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  • Betrifft

    r ---> ch ?

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    Neulich habe ich in einem Radiointerview jemanden gehört (der Name ist mir leider entfallen), der ein (für meine Ohren) insgesamt klares, nicht "eingefärbtes" Hochdeutsch sprach, abgesehen davon, dass er die "R"-Laute nach Vokalen als "CH"- Laute (wie in "ach") aussprach.

    Urteil -> Uchteil

    gewartet -> gewachtet

    usw.

    In welcher Region Deutschlands ist das üblich? NRW?
    VerfasserGaleazzo (259943) 21 Jan. 11, 09:35
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    Genauer gesagt: Rheinland.
    Ich hab's schon von Leuten aus Aachen, Kempen, Köln gehört.
    #1VerfasserTumbleStaub (463468) 21 Jan. 11, 09:38
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    Jupp, Rheinland, hier in der Gegend treiben viele Leute Spocht, auch wenn's hacht ist ;o)

    Ich habe kürzlich ein von Roger Willemsen vorgelesenes Hörbuch gehört, der spricht auch so; meines Wissens stammt er aus Bonn.
    #2VerfasserDragon (238202) 21 Jan. 11, 09:40
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    Chattspocht auf einem schwachzen Chatt, auch wenn's hacht ist ;-)
    #3VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 21 Jan. 11, 09:43
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    *seufz*

    Da werden Erinnerungen wach:

    RTL Samstag Nacht: Neues vom Spocht ...
    #4Verfasserluley21 Jan. 11, 09:45
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    Jahaa. Springreiten in Hopsen an der Gatter ;-)
    #5VerfasserB.L.Z. Bubb (601295) 21 Jan. 11, 09:46
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    Die Hannoveraner sagen auch "Gachten" für Garten...
    #6Verfassermp21 Jan. 11, 09:46
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    Ich kannte mal jemanden aus Neuss - wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, sprach der auch so.
    #7VerfasserDankwart21 Jan. 11, 10:00
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    Spocht ist Mocht.

    (Übrigens sagen manche Südtiroler sowas Ähnliches und schieben zwischen r und t noch ein sch ein: 'ferschtig', 'Karschten spielen'. *andenKopfgreif*)
    #8Verfassertigger unpl.21 Jan. 11, 10:02
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    Alles klar, danke! Dann hatte ich den Mann also geografisch richtig verochtet. ;-)
    #9VerfasserGaleazzo (259943) 21 Jan. 11, 10:09
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    Es mag ein wenig OT sein, aber im gleichen Landstrich wird auch schonmal aus einem (silbenbindenden) g ein ganz tief hinten rollendes r:

    "dat is abber ne schöne Wahrren" (zum neu angeschafften Auto weisend).

    "dat schlähcht _mich_ (sic) jetz voll op dr Mahrren" (na ?)

    Sehr amüsant fand ich, dazu passend, dass in einer Ausspracheanleitung für das griechische γ ("rramma"; es wird nur vor hellen Vokalen zu einem j) gerade diese (rheinische?) Aussprache für "Wagen" als Hilfe genannt wurde...
    #10Verfasserweißnix (236288) 21 Jan. 11, 10:41
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    Wenn der Mensch ansonsten ziemlich "ungefärbt" sprach, dann würde ich ihn tatsächlich eher in den Großraum Hannover/Braunschweig als nach NRW "verochten". Alteingesessene sagen hier gerne Spocht, Gachten, Mächz, Hächzogin, Eechtbeere/Ächtbeere u.s.w. Auch in Machteburch spricht man noch so, dort allerdings auch sonst schon deutlich gefärbter.

    Übrigens hab ich mal gelesen, dass diese Aussprache aus dem Französischen übernommen wurde und früher mal als besonders vornehm galt.
    #11Verfasserdirk (236321) 21 Jan. 11, 10:59
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    ch für r - das ist offensichtlich der missglückte Versuch, ein Zäpfchen-R zu sprechen. Hier in Süddeutschland, wo das Zungen-R üblich ist, hört man solche Verirrungen nicht.

