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    Bavardages

    Les jardins de la poésie, troisième jardin

    Sujet

    Les jardins de la poésie, troisième jardin

    Commentaire
    Willkommen, liebe Besucher, im dritten Poesiegarten der neuaufgelegte Serie!
    Den zweiten Garten findet Ihr hier:
    Siehe auch: Les jardins de la poésie, deuxième jardin

    Da die vorhergehende Serie dem Urheberrecht zum Opfer gefallen ist, bitten wir alle, die ein Gedicht posten möchten, nur Texte von Autoren zu zitieren, die seit mindestens 75 Jahren tot sind. Will man auf Gedichte von jüngeren Autoren verweisen, so ist das nur in Form von Links möglich. (Das geht aber.)

    Uns allen viel Freude an und in dem dritten Poesiefaden, in dem es bestimmt wieder viel Neues, Altbekanntes und Altbewährtes, Heiteres, Launiges, Trauriges, Nachdenkliches und Schönes zu entdecken geben wird!

    Ich fange an mit einem Rilke-Gedicht:

    Ich will ein Garten sein

    Ich will ein Garten sein, an dessen Bronnen
    die vielen Träume neue Blumen brächen,
    die einen abgesondert und versonnen,
    und die geeint in schweigsamen Gesprächen.

    Und wo sie schreiten, über ihren Häupten
    will ich mit Worten wie mit Wipfeln rauschen,
    und wo sie ruhen, will ich den Betäubten
    mit meinem Schweigen in den Schlummer lauschen.

    Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
    Auteur Dana (236421) 16 Juin 11, 15:15
    Commentaire
    Un grand merci à toi, Dana, d'avoir ouvert ce troisième jardin. Le poème de Rilke est splendide.

    L'ancien jardin numéro 3 avait débuté le 18 juin 2010!

    A titre de souvenir: je transplante la réflexion d'Alexandre Jardin qui l'introduisait:

    "A quoi servent les poèmes?

    Des esprits forts prétendent que la poésie ne sert à rien; ils ont tort. Ce sport intime fortifie notre capacité à vivre au présent. Dévorer un roman nous catapulte souvent loin de notre réalité; siroter un poème nous permet de mieux habiter notre être. Le roman expulse de soi; le sonnet ou le madrigal nous y conduisent sans délai. La brièveté même du temps de lecture suppose que l'on parte de soi-même pour y revenir prestement. Dans ce laps de temps, on a la grâce de se rencontrer.

    Est-ce bien utile? Question folle! comme s'il n'y avait rien de plus urgent que d'essayer de vivre sa vie. S'absenter de soi est une grande misère. Voilà pourquoi les goinfres de poésie sont riches à millions. Milliardaires en conscience d'exister. Opulents de se posséder eux-mêmes!"

    Alexandre Jardin (!) Préface d'un livre intitulé Poésie française, une réalisation de Sélection du Reader's Digest, janvier 2010
    #1Auteur Clélia (601872) 16 Juin 11, 15:25
    Commentaire
    Merci, Dana, d’avoir repris ce fil qui nous permet, et même nous incite chaque jour à lire un peu de poésie !

    Chanson violette

    Et ce soir-là, je ne sais,
    Ma douce, à quoi tu pensais,
    Toute triste,
    Et voilée en ta pâleur,
    Au bord de l'étang couleur
    D'améthyste.

    Tes yeux ne me voyaient point ;
    Ils étaient enfuis loin, loin
    De la terre ;
    Et je sentais, malgré toi,
    Que tu marchais près de moi,
    Solitaire.

    Le bois était triste aussi,
    Et du feuillage obscurci,
    Goutte à goutte,
    La tristesse de la nuit,
    Dans nos cœurs noyés d'ennui,
    Tombait toute...

    Dans la brume un cor sonna ;
    Ton âme alors frissonna,
    Et, sans crise,
    Ton cœur défaillit, mourant,
    Comme un flacon odorant
    Qui se brise.

    Et, lentement, de tes yeux
    De grands pleurs silencieux,
    Taciturnes,
    Tombèrent comme le flot
    Qui tombe, éternel sanglot,
    Dans les urnes.

    Nous revînmes à pas lents.
    Les crapauds chantaient, dolents,
    Sous l'eau morte ;
    Et j'avais le cœur en deuil
    En t'embrassant sur le seuil
    De ta porte.

    Depuis, je n'ai point cherché
    Le secret encor caché
    De ta peine...
    Il est des soirs de rancœur
    Où la fontaine du cœur
    Est si pleine !

    Fleur sauvage entre les fleurs,
    Va, garde au fond de tes pleurs
    Ton mystère ;
    Il faut au lis de l'amour
    L'eau des yeux pour vivre un jour

    Sur la terre.

    Albert SAMAIN 1858 -1900
    #2Auteur emg (454352) 16 Juin 11, 15:28
    Commentaire
    Gartenspuk

    Daheim noch war es; spät am Nachmittag.
    Im Steinhof unterm Laub des Eschenbaums
    Ging schon der Zank der Sperlinge zur Ruh;
    Ich, an der Hoftür, stand und lauschte noch,
    Wie Laut um Laut sich mühte und entschlief.
    Der Tag war aus; schon vom Levkojenbeet
    Im Garten drüben kam der Abendduft;
    Die Schatten fielen; bläulich im Gebüsch
    Wie Nebel schwamm es. Träumend blieb ich stehn,
    Gedankenlos, und sah den Steig hinab;
    Und wieder sah ich – und ich irrte nicht –
    Tief unten, wo im Grund der Birnbaum steht,
    Langsam ein Kind im hohen Grase gehen;
    Ein Knabe schien's, im grauen Kittelchen.
    Ich kannt es wohl, denn schon zum öftern Mal
    Sah dort im Dämmer ich so holdes Bild;
    Die Abendstille schien es herzubringen,
    Doch näher tretend fand man es nicht mehr.
    Nun ging es wieder, stand und ging umher,
    Als freu es sich der Garteneinsamkeit. –
    Ich aber, diesmal zu beschleichen es,
    Ging leise durch den Hof und seitwärts dann
    Im Schatten des Holunderzauns entlang,
    Sorgsam die Schritte messend; einmal nur
    Nach einer Erdbeerranke bückt ich mich,
    Die durch den Weg hinausgelaufen war.
    Schon schlüpft ich bei der Geißblattlaube durch;
    Ein Schritt noch ums Gebüsch, so war ich dort,
    Und mit den Händen mußt ich's greifen können.
    Umsonst! – Als ich den letzten Schritt getan,
    Da war es wieder wie hinweggetäuscht.
    Still stand das Gras, und durch den grünen Raum
    Flog surrend nur ein Abendschmetterling;
    Auch an den Linden, an den Fliederbüschen,
    Die ringsum standen, regte sich kein Blatt.
    Nachsinnend schritt ich auf dem Rasen hin
    Und suchte töricht nach der Füßchen Spur
    Und nach den Halmen, die ihr Tritt geknickt;
    Dann endlich trat ich aus der Gartentür,
    Um draußen auf dem Deich den schwülen Tag
    Mit einem Gang im Abendwind zu schließen.
    Doch als ich schon die Pforte zugedrückt,
    Den Schlüssel abzog, fiel ein Sonnenriß,
    Der in der Planke war, ins Auge mir;
    Und fast unachtsam lugte ich hindurch.
    Dort lag der Rasen, tief im Schatten schon
    Und sieh! Da war es wieder, unweit ging's,
    Grasrispen hatt es in die Hand gepflückt;
    Ich sah es deutlich ... In sein blaß Gesichtchen
    Fiel schlicht das Haar; die Augen sah man nicht,
    Sie blickten erdwärts, gern, so schien's, betrachtend,
    Was dort geschah; doch lächelte der Mund.
    Und nun an einem Eichlein kniet' es hin,
    Das spannenhoch kaum aus dem Grase sah
    – Vom Walde hatt ich jüngst es heimgebracht –,
    Und legte sacht ein welkes Blatt beiseit
    Und strich liebkosend mit der Hand daran.
    Darauf – kaum nur vermocht ich's zu erkennen;
    Denn Abend ward es, doch ich sah's genau –
    Ein Käfer klomm den zarten Stamm hinauf,
    Bis endlich er das höchste Blatt erreicht;
    Er hatte wohl den heißen Tag verschlafen
    Und rüstete sich nun zum Abendflug.
    Rückwärts die Händchen ineinanderlegend,
    Behutsam sah das Kind auf ihn herab.
    Schon putzte er die Fühler, spannte schon
    Die Flügeldecken aus, ein Weilchen, und
    Nun flog er fort. Da nickt' es still ihm nach.

    Ich aber dachte: »Rühre nicht daran!«
    Hob leis die Stirn und ging den Weg hinab,
    Den Garten lassend in so holder Hut.
    Nicht merkt ich, daß einsam die Wege wurden,
    Daß feucht vom Meere strich die Abendluft;
    Erfüllet ganz von süßem Heimgefühl,
    Ging weit ich in die Dunkelheit hinaus.

    Da fiel ein Stern; und plötzlich mahnt' es mich
    Des Augenblicks, da ich das Haus verließ,
    Die Hand entreißend einer zarteren,
    Die drin im Flur mich festzuhalten strebte;
    Denn schon selbander hausete ich dort. –
    Nun ging ich raschen Schritts den Weg zurück;
    Und als ich spät, da schon der Wächter rief,
    Heimkehrend wieder durch den Garten schritt,
    Hing stumm die Finsternis in Halm und Zweigen,
    Die Kronen kaum der Bäume rauschten leis.
    Vom Hause her nur, wo im Winkel dort
    Der Nußbaum vor dem Kammerfenster steht,
    Verstohlen durch die Zweige schien ein Licht.
    Ein Weilchen noch, und sieh! ein Schatten fiel,
    Ein Fenster klang, und in die Nacht hinaus
    Rief eine Stimme: »Bist du's?« – »Ja, ich bin's!«

    Die Zeit vergeht; längst bin ich in der Fremde,
    Und Fremde hausen, wo mein Erbe steht.
    Doch bin ich einmal wieder dort gewesen;
    Mir nicht zur Freude und den andern nicht.
    Einmal auch in der Abenddämmerung
    Geriet ich in den alten Gartenweg.
    Da stand die Planke; wie vor Jahren schon
    Hing noch der Linden schön Gezweig herab;
    Von drüben kam Resedaduft geweht,
    Und Dämmrungsfalter flogen durch die Luft.
    Ging's noch so hold dort in der Abendstunde? –
    Fest und verschlossen stand die Gartentür;
    Dahinter stumm lag die vergangne Zeit.
    Ausstreckt ich meine Arme; denn mir war,
    Als sei im Rasen dort mein Herz versenkt. –
    Da fiel mein Aug auf jenen Sonnenriß,
    Der noch, wie ehmals, ließ die Durchsicht frei.
    Schon hatt ich zögernd einen Schritt getan;
    Noch einmal blicken wollt ich in den Raum,
    Darin ich sonst so festen Fußes ging.
    Nicht weiter kam ich. Siedend stieg mein Blut,
    Mein Aug ward dunkel; Grimm und Heimweh stritten
    Sich um mein Herz; und endlich, leidbezwungen,
    Ging ich vorüber. Ich vermocht es nicht.

    Theodor Storm
    #3Auteur Tigrou (459790) 16 Juin 11, 15:34
    Commentaire
    Transplanté de l'ancien jardin numéro 3:

    Der hügel wo wir wandeln liegt im schatten •
    Indes der drüben noch im lichte webt
    Der mond auf seinen zarten grünen matten
    Nur erst als kleine weisse wolke schwebt.

    Die strassen weithin-deutend werden blasser •
    Den wandrern bietet ein gelispel halt •
    Ist es vom berg ein unsichtbares wasser
    Ist es ein vogel der sein schlaflied lallt?

    Der dunkelfalter zwei die sich verfrühten
    Verfolgen sich von halm zu halm im scherz...
    Der rain bereitet aus gesträuch und blüten
    Den duft des abends für gedämpften schmerz

    Stefan George (1868-1933)
    2 Autor mars (236327) 18 Jun 10 11:02
    #4Auteur Clélia (601872) 16 Juin 11, 15:40
    Commentaire
    LEO or Link Everyone (who deceased before 1936) Online.
    I do not quite understand but surely I can.


    Abendgespräch

    http://www.tokado.at/index.html?http://www.to...

    Hermann Hesse (1877 - 1962)
    #5Auteur Claus (243211) 16 Juin 11, 21:38
    Commentaire
    Le Banc

    Extrait:

    Non loin du piédestal où j’étais accoudé,
    A l’ombre d’un Sylvain de marbre démodé
    Et sur un banc perdu du jardin solitaire,
    Je vis une servante auprès d’un militaire.
     
    Ils se tenaient tous deux assis à chaque coin
    Du banc, et se parlaient doucement, mais de loin,
    ― Attitude où l’amour jeune est reconnaissable. ―
    A leurs pieds un enfant jouait avec le sable.
    C’était le soir ; c’était l’heure où les amoureux,
    Moins timides, tout bas osent se faire entre eux
    Les tendres questions et les douces réponses.
    Le couchant empourprait le front noir des quinconces ;
    Lentement descendait l’ombre, comme à dessein ;
    Le vent, déjà plus frais, ridait l’eau du bassin
    Où tremblait un beau ciel vert et moiré de rose ;
    Tout s’apaisait. C’était cette adorable chose :
    Une fin de beau jour à la fin de l’été.

    François COPPÉE (1842-1908)
    http://farm6.static.flickr.com/5022/583336662...


    #6Auteur Clélia (601872) 16 Juin 11, 22:07
    Commentaire
    Re. 5: I have to correct myself.
    LEO or Link Everyone Online (who deceased later than 31 December 1935).
    I'm really sorry for the confusion.



    Dorfkirche im Sommer

    Schläfrig singt der Küster vor,
    Schläfrig singt auch die Gemeinde,
    Auf der Kanzel der Pastor
    Betet still für seine Feinde.

    Dann die Predigt, wunderbar,
    Eine Predigt ohne Gleichen.
    Die Baronin weint sogar
    Im Gestühl, dem wappenreichen.

    Amen, Segen, Thüren weit,
    Orgelton und letzter Psalter.
    Durch die Sommerherrlichkeit
    Schwirren Schwalben, flattern Falter.


    Detlev von Liliencron (1844 - 1909)
    #7Auteur Claus (243211) 16 Juin 11, 22:15
    Commentaire
    Im Sommer

    Wie Feld und Au
    So blinkend im Tau!
    Wie perlenschwer
    Die Pflanzen umher!
    Wie durch's Gebüsch
    Die Winde so frisch!
    Wie laut im hellen Sonnenstrahl
    Die süßen Vöglein allzumal!

    Ach! aber da,
    Wo Liebchen ich sah,
    Im Kämmerlein,
    So nieder und klein,
    So rings bedeckt,
    Der Sonne versteckt,
    Wo blieb die Erde weit und breit
    Mit aller ihrer Herrlichkeit!


    Goethe
    #8Auteur Claus (243211) 16 Juin 11, 23:03
    Commentaire
    Première Solitude

    On voit dans les sombres écoles
    Des petits qui pleurent toujours ;
    Les autres font leurs cabrioles,
    Eux, ils restent au fond des cours.
     
    Leurs blouses sont très bien tirées,
    Leurs pantalons en bon état,
    Leurs chaussures toujours cirées ;
    Ils ont l’air sage et délicat.
     
    Les forts les appellent des filles,
    Et les malins des innocents :
    Ils sont doux, ils donnent leurs billes,
    Ils ne seront pas commerçants.
     
    Les plus poltrons leur font des niches,
    Et les gourmands sont leurs copains ;
    Leurs camarades les croient riches,
    Parce qu’ils se lavent les mains.
     
    Ils frissonnent sous l’œil du maître,
    Son ombre les rend malheureux.
    Ces enfants n’auraient pas dû naître,
    L’enfance est trop dure pour eux !
     
    Oh ! la leçon qui n’est pas sue,
    Le devoir qui n’est pas fini !
    Une réprimande reçue,
    Le déshonneur d’être puni !
     
    Tout leur est terreur et martyre :
    Le jour, c’est la cloche, et, le soir,
    Quand le maître enfin se retire,
    C’est le désert du grand dortoir ;
     
    La lueur des lampes y tremble
    Sur les linceuls des lits de fer ;
    Le sifflet des dormeurs ressemble
    Au vent sur les tombes, l’hiver.
     
    Pendant que les autres sommeillent,
    Faits au coucher de la prison,
    Ils pensent au dimanche, ils veillent
    Pour se rappeler la maison ;
     
    Ils songent qu’ils dormaient naguères
    Douillettement ensevelis
    Dans les berceaux, et que les mères
    Les prenaient parfois dans leurs lits.
     
    Ô mères, coupables absentes,
    Qu’alors vous leur paraissez loin !
    À ces créatures naissantes
    Il manque un indicible soin ;
     
    On leur a donné les chemises,
    Les couvertures qu’il leur faut :
    D’autres que vous les leur ont mises,
    Elles ne leur tiennent pas chaud.
     
    Mais, tout ingrates que vous êtes,
    Ils ne peuvent vous oublier,
    Et cachent leurs petites têtes,
    En sanglotant, sous l’oreiller.

    Sully Prudhomme (1839 - 1907)
    #9Auteur Naloer (417884) 17 Juin 11, 06:56
    Commentaire

    Elégie
     
    L'heure comme nous rêve accoudée aux remparts.
    Penchés vers l'occident, nous laissons nos regards
    Sur le port et la ville, où le peuple circule,
    Comme de grands oiseaux tourner au crépuscule.
    Des bassins qu'en fuyant la mer à mis à sec
    Monte humide et puissante une odeur de varech.
    Derrière nous, au fond d'une antique poterne,
    S'ouvre, nue et déserte, une cour de caserne
    Immense avec de vieux boulets ronds dans un coin.
    Grave et mélancolique un clairon sonne au loin...
    Cependant par degrés le ciel qui se dégrade
    D'ineffables lueurs illumine la rade.
    Et mon âme aux couleurs mêlée intimement
    Se perd dans les douceurs d'un long enchantement.
    L'écharpe du couchant s'effile en lambeaux pâles.
    Ce soir, ce soir qui meurt, s'imprègne dans nos moelles
    Et, d'un cœur malgré moi toujours plus anxieux,
    Je le suis maintenant qui sombre dans tes yeux
    Comme un beau vaisseau d'or chargé de longs adieux !
    Nul souffle sur la rade. Au loin une sirène
    Mugit... la nuit descend insensible et sereine,
    La nuit... et tout devient, on dirait, éternel :
    Les mâts, le lacis fin des vergues sur le ciel,
    Les quais noirs encombrés de tonneaux et de grues,
    Les grands vapeurs fumant des routes parcourues,
    Le bras de la jetée allongé dans la mer,
    Les entrepôts obscurs luisants de rails de fer,
    Et, bizarre, étageant ses masses indistinctes,
    Là-bas, la ville anglaise avec ses maisons peintes.
    La nuit tombe... les voix d'enfants se sont éteintes
    Et ton cœur comme une urne est rempli jusqu'au bord
    Quand brillent çà et là les premiers feux du port.

    Albert Samain, 1858-1900 
    #10Auteur emg (454352) 17 Juin 11, 07:53
    Commentaire
    Wie passend, Dana, dass du diesen dritten jardin de la poésie mit Rilkes "Ich will ein Garten sein" eröffnet hast! C'était génial!

    Da sich hier gelegentlich auch Heiter-Skurriles einnisten darf, will ich in diesen dritten Garten mal einen Marabu herholen:

    Der alte Marabu
    (Eine dunkle Geschichte)

    Im Schneegebirge Hindukuh
    Da sitzt ein alter Marabu
    Auf einem Fels von Nagelfluh
    Und drückt das rechte Auge zu.

    Weshalb wohl, fragst du, Leser, nu
    Weshalb wohl sitzt der Marabu
    Im Schneegebirge Hindukuh
    Auf einem Fels von Nagelfluh
    Und drückt das rechte Auge zu?

    Hab Dank, o lieber Leser du,
    Für dein Int'ress' am Marabu!
    Allein weshalb im Hindukuh
    Er drückt das rechte Auge zu
    Auf einem Fels von Nagelfluh -
    Weiß ich so wenig als wie du!


    Edwin Bormann (1851 - 1912)
    #11Auteur mars (236327) 17 Juin 11, 10:26
    Commentaire
    Lebenspflichten
     
    Rosen auf den Weg gestreut,
    Und des Harms vergessen!
    Eine kleine Spanne Zeit
    Ward uns zugemessen.

    Ungewisser, kurzer Daur
    Ist dies Erdeleben;
    Und zur Freude, nicht zur Traur,
    Uns von Gott gegeben.
    (Ludwig Heinrich Christoph Hölty, gest. 1776)

    Merci, liebe Dana, für den "jardin de la poésie n°3"........
    #12Auteur moustique (308708) 17 Juin 11, 10:43
    Commentaire
    @ Dana: Auch von mir ein herzliches Dankeschön für die gelungene Eröffnung des Gedichtegartens :-))




    Liebe schont der Götter nicht

    Liebe schont der Götter nicht,
    sie kann alles überwinden,
    sie kann alle Herzen binden
    durch der Augen klahres Licht.

    Selbst des Phebus Hertze bricht
    seine Klahrheit muss verschwinden,
    er kann keine Ruhe finden,
    weil der Pfeil noch in ihm sticht.

    Jupiter ist selbst gebunden,
    Hercules ist überwunden
    durch die bittersüsse Pein; -

    wie dann können doch die Herzen
    bloßer Menschen dieser Schmerzen
    gantz und gahr entübrigt seyn?

    Sibylla Schwarz, gest. 1638
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sibylla_Schwarz

    Erklärungen zum Gedicht:
    klahres Licht = klares Licht
    Hertze = Herz
    gantz und gahr entübrigt seyn = ganz und gar entübrigt sein

    Herzlichst oopsy
    #13Auteur oopsy (491382) 17 Juin 11, 12:14
    Commentaire
    Ingeborg Bachmann

    Schatten Rosen Schatten
    http://www.arlindo-correia.com/301100.html#Sc... Rosen Schatten

    7 Autor Claus (243211) 18 Jun 10 17:17

    http://image-photos.linternaute.fr/image_phot...
    #14Auteur Clélia (601872) 17 Juin 11, 19:01
    Commentaire
    Glück ist ein leiser Vogel.
    Pater Anselm Grün (il faut un peu chercher sur la page)
    12 Autor moustique (308708) 19 Jun 10 20:06

    http://yaizaguatiza.de/weisheiten.htm
    http://simlandparty.s.i.pic.centerblog.net/ze...
    #15Auteur Clélia (601872) 17 Juin 11, 19:08
    Commentaire
    Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
    Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
    Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
    Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
    Kennst du es wohl?
    Dahin! dahin
    Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.

    Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach.
    Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
    Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
    Was hat man dir, du armes Kind, getan?
    Kennst du es wohl?
    Dahin! dahin
    Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.

    Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
    Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg;
    In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
    Es stürzt der Fels und über ihn die Flut!
    Kennst du ihn wohl?
    Dahin! dahin
    Geht unser Weg! O Vater, laß uns ziehn!

    Goethe

    Mes chers amis, je vous dis à dans une semaine.

    #16Auteur Isabelle. (609042) 17 Juin 11, 21:20
    Commentaire
    Bon voyage, Isabelle!

    Il y a une sorte de plaisir mystérieux et aristocratique pour celui qui n'a plus ni curiosité ni ambition, à contempler, couché dans le belvédère ou accoudé sur le môle, tous ces mouvements de ceux qui partent et de ceux qui reviennent, de ceux qui ont encore la force de vouloir, le désir de voyager ou de s'enrichir.

    Baudelaire (+ 1867)
    #18Auteur Clélia (601872) 17 Juin 11, 22:01
    Commentaire
    Merci, Clélia, pour toi :

    Henri Salvador - Syracuse
    #19Auteur Isabelle. (609042) 17 Juin 11, 22:07
    Commentaire
    #20Auteur Clélia (601872) 17 Juin 11, 22:17
    Commentaire
    Madame Bovary, Gustave Flaubert (+1880):

    Elle le reconduisait toujours jusqu’à la première marche du perron. Lorsqu’on n’avait pas encore amené son cheval, elle restait là. On s’était dit adieu, on ne parlait plus ; le grand air l’entourait, levant pêle-mêle les petits cheveux follets de sa nuque, ou secouant sur sa hanche les cordons de son tablier, qui se tortillaient comme des banderoles. Une fois, par un temps de dégel, l’écorce des arbres suintait dans la cour, la neige sur les couvertures des bâtiments se fondait. Elle était sur le seuil ; elle alla chercher son ombrelle, elle l’ouvrit. L’ombrelle, de soie gorge de pigeon, que traversait le soleil, éclairait de reflets mobiles la peau blanche de sa figure. Elle souriait là-dessous à la chaleur tiède ; et on entendait les gouttes d’eau, une à une, tomber sur la moire tendue.
    http://www.visoflora.com/images/original/pois...
    #21Auteur Clélia (601872) 17 Juin 11, 23:21
    Commentaire

    Warum sind denn die Rosen so blass,
    O sprich, mein Lieb, warum?
    Warum sind denn im grünen Gras
    Die blauen Veilchen so stumm?
     
    Warum singt denn mit so kläglichem Laut
    Die Lerche in der Luft?
    Warum steigt denn aus dem Balsamkraut
    Hervor ein Leichenduft?
     
    Warum scheint denn die Sonn auf die Au
    So kalt und verdrießlich herab?
    Warum ist denn die Erde so grau
    Und öde wie ein Grab?

    Warum bin ich selbst so krank und so trüb,
    Mein liebes Liebchen, sprich?
    O sprich, mein herzallerliebstes Lieb,
    Warum verließest du mich?

    Heinrich Heine 1797 – 1856
    #22Auteur emg (454352) 18 Juin 11, 09:46
    Commentaire
    Paul Eluard: La mort, l'amour, la vie

    (Le cinquième poème du site)

    http://www.desiderenzia.net/poemes_paul_eluard.htm
    #24Auteur mars (236327) 18 Juin 11, 10:18
    Commentaire
    Die Kurzfassung:
    "Loch in Erde, Eisen drin,
    Glocke fertig, bim, bim, bim"





    Das Lied von der Glocke

    Fest gemauert in der Erden
    Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
    Heute muß die Glocke werden.
    Frisch Gesellen, seid zur Hand.
    Von der Stirne heiß
    Rinnen muß der Schweiß,
    Soll das Werk den Meister loben,
    Doch der Segen kommt von oben.

    Zum Werke, das wir ernst bereiten,
    Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
    Wenn gute Reden sie begleiten,
    Dann fließt die Arbeit munter fort.
    So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
    Was durch die schwache Kraft entspringt,
    Den schlechten Mann muß man verachten,
    Der nie bedacht, was er vollbringt.
    Das ist's ja, was den Menschen zieret,
    Und dazu ward ihm der Verstand,
    Daß er im innern Herzen spüret,
    Was er erschafft mit seiner Hand.

    Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
    Doch recht trocken laßt es sein,
    Daß die eingepreßte Flamme
    Schlage zu dem Schwalch hinein.
    Kocht des Kupfers Brei,
    Schnell das Zinn herbei,
    Daß die zähe Glockenspeise
    Fließe nach der rechten Weise.

    Was in des Dammes tiefer Grube
    Die Hand mit Feuers Hülfe baut,
    Hoch auf des Turmes Glockenstube
    Da wird es von uns zeugen laut.
    Noch dauern wird's in späten Tagen
    Und rühren vieler Menschen Ohr
    Und wird mit dem Betrübten klagen
    Und stimmen zu der Andacht Chor.
    Was unten tief dem Erdensohne
    Das wechselnde Verhängnis bringt,
    Das schlägt an die metallne Krone,
    Die es erbaulich weiterklingt.

    Weiße Blasen seh ich springen,
    Wohl! Die Massen sind im Fluß.
    Laßt's mit Aschensalz durchdringen,
    Das befördert schnell den Guß.
    Auch von Schaume rein
    Muß die Mischung sein,
    Daß vom reinlichen Metalle
    Rein und voll die Stimme schalle.

    Denn mit der Freude Feierklange
    Begrüßt sie das geliebte Kind
    Auf seines Lebens erstem Gange,
    Den es in Schlafes Arm beginnt;
    Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
    Die schwarzen und die heitern Lose,
    Der Mutterliebe zarte Sorgen
    Bewachen seinen goldnen Morgen.-
    Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.
    Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,
    Er stürmt ins Leben wild hinaus,
    Durchmißt die Welt am Wanderstabe.
    Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus,
    Und herrlich, in der Jugend Prangen,
    Wie ein Gebild aus Himmelshöhn,
    Mit züchtigen, verschämten Wangen
    Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
    Da faßt ein namenloses Sehnen
    Des Jünglings Herz, er irrt allein,
    Aus seinen Augen brechen Tränen,
    Er flieht der Brüder wilder Reihn.
    Errötend folgt er ihren Spuren
    Und ist von ihrem Gruß beglückt,
    Das Schönste sucht er auf den Fluren,
    Womit er seine Liebe schmückt.
    O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
    Der ersten Liebe goldne Zeit,
    Das Auge sieht den Himmel offen,
    Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
    O! daß sie ewig grünen bliebe,
    Die schöne Zeit der jungen Liebe!

    Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
    Dieses Stäbchen tauch ich ein,
    Sehn wir's überglast erscheinen,
    Wird's zum Gusse zeitig sein.
    Jetzt, Gesellen, frisch!
    Prüft mir das Gemisch,
    Ob das Spröde mit dem Weichen
    Sich vereint zum guten Zeichen.

    Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
    Wo Starkes sich und Mildes paarten,
    Da gibt es einen guten Klang.
    Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
    Ob sich das Herz zum Herzen findet!
    Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
    Lieblich in der Bräute Locken
    Spielt der jungfräuliche Kranz,
    Wenn die hellen Kirchenglocken
    Laden zu des Festes Glanz.
    Ach! des Lebens schönste Feier
    Endigt auch den Lebensmai,
    Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
    Reißt der schöne Wahn entzwei.
    Die Leidenschaft flieht!
    Die Liebe muß bleiben,
    Die Blume verblüht,
    Die Frucht muß treiben.
    Der Mann muß hinaus
    Ins feindliche Leben,
    Muß wirken und streben
    Und pflanzen und schaffen,
    Erlisten, erraffen,
    Muß wetten und wagen,
    Das Glück zu erjagen.
    Da strömet herbei die unendliche Gabe,
    Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
    Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
    Und drinnen waltet
    Die züchtige Hausfrau,
    Die Mutter der Kinder,
    Und herrschet weise
    Im häuslichen Kreise,
    Und lehret die Mädchen
    Und wehret den Knaben,
    Und reget ohn Ende
    Die fleißigen Hände,
    Und mehrt den Gewinn
    Mit ordnendem Sinn.
    Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
    Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
    Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
    Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
    Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
    Und ruhet nimmer.

    Und der Vater mit frohem Blick
    Von des Hauses weitschauendem Giebel
    Überzählet sein blühendes Glück,
    Siehet der Pfosten ragende Bäume
    Und der Scheunen gefüllte Räume
    Und die Speicher, vom Segen gebogen,
    Und des Kornes bewegte Wogen,
    Rühmt sich mit stolzem Mund:
    Fest, wie der Erde Grund,
    Gegen des Unglücks Macht
    Steht mit des Hauses Pracht!
    Doch mit des Geschickes Mächten
    Ist kein ewger Bund zu flechten,
    Und das Unglück schreitet schnell.

    Wohl! nun kann der Guß beginnen,
    Schön gezacket ist der Bruch.
    Doch bevor wir's lassen rinnen,
    Betet einen frommen Spruch!
    Stoßt den Zapfen aus!
    Gott bewahr das Haus!
    Rauchend in des Henkels Bogen
    Schießt's mit feuerbraunen Wogen.

    Wohtätig ist des Feuers Macht,
    Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
    Und was er bildet, was er schafft,
    Das dankt er dieser Himmelskraft,
    Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
    Wenn sie der Fessel sich entrafft,
    Einhertritt auf der eignen Spur
    Die freie Tochter der Natur.
    Wehe, wenn sie losgelassen
    Wachsend ohne Widerstand
    Durch die volkbelebten Gassen
    Wälzt den ungeheuren Brand!
    Denn die Elemente hassen
    Das Gebild der Menschenhand.
    Aus der Wolke
    Quillt der Segen,
    Strömt der Regen,
    Aus der Wolke, ohne Wahl,
    Zuckt der Strahl!
    Hört ihr's wimmern hoch vom Turm?
    Das ist Sturm!
    Rot wie Blut
    Ist der Himmel,
    Das ist nicht des Tages Glut!
    Welch Getümmel
    Straßen auf!
    Dampf wallt auf!
    Flackernd steigt die Feuersäule,
    Durch der Straße lange Zeile
    Wächst es fort mit Windeseile,
    Kochend wie aus Ofens Rachen
    Glühn die Lüfte, Balken krachen,
    Pfosten stürzen, Fenster klirren,
    Kinder jammern, Mütter irren,
    Tiere wimmern
    Unter Trümmern,
    Alles rennet, rettet, flüchtet,
    Taghell ist die Nacht gelichtet;
    Durch der Hände lange Kette
    Um die Wette
    Fliegt der Eimer, hoch im Bogen
    Spritzen Quellen, Wasserwogen.
    Heulend kommt der Sturm geflogen,
    Der die Flamme brausend sucht.
    Prasselnd in die dürre Frucht
    Fällt sie in des Speichers Räume,
    In der Sparren dürre Bäume,
    Und als wollte sie im Wehen
    Mit sich fort der Erde Wucht
    Reißen, in gewaltger Flucht,
    Wächst sie in des Himmels Höhen
    Riesengroß!
    Hoffnungslos
    Weicht der Mensch der Götterstärke,
    Müßig sieht er seine Werke
    Und bewundernd untergehn.

