, oder aber man klaut Jalapeños Anfang aus #25. Ganz wichtig: Die Figuren brauchen emotionale und psychologische Tiefe, und falls die nicht zu haben ist, Breite.
    Oder ein anderes Arrangement der genannten Elemente. Wäre allerdings nur was für Liebhaber."

    Gart hat den Anfang gemacht:

    "Kolka, sieh Dir einmal Clawdia Pawlowna Depressow an", sagte Fjodor Wissarionowisch Oblomow, als er zusammen mit Nikolaj Sergejewisch Lonomossow auf ihrem Katamaran in Port-au-Prince, Haiti, backbord den Stüverhaken krägte. "Wäre sie nicht eine gute Frau für Andrej Timofejewisch Aspirin?"

    "Ja, Fedja, da hast Du vollkommen recht. Ist sie nicht allerliebst, wie sich sich ihren Pickel auf der Nase ausdrückt? Rötet sich ihre Nase um den Mitesser jetzt nicht engelsgleich? Spielt nicht der sphärische Wind Haitis alleranmutigst in ihren Haaren?", höverte Nikolaj den Palsteg um den Achtermast. "Gestatte jedoch, dass ich Dir kurz Platos Höhlengleichnis erläutere..."
    Authortigger (236106) 04 Nov 10, 11:41
    Comment
    Mit diesem Titel wird das nix. Wenn schon, dann bitte Flatus electronicus. Wegen dem Bildungsanspruch, eh schon wissen.
    #1AuthorCarullus (670120) 04 Nov 10, 11:44
    Comment
    Ich wäre auch für "Die Nichte des Epubs" o.Ä., aber deswegen ja auch Arbeitstitel. Projekt, quasi.
    #2Authortigger (236106) 04 Nov 10, 11:46
    Comment
    Nikolaj wandte sich vom Katamaran ab und sah an der von Bilfinger Berger erbauten Mole einen nässenden Kolbenhirsch. Sofort riss er seine nagelneue Smith&Wesson's aus seiner Levi's und verpasste dem Schalenwild einen Krellschuss, dass das Gescheide aus dem Achtender brach.
    #3AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 11:49
    Comment
    kann jemand Besseres als ich bitte
    1. in aller Breite und in Farbe beschreiben, wie sich Clawdias Mitesser entzündet und zum eitrigen Furunkel auswächst
    2. diese darob in einen Fiebertraum fällt, in dem nach viel psychedelischem Stream-of-Consciousness auch ominös verdrängte Kindheitsereignisse damals in Weißrussland beim Einmarsch der Wehrmacht (mit Pickelhauben...) zutage treten?? Das wäre doch mindestens 3, 4 Seiten wert, oder?
    #4AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 11:56
    Comment
    Aber am Schluß verwandelt sich der Wehrmachtssoldat bitte in ein Hirschkalb, genauer ein Kolbenhirschkalb, damit wir zurück auf die Mole finden.
    #5AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 12:00
    Comment
    Die Wehrmacht rief sie wurstessend mit "Halt! Achtung!" an, während sie mit dem Magazin ihrer halbautomatischen Kalaschnikows spielten. Daraufhin zog sie ihren iPod aus dem Ohr und schleuderte den Soldaten Yeats' "Wild Swans at Coole" entgegen:

    The trees are in their autumn beauty,
    The woodland paths are dry,
    Under the October twilight the water
    Mirrors a still sky;
    Upon the brimming water among the stones
    Are nine-and-fifty swans.

    The nineteenth autumn has come upon me
    Since I first made my count;
    I saw, before I had well finished,
    All suddenly mount
    And scatter wheeling in great broken rings
    Upon their clamorous wings.

    I have looked upon those brilliant creatures,
    And now my heart is sore.
    All's changed since I, hearing at twilight,
    The first time on this shore,
    The bell-beat of their wings above my head,
    Trod with a lighter tread.

    Unwearied still, lover by lover,
    They paddle in the cold
    Companionable streams or climb the air;
    Their hearts have not grown old;
    Passion or conquest, wander where they will,
    Attend upon them still.

    But now they drift on the still water,
    Mysterious, beautiful;
    Among what rushes will they build,
    By what lake's edge or pool
    Delight men's eyes when I awake some day
    To find they have flown away?
    #6AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 12:00
    Comment
    "dewotschka, dawai!" erreichte sie ein schwacher Ruf - Wirklichkeit oder noch Traum? Irgendetwas war mit diesen Pickelhauben und den Soldaten passiert, aber die Erinnerung entglitt ihr zunehmend. "Milaja djewotschka, Cladja maja" hörte sie wieder die süße Stimme. "Pasmatri, ana schit!" - und ihre Augen öffneten sich.
    Der Hirsch war tot.

    edit: wo bleibt denn nur diese uri3, wenn man sie braucht? Kann mal jemand uri holen gehen?
    #7AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 12:05
    Comment
    Mist, wenn der Hirsch schon tot ist, dann muss diese Passage wegfallen:

    Der sterbende Kolbenhirsch blickte Kolja Sergejewitsch waidwund an und röhrte mit ersterbender Stimme sein Todeslied. Clawdia erwachte aus ihrer Trance und mischte ihren Trauergesang unter das Röcheln des stolzen Tieres: „ Mörder! Mörder!“ schleuderte sie dem Nimrod entgegen.
    #8AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 12:10
    Comment
    Kolja packte Clawdia und riss ihre Bluse auf. Ihre vollen, runden Brüste ragten ihm entgegen. Er... (und so jetzt bitte fünf Seiten weiter und wirklich nichts dabei auslassen)
    #9AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 12:12
    Comment
    Großartig bisher.

    Als Fußnote [1] hier mal irgendwas, wo auf Griechisch was mit Platon und Psyche drinsteht:

    Μέσα από τον εσχατολογικό Μύθο του Ηρός, γίνεται η περιγραφή του μεταθανάτιου ταξιδιού του Ηρός, ενός στρατιώτη που πέθανε στη μάχη και επανήλθε στη ζωή πάνω στη νεκρική πυρά, της μετενσάρκωσης και των ουράνιων σφαιρών του αστρικού σύμπαντος.

    Κεντρικό σύμβολο αποτελεί το Αδράχτι της Ανάγκης, που σχημάτιζε 8 κύκλους, πάνω σε καθένα από τους οποίους βρισκόταν μια Σειρήνα που τραγουδούσε μια νότα: όλες μαζί σχημάτιζαν μια αρμονία, τη μουσική των ουράνιων σφαιρών. Εκεί βρίσκονταν και οι 3 Μοίρες, στις οποίες έπρεπε να πάνε οι ψυχές για να επιλέξουν το είδος της ζωής που ήθελαν να ζήσουν στην επόμενη ενσάρκωσή τους.

    Quelle:
    http://el.wikipedia.org/wiki/%CE%A0%CE%BF%CE%...

    Mal sehen, ob das klappt.
    #10Authorigm (387309) 04 Nov 10, 12:14
    Comment
    Na endlich, dachte schon, die Sexszene kommt nie!
    #11Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 12:14
    Comment
    Ermattet sanken sie sich in die Arme und entschlummerten sanft. Sie ahnten nichts, sonst wären sie nicht so ruhig gewesen.
    #12Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 12:19
    Comment
    Ja Pfui! E-pups...
    Stinkt das, wenn ich die Lautsprecher anmach?
    #13AuthorJean-Louis04 Nov 10, 12:19
    Comment
    Fedja nahm einen Caipirinha und blickte nachdenklich in den karibischen Sonnenuntergang. "Die Menschen sind unglücklich, weil sie nicht wissen, dass sie glücklich sind", sann er dem Gesehenen nach und spie seine heruntergebrannte Fehlfarben-Cohiba in die Wellen, wo sie vor sich hin schaukelte. Und die drei schwarzen Adler schwangen ihre Schwingen über Europa; Mord waren ihre Schreie, sie verdunkelten die Luft.
    #14AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 12:22
    Comment
    Währenddessen wand sich auf einem entfernten Eiland N'Gumba N'Gombebe im Fieber hin und her. Die tiefbraunen Augen, die das Dach der mit Kräutern und getrockneten Tieren vollgestopften Hütte des Medizinmanns hätten widerspiegeln können, waren geschlossen. Wie Elfenbein leuchteten die Elefantenzähne an der Kette um ihren Hals. Keiner konnte wissen, daß oben links drei kariös war. Und so träumte sie weiter Ihren mysteriösen Alptraum von ...
    #15AuthorSector 7G (253579) 04 Nov 10, 12:23
    Comment
    #12 oh super, da würde jetzt noch prima ein Doppel-Traum reinpassen.

    Die russischen Ausrufe in #7 kriegen natürlich alle ihre eigene Fußnote, mit original kyrillisch und deutscher Übersetzung. Vielleicht auch noch eine kleine Abhandlung über weißrussisch (Vor- und Nachkriegszeit) vs. russisch.
    #16AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 12:23
    Comment
    Wie kriegen wir jetzt den Schlenker zu den Carlisten hin, die im Sold des Opus Dei stehen?
    #17AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 12:25
    Comment
    Von denen träumt doch N'Gumba N'Gombebe, Gart!

    Edit: Nachdem sie von einem Missionar lang und breit vergewaltigt wurde.
    #18AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 12:27
    Comment
    re. #15, genau, total vergessen, die unzähligen Erzählstränge:

    K'otzwyrk blickte sich um: Der Awak hatte das Fell gesträubt und die Klauen seiner acht Tatzen ausgefahren. Er entsicherte seine Glcok und hoffte, dass ihn das Untier noch nicht bemerkt hatte. Die tiefschwarze Dunkelheit auf dem Planeten Moron erlaubte es ihm nicht, mehr als die blitzenden, smaragdroten Augen des drei Meter großen Raubtieres zu erkennen. Plötzlich sprang sein Schnarzator an: "K'otzwyrk, hier Basis, bitte melden, K'otzwyrk bitte melden."
    #19AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 12:28
    Comment
    Und noch eine tiefgelahrte Retroperspektive.

    Der Generalissimo Francisco Franco saß auf der Tribüne der Stierkampfarena. Neben ihm stand sein dreibeiniger Elefant, der ihm überall hin folgte. Er küsste das Kruzifix an der Kette um seinen Hals und dache zurück, an die Tage von Hendaye, als er Hitler nach stattgehabter Siesta in seinem Salonwagen getroffen hatte. Damals, er wusste es noch wie heute, hatte er über die Audienz nachgesonnen, die Alfons XIII., König von Spanien, ihm 1929 gewährt hatte. Alfons XIII. hatte ihm schwermütig von Isabella II. erzählt. Isabella, so hatte er ihm mitgeteilt, habe in allem, was sie tat, stets sich vor Augen gehalten versucht: was hätte Philipp II. von Habsburg an ihrer Stelle getan, wenn er auf und ab durch den Kreuzgang des düsteren Escorial lief und seinen Sohn Don Carlos mit Ruten zu streichen befahl?
    #20AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 12:38
    Comment
    Ein wilder Schrei schreckte die Beiden auf. Es war F. (oder K.? Gart, bitte setz den Namen ein, ich blick schon jetzt nicht mehr durch :-)), den der Hunger arg quälte, hatte er doch seit vielen Stunden nichts mehr zu sich genommen, und das, obwohl er bis in die frühen Morgenstunden wach gelegen und über der Lektüre des neuen Standardwerks der chinesischen Kochkunst "100 ways to wok your dog (C) Leo", herausgegeben vom New-Entry-Faden Woken, gebrütet und ob des fantastieanregenden Rezeptes "dogo argentino" in Erinnerungen an seine ausgedehnten Reisen durch die Weiten der Pampas geschwelgt und somit seinen verwöhnten Magen auf zu erwartende Genüsse vorbereitet, jedoch noch nicht einmal im Ansatz befriedigt, daher in hohem Maße allen Versuchungen geneigt gemacht zu haben geglaubt hatte, und nun feststellen musste, dass ihn beim bloßen Anblick der verrottenden Abfälle im Hafen Ekel erfasste und an Nahrungsaufnahme nicht zu denken war.
    #21Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 12:39
    Comment
    bei den Sexszenen bitte auch unbedingt "ihr Körper lag auf dem seinen wie ein Klecks Sahne" unterbringen, das ist soooo romantisch und deckt auch die Forderungen nach schrägen Similes ab.

    blumento, wie kriegen wir bei "an Nahrungsaufnahme nicht zu denken war" die von Lara Chu geforderten Rezepte rein?
    #22AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 12:50
    Comment
    Der Medizinmann Xosxos N’gogo schritt hüpfend um die Matte der Träumerin N'Gumba N'Gombebe, zauberische Formeln murmelnd, während er sich selbst in Trance versetzte. Seine Augäpfel drehten sich nach unten, langsam drangen die Fühler seiner Gedanken in N'Gumba N'Gombebes Traum ein, Schweiß glänzte auf seiner Stirn. Tränen glitten seine runzligen Wangen entlang, als er ihre Traumqualen durchlitt und die schreckliche Stimme des teuflischen Missionars unverständliche Dinge sagen hörte: „Omnia Gallia divisa est in partes tres! Ego te absolvo, Satanas!“ Hilflos musste Xosxos ertragen, wie die Träumerin immer tiefer in die Finsternis glitt, die sich wie ein Leichentuch aus Priestergewändern über ihr Gemüt legte.
    #23AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 12:55
    Comment
    ... dabei hatte sich bei besagter Lektüre besonders die fast zärtlich geschilderte Zubereitung nach der überlieferten Rezeptur der berühmt-berüchtigten Dona Pampanelleriana (hier Rezept einfügen und genau erklären, welche Hundemarke mit welchen möglichst exotischen Gemüsen _an_ welchen möglichst komplizierten Saucen mit welchen unbekannten Gewürzen auf welche umständliche Art und Weise wie auch immer auf neben über oder unter Dunst schaumig geschlagen oder verwurstet oder was auch immer werden soll) in die Bewusstseinsebene seiner Verdauungsorgane eingeschmeichelt und seine innerliche Erwartungshaltung durch die Ausschüttung von gewaltigen Mengen an *hier passendes oder unpassendes Enzym in chemischer Bezeichnung einfügen*, welches bekanntlich seit seiner Entdeckung durch Mr. X, der im Jahre xy dafür sogar den Nobelpreis erhalten, ihn aber krankheitshalber nicht selber abgeholt, sondern seiner bildhübschen Nichte N.A.G. zur Abholung überlassen hatte, überirdisch angehoben.
    #24Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 12:58
    Comment
    OT für # 13:
    Jetzt werd ich gleich hysterisch!

    http://bloggenist.blogspot.com/2010/10/furz-a...
    #25AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 13:00
    Comment
    *lachtränenausaugewisch*
    *röchel*
    *schenkelklopf*