    @dirk:

    "...dass diese Aussprache aus dem Französischen übernommen wurde..." Hm, ich wusste bisher nicht, dass die Franzosen ein ch ([x] oder [ç]) in ihrem Lautrepertoire haben.

    ;-) (Natürlich brachten sie ihr Zäpfchen-R in jene unglücklichen Gegenden, und beim Versuch, dies zu produzieren, kam das ch heraus. Siehe oben.)
    #12VerfasserMiMo (236780) 21 Jan. 11, 11:16
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    in Lëtzebuerg mögen sie das auch ganz gern, wenn sie Deutsch reden :-)
    aber das passt, ist ja gerade ennet dem Rhein.
    #13VerfasserNick21 Jan. 11, 11:18
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    @MiMo: Schon mal Pariser gehört? Da klingt mir schon sowas Ähnliches im Ohr. Quasi misheard lyrics dann in der Eifel und diesem komischen kleinen Großherzogtum mit dem moselfränkischen Mörderdialekt.
    #14Verfasserduck21 Jan. 11, 11:29
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    Wenn der Mensch ansonsten ziemlich "ungefärbt" sprach, dann würde ich ihn tatsächlich eher in den Großraum Hannover/Braunschweig als nach NRW "verochten".

    Also ich komme aus dem Großraum Braunschweig/Hannover und habe dort nie jemanden so sprechen hören - als ich dann ins Rheinland zog, fiel mir das hingegen sofort als charakteristische Sprechweise der dortigen Bewohner auf ...
    #15Verfassernuri21 Jan. 11, 11:33
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    Karl Kraus sagt das aber von einem Balina:

    EIN BERLINER SCHIEBER (sehr schnell zu einem Dienstmann) : Kommen Se mal ran und laufen Se rüber ins Restaurang, kucken Se, ob dort'n Herr wachtet
    #16VerfasserGart sin azul21 Jan. 11, 11:51
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    "Auch in Machteburch spricht man noch so, dort allerdings auch sonst schon deutlich gefärbter."

    Aber das wäre doch die norddeutsche Angewohnheit ein g im Wortende als ch auszusprechen und keine r zu ch. Oder nicht?
    #17VerfasserFischkopp2 (uneingestöpselt)21 Jan. 11, 12:01
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    Ich bin gebürtiger Hannoveraner (Jg. 1978). Ich selbst spreche zwar nicht so, aber die Generation meiner Eltern und besonders Großeltern hat deutlich hörbar die Angewohnheit "Nur die Hachten komm' in Gachten" zu sagen. Die ältere Generation "ßtlopert (stolpert) auch noch übern ßpitzen ßtaan (spitzen Stein)". Schon wenig nördlich von Hannover beginnt dann die in meinen Ohren eher norddeutsche Aussprache der Lüneburger Heide, die sich für mich deutlich vom Ostfälischen unterscheidet und eher nach einem Küstendialekt kligt. Auch aus Teilen des Vorharzes (Hachzes!), z.B. aus Goslar, kenne ich noch diese hannoversche Aussprache. Sigmar Gabriel kommt da z.B. her und klingt sehr vertraut für mich. Das r spricht er glaube ich nicht als ch. Das hat aber Gerhard Schröder immer so ausgesprochen wie es sich in Hannover gehört, auch wenn er ja gebürtig aus Lippe stammt.
    #18VerfasserAnton21 Jan. 11, 12:33
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    Auf der Westseite der Eifel in Ostbelgien wird ebenfalls so klangvoll gesprochen, zumindest in der DG.
    #19Verfassermike.be (324545) 21 Jan. 11, 12:38
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    Dat chiddet doch cha nit!

    Sagt man im Rheinland, Sektion Oberberg.

    #20Verfasserfreundlicher Nachbar25 Jan. 11, 10:16
     
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