    Leergebrannt
    Ist die Stätte,
    Wilder Stürme rauhes Bette,
    In den öden Fensterhöhlen
    Wohnt das Grauen,
    Und des Himmels Wolken schauen
    Hoch hinein.

    Einen Blick
    Nach den Grabe
    Seiner Habe
    Sendet noch der Mensch zurück -
    Greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
    Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
    Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
    Er zählt die Haupter seiner Lieben,
    Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.

    In die Erd ist's aufgenommen,
    Glücklich ist die Form gefüllt,
    Wird's auch schön zutage kommen,
    Daß es Fleiß und Kunst vergilt?
    Wenn der Guß mißlang?
    Wenn die Form zersprang?
    Ach! vielleicht indem wir hoffen,
    Hat uns Unheil schon getroffen.

    Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde
    Vertrauen wir der Hände Tat,
    Vertraut der Sämann seine Saat
    Und hofft, daß sie entkeimen werde
    Zum Segen, nach des Himmels Rat.
    Noch köstlicheren Samen bergen
    Wir trauernd in der Erde Schoß
    Und hoffen, daß er aus den Särgen
    Erblühen soll zu schönerm Los.

    Von dem Dome,
    Schwer und bang,
    Tönt die Glocke
    Grabgesang.
    Ernst begleiten ihre Trauerschläge
    Einen Wandrer auf dem letzten Wege.

    Ach! die Gattin ist's, die teure,
    Ach! es ist die treue Mutter,
    Die der schwarze Fürst der Schatten
    Wegführt aus dem Arm des Gatten,
    Aus der zarten Kinder Schar,
    Die sie blühend ihm gebar,
    Die sie an der treuen Brust
    Wachsen sah mit Mutterlust -
    Ach! des Hauses zarte Bande
    Sind gelöst auf immerdar,
    Denn sie wohnt im Schattenlande,
    Die des Hauses Mutter war,
    Denn es fehlt ihr treues Walten,
    Ihre Sorge wacht nicht mehr,
    An verwaister Stätte schalten
    Wird die Fremde, liebeleer.

    Bis die Glocke sich verkühlet,
    Laßt die strenge Arbeit ruhn,
    Wie im Laub der Vogel spielet,
    Mag sich jeder gütlich tun.
    Winkt der Sterne Licht,
    Ledig aller Pflicht
    Hört der Bursch die Vesper schlagen,
    Meister muß sich immer plagen.

    Munter fördert seine Schritte
    Fern im wilden Forst der Wandrer
    Nach der lieben Heimathütte.
    Blökend ziehen
    Heim die Schafe,
    Und der Rinder
    Breitgestirnte, glatte Scharen
    Kommen brüllend,
    Die gewohnten Ställe füllend.
    Schwer herein
    Schwankt der Wagen,
    Kornbeladen,
    Bunt von Farben
    Auf den Garben
    Liegt der Kranz,
    Und das junge Volk der Schnitter
    Fliegt zum Tanz.
    Markt und Straße werden stiller,
    Um des Lichts gesellge Flamme
    Sammeln sich die Hausbewohner,
    Und das Stadttor schließt sich knarrend.
    Schwarz bedecket
    Sich die Erde,
    Doch den sichern Bürger schrecket
    Nicht die Nacht,
    Die den Bösen gräßlich wecket,
    Denn das Auge des Gesetzes wacht.

    Heilge Ordnung, segenreiche
    Himmelstochter, die das Gleiche
    Frei und leicht und freudig bindet,
    Die der Städte Bau begründet,
    Die herein von den Gefilden
    Rief den ungesellgen Wilden,
    Eintrat in der Menschen Hütten,
    Sie gewöhnt zu sanften Sitten
    Und das teuerste der Bande
    Wob, den Trieb zum Vaterlande!

    Tausend fleißge Hände regen,
    helfen sich in munterm Bund,
    Und in feurigem Bewegen
    Werden alle Kräfte kund.
    Meister rührt sich und Geselle
    In der Freiheit heilgem Schutz.
    Jeder freut sich seiner Stelle,
    Bietet dem Verächter Trutz.
    Arbeit ist des Bürgers Zierde,
    Segen ist der Mühe Preis,
    Ehrt den König seine Würde,
    Ehret uns der Hände Fleiß.

    Holder Friede,
    Süße Eintracht,
    Weilet, weilet
    Freundlich über dieser Stadt!
    Möge nie der Tag erscheinen,
    Wo des rauhen Krieges Horden
    Dieses stille Tal durchtoben,
    Wo der Himmel,
    Den des Abends sanfte Röte
    Lieblich malt,
    Von der Dörfer, von der Städte
    Wildem Brande schrecklich strahlt!

    Nun zerbrecht mir das Gebäude,
    Seine Absicht hat's erfüllt,
    Daß sich Herz und Auge weide
    An dem wohlgelungnen Bild.
    Schwingt den Hammer, schwingt,
    Bis der Mantel springt,
    Wenn die Glock soll auferstehen,
    Muß die Form in Stücke gehen.

    Der Meister kann die Form zerbrechen
    Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
    Doch wehe, wenn in Flammenbächen
    Das glühnde Erz sich selbst befreit!
    Blindwütend mit des Donners Krachen
    Zersprengt es das geborstne Haus,
    Und wie aus offnem Höllenrachen
    Speit es Verderben zündend aus;
    Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
    Da kann sich kein Gebild gestalten,
    Wenn sich die Völker selbst befrein,
    Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.

    Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
    Der Feuerzunder still gehäuft,
    Das Volk, zerreißend seine Kette,
    Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
    Da zerret an der Glocken Strängen
    Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
    Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
    Die Losung anstimmt zur Gewalt.

    Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
    Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
    Die Straßen füllen sich, die Hallen,
    Und Würgerbanden ziehn umher,

    Da werden Weiber zu Hyänen
    Und treiben mit Entsetzen Scherz,
    Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
    Zerreißen sie des Feindes Herz.
    Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
    Sich alle Bande frommer Scheu,
    Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
    Und alle Laster walten frei.

    Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
    Verderblich ist des Tigers Zahn,
    Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
    Das ist der Mensch in seinem Wahn.
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt und Länder ein.

    Freude hat mir Gott gegeben!
    Sehet! Wie ein goldner Stern
    Aus der Hülse, blank und eben,
    Schält sich der metallne Kern.
    Von dem Helm zum Kranz
    Spielt's wie Sonnenglanz,
    Auch des Wappens nette Schilder
    Loben den erfahrnen Bilder.

    Herein! herein!
    Gesellen alle, schließt den Reihen,
    Daß wir die Glocke taufend weihen,
    Concordia soll ihr Name sein,
    Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine
    Versammle sich die liebende Gemeine.

    Und dies sei fortan ihr Beruf,
    Wozu der Meister sie erschuf!
    Hoch überm niedern Erdenleben
    Soll sie im blauen Himmelszelt
    Die Nachbarin des Donners schweben
    Und grenzen an die Sternenwelt,
    Soll eine Stimme sein von oben,
    Wie der Gestirne helle Schar,
    Die ihren Schöpfer wandelnd loben
    Und führen das bekränzte Jahr.
    Nur ewigen und ernsten Dingen
    Sei ihr metallner Mund geweiht,
    Und stündlich mit den schnellen Schwingen
    Berühr im Fluge sie die Zeit,
    Dem Schicksal leihe sie die Zunge,
    Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
    Begleite sie mit ihrem Schwunge
    Des Lebens wechselvolles Spiel.
    Und wie der Klang im Ohr vergehet,
    Der mächtig tönend ihr erschallt,
    So lehre sie, daß nichts bestehet,
    Daß alles Irdische verhallt.

    Jetzo mit der Kraft des Stranges
    Wiegt die Glock mir aus der Gruft,
    Daß sie in das Reich des Klanges
    Steige, in die Himmelsluft.
    Ziehet, ziehet, hebt!
    Sie bewegt sich, schwebt,
    Freude dieser Stadt bedeute,
    Friede sei ihr erst Geläute.

    Friedrich Schiller, gest. 1802

    Allerlei zur Glocke:

    Die Wiki zur Glocke:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Lied_von_der...

    Friedrich Schiller
    http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Sc...

    Das Geläute von Notre-Dame-de-la-Croix
    http://www.youtube.com/watch?v=12aFy42irBU

    Stephansdom in Wien, die Pummerin, so heisst die berühmte Glocke des Stephansdomes
    http://www.youtube.com/watch?v=DYNnGXoAS4M

    Die Pummerin
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pummerin

    Herzlichst oopsy
    #26Auteur oopsy (491382) 18 Juin 11, 10:59
    Commentaire
    Paroles sur la dune (extraits)

    Où donc s'en sont allés mes jours évanouis?
    Est-il quelqu'un qui me connaisse?
    Ai-je encor quelque chose en mes yeux éblouis,
    De la clarté de ma jeunesse?

    Tout s'est-il envolé? Je suis seul, je suis las;
    J'appelle sans qu'on me réponde;
    Ô vents! ô flots! ne suis-je aussi qu'un souffle, hélas!
    Hélas! ne suis-je aussi qu'une onde?

    Ne verrai-je plus rien de tout ce que j'aimais?
    Au dedans de moi le soir tombe.
    Ô terre, dont la brume efface les sommets,
    Suis-je le spectre, et toi la tombe?

    Ai-je donc vidé tout, vie, amour, joie, espoir?
    J'attends, je demande, j'implore;
    Je penche tour à tour mes urnes pour avoir
    De chacune une goutte encore.

    Comme le souvenir est voisin du remords!
    Comme à pleurer tout nous ramène!
    Et que je te sens froide en te touchant, ô mort,
    Noir verrou de la porte humaine!

    Et je pense, écoutant gémir le vent amer,
    Et l'onde aux plis infranchissables;
    L'été rit, et l'on voit sur le bord de la mer
    Fleurir le chardon bleu des sables.

    Victor HUGO (1802-1885)
    25 Autor Clélia (601872) 21 Jun 10 09:44
    http://a34.idata.over-blog.com/700x502/0/00/5...
    #27Auteur Clélia (601872) 18 Juin 11, 21:29
    Commentaire
    Am Abend eines der längsten Tage des Jahres kommt dieses Gedicht vielleicht recht:

    Der Abend

    Auf braunen Sammetschuhen geht
    der Abend durch das müde Land,
    sein weiter Mantel wallt und weht,
    und Schlummer fällt von seiner Hand.

    Mit stiller Fackel steckt er nun
    der Sterne treue Kerzen an.
    Sei ruhig, Herz! Das Dunkel kann
    dir nun kein Leid mehr tun.

    Christian Morgenstern (1871-1914)
    #28Auteur Pierrot (236507) 18 Juin 11, 22:14
    Commentaire
    Zum Regenwetter, das es heute in Graz gibt:



    Der Regentropfen


    Da kaum die Sonn’ aus Wolken bricht,
    Glänzt etwas wie ein brennend Licht
    Hell schimmernd aus des Waldes Nacht
    In wunderbarer Farbenpracht.

    „Ha, welch ein wunderschöner Schein“,
    Rief Karl, „da seht einmal hinein!
    Schau Fritzchen, dort im Busche, schau,
    O welch ein unvergleichlich Blau!“

    „Ich seh’“, sprach Fritz, „das Licht wohl auch
    Dort in dem wilden Rosenstrauch,
    Doch ist’s, so wahr ich ehrlich bin,
    Ein herrlich schönes, goldnes Grün.“

    „Was grün, was blau“, fing Gustchen an,
    „Wie man sich doch betrügen kann!
    Rot wie Rubin, seht ihr’s denn nicht,
    Ganz glutrot strahlt das Wunderlicht.“

    Sie traten hin – der Schimmer war
    Ein Regentropfen hell und klar
    An einem einzeln Sonnenstrahl,
    Der sich ins tiefe Dunkel stahl.

    Christoph von Schmid, gest. 1868
    http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Schmidt


    La goutte de pluie, Jules Supervielle
    http://vendredi.joueb.com/news/la-goutte-de-p...

    Herzlichst oopsy
    #29Auteur oopsy (491382) 19 Juin 11, 10:06
    Commentaire
    Allô oopsy, en ce moment nous avons du soleil!


    Spatz und Spätzin


    Auf dem Dache sitzt der Spatz,
    und die Spätzin sitzt daneben;
    und er spricht zu seinem Schatz:
    "Küsse mich, mein holdes Leben!

    Bald nun wird der Kirschbaum blühn;
    Frühlingszeit ist so vergnüglich!
    Ach, wie lieb' ich junges Grün
    und die Erbsen ganz vorzüglich!"

    Spricht die Spätzin:" Teurer Mann,
    denke doch der neuen Pflichten!
    Fangen wir noch heute an,
    uns ein Nestchen einzurichten!"

    Spricht der Spatz:" Das Nesterbaun,
    Eier brüten, Junge füttern
    und dem Mann den Kopf zu kraun,
    liegt den Weibern ob und Müttern."

    Spricht die Spätzin: "Du Barbar,
    soll ich bei der Arbeit schwitzen,
    und du willst nur immerdar
    zwitschern und herumstibitzen?"

    Spricht der Spatz:" Ich will dir hier
    mit zwei Worten kurz berichten:
    Für den Spatz ist das Pläsier,
    für die Spätzin sind die Pflichten!"

    Karl Mayer 1786 - 1870
    #30Auteur emg (454352) 19 Juin 11, 10:10
    Commentaire
    Quoique nous le voyions fleurir

    Quoique nous le voyions fleurir devant nos yeux
    Ce jardin clair où nous passons silencieux,
    C’est plus encor en nous que se féconde
    Le plus candide et doux jardin du monde.
     
    Car nous vivons toutes les fleurs,
    Toutes les herbes, toutes les palmes
    En nos rires et en nos pleurs
    De bonheur pur et calme.
     
    Car nous vivons toute la joie
    Dardée en cris de fête et de printemps,
    En nos aveux où se côtoient
    Les mots fervents et exaltants.
     
    Oh! dis, c’est bien en nous que se féconde
    Le plus joyeux et doux jardin du monde.

    Émile VERHAEREN (1855-1916)

    http://www.motsarts.com/archives/avant.jpg
    #31Auteur Clélia (601872) 19 Juin 11, 11:35
    Commentaire
    Liebe Clelia, zu dem schönen Garten- und Blumengedicht von VERHAEREN und überhaupt zu deinem wundervollen Poesiegarten passt gut Sidney Bechets "Petite fleur", die ich soeben in emg's neue Moments musicaux 'eingepflanzt' habe: Siehe auch: ♪♪♪ Moments Musicaux ♪♪♪ - #3

    In dem Video sind auch viele bezaubernde "kleine Blumen" zu sehen ...
    #32Auteur mars (236327) 19 Juin 11, 11:51
    Commentaire
    Merci beaucoup. mars!

    C'était en juin, dans le jardin (extrait)

    C'était en juin, dans le jardin,
    C'était notre heure et notre jour ;
    Et nos yeux regardaient, avec un tel amour,
    Les choses,
    Qu'il nous semblait que doucement s'ouvraient
    Et nous voyaient et nous aimaient
    Les roses.

    Le ciel était plus pur qu'il ne le fut jamais :
    Les insectes et les oiseaux
    Volaient dans l'or et dans la joie
    D'un air frêle comme la soie ;
    Et nos baisers étalent si beaux
    Qu'ils exaltaient et la lumière et les oiseaux.

    Émile VERHAEREN (1855-1916)
    http://image-photos.linternaute.fr/image_phot...
    #33Auteur Clélia (601872) 19 Juin 11, 16:35
    Commentaire
    Am Strande

    MARIE LUISE KASCHNITZ (1901 - 1974)

    http://www.zeit.de/2005/33/Am_Strande

    13 Autor Claus (243211) 19 Jun 10 20:08

    #34Auteur Clélia (601872) 19 Juin 11, 17:11
    Commentaire
    Ceux qui sont amoureux, leurs amours chanteront

    Ceux qui sont amoureux, leurs amours chanteront,
    Ceux qui aiment l'honneur, chanteront de la gloire,
    Ceux qui sont près du roi, publieront sa victoire,
    Ceux qui sont courtisans, leurs faveurs vanteront,

    Ceux qui aiment les arts, les sciences diront,
    Ceux qui sont vertueux, pour tels se feront croire,
    Ceux qui aiment le vin, deviseront de boire,
    Ceux qui sont de loisir, de fables écriront,

    Ceux qui sont médisants, se plairont à médire,
    Ceux qui sont moins fâcheux, diront des mots pour rire,
    Ceux qui sont plus vaillants, vanteront leur valeur,

    Ceux qui se plaisent trop, chanteront leur louange,
    Ceux qui veulent flatter, feront d'un diable un ange :
    Moi, qui suis malheureux, je plaindrai mon malheur.

    Joachim du Bellay (1522-1560)
    #35Auteur Naloer (417884) 20 Juin 11, 06:59
    Commentaire
    Un de mes préférés:

    Tard dans la vie
    Pierre Reverdy (1889 - 1960)

    http://www.feelingsurfer.net/garp/poesie/Reve...
    #36Auteur Naloer (417884) 20 Juin 11, 07:18
    Commentaire
    Merci beaucoup Naloer!:

    Ô lumineux matin

    Ô lumineux matin, jeunesse des journées,
    Matin d'or, bourdonnant et vif comme un frelon,
    Qui piques chaudement la nature, étonnée
    De te revoir après un temps de nuit si long ;

    Matin, fête de l'herbe et des bonnes rosées,
    Rire du vent agile, oeil du jour curieux,
    Qui regardes les fleurs, par la nuit reposées,
    Dans les buissons luisants s'ouvrir comme des yeux ;

    Heure de bel espoir qui s'ébat dans l'air vierge
    Emmêlant les vapeurs, les souffles, les rayons,
    Où les coteaux herbeux, d'où l'aube blanche émerge,
    Sous les trèfles touffus font chanter leurs grillons ;

    Belle heure, où tout mouillé d'avoir bu l'eau vivante,
    Le frissonnant soleil que la mer a baigné
    Éveille brusquement dans les branches mouvantes
    Le piaillement joyeux des oiseaux matiniers,

    Instant salubre et clair, ô fraîche renaissance,
    Gai divertissement des guêpes sur le thym,
    - Tu écartes la mort, les ombres, le silence,
    L'orage, la fatigue et la peur, cher matin...

    Anna de NOAILLES (1876-1933)
    http://farm5.static.flickr.com/4143/494138985...
    #37Auteur Clélia (601872) 20 Juin 11, 07:52
    Commentaire
    LE VERGER

    Dans le jardin sucré d'œillets et d'aromates,
    Lorsque l'aube a mouillé le serpolet touffu
    Et que les lourds frelons, suspendus aux tomates,
    Chancellent de rosée et de sèves pourvus,

    Je viendrai sous l'azur et la brume flottante,
    Ivre du temps vivace et du jour retrouvé,
    Mon cœur se dressera comme le coq qui chante
    Insatiablement vers le soleil levé.

    L'air chaud sera laiteux sur toute la verdure,
    Sur l'effort généreux et prudent des semis,
    Sur la salade vive et le buis des bordures
    Sur la cosse qui gonfle et qui s'ouvre à demi.

    La terre labourée où mûrissent les graines
    Ondulera, joyeuse et douce, à petits flots,
    Heureuse de sentir dans sa chair souterraine
    Le destin de la vigne et du froment enclos.

    Des brugnons roussiront sur leurs feuilles, collées
    Au mur où le soleil s'écrase chaudement,
    La lumière remplira les étroites allées
    Sur qui l'ombre des fleurs est comme un vêtement.

    Un goût d'éclosion et de choses juteuses
    Montera de la courge humide et du melon,
    Midi fera flamber l'herbe silencieuse,
    Le jour sera tranquille, inépuisable et long.

    Et la maison, avec sa toiture d'ardoises,
    Laissant sa porte sombre et ses volets ouverts,
    Respirera l'odeur des coings et des framboises
    Eparse lourdement autour des buissons verts;

    Mon cœur indifférent et doux, aura la pente
    Du feuillage flexible et plat des haricots
    Sur qui l'eau de la nuit se dépose et serpente
    Et coule sans troubler son rêve et son repos.

    Je serai libre enfin de crainte et d'amertume,
    Lasse comme un jardin sur lequel il a plu,
    Calme comme l'étang qui luit dans l'aube et fume,
    Je ne souffrirai plus, je ne penserai plus,

    Je ne saurai plus rien des choses de ce monde,
    Des peines de ma vie et de ma nation,
    J'écouterai chanter dans mon âme profonde
    L'harmonieuse paix des germinations.

    Je n'aurai pas d'orgueil, et je serai pareille,
    Dans ma candeur nouvelle et ma simplicité,
    A mon frère le pampre et ma sœur la groseille,
    Qui sont la jouissance aimable de l'été,

    Je serai si sensible et si jointe à la terre
    Que je pourrai penser avoir connu la mort,
    Et me mêler, vivante, au reposant mystère
    Qui nourrit et fleurit les plantes par le corps.

    Et ce sera très bon et très juste de croire
    Que mes yeux ondoyants sont à ce lin pareils,
    Et que mon cœur, ardent et lourd, est cette poire
    Qui mûrit doucement sa pelure au soleil...

    Anna de Noailles (1876-1933)
    http://4.bp.blogspot.com/_dOIOUT74nXM/TIbCraB...
    #38Auteur Clélia (601872) 20 Juin 11, 08:00
    Commentaire
    Geh deinen Weg ruhig
    inmitten von Lärm und Hast
    und wisse, welchen Frieden
    die Stille schenken mag.
    (Irischer Segenswunsch)

    http://www.appenzeller-line.ch/images/Galerie...
    #39Auteur moustique (308708) 20 Juin 11, 09:04
    Commentaire

    Effet de lune

    Sous la nue où le vent qui roule
    Mugit comme un troupeau de bœufs,
    Dans l'ombre la mer dresse en foule
    Les cimes de ses flots bourbeux.

    Tous les démons de l'Atlantique,
    Cheveux épars et bras tordus,
    Dansent un sabbat fantastique
    Autour des marins éperdus.

    Souffleurs, cachalots et baleines,
    Mâchant l'écume, ivres de bruit,
    Mêlent leurs bonds et leurs haleines
    Aux convulsions de la nuit.

    Assiégé d'écumes livides,
    Le navire, sous ce fardeau,
    S'enfonce aux solitudes vides,
    Creusant du front les masses d'eau.

    Il se cabre, tremble, s'incline,
    S'enlève de l'Océan noir,
    Et du sommet d'une colline
    Tournoie au fond d'un entonnoir.

    Et nul astre au ciel lourd ne flotte ;
    Toujours un fracas rauque et dur
    D'un souffle égal hurle et sanglote
    Au travers de l'espace obscur.

    Du côté vague où l'on gouverne,
    Brusquement, voici qu'au regard
    S'entr'ouvre une étroite caverne
    Où palpite un reflet blafard.

    Bientôt, du faîte de ce porche
    Qui se hausse en s'élargissant,
    On voit pendre, lugubre torche,
    Une moitié de lune en sang.

    Le vent furieux la travaille,
    Et l'éparpille quelquefois
    En rouges flammèches de paille
    Contre les géantes parois ;

    Mais, dans cet antre, à pleines voiles,
    Le navire, hors de l'enfer,
    S'élance au-devant des étoiles,
    Couvert des baves de la mer.

    Charles-Marie Leconte de Lisle 1818 - 1894
    #40Auteur emg (454352) 20 Juin 11, 10:36
    Commentaire
    Storch und Spatz

    Es hat der Storch sein Nest gebaut;
    Und als er froh umher nun schaut,
    Hoch über allen Häusern,
    Da sitzt vor ihm ein kleiner Spatz
    Und bittet um ein wenig Platz
    Zum Nestchen in den Reisern.

    Da spricht der Storch: Mein Nest ist groß,
    du bist ein kleines Vöglein bloß,
    ich tu dir nichts zuleide,
    du bist in gutem Schutz bei mir,
    kein Mietgeld nehme ich von dir,
    ´s Platz da für uns beide.

    Das Spätzlein dankt und baut sich an
    Der Storch hat ihm kein Lied getan
    Und hat ihn nicht verstoßen.
    So wohnten beide lange Zeit
    In Frieden und in Ewigkeit
    Der Kleine bei dem Großen.

    Karl Enslin, gest. 1875


    Seine bekanntesten Werke sind Kindergedichte und Weihnachtslieder:
    Guter Mond, du gehst so stille
    http://www.youtube.com/watch?v=7C_yFytWKlU
    Kling, Glöckchen, klingelingeling
    Das Sandkorn
    Kein Weg
    Der Schwimmer
    http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Enslin

    Herzlichst oopsy
    #41Auteur oopsy (491382) 20 Juin 11, 10:45
    Commentaire
    Lune

    Comme aux Cieux elle étincela,
    Je la contemplai d’un oeil mâle,
    Et la Lune me fit de la
    Peine, tant je la voyais pâle.
     
    Elle souffrait, j’en étais sûr,
    Et sa face, comme assoupie,
    Ressemblait à ce papier sur
    Lequel on fait de la copie.
     
    Au haut des célestes pourpris,
    Avec ses pâleurs d’avalanche
    Et de houppe à poudre de riz,
    Elle était très blanche, oh! si blanche!
     
    J’en sentais un trouble à mon flanc.
    Voyant cela, je lui dis: Lune,
    Quel est ce visage si blanc?
    Car enfin, de deux choses l’une,
     
    Ou tu défailles ou tu meurs,
    L’âme épuisée et comme antique,
    Ou bien c’est, pour plaire aux rimeurs,
    Un déguisement romantique.
     
    En tout cas, astre, hélas! transi
    Devant le nuage qui bouge,
    Par décence, au lieu d’être ainsi,
    Tu devrais mettre un peu de rouge!
     
    Mais la Lune aux lèvres d’argent
    Me dit, sans être intimidée,
    Avec un sourire engageant:
    Du rouge! Eh! oui, c’est une idée,
     
    Et l’on en met à Singapour.
    Moi j’aime peu qu’on me diffame,
    Et je me ferais passer pour
    Etre aussi folle qu’une femme!
     
    29 septembre 1888.

    Théodore de BANVILLE (1823-1891)
    http://www.flickr.com/photos/13886555@N08/140...
    #42Auteur Clélia (601872) 20 Juin 11, 11:20
    Commentaire
    Soir de pluie

    Sur l’eau d’un vitreux mat, vert bouteille foncé,
    Des ronds, comme au compas, sont tracés par la pluie,
    Chacun d’eux, forme frêle à l’instant même enfuie,
    Étant par un semblable aussitôt remplacé.
     
    Et puis, ce ne sont plus que des ombres de cercle,
    Des fantômes de ronds toujours plus affaiblis
    Sur le moutonnement, les plis et les replis
    De l’eau vague où le soir met son brumeux couvercle.
     
    Cette nuit, la rivière aura
    Tout son malfaisant scélérat
    De lianes-serpents, d’herbes qui vous empoignent.
     
    On sent couver là, sur ce bord,
    Tant d’horreur humide et de mort
    Que l’on frémit, pendant que les pas s’en éloignent.

    Maurice ROLLINAT (1846-1903)

    http://www.flickr.com/photos/-noisette-/21871...
    #43Auteur Clélia (601872) 20 Juin 11, 15:51
    Commentaire
    Schöner von Hilde Domin:

    http://missmarplespoesiealbum.blog.de/2008/05...

    und (gehört gedanklich dazu)

    Mein schönstes Gedicht von Mascha Kaléko:

    http://www.gedichte.vu/?mein_schoenstes_gedic...
    #44Auteur Dana (236421) 20 Juin 11, 19:15
    Commentaire
    La fin de la journée

    Sous une lumière blafarde
    Court, danse et se tord sans raison
    La Vie, impudente et criarde.
    Aussi, sitôt qu'à l'horizon

    La nuit voluptueuse monte,
    Apaisant tout, même la faim,
    Effaçant tout, même la honte,
    Le Poète se dit : "Enfin !

    Mon esprit, comme mes vertèbres,
    Invoque ardemment le repos ;
    Le coeur plein de songes funèbres,

    Je vais me coucher sur le dos
    Et me rouler dans vos rideaux,
    Ô rafraîchissantes ténèbres !"

    Charles BAUDELAIRE (1821-1867)
    #45Auteur kitine (633017) 20 Juin 11, 19:29
    Commentaire
    La fin de la journée / Baudelaire
    Siehe auch: Jardin de la poésie - n° 10 - #209


    Das Ende des Tages
    http://mitglied.multimania.de/restlessnight/l...

    Prosaübertragungen: Friedhelm Kemp (1914 – 2011)
    #46Auteur Claus (243211) 20 Juin 11, 21:10
    Commentaire
    Bonsoir, kitine, ravie que tu sois là. Encore des rideaux:

    Le rideau de ma voisine
     
    Imité de Goethe.
     
    Le rideau de ma voisine
    Se soulève lentement.
    Elle va, je l’imagine,
    Prendre l’air un moment.
     
    On entr’ouvre la fenêtre :
    Je sens mon coeur palpiter.
    Elle veut savoir peut-être
    Si je suis à guetter.
     
    Mais, hélas ! ce n’est qu’un rêve ;
    Ma voisine aime un lourdaud,
    Et c’est le vent qui soulève
    Le coin de son rideau.

    Alfred de MUSSET (1810-1857)

    http://petitscontes.unblog.fr/files/2010/04/g...
    #47Auteur Clélia (601872) 20 Juin 11, 21:17
    Commentaire
    König Sommer

    Nun fallen leise die Blüten ab,
    Und die jungen Früchte schwellen.
    Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
    Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
    Dem starken, braunen Gesellen.

    König Sommer bereist sein Land
    Bis an die fernsten Grenzen,
    Die Ähren küssen ihm das Gewand,
    Er segnet sie alle mit reicher Hand,
    Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

    Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,
    Ein sattes Genügen, Genießen,
    Und jedes fühlt sich im innersten Kern
    So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,
    Und des Lebens Quellen fließen.

    König Sommer auf rotem Roß
    Hält auf der Mittagsheide,
    Müdigkeit ihn überfloß,
    Er träumt von einem weißen Schloß
    Und einem König in weißem Kleide.


    Gustav Falke (1853 – 1916)

    Falke begann seine literarische Karriere als impressionistischer Lyriker; daneben pflegte er auch den volkstümlichen und volksliedhaften Ton.
    #48Auteur Claus (243211) 20 Juin 11, 21:50
    Commentaire
    Voilà que j'ai touché les confins de mon age.
    Tandis que mes désirs sèchent sous le ciel nu,
    Le temps passe et m'emporte à l'abyme inconnu,
    Comme un grand fleuve noir, où s'engourdit la nage.

    Paul-Jean Toulet (1867 - 1920)
    (les Contrerimes)
    #49Auteur Naloer (417884) 21 Juin 11, 06:40
    Commentaire
    "Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben -
    das Leben allen Lebens.
    In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklickeit und Wahrheit des Daseins,
    die Wonne des Wachsens, die Herrlichkeit der Kraft.
    Das Gestern ist nichts als ein Traum, und das Morgen nur eine Vision.
    Aber das Heute - richtig gelebt - macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück
    und das Morgen zu einer Vision voller Hoffnung.
    Achte daher wohl auf diesen Tag."

    (aus dem Sanskrit)
    16 Autor moustique (308708) 20 Jun 10 10:05
    #50Auteur Clélia (601872) 21 Juin 11, 06:46
    Commentaire

    Les oies sauvages

    Tout est muet, l'oiseau ne jette plus ses cris.
    La morne plaine est blanche au loin sous le ciel gris.
    Seuls, les grands corbeaux noirs, qui vont cherchant leurs proies,
    Fouillent du bec la neige et tachent sa pâleur.
    Voilà qu'à l'horizon s'élève une clameur !
    Elle approche, elle vient : c'est la tribu des oies.
     
    Ainsi qu'un trait lancé, toutes le cou tendu,
    Allant toujours plus vite en leur vol éperdu,
    Passent, fouettant le vent de leurs ailes sifflantes.
    Le guide qui conduit ces pèlerins des airs
    Déjà les océans, les bois et les déserts,
    Comme pour exciter leur allure trop lente,
     
    De moment en moment jette son cri perçant.
    Comme un double ruban la caravane ondoie,
    Bruit étrangement et par le ciel déploie
    Son grand triangle ailé qui va s'élargissant.
     