    #26AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 13:00
    Comment
    N.A.G. war im übrigen nicht nur seine Nichte, streng genommen war er sogar ihr Großvater, war doch seine Schwester Kunigunde in Wahrheit aus seiner Vereinigung mit seiner Mutter Alwine K. hervorgegangen, die ihrerseits von ihrem Oheim Kurt K. die Ländereien im fernen Russland geerbt hatte, von denen er bald noch träumen sollte...
    #27AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 13:03
    Comment
    Bei 24 nach/zu "Nobelpreis" bitte noch eine Fußnote mit ausführlichen Erläuterungen zum Preis, den Vergabekriteiren usw. einfügen, einschließlich einer Liste sämtlicher Chemienobelpreisträger vor und nach Mr .X.
    #28AuthorGaleazzo (259943) 04 Nov 10, 13:06
    Comment
    Clawdia erwachte und schlug die langbewimperten Augen anmutig auf. Noch fühlte sie die heißen Liebkosungen des immer noch nach Schwarzpuluver männlich duftenden Kolja auf ihrem Körper, der wie ein Klecks Sahne auf seinem gelegen hatte. Sie lächelte still in sich hinein. Als wäre es erst gestern gewesen, dass sie der englische König ob ihrer Verdienste als Geheimagentin zum Knight of the British Empire ernannt hatte.
    #29Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 13:09
    Comment
    Hat schon jemand erwähnt, dass irgendwer Augen hat, die aussehen wie flüssiger Topas?
    #30AuthorTumbleStaub (463468) 04 Nov 10, 13:13
    Comment
    Gleichzeitig empfand er (Anmerkung des Säzzers: der Medizinmann, oder irgendwer sonst - blumento tippt ja so rasend) ein immer drängenderes Hungergefühl. Wie schön wäre es jetzt in dem kleinen, gemütlichen Restaurant in der Metro Station am Triumphbogen, nur wenige Schritte vom Tower entfernt. Diese Woche war dort Mexiko'Woche. Der Chief of Cousin empfiehlt an Stierhoden gegarte Jalapenho-Honigameise mit Spinatwachteleiern. Gerne auch mit einem Klecks Sahne von der Milch mit keltischen Symbolen tätowierter Galoway-Rinder in öko-retardierender Bonsai-Aufzucht. Er sah sich kurz um und entschied dann, ganz in der Tradition der Ahnen, zunächst mit einem Finger der noch immer im Fieberwahn zuckenden Vorlieb zu nehmen.
    #31AuthorSector 7G (253579) 04 Nov 10, 13:13
    Comment
    Das ist immer noch zu verständlich. Beachtet bitte, dass Clawdia auch Clawka, Clawuschka, Clawjuschenka, Clawotschka und Clawoschtschina genannt werden kann. Entsprechendes gilt für Kolja.
    #32AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 13:14
    Comment
    Ach ja: Bei diesem Gedanken nahmen seine Augen das Aussehen von flüssigem Topas an.
    #33AuthorSector 7G (253579) 04 Nov 10, 13:16
    Comment
    Sector: :-D

    Gart: Aber was ist mit ihrem eigentlichen Kosenamen, den auch nur etwa 237 Personen kennen (die alle in diesem Roman vorkommen werden, was Kosenamen_hier_einsetzen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wissen konnte)? Wie war der noch gleich?
    #34AuthorTumbleStaub (463468) 04 Nov 10, 13:19
    Comment
    Clawjuschenkoschtschina.
    #35AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 13:21
    Comment
    Fortsetzg. zu 29:

    Dass sie es einmal so weit bringen würde, hätte sich die kleine Clawjuschenka nie träumen lassen, als sie noch in der ärmlichen, aber blitzsauberen Behausung ihrer Großmutter in Sibirien lebte und sich täglich vor den Nachstellungen ihres lüsternen Großvaters in den Wald flüchten musste. Die Großeltern hatten die Halbwaise bei sich aufgenommen, nachdem die Mutter bei Clawkas Geburt gestorben und der Vater das Kind, das wahrscheinlich gar nicht das seine gewesen war, eines Weinhachtsabends auf der Schwelle des Hauses seiner Schwiegereltern ausgesetzt hatte.
    #36AuthorGaleazzo (259943) 04 Nov 10, 13:22
    Comment
    Bitte möglichst unvermittelt wieder zum Retrospektiv-Handlungsfaden des Generalisimo Francisco Franco umschwenken. Ich selbst habe keine Idee wie.
    #37AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 13:25
    Comment
    Ich komm nicht ganz hinterher, daher bitte nach der Sahneszene einfügen:
    Widerstrebend riss sich Clawuschka aus den muskulösen Armen ihres breitschultrigen, opulent ausgestatteten, zärtlich einfühlsamen Liebhabers, strich liebevoll über das kantige Kinn mit dem männlichen Dreitagebart und über die Augenlider mit den unverschämt langen, samtigen Wimpern, hinter denen sich azurblaue Augen verbargen, in die sie jedesmal versinken konnte, wenn er sie damit rehäugig anblickte, während er sie mit seiner sonoren Stimme sotto voce fragte, ob sie ihren Grande Caramel Latte Frappocchiato lieber mit Halb-halb- oder fettfreier Milch begehre oder doch lieber einen White Vanilla Douple Chocolate Crappochino, den er ihr aus seiner professionellen high-end DeLonghi zaubern würde, die chromglänzend in seiner 400000-Dollars-Kitchenette stand.
    #38AuthorLatricia (665760) 04 Nov 10, 13:28
    Comment
    Wer, zum Donner, ist Francisco Franco?
    #39AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 13:28
    Comment
    Ein spanischer Diktator, der auf Seite 600 eine Rolle spielen wird. Irgendwas mit Fedja bzw. Fedjuschtschenka. Frag mich nicht wie. Er ist 1975 gestorben, das ist allerdings vollkommen egal.
    #40AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 13:30
    Comment
    Danke. Lag mir auf der Zunge, aber irgendwie wollte mein Hirn die letzten beiden "sch" direkt hintereinanderpacken.

    Clawjuschenkoschtschina (dem Himmel sei Dank für Copy+Paste!) hatte viele Geheimnisse. Sie war nicht nur Knight of the British Empire und Inahberin verschiedener tiefstschwarzer Gürtel sämtlicher irdischen Kampfkünste sowie anmutig wie das eine polkatanzende Gazelle, nein, sie war auch die allergeheimste und allerorakeligste Abgesandte des hohen Ratshofes des Königreichs Sô-nder-Z'aichen, deren allergeheimste Mission so geheim war, dass sie sie selbst meist vergaß.
    Ihre Kurzvita au #29 war die Tarnung, die sich der mächtige Grarmak höchstpersönlich für sie ausgedacht hatte.

    Ihre allergeheimste Mission hatte etwas mit der Sache zu tun, die dem Generalissimo Francisco Franco anno 1928 widerfahren war, die aber kein Geschichtsschreiber je über die Feder/die Tasten/den Griffel brachte.
    #41AuthorTumbleStaub (463468) 04 Nov 10, 13:31
    Comment
    Gehört noch kurz nach der Sexszene rein:

    "Bei uns hat meine Mamma nach dem Sex immer das hier gekocht", informierte Tonio All Ecandronabono, der Mann, den Clawditschka sich in ihren Träumen heimlich vorgestellt hatte. "Kochen mit drei Zutaten:

    Eichhörnchen-Eclair im Chili-Calvados-Mantel

    Sie brauchen: 1 Eichhörnchen, frisch überfahren; 300cl Calvados; einen Mantel

    Gehen Sie in Ihrem Kräutergarten zu dem Tupocapelepe-Chilischotenbaum und schneiden Sie drei bis vier Schoten herunter. Wickeln Sie diese in den Mantel und lassen Sie das ganze ca. 1 Woche in der vorher zubereiteten Calvados-Vinaigrette ziehen. Wenn der Mantel schön durchweicht ist, können Sie mit dem Eclair beginnen. Schroten Sie das afrikanische Affenbrotbaummehl und bereiten Sie mit den Enteneiern einen Teig zu. Walzen Sie das Eichhörnchen weiter mit Ihrem Alessi-Edelstahl-Nudelholz gut aus. Legen Sie jetzt beides übereinander und rollen Sie das Eichhörnchenfilet in den Affenbrotbaummehlteig ein. Danach wickeln Sie alles in den marinierten Mantel und pochieren Sie ihn in der vorher abgeseihten Calvadosvinaigrette. Serve and enjoy!"
    #42Authorigm (387309) 04 Nov 10, 13:33
    Comment
    Xosxos bündelte seine geistigen Energien, um die Träumerin zu erreichen. Immer tiefer drang er in ihre Gedanken ein, um sie auf den Weg der Gesundheit zu geleiten. ²
    Welle um Welle überschwemmte er ihre Gedanken mit positiven Gefühlen, immer wieder rief er „ Komm zurück, N'Gumba!“

    ²Fußnote zu Geistheilungspraktiken von Medizinmännern im Ngoro-Ngoro-Krater ergänzen, Ngoro-Ngoro ins Glossar aufnehmen!

    Falls wer Suaheli oder Xhosa kann, bitte das „Komm zurück“ übersetzen, ich kann das leider nicht.


    Neues Kapitel beginnt hier:


    Zärtlich lächelnd streichelte der Generalissimo das purpurne Samtkissen mit dem Orden, den er von Papst für die geheime Unterstützung des Opus Dei erhalten hatte. Einem der Gründungsmitglieder dieser Organisation, einem Pater, der überstürzt aus Afrika zurückkehren musste, hatte er Unterschlupf in Madrid gegeben.
    Edit: Das war 1928 gewesen.
    #43AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 13:35
    Comment
    Er war ein Urgestein der Organisation, ein Gründungsmitglied, was sage ich, er _war_ die Organisation, wer sollte sie sonst verkörpern, wenn nicht er. Er, der stimmgewaltige Pater Inbinda Greste. Welch eine Erscheinung! Kein Wunder, dass er dem durch einen andersweltlichen Zufall vorbeigeflogenen Pinguin nachdrücklicher in Erinnerung blieb als Gene oder Generali oder wie hieß er doch gleich, ja, Generalissimo. Aber das sollte sich erst viel später in einer schicksalhaften Begegnung mit Madame Pampanelleriana herausstellen ...
    #44Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 13:58
    Comment
    *Darth hilflos vor Lachen in die Arme fall*
    Das Rezept, igm, das Rezeeeept! *sterb*
    #45Authortigger (236106) 04 Nov 10, 13:59
    Comment
    Vor seinem geistigen Auge erstanden die sanften Hügel Neukataloniens, in dem er seine freudlose Kindheit verbracht hatte, der Dorfplatz mit dem Brunnen, in dem sie junge Katzen zu ertränken pflegten, the green green grass of home, wie schon Johnny Cash sang, oder war es Kris Kristofferson oder doch Tom Jones, es war ihm entfallen, Tom Jones, der alte Stecher, hat zigtausend Frauen gehabt, aber seit 60 Jahren immer noch mit der gleichen verheiratet, das muß ihm mal einer nachmachen, Respekt, sag ich nur, die Waliser, komische Leute, der wäre sonst bestimmt im Bergbau gelandet und wäre jetzt schon tot oder säße im Unterhemd mit Bierflasche vor der Glotze, in Wales gibt es auch das längste Bahnhofsschild der Welt, was mit Llanfairpwyllglyll beginnt und der Rest ist sowieso für Normalsterbliche - also für Nichtwaliser - unleserlich, da erst fühlte er, daß ihm ganz unbemerkt eine Trän' im Aug' stand, die er sich verstohlen mit dem Ärmel abwischte.
    #46Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 14:11
    Comment
    Claudia wehrte ab. "Nein, liebster Tonio, einem Eichhörnchen kann ich nichts zu Leide tun! Seit mich mein Großvater zum Sterben mit in die Steppe nahm und mir seinen besten Freund, Eichhorn Karl-Heinz, anvertraute, sind mir diese treuen Tiere ans Herz gewachsen. Wie liebevoll sprach Pépé damals über Karl-Heinz, den Blick verträumt in den Weiten der Steppe verlierend, die unter der gleißenden Abendsonne ein warmes orangefarbenes Licht verströmte, fast so, als wolle sie Pépé zu sich rufen, ihn locken, sich unter den behütenden Wurzeln des Affenbrotbaumes (der zwar hervorragendes Mehl für Eichhörnchen im Chilimantel liefert, aber....) zu betten und auf ewig dem leisen Gesang der sich im Winde wiegenden Schilfpflanzen zu lauschen, die ein so harmonisches Bild mit der schiefen Hütte ergaben, die schon vor langen Jahren zu verfallen begonnen hatte, weil sie nach einem Brand, dessen Ursache nie aufgeklärt werden konnte, nicht repariert worden war."
    #47AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 14:11
    Comment
    Dazwischen passt ein Gedicht:

    Hänschen klein
    ging allein
    in die weite Welt hinein.
    Stock und Hut
    stehn ihm gut,
    Hans ist wohlgemut.

    Aber Mama weint so sehr,
    hat ja nun kein Hänschen mehr.
    Da besinnt
    sich das Kind,
    kehrt nach Haus geschwind.

    "Lieb Mama,
    ich bin da
    bin dein Hänschen, hopsasa.
    Glaube mir,
    ich geh hier
    nimmer fort von dir."

    Da freut sich der Papa sehr
    und die Mama noch viel mehr:
    Heisasa,
    hopsasa,
    Hans ist wieder da.
    #48AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 14:16
    Comment
    Müssten wir jetzt nicht langsam mal den Epubs dräuen lassen?
    #49AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 14:20
    Comment
    Szenenwechsel:

    Seit Tagen irrte Andrej Timofejewisch Aspirin durch das alpine Hochgebirge. Seine Vorräte waren aufgebraucht und so bekam er die Schönheit der anmutigen hohen Berge gar nicht mit, die im Untergang der Sonne wie rohe Diamenten leuchteten.
    Andrej Timofejewisch Aspirin hatte sich auf seiner Pilgerwanderung (genaues Ziel muss noch definiert werden) um sein inneres Ich zu finden hoffnungslos verlaufen.
    #50Authorhippo19 (453056) 04 Nov 10, 14:20
    Comment
    In seiner Jackentasche fühlte er nach dem geheimnisvollen Zettel, den ihm vor sechsundvierzig Stunden die maskierten Mönche des Schwarzkreuzordens zugesteckt hatten. Er barg die Beschreibung des Wegs zu einem so unfaßbaren Mysterium, nach dessen Aufdeckung die gesamte Geschichte des Christentums neu geschrieben werden müsste.
    #51Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 14:23
    Comment
    ... denn es ging um den Kelch (lat. Brassica brassica) ...
    #52Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 14:25
    Comment
    Eines Abends torkelte völlig verwirrt und verwahrlost eine Frau ans Lagerfeuer, und stammelte vor sich hin - ich bin nicht mehr eine Salzsäule, nein, ich bin nicht mehr eine Salzsäule...
    #53AuthorCarly-AE (237428) 04 Nov 10, 14:33
    Comment
    Ganz in Gedanken ging Andrej Timofejewisch Aspirin durch, was er noch aus den fernen Tagen im Biologieunterricht über Brassica gelernt hatte. Sein altersgebeugter, graubärtiger dennoch rüstiger und sich durch feine Selbstironie auszeichnender Lehrer, Olav Diminutivo, hatte erklärt Kohl gehöre zur Gattung der Kreuzblüter. Es seien zwei- oder mehrjährige krautige Pflanzen. Die Blüten seine vierzählig.
    Die vier Kronblätter der Blüte seien in der Form eines Kreuzes angeordnet. Die zwei verwachsenen Fruchtblätter bildeten einen oberständigen Fruchtknoten. Die Früchte sein Schoten.

    Sollte sich das Rätsel, das auf dem eselsohrigen Zettel der Schwarzkümmelmönche befand, so einfach auflösen? Könnte die krzeuzförmige Anordnung der Blütenblätter Timofejewisch zum Ziel bringen? Oder waren das nur Hungerphantasien?

    #54AuthorEva (236431) 04 Nov 10, 14:33
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    Zum 157. Mal betrachtete Spiritus, wie Andrej Timofejewisch Aspirin liebevoll von seinen Freunden genannt wird, den Zettel mit der lateinischen Wegbeschreibung in Versform und fluchte:
    "Warum musste ich den Weibern in der Schule auch immer beweisen wie viel Sauerkraut ich essen konnte und ausgerechnet in den Lateinstunde wollte der ganze Scheiß dann wieder raus"
    #55Authorhippo19 (453056) 04 Nov 10, 14:34
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    Aber all dieses Nachsinnen fand ein jähes und abruptes Ende, als mit einem zackigen
    STEHENBLEIBEN!
    ihm ein schneidiger, blonder und blauäugiger Nazioffizier mit messerscharfer Bügelfalte über den schwarzglänzenden hochglanzpolierten Stiefeln in den Weg trat.
    #56Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 14:36
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    Aaah, da ist ja der Epubs :-)!
    #57AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 14:37
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    das war ja klar, dass da ein Kelch kommt. Kein Gemüse, keine Kreuzform, ein echter Kelch (handgreiflicher Streit) mit einem echten Wiener ...
    #58Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 14:38
    Comment
    Kinners, das ist jetzt nicht euer Ernst - ihr wollt mich doch wohl nicht den ganzen unglaublich öden, von Starwars mehr schlecht als recht abgekupferten Sci-Fi Nebenstrang, dessen Daseinsberechtigung sich erst im Nachwort erschließt, selbst schreiben lassen?
    #59AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 14:38
    Comment
    Naja, immerhin bin ich ja schon da, spinatwachtel.
    #60AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 14:43
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    "Hans?", fragend blichten Andrej Timofejewisch Aspirins topasfarbige Augen den blonden Hünen an. Er glaubte seinen Studienkollgen aus St. Petersburg zu erkennen, jenen Hans Müller, den alle so bewundert hatten, während er die kühnsten sportlichen Wagnisse unbeschadet überstanden hatte. Was hatte dieses Musterexemplar eines Mannes in die Berge getrieben? Sollte auch er zu den potentiellen oder gar ehemaligen Opfern von Claudia gehören? Hatte ihr Körper einst einem Stückchen geschmolzener Schokolade gleichend unter seinem muskelbepackten, männlich-schönen gelegen?
    #61AuthorEva (236431) 04 Nov 10, 14:44
    Comment
    "Krwezkok?" antwortete der vermeintliche Hans.

    (Folgt Exkursion über die Sprachen von Moron)
    #62AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 14:49
    Comment
    Was hat Andrej Topflappenwisch denn jetzt mit Claudia zu schaffen? *amkopfkratz*
    #63AuthorDarth (563277) 04 Nov 10, 14:49
    Comment
    Timo warf sich dem blonden Hans an den Hals.
    "Oh mein Gott, bist du es wirklich?", seuselte Andrej mit einer weichen tuntigen Stimme.
    #64Authorhippo19 (453056) 04 Nov 10, 14:50
    Comment
    Andrej Timofejewisch Aspirin schloss die Augen, zwickte sich in den linken Unterarm und schüttelte sodann sachte den Kopf: Hans Müller war ihm immer außerirdisch schön erschienen, aber dass er tatsächlich vom Planeten Moron kam – nein, das hatte er nicht erwartet. Hatte Hans mit der angebeteten Clawdikatschka ein Monster gezeugt?
    #65AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 14:54
    Comment
    Exkurs für den amkopfkratzendendarth:

    Für einen Moment sei an an den Anfang der Geschichte erinnert, als die Eignung von Claudia als Gefährtin von Andrej Timofejewisch Aspirin durch Fjodor Wissarionowisch Oblomow ins Spiel gebracht wurde.
    #66AuthorEva (236431) 04 Nov 10, 14:55
    Comment
    oh wie super, never mind the eitrige Adlerschwingen über Europa, unsere immer wiederkehrende Romanmetapher werden die essensgleich aufeinander liegenden Körper der Akteure sein!
    edit: was dann zur überraschenden Enthüllung des "check shocking crime of the month" - Kannibalismus der pickelbehaubten Wehrmachtsoffiziere in Weißrussland am Ende des Buches führt. Na, wie wär's?
    #67AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 14:55
    Comment
    ... während Koczwyrk dankbar den längst verlorengeglaubten Schnarzator aus den unbeholfenen Händen des glänzenden Pinguins entgegennahm, nur um Sekunden später das knarzende Gerät mit klebringen Fingern zitternd abzuklopfen, bis endlich die vertraute Stimme des obersten Chef-Morons (wie hat der geheißen? Gremlin? Gromork? irgendwas mit G) schnarrend in seinem immmer noch singenden Ohr ertönte, um wie immer unausweichliche Himmelfahrtkommandos zu erteilen. Seufzend ergab sich Koczwyrk seinem Schicksal. Er würde dem Kelch nicht entgehen.
    #68Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 14:58
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    Claudia ist die Tochter der Cousine des Schwagers von Andrejs Halbschwester aus der Ehe seines Vaters mit der wunderschönen, elfengleichen aber völlig verblödeten Nichte des Großgrundbesitzers Michael Michelschewski der Anfang des 20. Jahrhunderts als junger Mann mit dem Katamaran aus Haiti nach Spanien flüchtetet

    Das wiederum wird aber aber erst auf Seite 997 aufgeklärt
    #69Authorhippo19 (453056) 04 Nov 10, 15:00
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    Aber, wußte Koczwyrk, die Mission war größer als er. Dank des überaus erfolgreichen Spions in der Tarnung eines blonden Deutschen würden die Erdlinge ihrem Schicksal nicht entrinnen können und würden seiner Spezies bald für immer als zu melkende Blattläuse zur Verfügung stehen.
    #70Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 15:02
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    Die Blattläuse (Aphidoidea) sind eine Gruppe der Insekten und gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha). Von den bekannten 3.000 Arten leben in Mitteleuropa etwa 850. Alle Blattläuse ernähren sich von Pflanzensaft. Eine Reihe von Arten gilt als Schädling von Nutz- oder Zierpflanzen.
    #71AuthorCarullus (670120) 04 Nov 10, 15:07
    Comment
    Ich bin absoluter Fan von dem Schnarzator-Strang. Ich versuche mich gern nach Feierabend daran, wenn dafür jemand meinen "Liebe auf Facebook"-Plan umsetzt, mit ganz viel E-Mails über Männerprobleme, die zwischen schnupperhexi23@gmy.de, Romantik_ist_doch_nicht_tot@webb.com und Sterntaler0000@daftmail.co.uk hin und her gehen. Ich dachte, man könnte vielleicht ganz viel Serverdetails vorneweg bei den E-Mails bringen (sent on ... by 123.xckhj.xftmail.55.1 via ...), um Platz zu schinden.
    #72Authorigm (387309) 04 Nov 10, 15:07
    Comment
    Plötzlich ertönte ein grummelndes, irgendwie unheildrohendes Geräusch in der unmittelbaren Umgebung der beiden Bergwanderer. Der blonde Hans warf seinen muskulösen Körper mit raubtierhafter Grazie auf den gänzlich überraschten Aspirin. "Steinschlag," wisperte er, um das Phänomen nicht noch weiter zu provozieren. Doch Andrej Timofejewisch lächelte sein feines Lächeln, welches seine sonst eher harten Züge merklich aufhellte und sprach zu seinem ehemaligen Studienfreund, den er doch jahrlang für tot gehalten hatte: "Nein, es ist nur Magenknurren. Seit Tagen laufe ich hier herum und habe weder gegessen noch getrunken." Hans erhob sich peinlich berührt - sie hatten hier aufeinandergelegen wie eine Bulette auf einem zarten Weizenmehlbrötchen - und öffnete mit einer raschen, effizienten Bewegung seinen Luis-Vuitton-Hochgebirgstauglichen Rucksack. Er bereitete dem ehemaligen Kommilitonen hastig ein köstliches Tomaten-Büffelrohmlichmozzarella-Basilikum Sandwich zu. Wusste er doch, dass Aspirin sehr selten bis nie Fleisch zu sich nahm. Dazu servierte er Orange Pekoe Tee, den er rasch mit Hilfe einer Flasche Evian Wasser und dem ebenfalls dem Rucksack entnommenen Camping-Gas Kocher zubereitete.
    #73AuthorEva (236431) 04 Nov 10, 15:14
    Comment
    Oh mein Gott! K'otzwyrk! Sô-nder-Z'aichen! Die wunderschöne, elfengleiche aber völlig verblödeten Nichte des Großgrundbesitzers Michael Michelschewski!
    Ich sollte arbeiten... Aufhören! Bitte! Nein... bitte nicht aufhören! :-) :-) :-)
    #74AuthorBlaine (310093) 04 Nov 10, 15:23
    Comment
    neues Kapitel:
    Klavka erhob sich schwankend und ging zur Reeling des dreimastigen Schooners. Unmittelbar hinter dem Hafen drängten sich schokoladengleich die Gipfel der haitianischen Vulkane - links der Mouri-Mouri als kleinster, den schwefelgelben Gipfel von dürren Kiefern umkränzt, direkt daneben der Touri-Touri, als größte Erhebung von den Einheimischen achtungsvoll Schnuri-Schnuri genannt, dessen Fauna (Flora? bitte prüfen!) sich auf verkrüppelte Farne beschränkte und ganz rechts der Pluri-Pluri, der wegen seiner aschebedeckten Hänge wie ein Klecks Sahne in der Landschaft lag. Davor eine Graslandschaft, zuweilen unterbrochen von krummen Olivenhainen und gebeugten Ananasbüschen. Die Landschaft versprach nichts Gutes für ihren Plan.
    #75AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 15:25
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    Die Salzsäule entstartte war es Leid, links liegen neben dem Lagerfeuer gelassen worden zu sein, also fest entschlossen, die Welt zu erretten sprang sie auf....Trommelrolllll...sah aber den hünenhaften Gestalt vom Hans, riß sich die noch übrigen Fetzen Kleider vom Leib, und warf sich ihn zu Füßen - NIMM MICH, oh Herr.
    #76AuthorCarly-AE (237428) 04 Nov 10, 15:31
    Comment
    In der TV-Serienfassung kommt hier die Werbeeinschaltung, gesungen von A. Celentano.

    scinarzatori a gnocchi, combinare i populi, la la la

    Dann die Sprecherstimme: Shnartsators, your 2011 must-have. A-Noki, connecting people.

    (excuse my Italian...)
    begleitet vom Kameraschwenk über die gebeugten Ananas und die kargen Olivenbüsche von Spinatwachtel.
    #77Authorblumento (718321) 04 Nov 10, 15:31
    Comment
    Hans zuckte kaum merklich mit der Augenbraue ob der zwar abgewrackten, aber zugleich immer noch attraktiven Frau. Zu lange hatte er fleischliche Entbehrungen ertragen müssen, um hier nicht schwach zu werden. Eilends riß er sich die Klamotten vom Leib, behielt allerdings die Stiefel an, und ließ sie dreiundzwanzigmal in fünf Stunden seine kruppstahlharte Männlichkeit fühlen, während Timoschenkoandrejeffdingsbumskowskij mit seinem Büffelmozzarellasandwich anderweitig beschäftigt war.
    #78Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 15:38
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    DER PLAN

    Haiti, die Perle der Südsee, für die russische Nation als Fernerholungsgebiet zu erschliessen, diesen Traum hatten schon viele geträumt, doch die finanziellen Reserven zur Verwirklichung dieses ehrgeizigen touristischen Ziels waren erst in letzter Zeit so angewachsen, dass eine Realisierung in greifbare Nähe gerückt schien. Die nicht unerheblichen pekuniären Beiträge der russischen Mafia waren zwar moralisch eigentlich nicht zu vertreten, wurden dennoch dankbar angenommen.
    #79AuthorEva (236431) 04 Nov 10, 15:39
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    eastworld: die Beschreibung sollte schon über fünf Seiten weg in die Tiefe gehen, oder soll etwa der geneigte Bahnhofsbuchhandlungs-Leser das Buch wieder auf den Stapel legen? Bitte den bis zum Bersten erigierten Stierschwanz und alles mögliche andere bedenkenlos beim Namen nennen, wir sind doch nicht prüde.
    #80AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 15:40
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    Ich bin hier im Büro, Mensch :D
    #81Authoreastworld (238866) 04 Nov 10, 15:42
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    Es reicht ja - wie bei der ersten einschlägigen Szene - der Hinweis, dass das sich über fünf weitere Seiten zieht...
    #82AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 15:50
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    Haiti, in der Landessprache Ayiti, ist ein auf der Insel Hispaniola in den Großen Antillen gelegener Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibikinsel, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt.

    Haitis Nachbarn sind u. a. die Turks- und Caicosinseln, die Dominikanische Republik, Jamaika, Kuba und die Bahamas. Das Staatsgebiet hat die Form eines geschmackvoll nach Westen geöffneten "U", das durch zwei lange Halbinseln gebildet wird. Dazwischen liegt der Golfe de la Gonâve, an dessen östlichem Ende die Hauptstadt Port-au-Prince liegt.

    Der höchste Berg ist mit einer Höhe von 2.680 m der Morne de la Selle. Er liegt im Südosten des Landes in der Sierra de Bahoruco, unweit der Grenze zur noch gebirgigeren Dominikanischen Republik, mit der Haiti eine 388 km lange landgebundene Grenze teilt. In der Landesmitte erreichen die Berge 1500–1800 Meter über dem Meeresspiegel, im Massif du Sud auf der weit gegen Jamaika vorragenden Tiburon-Halbinsel bis etwa 2.400 m. Neben dem Westen Hispaniolas umfasst Haiti auch vorgelagerte Inseln wie die Île de la Tortue und die Île de la Gonâve.