    Mais leurs frères captifs répandus dans la plaine,
    Engourdis par le froid, cheminent gravement.
    Un enfant en haillons en sifflant les promène,
    Comme de lourds vaisseaux balancés lentement,
     
    Ils entendent le cri de la tribu qui passe,
    Ils érigent leur tête ; et regardant s'enfuir
    Les libres voyageurs au travers de l'espace
    Les captifs tout à coup se lèvent pour partir ;
     
    Ils agitent en vain leurs ailes impuissantes,
    Et dressés sur leurs pieds, sentent confusément,
    A cet appel errant, se lever grandissantes
    La liberté première au fond du coeur dormant,
     
    La fièvre de l'espace et des tièdes rivages.
    Dans les champs pleins de neige, ils courent effarés
    Et jetant par le ciel des cris désespérés,
    Ils répondront longtemps à leurs frères sauvages.
     
    Guy De Maupassant 1850-1893
    #51Auteur emg (454352) 21 Juin 11, 08:10
    Commentaire
    Zum heutigen Sommerbeginn:

    Wie freu' ich mich der Sommerwonne!

    Wie freu' ich mich der Sommerwonne,
    Des frischen Grüns in Feld und Wald,
    Wenn's lebt und webt im Glanz der Sonne
    Und wenn's von allen Zweigen schallt!

    Ich möchte jedes Blümchen fragen:
    Hast du nicht einen Gruß für mich?
    Ich möchte jedem Vogel sagen:
    Sing, Vöglein, sing und freue dich!

    Die Welt ist mein, ich fühl es wieder:
    Wer wollte sich nicht ihrer freu`n,
    Wenn er durch frohe Frühlingslieder
    Sich seine Jugend kann erneu'n?

    Kein Sehnen zieht mich in die Ferne,
    Kein Hoffen lohnet mich mit Schmerz;
    Da wo ich bin, da bin ich gerne,
    Denn meine Heimat ist mein Herz.


    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)
    #52Auteur mars (236327) 21 Juin 11, 08:19
    Commentaire
    Ouf ! C’est aujourd’hui le premier jour de l’été et je n’y ai pas pensé ! Je n’ai vu dans le poème de Guy de Maupassant que la belle image de ces oies survolant en "triangle s’élargissant" et ignoré la saison! Mais aussi, j'ai les mains gelées!
    #53Auteur emg (454352) 21 Juin 11, 08:45
    Commentaire
    Ich habe auch an den Sommerbeginn gedacht :-))


    Sommermorgen

    Auf Bergeshöhen schneebedeckt,
    Auf grünen Hügeln weitgestreckt
    Erglänzt die Morgensonne;
    Die tauerfrischten Zweige hebt
    Der junge Buchenwald und bebt
    Und bebt in Daseinswonne.

    Es stürzt in ungestümer Lust
    Herab aus dunkler Felsenbrust
    Der Gießbach mit Getose,
    Und blühend Leben weckt sein Hauch
    Im stolzen Baum, im niedren Strauch,
    In jedem zarten Moose.

    Und drüben wo die Wiese liegt,
    Im Blütenschmuck, da schwirrt und fliegt
    Der Mücken Schwarm und Immen.
    Wie sich's im hohen Grase regt
    Und froh geschäftig sich bewegt,
    Und summt mit feinen Stimmen.

    Es steigt die junge Lerche frei
    Empor gleich einem Jubelschrei
    Im Wirbel ihrer Lieder.
    Im nahen Holz der Kuckuck ruft,
    Die Amsel segelt durch die Luft
    Auf goldenem Gefieder.

    O Welt voll Glanz und Sonnenschein,
    O rastlos Werden, holdes Sein,
    O höchsten Reichtums Fülle!
    Und dennoch, ach - vergänglich nur
    Und todgeweiht, und die Natur
    Ist Schmerz in Schönheitshülle.

    Ebner-Eschenbach, Marie von (13.9.1830-1916)




    Bonne pensée du matin

    A quatre heures du matin, l’été,
    Le sommeil d’amour dure encore.
    Sous les bosquets l’aube évapore
    L’odeur du soir fêté.

    Mais là-bas dans l’immense chantier
    Vers le soleil des Hespérides,
    En bras de chemise, les charpentiers
    Déjà s’agitent.

    Dans leur désert de mousse, tranquilles,
    Ils préparent les lambris précieux
    Où la richesse de la ville
    Rira sous de faux cieux.

    Ah ! pour ces Ouvriers charmants
    Sujets d’un roi de Babylone,
    Vénus ! laisse un peu les Amants,
    Dont l’âme est en couronne.

    Ô Reine des Bergers !
    Porte aux travailleurs l’eau-de-vie,
    Pour que leurs forces soient en paix
    En attendant le bain dans la mer, à midi.

    Arthur Rimbaud, gest. 1891

    Sommerlichst oopsy
    #54Auteur oopsy (491382) 21 Juin 11, 10:07
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    Midi 

    Midi, Roi des étés, épandu sur la plaine,
    Tombe en nappes d'argent des hauteurs du ciel bleu.
    Tout se tait. L'air flamboie et brûle sans haleine ;
    La Terre est assoupie en sa robe de feu.

    L'étendue est immense, et les champs n'ont point d'ombre,
    Et la source est tarie où buvaient les troupeaux ;
    La lointaine forêt, dont la lisière est sombre,
    Dort là-bas, immobile, en un pesant repos.

    Seuls, les grands blés mûris, tels qu'une mer dorée,
    Se déroulent au loin, dédaigneux du sommeil ;
    Pacifiques enfants de la Terre sacrée,
    Ils épuisent sans peur la coupe du Soleil.

    Parfois, comme un soupir de leur âme brûlante,
    Du sein des épis lourds qui murmurent entre eux,
    Une ondulation majestueuse et lente
    S'éveille, et va mourir à l'horizon poudreux.

    Non loin, quelques boeufs blancs, couchés parmi les herbes,
    Bavent avec lenteur sur leurs fanons épais,
    Et suivent de leurs yeux languissants et superbes
    Le songe intérieur qu'ils n'achèvent jamais.

    Homme, si, le coeur plein de joie ou d'amertume,
    Tu passais vers midi dans les champs radieux,
    Fuis ! la Nature est vide et le Soleil consume :
    Rien n'est vivant ici, rien n'est triste ou joyeux.

    Mais si, désabusé des larmes et du rire,
    Altéré de l'oubli de ce monde agité,
    Tu veux, ne sachant plus pardonner ou maudire,
    Goûter une suprême et morne volupté,

    Viens ! Le Soleil te parle en paroles sublimes ;
    Dans sa flamme implacable absorbe-toi sans fin ;
    Et retourne à pas lents vers les cités infimes,
    Le coeur trempé sept fois dans le Néant divin.

    Charles-Marie LECONTE DE LISLE (1818-1894)

    http://m.bones.free.fr/b-design/wp-content/im...
    #55Auteur Clélia (601872) 21 Juin 11, 14:18
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    Le vent est doux comme une main de femme

    Le vent est doux comme une main de femme,
    Le vent du soir qui coule dans mes doigts ;
    L’oiseau bleu s’envole et voile sa voix,
    Les lys royaux s’effeuillent dans mon âme ;
     
    Au clavecin s’alanguissent les gammes,
    Le soleil est triste et les coeurs sont froids ;
    Le vent est doux comme une main de femme,
    Le vent du soir qui coule dans mes doigts.
     
    Je suis cet enfant que nul ne réclame,
    Qu’une dame pâle aimait autrefois ;
    Laissez le soleil mourir sur les toits,
    Dormir la mer plus calme, lame à lame…
    Le vent est doux comme une main de femme.

    Charles GUÉRIN (1873-1907)
    #56Auteur Clélia (601872) 21 Juin 11, 17:07
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    Der zurückgekehrte Storch

    Der Winter zögernd schwindet hin;
    Nun prangt der Storch dort beim Kamin.
    Schon klappert er von stolzer Höh‘
    Und steht in seinem Kleid, wie Schnee,
    Mit Flügeln, schwarz, wie Ofenruß,
    Doch schon auf lenzig rotem Fuß.

    Karl Mayer, 1849



    Le Loup et la Cigogne


    Les Loups mangent gloutonnement.
    Un Loup donc étant de frairie
    Se pressa, dit-on, tellement
    Qu'il en pensa perdre la vie :
    Un os lui demeura bien avant au gosier.
    De bonheur pour ce Loup, qui ne pouvait crier,
    Près de là passe une Cigogne.
    Il lui fait signe ; elle accourt.
    Voilà l'Opératrice aussitôt en besogne.
    Elle retira l'os ; puis, pour un si bon tour,
    Elle demanda son salaire.
    "Votre salaire ? dit le Loup :
    Vous riez, ma bonne commère !
    Quoi ? ce n'est pas encor beaucoup
    D'avoir de mon gosier retiré votre cou ?
    Allez, vous êtes une ingrate :
    Ne tombez jamais sous ma patte. "


    Jean de LA FONTAINE (1621-1695)

    Ich höre sie so gerne klappern
    http://www.youtube.com/watch?v=Kh0z1DHT9ok

    Herzlichst oopsy
    #57Auteur oopsy (491382) 21 Juin 11, 18:10
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    Mein blaues Klavier

    Else Lasker-Schüler (1869 - 1945)
    http://www.onlinekunst.de/lasker/Lasker_klavi...
    #58Auteur Claus (243211) 21 Juin 11, 20:47
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    Chanson d’été

    Le soleil brûlant
    Les fleurs qu’en allant
    Tu cueilles,
    Viens fuir son ardeur
    Sous la profondeur
    Des feuilles.
     
    Cherchons les sentiers
    A demi frayés
    Où flotte,
    Comme dans la mer,
    Un demi-jour vert
    De grotte.
     
    Des halliers touffus
    Un soupir confus
    S’éléve
    Si doux qu’on dirait
    Que c’est la forêt
    Qui rêve…
     
    Chante doucement ;
    Dans mon coeur d’amant
    J’adore
    Entendre ta voix
    Au calme du bois
    Sonore.
     
    L’oiseau, d’un élan,
    Courbe, en s’envolant,
    La branche
    Sous l’ombrage obscur
    La source au flot pur
    S’épanche.
     
    Viens t’asseoir au bord
    Où les boutons d’or
    Foisonnent…
    Le vent sur les eaux
    Heurte les roseaux
    Qui sonnent.
     
    Et demeure ainsi
    Toute au doux souci
    De plaire,
    Une rose aux dents,
    Et ton pied nu dans
    L’eau claire.

    Albert SAMAIN (1858-1900)
    http://farm5.static.flickr.com/4117/475455168...
    #59Auteur Clélia (601872) 22 Juin 11, 07:15
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    Regenbogen

    Fahr wohl! Nun hat mein holdes Glück,
    Mein stilles Glück ein Ende,
    Heute küsst ich dir zum letztenmal
    Die lieben weißen Hände.

    Ich blicke noch einmal zurück
    Durch deine Gartenpforte:
    Du drückst die Stirne in die Hand
    Und winkst mir ohne Worte.

    Ein Regenbogen sprüht und springt
    Aus schwarzem Wolkenschleier
    Und schüttet über den Garten dir
    Sein siebenfältig Feuer.

    Es blitzt und flirrt die flackernde Wand
    Mit ihren sieben Flammen,
    Sie lodert zwischen dir und mir –
    Wir können nicht mehr zusammen!

    Fahr wohl! Nun hat mein holdes Glück,
    Mein stilles Glück ein Ende,
    Heute küsst ich dir zum letztenmal
    Die lieben weißen Hände.

    Adolf Frey
    Aus der Sammlung Liebe
    27 Autor oopsy (491382) 21 Jun 10 12:16
    http://images.imagehotel.net/1konoc46kb.jpg
    #60Auteur Clélia (601872) 22 Juin 11, 07:21
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    La Colombe et la Fourmi

    Le long d'un clair ruisseau buvait une Colombe,
    Quand sur l'eau se penchant une Fourmi y tombe.
    Et dans cet océan l'on eût vu la Fourmi
    S'efforcer, mais en vain, de regagner la rive.
    La Colombe aussitôt usa de charité :
    Un brin d'herbe dans l'eau par elle étant jeté,
    Ce fut un promontoire où la Fourmi arrive.
    Elle se sauve ; et là-dessus
    Passe un certain Croquant qui marchait les pieds nus.
    Ce Croquant, par hasard, avait une arbalète.
    Dès qu'il voit l'Oiseau de Vénus
    Il le croit en son pot, et déjà lui fait fête.
    Tandis qu'à le tuer mon Villageois s'apprête,
    La Fourmi le pique au talon.
    Le Vilain retourne la tête :
    La Colombe l'entend, part, et tire de long.
    Le soupé du Croquant avec elle s'envole :
    Point de Pigeon pour une obole.

    Jean de La Fontaine 1621 – 1695
    #61Auteur emg (454352) 22 Juin 11, 08:36
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    Roses et muguets

    Ronde

    Dans le vallon qu’arrose
    L’eau courante, j’allais
    Un jour cueillir la rose,
    La rose et les muguets.

    Mon amoureux qui n’ose
    Rien me dire, y passait;
    Moi je cueillais la rose,
    La rose et le muguet.

    « Oh vilain! oh morose! »
    Au nez je lui riais,
    Tout en cueillant la rose,
    La rose et les muguets.

    Sur l’herbe je me pose
    En jetant mon bouquet,
    Mon beau bouquet de rose,
    De rose et de muguet.

    « Dis-moi donc quelque chose!
    Les oiseaux sont plus gais
    Gazouillant à la rose,
    Becquetant les muguets.

    N’aye pas peur qu’on glose.
    Le lézard fait le guet
    Couché sur une rose,
    Caché dans le muguet. »

    Mais sur ma bouche close
    Son baiser me narguait.
    « Tes lèvres sont de rose
    Et tes dents de muguet. »

    Le méchant! Il est cause
    (Moi qui tant me moquais!)
    Que dans l’eau court ma rose,
    Ma rose et mes muguets.

    Charles CROS (1842-1888)
    http://i.ebayimg.com/16/!BSMpNhQ!mk~$(KGrHgoO...
    #62Auteur Clélia (601872) 22 Juin 11, 11:28
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    L'orage de Jules Supervielle (1884-1960):

    http://sejh.pagesperso-orange.fr/sejh/supervi...
    #63Auteur Clélia (601872) 22 Juin 11, 16:24
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    L'orage

    Parmi les pommes d'or que frôle un vent léger
    Tu m'apparais là-haut, glissant de branche en branche,
    Lorsque soudain l'orage accourt en avalanche
    Et lacère le front ramu du vieux verger.

    Tu fuis craintive et preste et descends de l'échelle
    Et t'abrites sous l'appentis dont le mur clair
    Devient livide et blanc aux lueurs de l'éclair
    Et dont sonne le toit sous la pluie et la grêle.

    Mais voici tout le ciel redevenu vermeil.
    Alors, dans l'herbe en fleur qui de nouveau t'accueille,
    Tu t'avances et tends, pour qu'il rie au soleil,
    Le fruit mouillé que tu cueillis, parmi les feuilles.

    Émile VERHAEREN (1855-1916)
    #64Auteur Clélia (601872) 22 Juin 11, 16:31
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    Die Zeit 

    Es gibt ein sehr probates Mittel,
    die Zeit zu halten am Schlawittel:
    Man nimmt die Taschenuhr zur Hand
    und folgt dem Zeiger unverwandt,
     
    Sie geht so langsam dann, so brav
    als wie ein wohlgezogen Schaf,
    setzt Fuß vor Fuß so voll Manier
    als wie ein Fräulein von Saint-Cyr.
     
    Jedoch verträumst du dich ein Weilchen,
    so rückt das züchtigliche Veilchen
    mit Beinen wie der Vogel Strauß
    und heimlich wie ein Puma aus.
     
    Und wieder siehst du auf sie nieder;
    ha, Elende! - Doch was ist das?
    Unschuldig lächelnd macht sie
    wieder die zierlichsten Sekunden-Pas.

    Christian Morgenstern 1871 - 1914
    #65Auteur emg (454352) 22 Juin 11, 16:57
    Commentaire
    Clelia, als Ergänzung zu deinem Orage-Gedicht habe ich ein deutsches Gewitter-Gedicht gesucht, weil es - nicht nur bei uns hier - gerade sehr gedonnert und geblitzt hat. Gefunden habe ich ein sehr trauriges von Schwab (jenem Gustav Schwab, der mit seinen Sagen des klassischen Altertums (1838–1840) einen Klassiker der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur geschaffen hat). Und Feiertag ist morgen bei uns auch noch (Fronleichnam) ... Zum Glück sind wir heute vor Gewittern besser gesichert ...

    Das Gewitter


    Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
    In dumpfer Stube beisammen sind;
    Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt,
    Großmutter spinnet, Urahne gebückt
    Sitzt hinter dem Ofen im Pfühl -
    Wie wehen die Lüfte so schwül!

    Das Kind spricht: "Morgen ists Feiertag,
    Wie will ich spielen im grünen Hag,
    Wie will ich springen durch Tal und Höhn,
    Wie will ich pflücken viel Blumen schön;
    Dem Anger, dem bin ich hold!" -
    Hört ihrs, wie der Donner grollt?

    Die Mutter spricht: "Morgen ists Feiertag,
    Da halten wir alle fröhlich Gelag,
    Ich selber, ich rüste mein Feierkleid;
    Das Leben, es hat auch Lust nach Leid,
    Dann scheint die Sonne wie Gold!" -
    Hört ihrs, wie der Donner grollt?

    Großmutter spricht: "Morgen ists Feiertag,
    Großmutter hat keinen Feiertag,
    Sie kochet das Mahl, sie spinnet das Kleid,
    Das Leben ist Sorg und viel Arbeit;
    Wohl dem, der tat, was er sollt!" -
    Hört ihrs, wie der Donner grollt?

    Urahne spricht: "Morgen ists Feiertag,
    Am liebsten morgen ich sterben mag:
    Ich kann nicht singen und scherzen mehr,
    Ich kann nicht sorgen und schaffen schwer,
    Was tu ich noch auf der Welt?" -
    Seht ihr, wie der Blitz dort fällt?

    Sie hörens nicht, sie sehens nicht,
    Es flammet die Stube wie lauter Licht:
    Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
    Vom Strahl miteinander getroffen sind,
    Vier Leben endet ein Schlag -
    Und morgen ists Feiertag.


    Gustav Schwab (1792-1850)
    #66Auteur mars (236327) 22 Juin 11, 17:44
    Commentaire
    Darf ich auch noch eins ergänzen, dass für mich wie ein "Wettersegen" wirkt. Es regnet bei uns momentan "sintflutartig".......

    Gesang zur Zeit des Ungewitters

    O Gott! aus dessen Wort Luft, Meer und Erde quillet,
    Der Erde, Meer und Luft allgegenwärtig füllet;
    Ich lobe Deine Lieb', und preise Deine Macht,
    Auch da, beym schnellen Blitz, der strenge Donner kracht.
     
    Dräut gleich der Grund der Welt zu wancken, zu vergehen,
    Lässt die geborst'ne Welt gleich nichts, als Flammen, sehen
    Rauscht gleich der Winde Wuth, netzt gleich ein Regen-Schwall
    Das überströmte Land mit Wassern überall.
     
    So zittert, blitzt und rauscht doch alles, Gott zu Ehren,
    Er lässet seine Stimm', im Donner, gleichsam hören,
    Er zeiget seine Kraft und seine Lieb', es bricht,
    Selbst durch den lichten Blitz, des Schöpfers Weisheits-Licht.
     
    Denn der, durch schwülen Dunst zu heisser Schwefel-Düft,
    Aus seinem Gleich-Gewicht gepresste Kreis der Lüfte
    Wird, durch den regen Blitz, gereinigt, ausgeleert,
    Und, durch das schnelle Feur, zertheilt und aufgeklärt.
     
    Das, durch der Sonnen Gluht, und ihrer Strahlen Blitze,
    Fast gantz versengte Gras, das, durch so stete Hitze,
    Gantz aufgeborst'ne Land würd' Asche, Sand und Stein,
    Und folglich Mensch und Vieh bald ausgerottet seyn.
     
    So aber führet Gott, zum Heil, und nicht zur Ruthen,
    Der Wolcken feuchte Frucht, die Segens-reichen Fluthen,
    Durch Wind und Wetter her, macht, durch der Blitze Brand,
    Nicht nur die Lüfte rein, tränckt auch das dürre Land.
     
    O Weisheit sonder Ziel! O Allmacht sonder gleichen!
    O wahrer Vater-Lieb untrüglich-helles Zeichen!
    Ach, möchten wir es doch, in froher Ehrfurcht, sehn,
    Und, auch im Wetter selbst, der Gottheit Huld verstehn!
     
    Denn, ob darüber gleich Luft, Meer und Erd' erschüttern;
    So darf ein frommes Hertz doch darum nicht erzittern.
    Schreckt dich des Schöpfers Macht; So dencke doch dabey,
    Daß Er, zu deinem Schutz, nicht minder mächtig sey.
     
    Gewiß, du ehr'st Ihn nicht, wenn ein zu starckes Schrecken,
    Blitz, Hagel, Knall und Strahl, dem scheuchen Sinn erwecken.
    Sieh deinen starcken Gott doch nicht so schwächlich an,
    Daß Er, im Wetter, dich nicht auch beschirmen kann.
     
    Es wircke Seine Macht ein Ehrfurcht-volles Grauen;
    Doch auch nicht weniger ein kindliches Vertrauen!
    An uns liebt unser Gott zwar Ehrerbietigkeit,
    Doch mehr noch Zuversicht, noch mehr Gelassenheit.
     
    Denn solltest du dadurch auch Schaden nehmen können;
    So laß dich dennoch nicht von deinem Schöpfer trennen.
    Ohn' Ihn, kann nichts geschehn: und was, durch Ihn, geschicht,
    Ist alles nütz und gut, begreift man es gleich nicht.
     
    Wann aber dieses nicht in unsern Händen stehet,
    Und man sich bloß, o HERR! durch Dich, zu Dir erhöhet;
    So fleh' ich inniglich: Gib mir die Eigenschaft,
    Die Dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft.
     
    So oft wir blitzen sehn, so oft wir donnern hören,
    Laß uns, Herr Zebaoth, Dich lieben, fürchten, ehren!
    Denn ob, im Wetter, gleich uns Gottes Lieb' anlacht,
    Sind Blitz und Donner doch auch Proben Seiner Macht.
     
    Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen,
    Als wenn wir die Gewalt der Elementen spüren.
    Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein,
    So elend, so gering und arm wir Menschen seyn.
     
    Drum, Herr, erbarme Dich! erbarme Dich aus Gnaden,
    Laß dieß Gewitter doch dem Unsrigen nicht schaden!
    Gib, daß der grause Sturm, gib, daß der Schlossen Heer
    Uns weder Leib, noch Gut, beschädig' und versehr'.
     
    Gib, daß der wilde Blitz so Feld- als Garten-Früchte
    Nicht treffe, nicht verseng' und sonst zu Grunde richte!
    Kein Rach-Strahl stürtz' und kehr', im wohlverdienten Grimm,
    Haus, Gärten, Bäume, Korn und andre Güter üm!
     
    Ach, laß in dieser Noth, im Donner, Blitz und Stürmen,
    Uns Deine Lieb' und Macht, o Vater, doch beschirmen!
    Vor allem aber gib, wenn die Gefahr vorbey,
    Daß so vor Schutz, als Nutz, Dir jeder danckbar sey!

    Aus: Irdisches Vergnügen in Gott
    (Barthold Heinrich Brockes, gest. 1747)
    #67Auteur moustique (308708) 22 Juin 11, 18:00
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    Katzen

    Bleib noch länger goldnes Dämmern -
    Wie wird der Tag schon matt und blauer -
    Verstummt ist Lärm und Werkstatthämmern.
    Die Nacht liegt auf der Lauer -

    Der Schlüssel schließt die Häusertore.
    Nun Wandrer meide die dunkle Mauer -
    Das Licht ist aus - es klingt im Ohre -
    Liegen Strolche auf der Lauer? -

    Hinauf die knarrenden Windeltritte.
    Die Gasse wäscht ein Regenschauer.
    Bald nahen im Schlafe weiche Schritte:
    Der Traum liegt auf der Lauer -

    Gerrit Engelke, gest. 1918


    Katzenkinder :-))
    http://www.youtube.com/watch?v=cSt5FooOfS0

    http://www.youtube.com/watch?v=uVvL6UdhYVo

    etwas größere "Katzen"-kinder
    http://www.youtube.com/watch?v=xaw1vXlJ5YU&pl...

    http://www.youtube.com/watch?v=3jlbMzgoJW4&fe...

    Herzlichst oopsy
    #68Auteur oopsy (491382) 22 Juin 11, 20:17
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    Der vergessene Donner

    Ein Gewitter, im Vergehn,
    ließ einst einen Donner stehn.
    Schwarz in einer Felsenscharte
    stand der Donner da und harrte –
    scharrte dumpf mit Hals und Hufe,
    dass man ihn nach Hause rufe.

    Doch das dunkle Donnerfohlen –
    niemand kams nach Hause holen.
    Sein Gewölk, im Arm des Windes,
    dachte nimmer seines Kindes –
    flog dahin zum Erdensaum
    und verschwand dort wie ein Traum.

    Grollend und ins Herz getroffen
    lässt der Donner Wunsch und Hoffen,
    richtet sich im Felsgestein,
    wie ein Bergzentaure ein.
    Als die nächste Frühe blaut,
    ist sein pechschwarz Fell ergraut.

    Traurig sieht er sich im See
    fahl, wie alten Gletscherschnee.
    Stumm verkriecht er sich, verhärmt;
    nur wenn Menschheit kommt und lärmt,
    äfft er schaurig ihren Schall,
    bringt Geröll und Schutt zu Fall ...

    Mancher Hirt und mancher Hund
    schläft zu Füßen ihm im Schrund.


    Christian Morgenstern (1871 – 1914)
    #69Auteur Claus (243211) 22 Juin 11, 20:24
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    Ein Spruchgedicht, wie es in jedes Poesiealbum passen würde.
    Poesiealbum? Ich glaube, so etwas gibt’s nicht mehr.


    Will das Glück nach seinem Sinn
    Dir was Gutes schenken,
    Sage dank und nimm es hin,
    Ohne viel bedenken,
    Jede Gaben sei beglückt,
    Doch vor allen Dingen:
    Das, warum du Dich bemühst,
    Möge Dir gelingen!


    Wilhelm Busch
    #70Auteur Claus (243211) 22 Juin 11, 20:31
    Commentaire
    Sei wie das Veilchen im Moose,
    bescheiden, sittsam und rein
    und nicht wie die stolze Rose,
    die immer bewundert will sein.

    Oder lieber:

    Sei nicht wie das Veilchen im Moose:
    sittsam, bescheiden und rein.
    Du kannst ruhig wie die Rose
    ein bisschen stachelig sein.

    Altertümliches Volksgut ;-)

    Ich konnte nicht widerstehen.
    #71Auteur Dana (236421) 22 Juin 11, 20:40
    Commentaire
    Sommeranfang

    Wenn der Sommer sich verkündet,
    Rosenknospe sich entzündet,
    Wer mag solches Glück entbehren?

    Johann Wolfgang von Goethe
    26 Autor Claus (243211) 21 Jun 10 11:25
    #72Auteur Clélia (601872) 22 Juin 11, 23:00
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    Vieille chanson du jeune temps

    Je ne songeais pas à Rose ;
    Rose au bois vint avec moi ;
    Nous parlions de quelque chose,
    Mais je ne sais plus de quoi.

    J'étais froid comme les marbres ;
    Je marchais à pas distraits ;
    Je parlais des fleurs, des arbres
    Son oeil semblait dire: " Après ? "

    La rosée offrait ses perles,
    Le taillis ses parasols ;
    J'allais ; j'écoutais les merles,
    Et Rose les rossignols.

    Moi, seize ans, et l'air morose ;
    Elle, vingt ; ses yeux brillaient.
    Les rossignols chantaient Rose
    Et les merles me sifflaient.

    Rose, droite sur ses hanches,
    Leva son beau bras tremblant
    Pour prendre une mûre aux branches
    Je ne vis pas son bras blanc.

    Une eau courait, fraîche et creuse,
    Sur les mousses de velours ;
    Et la nature amoureuse
    Dormait dans les grands bois sourds.

    Rose défit sa chaussure,
    Et mit, d'un air ingénu,
    Son petit pied dans l'eau pure
    Je ne vis pas son pied nu.

    Je ne savais que lui dire ;
    Je la suivais dans le bois,
    La voyant parfois sourire
    Et soupirer quelquefois.

    Je ne vis qu'elle était belle
    Qu'en sortant des grands bois sourds.
    " Soit ; n'y pensons plus ! " dit-elle.
    Depuis, j'y pense toujours.

    Victor Hugo
    46 Autor mars (236327) 22 Jun 10 12:29
    #73Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 07:24
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    Robert Desnos: Rose rose, rose blanche

    http://francais.agonia.net/index.php/poetry/1...
    #74Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 07:34
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    Une allée où s'effeuillent lentement roses et camélias:

    Emile Nelligan: Dans l'allée:
    http://poesie.webnet.fr/lesgrandsclassiques/p...
    #75Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 07:42
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    Les roses d’Ispahan

    Les roses d’Ispahan dans leur gaine de mousse,
    Les jasmins de Mossoul, les fleurs de l’oranger
    Ont un parfum moins frais, ont une odeur moins douce,
    O blanche Leïlah ! que ton souffle léger.
     
    Ta lèvre est de corail, et ton rire léger
    Sonne mieux que l’eau vive et d’une voix plus douce,
    Mieux que le vent joyeux qui berce l’oranger,
    Mieux que l’oiseau qui chante au bord du nid de mousse.
     
    Mais la subtile odeur des roses dans leur mousse,
    La brise qui se joue autour de l’oranger
    Et l’eau vive qui flue avec sa plainte douce
    Ont un charme plus sûr que ton amour léger !
     
    O Leïlah ! depuis que de leur vol léger
    Tous les baisers ont fui de ta lèvre si douce,
    Il n’est plus de parfum dans le pâle oranger,
    Ni de céleste arôme aux roses dans leur mousse.
     
    L’oiseau, sur le duvet humide et sur la mousse,
    Ne chante plus parmi la rose et l’oranger ;
    L’eau vive des jardins n’a plus de chanson douce,
    L’aube ne dore plus le ciel pur et léger.
     
    Oh ! que ton jeune amour, ce papillon léger,
    Revienne vers mon coeur d’une aile prompte et douce,
    Et qu’il parfume encor les fleurs de l’oranger,
    Les roses d’Ispahan dans leur gaine de mousse !

    Charles-Marie LECONTE DE LISLE (1818-1894)

    Une rose d'Ispahan:
    http://1.bp.blogspot.com/_QhcD9LDbkuY/TB6Lfns...
    #76Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 08:23
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    # 69...

    wieder mal ein Gedicht, das mich bis tief ins Herz berührt.
    #77Auteur Elbkatze (688694) 23 Juin 11, 09:31
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    L'Ennemi

    Ma jeunesse ne fut qu'un ténébreux orage
    Traversé ça et là par de brillant soleil
    Le tonnerre et la pluie ont fait un tel ravage
    Qu'il reste en mon jardin bien peu de fruits vermeils

    Voilà que j'ai touché l'automne des idées
    Et qu'il faut employer la pelle et les râteaux
    Pour rassembler à neuf les terres inondées
    Où l'eau creuse des trous grands comme des tombeaux

    Et qui sait si les fleurs nouvelles que je rêve
    Trouveront dans ce sol lavé comme une grève
    Le mystique aliment qui ferait leur vigueurs ?

    -Ô douleur ! Ô douleur ! Le temps mange la vie
    Et l'obscur Ennemi qui nous ronge le cour
    Du sang que nous perdons croît et se fortifie !


    Charles Baudelaire (1821 -1867)
    #78Auteur Naloer (417884) 23 Juin 11, 09:55
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    Le paresseux

    Accablé de paresse et de mélancolie,
    Je rêve dans un lit où je suis fagoté,
    Comme un lièvre sans os qui dort dans un pâté,
    Ou comme un Don Quichotte en sa morne folie.

    Là, sans me soucier des guerres d'Italie,
    Du comte Palatin, ni de sa royauté,
    Je consacre un bel hymne à cette oisiveté
    Où mon âme en langueur est comme ensevelie.

    Je trouve ce plaisir si doux et si charmant,
    Que je crois que les biens me viendront en dormant,
    Puisque je vois déjà s'en enfler ma bedaine,

    Et hais tant le travail, que, les yeux entrouverts,
    Une main hors des draps, cher Baudoin, à peine
    Ai-je pu me résoudre à t'écrire ces vers.

    Marc-Antoine Girard de Saint-Amant 1594 – 1661
    #79Auteur emg (454352) 23 Juin 11, 10:19
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    Als Ergänzung zu 78 von Naloer

    A Charles Baudelaire

    Je ne t'ai pas connu, je ne t'ai pas aimé,
    Je ne te connais point et je t'aime encor moins :
    Je me chargerais mal de ton nom diffamé,
    Et si j'ai quelque droit d'être entre tes témoins,

    C'est que, d'abord, et c'est qu'ailleurs, vers les Pieds joints
    D'abord par les clous froids, puis par l'élan pâmé
    Des femmes de péché - desquelles ô tant oints,
    Tant baisés, chrême fol et baiser affamé ! -

    Tu tombas, tu prias, comme moi, comme toutes
    Les âmes que la faim et la soif sur les routes
    Poussaient belles d'espoir au Calvaire touché !