    Und vor dieser Schildkröteninsel ankerte der Katamaran mit seiner russischen Besatzung. An Bord herrschte gepflegte Langweile, alle warteten auf irgendetwas, was die tropische Einförmigkeit durchbrechen könnte. Das Hochseeangeln, sonst der beliebteste Zeitvertreib der eingschworenen Gemeinschaft, wurde durch die Sturmwarnung, die sie über ihr High-Tech-Funkgerät erreicht hatte, zu einem Risiko, das sie nicht einzugehen wagten. So dümpelte der Katamaran träge in den azurblauen Wellen. Diese waren so flach, fast konnte man meinen auf einem riesigen Spiegel dahinzugleiten. Doch die im Osten dräuende Wolkenformation verhieß nichts Gutes für die Mannschaft. Sie glich einem Raumschiff von gigantischen Ausmassen, wie Nikolaj Sergejewisch Lonomossow mit seiner angenehmen Baritonstimme leicht beunruhigt anmerkte.
    #83AuthorEva (236431) 04 Nov 10, 15:58
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    Timo ignoriert die vor vergnügen, lüsternd stöhnende Salty, die Salzsäule und den wild grunzenden blonden Hengst Hans während er langsam, wie er das in der Klinik für Essgestörte gelernt hatte, denn man muss wissen, er war einst ein fettleibiges Kind von zuviel Klopsen auf Brötchen und Coca Cola, zweiunddreißigmal jeden einzelnen Bissen kaute.
    Er saß auf der grünen Wiese.
    (auf den nächsten zehn Seiten wird jeder Grashalm einzeln vorgestellt mit Lebensgeschichte)
    #84Authorhippo19 (453056) 04 Nov 10, 16:03
    Comment
    "Gras. Gras kann man auch rauchen!", dachte Timodingensda, während er den letzten Bissen seines Büffelmozzarellasandwich(e)s mit einem Schluck Orange Pekoe hinunterspülte. Gedacht, getan, drehte er sich aus dem biologisch abbaubaren Butterbroteinwickelpapier aus Hans' Rucksack und den nächsten zwei Handvoll Grashalmen (hier nochmal jeweils die Kurzvita einfügen) eine Tüte. Zu diesem Zeitpunkt konnte er nicht ahnen, was das für Konsequenzen nach sich ziehen würde.

    (Die Konsequenzen kommen dann auf Seite 1015 in der Erläuterung zu Fußnote 237 endlich ans Licht.)
    #85AuthorTumbleStaub (463468) 04 Nov 10, 16:24
    Comment
    Episch.

    Aber noch sind irgendwie nicht genug Grammatikfehler drin. Bitte nacharbeiten!
    #86Authorwi-chan (390817) 04 Nov 10, 18:10
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    Nix episch, muss heißen epubisch!
    #87AuthorIrene (236484) 04 Nov 10, 18:20
    Comment
    Somewhat out of order, but "Komm zurück" in Suaheli would be something like utarudi (you will come back). I have no idea if you can use that as an imperative, but then it doesn't really matter how correct it is, does it? My not so extensive internet research ought to be sufficient for butchering Swahili.
    #88AuthorAmy-MiMi (236989) 04 Nov 10, 19:23
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    "Salty" had not only had her fill of Hans, but also of being ignored by Timo. Didn't he realize just who she was?? In ancient times she had been known as "Lot's wife" and having learned all the tricks on offer in that unmentionable city, she felt he could at least take notice of her heaving bosom. So what if she was well over 1,000 years old, her body was still in very good (salt-preserved) state. She slithered off Hans and went to join Timo on the grassy slopes, overlooking the most spectacular landscape she had ever seen.
    #89AuthorCarly-AE (237428) 04 Nov 10, 19:37
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    Wo steckt eigentlich urihochdrei, wenn man sie braucht?!
    #90AuthorGart (646339) 04 Nov 10, 20:04
    Comment
    #90, siehe #7..."edit: wo bleibt denn nur diese uri3, wenn man sie braucht? Kann mal jemand uri holen gehen?"

    dieser Ruf verhallte schon heute Mittag ungehört.

    @all: das war kein Einloggdesaster eines multiplen Nicks, Gart und ich sind nicht dieselbe Person. Oder? Das müsste ich doch wissen?
    #91AuthorSpinatwachtel (341764) 04 Nov 10, 20:27
    Comment
    Er lehnte sich vor seinem Monitor zurück. Genial ! So viele blaue Nicks fälschen nur um sich ein Alibi, ein multiples Pseudonym quasi zu verschaffen. Sein eigenes Machwerk hinter einem Roman zu verstecken, den angeblich viele Mitglieder eines Forums gemeinsam schreibten. Das war der genialste Streich von allen. Grandios. So viele ältere Egos/innen zu schaffen und Tag für Tag Posts zu posten. Geradezu katalytisch ! Ein unbändiges Lachen stieg in ihm hoch. Noch konnte er es unterdrücken um seine Kollegen/innen nicht zu verschrecken/innen. Aber es wurde immer und immer stärker, muaha.

    Muaha. Muahahahahahhahaaaaaa ! *brüll* *schenkelklopf*

    Er musste jetzt aus vollem Hals brüllen: "Rofl ! Muaha, lol, ROFL !". Sein Kollege Rolf blickte verstört von seinem Monitor auf: "Bitte ?". Nun tute ihn die Realität wieder in der realen Welt haben: "Oh.". Ihm wurde bewusst, dass er sich auf dem Tepich gewälzt hatte. Das tat er nur, wenn er wenn er Foren/innen las. Niemand wusste warum. Wieder entfuhr ihm ein "ROFL!". Rolf wortete ant: "Schreibt er wieder an seinem Roman ?" Er frug erstaunt: "Wer ?" Rolf raunte: "Na er eben, er !" Er stammelte: "Er ? Achso, ja, ich er schreibe wieder an meinem Roman." Rolf intonierte: "Darf ich Ihm dafür einen wichtigen Tip geben ?" Er erwiederte: "Wenn er mit zwei P ist, dann bitte". Rolf sprach: "Ganz wichtig ist es, dass man niemand 'er sagte' oder 'er fragte' schreibt sondern immer ein passendes Symbonym findet!" Er erkundigte sich: "Warum ?" Solf knabberte an seinem Bleistift: "Das liest sich einfach Scheiße!" Er verstand: "Ich verstehe." und bedankte sich herlich: "Herzlichen Dank" für den Tipp: "für den Tipp !". Er nahm einen weiteren kräftigen Schluck aus seiner Flasche, wandte sich wieder seinem VOBIS 486DX2-66 mit 4MB RAM zu und schlug in die Tasten. Just gerade hatte er seinem Sinnen ob einer einheitlichen Stilebene Frucht geschenkt, verfickt und zugenähnt und das Abenteuer konnte weitergehen ...

    Anmerkungen des Authors:
    - Dieses "ROFL" musst ihr Euch wie eine Zwangshandlung vorstellen, wie bei "GOLLUM!"
    - MEIN ERSTER POST MIT BLAUEM NICK !
    #92AuthorCaptain Albern (744380) 04 Nov 10, 21:10
    Comment
    So bringt man also Leute dazu, sich in diesem Forum zu registrieren. o.O
    *Captain Albern das 'h' in 'Autor' um die Ohren hau*
    Willkommen!
    #93Authortigger (236106) 04 Nov 10, 21:32
    Comment
    Aber tigger, ich hatte doch explizit um mehr Grammatikfehler gebeten (danke, Captain, und willkommen!), da sind die Orthographiefehler doch bloß ein willkommener Bonus.
    #94Authorwi-chan (390817) 04 Nov 10, 21:35
    Comment
    Ein richtiges Buch hat einen amerikanischen Authoren. Mit th.

    Und danke für's Willkommen.
    #95AuthorCaptain Albern (744380) 04 Nov 10, 22:00
    Comment
    Genau, und mit falschem Akkusativ. Per-fekt, Meister!

    Plötzlich beschlich den Authoren das unbestimmte Gefühl, beobachtet zu werden. Es schien ihm sogar, als schliche sich jemand von hinten heran. Und da packte ihn auch schon eine Hand am Hals! Als er im Rofeln und Hahaaaahen stockte wie ein Stockfisch auf dem Trockenen, fühlte er jedoch, dass die Hand wundersam zart und wie von samtener Seide war. 'Wer ist das?' entspannte er sich. 'успокоить dich, ich bin es', gurrte eine verführerisch tiefe Frauenstimme. Kaum wagte er sich umzudrehen. 'Clawdia Pawlowna?'
    #96Authortigger (236106) 04 Nov 10, 22:40
    Comment
    Nikolaj und Fjodor räkelten sich noch immer an Bord des Katamarans und beobachteten mit mildem Interesse das östliche Wolkenmassiv. Derweil entging ihnen ein viel eindrucksvolleres Naturschauspiel, das sich zudem für ihren weiteren Lebensweg als wesentlich bedeutsamer herausstellen sollte. Unter ihren zwei Kielen, im eben noch spiegelglatten Nass, zuckten grelle Blitze ausgelöst durch eine Methanausgasung gewaltigen Ausmaßes*. Von jetzt auf gleich begann das Meerwasser zu brodeln, was bedauerlicherweise die Oberflächenspannung zerstörte. Der Katamaran sank als hätte Maxwells Dämon eine Vorteilspackung Pril Frühlingsfrisch in den unendlich blauen Ozean gekippt.



    *Sonoluminiszenz: Aus dem Farbspektrum der Blitze hätte ein etwaiger Beobachter die Eigenfrequenzen des Epubs und daraus seine chemische Zusammensetzung ableiten können.
    #97AuthorBeel (661006) 04 Nov 10, 23:24
    Comment
    In the ultra-top-secret control room 200 meters below the Vatican, in Rome, Italy, the grimly hooded figure of the Archdruid chuckled to himself as he ogled the giant 64 inch 3D plasma screen which relayed the image from the pinhead sized webcams his minions had planted so cleverly in Clawdia Pawlowna's hair (styled as ever by the edgiest coiffeueses from Paris, France). All was going to plan. Soon the power of the Catholic Church which had been withheld from him for so many centuries would be in his control. It all depended now on the actions of Andrej Timofejewisch Aspirin's double. Could he bring off the deception which had been so expensively plotted? The twisted leer on his face widened into a sickening grin. Meanwhile in Edinboro, Scotland, England, Hamish MacScotty adjusted the equipment hidden by his sporran and using his satellite uplink rapidly downloaded a sniffer virus into the central computer of the Swiss interballistic interceptor missile system. If only the password cracker which his 12 year old, bespectacled but lovely daughter had written just two minutes ago would spring open the best defended computer system that Swiss technology could produce, in time, all was not lost.
    #98AuthorEcgberht (469528) 04 Nov 10, 23:26
    Comment
    Facevo del tu / al somaro sprezzante,
    ma non mi segue: / Così il mondo.
    ***

    Als Orientierung für den Leser, der erst jetzt in die Geschichte einsteigt, hier eine kurze Zusammenfassung des bisherigen Geschehens:
    "Kolka, sieh Dir einmal Clawdia Pawlowna Depressow an", sagte Fjodor Wissarionowisch Oblomow. Der Medizinmann Xosxos N’gogo schritt hüpfend um die Matte und nachdem Nikolaj sich vom Katamaran wandte, chuckled the grimly hooded figure of the Archdruid to himself.

    Kapitel MCMXLIX

    Ich beschreibe jetzt, was der famoso Mafioso Angelo "Loppa" Piccomastro erzählt: Il famoso Mafioso Angelo "Loppa" Piccomastro erzählt: "Commissario, das kleine Bahnhof liegt still und leise in die Mondschein. Das leise fallende Schnee fallt und bedeckt das Erde. Der Halle ist beheizt von kleine Ofen, das glüht in die Stille, commissario. An das Theke steht eine Reisende, mit queste mio Augen ich habe sie erkannt, das ist Tamara**** Glassova Timofejew-Ressowski, bellissima, Auge wie zwei flussige Smaraldo, aber diese Curve, commissario, diese Curve! Tamara Glassovna Timofejew-Ressowski liest eine Buch an das Theke, russische Buch mit russische Buchstaben, commissario. Ich lese Titel, Titel sagt Епубский молоко*, aber ich nicht capisci Russky, commissario. Du capisce Russky, commissario?"

    Aber der Kommissar antwortet nicht. Er weiss ganz gut, dass "Tamara Glassova Timofejew-Ressowski" nur einer Clawdias Pawlownas Depressows unzähligen Tarn- und Kappennamen ist.
    "Clawdia Pawlowna" - denkt der Kommissar - so kreuzen sich unsere Pfade wieder".

    Der Kommissar klappt schnell die Trommel seiner Glock 22C auf, lädt sorgfältig sechs frische patronen Kaliber .40 S&W (Geschossgewicht: 3,95 g, entspricht 180 grains), entsichert die Waffe. Das Griffstück in Polyamid PA66 liegt vertraut in der Hand. Diese Hand klebt mit Blut, denkt der Kommissar. Er weiss noch nicht, was für ihn die Zukunft noch im Petto hat.

    "Brigadier de Gier - sagt Adjutant Grijpstra**, während der das noch vibrierende Stilett aus der Tür zieht - nimm raus deine kleine Flöte und spiel mit mir*****, für den Kommissar wollen wir Das Lied vom Tod spielen******.
    "Oder für die Timofejew-Ressowski Tamara Glasovna, diese ver**mte H**e..." kontert der Brigadier.

    -----------------
    * - Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das „o“ als [ɔ] in betonter und als [a] oder [ə] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischer Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden unter anderem alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen. (Anm. des Übrstzrs: Wobei die vorangehenden stimmhafte Konsonanten stimmlos werden, es sei denn sie waren schon stimmlos, in welchen Fall sie stimmhaft werden, so dass sie stimmlos werden müssen. Oder so. So steht in Wikipedia, oder?) 
    ** - Allerdings hatten bei den letzten Fällen Grijpstra und de Gier die Polizei verlassen und arbeiteten als Privatdetektive. Für den Roman Massaker in Maine erhielt Janwillem van de Wetering 1984 den renommierten Grand prix de littérature policière 
    ** ** - Und wo bleibt die Gossensprache?
    *** - und das unverschämte Plagiat? (Danke ceto)
    **** - Alle russische Spioninnen heissen Tamara.
    ***** - Als Bonbon für Leser mit schmutziger Phantasie.
    ****** - Äätsch!
    ******* - Abjads, or consonant alphabets, represent consonants only, or consonants plus some vowels. Full vowel indication (vocalisation) can be added, usually by means of diacritics, but this is not usualy done.
    #99AuthorMarco P (307881) 05 Nov 10, 03:12
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    Als der Vulkan ausbrach, unterbrachen sogar die allgegenwärtigen Tonton Macoute die Folterung des von Kolja erschossenen Kolbenhirsches. Das Portrait Papa Doc Duvaliers wellte sich und knisterte sache, als die Lava es erfasste. Je suis le drapeau haitien, une et indivisible, hatte darauf gestanden. Endlich flog der Präsidentenpalast von Port-au-Prince in die Luft. Man hatte ihn wohl als Munitionslager missbraucht.

    Clawjuschtschenkina dachte derweil darüber nach, sich von Kolja zu trennen. Alle guten Jahre meines Lebens habe ich ihm gegeben, diesem Hornochsen, und ein weiteres werde ich ihm nicht geben. Auch ich bin ein Mensch! Auch ich habe noch etwas vom Leben zu erwarten! Ich bin jetzt 25; gehöre ich deswegen etwa zum alten Eisen? Lass ihn allein sein Baggerfahren und sein ewiges Apnoetauchen betreiben, diesen Eogisten. Gab es nicht in Cité Soleil, diesem verrufenen Vorort Port-au-Princes, diesen alten, halb wahnsinnigen Voodoo-Priester? Bei dem werde ich jetzt die Scheidung einreichen.
    #100AuthorGart (646339) 05 Nov 10, 07:47
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    Das gerauchte Gras zeigt immer noch seine Wirkung und vollkommen high taumelt Ändiiee mit übergroßer Baseballkappe, goldenen Kettchen mit diversen HippHoppsymbolen (siehe Zeichnungen) und einer G-Star Hose die ihm lässig in den Kniekehlen hängt, weiter durch das Faltengebirge, welches sich im XYC vor Christus (genaue Jahreszahl muss noch ermittelt werden) durch verschiebungen der tecktonischen Platten in der Erdkruste entstand und jahrmillionen Heimat der pussierlichen T-Rexe war.
    (bitte auf den nächsten 7 Seiten sich über das Leben der Dinosauier und ihrem grausamen Ende auslassen)
    Schritt für Schritt entfernte er sich von Hans und Salty
    #101Authorhippo19 (453056) 05 Nov 10, 08:20
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    Mir fehlen hier noch ein bisschen die ausführlichen Beschreibungen der Klamotten der Protagonisten.