    - Calvaire juste et vrai, Calvaire où, donc, ces doutes,
    Ci, çà, grimaces, art, pleurent de leurs déroutes.
    Hein ? mourir simplement, nous, hommes de péché.


    Paul Verlaine (1844-1896)
    #80Auteur mars (236327) 23 Juin 11, 17:10
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    Verliebte Aue

    Wo sind die stunden
    Der süsssen zeit /
    Da ich zu erst empfunden /
    Wie deine lieblichkeit
    Mich dir verbunden?
    Sie sind verrauscht / es bleibt doch dabey /
    Daß alle lust vergänglich sey.

    Das reine schertzen /
    So mich ergetzt /
    Und in dem tieffen hertzen
    sein merckmahl eingesetzt /
    Läst mich in schmertzen /
    Du hast mir mehr als deutlich kund gethan /
    Daß freundlichkeit nicht anckern kan.

    Christian H. von Hoffmannswaldau (1616 - 1679)
    #81Auteur Dana (236421) 23 Juin 11, 18:15
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    L’échelonnement des haies

    L’échelonnement des haies
    Moutonne à l’infini, mer
    Claire dans le brouillard clair
    Qui sent bon les jeunes baies.
     
    Des arbres et des moulins
    Sont légers sur le vert tendre
    Où vient s’ébattre et s’étendre
    L’agilité des poulains.
     
    Dans ce vague d’un Dimanche
    Voici se jouer aussi
    De grandes brebis aussi
    Douces que leur laine blanche.
     
    Tout à l’heure déferlait
    L’onde, roulée en volutes,
    De cloches comme des flûtes
    Dans le ciel comme du lait.

    Paul VERLAINE (1844-1896)

    http://www.flickr.com/photos/7208148@N02/4392...
    #82Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 19:34
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    Augenblick vor dem Gewitter

    Hermann Hesse (1877 – 1962)
    http://www.symptome.ch/vbboard/nachdenken/361...
    #83Auteur Claus (243211) 23 Juin 11, 21:19
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    Soleil couchant

    Les ajoncs éclatants, parure du granit,
    Dorent l’âpre sommet que le couchant allume ;
    Au loin, brillante encor par sa barre d’écume,
    La mer sans fin commence où la terre finit.

    À mes pieds c’est la nuit, le silence. Le nid
    Se tait, l’homme est rentré sous le chaume qui fume ;
    Seul, l’Angélus du soir, ébranlé dans la brume,
    À la vaste rumeur de l’Océan s’unit.

    Alors, comme du fond d’un abîme, des traînes,
    Des landes, des ravins, montent des voix lointaines
    De pâtres attardés ramenant le bétail.

    L’horizon tout entier s’enveloppe dans l’ombre,
    Et le soleil mourant sur un ciel riche et sombre,
    Ferme les branches d’or de son riche éventail.

    José-Maria de Heredia (1842 - 1905)
     
    37 Autor Dana (236421) 22 Jun 10 09:13
    #84Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 22:35
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    Meeresstrand

    Ans Haff nun fliegt die Möwe,
    Und Dämmerung bricht herein;
    Über die feuchten Watten
    Spiegelt der Abendschein

    Graues Geflügel huschet
    Neben dem Wasser her;
    Wie Träume liegen die Inseln
    Im Nebel auf dem Meer.

    Ich höre des gärenden Schlammes
    Geheimnisvollen Ton,
    Einsames Vogelrufen -
    So war es immer schon.

    Noch einmal schauert leise
    Und schweigt dann der Wind;
    Vernehmlich werden die Stimmen,
    Die über der Tiefe sind.

    Theodor Storm (1817-1888)
    42 Autor Tigrou (459790) 22 Jun 10 11:28
    #85Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 22:37
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    Sonnenuntergang

    Die glühend rote Sonne steige
    Hinab ins weitaufschauernde,
    Silbergraue Weltenmeer;
    Luftgebilde, rosig angehaucht,
    Wallen ihr nach; und gegenüber,
    Aus herbstlich dämmernden Wolkenschleiern,
    Ein traurig todblasses Antlitz,
    Bricht hervor der Mond,
    Und hinter ihm, Lichtfünkchen,
    Nebelweit, schimmern die Sterne.

    Einst am Himmel glänzten,
    Eh'lich vereint,
    Luna, die Göttin, und Sol, der Gott,
    Und es wimmelten um sie her die Sterne,
    Die kleinen, unschuldigen Kinder.

    Doch böse Zungen zischelten Zwiespalt,
    Und es trennte sich feindlich
    Das hohe, leuchtende Eh'paar.

    Jetzt am Tage, in einsamer Pracht,
    Ergeht sich dort oben der Sonnengott,
    Ob seiner Herrlichkeit
    Angebetet und vielbesungen
    Von stolzen, glückgehärteten Menschen.
    Aber des Nachts,
    Am Himmel, wandele Luna,
    Die arme Mutter,
    Mit ihren verwaisten Sternenkindern,
    Und sie glänzt in stiller Wehmut,
    Und liebende Mädchen und sanfte Dichter
    Weihen ihr Tränen und Lieder.

    Die weiche Luna! Weiblich gesinnt,
    Liebt sie noch immer den schönen Gemahl.
    Gegen Abend, zitternd und bleich,
    Lauscht sie hervor aus leichtem Gewölk,
    Und schaut nach dem Scheidenden, schmerzlich,
    Und möchte ihm ängstlich rufen: "Komm!
    Komm! die Kinder verlangen nach dir -"
    Aber der trotzige Sonnengott,
    Bei dem Anblick der Gattin erglüht er
    In doppeltem Purpur,
    Vor Zorn und Schmerz,
    Und unerbittlich eilt er hinab
    In sein flutenkaltes Witwerbett.

    Heinrich Heine (1797-1856)
    43 Autor oopsy (491382) 22 Jun 10 11:35
    #86Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 22:41
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    Un peu le même thème, mais en hiver:

    En hiver la terre pleure

    En hiver la terre pleure ;
    Le soleil froid, pâle et doux,
    Vient tard, et part de bonne heure,
    Ennuyé du rendez-vous.

    Leurs idylles sont moroses.
    - Soleil ! aimons ! - Essayons.
    O terre, où donc sont tes roses ?
    - Astre, où donc sont tes rayons ?

    Il prend un prétexte, grêle,
    Vent, nuage noir ou blanc,
    Et dit : - C'est la nuit, ma belle ! -
    Et la fait en s'en allant ;

    Comme un amant qui retire
    Chaque jour son coeur du noeud,
    Et, ne sachant plus que dire,
    S'en va le plus tôt qu'il peut.

    Victor Hugo
    81 Autor mars (236327) 29 Jan 11 17:52
    #87Auteur Clélia (601872) 23 Juin 11, 22:50
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    In seinem Garten wandelt er allein

    In seinem Garten wandelt er allein;
    In alle Bäume gräbt er immer wieder
    Gedankenschwer den einz'gen Namen ein,
    Und in dem Namen klagen seine Lieder.

    Sanft blaut der Himmel, milde Rosen webt
    Die Sommerzeit durch mächt'ge Blättermassen.
    Er schaut sie nicht; die Zeit, in der er lebt,
    Ist alt, verblüht, von allen längst verlassen.

    Theodor Storm
    #88Auteur Tigrou (459790) 24 Juin 11, 09:23
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    Feldeinsamkeit

    Ich ruhe still im hohen, grünen Gras
    und sende lange meinen Blick nach oben,
    von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlass,
    von Himmelsbläue wundersam umwoben.

    Und schöne weiße Wolken ziehn dahin
    durchs tiefe Blau, wie schöne stille Träume; -
    mir ist, als ob ich längst gestorben bin,
    und ziehe selig mit durch ewge Räume.

    Hermann Ludwig Allmers (1821 - 1902)
    #89Auteur Dana (236421) 24 Juin 11, 09:30
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    Monsieur Prudhomme

    Il est grave : il est maire et père de famille.
    Son faux col engloutit son oreille. Ses yeux
    Dans un rêve sans fin flottent insoucieux,
    Et le printemps en fleur sur ses pantoufles brille.
     
    Que lui fait l’astre d’or, que lui fait la charmille
    Où l’oiseau chante à l’ombre, et que lui font les cieux,
    Et les prés verts et les gazons silencieux ?
    Monsieur Prudhomme songe à marier sa fille.
     
    Avec monsieur Machin, un jeune homme cossu,
    Il est juste-milieu, botaniste et pansu.
    Quant aux faiseurs de vers, ces vauriens, ces maroufles,
     
    Ces fainéants barbus, mal peignés, il les a
    Plus en horreur que son éternel coryza,
    Et le printemps en fleur brille sur ses pantoufles.

    Paul VERLAINE (1844-1896)

    Deux couples de bourgeois en omnibus, vers 1890
    Commentaire intéressant sous l'image:
    http://fr.topic-topos.com/tableau-en-omnibus-...
    #90Auteur Clélia (601872) 24 Juin 11, 09:51
    Commentaire

    L’hospitalité

    Il pleut, il pleut, bergère,
    Presse tes blancs moutons,
    Allons sous ma chaumière,
    Bergère, vite, allons.
    J'entends sous le feuillage
    L'eau qui tombe à grand bruit ;
    Voici, voici l'orage,
    Voici l'éclair qui luit.

    Bonsoir, bonsoir, ma mère,
    Ma sœur Anne, bonsoir !
    J'amène ma bergère
    Près de nous pour ce soir.
    Va te sécher, ma mie,
    Auprès de nos tisons.
    Sœur, fais-lui compagnie ;
    Entrez, petits moutons.

    Soupons : prends cette chaise,
    Tu seras près de moi ;
    Ce flambeau de mélèze
    Brûlera devant toi :
    Goûte de ce laitage ;
    Mais tu ne manges pas ?
    Tu te sens l’orage ;
    Il a lassé tes pas.

    Eh bien, voici ta couche ;
    Dors-y jusques au jour ;
    Laisse-moi sur ta bouche
    Prendre un baiser d'amour.
    Ne rougis pas, bergère :
    Ma mère et moi, demain,
    Nous irons chez ton père
    Lui demander ta main.
     
    Philippe Fabre D'Églantine 1750 – 1795
    #91Auteur emg (454352) 24 Juin 11, 09:57
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    Das Gedicht ist sehr lange, aber ich glaube, es lohnt sich, die eine oder andere Strophe zu lesen :-))


    Der Blume Rache

    Auf des Lagers weichem Kissen
    Ruht die Jungfrau, schlafbefangen,
    Tiefgesenkt die braune Wimper,
    Purpur auf den heißen Wangen.

    Schimmernd auf dem Binsenstuhle
    Steht der Kelch, der reichgeschmückte,
    Und im Kelche prangen Blumen,
    Duft'ge, bunte, frischgepflückte.

    Brütend hat sich dumpfe Schwüle,
    Durch das Kämmerlein ergossen,
    Denn der Sommer scheucht die Kühle,
    Und die Fenster sind verschlossen.

    Stille rings und tiefes Schweigen!
    Plötzlich, horch! Ein leises Flüstern!
    In den Blumen, in den Zweigen
    Lispelt es und rauscht es lüstern.

    Aus den Blütenkelchen schweben
    Geistergleiche Duftgebilde;
    Ihre Kleider zarte Nebel,
    Kronen tragen sie und Schilde.

    Aus dem Purpurschoß der Rose
    Hebt sich eine schlanke Frau;
    Ihre Locken flattern lose,
    Perlen blitzen drin wie Tau.

    Aus dem Helm des Eisenhutes
    Mit dem dunkelgrünen Laube
    Tritt ein Ritter kecken Mutes:
    Schwert erglänzt und Pickelhaube.

    Auf der Haube nickt die Feder
    Von dem silbergrauen Reiher.
    Aus der Lilie schwankt ein Mädchen;
    Dünn wie Spinnweb ist ihr Schleier.

    Aus dem Kelch des Türkenbundes
    Kommt ein Neger stolz gezogen;
    Licht auf seinem grünen Turban
    Glüht des Halbmonds goldner Bogen.

    Prangend aus der Kaiserkrone
    Schreitet kühn ein Zepterträger;
    Aus der blauen Iris folgen
    Schwertbewaffnet seine Jäger.

    Aus den Blättern der Narzisse
    Schwebt ein Knab' mit düstern Blicken,
    Tritt ans Bett, um heiße Küsse
    Auf des Mädchens Mund zu drücken.

    Doch ums Lager drehn und schwingen
    Sich die andern wild im Kreise;
    Drehn und schwingen sich und singen
    Der Entschlafnen diese Weise:

    "Mädchen, Mädchen! von der Erde
    Hast du grausam uns gerissen,
    Daß wir in der bunten Scherbe
    Schmachten, welken, sterben müssen!

    O wie, ruhten wir so selig
    An der Erde Mutterbrüsten,
    Wo, durch grüne Wipfel brechend,
    Sonnenstrahlen heiß uns küßten;

    Wo uns Lenzeslüfte kühlten,
    Unsre schwanken Stengel beugend,
    Wo wir nachts als Elfen spielten,
    Unserm Blätterhaus entsteigend.

    Hell umfloss uns Tau und Regen;
    Jetzt umfließt uns trübe Lache;
    Wir verblühn, doch eh' wir sterben,
    Mädchen! Trifft dich unsre Rache!"

    Der Gesang verstummt; sie neigen
    Sich zu der Entschlafnen nieder.
    Mit dem alten dumpfen Schweigen
    Kehrt das leise Flüstern wieder.

    Welch ein Rauschen, welch ein Raunen;
    Wie des Mädchens Wangen glühen!
    Wie die Geister es anhauchen!
    Wie die Düfte wallend ziehen!

    Da begrüßt der Sonne Funkeln
    Das Gemach; die Schemen weichen.
    Auf des Lagers Kissen schlummert
    Kalt die lieblichste der Leichen.

    Eine welke Blume selber,
    Noch die Wange sanft gerötet,
    Ruht sie bei den welken Schwestern -
    Blumenduft hat sie getötet!

    Ferdinand Freiligrath, gest. 1876

    Hermann Ferdinand Freiligrath (sprich: Freilichrat, * 17. Juni 1810 in Detmold; † 18. März 1876 in Cannstatt bei Stuttgart) war ein deutscher Lyriker, Dichter und Übersetzer.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Freiligrath
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Freiligrath

    Herzlichst oopsy
    #92Auteur oopsy (491382) 24 Juin 11, 10:19
    Commentaire
    Clélia, Deine Würdigung Baudelaires in der #18 haben mich, vor allem durch das Wörtchen 'contempler' an eines seiner Gedichte erinnert, das mich von jeher sehr berührt hat (ich weiß jetzt nicht, ob wir es im Garten schon einmal "hingestellt" haben oder nicht - aber selbst wenn, wäre es nicht schlimm):


    L'Homme et la Mer

    Homme libre, toujours tu chériras la mer!
    La mer est ton miroir; tu contemples ton âme
    Dans le déroulement infini de sa lame,
    Et ton esprit n'est pas un gouffre moins amer.

    Tu te plais à plonger au sein de ton image ;
    Tu l'embrasses des yeux et des bras, et ton coeur
    Se distrait quelquefois de sa propre rumeur
    Au bruit de cette plainte indomptable et sauvage.

    Vous êtes tous les deux ténébreux et discrets :
    Homme, nul n'a sondé le fond de tes abîmes ;
    O mer, nul ne connaît tes richesses intimes,
    Tant vous êtes jaloux de garder vos secrets !

    Et cependant voilà des siècles innombrables
    Que vous vous combattez sans pitié ni remords,
    Tellement vous aimez le carnage et la mort,
    O lutteurs éternels, ô frères implacables !

    Charles Baudelaire (1821-1867)
    #93Auteur Pierrot (236507) 24 Juin 11, 11:08
    Commentaire
    Très beau, merci Pierrot!

    Sonnet

    " Où es-tu ? ", disait-elle, errant sur le rivage
    Où des saules trempaient leurs feuillages tremblants ;
    Et des larmes d'argent coulaient dans ses doigts blancs
    Quand elle s'arrêtait, les mains sur son visage.

    Et lui, errant aussi sur un sable sauvage
    Où des joncs exhalaient de longs soupirs dolents,
    Sous la mort du soleil, au bord des flots sanglants,
    S'écriait : " Où es-tu ? ", tordant ses mains de rage.

    Les échos qui portaient leurs appels douloureux
    Se rencontraient en l'air, et les mêlaient entre eux
    En une plainte unique à la fois grave et tendre ;

    Mais eux, que séparait un seul pli de terrain,
    Plus désespérément se cherchèrent en vain,
    Sans jamais s'entrevoir et sans jamais s'entendre.

    Auguste Angellier (1848-1911)
    http://4.bp.blogspot.com/_NX6WacXDdns/S4PVmOc...
    #94Auteur Clélia (601872) 24 Juin 11, 11:39
    Commentaire

    Gaspard Hauser chante :


    Je suis venu, calme orphelin,
    Riche de mes seuls yeux tranquilles,
    Vers les hommes des grandes villes :
    Ils ne m'ont pas trouvé malin.

    A vingt ans un trouble nouveau
    Sous le nom d'amoureuses flammes
    M'a fait trouver belles les femmes :
    Elles ne m'ont pas trouvé beau.

    Bien que sans patrie et sans roi
    Et très brave ne l'étant guère,
    J'ai voulu mourir à la guerre :
    La mort n'a pas voulu de moi.

    Suis-je né trop tôt ou trop tard ?
    Qu'est-ce que je fais en ce monde ?
    O vous tous, ma peine est profonde :
    Priez pour le pauvre Gaspard !

    Paul VERLAINE (1844-1896)

    Georges Moustaki hat dieses Gedicht von Paul Verlaine vertont. Hier, wie Moustakis Lied von orphee10 wiedergegeben wird:

    http://youtu.be/T24V1LZe144
    #95Auteur mars (236327) 24 Juin 11, 17:24
    Commentaire
    L'Homme et la Mer / Charles Baudelaire


    Der Mensch und das Meer

    Du freier Mensch, du liebst das Meer voll Kraft,
    Dein Spiegel ist's. In seiner Wellen Mauer,
    Die hoch sich türmt, wogt deiner Seele Schauer,
    In dir und ihm der gleiche Abgrund klafft.

    Du liebst es, zu versinken in dein Bild,
    Mit Aug' und Armen willst du es umfassen,
    Der eignen Seele Sturm verrinnen lassen
    In seinem Klageschrei, unzähmbar wild.

    Ihr beide seid von heimlich finstrer Art.
    Wer taucht, o Mensch, in deine letzten Tiefen,
    Wer kennt die Perlen, die verborgen schliefen,
    Die Schätze, die das neidische Meer bewahrt?

    Und doch bekämpft ihr euch ohn' Unterlaß
    Jahrtausende in mitleidlosem Streiten,
    Denn ihr liebt Blut und Tod und Grausamkeiten,
    O wilde Ringer, ewiger Bruderhaß!


    Übertragung: Therese Robinson (1797 – 1870)
    #96Auteur Claus (243211) 24 Juin 11, 19:30
    Commentaire
    Freundschaft 

    Wenn Menschen sich aus innrem Werte kennen,
    So können sie sich freudig Freunde nennen,
    Das Leben ist den Menschen so bekannter,
    Sie finden es im Geist interessanter.

    Der hohe Geist ist nicht der Freundschaft ferne,
    Die Menschen sind den Harmonien gerne
    Und der Vertrautheit hold, daß sie der Bildung leben,
    Auch dieses ist der Menschheit so gegeben.


    Hölderlin (1770 - 1843)
    #97Auteur Claus (243211) 24 Juin 11, 19:32
    Commentaire
    Claus, ich danke Dir sehr, daß Du hier die Übertragung des Baudelaireschen Gedichtes eingestellt hast! Ich finde sie wirklich gelungen, viel besser als die von Carlo Schmid, zitiert nach http://complit.univie.ac.at/fileadmin/user_up... :

    O freier Mann, du liebst für alle Zeit das Meer!
    Es ist ein Spiegel dir, der Seele Urgewalten
    Schaust du in seines Schwalls unendlichem Entfalten;
    Dein Geist ist wie sein Schlund von bitteren Salzen schwer.

    Zu tauchen in dein Bild ist dir so süßes Wagen,
    Umarmst mit Aug und Arm es, und dein Herz ruht aus
    Vom eigenen Gedröhn bisweilen im Gebraus
    Und Stöhnen seiner unbeugsamen wilden Klagen.

    Verschweigen, dunkel sein ist euer beider Art:
    Mann, keiner lotet je die Tiefen deiner Schründe,
    Und keiner, Meer, wie reich du heimlich bist, ergründe,
    So seid besorgt ihr, daß ihr das Geheimnis wahrt!

    Und dennoch kämpfet ihr seit undenkbaren Zeiten
    Wild miteinander und kein Wissen Halt gebot -
    So mächtig liebet ihr das Töten und den Tod,
    Unbändige Brüder ihr im Kampf für Ewigkeiten!
    #98Auteur Pierrot (236507) 24 Juin 11, 19:46
    Commentaire
    Komm, lass uns hier auf Blumenbetten kosen!
    Biet, holder, mir die zarte Wange dar:
    Den glatten Kopf besteck ich dir mit Rosen
    Und küsse dir dein schönes Ohrenpaar.
    (William Shakespeare 1564-1616)


    http://img.webme.com/pic/b/blackmint/kussiii.jpg
    #99Auteur moustique (308708) 24 Juin 11, 21:48
    Commentaire

    Comme un qui s'est perdu dans la forêt profonde,
    Loin de chemin, d'orée, et d'adresse et de gens:
    Comme un qui, en la mer grosse d'horribles vents,
    Se voit presque engloutir des grandes vagues de l'onde;

    Comme un qui erre aux champs, lorsque la nuit au monde
    Ravit toute clarté, j'avais perdu longtemps
    Voie, route et lumière et, presque avec le sens,
    Perdu longtemps l'objet où plus mon heur* se fonde.

    Mais quand on voit, ayant ces maux fini leur tour,
    Aux bois, en mer, aux champs, le bout, le port, le jour,
    Ce bien présent plus grand que son mal on vient croire;

    Moi donc qui ai tout tel en votre absence été,
    J'oublie en revoyant votre heureuse clarté,
    Forêt, tourmente et nuit, longue, orageuse et noire.

    Etienne JODELLE (1532-1573)

    *heur=bonheur

    40 Autor Clélia (601872) 22 Jun 10 09:39
    #100Auteur Clélia (601872) 25 Juin 11, 09:00
    Commentaire
    Le flambeau vivant

    Ils marchent devant moi, ces Yeux pleins de lumières,
    Qu'un Ange très savant a sans doute aimantés ;
    Ils marchent, ces divins frères qui sont mes frères,
    Secouant dans mes yeux leurs feux diamantés.

    Me sauvant de tout piège et de tout péché grave,
    Ils conduisent mes pas dans la route du Beau ;
    Ils sont mes serviteurs et je suis leur esclave ;
    Tout mon être obéit à ce vivant flambeau.

    Charmants Yeux, vous brillez de la clarté mystique
    Qu'ont les cierges brûlant en plein jour ; le soleil
    Rougit, mais n'éteint pas leur flamme fantastique ;

    Ils célèbrent la Mort, vous chantez le Réveil ;
    Vous marchez en chantant le réveil de mon âme,
    Astres dont nul Soleil ne peut flétrir la flamme !

    Charles BAUDELAIRE (1821-1867)
    #101Auteur kitine (633017) 25 Juin 11, 09:33
    Commentaire

    Une bonne fortune

    Il ne faudrait pourtant, me disais-je à moi-même,
    Qu'une permission de notre seigneur Dieu,
    Pour qu'il vînt à passer quelque femme en ce lieu.
    Les bosquets sont déserts ; la chaleur est extrême ;
    Les vents sont à l'amour l'horizon est en feu ;
    Toute femme, ce soir, doit désirer qu'on l'aime.

    S'il venait à passer, sous ces grands marronniers,
    Quelque alerte beauté de l'école flamande,
    Une ronde fillette, échappée à Téniers,
    Ou quelque ange pensif de candeur allemande :
    Une vierge en or fin d'un livre de légende,
    Dans un flot de velours traînant ses petits pieds ;

    Elle viendrait par là, de cette sombre allée,
    Marchant à pas de biche avec un air boudeur,
    Ecoutant murmurer le vent dans la feuillée,
    De paresse amoureuse et de langueur voilée,
    Dans ses doigts inquiets tourmentant une fleur,
    Le printemps sur la joue, et le ciel dans le coeur.

    Elle s'arrêterait là-bas, sous la tonnelle.
    Je ne lui dirais rien, j'irais tout simplement
    Me mettre à deux genoux par terre devant elle,
    Regarder dans ses yeux l'azur du firmament,
    Et pour toute faveur la prier seulement
    De se laisser aimer d'une amour immortelle.

    Alfred de Musset 1810 - 1857
    (Recueil : Poésies nouvelles)
    #102Auteur emg (454352) 25 Juin 11, 10:04
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    Nähe des Geliebten

    Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
    ::::Vom Meere strahlt;
    Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
    ::::In Quellen malt.

    Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
    ::::Der Staub sich hebt;
    In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
    ::::Der Wandrer bebt.

    Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
    ::::Die Welle steigt.
    Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
    ::::Wenn alles schweigt.

    Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
    ::::Du bist mir nah!
    Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
    ::::O wärst du da!


    Johann Wolfgang von Goethe

    48 Autor Claus (243211) 22 Jun 10 13:22
    #103Auteur Clélia (601872) 25 Juin 11, 10:21
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    Wunsch

    Ja Quitos Hand, hat meine Hand berühret
    Und freundlich zu den Lippen sie geführet,
    An meinem Busen hat sein Haupt geruht.

    Da fühlt ich tief ein liebend fromm Ergeben.
    Mußt ich dich überleben, schönes Leben?
    Noch Zukunft haben, da du keine hast?

    Im Zeitenstrome wirst du mir erbleichen,
    Stürb ich mit dir, wie bei der Sonne Neigen
    Die Farben all' in dunkler Nacht vergehn.

    Karoline von Günderode, gest. 1806
    http://de.wikipedia.org/wiki/Karoline_von_Gü...


    "Wünsche"
    http://img.fotocommunity.com/Gratulation-zu-j...

    http://www.cinbir.de/HOCHZEIT/img/wuensche.jpg

    http://www.ohrenkuss.de/images/nr17/wuensche.jpg

    Herzlichst oopsy
    #104Auteur oopsy (491382) 25 Juin 11, 10:38
    Commentaire
    Le matin

    Moriturus moriturae !

    Le voile du matin sur les monts se déploie.
    Vois, un rayon naissant blanchit la vieille tour ;
    Et déjà dans les cieux s'unit avec amour,
    Ainsi que la gloire à la joie,
    Le premier chant des bois aux premiers feux du jour.

    Oui, souris à l'éclat dont le ciel se décore ! -
    Tu verras, si demain le cercueil me dévore,
    Un soleil aussi beau luire à ton désespoir,
    Et les mêmes oiseaux chanter la même aurore,
    Sur mon tombeau muet et noir !

    Mais dans l'autre horizon l'âme alors est ravie.
    L'avenir sans fin s'ouvre à l'être illimité.
    Au matin de l'éternité
    On se réveille de la vie,
    Comme d'une nuit sombre ou d'un rêve agité.

    Victor Hugo

    51 Autor mars (236327) 23 Jun 10 08:56
    #105Auteur Clélia (601872) 25 Juin 11, 10:40
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    Katzenpastete

    Bewährt den Forscher der Natur
    Ein frei und ruhig Schauen,
    So folge Meßkunst seiner Spur
    Mit Vorsicht und Vertrauen.

    Zwar mag in einem Menschenkind
    Sich beides auch vereinen;
    Doch daß es zwei Gewerbe sind,
    Das läßt sich nicht verneinen.

    Es war einmal ein braver Koch,
    Geschickt im Appretieren;
    Dem fiel es ein, er wollte doch
    Als Jäger sich gerieren.

    Er zog bewehrt zu grünem Wald,
    Wo manches Wildpret hauste,
    Und einen Kater schoß er bald,
    Der junge Vögel schmauste.

    Sah ihn für einen Hasen an
    Und ließ sich nicht bedeuten,
    Pastetete viel Würze dran
    Und setzt' ihn vor den Leuten.

    Doch manche Gäste das verdroß,
    Gewisse feine Nasen:
    Die Katze, die der Jäger schoß,
    Macht nie der Koch zum Hasen.


    Johann Wolfgang von Goethe
    #106Auteur Claus (243211) 25 Juin 11, 18:11
    Commentaire
    Dans ce jardin antique où les grandes allées

    Dans ce jardin antique où les grandes allées
    Passent sous les tilleuls si chastes, si voilées
    Que toute fleur qui s'ouvre y semble un encensoir,
    Où, marquant tous ses pas de l'aube jusqu'au soir,
    L'heure met tour à tour dans les vases de marbre
    Les rayons du soleil et les ombres de l'arbre,
    Anges, vous le savez, oh ! comme avec amour,
    Rêveur, je regardais dans la clarté du jour
    Jouer l'oiseau qui vole et la branche qui plie,
    Et de quels doux pensers mon âme était remplie,
    Tandis que l'humble enfant dont je baise le front,
    Avec son pas joyeux pressant mon pas moins prompt,
    Marchait en m'entraînant vers la grotte où le lierre
    Met une barbe verte au vieux fleuve de pierre !

    Victor Hugo (1802-1885)

    59 Autor mars (236327) 23 Jun 10 17:32

    #107Auteur Clélia (601872) 25 Juin 11, 23:16
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    Ich will ein Garten sein

    Ich will ein Garten sein, an dessen Brunnen
    die vielen Träume neue Blumen brächen,
    die einen abgesondert und versonnen,
    und die geeint in schweigsamen Gesprächen.

    Und wo sie schreiten, über ihren Häuptern
    will ich mit Worten wie mit Wipfeln rauschen,
    und wo sie ruhen, will ich den Betäubten
    mit meinem Schweigen in den Schlummer lauschen.

    Rainer Maria Rilke (1875-1926)

    Ein Garten bringt dir die nötige Ruhe, Frieden, Stille, Meditation und Glück. Er lässt dich Menschen vergessen die dich verachten, dich nach ihren eigenen Massstäben taxieren und mit Genugtuung zeigen dass du in ihren Augen unbedeutend bist und wie tief du unter ihnen stehst........Wie schön also ist es doch zu Träumen ein Garten zu sein........

    60 Autor moustique (308708) 23 Jun 10 19:55
    #108Auteur Clélia (601872) 25 Juin 11, 23:19
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    Die Liebe saß als Nachtigall

    Die Liebe saß als Nachtigall im Rosenbusch und sang;
    es flog der wundersüße Schall den grünen Wald entlang.
    Und wie er klang, da stieg im Kreis aus tausend Kelchen Duft,
    und alle Wipfel rauschten leis', und leiser ging die Luft;
    die Bäche schwiegen, die noch kaum geplätschert von den Höh'n,
    die Rehlein standen wie im Traum und lauschten dem Getön.
    Und hell und immer heller floß der Sonne Glanz herein,
    um Blumen, Wald und Schlucht ergoß sich goldig roter Schein.
    Ich aber zog den Weg entlang und hörte auch den Schall.
    Ach! was seit jener Stund' ich sang, war nur sein Widerhall

    Geibel, Emanuel von (1815-1884)
     
    81 Autor moustique (308708) 26 Jun 10 20:35
    #109Auteur Clélia (601872) 25 Juin 11, 23:22
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    Noch ein Gedicht über Vögel, da ich grad aus dem Wald komme.......

    Die Vögel

    In diesem Wald, in diesen Gründen
    Herrscht nichts, als Freiheit, Lust und Ruh.
    Hier sagen wir der Liebe zu,
    Im dicksten Schatten uns zu finden:
    Da find' ich dich, mich findest du.

    Hier paaren sich Natur und Liebe,
    Die Jugend und die Fröhlichkeit,
    Die Lust und die Gelegenheit:
    Und macht Gelegenheit ja Diebe;
    So wird der Raub der Lust geweiht.

    Die Vögel lieben hier und singen.
    Es liebt der in den Lüften schwebt;
    Es liebt was kaum der Fittich hebt
    Und suchet aus dem Nest zu dringen:
    Weil alles nach der Freiheit strebt.

    Die Nachtigall in diesen Sträuchen
    Gleicht durch die süße Stimme dir;
    In ihrer Scherzlust gleicht sie mir:
    Und sucht, uns beiden mehr zu gleichen,
    Die sichern Schatten, so wie wir.

    Die Lerche steiget in die Höhe.
    Ihr buhlerischer Lustgesang
    Verehrt und lobet lebenslang
    Die freie Liebe, nicht die Ehe;
    Die stete Wahl, und keinen Zwang.

    Wie scherzt und hüpfet durch die Felder
    Die oft gepaarte Wachtelbrut!
    Die frohen Schläge, die sie thut,
    Erschallen in die nahen Wälder
    Und tönen nur von Lust und Muth.