    Dass Clawotschkas leuchtend rote Krokodilledersandalen mit den 12-cm-Absätzen von (Modedesignername einfügen) im Ton nicht ganz zu den etwas dunkleren roten Tupfen des Seidenschals von (Designername einfügen) passen, den sie lässig um den Hals geschlungen zu einer leicht lindgrünen Bluse (aus der XY-Boutique) mit zarten Rüschen an Knopfleiste und Goldstickereien an den Manschetten trägt, wobei die Bluse eigentlich nicht richtig zum goldgelben Cordrock aus dem Altkleidersack passt, der (der Rock, nicht der Kleidersack) im übrigen schon ziemlich abgetragen ist und beim Hinsetzen seltsame schräg verlaufende Falten schlägt, die sich nicht mehr glattstreichen lassen usw.

    Man könnte in einer Fußnote auch noch detailliert die wirtschaftlich-moralisch-ethischen Fragen von "Designerkleidung vs. Second-Hand-Kleidung" behandeln.
    #102AuthorGaleazzo (259943) 05 Nov 10, 09:10
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    Wie eine Eingebung des Himmels durchfuhr sie der Gedanke an damals: wie ihre Körper sich aneinander geschmiegt hatten wie zwei Streichmettwürste, mit einem Anflug von gestoßenem Kümmel. Die unendlichen Weiten der Taiga. Der Samowar in der bescheidenen Holzhütte. War das nicht wie das Leben? Keiner genießt es unverdünnt. Und nachschenken kann man nur, solange in der Kanne noch etwas Tee ist. Eines Tages aber ist die Kanne leer, und dann heißt es Abschied nehmen - vom Trinken, von der Mettwurst, vom Leben.

    Der Gedanke schnürte ihr die Kehle zu.
    #103Authorwupperwolf (411909) 05 Nov 10, 09:51
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    Der sinkende Katamaran trudelte durch die blaugrünen Fluten des Meeres. Erstaunt blickten sich Fjodor Wissarionowisch Oblomow und Nikolaj Sergejewisch Lonomossow um. Durch den von einem unter dem Meerersspiegel liegenden Vulkan ausgelösten E-Pubs hatte sich eine kugelförmige, luftgefüllte Blase gebildet, die in allen Regenbogenfarben schillerte. Abrupt endete der Sinkvorgang, als sich der Katamaran auf einer aus dem Korallenriff ragenden Spitze festsetzte. "Oi," hauchte der sich zufällig ebenfalls an Bord befindliche Kala Schnikov.

    Er und sein Kumpel Mol O'Tov (er hatte einen irischen Ur-Urgroßvater namens O'Tool gehabt, dessen Werkzeughandel auch nach Russland expandiert hatte) hätten beide an Bord sein sollen, doch Mol hatte ihn kurz darüber informiert, dass sich das Pokerspiel, das bereits drei Tage ohne Unterbrechung dauerte, noch weiter hinziehen würde. So war Kala allen zum Quai gegangen um sich mit Fjodor Wissarionowisch Oblomow und Nikolaj Sergejewisch Lonomossow zu treffen.
    #104AuthorEva (236431) 05 Nov 10, 09:52
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    Das ist noch nicht langweilig genug!

    Kapitel 27

    28. Jahreshauptversammlung des intragalaktischen Sternenrats: Als K'otzwyrk eintraf, saß auf dem Platz neben ihm schon die nervige Vertreterin der Hö, die er noch von der 27. Jahreshauptversammlung her kannte. Die Hö waren ein Hirtenvolk, und samt und sonders alle Angehörigen dieses Volkes durchsuchten schon seit Menschengedenken die Galaxis nach dem sagenumwobenen Hö, dem Land der Sonnenwenden, nach dem sie sich auch benannt hatten. Der Überlieferung nach hatte Timo, der betrogenen Liebhaber der Salty, aus deren Vereinigung mit Gott Hans die Hö hervorgegangen sein sollten, sie von dort vertrieben und zum ewigen Wandern durch salzige Wüsten verdammt. Die Hö neben ihm summte eines ihrer Volkslieder, das K'otzwyrk noch aus dem Heimat- und Fernkundeunterricht kannte:

    Durch die Steppen ziehen wir
    Stern am Himmel rot wie Mohn
    Weites Land, du liegst vor mir
    Huch, da war’n wir vorher schon

    Immer weiter zieh’n die Reiter
    Einst wird sich die Heimat finden
    Über Stein und Sand geht’s weiter
    Pfade sich auf Dünen winden

    Manche Stund’ und manche Meile
    Darbt’ ich in der Wüste Ginster
    Sieh’ die Weite, wart’ die Weile
    lange, und es wurde finster

    Ach, so wenn wir doch erreichten
    Hö, das Land der Sonnenwenden
    Ob wir eilen, ob wir schleichen
    Uns’re Reise will nicht enden

    Dass er aber auch immer neben den Hö sitzen musste, nur weil er der Delegierte des Höheren Alphalantensektors war! Er wusste schon, was kommen würde: ab ungefähr TOP 3 würde sie anfangen, auf ihrem Platz herumzurutschen, und spätestens bei TOP 5 dann durch den Tagungssaal nomadieren und die Delegierten mit ihrem Land der Sonnenwenden nerven.
    Zwischenzeitlich hatte Ot’h’opht, der mit allen Wassern gewaschene Präsidiumsleiter, schon die Sitzung eröffnet. Den alten Haudegen hatte K’otzwyrk schon erlebt, wie er, ohne Gegenreden zuzulassen, einen Geschäftsordnungsantrag auf namentliche Abstimmung einfach so weggewischt hatte.
    "Hoher Sternenrat", hob Ot’h’opht an, "verehrte Delegierte, ich eröffne hiermit die 28. Jahreshauptversammlung des intragalaktischen Sternenrats und möchte zunächst über die vorgeschlagene Tagesordnung abstimmen lassen. Liegt allen Vertretern der mit ordnungsmäßiger Frist von zwei Monaten zugebeamte Entwurf vor? Beschwerden nimmt das Präsidium entgegen. Keine Einwände, keine Ergänzungen? Dann bitte ich um ein kurzes Zeichen der Bestätigung, heben Sie bitte Ihr Lichtschwert als Zeichen der Zustimmung. --- Vielen Dank, das ist die Mehrheit. Gibt es Nein-Stimmen? Keine Nein-Stimmen. Enthaltungen? Keine... oh Moment, da hinten sehe ich eine... zwei Enthaltungen... vier Enthaltungen. Damit ist die vorgeschlagene Tagesordnung ohne Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen so angenommen. --- Wir kommen nun zum Bericht der Mandatsprüfung – ist die Mandatsprüfung zum Bericht bereit? Ah, da sehe ich sie schon kommen, bitte: --"
    "Verehrtes Präsidium, hoch verehrte Delegierte der 28. Jahreshauptversammlung des intragalaktischen Sternenrats!", begann der Vertreter der Mandatsprüfung sofort. "Zur 28. Jahreshauptversammlung des intragalaktischen Sternenrats wurde am 15.2.3528 durch den galaktischen Vorstand geladen. Die Mandatsprüfungskommission wurde von ihm am 27.3.3528 bestellt und hat am 28.3.3528 ihre Arbeit aufgenommen. Neben mir, Atanael Gaeiton vom Planeten Ursus, wurden Krgh Hemm vom Planeten Llozo und Ellele Llele Llellelebe vom Planeten Torf berufen. --- 1.562 Delegierte von 802 Planeten zählen gemäß Delegiertenschlüssel vom 1.1.3528 zu den stimmberechtigt Geladenen. Von den 1.562 Stimmberechtigten sind 1.302 Personen anwesend, außerdem 4 Gäste. Von den 1.302 anwesenden stimmberechtigten Delegierten sind 307 Frauen, 678 Männer, 212 Delegierte gehören Lebensformen mit nichtgeschlechtlicher Fortpflanzung an und entziehen sich damit einer Erhebung nach Geschlecht, 205 Delegierte gehören keiner bekannten Lebensform an. Wir stimmen nun über die Erteilung des Rederechts für die 4 Gäste ab..."
    Da hallte es plötzlich unüberhörbar in allen Ecken der großen Kuppel des Sternenratssaals wider: "Bäh bäh, bäbäbä Bäh bäh, bäbäbäb Bäh bäh, bäbäbä Bäh..."

    Kapitel 28

    "Dichter, die Fogg muss dichter!" brüllte Radja gegen den Wind den backbordseits lustlos winschenden Smirgelpapierow an. "Die muss so straff sein wie die Haut an den Oberarmen von Clawdankas Base Natalja Andrejewskaja!"
    "Da geht nichts mehr, ich winsche hier ja schon wie ein Blöder", jammerte Smirgelpapierow. "Überhaupt, schau auf deinen eigenen Kram, die Dirk schlabbert ja wie eine schlecht aufgezogene Wäscheleine."
    "Die Dirk schlabbert? Dichter geht nicht? Na dobro noče, so holen wir die Schwarzmehrflotte nie ein", grummelte Radja, doch Smirgelpapierow war schon versunken in die Vorstellung von Julija Andropownas Oberarmhaut, die seiner Meinung nach mindestens ebenso straff, wenn nicht straffer als die von Nadja war und auch nicht diesen kränklichen Gelbton aufwies, wie er, so hatte er schon oft bemerkt, die Bewohner der St. Petersburger Sümpfe häufig verunstaltete...

    (tbc)

    ---------

    Kapitel 29

    "Verfluchter Mist", schrak K'otzwyrk aus seinen Gedanken hoch. "Ich habe vergessen, den Schnarzator auf Vibrationsalarm zu stellen."
    Hastig zog er ihn aus der Tasche und ging unter den giftigen Blicken der Sternenratsdelegierten auf Empfang.
    "K'otzwyrk, hier Basis, bitte melden, K'otzwyrk bitte melden."

    (...)
    #105Authorigm (387309) 05 Nov 10, 10:17
    Comment
    Der Generalísimo Francisco Franco saß auf seinem Bett. Er zog erst den einen Socken aus, dann den anderen. Kurz schnüffelte er an ihnen. Die gehen morgen noch, dachte er, und warf sie auf den Boden. Kurz schlenkerte er mit den Zehen. Er griff zum Nagelclip und beschnitt den Nagel des rechten großen Zeh in der Ecke, weil der sich allmählich schmerzhaft in den benachbarten Zeh zu bohren begann. Das wollte ich schon den halben Tag machen, aber ich komme ja zu nichts. Unschlüssig schaute er auf seine Nachtlektüre. Eigentlich möchte ich zum Einschlafen keine Gaby Hauptmann lesen, dachte er. Was könnte ich stattdessen nehmen? Vielleicht sollte ich E. E. Kisch lesen. Seine etwas stereotypen Verherrlichungen der Sowjetunion liegen mir persönlich nicht so, aber vielleicht stoße ich wieder auf eine so nette Reportage wie die mit dem Golem zu Prag. Nein, ich mache es ganz anders. Ich greife zu diesem Buch von Ayn Rand. Das haben mir meine technokratischen Freunde vom Opus Dei letztens empfohlen. Gut, dass ich sie in die Regierung geholt habe, die von der Falange lesen doch gar nichts, die sehen nur fern und unterhalten sich dann bloß darüber, wer bei Maischberger Gast war und was er gesagt hat. Oder sie ahmen Bart Simpson nach und lachen dann. Ich bin der Caudillo und habe so etwas nicht nötig. War nicht morgen was mit den Carlisten? Dem Carlos-Hugo von Bourbon-Parma? Ich muss morgen einmal den Schreibtisch aufräumen.
    #106AuthorGart (646339) 05 Nov 10, 11:08
    Comment
    Dieser Abschnitt findet vor der Szene in Haiti statt, kann aber durchaus später im Buch erscheinen – Rückblenden sind ein probates Stilmittel dass in keinem Roman der Weltliteratur fehlen sollte.
    Um die Unmittelbarkeit und die Bedeutung der hier geschilderten Ereignisse zu verdeutlichen habe ich den Abschnitt im Präsens geschrieben. Alle grammatikalischen und orthographischen Fehler sind selbstverständlich beabsichtigt.

    Die Träumerin N'Gumba N'Gombebe ist unruhig. Sie fühlt Spannungen in ihrem Innersten. Die glatte Muskulatur ihres Duodenums ist in Aufruhr. Actin und Myosin gleiten unaufhörlich aneinander vorbei, führen den geregelten Tanz der Moleküle auf, der seit hunderten von Millionen Jahren zuverlässig stattfindet, getrieben durch die Spaltung von Adenosintriphospat und die dabei freiwerdende Energie. Aber auch ihr Äusseres ist nicht bewegungslos. Ihre Beine bewegen sich. Von Zeit zu Zeit glitzert Feuchtigkeit an der Stelle zwischen ihren Beinen die die Ureinwohner Mexikos so treffend als Topoziatenlithaskomolathekasehuatl bezeichnen. Ja, N'Gumba N'Gombebe bebt und ihr Atem geht schnell, wie ein aufmerksamer Beobachter feststellen könnte, wenn es denn einen gäbe. Allein, niemand ist in der Nähe, denn Xosxos N’gogo musste fort. Es ist die Zeit des Jahres in der der Medizinmann seiner wichtigsten Aufgabe nachkommen muss: Die heilige Ziege Kgomodiatshaba Mosolothshane Takatokwane, genannt Die Erleuchtete, auf dem Geisterberg E’Xor Xyst ist zu melken. Der Medizinmann ist sich bewusst, dass das Überleben seines Stammes von ihm abhängt, von seiner Wachheit und vor allem seiner Entschlossenheit, die eines der eindrucksvollsten Kennzeichen seiner Persönlichkeit ist, wie schon an seinem ausgeprägten Kinn deutlich wird, dass sich seit jeher jedem Herausforderer seiner Macht entgegenreckt und zusammen mit der schwarzen Glut und dem blendenden Weiss seiner abgründigen Augen jeden Übermut in die Schranken weist. Heute ist der Tag an dem sich das Schicksal entscheiden muss. Ein Jahr ist seit dem letzten Melken vergangen. Ein Jahr, in dem Die Erleuchtete die Stärke, die Anmut, die Erfahrung, die Güte, das Jagdgeschick, das Lächeln, und vor allem die Weisheit der verstorbenen Väter und Vorväter, der Brüder und Onkel, und auch der Cousins, mit der klaren Bergluft, den würzigen Wildkäutern, dem erquickenden kalten Wasser des schnellfliessenden Baches Hyd’Roge N’O‘Xide in sich aufgenommen hat. Ein Jahr, in dem Die Erleuchtete aber auch die Missmut, das Ungeschick, die Naivität, den Neid und die schneidenden Bemerkungen des Weibsvolkes in alle Winde zerstreut hat, und so für ein harmonisches Zusammenleben des Stammes Sorge trug. Ja, Xosxos N’gogo ist sich bewusst, dass er nicht versagen darf, denn er muss heute die Milch Der Erleuchteten sammeln, die die Essenz der ausgleichenden Kräfte verkörpert, muss sie mit russischen Eiern vermengen, die mit einsetzender Dämmerung von seinem alten Freund Nikolaj Sergejewisch Lonomossow gebracht werden würden, der, wie er weiss, mit seinem Katamaran, einem eigentümlichen Gefährt mit Schonertakelung, einem Grossmast mit Diamantrigg und hohem überkrängenden Freibord, bereits kurz vor der Küste beiliegt, um etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang anzuluven und den Klüver einzuholen, mit dem Mehl der geheimen Verbündeten von Moron, um den Teig alsdann in der magischen Vertiefung des Meilensteins an der Wegkreuzung des alten Küstenhandelsweges, der schon seit mehr als dreitausend Jahren begangen wird, mit dem Flughafenzubringer, zu verbergen. Dann fehlt nur noch der Lebensfunke des Om, der 28 Tage später, bei Vollmond, von einer taoistischen Mönchstochter, die durch Ayurvedaöle einen jugendlichen Teint bewahrt, obwohl sie seit vielen Jahren auf einer schweizer Bergspitze lebt und der kosmischen Bestrahlung von energiereichem UV-Licht ausgesetzt ist, welches allerdings ihre Aura auflädt und so die Freisetzung des magischen Lebensfunkens ermöglicht, gespendet werden würde.
    #107AuthorOxymorphon (700306) 05 Nov 10, 11:19
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    Der blonde blauäugige Hans und die dem Jungbrunnen entstiegene, geschätzte 777jährige Salty, ihr genaues Geburtsdatum stand nur in den Sternen der Hö-Galaxsis, die einst in einem schwarzen Loch verloren ging und bisher noch keiner wiedergefunden hatte, auch wenn die Hö schon seit Jahrtausenden danach suchen, lagen engumschlungen unter dem Apfelbaum und wurden von einer Schlange beobachtet.
    Nach ihrem 5stündigen Sexmarathon (hier noch mal alle Stellungen des Kamasutras beschreiben) schlief zunächst Salty ein und träumte von dem bis dato noch nie dagewesenem Multiorgasmus, der sie während der 5 Stunden Sex einem Tsunami gleichkommend überrollte.
    Hans beobachtete Salty noch eine Weile wie sie im Schlaf verzückt lächelte, dann schlief auch er ein und träumte davon wie er Salty in 5 Stunden mit sämtlichen Stellungen des Kamasutras [Fußnote mit Titel, Author, Herausgeber, ISBN-Nummer für die gebundenen und die Paperbackausgabe]
    Auch er lächelte im Schlaf.
    #108Authorhippo19 (453056) 05 Nov 10, 11:34
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    *** Einschub ***

    Die Geschichte des Nagelclips harrt noch einer ausführlichen Darstellung. Das zugrundeliegende Prinzip wurde bereits im 15. Jahrhundert vom italienischen Universalgelehrten Umberto d'Unghia entdeckt: zwei Schneidflächen, die mittels einer gespannten Feder auf Abstand gehalten werden. Die Wahl eines ungeeigneten Materials allerdings - d'Unghia entschied sich für Balsaholz - verhinderte, dass sich der Nagelclip allgemein durchsetzte. Erst 1832 ....

    [Hier fehlen acht Manuskriptseiten. Der mir vorliegende Text fährt so fort:]

    ... Malta im Hinblick auf Nagelclips vollständig auf Importe angewiesen war, die über das francistische Spanien abgewickelt wurden.
    #109Authorwupperwolf (411909) 05 Nov 10, 11:38
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    Fortsetzung Nr 101 (hippo19)

    Plötzlich kam Timodingensda ins Straucheln, als er über die offenen Schnürbändel seiner Converse-Schuhe stolperte. Seine umwölkten Reflexe konnten nicht schnell genug reagieren, so dass er seine G-Star-behosten Allerwertesten abrupt ins Gras bettete, wo ihn die Grashalme zärtlich umschmeichelnden. Von einer warmen Brise gestreichelt, blickte er versonnen den Wolken nach.

    Ein Schaf glitt über den Himmel, verwandelte sich in einen Elefanten, streckte sich, ward gestaucht und erinnerte ihn mit fataler Ähnlichkeit an den KELCH. Was wusste er darüber?

    Sein Unterbewusstsein schwebte in Gleichnissen vorbei: Ein antikes Stück goldenen Metalls, eine Metapher sondergleichen - ja, ein Bildnis für das Streben des Menschen in seinem humanistischen Exodus nach Vervollkommnung, Vollkommenheit, Vollständigkeit, Volltrunkenheit und Vollzug des volllüstigen Verkehrs. Ihm war völlig klar, dass im transzendenten Egalisieren der Utilitarismen dieser klerikale Populismus in häretischer Weise eine intrinsische Konklusion kohäriert.

    Er spürte noch den Geschmack des Orange Pekoe auf seiner Zunge nach, während seine Gedanken um das subjektive Empfinden des Protagonisten kreisten, welches sich zunehmend auf den holistischen anarchischen Ansatz sublimierte. Ein offensichtlicher Widerspruch in sich. Ebenso wie Salty. Ach ja Salty. Ob auch in ihr der Konflikt zwischen Ich-Sein und Sein-Werdung schwelte? Es kontrakarierte ihre Erscheinung auf das Wesentlichste... Aber er musste sich zusammennehmen, er durfte nun nicht nachlassen in seinem Bemühen, die klandestinen Worte der Beschreibung mit Sinn zu erhellen und zu erfüllen, was seine Bestimmung war.

    Er konzentrierte sich wieder. Der KELCH. Flammen umhüllten seinen Geist, als er ihn sich vorstellte. [5 Seiten heftiger Alptraum].

    Schweißgebadet erwachte er. Blickte nach oben. Die Wolken. Fliehend über den Himmel. Der KELCH. Schwebend in seinen Gedanken. Salty. Ebenso. Und er dachte. Und er war in sich. Tief. Gründig. Wie Salty.
    #110AuthorLatricia (665760) 05 Nov 10, 12:00
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    Plötzlich war ein Name in Andrej Timofejewisch Aspirins Geist. GAWAIN. Nur dieser Name. GAWAIN. Hätte er doch damals in englischer Literatur besser achtgegeben, was seine blonde, grünäugige Lehrerin, die stets nach der neuesten Moskauer Mode gekleidet gewesen war, ihm beizubringen versucht hatte. Der Name sagte ihm etwas, nur was? Er forschte in den tiefen seiner Erinnerung, versuchte sich in jene Zeiten zurück zuversetzen, doch nur das leicht süssliche Aroma einer angebrannten Bortsch-Suppe manifestierte sich ...

    Mühsam rekonstruierte er das Rezept:

    1 kleiner Weißkohl
    1 kg Kartoffel(n)
    ½ Bund Dill
    4 Zwiebel(n)
    1 Chilischote(n)
    1 kl. Dose/n Tomatenmark
    1 Scheibe/n Fleisch (kleine Beinscheibe)


    Zubereitung
    Beinscheibe 1-mal teilen und gar kochen. Kartoffeln würfeln und dazugeben. Zwiebeln klein schneiden und zusammen mit dem Chili zugeben. Den Weißkohl in Steifen schneiden und zufügen. Nach ca. 5 Minuten das Tomatenmark einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bei Mittlerer Hitze ca. 25 Minuten köcheln lassen.

    Wo bekam er - GAWAIN nochmal - jetzt eine Beinscheibe her. Und wo einen kelchförmigen Topf, in dem er die Suppe bei mittlerer Hitze ca. 25 Minuten leise vor sich hinköcheln lassen könnte.

    Da hatte er den entscheidenen Hinweis in sich selbst entdeckt: kelchförmig wie der heilige Gral. Die Artus-Legende fiel ihm ein, die jene blonde, grünäuige Nadja, deren Rollkragenpullover in zartem lindgrün ihre weiblichen Formen aufs augenfreundlichste umschmeichelt hatte, ihnen erklärt hatte. Der. Gral. Er rief sich selbst zur Ordnung, ehe seine Gedanken in ein erotisches Intermezzo abschweifen konnten, dessen Realitätsbezug kleiner als minus Unendlich gewesen wäre. Nadjeschda hatte ihm nie zu verstehen gegeben, dass sie interessiert sein könnte.

    Wo sollte er jetzt um diese Uhrzeit - verstohlen betrachtete er den Sonnenuntergang, der ein wahres Lichterfest auf den schneeüberpuderten Gipfeln rings um ihn entfachte - einen auch nur ansatzweise heiligen Gral herzaubern?

    #111AuthorEva (236431) 05 Nov 10, 12:16
    Comment
    Ein Geräusch. Hinter ihm. Nahe. Aspirin fuhr herum, schnell und lautlos, abwehrbereit. Er entspannte sich als er eine junge Frau sah die mit einem Kupferkessel über die Alm auf ihn zu ging. Sie lief in gemessenen kurzen Schritten und ihr Gang war typisch für Bergbewohner die an das Fortkommen in steilem Gelände gewohnt waren. Er glaubte sich in diesem Zusammenhang an den Fachbegriff Ösiwalken zu erinnern, war sich aber nicht ganz sicher, denn die mannigfaltigen Ereignisse des Tages forderten ihren Tribut. Als sie näher kam bemerkte er die nahezu perfekte Symmetrie ihres Gesichtes, die nur von einer kleinen Narbe unterhalb der Unterlippe gestört wurde, aber dadurch ihre Züge nur noch anziehender machte. Sie war schön, mit breiten Hüften, einer schmalen Taille, runden Brüsten und zierlichen Füssen, die nur halb von indianischen Mokassins verdeckt wurden. Ihre Figur umschmeichelte ein Sari, hellgrün wie die knospenden Blätter einer jungen Birke im Morgengrauen, und als Kopfputz trug sie ein goldenes Diadem. Er stellte sich vor wie er den Sari öffnete und sie ihn wärenddessen mit heissen Küssen bearbeitete ... (drei Seiten auf der Alm da gibts koa Sünd.) „Hallo Fremder“, begrüsste sie Aspirin und musterte ihn neugierig. „Was macht ihr hier auf meinem Grund?“, erkundigte sie sich dann und fuhr mit leichter Besorgtheit in der Stimme fort: „Ich hoffe, ihr habt die Brassica brassica am Bachlauf nicht zertreten, denn ich muss diesen heiligen Gral bis zur Abendstunde damit füllen um meine Energielinien in Ordnung zu bringen.“ Nach kurzem Zögern fügte sie hinzu: „Das Schicksal eines ganzen Volkes hängt davon ab.“ Endlich schaffte Andrej es, den Mund zu einer Entgegnung zu öffnen. „Lucida Grande!?! Du musst Lucida sein, die Frau die hier auf dem Berggipfel wohnt, und von der mir mein Freund Nikolajewitsch schon so oft erzählt hat.“, sagte er.
    #112AuthorOxymorphon (700306) 05 Nov 10, 13:16
    Comment
    Mit einer zögerlichen Bewegung strich die Frau eine verirrte Haarsträne mit feingliedrigen Fingern zurück hinter eine perfekt geformte Ohrmuschel. Kein Schmuck zierte die zarten Ohrläppchen und lenkte dadurch von deren perfekter Form ab.

    "Ich muss nicht Lucida Grande sein. Ich könnte, muss es aber nicht. Woher kennst Du diesen Namen?", frug sie, nicht wenig beunruhigt. Ihre Beunruhigung zeigte sich an dem leichten Zittern ihrer feingliedrigen Hände und dem leichten Beben ihres perfekt geformten, vom lindgrünen Sari sanft umschmeichelten Busens.

    Statt einer Antwort begann Aspirn zu singen:

    Vetsherni zvon,
    vetsherni zvon,
    kak mnoga dum
    navodit on ...

    O yunýkh dnyakh
    f krayu radnom,
    gdye ya lubyil,
    gdye otshi dom.

    I kak ya, snim
    navyek prastyas,
    tam slýshal zvon
    f pasledni ras.

    I skolkikh nyet
    uzhe v zhivýkh,
    tagda vesyolýkh
    maladýkh.

    I krepok ikh
    magilný son,
    nye slýshen im
    vetsherni zvon.

    Andrej übersetzte die Worte für Lucinda:

    Der Klang der Abendglocken,
    der Klang der Abendglocken,
    wie viele Gedanken
    ruft er hervor ...

    Über die Tage der Jugend
    im heimatlichen Kreise,
    wo ich liebte,
    wo mein Vaterhaus stand.

    Und wie ich, von ihm
    für immer Abschied nehmend,
    dort den Klang
    zum letzten Mal hörte.

    Und wie viele
    schon nicht mehr am Leben sind,
    die damals fröhlich
    und jung waren.

    Fest ist
    ihr Schlaf im Grabe,
    sie hören nicht mehr
    den Klang der Abendglocken.

    Dieses etwas melancholische Lied rührte Lucide Grande, denn sie war es wirklich, zu Tränen. In hellen Tropfen liefen sie ihre perfekt geformten Wangen herab dem Morgentau auf ihren geliebten Brassica Brassica gleichend, ohne jedoch ihre Augen oder gar die wohlgeformte Nase zu röten. Noch nie hatte Andrej Timofejewisch Aspirin dergleichen gesehen. Seiner breiten Brust entrang sich ein Seufzen, das seinem jahrelangen Sehnen nach einer Seelengefährtin in einer Weise Ausdruck verlieh, die Lucinda auch ohne Worte verstehen konnte.

    Ohne es wirklich zu wollen, überwand sie die kurze Strecke, die sie von Andrej trennt in ihrem eigenwilligen, hüftschwingenden Gang. Dann entledigte sich zuerst sich des störenden Saris, dann entfernte sie sanft aber entschlossen das GAP T-Shirt Gr. 52 und schließlich auch die G-Star Jeans von Andrejs durchaus willigem Körper. Sie beugte sich über den Knieenden, umfasste zart sein Gesicht mit den Händen und küsste ihn. Mit diesem Kuss gab sie einen Teil ihrer Seele preis, und Andrej wusste dieses Geschenk zu würdigen. Sie schmiegten ihre Körper aneinander, Arme und Beine umwanden den Anderen bis sie einer lebenden Laookon Gruppe zu gleichen schienen. Schließlich fanden sie sich aufeinander liegend wie eine Scheibe Scheibletten Käse auf einem perfekten Hawai Toast, jenem Imbiss aus den frühen 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
    #113AuthorEva (236431) 05 Nov 10, 13:27
    Comment
    @Eva #104 - "der sich zufällig ebenfalls an Bord befindliche Kala Schnikov."
    Ich möchte nicht Erbsenzählerisch klingen, aber war nicht Seite 812, 3. Absatz von oben, Kala Schnikov eine Frau?