    Wie buhlen dort die Turteltauben:
    Wer kann ihr Girren nicht verstehn?
    Die Liebe macht es doppelt schön,
    Und will und soll uns auch erlauben,
    Das Schnäbeln ihnen abzusehn.

    Der Sperling theilt sein kurzes Leben
    In Zwitschern und in Lieben ein.
    Man weiß, er liebet ungemein:
    Will man sein Singen nicht erheben,
    So wird er wol zu trösten sein.

    Noch eh' wir uns von hier entfernen,
    Nimm jetzt nebst mir doch den Entschluß,
    Bei jedem Scherz, bei jedem Kuß
    Den Vögeln etwas abzulernen,
    Das dir und mir gefallen muß.

    (Friedrich von Hagedorn, gest. 1754
    Aus der Sammlung Oden und Lieder, 1. Buch)
    #110Auteur moustique (308708) 26 Juin 11, 10:19
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    Tu te lèves tôt, moustique, pour t’être déjà promenée dans la forêt!

    CHANSON DE BARBERINE

    Beau chevalier qui partez pour la guerre,
    Qu’allez-vous faire
    Si loin d’ici ?
    Voyez-vous pas que la nuit est profonde,
    Et que le monde
    N’est que souci ?
     
    Vous qui croyez qu’une amour délaissée
    De la pensée
    S’enfuit ainsi,
    Hélas ! hélas ! chercheurs de renommée,
    Votre fumée
    S’envole aussi.
     
    Beau chevalier qui partez pour la guerre,
    Qu’allez-vous faire
    Si loin de nous ?
    J’en vais pleurer, moi qui me laissais dire
    Que mon sourire
    Était si doux.

    Alfred de Musset 1810 - 1857

    #111Auteur emg (454352) 26 Juin 11, 10:39
    Commentaire
    Vor Sonnenaufgang

    Im Dunkel rufen viele Vogelstimmen,
    Die Bäume rauschen und die Quellen laut,
    In Wolken tönt ein rosenfarbnes Glimmen
    Wie frühe Liebesnot. Die Nacht verblaut -

    Die Dämmrung glättet sanft, mit scheuen Händen
    Der Liebe Lager, fiebernd aufgewühlt,
    Und läßt den Rausch erschlaffter Küsse enden
    In Träumen, lächelnd und halb wach gefühlt.

    Georg Trakl (1887-1914)

    53 Autor oopsy (491382) 23 Jun 10 11:04
    #112Auteur Clélia (601872) 26 Juin 11, 15:23
    Commentaire
    Du bist die Sonne, die nicht untergeht

    Du bist die Sonne, die nicht untergeht;
    Du bist der Mond, der stehts am Himmel steht;
    Du bist der Stern, der, wann die andern dunkeln,
    Noch überstrahlt den Tag mit seinem Funkeln;

    Du bist das sonnenlose Morgenrot;
    Ein heitrer Tag, den keine Nacht bedroht;
    Der Freud' und Hoffnung Widerschein auf Erden -
    Das bist du mir, was kannst du mehr noch werden?

    Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

    85 Autor moustique (308708) 27 Jun 10 13:49
    #113Auteur Clélia (601872) 26 Juin 11, 15:38
    Commentaire
    Mein Leben ist wie leise See

    Mein Leben ist wie leise See:
    Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
    wagt sich nicht aus den Höfen.
    Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
    aufgestörte Wünsche ziehn
    darüber wie silberne Möven.

    Und dann ist alles wieder still. . .
    Und weißt du was mein Leben will,
    hast du es schon verstanden?
    Wie eine Welle im Morgenmeer
    will es, rauschend und muschelschwer,
    an deiner Seele landen.

    Rainer Maria Rilke (1875-1926)
     
    87 Autor moustique (308708) 27 Jun 10 21:50
    #114Auteur Clélia (601872) 26 Juin 11, 15:41
    Commentaire
    Sonnenwende

    Nun die Sonne soll vollenden
    Ihre längste, schönste Bahn,
    Wie sie zögert, sich zu wenden
    Nach dem stillen Ozean!

    Ihrer Göttin Jugendneige
    Fühlt die ahnende Natur,
    Und mir dünkt, bedeutsam schweige
    Rings die abendliche Flur.

    Nur die Wachtel, die sonst immer
    Frühe schmälend weckt den Tag,
    Schlägt dem überwachten Schimmer
    Jetzt noch einen Weckeschlag;

    Und die Lerche steigt im Singen
    Hochauf aus dem duft'gen Tal,
    Einen Blick noch zu erschwingen
    In den schon versunknen Strahl.

    Ludwig Uhland (1787-1862)

    35 Autor Isabelle. (609042) 21 Jun 10 21:29
    #115Auteur Clélia (601872) 26 Juin 11, 15:45
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    J’aime le vert laurier...

    J’aime le vert laurier, dont l’hiver ni la glace
    N’effacent la verdeur en tout victorieuse,
    Montrant l’éternité à jamais bien heureuse
    Que le temps, ni la mort ne change ni efface.

    J’aime du houx aussi la toujours verte face,
    Les poignants aiguillons de sa feuille épineuse :
    J’aime le lierre aussi, et sa branche amoureuse
    Qui le chêne ou le mur étroitement embrasse.

    J’aime bien tous ces trois, qui toujours verts ressemblent
    Aux pensers immortels, qui dedans moi s’assemblent,
    De toi que nuit et jour idolâtre, j’adore :

    Mais ma plaie, et pointure, et le Nœud qui me serre,
    Est plus verte, et poignante, et plus étroit encore
    Que n’est le vert laurier, ni le houx, ni le lierre.

    Étienne Jodelle (1532-1573)
    #116Auteur Clélia (601872) 26 Juin 11, 17:24
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    Ou soit que la clairté du soleil radieux

    Ou soit que la clairté du soleil radieux
    Reluise dessus nous, ou soit que la nuict sombre
    Luy efface son jour, et de son obscur ombre
    Renoircisse le rond de la voulte des cieux :

    Ou soit que le dormir s'escoule dans mes yeux,
    Soit que de mes malheurs je recherche le nombre,
    Je ne puis éviter à ce mortel encombre,
    Ny arrester le cours de mon mal ennuyeux.

    D'un malheureux destin la fortune cruelle
    Sans cesse me poursuit, et tousjours me martelle :
    Ainsi journellement renaissent tous mes maux.

    Mais si ces passions qui m'ont l'ame asservie,
    Ne soulagent un peu ma miserable vie,
    Vienne, vienne la mort pour finir mes travaux.

    Étienne Jodelle (1532 - 1573)
    #117Auteur Marsupilami_24 (654487) 27 Juin 11, 04:53
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    La tristesse dans le parc

    Entrons dans l’herbe florissante
    Où le soleil fait des chemins
    Que caressent, comme des mains,
    Les ombres des feuilles dansantes.
     
    Respirons les molles odeurs
    Qui se soulèvent des calices,
    Et goûtons les tristes délices
    De la langueur et de l’ardeur.
     
    Que nos deux âmes balancées
    Se donnent leurs parfums secrets,
    Et que le douloureux attrait
    Joigne les corps et les pensées…
     
    L’été, dans les feuillages frais,
    S’ébat, se délasse et s’enivre.
    Mais l’homme que rien ne délivre
    Pleure de rêve insatisfait.
     
    Le bonheur, la douceur, la joie,
    Tiennent entre les bras mêlés ;
    Pourtant les coeurs sont isolés
    Et las comme un rameau qui ploie.

    Pourquoi est-on si triste encor
    Quand le destin est favorable,
    Et pourquoi cette inéluctable
    Inclination vers la mort ?…

    Anna de Noailles (1876-1933)

    http://www.flickr.com/photos/9286227@N08/5712...
    (Le Parc Mon Repos à Lausanne)
    #118Auteur Clélia (601872) 27 Juin 11, 07:03
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    Spleen : J'ai plus de souvenirs que si j'avais mille ans

    J'ai plus de souvenirs que si j'avais mille ans.
    Un gros meuble à tiroirs encombré de bilans,
    De vers, de billets doux, de procès, de romances,
    Avec de lourds cheveux roulés dans des quittances,
    Cache moins de secrets que mon triste cerveau.
    C'est une pyramide, un immense caveau,
    Qui contient plus de morts que la fosse commune.
    - Je suis un cimetière abhorré de la lune,
    Où comme des remords se traînent de longs vers
    Qui s'acharnent toujours sur mes morts les plus chers.
    Je suis un vieux boudoir plein de roses fanées,
    Où gît tout un fouillis de modes surannées,
    Où les pastels plaintifs et les pâles Boucher,
    Seuls, respirent l'odeur d'un flacon débouché.

    Rien n'égale en longueur les boiteuses journées,
    Quand sous les lourds flocons des neigeuses années
    L'ennui, fruit de la morne incuriosité,
    Prend les proportions de l'immortalité.
    - Désormais tu n'es plus, ô matière vivante !
    Qu'un granit entouré d'une vague épouvante,
    Assoupi dans le fond d'un Saharah brumeux ;
    Un vieux sphinx ignoré du monde insoucieux,
    Oublié sur la carte, et dont l'humeur farouche
    Ne chante qu'aux rayons du soleil qui se couche.

    Charles Baudelaire 1821 - 1867
    Les Fleurs du Mal
    #119Auteur emg (454352) 27 Juin 11, 08:43
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    Au lavoir de Keranglaz

    L’étang mire des fronts de jeunes lavandières.
    Les langues vont jasant au rythme des battoirs,
    Et, sur les coteaux gris, étoilés de bruyères,
    Le linge blanc s’empourpre à la rougeur des soirs.
     
    Au loin, fument des toits, sous les vertes ramées,
    Et, droites, dans le ciel, s’élèvent les fumées.
     
    Tout proche est le manoir de Keranglaz, vêtu
    D’ardoise, tel qu’un preux en sa cotte de maille,
    Et des logis de pauvre, aux coiffures de paille,
    Se prosternent autour de son pignon pointu.
     
    Or, par les sentiers, vient une fille, si svelte
    Qu’une tige de blé la prendrait pour sa soeur ;
    C’est la dernière enfant d’un patriarche celte,
    Et sa beauté pensive est faite de douceur.
     
    Elle descend, du pas étrange des statues,
    Et, soudain, au lavoir, les langues se sont tues.
     
    L’eau même qui susurre au penchant du chemin
    Se tait, sous ses pieds nus qui se heurtent aux pierres,
    On voit courir des pleurs au long de ses paupières,
    Et sa quenouille pend, inerte, de sa main…
     
    L’étang mire, joyeux, des fronts de lavandières,
    Et sait pourtant quel deuil ils porteront demain !…

    Anatole LE BRAZ (1859-1926)

    http://www.fineartprintsondemand.com/artists/...
    #120Auteur Clélia (601872) 27 Juin 11, 09:14
    Commentaire
    Luise Hensel
    Will keine Blumen mehr

    Die Sommerrosen blühen
    Und duften um mich her;
    Ich seh' sie all' verglühen,
    Will keine Blumen mehr.

    Der Bruder mein that ziehen
    Mit Königs stolzem Heer,
    Läßt einsam mich verblühen,
    Will keine Blumen mehr.

    Die blanken Waffen sprühen
    Weit Funken um ihn her;
    Das Herz thut ihm erglühen,
    Will keine Blumen mehr.

    Und Silbersterne blühen
    Um Helm und Brustschild her,
    Die blitzend ihn umziehen,
    Will keine Blumen mehr.

    Die Sommerrosen glühen
    Und duften all' so sehr;
    Ich seh' sie all' verblühen,
    Will keine Blumen mehr.

    Luise Hensel, gest. 1876
    http://de.wikipedia.org/wiki/Luise_Hensel

    Herzlichst oopsy
    #121Auteur oopsy (491382) 27 Juin 11, 09:17
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    Le sommeil du condor

    Par-delà l'escalier des roides Cordillières,
    Par-delà les brouillards hantés des aigles noirs,
    Plus haut que les sommets creusés en entonnoirs
    Où bout le flux sanglant des laves familières,
    L'envergure pendante et rouge par endroits,
    Le vaste Oiseau, tout plein d'une morne indolence,
    Regarde l'Amérique et l'espace en silence,
    Et le sombre soleil qui meurt dans ses yeux froids.
    La nuit roule de l'est, où les pampas sauvages
    Sous les monts étagés s'élargissent sans fin ;
    Elle endort le Chili, les villes, les rivages,
    Et la mer Pacifique, et l'horizon divin ;
    Du continent muet elle s'est emparée :
    Des sables aux coteaux, des gorges aux versants,
    De cime en cime, elle enfle, en tourbillons croissants,
    Le lourd débordement de sa haute marée.
    Lui, comme un spectre, seul, au front du pic altier,
    Baigné d'une lueur qui saigne sur la neige,
    Il attend cette mer sinistre qui l'assiège :
    Elle arrive, déferle, et le couvre en entier.
    Dans l'abîme sans fond la Croix australe allume
    Sur les côtes du ciel son phare constellé.
    Il râle de plaisir, il agite sa plume,
    Il érige son cou musculeux et pelé,
    Il s'enlève en fouettant l'âpre neige des Andes,
    Dans un cri rauque il monte où n'atteint pas le vent,
    Et, loin du globe noir, loin de l'astre vivant,
    Il dort dans l'air glacé, les ailes toutes grandes.

    Charles-Marie LECONTE DE LISLE (1818-1894)
    #122Auteur kitine (633017) 27 Juin 11, 12:52
    Commentaire
    Infidélité
     
    Voici l’orme qui balance
    Son ombre sur le sentier ;
    Voici le jeune églantier,
    Le bois où dort le silence,
    Le banc de pierre où, le soir,
    Nous aimions à nous asseoir.
     
    Voici la voûte embaumée
    D’ébéniers et de lilas,
    Où, lorsque nous étions las,
    Ensemble, ô ma bien-aimée !
    Sous des guirlandes de fleurs,
    Nous laissions fuir les chaleurs.
     
    Voici le marais que ride
    Le saut du poisson d’argent,
    Dont la grenouille en nageant
    Trouble le miroir humide ;
    Comme autrefois, les roseaux
    Baignent leurs pieds dans ses eaux.
     
    Comme autrefois, la pervenche,
    Sur le velours vert des prés
    Par le printemps diaprés,
    Aux baisers du soleil penche
    À moitié rempli de miel
    Son calice bleu de ciel.
     
    Comme autrefois, l’hirondelle
    Rase, en passant, les donjons,
    Et le cygne dans les joncs
    Se joue et lustre son aile ;
    L’air est pur, le gazon doux…
    Rien n’a donc changé que vous.

    Théophile Gautier (1872-1811)

    http://farm4.static.flickr.com/3128/573297392...
    #123Auteur Clélia (601872) 27 Juin 11, 16:08
    Commentaire
    Zu 119:
    Spleen / Charles Baudelaire


    Trübsinn

    Mir ist, als lebte ich schon über tausend Jahr.
    Nie barg ein alter Schrein, so überfüllt er war
    Mit Rechnungen und Akten, Versen und Briefen,
    Mit Locken, die verwahrt in Scheinen schliefen,
    So viel geheimes Leid wie längst mein Hirn es barg.
    Das ist ein Riesenbau, ein ungeheurer Sarg,
    Ist eine Gruft, die zu viel Tote faßt.
    Ich bin ein Kirchhof, den das scheue Mondlicht haßt,
    Durch den die Würmer ziehn, Reu und Gewissensqual,
    Zernagend meiner liebsten Toten Mal.
    Ich bin ein alt Gemach, wo welke Rosen schauern,
    Und wie ein fahl Gewirr verblichne Trachten trauern,
    Wo nur ein matt Pastell, ein blasser Stich genießt
    Den süßlich schalen Duft, der dem Flakon entfließt.

    Nichts gleicht an Langsamkeit der lahmen Tage Stocken,
    Wenn unter schwerer Zeit eisgrauen kalten Flocken
    Der Überdruß, der dumpf aus müder Unlust steigt,
    Anschwellend dir das Maß der Ewigkeiten zeigt.
    Hinfort, beseelter Staub, wirst nichts andrem gleichen
    Als dem granitnen Stein, den Schrecknisse umschleichen,
    Der in dem Nebeldunst der stummen Wüste träumt!
    Der Sphinx, die man vergaß, vor der kein Fuß mehr säumt,
    Die niemand kennt, und die in wilder Laune Qualen
    Ihr einsam Lied nur singt den roten Abendstrahlen.


    Übertragung: Therese Robinson (1797 – 1870)
    #124Auteur Claus (243211) 27 Juin 11, 20:44
    Commentaire
    An die Abendsonne
    (Im August 1788)

    Goldne Abendsonne,
    O wie bist du schön!
    Nie kann ohne Wonne
    Deinen Blick ich sehn.

    Lachend steigst du nieder
    Deine hohe Bahn,
    Blickest morgen wieder
    Mich so segnend an.

    Schon in früher Jugend
    Sah ich gern nach dir,
    Und der Trieb zur Tugend
    Glühte mehr in mir.

    Wenn ich so am Abend
    Staunend vor dir stand,
    Und, an dir mich labend,
    Gottes Huld empfand.

    In des Herzens Tiefe
    Was es, als wenn mir
    Eine Stimme riefe:
    Gott ist nahe dir!

    Und bei dem Gefühle
    Freute sich die Brust,
    Mehr als je bei´m Spiele
    Jugendlicher Lust.

    Doch von dir, o Sonne,
    Wend´ich meinen Blick
    Mit noch höh´rer Wonne
    Auf mich selbst zurück.

    Schuf uns ja doch beide
    Eines Schöpfers Hand-
    Dich im Strahlenkleide,
    Mich im Staubgewand.

    (Anna Barbara Urner, schweiz. Lyrikerin, gest. 1803)
    #125Auteur moustique (308708) 27 Juin 11, 21:02
    Commentaire
    Abendsonne

    Betrachtet, wie in Abendsonne-Glut
    Die grünumgebenen Hütten schimmern!
    Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
    Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
    O ! daß kein Flügel mich vom Boden hebt,
    Ihr nach und immer nach zu streben!
    Ich säh’ im ew’gen Abendstrahl
    Die stille Welt zu meinen Füßen,
    Entzündet alle Höhn, beruhigt jedes Tal,
    Den Silberbach in goldene Ströme fließen.
    Nicht hemmte dann den göttergleichen Lauf
    Der wilde Berg mit allen seinen Schluchten;
    Schon tut das Meer sich mit erwärmten Buchten
    Vor den erstaunten Augen auf.
    Doch scheint die Göttin endlich wegzusinken;
    Allein der neue Trieb erwacht,
    Ich eile fort, ihr ew’ges Licht zu trinken,
    Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht,
    Den Himmel über mir und unter mir die Wellen.
    Ein schöner Traum, indessen sie entweicht!
    Ach, zu des Geistes Flügeln wird so leicht
    Kein körperlicher Flügel sich gesellen.
    Doch ist es jedem eingeboren,
    Daß sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
    Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
    Ihr schmetternd Lied die Lerche singt,
    Wenn über schroffen Fichtenhöhen
    Der Adler ausgebreitet schwebt
    Und über Flächen, über Seen
    Der Kranich nach der Heimat strebt.


    Goethe, 1790
    #126Auteur Claus (243211) 27 Juin 11, 21:25
    Commentaire
    Promenade à seize ans


    La terre souriait au ciel bleu. L’herbe verte
    De gouttes de rosée était encor couverte.
    Tout chantait par le monde ainsi que dans mon cœur.
    Caché dans un buisson, quelque merle moqueur
    Sifflait. Me raillait-il ? Moi, je n’y songeais guère.
    Nos parents querellaient, car ils étaient en guerre
    Du matin jusqu’au soir, je ne sais plus pourquoi.
    Elle cueillait des fleurs, et marchait près de moi.
    Je gravis une pente et m’assis sur la mousse
    À ses pieds. Devant nous une colline rousse
    Fuyait sous le soleil jusques à l’horizon.
    Elle dit : « Voyez donc ce mont, et ce gazon
    Jauni, cette ravine au voyageur rebelle ! »
    Pour moi je ne vis rien, sinon qu’elle était belle.
    Alors elle chanta. Combien j’aimais sa voix !
    Il fallut revenir et traverser le bois.
    Un jeune orme tombé barrait toute la route ;
    J’accourus ; je le tins en l’air comme une voûte
    Et, le front couronné du dôme verdoyant,
    La belle enfant passa sous l’arbre en souriant.
    Émus de nous sentir côte à côte, et timides,
    Nous regardions nos pieds et les herbes humides.
    Les champs autour de nous étaient silencieux.
    Parfois, sans me parler, elle levait les yeux ;
    Alors il me semblait (je me trompe peut-être)
    Que dans nos jeunes cœurs nos regards faisaient naître
    Beaucoup d’autres pensers, et qu’ils causaient tout bas
    Bien mieux que nous, disant ce que nous n’osions pas.

    Guy de MAUPASSANT (1850-1893)
    http://farm5.static.flickr.com/4013/446611705...
    #127Auteur Clélia (601872) 28 Juin 11, 07:45
    Commentaire
    Es war ein Wald von Tannen......

    Es war ein Wald von Tannen,
    Die wölbten sich zum Dach;
    Da gingen wir zusammen
    Langsam den andern nach.

    Da sprachen wir zusammen-
    Wann war ich je so froh?
    Da sangen wir zusammen -
    Wann sang ich wieder so?

    Da schauten wir einander
    Soe tief ins Aug´hinein;
    Uns sollten nicht die Herzen
    Sich auch begegnet sein?
    (Carl Grüneisen, gest. 1878)
    #128Auteur moustique (308708) 28 Juin 11, 08:12
    Commentaire

    Ce siècle avait deux ans (Extrait)


    Si parfois de mon sein s'envolent mes pensées,
    Mes chansons par le monde en lambeaux dispersées ;
    S'il me plaît de cacher l'amour et la douleur
    Dans le coin d'un roman ironique et railleur ;
    Si j'ébranle la scène avec ma fantaisie,
    Si j'entre-choque aux yeux d'une foule choisie
    D'autres hommes comme eux, vivant tous à la fois
    De mon souffle et parlant au peuple avec ma voix ;
    Si ma tête, fournaise où mon esprit s'allume,
    Jette le vers d'airain qui bouillonne et qui fume
    Dans le rythme profond, moule mystérieux
    D'où sort la strophe ouvrant ses ailes dans les cieux ;
    C'est que l'amour, la tombe, et la gloire, et la vie,
    L'onde qui fuit, par l'onde incessamment suivie,
    Tout souffle, tout rayon, ou propice ou fatal,
    Fait reluire et vibrer mon âme de cristal,
    Mon âme aux mille voix, que le Dieu que j'adore
    Mit au centre de tout comme un écho sonore !

    Victor Hugo 1802 – 1885
    #129Auteur emg (454352) 28 Juin 11, 09:19
    Commentaire

    Unbegreiflich


    Sie rechnen viel und zählen,
    Und eins ist doch nur not.
    Sie sorgen stets und quälen
    Sich nur ums Erdenbrot.

    Sie schaffen, tauschen, wählen,
    Und bald kommt doch der Tod,
    Der ihre Güter stehlen,
    Vernichten wird - o Not!

    Drum laßt das Sorgen, Quälen
    Und denkt ans Himmelsbrot.
    Habt kurze Zeit zum Wählen:
    Heut rot und morgen tot.

    So laßt das Rechnen, Zählen,
    Begreift: "Nur eins ist not",
    Und denkt an eure Seelen
    Und denkt an Gott und Tod.

    Luise Hensel, gest. 1876

    Herzlichst oopsy
    #130Auteur oopsy (491382) 28 Juin 11, 09:44
    Commentaire

    En robe grise et verte avec des ruches,
    Un jour de Juin que j'étais soucieux,
    Elle apparut souriante à mes yeux
    Qui l'admiraient sans redouter d'embûches;

    Elle alla, vint, revint, s'assit, parla,
    Légère et grave, ironique, attendrie,
    Et je sentais en mon âme assombrie
    Comme un joyeux reflet de tout cela;

    Sa voix, étant de la musique fine,
    Accompagnait délicieusement
    l'esprit sans fiel de ce babil charmant
    Où la gaîté d'un bon coeur se devine.

    Aussi soudain fus-je, après le semblant
    D'une révolte aussitôt étouffée,
    Au plein pouvoir de la petite Fée
    Que depuis lors je supplie en tremblant.


    Paul Verlaine
    (1844-1896)
    #131Auteur mars (236327) 28 Juin 11, 13:36
    Commentaire
    Merci, mars pour ce poème ravissant!

    Désir dans le spleen

    Tout vit,tout aime ! et moi, triste et seul, je me dresse
    Ainsi qu’un arbre mort sur le ciel du printemps.
    Je ne peux plus aimer, moi qui n’ai que trente ans,
    Et je viens de quitter sans regrets ma maîtresse.
     
    Je suis comme un malade aux pensers assoupis
    Et qui, plein de l’ennui de sa chambre banale,
    N’a pour distraction stupide et machinale,
    Que de compter des yeux les fleurs de son tapis.
     
    Je voudrais quelquefois que ma fin fût prochaine,
    Et tous ces souvenirs, jadis délicieux,
    Je les repousse, ainsi qu’on détourne les yeux
    Du portrait d’un aïeul dont le regard vous gêne.
     
    Même du vieil amour qui m’a tant fait pleurer
    Plus de trace en ce cœur, blasé de toute chose,
    Pas plus que n’a laissé de trace sur la rose
    L’ombre du papillon qui vient de l’effleurer.
     
    O figure voilée et vague en mes pensées,
    Rencontre de demain que je ne connais pas,
    Courtisane accoudée aux débris d’un repas
    Ou jeune fille blanche aux paupières baissées,
     
    Oh ! parais ! si tu peux encore électriser
    Ce misérable cœur sans désir et sans flamme,
    Me rendre l’infini dans un regard de femme
    Et toute la nature en fleur dans un baiser,
     
    Viens ! Comme les marins d’un navire en détresse
    Jettent, pour vivre une heure un trésor à la mer,
    Viens ! je te promets tout, âme et cœur, sang et chair,
    Tout, pour un seul instant de croyance ou d’ivresse !

    François COPPÉE (1842 - 1908)
    http://4.bp.blogspot.com/_OW97hxA8lD8/S__xsd1...
    #132Auteur Clélia (601872) 28 Juin 11, 16:59
    Commentaire
    Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,

    Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,
    Umflattert sie tausendmal,
    Ihn selber aber, goldig zart,
    Umflattert der liebende Sonnenstrahl.
    Jedoch, in wen ist die Rose verliebt?
    Das wüßt ich gar zu gern.
    Ist es die singende Nachtigall?
    Ist es der schweigende Abendstern?

    Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;
    Ich aber lieb euch all:
    Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,
    Abendstern und Nachtigall.

    Heinrich Heine (1797 - 1856)

    52 Autor Claus (243211) 23 Jun 10 10:12

    http://erenouvelle.nous-les-dieux.org/papillo...

    #133Auteur Clélia (601872) 29 Juin 11, 07:57
    Commentaire
    Abendgefühl

    Friedlich bekämpfen
    Nacht sich und Tag.
    Wie das zu dämpfen,
    Wie das zu lösen vermag!

    Der mich bedrückte,
    Schläfst du schon Schmerz?
    Was mich beglückte,
    Sage, was war’s doch, mein Herz?

    Freude, wie Kummer,
    Fühl ich zerrann,
    Aber den Schlummer
    Führten sie leise heran.

    Und im Entschweben,
    Immer empor,
    Kommt mir das Leben
    Ganz, wie ein Schlummerlied vor.

    Friedrich Hebbel
    (1813 - 1863)
    #134Auteur Dana (236421) 29 Juin 11, 07:57
    Commentaire
    Le chemin creux

    Le long d’un chemin creux que nul arbre n’égaie,
    Un grand champ de blé mûr, plein de soleil, s’endort,
    Et le haut du talus, couronné d’une haie,
    Est comme un ruban vert qui tient des cheveux d’or.
     
    De la haie au chemin tombe une pente herbeuse
    Que la taupe soulève en sommet inégaux,
    Et que les grillons noirs à la chanson verbeuse
    Font pétiller de leurs monotones échos.
     
    Passe un insecte bleu vibrant dans la lumière,
    Et le lézard s’éveille et file, étincelant,
    Et près des flaques d’eau qui luisent dans l’ornière
    La grenouille coasse un chant rauque en râlant.
     
    Ce chemin est très loin du bourg et des grand’routes.
    Comme il est mal commode, on ne s’y risque pas.
    Et du matin au soir les heures passent toutes
    Sans qu’on voie un visage ou qu’on entende un pas.
     
    C’est là, le front couvert par une épine blanche,
    Au murmure endormeur des champs silencieux,
    Sous cette urne de paix dont la liqueur s’épanche
    Comme un vin de soleil dans le saphir des cieux,
     
    C’est là que vient le gueux, en bête poursuivie,
    Parmi l’âcre senteur des herbes et des blés,
    Baigner son corps poudreux et rajeunir sa vie
    Dans le repos brûlant de ses sens accablés.
     
    Et quand il dort, le noir vagabond, le maroufle
    Aux souliers éculés, aux haillons dégoûtants,
    Comme une mère émue et qui retient son souffle
    La nature se tait pour qu’il dorme longtemps.

    Jean Richepin (1849 - 1926)

    http://jeanluc.lemaitre.free.fr/invite/gi/Che...
    #135Auteur Clélia (601872) 29 Juin 11, 08:49
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    La laitière et le pot au lait


    Perrette, sur sa tête ayant un Pot au lait
    Bien posé sur un coussinet,
    Prétendait arriver sans encombre à la ville.
    Légère et court vêtue elle allait à grands pas ;
    Ayant mis ce jour-là pour être plus agile
    Cotillon simple, et souliers plats.
    Notre Laitière ainsi troussée
    Comptait déjà dans sa pensée
    Tout le prix de son lait, en employait l’argent,
    Achetait un cent d’ œufs, faisait triple couvée ;
    La chose allait à bien par son soin diligent
    Il m’est, disait-elle, facile
    D’élever des poulets autour de ma maison :
    Le Renard sera bien habile,
    S’il ne m’en laisse assez pour avoir un cochon.
    Le porc à s’engraisser coûtera peu de son ;
    Il était quand je l’eus de grosseur raisonnable ;
    J’aurai le revendant de l’argent bel et bon ;
    Et qui m’empêchera de mettre en notre étable,
    Vu le prix dont il est, une vache et son veau,
    Que je verrai sauter au milieu du troupeau ?
    Perrette là-dessus saute aussi, transportée.
    Le lait tombe ; adieu veau, vache, cochon, couvée ;
    La Dame de ces biens, quittant d’un oeil marri
    Sa fortune ainsi répandue,
    Va s’excuser à son mari
    En grand danger d’être battue.
    Le récit en farce) en fut fait ;
    On l' appela le Pot au lait.

    Quel esprit ne bat la campagne ?
    Qui ne fait châteaux en Espagne ?
    Picrochole, Pyrrhus la Laitière, enfin tous,
    Autant les sages que les fous ?
    Chacun songe en veillant, il n’est rien de plus doux :
    Une flatteuse erreur emporte alors nos âmes :
    Tout le bien du monde est à nous,
    Tous les honneurs, toutes les femmes.
    Quand je suis seul, je fais au plus brave un défi ;
    Je m écarte je vais détrôner le Sophi;
    On m’élit Roi, mon peuple m’aime ;
    Les diadèmes vont sur ma tête pleuvant :
    Quelque accident fait-il que je rentre en moi-même ;
    Je suis gros Jean comme devant.

    Jean de la Fontaine 1621 - 1695
    #136Auteur emg (454352) 29 Juin 11, 10:29
    Commentaire
    Le papillon et les tourterelles

    Un papillon, sur son retour,
    Racontait à deux tourterelles,
    Combien dans l'âge de l'amour
    Il avait caressé de belles :
    "Aussitôt aimé qu'amoureux,
    Disait-il, ô l'aimable chose !
    Lorsque, brûlant de nouveaux feux,
    Je voltigeais de rose en rose !
    Maintenant on me suit partout,
    Et partout aussi je m'ennuie ;
    Ne verrai-je jamais le bout
    D'une si languissante vie ?"
    Les tourterelles sans regret
    Répondirent : "Dans la vieillesse
    Nous avons trouvé le secret
    De conserver notre tendresse ;
    À vivre ensemble nuit et jour
    Nous goûtons un plaisir extrême :
    L'amitié qui vient de l'amour
    Vaut encor mieux que l'amour même."

    Jean-Baptiste Willart de Grécourt (1683 - 1743)
    #137Auteur Marsupilami_24 (654487) 29 Juin 11, 10:33
    Commentaire
    Ich habe neulich etwas sehr Schönes gefunden. Es gefällt Euch sicher auch.

    Prächtig ist heute die weite -
    Stränge und sporen beiseite -
    Reiten wir auf dem wein
    In den feenhimmel hinein!

    Engel für ewige dauer
    Leidend im fieberschauer -
    Durch des morgens blauen kristall
    Fort in das leuchtende all!