    Zitat: "Selbstvergessen hüftschwingend, mit langsamen, lasziven Bewegungen, riss sich Kala Kampanjowna Schnikov - die schon in der Schule darunter gelitten hatte, unsaglich darunter gelitten hatte, (man weiss, wie empfindlich kleine Kinder sein können, besonders dann, wenn es um Selbstwertgefühlsfragen geht, wobei man nicht vergessen sollte, dass unter Umständen letzendlich all diese kleinen Umstimmigkeiten, und wer hat nicht solche erlebt, zumal in der Schule, normalerweise später gar nicht die fürchterlichen, verzehrenden, einen zerrissenden Traumata zur Folge haben, die mancher selbsternannte Psychologe - und durchaus, sei es mir erlaubt, Psychologin - sich so vorstellt, was allerdings nicht unumstritten ist, zumindest in der führenden Literatur, aber wir wollen nicht den Faden verlieren), dass ihre Schulkameraden sie Kalka nannten, was in dem lokalen Tunguska-Dialekt (einer östlichen Branche des Na Dené language family angehörend, was an sich, sollte es mal bekannt werden, einen Merrit ohne Zweifel zufrieden stellen würde, und ich bitte Herrn Greenberg mir zu verzeihen, wenn ich so frei bin, es hier einfach so im Raum stehen zu lassen*) eben "Pickel" heisst** - den roten, mit Goldfäden bestickten, seidenen Sari - einmal in Bombay, das heute wohl Mumbai heisst, Mumbai?, ich bitte dich, wer soll sich noch in einem Roman von Kipling wiederfinden, einmal in Mumbai also für ein paar Rupien gekauft hatte, schon mit dem Gedanken, dieser Sari würde irgendwann mal einem schlimmen Ende entgegensteuern, was in der Tat gerade eben hier, im nächsten Teilsatz, passieren wird, aber dann razfaz, und wie, das sage ich dir - vom Leibe."

    -----------------------
    * .. there are many similar unique innovations in Germanic and Baltic/Slavic that are far more likely to be areal features than traceable to a common proto-language. But legitimate uncertainty about whether shared innovations are areal features, coincidence, or inheritance from a common ancestor, leads to disagreement over the proper subdivisions of any large language family.

    ** Hier einen Link nach "Bravo" Ausgabe 126/1989, Artikel "Unter der Haube, Ja .. aber mit Pickeln?" setzen.

    (Haube .. Pickel - Na? Fällt der Groschen? Pickel .. Haube, hahaha, ich lach micht tot, das ist gut, wirklich gut, ich kann nicht mehr, ist das nicht ein toller Witz? Gibs zu, der ist echt gut. Ach, bist nur neidisch. Dann lasse ich deinen Beitrag einfach löschen, das hast du davon. Ätsch.)

    (Mensch, für dieses Buch zu schreiben ist echt eine Reise in sich selbst, hätte ich nicht gedacht.)
    #114AuthorMarco P (307881) 05 Nov 10, 23:14
    Comment
    *Hirn zurechtschüttel* Ich komm nicht mehr mit... :-)
    Aber es ist höchst erfreulich, welch verschiedenartige LEOniden sich hier zusammenfinden.
    #115Authortigger (236106) 06 Nov 10, 21:02
    Comment
    @Marco P(olo) #114: Lieber Marco, mit gewissem Befremden las ich in Deinem fast schon wissenschaftlichen Beitrag, dass es sich bei Kala um eine ebenfalls Sariumhüllte Frau handeln soll. Das kann eigentlich nicht sein, dass sich jemand der mit den doch recht abseitigen Aspekten des Tunguska Dialekts befasst und dann übersieht, dass Kala Schnikova die korrekte Form gewesen wäre, um eine Frau mit einem Namen zu benennen.

    Mit befremdeten, dessenungeachtet freundllichen Grüßen, Eva
    #116AuthorEva (236431) 08 Nov 10, 09:53
    Comment
    Kreischend fliegt Jonathan, die Möwe, über den Strudel in dem der Katamaran mit samt Fjodr und Nikolaj versunken ist. Ein aufmerksamer und sehr fantasievoller Beobachter auf der Mole nebem dem toten Hirsch könnte jetzt meinen, Jonathan würde die Stelle des Untergangs markieren und lauthals nach Hilfe schreien. Aber weit gefehlt. Der Möwe wohnt keinerlei Zauber inne, sie ist einfach ein Vogel, der sich an das Leben am und auf dem Wasser angepasst hat.
    Der einzige Grund warum sie hier rumfliegt ist der, dass das tossende Meer sie aufgescheucht hat und der tierische Instinkt sie vor dem Sog gewarnt hat.
    #117Authorhippo19 (453056) 08 Nov 10, 10:19
    Comment
    Kreischend warf Ludmilla, Kala Schnikovs jüngere Schwester, ihr mit Svarowski-Kristallen besetztes vergoldetes iPhone 4 (Special Super-Sonder-Edition in pink) an die in einem geschmackvollen Eierschalen-Farbton gestrichene Wand. Ihr von einem 180€ teuren La Perla-BH in flieder umschmeicheltes wohlgeformtes Dekolleté bebte von ihren unterdrückten Schluchzern.

    "Er liebt mich nicht mehr! Er hat eine Andere!" Bei diesem Gedanken ließen sich die Tränen nicht mehr zurückhalten und liefen ihr äußerst dekorativ die Wangen herab. Gut, dass sie heute die wasserfeste Wimperntusche (Lancôme) benutzt hatte, sonst hätten ihr die auf die Tränen folgenden Waschbäraugen den Tag noch mehr vermiest als die Tatsache, dass ihr Freund/Verlobter/feuriger Liebhaber/... schon seit geschlagenen fünf Minuten nicht auf ihre Anrufe reagierte. Er musste eine andere haben! Die Telefonkonferenz über drei Kontinente hinweg mit Vertreten verschiedenster Formen des organisierten Verbrechens, von der er schon seit Wochen erzählte und bei der es fatal sein konnte, sich an der falschen Stelle im Monolog eines anderen Teilnehmers zu räuspern, konnte nicht der Grund sein. Wenn man sich liebt, haben solche Details Nebensache zu sein!

    [Drei Seiten planloses Geflenne, natürlich ohne rote Augen und triefende Nase, anschließend drei Seiten Schokoladenfressorgie, natürlich ohne Gewichtszunahme o.ä., drei Seiten Schmieden von Racheplänen]

    In dünnem Taschenbuchformat ausgewalzt (aber immer noch deutlich zu lang):
    - Umsetzung besagter Rachepläne (entweder den fabrikneuen Mercedes mit Katzenkotze in der Lüftung versehen oder den heißgeliebten, liebevoll restaurierten Oldtimer (den es in dieser Form nie gegeben hat) bis auf's Blech zerkratzen (mit dem >1Karat-Diamentring, den er ihr letzten Sonntag einfach mal so geschenkt hat)
    - Sachen packen und abhauen, dabei nicht die Prioritäten aus den Augen verlieren - Hauptsache, das Kosmetiktäschchen (ok, der Kosmetik-Schrankkoffer) ist dabei, wen interessieren Bargeld, ec- oder Kreditkarten?! Kleidung (Abgesehen von La Perla-Dessous), Handy, Ladegerät für selbiges? Was für Anfänger! Oh, der iPod muss noch mit...
    - mittlere Verwicklungen, weil zu blöd zum Tanken (hat das Auto seit mehr als zwei Wochen, tankt am Ende der Welt aber natürlich Diesel in den Benziner, nächste Werkstatt ist weeeeeeeeeit entfernt, iPhone hat keinen Saft mehr, Wetter wechselt spontan von lauem Sommerabend zu Weltuntergangsgewitter und -2° C, der nette Tankwart bietet Übernachtungsmöglichkeit an
    - Überraschung, Überraschung, der Tankwart ist doch nicht sooo nett (hat der nicht auch vorhin mal komisch gegrinst?), sondern will
    Auto (kaputt)/Geld (zu Hause)/Ehegelübde (eeeeeeek!)/Rache für irgendwas, was ihr dusseliger Bruder getan hat (der kann was erleben!!!) von ihr
    - Situation spitzt sich dramatisch zu, Ludmilla wird verletzt (ja, ein abgebrochener Fingernagel ist eine ernstzunehmende Verletzung!) und wird in letzter Sekunde von Freund/Verlobtem/feurigem Liebhaber/... gerettet
    - nochmal kurzes Aufflammen des ursprünglichen Konflikts (er hat eine Andere) wegen kompromittierender MMS, aber Freund/Verlobter/feuriger Liebhaber/... hat eine logische Erklärung, und da sie ihn ja liebt und ihm vertraut (was, zum Teufel, war dann der Grund für die letzten 150 Seiten?!), fahren sie mit seinem nicht stinkenden und nicht zerkratzten Auto in den Sonnenuntergang (die Karre, die sie in den Fingern hatte, gehört dem bösen Nachbarn. Selbst dafür ist sie zu doof...)
    - Er nennt sie wie immer liebevoll "mein hier_einen_grenzwertig_beleidigenden_Spitznamen_einfügen-chen", und sie machen sich daran, die Überbevölkerung zu verschärfen

    Die oben zusammengefassten 150 Seiten sind natürlich gespickt mit Markennamen und abstrusen Farbbezeichnungen sowie Landschafts- und Ortsbeschreibungen, die zwar wortgewaltig sind, aber mit der beschriebenen Landschaft nichts zu tun haben (das Brandenburger Tor in Hamburg, Ihr versteht schon ;o) ).

    Der nächste völlig an den Haaren herbeigezogene Handlungsstrang, bitte!
    #118AuthorTumbleStaub (463468) 08 Nov 10, 17:34
    Comment
    #116 - Liebe Eva, meinst du, wenn ich wirklich Russisch könnte, wäre ich angewiesen, an so einen Groschenschund mitzuwirken?

    Gut, dann ist also dein Kala der Bruder, und meine Kala ist die andere Schwester (nicht Ludmila), die eine, die immer einen blauen, in Pompai, nee in Mumpsai, nee, ach isses auch egal, jedenfalls dort für ein paar Rupien gekauften Sari an hatte, um sich von den homophil.., homoge.., homonymen Bruder zu unterscheiden, dessen zarte Liebe sie, nach Ludmila's Geburt, verloren zu haben glaubte.

    Denn vor Ludmila's Geburt, wenn sie nicht in der Schule war, wo die Schulkameraden sie grausam mobbten, sondern sie zB. zur Oma durch den Wald spazierte, ihre rote Mütze auf dem Kopf, den Korb voll Leckereien fröhlich schwingend, so dass einmal die ganze Leberpastete durch die Luft flog und in den Bach landete, was die alte weise Eule auf der alten deutsche Eiche zum Lachen brachte.

    Und das ist gar nicht so leicht, wie jeder weiss, der je versucht hat, eine weise Eule zum Lachen zu bringen. Als wir nämlich im Gymnasium Bio hatten war da auf dem Regal eine gestopfte Eule, und sie hatte den gleichen Ausdruck wie der Lehrer, der auch noch eine dicke Brille trug, die die Ähnlichkeit noch verstärkte. Wir hatten aber weder eine rote Mütze noch einen Korb voll Leckereien den wir in den Bach hätten fliegen lassen können. So ist das, in der Schule. Und den Bach hatten wir natürlich auch nicht, nicht bei Bio, so hat die weise Eule nie gelacht. Auch traurig.

    Und Kala Schnikova wusste nicht mehr, wo sie war, Kala die Schwester, nicht Kala der Bruder auf dem Katamaran, der heisst ja Kala Schnikov, das ist auch Russisch (vom selben Autor beim selben Verlag, steht hier irgendwo im Buch, stammt auch das berühmte "Thesaurus der Russischen Sprache von البیرونی bis unserem Tage"). Nein, Kala die mittlere Schwester (Ludmila, die kleinere Schwester, hiess stets anders, eben um keine immer mögliche Verwechslung erst entstehen zu lassen. Aber auch die Grossmutter, die einen Schreiner aus der Tunguska geheiratet hatte, hiess Ludmila, und sie las immer vor dem Einschlafen aus "Tausend Jahre Einsamkeit". Als sie dann mit 86 während eines sehr kalten Winter starb, war sie bei Seite 6 angekommen.

    So hier sind wir wieder: Kala die Schwester wusste nicht mehr wo sie war. Im Wald? In der Schule? Das Tempo der Erzählung lässt nach, die Spannung weicht, die Luft ist raus.

    Ein Liedchen bringt Stimmung, ein Liedchen macht froh, ein Liedchen macht Sinn, dachte Kala sinnig, und sinnend über den Sinn des Songs sang sie:
    Vetsherni zvon, / vetsherni zvon,
    kak mnoga dum / navodit on


    Davon die italienische Version, 1964 ein Hit von Ricky Gianco. Der Text von "Vetsherni zvon" wurde hier sehr frei interpretiert, und die Melodie hat auch nicht viel gemeinsam:
    Eva tu non sai / cosa sei per me
    Eva tu non sai / che non ho che te
    Se mi ascolterai / io ti parlerò
    Ti racconterò / che cos'e' l'amor
    Immagina un cielo piu' blu / i sogni fioriti di stelle
    La luna che vedi lassu' / felice ogni notte con te


    à suivre...
    #119AuthorMarco P (307881) 08 Nov 10, 20:02
    Comment
    @Marco, mille grazie für die Erläuterungen.

    Was sollten die in der schillernden Gasblase eingeschlossenen auf ihrem nunmehr so gar nicht seetüchtigen Katamaran nur tun, um ihre Situation zu verbessern? Es war klar, dass die Blase nicht unbegrenzt die dringend benötigte Atemluft zur Verfügung stellen würde. Verzweifelt betrachteten die solcherart von ihrem vertrauten Pier, von ihrem fast schon vertrauten Leben vor der Küste von Haiti abgeschnittenen die bizarre Unterwasserlandschaft vor ihnen. Zumindest soweit das ständig schillernde Gebilde, das ihnen zugleich Schutz gewährte und die Sicht einschränkte, dies zuliess. Sie beobachteten die kleineren und größeren buntgefärbten Fische, die um die knorrigen Äste der Korallen herumschwammen. Bisher hatte noch kein Raubfisch den Weg zu ihrem Katamaran gefunden, doch das würde sicher nicht ewig so bleiben. Sie müssten einen Weg finden, sich selbst und ihr havariertes Schiff zu bergen.

    Nikolaj Sergejewisch Lonomosso war ein Mann der Tat, zumindest unter normalen Umständen und die erzwungene Untätigkeit nagte an ihm. Noch hatte er keine Idee, wie er vorgehen würde, um diesem feuchten Grab zu entgehen und den dunklen Mächten des Schicksals wieder einmal ein Schnippchen zu schlagen, aber er wusste, er würde einen Weg finden. Irgendwie. Und möglichst schnell ...
    #120AuthorEva (236431) 09 Nov 10, 11:18
    Comment
    Witziger Faden, bin sonst eher stiller Mitleser, aber dazu muss mein Senf her:

    Clawdia Pawlowna Depressow , unter Umständen auch Clawotschka oder zärtlich Clawjuschtschenkina genannt, allerdings nur von Kolja Sergejewitsch, das eine Mal als sie sich zwischen den Halmen der russichen Taiga* mit feuchten Lippen zum ersten Mal küssten und Clawdia den Geschmack der von Kolja gerauchten Zigarre Marke L'ngnkrbs tagelang nicht mehr aus dem Mund bekam, blickte hilfesuchend ihre Leidensgefährten an, die sich in der kleinen Kombüse leeseits des gesunkenen Katamarans aufhielten. Nikolaj Sergejewisch Lonomosso, normalerweis ein Mann der Tat, zumindest wenn es daum ging, einen Kolbenhirsch zu erlegen, wirkte auf Clawdia momentan nicht sehr tatkräftig. Sie sah mit topasäugigem Blick aus der Gasblase auf den Meeresgrund mit seinen zahlreichen Fischarten...trotz der ernsten Lage fand sie es unmöglich, dabei nicht an die leckeren in Salzlauge mit Schnecken eingelegten Muränen zu denken, von ihrer Grossmutter zubereitet und liebevoll здесь водится много рыбы genannt:
    Mühsam riss sich Clawotschka aus den Gedanken und widmete sich mit ihrem ganzen Geheimagentinnengehirn der Problemlösung, wie man sich aus der Gasblase befreit, und am Besten natürlich auch für alle Beteiligten lebend. Nikolaj Sergejewisch Lonomosso und Fjodor Wissarionowisch Oblomow betrieben inzwischen ihre eigene Art der Problemlösung, indem sie eine aus dem unteren linken, aus echtem nur in der Toskana wachsenden Kirschholz geschnitzten Schrank eine Flasche des besten Vodka hervorholten und sich der zügigen Leerung dieser zuwandten.
    Clawdia zog ihre leuchtend rote Krokodilledersandalen mit den 12-cm-Absätzen von (Modedesignername einfügen) im Ton nicht ganz zu den etwas dunkleren roten Tupfen des Seidenschals von (Designername einfügen) passen, den sie lässig um den Hals geschlungen zu einer leicht lindgrünen Bluse (aus der XY-Boutique) mit zarten Rüschen an Knopfleiste und Goldstickereien an den Manschetten , und den goldgelben Cordrock aus dem Altkleidersack aus, da sie sich im Bikini schon immer besser konzentrieren konnte. Ihre von der Haitischen Sonne leicht gebräunte Haut glänzte im fahlen Licht der Gasblase und ihre prallen Brüste hoben sich bebend zu ihren Atemzügen. “удовольствие”, rief sie, als ihr die Tasche mit den Ersatzasthmageräten einfiel, die sie fuer Kala Schnikov’s abwesenden Kumpel Mol’O’Tov mitgenommen hatten. Sie verbrachte die nächsten 10 Minuten damit, dem völlig zugekippten Nikolajtschevski ihren Plan zu erklären, nämlich die Asthmageräte als Sauerstoffgerätersatz zu benutzen und zur Wasseroberfläche zu schwimmen. Die beiden Männer waren derartig betrunken waren, dass die ihnen nur noch Schwimmesten umschnallte, ihnen die Asthmageräte in die Hand drückte und dann selbst den Katamaran verliess, wobei sie dabei den Tod unzähliger Meereslebewesen verursachte, als bei Ihrem Durchdringen der schillernden Gasblase diese in sich zerplatze.

    *Die Hälfte der weltweiten Holzvorkommen wachsen auf russischem Boden. Ein Katalog der Tierwelt liest sich wie das Artenverzeichnis der größten zoologischen Gärten: Walross, Eis- und Braunbär, Wolf, Luchs, Tiger, Leopard, Antilope, Rotwolf.
    Den russisch-sibirischen Nadelwald nennt man Taiga. Der russische Schriftsteller A. Tschechow hat die Taiga so beschrieben: "Die Eindruckskraft und der Zauber der Taiga liegt nicht in ihren Baumriesen, sondern darin, dass nicht einmal ein Vogel, der über sie hinwegfliegt, weiß, wie sie endet."
    #121AuthorBerilon (741799) 10 Nov 10, 16:58
    Comment
    *applaudier* Die Gasblase ist klasse, Berilon!

    Allerdings möchte ich - vermutlich insbesondere die Herren - darauf hinweisen, dass ein "(hier x-beliebigen Designer/x-beliebige Boutique einfügen)" nicht ausreicht. Namen müssen genannt werden.
    #122Authortigger (236106) 10 Nov 10, 17:34
    Comment
    Im fahlen Licht der haitischen Dämmerung erreichte die Katamaran Besatzung voll(!)zählig und wohlbehalten den Pier, diesen Schauplatz des Gemetzels am Kolbenhirsch.

    Beim Kolbenhirsch handelt es sich um einen Hirsch im "Bast", jener sehr gut durchbluteten Schutzhaut über dem im Wachstum befindlichen Geweih oder Gehörn. Hirsche gehören der Klasse der Säugetiere an, sind Paarhufer und Wiederkäuer. Der wissenschaftliche Name lautet Cervidae, so heißt z. B. der Rothirsch Cervus elaphus.

    Der Südliche Pudu ist die kleinste lebende Hirschart. Die Hirsche (Cervidae) oder Geweihträger sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla). Die Familie umfasst rund 45 Arten, von denen unter anderem der Rothirsch, der Damhirsch, das Reh, das Ren und der Elch auch in Europa verbreitet sind.

    Das natürliche Verbreitungsgebiet der Hirsche umfasst weite Teile Eurasiens und Amerikas. In Afrika kommen sie nur im nordwestlichen Teil vor, in den Gebieten südlich der Sahara fehlen sie. Vom Menschen wurden sie in einigen Regionen eingeführt, in denen sie nicht heimisch waren, darunter in Australien, Neuseeland, Neuguinea und auf einigen Karibischen Inseln.

    Markantestes Kennzeichen der Hirsche sind die an Gestalt variantenreichen, meist nur von den Männchen getragenen Geweihe, die jährlich abgeworfen und neu gebildet werden. Und eben während dieser Neubildung der teilweise doch sehr eindrucksvollen Geweihe bildet sich der Bast, den die entnervten (meist männlichen) Tiere dann an zufällig herumstehenden Bäumen abstreifen.

    Die erschöpfte Gruppe sammelte sich um Clawdia und dankte ihr für den genialen Rettungsplan. Der Dank von Nikolajewitsch fiel zwar sehr wortreich aus, blieb aber aufgrund der Kombination von erstklassigem Vodka mit Asthmamittel doch in weiten Teilen unverständlich. Dies tat jedoch der Tiefe seiner Empfindungen keinerlei Abbruch, und auch seine Wortgewalt hatte nicht gelitten. Irgendwie waren alle seltsam erleichert, als er mitten in einem herzbewegenden Satz einfach in die Knie ging, dann sanft zur Seite kippte und sanft einschlief, ein seliges Lächeln auf den vollen, aber doch sehr männlichen Lippen.
    #123AuthorEva (236431) 11 Nov 10, 14:33
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    Sarasota, Fla., 11. Dezember 19..
    Jennie Amelia sass auf der Bank im Park. Ihr schulterlange goldblondes Haar glänzte in der Frühlingssonne. Sie wiederholte im Kopf mit ihrem gedehnten Südwesttennessee*-Akzent die letzte Biologieaufgabe: "Oh! My .. N-Carboxyethyl-Aminosäuren sind stickstoffreiche organische Verbindungen, die durch Kondensation von a-Ketosäuren und Aminosäuren entstehen. Sie kommen in der Natur hauptsächlich in marinen Invertebraten vor, aber auch in genetisch veränderten Pflanzenzellen .. You know?".

    Sie begann gerne jeden Satz mit "Oh! My ..", denn sie fand, dies verleihe dem ganzen Roman eine vollkommene Aura der Muttersprachlichkeit, einen Hauch von American Dream. Und jeden Satz mit ".. You know" zu beenden, das konnte nur runden den Gesamteindruck vorteilhaft ab. Mist, diese split-infinitives, wer kann sich da noch wiederfinden? Aber Mark Twain ging auch nicht besser.

    Bio war ihr Lieblingsfach, aber auch Deutsch (Fremdsprachen hatten sie immer irgendwie fasziniert: kann wirklich sein, dass es Menschen gibt, die gewöhnheitsmässig so seltsame Laute vor sich geben? Aber dass sie sich damit auch noch verständigen können? Das faszinierte sie am Meisten), ja, Deutsch fand sie nicht übel. Sie hatte zwar im Moment Schwierigkeiten mit einem vollkommen neuen Begriff. "Soziale Kompetenz"** hatte der Lehrer ausgiebig erklärt, aber sie konnte immer noch nicht richtig etwas damit anfangen.
    "Oh! My .." dachte sie mit ihrem gedehnten Südwesttennessee-Akzent ".. You know?"
    Das beruhigte sie unwahrscheinlich, zumal sie noch nicht wusste, was alles die Zukunft noch für sie auf Lager hatte...

    Ja, da konnte bald ein ganz neuer Strang entstehen, die Geschichte sich noch mehr verästeln, sich zweiteilen, dreiteilen, was sage ich, sich vierteilen, die Spannung ins Unerträgliche steigen, die Verkaufszahlen raketenartig in den Himmel schiessen lassen.

    Denn N'Gumba N'Gombebe war auch da, im selben Park, im selben Sarasota, im selben US-Bundesstaat Fla.
    Wie sie von Haiti, der Perle der Südsee, in die sonnige Florida gelandet war, das würde schon für sich einen ganzen Roman füllen, das würde aber leider den Rahmen dieser Erzählung sprengen***. N'Gumba N'Gombebes glatte Muskulatur war in Aufruhr. Actin und Myosin glitten unaufhörlich aneinander vorbei, führten den geregelten Tanz der Moleküle auf. N'Gumba N'Gombebe würde in den nächsten wenigen Minuten Jennie Amelia (die ja ganz zufällig auf einer Bank im selben Park in Sarasota, Fla. noch ganz unwissend dasass) ansprechen, sie fragen: "Jennie Amelia, my liebes Mädchen, bist du bereit, mir nach Haiti zu folgen, das Schichsal der Topoziatenlithaskomolathekasehuatl zu teilen, auf dem Geisterberg E’Xor Xyst die heilige Ziege Kgomodiatshaba Mosolothshane Takatokwane, genannt Die Erleuchtete, zu melken, so viele blaue Nicks zu fälschen, nur um sich ein Alibi, ein multiples Pseudonym quasi zu verschaffen?"

    Dann würde Jennie Amelia "Oh! My .. ich bin kein Mädchen, ich bin ein Junge! .. You know?" mit ihrem gedehnten Südwesttennessee-Akzent in einwandfreiem AE antworten. Das stimmte nicht die Bohne, sie hoffte aber durch diese haarsträubende Behauptung, Blondinenwitzenerzählern vielleicht ein bisschen den Wind von den Segeln zu nehmen, was ihr dennoch leider selten gelang, denn wie Semonides von Samos es so treffend auszudrücken wusste: "Tale è la sorte degli umani... siamo come foglie sopra i rami**** (fr.29- Diehl)" 

    Aber der Ruf der Freiheit, gleichsam der des Abenteuers, würden sie doch in ihrem Bann entführen, sie zu ein Zugeständnis bewegen, die den Lauf ihres Leben auf den Kopf stellen würde. Sie würde ihrem höheren Schicksal folgen, sie würde Clawdia Pawlowna Depressowa begegnen, mit Nikolaj auf einem Katamaran segeln, Fedja vollkommen rechtgeben, mit Dona Pampanelleriana Rezepte austauschen, nach dem Sex mit Tonio All Ecandronabono "Eichhörnchen-Eclair im Chili-Calvados-Mantel" backen, vielleicht sogar.., ja warum nicht, zusammen mit Andrej Timofejewisch Aspirin die Welt vor den bösen ROFL-Klonen retten.

    "Oh! My .. ROFL .. you know" dachte sie in ihrem einwandfreien AE aus dem Südwesten des US-Bundesstaaten Tennessees. War das ein Witz? Ein Insiderwitz? Hatten sich alle Klonen zusammengetan, um sie auszugrenzen? Um sie zu.. zu ridikulisieren? Sie würde denen aber zeigen, sie würde als erste nach der Wende mit dem nächsten El Al, zusammen mit N'Gumba N'Gombebe, nach Haiti, der Perle des Südsee, fliegen, nach Lybien entführt werden, den Südlichen Pudu (die kleinste lebende Hirschart) mit Pfeil und Bogen jagen, durch salzige Wüsten, ja sogar durch die unendliche Taiga wandern, wo 200 nistende Vögel, an die 60 Säuger sowie etwa 5 Arten von Reptilien und Amphibien leben.

    Schon würden ihre wie ein stiller Teich im schattigen Pinienwald smaragdgrüne Augen in der Erwartung leuchten.

    Aber das alles musste nicht sein: "L'uomo propone e Dio dispone"*****, wie es so treffend der italienische Muttersprachler Don Camillo in der köstlichen Mundart der "bassa Padana" auszudrücken wusste. Wie es Schicksal manchmal ist, stolperte N'Gumba N'Gombebe, brach den Absatz des linken schicken schwarzen Halblederschuh mit Messingschnalle von "Prada", wie es in Mengen in Essen (Innenstadt) zu finden sind, und humpelte schlechtgelaunt zur nächsten Bushaltestelle******.

    ------------------------------------
    * - http://www.tn.gov/ - Online Services: Renew Driver License, Renew Health License, Tax Filings, Annual Report Filing, Renew Professional License, Background Checks, File Unemployment, more.
    ** Deutsch im Original (anm. d. Ü.)
    *** Das wollen wir unseren Lesern jedoch nicht vorenthalten. Der nächste Roman dieser zwölfteiligen Reihe ist schon in Auftrag gegeben worden.
    **** Altgriechisch im Original (anm. d. Ü.) Es erfüllt mich immer wieder mit Erstaunen, wie viele antike Autoren diese absurd schwierige Sprache beherrschen konnten. Ich habe Altgriechisch fünf Jahre im Gymnasium gehabt, und ich verstehe immer noch nur Bahnhof, weshalb ich hier auf irgendein italienische Zitat zurückgreifen musste, Sprache die naturgemäss mir viel näher liegt.
    ***** related discussion: [it-de] Der Mensch denkt aber Gott lenkt!
    ****** Macht nichts, N'Gumba N'Gombebe hätte Jennie Amelia sowieso nicht angesprochen, weshalb auch? Denn sie hatten sich noch nie im wirklichen Leben getroffen.
    #124AuthorMarco P (307881) 16 Nov 10, 20:12
    Comment
    Spaß beiseite, ich habe gerade eine bemerkenswerte Idee gefunden, ausgerechnet auf Webfail:
    http://en.webfail.com/2ba160edffe
    "Someone should write a book where the main character slowly falls in love with the reader."
    Alle Romane sind schon geschrieben, sagt man, aber das gibt's tatsächlich noch nicht, oder?
    #125Authortigger (236106) 29 Aug 17, 19:52
     
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