    Wir lehnen uns weich auf den flügel
    Des windes der eilt ohne zügel.
    Beide voll gleicher lust

    Lass schwester uns brust an brust
    Fliehn ohne rast und stand
    In meiner träume land!


    Charles Baudelaire
    in der Übersetzung von Stefan George

    #138Auteur hannabi (554425) 29 Juin 11, 12:58
    Commentaire

    Das Eichhorn

    O allerliebstes Eichhorn!
    Schon lang steh' ich vor deinem,
    Dir unbequemen Käfig,
    Und kann nicht satt mich sehen
    An deinen raschen, holden
    Bewegungen und Spielen.
    Ich möchte gern dich streicheln,
    Doch fürcht' ich deine Zähne,
    So scharf, so fein, wie Nadeln.
    Nicht ich fürwahr, o Eichhorn,
    Hab' dich in dies Gefängniß
    Gesperrt; ich säh' viel lieber
    Dich auf den hohen Gipfeln
    Der nahen Bäume hüpfen
    Mit Vögeln in die Wette.
    Ich möchte gern dein Nest sehn
    Mit seinen bald geschloßnen,
    Bald offnen Thüren, daß ja
    Kein rauher Wind die zarten,
    Noch unbedeckten Kinder
    Mit kaltem Hauch berühre.
    O glücklich Thier! Bewohner
    Von zweien Elementen!
    Die Erde beut zur Nahrung
    Auf niedrigen Gesträuchen
    Die Fülle dir der Früchte
    Und klaren Thau auf Blättern;
    Und deine Freuden findest
    Du auf der Eiche Gipfel
    Im hohen Reich der Lüfte.

    Elisabeth Kulmann, gest. 1806

    Herzlichst oopsy
    #139Auteur oopsy (491382) 29 Juin 11, 13:06
    Commentaire
    Nuageries

    Les nuages là-haut vont rêvant,
    Pas de vent !
    Nul rayon n’y met son coloris.
    On dirait une bande d’oiseaux
    Dans les eaux
    Mirant leur gros ventre en velours gris.
     
    Les nuages là-haut vont planant.
    Maintenant
    La brise ébouriffe leur poitrail
    Où les rais du soleil découvert
    Ont ouvert
    Des blessures d’or et de corail.
     
    Les nuages là-haut vont mourant;
    Car, plus grand,
    Sous la dent féroce qui les mord
    S’élargit le grand trou peu à peu
    Tout en feu
    Par où fuit le sang et vient la mort.
     
    Les nuages là-haut vont crevant,
    Et le vent
    Les jette à la mer qui se ternit.
    On dirait une bande d’oiseaux
    Dans les eaux
    Plongeant pour mourir où fut leur nid.

    Jean RICHEPIN (1849 - 1926)

    http://www.flickr.com/photos/diegojack/493181...
    #140Auteur Clélia (601872) 29 Juin 11, 16:20
    Commentaire
    Gut, hannabi, dass du in 138 den Übersetzer Stefan George zu Ehren kommen lässt. Er hat ja nicht nur herausragende eigenen Gedichte geschrieben, sondern neben Baudelaire auch Texte von Dante, Shakespeare, Émile Verhaeren und vielen anderen übersetzt.
    #141Auteur mars (236327) 29 Juin 11, 16:33
    Commentaire
    @ hannabi: Je voulais aussi te remercier pour cette très belle traduction et puis j'ai oublié en cherchant des photos de nuages!

    Blumen

    Blumen sind uns nah befreundet,
    Pflanzen unserm Blut verwandt,
    Und sie werden angefeindet,
    Und wir tun so unbekannt.

    Unser Kopf lenkt sich zum Denken
    Und die Blume nach dem Licht,
    Und wenn Nacht und Tau einbricht
    Sieht man sich die Blätter senken.
    Wie der Mensch zum Schlaf' einnickt,
    Schlummert sie in sich gebückt.

    Schmetterlinge fahren nieder,
    Summen hier und summen dort,
    Summen ihre trägen Lieder,
    Kommen her und schwirren fort.

    Und wenn Morgenrot den Himmel säumt,
    Wacht die Blum' und sagt, sie hat geträumt,
    Weiß es nicht, dass voll von Schmetterlingen
    Alle Blätter ihres Kopfes hingen.

    Ludwig Tieck war einer der Gründungsväter der Romantik des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderte.

    Er ist am 31. Mai 1773 in Berlin geboren und am 28. April 1853 in Berlin gestorben.

    96 Autor Mirabela (644010) 29 Jun 10 11:04
    #142Auteur Clélia (601872) 29 Juin 11, 16:51
    Commentaire
    Die Dummheit

    O krieche lieber in ein waldig Tal,
    Entzieh' dein Haupt des Tages holdem Strahl
    Anstatt an Menschen dich heranzudrängen,
    Die die Beschränktheit hält in ihren Fängen;
    Auf Erden gibt es keine größre Qual,
    Als von der Dummheit abzuhängen.
    O hungre lieber, pflüge selber wacker,
    Statt dich zu nähren von der Dummheit Acker;
    Es ist, bei Gott! die häßlichste der Sünden,
    Auf Dummheit seines Lebens Glück zu gründen.
    Begib dich lieber in des Teufels Rachen,
    Statt über Dumme dich zum Herrn zu machen;
    Soweit verbrochen wird, gibt's kein Verbrechen, Keins, dessen sich die Dummen nicht erfrechen.
    Die Dummheit ist's, die ewigblinde Dirne,
    Die Gottes Geißel so zu strafen liebt,
    Daß sie ihr Freunde und Gebieter gibt,
    Die stets das Dümmste hegen im Gehirne
    Und Dummheit üben mit der frechsten Stirne.

    Johann Kleinfercher, gest. 1902
    http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Fercher_v...

    Herzlichst oopsy
    #143Auteur oopsy (491382) 29 Juin 11, 18:42
    Commentaire
    Ses yeux

    Ses yeux où se blottit comme un rêve frileux,
    Ses grands yeux ont séduit mon âme émerveillée ;
    D’un bleu d’ancien pastel, d’un bleu de fleur mouillée,
    Il semblent regarder de loin, ses grands yeux bleus.
     
    Ils sont grands comme un ciel tourmenté que parsème
    - Par les couchants d’automne et les tragiques soirs -
    Tout un vol douloureux de longs nuages noirs ;
    Grands comme un ciel, toujours mouvant, toujours le même !
     
    Et cependant des yeux, j’en connais de plus beaux
    Qui voudraient sur mes pas promener leurs flambeaux,
    Mais leur éclat répugne à ma mélancolie.
     
    Les uns ont la chaleur d’un ciel oriental,
    D’autres le mol azur des lointains d’Italie,
    Mais les siens me sont chers ainsi qu’un ciel natal.

    Georges RODENBACH (1855-1898)
    http://www.fond-ecran-image.fr/galerie-membre...
    #144Auteur Clélia (601872) 30 Juin 11, 07:51
    Commentaire

    Chanson : J'ai dit à mon cœur...

    J'ai dit à mon cœur, à mon faible cœur :
    N'est-ce point assez d'aimer sa maîtresse ?
    Et ne vois-tu pas que changer sans cesse,
    C'est perdre en désirs le temps du bonheur ?

    Il m'a répondu : Ce n'est point assez,
    Ce n'est point assez d'aimer sa maîtresse ;
    Et ne vois-tu pas que changer sans cesse
    Nous rend doux et chers les plaisirs passés ?

    J'ai dit à mon cœur, à mon faible cœur :
    N'est-ce point assez de tant de tristesse ?
    Et ne vois-tu pas que changer sans cesse,
    C'est à chaque pas trouver la douleur ?

    Il m'a répondu : Ce n'est point assez
    Ce n'est point assez de tant de tristesse ;
    Et ne vois-tu pas que changer sans cesse
    Nous rend doux et chers les chagrins passés ?

    Alfred de Musset 1810 - 1857
    #145Auteur emg (454352) 30 Juin 11, 10:15
    Commentaire
    Sommernacht

    Feierliches Schweigen
    Deckt die müde Welt;
    Goldne Sterne steigen
    Auf am Himmelszelt.

    Laue Winde weben
    Himmelsträume mild;
    Friedensengel schweben
    Durch das Nachtgefild.

    Über Ährenweiten,
    Überm Wiesenrain
    Seh` ich glänzend gleiten
    Mond- und Sternenschein.

    Auf dem regungslosen,
    Mondbeglänzten Teich
    Prangen Wasserrosen,
    Lilienzart und bleich.

    Und des Baches Wellen
    Schlängeln sich durchs Tal,
    Glänzend in dem hellen,
    Vollen Mondenstrahl.

    Ach, das goldne Schimmern
    Dieser Zaubernacht
    Macht, daß tief im Innern
    Sehnsucht heiß erwacht!

    Karl Friedrich Mezger (1880-1911)

    101 Autor moustique (308708) 29 Jun 10 20:30

    http://farm5.static.flickr.com/4061/470700148...

    #146Auteur Clélia (601872) 30 Juin 11, 16:12
    Commentaire
    Sanfter Regen

    Vom Himmel fallen müde Tropfen nieder,
    Doch ist er blau, kein Wölkchen ist zu schaun:
    Wie blauer Mädchenaugen sanfte Lider
    In sehnsuchtsvoller Liebe übertaun.

    Und Schwalben fliegen durch die großen Tropfen,
    Und jeder Tropfen blitzt im Sonnenlicht:
    Wie bei des Herzens liebebangem Klopfen
    Ein Strahl des Glücks aus Mädchenaugen bricht ...

    Hugo Salus (1866-1929)

     
    107 Autor oopsy (491382) 30 Jun 10 18:38
    #147Auteur Clélia (601872) 30 Juin 11, 16:18
    Commentaire
    Der Rhein

    Ich schritt den grünen Rhein entlang,
    Da sah ich vor mir liegen
    Die Trümmer einer alten Burg,
    Die Burg, die hab' ich erstiegen.

    Und als ich trat in den öden Raum
    Bei der Sonne letztem Schein,
    Erblickt' ich einen Rosenstrauch
    Wohl zwischen bemoostem Gestein.

    Ein wundersamer Rosenstrauch,
    Dran drei Knospen hangen
    Und eine volle Rose auch,
    Die herrlich aufgegangen.

    Wilhelm Busch (1832-1908)
    143 Autor Isabelle. (609042) 03 Jul 10 13:45
    #148Auteur Clélia (601872) 30 Juin 11, 16:23
    Commentaire
    Während die Kleine von Himmelslust
    Getrillert und musizieret,
    Ward von den preußischen Douaniers
    Mein Koffer visitieret.

    Beschnüffelten Alles, kramten herum
    In Hemden, Hosen, Schnupftüchern;
    Sie suchten nach Spitzen, nach Bijouterien,
    Auch nach verbotenen Büchern.

    Ihr Toren, die Ihr im Koffer sucht!
    Hier werdet Ihr nichts entdecken!
    Die Contrebande, die mit mir reist,
    Die hab ich im Kopfe stecken.

    Hier hab ich Spitzen, die feiner sind
    Als die von Brüssel und Mecheln,
    Und pack ich einst meine Spitzen aus,
    Sie werden euch sticheln und hecheln.

    Im Kopfe trage ich Bijouterien,
    Der Zukunft Krondiamanten,
    Die Tempelkleinodien des neuen Gotts,
    Des großen Unbekannten.

    Und viele Bücher trag ich im Kopf!
    Ich darf es Euch versichern,
    Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest
    Von konfiszierlichen Büchern.

    Glaubt mir, in Satans Bibliothek
    Kann es nicht schlimmere geben ...


    Heinrich Heine
    #149Auteur hannabi (554425) 30 Juin 11, 17:13
    Commentaire
    Glaube nicht, daß ich aus Dummheit

    Glaube nicht, daß ich aus Dummheit
    Dulde deine Teufeleien;
    Glaub auch nicht, ich sei ein Herrgott,
    Der gewohnt ist zu verzeihen.

    Deine Nücken, deine Tücken
    Hab ich freilich still ertragen.
    Andre Leut an meinem Platze
    Hätten längst dich tot geschlagen.

    Schweres Kreuz! Gleichviel, ich schlepp es!
    Wirst mich stets geduldig finden -
    Wisse, Weib, daß ich dich liebe,
    Um zu büßen meine Sünden.

    Ja, du bist mein Fegefeuer,
    Doch aus deinen schlimmen Armen
    Wird geläutert mich erlösen
    Gottes Gnade und Erbarmen.

    Heinrich Heine, gest. 1856

    Herzlichst oopsy
    #150Auteur oopsy (491382) 30 Juin 11, 18:05
    Commentaire
    E du Heiligs Verdiene oopsy;-), diesen Rilke kannte ich noch nicht, jetzt hani grad Hüehnerhut becho .......

    Willst du immer weiter schweifen?
    Sieh, das Gute liegt so nah.
    Lerne nur das Glück ergreifen,
    Denn das Glück ist immer da.
    (Johann Wolfgang von Goethe, gest. 1832)
    #151Auteur moustique (308708) 30 Juin 11, 18:30
    Commentaire
    In Berlin bin ich neulich in Kreuzberg an dem schönen "Heinrich-Heine-Forum" vorbeigekommen. Dort ist jetzt ein ALDI-Laden drin.
    #152Auteur hannabi (554425) 30 Juin 11, 19:55
    Commentaire
    Un magasin Aldi, quoi de moins poétique (ou de plus prosaïque)?

    Prévert: Chez la fleuriste:
    http://metaxycab.blogspot.com/2007/03/chez-la...

    http://storage.canalblog.com/22/90/169554/419...
    #153Auteur Clélia (601872) 30 Juin 11, 21:44
    Commentaire
    Juli

    Klingt im Wind ein Wiegenlied,
    Sonne warm herniedersieht,
    Seine Ähren senkt das Korn,
    Rote Beere schwillt am Dorn,
    Schwer von Segen ist die Flur -
    Junge Frau, was sinnst du nur?

    Hinter den Tannen 

    Sonnenschein auf grünem Rasen,
    Krokus drinnen blau und blaß;
    Und zwei Mädchenhände tauchen
    Blumen pflückend in das Gras.

    Und ein Junge kniet daneben,
    Gar ein übermütig Blut,
    Und sie schaun sich an und lachen -
    O wie kenn ich sie so gut!

    Hinter jenen Tannen war es,
    Jene Wiese schließt es ein -
    Schöne Zeit der Blumensträuße,
    Stiller Sommersonnenschein!

    Theodor Storm (1817-1888)

    116 Autor oopsy (491382) 01 Jul 10 12:57
    #154Auteur Clélia (601872) 01 Juill. 11, 08:02
    Commentaire
    Juillet

    Depuis les feux de l'aube aux feux du crépuscule,
    Le soleil verse à flots ses torrides rayons ;
    On voit pencher la fleur et jaunir les sillons
    Voici les jours poudreux de l'âpre canicule.

    Le chant des nids a fait place au chant des grillons ;
    Un fluide énervant autour de nous circule ;
    La nature, qui vit dans chaque animalcule,
    Fait frissonner d'émoi tout ce que nous voyons.

    Mais quand le boeuf qui broute à l'ombre des grands chênes
    Se tourne haletant vers les sources prochaines,
    Quel est donc, dites-vous, ce groupe échevelé

    Qui frappe les échos de ses chansons rieuses ?
    Hélas ! c'est la saison des vacances joyeuses...
    Comme il est loin de nous ce beau temps envolé !

    Louis-Honoré FRÉCHETTE (1839-1908)
    #155Auteur Clélia (601872) 01 Juill. 11, 08:07
    Commentaire
    Les Soleils de Juillet (extrait)

    Les voici revenus, les jours que vous aimez,
    Les longs jours bleus et clairs sous des cieux sans nuage.
    La vallée est en fleur, et les bois embaumés
    Ouvrent sur les gazons leur balsamique ombrage.
    Tandis que le soleil, roi du splendide été,
    Verse tranquillement sa puissante clarté,
    Au pied de ce grand chêne aux ramures superbes,
    Amie, asseyons-nous dans la fraîcheur des herbes ;
    Et là, nos longs regards perdus au bord des cieux,
    Allant des prés fleuris dans l’éther spacieux,
    Ensemble contemplons ces beaux coteaux, ces plaines
    Où les vents de midi, sous leurs lentes haleines,
    Font des blés mûrissants ondoyer les moissons.
    Avec moi contemplez ces calmes horizons,
    Ce transparent azur que la noire hirondelle
    Emplit de cris joyeux et franchit d’un coup d’aile ;
    Et là-bas ces grands bœufs ruminants et couchés,
    Et plus loin ces hameaux d’où montent les clochers,
    Et ce château désert, ces croulantes tourelles,
    Qu’animent de leur vol les blanches tourterelles,
    Et ce fleuve paisible au nonchalant détour,
    Et ces ravins ombreux, frais abris du pâtour,
    Et tout ce paysage, heureux et pacifique,
    Où s’épanche à flots d’or un soleil magnifique !…

    Auguste Lacaussade (1815 - 1897)

    http://farm5.static.flickr.com/4017/467430774...
    #156Auteur Clélia (601872) 01 Juill. 11, 08:14
    Commentaire
    Glaube nur

    Wenn im Sommer der rote Mohn
    Wieder glüht im gelben Korn,
    Wenn des Finken süßer Ton
    Wieder lockt im Hagedorn,
    Wenn es wieder weit und breit
    Feierklar und fruchtstill ist,
    Dann erfüllt sich uns die Zeit,
    Die mit vollen Maßen misst,
    Dann verebbt, was uns bedroht,
    Dann verweht, was uns bedrückt,
    Über dem Schlangenkopf der Not
    Ist das Sonnenschwert gezückt.
    Glaube nur! Es wird geschehn!
    Wende nicht den Blick zurück!
    Wenn die Sommerwinde wehn,
    Werden wir in Rosen gehn,
    Und die Sonne lacht uns Glück.

    (Otto Julius Bierbaum, gest.1910)

    http://img.fotocommunity.com/images/Jahreszei...
    #157Auteur moustique (308708) 01 Juill. 11, 08:54
    Commentaire


    Complainte de la Lune en province
     
    Ah ! La belle pleine Lune,
    Grosse comme une fortune !
     
    La retraite sonne au loin,
    Un passant, monsieur l'adjoint ;
     
    Un clavecin joue en face,
    Un chat traverse la place :
     
    La province qui s'endort !
    Plaquant un dernier accort,
     
    Le piano clôt sa fenêtre.
    Quelle heure peut-il bien être ?
     
    Calme Lune, quel exil !
    Faut-il dire: ainsi soit-il ?
     
    Lune, ô dilettante Lune,
    À tous les climats commune,
     
    Tu vis hier le Missouri,
    Et les remparts de Paris,
     
    Les fiords bleus de la Norvège,
    Les pôles, les mers, que sais-je ?

    Lune heureuse! Ainsi tu vois,
    À cette heure, le convoi

    De son voyage de noce !
    Ils sont partis pour l'Écosse.

    Quel panneau, si, cet hiver,
    Elle eût pris au mot mes vers !
     
    Lune, vagabonde Lune,
    Faisons cause et mœurs communes ?
     
    Ô riches nuits ! Je me meurs,
    La province dans le cœur !
     
    Et la lune a, bonne vieille,
    Du coton dans les oreilles. !

    Jules Laforgue 1860 - 1887
    #158Auteur emg (454352) 01 Juill. 11, 09:59
    Commentaire
    ERINNERUNGEN -

    Erinnerungen -, Klänge, nachtverhangen,
    und Farben, die ein Wind vom Meer bewegt,
    sind eine Traumumarmung eingegangen
    zu einem Bild, das etwas Letztes trägt:

    Ein Uferschloss mit weißen Marmorsteigen
    und plötzlich eines Liedes Übermacht -,
    d i e Serenade spielen viele Geigen,
    doch hier am Meer in dieser warmen Nacht -.

    Es ist nicht viel, - Viel trägt nicht mehr das Eine, -
    nach einem Bogen greifen dann und wann -
    ein Spiel im Nichts -, ein Bild, alleine,
    und alle Farben tragen Bleu mourant.

    Gottfried Benn
    Aus dem Nachlass
    #159Auteur hannabi (554425) 01 Juill. 11, 12:39
    Commentaire
    hannabi, das wunderschöne Gedicht fällt wohl auch unter den Urheberschutz, da Benn noch keine 70 Jahre tot ist. Daher setze ich mal vorsorglich einen Link zu dem von Dir zitierten Gedicht, damit es nicht verlorengeht, selbst wenn es gelöscht wird:

    http://www.kassiber.de/bennerinnerungen.htm
    #160Auteur Dana (236421) 01 Juill. 11, 13:57
    Commentaire
    Mit einer traurigen Aktualität :-((



    In der Kunstaustellung


    Was drängt sich die bunte Menge
    Sich gaffend um dies Bild?
    Es ist ein junges Mädchen
    Mit Zügen krampfhaft wild.

    Ihr alten eitlen Gecken
    Dränget euch nicht so nahe hin,
    Reizt nicht an den zarten Formen
    Den abgestumpften Sinn.

    Seht hinter euch - o sehet!
    Dort an der dunkelsten Stell'
    Lehnt ohnmächtig von Hunger,
    Des schönen Bildes Modell.

    Ada Christen, gest. 1901

    Herzlichst oopsy
    #161Auteur oopsy (491382) 01 Juill. 11, 17:19
    Commentaire
    LA CHAUDE CHANSON :

    La guitare amoureuse et l’ardente chanson
    Pleurent de volupté, de langueur et de force
    Sous l’arbre où le soleil dore l’herbe et l’écorce,
    Et devant le mur bas et chaud de la maison.

    Semblables à des fleurs qui ondoient sur leurs tiges,
    Les désirs ondoyants se balancent au vent,
    Et l’âme qui s’en vient soupirant et rêvant
    Se sent mourir d’espoir d’attente et de vertige.

    - Ah ! Quelle pâmoison de l’azur tendre et clair !
    Respirez bien mon cœur, dans la chaude rafale,
    La musique que fait le vif cri des cigales,
    Et la chanson qui va comme le pollen sur l’air…

    Anna de NOAILLES (1876-1933)

    290 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 14:38
    #162Auteur Clélia (601872) 01 Juill. 11, 20:34
    Commentaire
    Der schöne Tag

    In kühler Tiefe spiegelt sich
    Des Juli-Himmels warmes Blau,
    Libellen tanzen auf der Flut,
    Die nicht der kleinste Hauch bewegt.

    Zwei Knaben und ein ledig Boot -
    Sie sprangen jauchzend in das Bad,
    Der eine taucht gekühlt empor,
    Der andre steigt nicht wieder auf.

    Ein wilder Schrei: "Der Bruder sank!"
    Von Booten wimmelt′s schon. Man fischt.
    Den einen rudern sie ans Land,
    Der fahl wie ein Verbrecher sitzt.

    Der andre Knabe sinkt und sinkt
    Gemach hinab, ein Schlummernder,
    Geschmiegt das sanfte Lockenhaupt
    An einer Nymphe weiße Brust.

    Conrad Ferdinand Meyer (1825 - 1898)
    #163Auteur Dana (236421) 01 Juill. 11, 21:13
    Commentaire
    DAS KIND AM BRUNNEN

    Frau Amme, Frau Amme, das Kind ist erwacht!
    Doch die liegt ruhig im Schlafe.
    Die Vögelein zwitschern, die Sonne lacht,
    Am Hügel weiden die Schafe.

    Frau Amme, Frau Amme, das Kind steht auf,
    Es wagt sich weiter und weiter!
    Hinab zum Brunnen nimmt es den Lauf,
    Da stehen Blumen und Kräuter.

    Nun steht es am Brunnen, nun ist es am Ziel,
    Nun pflückt es die Blumen sich munter;
    Doch bald ermüdet das reizende Spiel,
    Da schaut's in die Tiefe hinunter.

    Und unten erblickt es ein holdes Gesicht
    Mit Augen, so hell und süße.
    Es ist sein eignes, das weiß es noch nicht,
    Viel stumme, freundliche Grüße!

    Das Kindlein winkt, der Schatten geschwind
    Winkt aus der Tiefe ihm wieder.
    Herauf! Herauf! So meint's das Kind;
    Der Schatten; Hernieder! Hernieder!

    Schon beugt es sich über den Brunnenrand,
    Frau Amme, du schläfst noch immer!
    Da fallen die Blumen ihm aus dem Hand
    Und trüben den lockenden Schimmer.

    Verschwunden ist es, die süße Gestalt,
    Verschluckt von der hüpfenden Welle,
    Das Kind durchschauert's fremd und kalt,
    Und schnell enteilt es der Stelle.

    Friedrich HEBBEL (1813-1863)

    http://farm2.static.flickr.com/1024/124137343...

    247 Autor Clélia (601872) 11 Jul 10 15:01
    #164Auteur Clélia (601872) 01 Juill. 11, 23:15
    Commentaire
    SOMMERBILD

    Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
    Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
    Da sprach ich schauernd im Vorübergehen:
    So weit im Leben, ist zu nah am Tod!

    Er regte sich kein Hauch am heißem Tag,
    Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
    Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
    Bewegte, sie empfand es und verging.

    Friedrich HEBBEL (1813-1863)

    http://doudou.gheerbrant.com/blog2/wp-content...

    105 Autor Clélia (601872) 30 Jun 10 12:26
    #165Auteur Clélia (601872) 02 Juill. 11, 05:05
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    Der Jüngling am Bache

    An der Quelle saß der Knabe,
    Blumen wand er sich zum Kranz,
    Und er sah sie fortgerissen,
    Treiben in der Wellen Tanz.
     
    "Und so fliehen meine Tage
    Wie die Quelle rastlos hin!
    Und so bleichet meine Jugend,
    Wie die Kränze schnell verblühn!
     
    Fraget nicht, warum ich traure
    In des Lebens Blütenzeit!
    Alles freuet sich und hoffet,
    Wenn der Frühling sich erneut.
     
    Aber tausend Stimmen
    Der erwachenden Natur
    Wecken in dem tiefen Busen
    Mir den schweren Kummer nur.
     
    Was soll mir die Freude frommen,
    Die der schöne Lenz mir beut?
    Eine nur ists, die ich suche,
    Sie ist nah und ewig weit.
     
    Sehnend breit' ich meine Arme
    Nach dem teuren Schattenbild,
    Ach, ich kann es nicht erreichen,
    Und das Herz ist ungestillt!
     
    Komm herab, du schöne Holde,
    Und verlaß dein stolzes Schloß!
    Blumen, die der Lenz geboren,
    Streu ich dir in deinen Schoß.
     
    Horch, der Hain erschallt von Liedern,
    Und die Quelle rieselt klar!
    Raum ist in der kleinsten Hütte
    Für ein glücklich liebend Paar."

    Friedrich SCHILLER (1759-1805)
     
    23 Autor Clélia (601872) 21 Jun 10 08:46
    http://images.labelleadresse.com/200/images/a...
    #166Auteur Clélia (601872) 02 Juill. 11, 08:57
    Commentaire

    Le Lièvre et la Tortue

    Rien ne sert de courir ; il faut partir à point.
    Le Lièvre et la Tortue en sont un témoignage.
    Gageons, dit celle-ci, que vous n'atteindrez point
    Sitôt que moi ce but. - Sitôt ? Etes-vous sage ?
    Repartit l'animal léger.
    Ma commère, il vous faut purger
    Avec quatre grains d'ellébore.
    - Sage ou non, je parie encore.
    Ainsi fut fait : et de tous deux
    On mit près du but les enjeux :
    Savoir quoi, ce n'est pas l'affaire,
    Ni de quel juge l'on convint.
    Notre Lièvre n'avait que quatre pas à faire ;
    J'entends de ceux qu'il fait lorsque prêt d'être atteint
    Il s'éloigne des chiens, les renvoie aux Calendes,
    Et leur fait arpenter les landes.
    Ayant, dis-je, du temps de reste pour brouter,
    Pour dormir, et pour écouter
    D'où vient le vent, il laisse la Tortue
    Aller son train de Sénateur.
    Elle part, elle s'évertue ;
    Elle se hâte avec lenteur.
    Lui cependant méprise une telle victoire,
    Tient la gageure à peu de gloire,
    Croit qu'il y va de son honneur
    De partir tard. Il broute, il se repose,
    Il s'amuse à toute autre chose
    Qu'à la gageure. A la fin quand il vit
    Que l'autre touchait presque au bout de la carrière,
    Il partit comme un trait ; mais les élans qu'il fit
    Furent vains : la Tortue arriva la première.
    Eh bien ! lui cria-t-elle, avais-je pas raison ?
    De quoi vous sert votre vitesse ?
    Moi, l'emporter ! et que serait-ce
    Si vous portiez une maison ?

    Jean de La Fontaine 1621 – 1695
    #167Auteur emg (454352) 02 Juill. 11, 10:49
    Commentaire
    So so von Kurt Schwitters (der 1948 verstorben ist):

    http://members.peak.org/~dadaist/English/Grap...
    #168Auteur Dana (236421) 02 Juill. 11, 12:34
    Commentaire
    @ Dana :-)), herzlichst oopsy
    #169Auteur oopsy (491382) 02 Juill. 11, 12:39
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    Ganz still zuweilen...

    Ganz still zuweilen wie ein Traum
    klingt in dir auf ein fernes Lied...
    Du weißt nicht, wie es plötzlich kam,
    du weißt nicht, was es von dir will...
    und wie ein Traum ganz leis und still
    verklingt es wieder, wie es kam...

    Wie plötzlich mitten im Gewühl
    der Straße, mitten oft im Winter
    ein Hauch von Rosen dich umweht,
    wie oder dann und wann ein Bild
    aus längst vergessenen Kindertagen
    mit fragenden Augen vor dir steht...

    Ganz still und leise, wie ein Traum...
    Du weißt nicht, wie es plötzlich kam,
    du weißt nicht, was es von dir will,
    und wie ein Traum ganz leis und still
    verblaßt es wieder, wie es kam.

    Cäsar Flaischlen, gest. 1920
    http://de.wikipedia.org/wiki/Cäsar_Flaischlen



    "Augen und Augenblicke"

    http://www.schullandheim-licherode.de/tl_file...

    http://www.kunstnet.de/werk/21468-augenblicke

    http://www.martin-missfeldt.de/kunst-bilder/s...

    http://www.kunstnet.de/werk/148515-groe-augen

    http://www.freiberger-kunstverein.de/img/auss...

    Herzlichst oopsy
    #170Auteur oopsy (491382) 02 Juill. 11, 16:01
    Commentaire
    LE SOIR

    Le soir ramène le silence.
    Assis sur ces rochers déserts,
    Je suis dans le vague des airs
    Le char de la nuit qui s'avance.

    Vénus se lève à l'horizon;
    A mes pieds l'étoile amoureuse
    De sa lueur mystérieuse
    Blanchit les tapis de gazon.

    De ce hêtre au feuillage sombre
    J'entends frissonner les rameaux:
    On dirait autour des tombeaux
    Qu'on entend voltiger une ombre.

    Tout à coup détaché des cieux,
    Un rayon de l'astre nocturne,
    Glissant sur mon front taciturne
    Vient mollement toucher mes yeux.

    Doux reflet d'un globe de flamme,
    Charmant rayon, que me veux-tu?
    Viens-tu dans mon sein abattu
    Porter la lumière à mon âme?

    Descends-tu pour me révéler
    Des mondes le divin mystère?
    Ces secrets cachés dans la sphère
    Où le jour va te rappeler?

    Une secrète intelligence
    T'adresse-t-elle aux malheureux?
    Viens-tu la nuit briller sur eux
    Comme un rayon de l'espérance?

    Viens-tu dévoiler l'avenir
    Au cœur fatigué qui t'implore?
    Rayon divin, es-tu l'aurore
    Du jour qui ne doit pas finir?

    Mon cœur à ta clarté s'enflamme,
    Je sens des transports inconnus,
    Je songe à ceux qui ne sont plus:
    Douce lumière, es-tu leur âme?

    Peut-être ces mânes heureux
    Glissent ainsi sur le bocage?
    Enveloppé de leur image,
    Je crois me sentir plus près d'eux!

    Ah! si c'est vous, ombres chéries!
    Loin de la foule et du bruit,
    Revenez ainsi chaque nuit
    Vous mêler à mes rêveries.

    Ramenez la paix et l'amour
    Au sein de mon âme épuisée,
    Comme la nocturne rosée
    Qui tombe après les feux du jour.

    Venez!... mais des vapeurs funèbres
    Montent des bords de l'horizon:
    Elles voilent le doux rayon,
    Et tout rentre dans les ténèbres.

    Alphonse de LAMARTINE (1790-1869)
    http://www.photobr.fr/media/images/perso/DSC_...

    50 Autor Clélia (601872) 23 Jun 10 07:54
    #171Auteur Clélia (601872) 02 Juill. 11, 19:30
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    Harmonie imitative de la langue française

    […]
    A l'instant qu'on l'appelle, arrivant plein d'audace,
    Au haut de l'alphabet l'A s'arroge sa place,
    Alerte, agile, actif, avide d'apparat,
    Tantôt, à tout hasard, il marche avec éclat ;
    Tantôt d'un accent grave acceptant des entraves,
    Il a dans son pas lent l'allure des esclaves,
    A s'adonner au mal quand il est résolu,
    Avide, atroce, affreux, arrogant, absolu,
    Il attroupe, il aveugle, il avilit, il arme,
    Il assiège, il affame, il attaque, il allarme,
    Il arrête, il accable, il assomme, il abat,
    Mais il n'est pas toujours accusé d'attentat ;
    Avenant, attentif, accessible, agréable,
    Adroit, affectueux, accomodant, affable,
    Il préside à l'amour ainsi qu'à l'amitié ;
    Des attraits, des appas, il prétend la moitié ;
    A la tête des arts à bon droit on l'admire ;
    Mais sur-tout il adore, et si j'ose le dire,
    A l'aspect du Très-haut sitôt qu'Adam parla
    Ce fut apparemment l'A qu'il articula.

    Balbutié bientôt par le Bambin débile,
    Le B semble bondir sur sa bouche inhabile ;
    D'abord il l'habitue au bon-soir, au bon-jour ;
    Les baisers, les bonbons sont brigués tour-à-tour.
    Il demande sa balle, il appelle sa bonne ;
    S'il a besoin de boire, aussitôt il ordonne ;
    Son babil par le B ne peut être contraint,
    Et d'un bobo, s'il boude, on est sûr qu'il se plaint.
    Mais du bégue irrité la langue embarrassée,
    Par le B qui la brave, à chaque instant blessée,
    Sur ses bords, malgré lui, semble le retenir,
    Et tout en balançant, brûle de le bannir.

    Le C rival de l'S, avec une cédille,
    Sans elle, au lieu du Q dans tous nos mots fourmille,
    De tous les objets creux il commence le nom ;
    Une cave, une cuve, une chambre, un canon,
    Une corbeille, un cœur, un coffre, une carrière,
    Une caverne enfin le trouvent nécessaire ;
    Par-tout, en demi-cercle, il court demi-courbé,
    Et le K, dans l'oubli, par son choc est tombé.

    A décider son ton pour peu que le D tarde,
    Il faut, contre les dents, que la langue le darde ;
    Et déjà, de son droit, usant dans le discours
    Le dos tendu sans cesse, il décrit cent détours.

    L'E s'évertue ensuite, élancé par l'haleine,
    Chaque fois qu'on respire, il échappe sans peine ;
    Et par notre idiôme, heureusement traité,
    Souvent, dans un seul mot, il se voit répété.
    Mais c'est peu qu'il se coule aux syllabes complettes ;
    Interprète caché des consonnes muettes,
    Si l'une d'elles, seule, ose se promener,
    Derrière ou devant elle on l'entend résonner.

    Fille d'un son fatal que souffle la menace
    L'F en fureur frémit, frappe, froisse, fracasse ;
    Elle exprime la fougue et la fuite du vent ;
    Le fer lui doit sa force, elle fouille, elle fend ;
    Elle enfante le feu, la flamme et la fumée,
    Et féconde en frimats, au froid elle est formée ;
    D'une étoffe qu'on froisse, elle fournit l'effet,
    Et le frémissement de la fronde et du fouet.

    Le G, plus gai, voit l'R accourir sur ses traces ;
    C'est toujours à son gré que se groupent les graces ;
    Un jet de voix suffît pour engendrer le G ;
    Il gémit quelquefois, dans la gorge engagé,
    Et quelquefois à l'I dérobant sa figure,
    En joutant à sa place, il jase, il joue, il jure ;
    Mais son ton général qui gouverne par-tout,
    Paraît bien moins gêné pour désigner le goût.

    L'H, au fond du palais hazardant sa naissance
    Halète au haut des mots qui sont en sa puissance ;
    Elle heurte, elle happe, elle hume, elle hait,
    Quelquefois par honneur, timide, elle se tait.

    L'I droit comme un piquet établit son empire ;
    Il s'initie à l'N afin de s'introduire ;
    Par l'I précipité le rire se trahit,
    Et par l'I prolongé l'infortune gémit.

    Le K partant jadis pour les Kalendes grecques,
    Laissa le Q, le C, pour servir d'hypothèques ;
    Et revenant chez nous, de vieillesse cassé,
    Seulement à Kimper il se vit caressé.

    Mais combien la seule L embellit la parole !
    Lente elle coule ici, là légère elle vole ;
    Le liquide des flots par elle est exprimé,
    Elle polit le style après qu'on l'a limé ;
    La voyelle se teint de sa couleur liante,
    Se mêle-t-elle aux mots ? c'est une huile luisante
    Qui mouille chaque phrase, et par son lénitif
    Des consonnes, détruit le frottement rétif ;

    Ici I'M, à son tour, sur ses trois pieds chemine,
    Et l'N à ses côtés sur deux pieds se dandine ;
    L'M à mugir s'amuse, et meurt en s'enfermant,
    L'N au fond de mon nez s'enfuit en résonnant ;
    L'M aime à murmurer, l'N à nier S'obstine ;
    L'N est propre à narguer, l'M est souvent mutine ;
    L'M au milieu des mots marche avec majesté,
    L'N unit la noblesse à la nécessité.

    La bouche s'arrondit lorsque l'O doit éclore,
    Et par force, on déploie un organe sonore,
    Lorsque l'étonnement, conçu dans le cerveau,
    Se provoque à sortir par cet accent nouveau.
    Le cercle lui donna sa forme originale,
    Il convient à l'orbite aussi-bien qu'à l'ovale ;
    On ne saurait l'ôter lorsqu'il s'agit d'ouvrir,
    Et si-tôt qu'il ordonne il se fait obéir.

    Le P plus pétulant à son poste se presse
    Malgré sa promptitude il tient à la paresse ;
    Il précède la peine, et prévient le plaisir,
    Même quand il pardonne, il parvient à punir ;
    Il tient le premier rang dans le doux nom de père,
    Il présente aux mortels le pain, si nécessaire !
    Le poinçon et le pieu, la pique et le poignard,
    De leur pointe, avec lui, percent de part en part ;
    Et des poings et des piés il fait un double usage,
    Il surprend la pudeur et la peur au passage.
    Là, de son propre poids il pèse sur les mots ;
    Plus loin, il peint, il pleure et se plaît aux propos :
    Mais c'est à bien pousser que son pouvoir s'attache,
    Et pour céder à l'F il se fond avec l'H.

    Enfin du P parti je n'entens plus les pas,
    Le Q traînant sa queue, et querellant tout bas,
    Vient s'attaquer à l'U qu'à chaque instant il choque,
    Et sur le ton du K calque son ton baroque.

    L'R en roulant, approche et tournant à souhait,
    Reproduit le bruit sourd du rapide rouet ;
    Elle rend, d'un seul trait, le fracas du tonnerre,
    La course d'un torrent, le cours d'une rivière ;
    Et d'un ruisseau qui fuit sous les saules épars,
    Elle promène en paix les tranquilles écarts.
    Voyez-vous l'Éridan, la Loire, la Garonne,
    L'Euphrate, la Dordogne et le Rhin et le Rhône,
    D'abord avec fureur précipitant leurs flots
    S'endormir sur les prés qu'ont ravagés leurs eaux ?
    L'R a su par degrés vous décrire leur rage...
    Elle a de tous les chars, la conduite en partage ;
    Par-tout, vous l'entendrez sur le pavé brûlant
    Presser du fier Mondor le carosse brillant,
    Diriger de Phryné la berline criarde,
    Et le cabriolet du fat qui se hazarde ;
    La brouette en bronchant lui doit son soubressault,
    Et le rustre lui fait traîner soin chariot ;
    Le barbet irrité contre un pauvre en désordre,
    L'avertit par une R avant que de le mordre ;
    L'R a cent fois rongé, rouillé, rompu, raclé,
    Et le bruit du tambour par elle est rappellé.

    Mais c'est ici que l'S en serpentant s'avance,
    A la place du C sans cesse elle se lance ;
    Elle souffle, elle sonne, et chasse à tout moment
    Un son qui s'assimile au simple sifflement.

    Le T tient au toucher, tape, terrasse et tue ;
    On le trouve à la tête, aux talons, en statue :
    C'est lui qui fait au loin retentir le tocsin ;
    Peut-on le méconnaître au tic-tac du moulin ?
    De nos toits, par sa forme, il dicta la structure,
    Et tirant tous les sons du sein de la nature,
    Exactement taillé sur le type du Tau
    Le T dans tous les temps imita le marteau.

    Le V vient ; il se voue à la vue, à la vie ;
    Vain d'avoir, en consonne, une vogue suivie,
    Il peint le vol des vents, et la vélocité ;
    Il n'est pas moins utile, en voyelle, usité,
    Mais des lèvres hélas ! le V s'évadait vite,
    Et l'humble U se ménage une modeste fuite ;
    Le son nud qu'il procure, un peu trop continu,
    Est du mépris parfait un signe convenu.

    Renouvelé du Xi, l'X excitant la rixe,
    Laisse derrière lui l'Y grec, jugé prolixe,
    Et, mis, malgré son zèle, au même numéro
    Le Z usé par l'S est réduit à zéro.

    Antoine-Pierre Augustin de Piis (1755 - 1832)
    #172Auteur Marsupilami_24 (654487) 03 Juill. 11, 06:17
    Commentaire
    Hab ich nicht dieselben Träume

    Hab’ ich nicht dieselben Träume
    Schon geträumt von diesem Glücke?
    Waren’s nicht dieselben Bäume,
    Blumen, Küsse, Liebesblicke?
     
    Schien der Mond nicht durch die Blätter
    Unsrer Laube hier am Bache?
    Hielten nicht die Marmorgötter
    Vor dem Eingang stille Wache?
     
    Ach! ich weiß wie sich verändern
    Diese allzuholden Träume,
    Wie mit kalten Schneegewändern
    Sich umhüllen Herz und Bäume;
     
    Wie wir selber dann erkühlen
    Und uns fliehen und vergessen,
    Wir, die jetzt so zärtlich fühlen,
    Herz an Herz so zärtlich pressen.
    (Heinrich Heine, gest. 1856)
    #173Auteur moustique (308708) 03 Juill. 11, 11:45
    Commentaire
    Ich und Du

    Wir träumten von einander
    Und sind davon erwacht,
    Wir leben, um uns zu lieben,
    Und sinken zurück in die Nacht.

    Du tratst aus meinem Traume,
    Aus deinem trat ich hervor,
    Wir sterben, wenn sich Eines
    Im Andern ganz verlor.

    Auf einer Lilie zittern
    Zwei Tropfen, rein und rund,
    Zerfließen in Eins und rollen
    Hinab in des Kelches Grund.

    Friedrich HEBBEL (1813-1863)
    55 Autor Clélia (601872) 23 Jun 10 11:09

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #174Auteur Clélia (601872) 03 Juill. 11, 23:59
    Commentaire
    Ich wünsche, dass dein Glück.....

    Ich wünsche, dass dein Glück
    sich jeden Tag erneue,
    dass eine gute Tat
    dich jede Stund erfreue!
    Und wenn nicht eine Tat,
    so doch ein gutes Wort,
    das selbst im Guten wirkt,
    zu guten Taten fort.
    Und wenn kein Wort,
    doch ein Gedanke schön und wahr,
    der dir die Seele mach
    und rings die Schöpfung klar.
    (Friedrich Rückert, gest. 1866)
    #175Auteur moustique (308708) 04 Juill. 11, 08:25
    Commentaire

    Woher?

    Tiefblau der Himmel,
    hell glänzt der Firn,
    da fällt ein Tropfen
    auf meine Stirn.

    Ich wend mich um,
    und spähe, spähe...
    nicht Wolken, nicht Menschen
    in meiner Nähe.

    Du schöner Himmel,
    von Glanz umwoben,
    sag, weinen denn
    die auch dort oben?

    Maria Janitschek, gest. 1929

    Maria Janitschek, geborene Tölk (* 22. Juli 1859 in Mödling bei Wien; † 28. April 1927 in München) war eine deutsche Schriftstellerin österreichischer Herkunft. Sie schrieb zunächst unter dem Pseudonym Marius Stein.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Janitschek

    Herzlichst oopsy
    #176Auteur oopsy (491382) 04 Juill. 11, 09:31
    Commentaire

    Ma bohème


    Je m'en allais, les poings dans mes poches crevées ;
    Mon paletot aussi devenait idéal ;
    J'allais sous le ciel, Muse ! et j'étais ton féal ;
    Oh ! là là ! que d'amours splendides j'ai rêvées !
    Mon unique culotte avait un large trou.
    - Petit-Poucet rêveur, j'égrenais dans ma course
    Des rimes. Mon auberge était à la Grande Ourse.
    - Mes étoiles au ciel avaient un doux frou-frou
    Et je les écoutais, assis au bord des routes,
    Ces bons soirs de septembre où je sentais des gouttes
    De rosée à mon front, comme un vin de vigueur ;
    Où, rimant au milieu des ombres fantastiques,
    Comme des lyres, je tirais les élastiques
    De mes souliers blessés, un pied près de mon coeur !

    Arthur Rimbaud 1845 – 1891
    #177Auteur emg (454352) 04 Juill. 11, 10:25
    Commentaire
    Henri DE RÉGNIER (1864-1936) nous fait partager les impressions diverses qu'il a ressenties un jour d'été torride, à midi.

    MIDI

    Fruit de l'heure, éclatant dans un bronze trop mûr,
    La grappe de midi s'égrène au campanile,
    Et le soleil vineux ruisselle sur le mur*!

    L'été brûle alentour la campagne et la ville;
    Le marbre qui la pave est, au talon, du feu,
    Tandis que cuit au toit la braise de la tuile.

    Le ciel est presque sombre à force d'être bleu,
    Une tristesse ardente accable le silence
    Où les cloches d'or lourd se taisent peu à peu.

    Il fait chaud. Mon ombre me pèse, et je commence,
    Dans un vertige, à voir le cloître tout entier
    Qui semble, de soleil ivre jusqu'à la danse,

    Autour de moi tourner au pas de ses piliers.

    *Les douze coups de midi sont comparés aux grains d'une grappe de raisin qui tombent un à un, la lumière du soleil à un vin doré qui coule le long du mur.

    Le cloître qui semble ivre, rappelle, à la fin du poème, le thème du vin.

    104 Autor Clélia (601872) 30 Jun 10 11:53

    http://bonbonze.net/v2/img/FONTFR02.JPG
    #178Auteur Clélia (601872) 04 Juill. 11, 10:47
    Commentaire
    Après le poème de moustique, Ich wünsche, dass dein Glück:

    SI TU VEUX ÊTRE HEUREUX

    Si tu veux être heureux, ne cueille pas la rose
    Qui te frôle au passage et qui s'offre à ta main;
    La fleur est déjà morte à peine est-elle éclose.
    Même lorsque sa chair révèle un sang divin.

    N'arrête pas l'oiseau qui traverse l'espace;
    Ne dirige vers lui ni flèche, ni filet
    Et contente tes yeux de son ombre qui passe
    Sans les lever au ciel où son aile volait;

    N'écoute pas la voix qui te dit : « Viens ». N'écoute
    Ni le cri du torrent, ni l'appel du ruisseau;
    Préfère au diamant le caillou de la route;
    Hésite au carrefour et consulte l'écho.

    Aussi bien que les pleurs, le rire fait les rides.
    Ne dis jamais : Encore, et dis plutôt : Assez…
    Le Bonheur est un Dieu qui marche les mains vides
    Et regarde la Vie avec des yeux baissés !

    Prends garde… Ne vêts pas ces couleurs éclatantes
    Dont l'aspect fait grincer les dents de l'envieux;
    Le marbre du palais, moins que le lin des tentes
    Rend les réveils légers et les sommeils heureux.

    Henri DE RÉGNIER (1864-1936)
    http://www.pepinieres-jardinerie-postulka.fr/...
    #179Auteur Clélia (601872) 04 Juill. 11, 11:39
    Commentaire
    SAISON DES SEMAILLES, LE SOIR

    C'est le moment crépusculaire.
    J'admire, assis sous un portail,
    Ce reste de jour dont s'éclaire
    La dernière heure du travail.

    Dans les terres, de nuit baignées,
    Je contemple, ému, les haillons
    D'un vieillard qui jette à poignées
    La moisson future aux sillons.

    Sa haute silhouette noire
    Domine les profonds labours.
    On sent à quel point il doit croire
    A la fuite utile des jours.

    Il marche dans la plaine immense,
    Va, vient, lance la graine au loin,
    Rouvre sa main, et recommence,
    Et je médite, obscur témoin,

    Pendant que, déployant ses voiles
    L'ombre, où se mêle une rumeur,
    Semble élargir jusqu'aux étoiles
    Le geste auguste du semeur.

    Victor HUGO, 1802-1885

    http://www.culture-routes.lu/uploaded_files/i...

    133 Autor Clélia (601872) 02 Jul 10 18:50
    #180Auteur Clélia (601872) 04 Juill. 11, 21:34
    Commentaire
    Soir d'été

    Une tendre langueur s'étire dans l'espace ;
    Sens-tu monter vers toi l'odeur de l'herbe lasse ?
    Le vent mouillé du soir attriste le jardin ;
    L'eau frissonne et s'écaille aux vagues du bassin
    Et les choses ont l'air d'être toutes peureuses ;
    Une étrange saveur vient des tiges juteuses.
    Ta main retient la mienne, et pourtant tu sens bien
    Que le mal de mon rêve et la douceur du tien
    Nous ont fait brusquement étrangers l'un à l'autre ;
    Quel coeur inconscient et faible que le nôtre,
    Les feuilles qui jouaient dans les arbres ont froid
    Vois-les se replier et trembler, l'ombre croît,
    Ces fleurs ont un parfum aigu comme une lame...
    Le douloureux passé se lève dans mon âme,
    Et des fantômes chers marchent autour de toi.
    L'hiver était meilleur, il me semble ; pourquoi
    Faut-il que le printemps incessamment renaisse ?
    Comme elle sera simple et brève, la jeunesse !...
    Tout l'amour que l'on veut ne tient pas dans les mains ;
    Il en reste toujours aux closes du chemin.
    Viens, rentrons dans le calme obscur des chambres douces ;
    Tu vois comme l'été durement nous repousse ;
    Là-bas nous trouverons un peu de paix tous deux.
    - Mais l'odeur de l'été reste dans tes cheveux
    Et la langueur du jour en mon âme persiste :
    Où pourrions-nous aller pour nous sentir moins tristes ?...

    Anna de NOAILLES (1876-1933)
    http://img489.imageshack.us/img489/3010/jardi...
    #181Auteur Clélia (601872) 04 Juill. 11, 21:59
    Commentaire
    Du findest immer so schöne Fotos Clélia, die Rose, Blumen und natürlich der Sämann von v.Gogh......

    An dem stillen Meeresstrande
    Ist die Nacht heraufgezogen,
    Und der Mond bricht aus den Wolken,
    Und es flüstert aus den Wogen:

    Jener Mensch dort, ist er närrisch,
    Oder ist er gar verliebet,
    Denn er schaut so trüb und heiter,
    Heiter und zugleich betrübet?

    Doch der Mond der lacht herunter,
    Und mit heller Stimme spricht er:
    Jener ist verliebt und närrisch,
    Und noch obendrein ein Dichter.
    (Heinrich Heine, gest. 1856)
    #182Auteur moustique (308708) 04 Juill. 11, 22:09
    Commentaire
    Merci, moustique, cela me fait plaisir de te rencontrer dans ce jardin, plein de fraîcheur, d'ombre et de parfums de fleurs. Grâce à ton poème, la lune vient de se lever entre les nuages! Bonne nuit!
    #183Auteur Clélia (601872) 04 Juill. 11, 22:18
    Commentaire
    An einen Baum am Spalier

    Armer Baum! - an deiner kalten Mauer
    festgebunden, stehst du traurig da,
    fühlest kaum den Zephyr, der mit süßem Schauer
    in den Blättern freier Bäume weilt
    und bey deinen leicht vorübereilt.
    O! dein Anblick geht mir nah!
    und die bilderreiche Phantasie
    stellt mit ihrer flüchtigen Magie
    eine menschliche Gestalt schnell vor mich hin,
    die, auf ewig von dem freien Sinn
    der natur entfernt, ein fremder Drang
    auch wie dich in steife Formen zwang.

    Sophie Mereau, gest. 1806



    Sophie Friederike Mereau (* Altenburg, 27 mars 1770 – † Heidelberg, 31 octobre 1806) était une femme de lettres allemande de l'époque romantique.
    Née Sophie Schubart, elle publia dès 1791 dans le journal Thalia de Friedrich von Schiller et se lia d'amitié avec plusieurs poètes de son époque (dont Schiller, Schlegel et Goethe) et entretint des relations avec la communauté intellectuelle allemande de l'époque. Elle épousa en 1793 le professeur de droit Friedrich Karl Mereau dont elle eut un fils. Mais ce mariage malheureux s'acheva par un divorce en 1801. Elle se remaria en 1803 avec le poète Clemens Brentano et mourut trois ans plus tard à l'âge de 36 ans.
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Sophie_Mereau




    "Bäume in der Malerei"

    http://www.all-ways-art.de/images/1_4_baeume_g.jpg

    http://www.expressive-malerei-dieninghoff.de/...

    http://www.malerei-und-fotografie.de/resource...

    http://pics.artring.net/73102_l_01.jpg

    http://www.altertuemliches.at/files/vincent_v...

    Herzlichst oopsy
    #184Auteur oopsy (491382) 05 Juill. 11, 09:25
    Commentaire
    Mon âme a son secret

    Mon âme a son secret, ma vie son mystère,
    Un amour éternel en un moment conçu:
    Le mal est sans espoir, aussi j'ai dû le taire,
    Et celle qui l'a fait n'en a jamais rien su

    Hélas! j'aurai passé près d'elle inaperçu,
    Toujours à ses côtés, et pourtant solitaire;
    Et j'aurai jusqu'au bout fait mon temps sur la terre,
    N'osant rien demander et n'ayant rien reçu.

    Pour elle, quoique Dieu l'ait faite douce et tendre,
    Elle suit son chemin, distraite et sans entendre
    Ce murmure d'amour élevé sur ses pas.

    A l'austère devoir pieusement fidèle,
    Elle dira, lisant ces vers tout remplis d'elle:
    "Quelle est donc cette femme?" et ne comprendra pas


    Félix ARVERS (1806-1850)

    http://doudou.gheerbrant.com/wp-content/moris...
     
    79 Autor Clélia (601872) 26 Jun 10 14:04

    #185Auteur Clélia (601872) 05 Juill. 11, 10:01
    Commentaire

    Es wird mit Recht ein Guter Braten…

    Es wird mit Recht ein guter Braten
    Gerechnet zu den guten Taten;
    Und daß man ihn gehörig mache,
    Ist weibliche Charaktersache.
    Ein braves Mädchen braucht dazu
    Mal, erstens, reine Seelenruh,
    Daß bei Verwendung der Gewürze
    Sie sich nicht hastig überstürze.
    Dann, zweitens, braucht sie Sinnigkeit,
    Ja, sozusagen Innigkeit,
    Damit sie alles appetitlich,
    Bald so, bald so und recht gemütlich
    Begießen, drehn und wenden könne,
    Daß an der Sache nichts verbrenne.
    In summa braucht sie Herzensgüte,
    Ein sanftes Sorgen im Gemüte,
    Fast etwas Liebe insofern.
    Für all die hübschen, edlen Herrn,
    Die diesen Braten essen sollen
    Und immer gern was Gutes wollen.
    Ich weiß, daß hier ein jeder spricht:
    »Ein böses Mädchen kann es nicht.«
    Drum hab' ich mir auch stets gedacht
    Zu Haus und anderwärts:
    Wer einen guten Braten macht,
    Hat auch ein gutes Herz.
     
    Wilhelm Busch 1832 – 1908
    #186Auteur emg (454352) 05 Juill. 11, 10:46
    Commentaire
    Rosa Hortensie 

    Wer nahm das Rosa an? Wer wußte auch,
    daß es sich sammelte in diesen Dolden?
    Wie Dinge unter Gold, die sich entgolden,
    entröten sie sich sanft, wie im Gebrauch.
     
    Daß sie für solches Rosa nichts verlangen.
    Bleibt es für sie und lächelt aus der Luft?
    Sind Engel da, es zärtlich zu empfangen,
    wenn es vergeht, großmütig wie ein Duft?
     
    Oder vielleicht auch geben sie es preis,
    damit es nie erführe vom Verblühn.
    Doch unter diesem Rosa hat ein Grün
    gehorcht, das jetzt verwelkt und alles

    http://www.compagnieduvegetal.fr/images/hydra...


    Blaue Hortensie

    So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
    sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,
    hinter den Blütendolden, die ein Blau
    nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.
     
    Sie spiegeln es verweint und ungenau,
    als wollten sie es wiederum verlieren,
    und wie in alten blauen Briefpapieren
    ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;
     
    Verwaschnes wie an einer Kinderschürze,
    Nichtmehrgetragnes, dem nichts mehr geschieht:
    wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.
     
    Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen
    in einer von den Dolden, und man sieht
    ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.
     
    http://www.mi-aime-a-ou.com/flore_la_reunion/...

    Rilke (1875-1926)
    #187Auteur Clélia (601872) 05 Juill. 11, 14:06
    Commentaire
    Herrlich :-) Danke, Clélia!
    #188Auteur Dana (236421) 05 Juill. 11, 15:13
    Commentaire
    @ Dana : ces poèmes de Rilke sont en effet une merveille!

    Celui-ci où il est question d'un cytise est au moins aussi beau qu'il est long!

    Bittô

    Le bourdonnant été, doré comme du miel,
    Parfumé de citrons, de résine et de menthe,
    Balance au vent sucré son rêve sensuel
    Et baigne son visage au clair de l'eau dormante.

    Les pesants papillons ont alangui les fleurs,
    Le cytise odorant et la belle mélisse
    Infusent doucement dans la grande chaleur,
    Le soleil joue et luit sur les écorces lisses ;

    Les branches des sureaux et des figuiers mûris
    S'emplissent du remous des abeilles fidèles...
    Comme le jour est gai, comme la plaine rit !
    Les prés chauds et roussis crépitent d'un bruit d'ailes.

    Voici qu'on voit venir, le soleil sur les yeux,
    La petite Bittô, la danseuse aux crotales ;
    La blancheur du chemin plaît à ses pieds joyeux
    Que la poussière brûle au travers des sandales.

    Son voile est de lin vert comme un nouveau raisin,
    Sa robe est attachée à son épaule frêle,
    La beauté du matin enorgueillit son sein
    Et son coeur est content comme une sauterelle.

    Ses boîtes de parfums et son petit miroir
    Font un bruit de cailloux au fond de sa corbeille ;
    Elle danse en marchant et s'amuse de voir
    Des bords de chaque fleur s'envoler des abeilles.

    - Ah ! Bittô, quel désir mène tes pieds distraits
    Aux dangereux sentiers de la campagne ardente ?
    D'invisibles Érôs habitent les forêts,
    Et des poisons subtils montent du coeur des plantes.

    Retourne te mêler aux travaux du matin,
    Car l'heure de midi promptement s'achemine,
    Ou bien va regarder dans ton petit jardin
    Si la nuit a mûri les vertes aubergines...

    Mais, rieuse et nouant ses deux mains à son cou,
    Bittô n'écoute pas les prudentes paroles ;
    Le vent joueur s'enroule autour de ses genoux
    Et fait un bruit soyeux comme un ruban qui vole.

    Le baume végétal qui flotte dans l'air bleu
    Enduit d'un miel léger son âme complaisante
    Elle vient, au travers des épis onduleux,
    S'asseoir près d'un étang où rêve l'eau luisante.

    Avides de s'unir au glorieux été,
    La pivoine touffue et l'anémone rose
    Se pâment de désir et semblent rejeter
    Le lâche vêtement des corolles décloses.

    - Quelle silencieuse et palpitante ardeur
    Rôde autour de vos pieds, vous guette et vous accueille,
    Bittô ? Le soleil gonfle et mûrit votre coeur ;
    Votre coeur est tremblant comme un buisson de feuilles.

    Du flanc de la colline où le cassis bleuit,
    Voici Criton qui vient faire boire ses chèvres
    A l'étang où Bittô, sous la feuille qui luit,
    S'amuse à retenir l'eau vive entre ses lèvres.

    Il s'est approché d'elle, il lui dit : " Ma Bittô,
    Prends ce fromage, blanc et rond comme la lune,
    La noix que j'ai sculptée au bout de mon couteau
    Et le panier de jonc où je mettais mes prunes. "

    Il lui fait de hardis et timides serments,
    Il l'entoure, il la presse, il tient ses mains, il joue...
    - Et Bittô, déjà lasse et faible infiniment,
    Se couche dans ses bras et lui baise la joue...

    _______________________________________________________


    Comme elle est grave et pâle après l'âpre union !
    - Ô vous dont la pudeur tristement fut surprise,
    Tendre corps plein de trouble et de confusion,
    Bittô, je vous dirai votre grande méprise :

    Le rude et lourd baiser dont parlent les chansons
    Ne guérit pas le mal dont vous étiez atteinte ;
    Votre langueur venait de la verte saison,
    Du parfum des mûriers et des chauds térébinthes.

    Pensant vous délasser d'un tourment inconnu
    Qui vous venait des champs, des feuilles, de la terre,
    Vous avez sans prudence attaché vos bras nus
    Au cou du chevrier dont l'étreinte est amère ;

    Amoureuse du jour vivant et de clarté,
    Vous avez cru pouvoir apaiser sur sa bouche,
    Diseuse de mensonge et de frivolités,
    Votre désir de l'air, des fleurs, de l'eau farouche ;

    Sentant que votre coeur, si lourd et si dolent,
    Pesait à votre sein comme un nid aux ramures,
    Vous avez cru qu'aux mains du berger violent
    Il pourrait s'effeuiller comme une rose mûre...

    Ah ! Bittô, quelle ardeur et quelle volupté
    Auraient donc pu guérir votre malaise insigne ?
    - L'amant que vous vouliez, c'était le tendre Été
    Saturé d'aromates et de l'odeur des vignes !

    Anna de NOAILLES (1876-1933)
    http://www.visoflora.com/images/original/labu...
    #189Auteur Clélia (601872) 05 Juill. 11, 16:21
    Commentaire
    Zum Thema "Bäume" will ich noch einmal den Link zu Sarah Kirschs Gedicht "Bäume lesen" einstellen:

    http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/frauen...
    #190Auteur mars (236327) 05 Juill. 11, 17:12
    Commentaire
    Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

    Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
    die sich über die Dinge ziehn.
    Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
    aber versuchen will ich ihn.

    Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
    und ich kreise jahrtausendelang;
    und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
    oder ein großer Gesang.
    (Rainer Maria Rilke, gest. 1926)

    http://kinder.wetter.com/media/picture/foto_j...
    #191Auteur moustique (308708) 05 Juill. 11, 23:14
    Commentaire
    Sommerabend

    Die große Sonne ist versprüht,
    der Sommerabend liegt im Fieber,
    und seine heiße Wange glüht.
    Jach seufzt er auf: „Ich möchte lieber…“
    Und wieder dann: „Ich bin so müd…“

    Die Büsche beten Litaneien,
    Glühwürmchen hangt, das regungslose,
    dort wie ein ewiges Licht hinein;
    und eine kleine weiße Rose
    trägt einen roten Heiligenschein.

    Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

    21 Autor Claus (243211) 17 Jul 10 18:07
    http://1a.img.v4.skyrock.net/1a2/francoisjoac...
    #192Auteur Clélia (601872) 05 Juill. 11, 23:54
    Commentaire
    Aus den Schilfliedern

    Drüben geht die Sonne scheiden,
    Und der müde Tag entschlief.
    Niederhangen hier die Weiden
    In den Teich, so still, so tief.

    Und ich muss mein Liebstes meiden:
    Quill, o Träne, quill hervor!
    Traurig säuseln hier die Weiden,
    Und im Winde bebt das Rohr.

    In mein stilles, tiefes Leiden
    Strahlst du, Ferne! hell und mild,
    Wie durch Binsen hier und Weiden
    Strahlt des Abendsternes Bild.

    Auf dem Teich, dem regungslosen,
    Weilt des Mondes holder Glanz,
    Flechtend seine bleichen Rosen
    In des Schilfes grünen Kranz.

    Hirsche wandeln dort am Hügel,
    Blicken in die Nacht empor;
    Manchmal regt sich das Geflügel
    Träumerisch im tiefen Rohr.

    Weinend muss mein Blick sich senken;
    Durch die tiefste Seele geht
    Mir ein süßes Deingedenken
    Wie ein stilles Nachtgebet!

    Nikolaus LENAU (1802-1850)

    Ce poème a inspiré Edouard Tavan (1842-1919).

    LE CHANT DES ROSEAUX

    D'après Lenau

    A la mémoire de ma sœur Lilia

    C'est l'étang dormante opale,
    Où la lune au bord des eaux
    A mêlé sa tresse pâle
    Aux guirlandes des roseaux.

    Des cerfs passent sur la grève,
    Ils regardent dans la nuit;
    Un bruit d'ailes, comme en rêve,
    Dans les joncs murmure et fuit.

    J'ai baissé ma tête lasse;
    A travers mon désespoir
    Ton profond souvenir passe
    Comme un chant pieux du soir.

    http://4.bp.blogspot.com/_uEXvaLEVsJ8/TDeeu-8.....
    #193Auteur Clélia (601872) 06 Juill. 11, 00:00
    Commentaire
    @ oopsy : merci pour tes arbres!
    Encore un arbre triste (de Dana):

    Der verwundete Baum

    Sie haben mit dem Beile dich zerschnitten,
    Die Frevler - hast du viel dabei gelitten?
    Ich selber habe sorglich dich verbunden
    Und traue: Junger Baum, du wirst gesunden!
    Auch ich erlitt zu schier derselben Stunde
    Von schärferm Messer eine tiefre Wunde.
    Zu untersuchen komm ich deine täglich,
    Und meine fühl ich brennen unerträglich.
    Du saugest gierig ein die Kraft der Erde,
    Mir ist, als ob auch ich durchrieselt werde!
    Der frische Saft quillt aus zerschnittner Rinde
    Heilsam. Mir ist, als ob auch ichs empfinde!
    Indem ich deine sich erfrischen fühle,
    Ist mir, als ob sich meine Wunde kühle!
    Natur beginnt zu wirken und zu weben,
    Ich traue: Beiden geht es nicht ans Leben!
    Wie viele, so verwundet, welkten, starben!
    Wir beide prahlen noch mit unsern Narben!

    C.F. Meyer (1825-1898)

     
    285 Autor Dana (236421) 15 Jul 10 13:58
    #194Auteur Clélia (601872) 06 Juill. 11, 06:18
    Commentaire
    Clélia :-)), vor allem für die Hortensien!



    Heimliches Lieben

    O du, wenn deine Lippen mich berühren,
    Dann will die Lust die Seele mir entführen.
    Ich fühle tief ein namenloses Beben
    Den Busen heben.

    Mein Auge flammt,
    Glut schwebt auf meinen Wangen;
    Es schlägt mein Herz
    Ein unbekannt Verlangen;
    Mein Geist, verirrt
    In trunkner Lippen Stammeln
    Kann kaum sich sammeln.

    Mein Leben hängt in einer solchen Stunde
    An deinem süßen, rosenweichen Munde,
    Und will, bei deinem trauten Armumfassen,
    Mich fast verlassen.

    O! daß es doch nicht außer
    Sich kann fliehen
    Die Seele ganz in deiner Seele glühen!
    Daß doch die Lippen,
    Die voll Sehnsucht brennen,
    Sich müssen trennen!

    Daß doch im Kuß
    Mein Wesen nicht zerfließet
    Wenn es so fest an deinen Mund
    Sich schließet,
    Und an dein Herz,
    Das niemals laut darf wagen
    Für mich zu schlagen!

    Karoline Louise von Klenke, gest. 1806
    http://www.epoche-napoleon.net/bio/klencke-kl.html


    "Küsse"

    http://imalbum.aufeminin.com/album/D20070504/...

    http://www.schwaebische.de/cms_media/module_i...

    http://www.kunstnet.de/werk/179369-liebeshymne

    http://www.roland-rafael-repczuk.de/bilder/fr...

    http://zuwenigzeit.blogsport.de/images/munch_...

    http://farm3.static.flickr.com/2414/245912936...

    Herzlichst oopsy
    #195Auteur oopsy (491382) 06 Juill. 11, 09:07
    Commentaire
    Tristan L'HERMITE (1601-1655)

    L'EXTASE D'UN BAISER

    Au point que j'expirais, tu m'as rendu le jour
    Baiser, dont jusqu'au cœur le sentiment me touche,
    Enfant délicieux de la plus belle bouche
    Qui jamais prononça les Oracles d'Amour.

    Mais tout mon sang s'altère, une brûlante fièvre
    Me ravit la couleur et m'ôte la raison;
    Cieux! j'ai pris à la fois sur cette belle lèvre
    D'un céleste Nectar et d'un mortel poison.

    Ah! mon Ame s'envole en ce transport de joie!
    Ce gage de salut, dans la tombe m'envoie;
    C'est fait! je n'en puis plus, Elise je me meurs.

    Ce baiser est un sceau par qui ma vie est close:
    Et comme on peut trouver un serpent sous des fleurs,
    J'en rencontré ma mort sur un bouton de rose.


    218 Auteur Clélia (601872) 29 Oct 10 13:45

    http://photosdebailili.canalblog.com/images/R...
    #196Auteur Clélia (601872) 06 Juill. 11, 09:20
    Commentaire
    Soif d'un baiser


    Comme une ville qui s'allume
    Et que le vent vient embraser,
    Tout mon coeur brûle et se consume,
    J'ai soif, oh ! j'ai soif d'un baiser.

    Baiser de la bouche et des lèvres
    Où notre amour vient se poser,
    Pleins de délices et de fièvres,
    Ah ! j'ai soif d'un baiser !

    Baiser multiplié que l'homme
    Ne pourra jamais épuiser,
    O toi, que tout mon être nomme,
    J'ai soif, oui d'un baiser.

    Fruit doux où la lèvre s'amuse,
    Beau fruit qui rit de s'écraser,
    Qu'il se donne ou qu'il se refuse,
    Je veux vivre pour ce baiser.

    Baiser d'amour qui règne et sonne
    Au coeur battant à se briser,
    Qu'il se refuse ou qu'il donne
    Je veux mourir de ce baiser.
     
    Germain Nouveau (1851-1920)
    http://images.toocharger.com/img/graphiques/f...
    #197Auteur Clélia (601872) 06 Juill. 11, 09:34
    Commentaire

    LE LIÈVRE ET LA TORTUE


    Rien ne sert de courir ; il faut partir à point.
    Le Lièvre et la Tortue en sont un témoignage.
    Gageons, dit celle-ci, que vous n'atteindrez point
    Si tôt que moi ce but. Si tôt ? Êtes-vous sage ?
    Repartit l'Animal léger
    Ma Commère, il vous faut purger
    Avec quatre grains d'ellébore.
    Sage ou non, je parie encore.
    Ainsi fut fait : et de tous deux
    On mit près du but les enjeux.
    Savoir quoi, ce n'est pas l'affaire ;
    Ni de quel juge l'on convint.
    Notre Lièvre n'avait que quatre pas à faire ;
    J'entends de ceux qu'il fait lorsque prêt d'être atteint
    Il s'éloigne des Chiens, les renvoie aux calendes,
    Et leur fait arpenter les landes.
    Ayant, dis-je, du temps de reste pour brouter,
    Pour dormir, et pour écouter
    D'où vient le vent, il laisse la Tortue
    Aller son train de Sénateur.
    Elle part, elle s'évertue ;
    Elle se hâte avec lenteur.
    Lui cependant méprise une telle victoire ;
    Tient la gageure à peu de gloire ;
    Croit qu'il y va de son honneur
    De partir tard. Il broute, il se repose,
    Il s'amuse à toute autre chose
    Qu'à la gageure. À la fin, quand il vit
    Que l'autre touchait presque au bout de la carrière
    Il partit comme un trait ; mais les élans qu'il fit
    Furent vains : la Tortue arriva la première.
    Eh bien, lui cria-t-elle, avais-je pas raison
    De quoi vous sert votre vitesse ?
    Moi l'emporter ! et que serait-ce
    Si vous portiez une maison ?

    Jean de La Fontaine 1621 – 1695

    http://www.la-fontaine-ch-thierry.net/images/...
    #198Auteur emg (454352) 06 Juill. 11, 09:55
    Commentaire
    Bäume sind Gedichte
    die die Erde an den Himmel schreibt.
    Wir fällen sie nieder und verwandeln sie in Papier,
    um unsere Leere zu dokumentieren.
    (Khalil Gibran, gest. 1931)

    http://www.ingenuin.de/users/HP_www_ingenuin_...
    #199Auteur moustique (308708) 06 Juill. 11, 11:59
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    Ingeborg Bachmann (1957)
    Freies Geleit (Aria II)
    http://home.bn-ulm.de/~ulschrey/literatur/bac...

    278 Autor Claus (243211) 15 Jul 10 11:41

    #200Auteur Clélia (601872) 06 Juill. 11, 13:53
    Commentaire
    ABSEITS

    Es ist so still; die Heide liegt
    Im warmen Mittagssonnenstrahle,
    Ein rosenroter Schimmer fliegt
    Um ihre alten Gräbermale;
    Die Kräuter blühn; der Heideduft
    Steigt in die blaue Sommerluft.

    Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
    In ihren goldnen Panzerröckchen,
    Die Bienen hängen Zweig um Zweig
    Sich an der Edelheide Glöckchen,
    Die Vögel schwirren aus dem Kraut -
    Die Luft ist voller Lerchenlaut.

    Ein halbverfallenen niedrig Haus
    Steht einsam hier und sonnbeschienen,
    Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,
    Behaglich blinzelnd nach den Bienen,
    Sein Junge auf dem Stein davor
    Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

    Kaum zittert durch die Mittagsruh
    Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;
    Dem Alten fällt die Wimper zu,
    Er träumt von seinen Honigernten.
    - Kein Klang der aufgeregten Zeit
    Drang noch in dieser Einsamkeit.

    Theodor STORM (1817-1888)

    18 Autor Clélia (601872) 17 Jul 10 09:24

    Heidebild

    Die Mittagssonne brütet auf der Heide,
    Im Süden droht ein schwarzer Ring.
    Verdurstet hängt das magere Getreide,
    Behaglich treibt ein Schmetterling.

    Ermattet ruhn der Hirt und seine Schafe,
    Die Ente träumt im Binsenkraut,
    Die Ringelnatter sonnt in trägem Schlafe
    Unregbar ihre Tigerhaut.

    Im Zickzack zuckt ein Blitz, und Wasserfluten
    Entstürzen gierig feuchtem Zelt.
    Es jauchzt der Sturm und peitscht mit seinen Ruten
    Erlösend meine Heidewelt.


    Detlev von Liliencron, (1844 - 1909)

    138 Autor mars (236327) 03 Jul 10 11:02

    Bruyère:
    http://photossupl.free.fr/calune%20calluna%20...
    #201Auteur Clélia (601872) 06 Juill. 11, 13:56
    Commentaire
    L'ABREUVOIR

    En un creux de terrain aussi profond qu'un antre,
    Les étangs s'étalaient dans leur sommeil moiré,
    Et servaient d'abreuvoir au bétail bigarré,
    Qui s'y baignait, le corps dans l'eau jusqu'à mi-ventre.

    Les troupeaux descendaient, par des chemins penchants:
    Vaches à pas très lent, chevaux menés à l'amble,
    Et les boeufs noirs et roux qui souvent, tous ensemble,
    Beuglaient, le cou tendu, vers les soleils couchants.

    Tout s'anéantissait dans la mort coutumière,
    Dans la chute du jour : couleurs, parfums, lumière,
    Explosion de sève et splendeurs d'horizons;

    Des brouillards s'étendaient en linceuls aux moissons,
    Des routes s'enfonçaient dans le soir - infinies
    Et les grands boeufs semblaient râler ces agonies.

    Emile VERHAEREN (1855-1916)

    http://a10.idata.over-blog.com/600x400/0/14/0...

    195 Autor Clélia (601872) 07 Jul 10 18:38

    #202Auteur Clélia (601872) 06 Juill. 11, 17:20
    Commentaire
    Helle Länder sind deine Augen.
    Vögelchen sind deine Blicke,
    Zierliche Winke aus Tüchern beim Abschied.
    In deinem Lächeln ruh ich wie in spielenden Booten.
    Deine kleinen Geschichten sind aus Seide.
    Ich muss dich immer ansehn.
    (Alfred Lichtenstein, gest. 1915)
    Liebeslied, Gedichte des Kuno Kohn

    http://www.dayalemoon.de/the%20spirit%20of%20...
    #203Auteur moustique (308708) 06 Juill. 11, 21:31
    Commentaire
    Im Gewitter der Rosen, Ingeborg Bachmann

    http://archive.monumenta.com/2007/index.php?o...

    159 Autor Claus (243211) 05 Jul 10 12:14

    http://www.visoflora.com/images/original/rosi...
    (rosier en arceau Pierre Ronsard)
    #204Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 09:34
    Commentaire
    Le dormeur du val

    C'est un trou de verdure où chante une rivière
    Accrochant follement aux herbes des haillons
    D'argent ; où le soleil, de la montagne fière,
    Luit : c'est un petit val qui mousse de rayons.

    Un soldat jeune, bouche ouverte, tête nue,
    Et la nuque baignant dans le frais cresson bleu,
    Dort ; il est étendu dans l'herbe sous la nue,
    Pâle dans son lit vert où la lumière pleut.

    Les pieds dans les glaïeuls, il dort. Souriant comme
    Sourirait un enfant malade, il fait un somme :
    Nature, berce-le chaudement : il a froid.

    Les parfums ne font pas frissonner sa narine ;
    Il dort dans le soleil, la main sur sa poitrine
    Tranquille. Il a deux trous rouges au côté droit.

    Arthur Rimbaud (1854-1891)

    Octobre 1870

    Ohne jeglichen Kommentar ...
    175 Autor Pierrot (236507) 06 Jul 10 10:43

    http://storage.canalblog.com/67/51/304481/408...
    #205Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 09:42
    Commentaire

    Le point noir

    Quiconque a regardé le soleil fixement
    Croit voir devant ses yeux voler obstinément
    Autour de lui, dans l'air, une tache livide.

    Ainsi, tout jeune encore et plus audacieux,
    Sur la gloire un instant j'osai fixer les yeux :
    Un point noir est resté dans mon regard avide.

    Depuis, mêlée à tout comme un signe de deuil,
    Partout, sur quelque endroit que s'arrête mon oeil,
    Je la vois se poser aussi, la tache noire !

    Quoi, toujours ? Entre moi sans cesse et le bonheur !
    Oh ! c'est que l'aigle seul - malheur à nous, malheur !
    Contemple impunément le Soleil et la Gloire.

    Gérard de Nerval 1808 – 1855


    Voltaire écrivait des vers avec une extrême facilité. Mais il n’avait pas la sensibilité du poète. Il n’a guère réussi que des satires et des épigrammes. Celle qu’il a écrite contre un de ses ennemis, Fréron, est célèbre.

    L’autre jour, au fond d’un vallon,
    Un serpent piqua Jean Fréron.
    Que pensez-vous qu’il arriva ?
    Ce fut le serpent qui creva.
    #206Auteur emg (454352) 07 Juill. 11, 09:48
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    Antik und modern

    Alte, neue Poesie, -
    Was ist d'rüber nicht zu lesen!
    G'rade so, als wären sie
    Eines nicht im tiefsten Wesen!

    G'rade so, als wenn der Strahl,
    Den Horaz einst liebvoll hegte,
    Heute nicht wie dazumal
    In des Dichters Brust sich regte!

    Laßt ihr Guten! immerhin
    Eure Silbenstecherfehde.
    Alt und neu hat keinen Sinn,
    Wenn von Ewigem die Rede!

    Betty Paoli, gest. 1894
    http://de.wikipedia.org/wiki/Betty_Paoli


    Silbenstecherfehde: ??

    Herzlichst oopsy
    #207Auteur oopsy (491382) 07 Juill. 11, 10:08
    Commentaire
    Sur le thème de la guerre (205):

    Der müde Soldat

    Ein kahles Mädchen. Heckenblaßentlaubt.
    Sie steht am Weg. Ich gehe weit vorbei.
    So stehen alle: Reih in Reih
    Und Haupt an Haupt.

    Was weiß ich noch von heiligen Gewässern
    Und von des Dorfes Abendrot?
    Ich bin gespickt mit tausend Messern
    Und müde von dem vielen Tod.

    Der Kinder Augen sind wie goldner Regen,
    In ihren Händen glüht die Schale Wein.
    Ich will mich unter Bäumen schlafen legen
    Und kein Soldat mehr sein.

    Klabund (1890 - 1928)
    172 Autor Dana (236421) 06 Jul 10 08:59
    #208Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 10:28
    Commentaire
    Hoffnung

    Hoffnung schlummert tief im Herzen
    Wie im Lilienkelch der Tau
    Hoffnung taucht, wie aus den Wolken
    Nach dem Sturm des Himmels Blau
    Hoffnung keimt,
    ein schwaches Hälmchen
    Auch aus nackter Felsenwand
    Hoffnung leuchtet unter Tränen
    Wie im Wasser der Demant

    Schon so tausendfach betrogen
    Armes, schwaches Menschenherz
    Immer wendest du dich wieder
    Gläubig trauernd himmelwärts
    Wie Arachne unverdrossen
    Täglich neue Netze spannt
    Kreuze auch durch ihre Fäden
    Täglich rauh des Schicksals Hand

    Franz von Gaudy (1800-1840)

    54 Autor oopsy (491382) 23 Jun 10 11:08
    #209Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 11:43
    Commentaire
    Die Wasserlilje

    Die schlanke Wasserlilje
    Schaut träumend empor aus dem See;
    Da grüßt der Mond herunter
    Mit lichtem Liebesweh.
    Verschämt senkt sie das Köpfchen
    Wieder hinab zu den Welln -
    Da sieht sie zu ihren Füßen
    Den armen blassen Geselln.

    Heinrich Heine

    58 Autor Claus (243211) 23 Jun 10 13:10
    http://philopanterin.files.wordpress.com/2009...
    #210Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 11:46
    Commentaire
    "Le spectre de la rose"

    Siehe auch: ♪♪♪ Moments Musicaux ♪♪♪ - #116

    Herzlichst oopsy
    #211Auteur oopsy (491382) 07 Juill. 11, 11:50
    Commentaire
    Merci oopsy! Je colle quand même le texte de Gautier dans les jardins:

    Le spectre de la rose

    Soulève ta paupière close
    Qu’effleure un songe virginal ;
    Je suis le spectre d’une rose
    Que tu portais hier au bal.
    Tu me pris encore emperlée
    Des pleurs d’argent de l’arrosoir,
    Et parmi la fête étoilée
    Tu me promenas tout le soir.

    Ô toi qui de ma mort fus cause,
    Sans que tu puisses le chasser
    Toute la nuit mon spectre rose
    A ton chevet viendra danser.
    Mais ne crains rien, je ne réclame
    Ni messe, ni De Profundis ;
    Ce léger parfum est mon âme
    Et j’arrive du paradis.

    Mon destin fut digne d’envie :
    Pour avoir un trépas si beau,
    Plus d’un aurait donné sa vie,
    Car j’ai ta gorge pour tombeau,
    Et sur l’albâtre où je repose
    Un poète avec un baiser
    Ecrivit : Ci-gît une rose
    Que tous les rois vont jalouser

    Théophile GAUTIER (1811-1872)
    #212Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 12:09
    Commentaire
    CHANSON

    http://patrick.labouyrie.free.fr/images/jargo...

    J'ai toujours aimé les pins et la mer
    D'un amour qui dure...
    Odeur de résine et parfum amer
    Et même murmure!

    Laissons aujourd'hui la plage au soleil,
    Très loin découverte,
    Et marchons un peu dans le bois vermeil
    Dont la cime est verte.

    Le sable y est fait, à l'ombre des troncs,
    De fines aiguilles...
    Viens, et sous nos pas nous ramasserons,
    Au lieu des coquilles,

    Le fruit entrouvert, mûri par l'été,
    Que, mystérieuse,
    Une bête semble avoir habité,
    La pomme écailleuse:

    Car le pin sylvestre imite la mer
    Et il a comme elle
    Odeur saine et forte et parfum amer
    Et voix éternelle.

    Henri de Régnier (1864-1936)

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Henri_de_R%C3%A9gnier

    114 Autor Clélia (601872) 01 Jul 10 11:50
    #213Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 13:29
    Commentaire
    Alles war ein Spiel

    In diesen Liedern suche du
    Nach keinem ernsten Ziel!
    Ein wenig Schmerz, ein wenig Lust,
    Und alles war ein Spiel.

    Besonders forsche nicht danach,
    Welch Antlitz mir gefiel,
    Wohl leuchten Augen viele drin,
    Doch alles war ein Spiel.

    Und ob verstohlen auf ein Blatt
    Auch eine Träne fiel,
    Getrocknet ist die Träne längst,
    Und alles war ein Spiel.

    Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)
     
    266 Autor Elbkatze (688694) 14 Jul 10 09:37
    #214Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 13:38
    Commentaire
    Die Nordsee, Erster Zyklus
    XI

    Reinigung

    Bleib du in deiner Meerestiefe,
    Wahnsinniger Traum,
    Der du einst so manche Nacht
    Mein Herz mit falschem Glück gequält hast,
    Und jetzt, als Seegespenst,
    Sogar am hellen Tag mich bedrohest -
    Bleib du dort unten, in Ewigkeit,
    Und ich werfe noch zu dir hinab
    All meine Schmerzen und Sünden,
    Und die Schellenkappe der Torheit,
    Die so lange mein Haupt umklingelt,
    Und die kalte, gleißende Schlangenhaut
    Der Heuchelei,
    Die mir so lang die Seele umwunden,
    Die kranke Seele,
    Die gottverleugnende, engelverleugnende,
    Unselige Seele -
    Hoiho! hoiho! Da kommt der Wind!
    Die Segel auf! Sie flattern und schwelln!
    Über die stillverderbliche Fläche
    Eilet das Schiff,
    Und es jauchzt die befreite Seele.

    Heinrich Heine (1797 – 1856)

    177 Autor Tigrou (459790) 06 Jul 10 11:37
    #215Auteur Clélia (601872) 07 Juill. 11, 20:49
    Commentaire
    Quand on arrêtera la course…

    Quand on arrêtera la course coutumière
    Du grand courrier des cieux qui porte la lumière,
    Quand on arrêtera l'an qui roule toujours
    Sur un char attelé de mois, d'heures, de jours,
    Quand on arrêtera l'armée vagabonde
    Qui va courant la nuit par le vide des cieux,
    Décochant contre nous les longs traits de ses yeux,
    Lors on arrêtera l'inconstance du Monde.

    Antoine de Chandieu (1534-1591)
    #216Auteur Marsupilami_24 (654487) 08 Juill. 11, 06:22
    Commentaire
    Passend zur Urlaubszeit:

    Luftveränderung

    Fahre mit der Eisenbahn,
    fahre, Junge, fahre!
    Auf dem Deck vom Wasserkahn
    wehen deine Haare.

    Tauch in fremde Städte ein,
    lauf in fremden Gassen;
    höre fremde Menschen schrein,
    trink aus fremden Tassen.

    Flieh Betrieb und Telefon,
    grab in alten Schmökern,
    sieh am Seinekai, mein Sohn,
    Weisheit still verhökern.

    Lauf in Afrika umher,
    reite durch Oasen;
    lausche auf ein blaues Meer,
    hör den Mistral blasen!

    Wie du auch die Welt durchflitzt
    ohne Rast und Ruh –:
    Hinten auf dem Puffer sitzt
    du.


    Theobald Tiger (1890-1935)

    98 Autor mars (236327) 29 Jun 10 11:21

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky
    #217Auteur Clélia (601872) 08 Juill. 11, 07:57
    Commentaire
    CHANSON DU MOYEN ÂGE (ANONYME)

    - Trop me regardez, amie, trop souvent
    Votre doux regard inquiète les gens,
    Cœur qui veut aimer jolietement

    - Trop me regardez, amie, trop souvent.
    Ne se doit vanter par devant les gens
    Et se doit garder des gens médisants.

    - Trop me regardez, amie, trop souvent.
    Votre doux regard inquiète les gens...

    __________________________________

    LES CLOCHES

    Mon beau tzigane mon amant
    Ecoute les cloches qui sonnent
    Nous nous aimions éperdument
    Croyant n'être vus de personne

    Mais nous étions bien mal cachés
    Toutes les cloches à la ronde
    Nous ont vus du haut des clochers
    Et le disent à tout le monde

    Demain Cyprien et Henri
    Marie Ursule et Catherine
    La boulangère et son mari
    Et puis Gertrude ma cousine

    Souriront quand je passerai
    Je ne saurai plus où me mettre
    Tu seras loin Je pleurerai
    J'en mourrai peut-être

    Guillaume Apollinaire (1880-1918)

    261 Autor Clélia (601872) 13 Jul 10 13:19
    #218Auteur Clélia (601872) 08 Juill. 11, 12:37
    Commentaire
    Anonyme, mais ancien:

    Willst du dein Herz mir schenken?

    Poème lu:
    http://www.youtube.com/watch?v=c5oYyrbuixQ

    Willst du dein Herz mir schenken,
    So fang es heimlich an,
    Dass unser beider Denken
    Niemand erraten kann.

    Die Liebe muss uns beiden
    Allzeit verschwiegen sein,
    Drum schließ die größten Freuden
    Im innern Herzen ein.

    Behutsam sei und schweige
    Und traue keiner Wand,
    Lieb innerlich und zeige
    Dich außen unbekannt.

    Kein Argwohn musst du geben,
    Verstellung nötig ist,
    Genug, dass du, mein Leben,
    Der Treu versichert bist.

    Begehre keine Blicke
    Von meiner Liebe nicht.
    Der Neid hat viele Tücke
    Auf unsern Bund gericht!

    Du musst die Brust verschließen,
    Halt deine Neigung ein,
    Die Lust, die wir genießen,
    Muss ein Geheimnis sein.

    Zu frei sein, sich ergehen,
    Hat oft Gefahr gebracht.
    Man muss sich wohl verstehen,
    weil ein falsch Auge wacht.

    Du musst den Spruch bedenken,
    Den ich vorher getan:
    Willst du dein Herz mir schenken,
    So fang es heimlich an.

    Von wem es ist weiß ich leider nicht, aber es wurde von Bach (glaube ich) vertont... vielleicht kannst Du, lieber Mars den entsprechenden Link einfügen, da ich dazu keinen Zugang habe.
    259 Autor Elbkatze (688694) 13 Jul 10 12:45

    Kommentar Servus Elbkatze! Herzlich willkommen hier im Quasselzimmer!

    Darf ich für Mars einspringen?

    Mit einem herzlichen Gruss aus der Musikecke:
    http://www.youtube.com/watch?v=M99XFmCmeVc

    in einer Bearbeitung von R. Mey:
    http://www.youtube.com/watch?v=eMbiC-tmMWk

    260 Autor oopsy (491382) 13 Jul 10 12:53
    #219Auteur Clélia (601872) 08 Juill. 11, 12:45
    Commentaire

    Meine Lieder

    Als Kind schon nahm die Leier ich zu Handen -
    Denn früh verlernte ich der Kindheit Spiele;
    Ich träumte nur in stillen Dichterlanden
    Entrückt der Schwestern lärmenden Gewühle.
    Ob auch mein Lied verstimmt und schrill geklungen
    Gleich einer Glocke, die entzwei gesprungen,
    Dumpfdröhnend nur und unharmonisch läutet:
    Ich wußt es doch was Dichterlust bedeutet!

    Ich sang von Schmetterlingen und von Sternen,
    Sang meinen Teuern, die im Jenseit wallen,
    Ich sang von Gott und heiligen Himmelsfernen,
    Bald auch von Rosen und von Nachtigallen,
    Von Nachtigallen, denn im Liebeshaine
    Fühlt ich der Liebe Wonne als die meine -
    Fühlt ich ein neues Wesen mich geworden -
    Da - ha! ein Schlag - ich stand an Grabespforten.

    Sie gähnten weit und schlossen dann sich wieder -
    Ich blieb zurück auf thränenfeuchter Erde,
    Um mich verdorrte Kränze, Klagelieder,
    In mir ein Feuer, das am Herzen zehrte! -
    Was sing ich nun? - soll ich in eitlen Klagen,
    Der kalten Welt von heißen Schmerzen sagen?
    Soll ich um Mitleid singend betteln gehen?
    Soll feig den Tod ich um Erlösung flehen? -

    O Eines, Eines hab ich mir gerettet,
    Es ist der Stolz, der mit dem Schicksal ringet,
    Der sich wohl auch auf einem Grabe bettet,
    Und doch im Leide festen Mut erzwinget.
    O der weiß nichts von starren Ohnmachtskrämpfen
    Er wagts noch um das höchste Gut zu kämpfen
    Auf denn zum Lied! als Schwert solls Euch begegnen
    Es ist gefeit zum Rächen und zum Segnen.

    Das Lied der Freiheit ist mir noch geblieben -
    Ich will es kühn vor ihren Feinden singen;
    Es soll mit Jubeln und mit heilgen Lieben
    Zu ihnen und des Volkes Freunden dringen.
    Sie können höhnen mich und schweigen heißen,
    Die Lieb zur Freiheit nimmer mir entreißen.
    In solchem Kampfe fühl ich mich gefunden:
    Der Streit der Freiheit heilt der Liebe Wunden.

    Louise Otto-Peters, gest. 1895

    http://de.wikipedia.org/wiki/Louise_Otto-Peters
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Louise_Otto-Peters

    Herzlichst oopsy
    #220Auteur oopsy (491382) 08 Juill. 11, 12:51
    Commentaire

    A Madame X...
    En lui envoyant une pensée

    Au temps où vous m'aimiez (bien sûr ?),
    Vous m'envoyâtes, fraîche éclose,
    Une chère petite rose,
    Frais emblème, message pur.

    Elle disait en son langage
    Les " serments du premier amour ",
    Votre cœur à moi pour toujours
    Et toutes les choses d'usage.

    Trois ans sont passés. Nous voilà !
    Mais moi j'ai gardé la mémoire
    De votre rose, et c'est ma gloire
    De penser encore à cela.

    Hélas ! si j'ai la souvenance,
    Je n'ai plus la fleur, ni le cœur !
    Elle est aux quatre vents, la fleur.
    Le cœur ? mais, voici que j'y pense,

    Fut-il mien jamais ? entre nous ?
    Moi, le mien bat toujours de même,
    Il est toujours simple. Un emblème
    A mon tour. Dites, voulez-vous

    Que, tout pesé, je vous envoie,
    Triste sélam, mais c'est ainsi,
    Cette pauvre négresse-ci ?
    Elle n'est pas couleur de joie,

    Mais elle est couleur de mon cœur ;
    Je l'ai cueillie à quelque fente
    Du pavé captif que j'arpente
    En ce lieu de juste douleur.

    A-t-elle besoin d'autres preuves ?
    Acceptez-la pour le plaisir.
    J'ai tant fait que de la cueillir,
    Et c'est presque une fleur-des-veuves.

    Paul Verlaine 1844 - 1896
    #221Auteur emg (454352) 08 Juill. 11, 16:15
    Commentaire
    Die Efeulauben flimmern

    Der Sommermittag lastet auf den weißen
    Terrassen und den schlanken Marmortreppen
    die Gitter und die goldnen Kuppeln gleißen
    leis knirscht der Kies. Vom müden Garten schleppen
    sich Rosendüfte her - wo längs der Hecken
    der schlaffe Wind entschlief in roten Matten
    und geisternd strahlen zwischen Laubverstecken
    die Götterbilder über laue Schatten.
    Die Efeulauben flimmern. Schwäne wiegen
    und spiegeln sich in grundlos grünen Weihern
    und große fremde Sonnenfalter fliegen
    traumhaft und schillernd zwischen Düfteschleiern

    Ernst Stadler (1883-1914)
    http://storage.canalblog.com/14/19/125452/650...

    209 Autor moustique (308708) 08 Jul 10 11:23
    #222Auteur Clélia (601872) 08 Juill. 11, 19:20
    Commentaire
    L’ARDEUR

    Rire ou pleurer, mais que le cœur
    Soit plein de parfums comme un vase,
    Et contienne jusqu’à l’extase
    La force vive ou la langueur.

    Avoir la douleur ou la joie,
    Pourvu que le cœur soit profond
    Comme un arbre où des ailes font
    Trembler le feuillage qui ploie ;

    S’en aller pensant ou rêvant,
    Mais que le cœur donne sa sève
    Et que l’âme chante et se lève
    Comme une vague dans le vent.

    Que le cœur s’éclaire ou se voile,
    Qu’il soit sombre ou vif tour à tour,
    Mais que son ombre et que son jour
    Aient le soleil ou les étoiles…

    Anna de Noailles (1876-1933)


    286 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 14:04
    #223Auteur Clélia (601872) 08 Juill. 11, 19:57
    Commentaire
    Joseph von Eichendorff (1788-1857) - "Mondnacht" :

    http://www.youtube.com/watch?v=gFtOin38m5g&fe...

    _________________________________________________

    Mondnacht

    Es war, als hätt' der Himmel
    Die Erde still geküsst,
    Dass sie im Blütenschimmer
    Von ihm nun träumen müsst'.

    Die Luft ging durch die Felder,
    Die Ähren wogten sacht,
    Es rauschten leis' die Wälder,
    So sternklar war die Nacht.

    Und meine Seele spannte
    Weit ihre Flügel aus,
    Flog durch die stillen Lande,
    Als flöge sie nach Haus.

    Joseph von Eichendorff


    PS: Robert Schumann vertonte dieses bedeutende Gedicht des Übergangs von Romantik zu Spätromantik im Jahr 1840 und stellte es in den Mittelpunkt seines Liederkreises. Ende des 19. Jahrhunderts gab es schon über 40 Vertonungen.

    http://www.youtube.com/watch?v=34oBTWLxcso

    Das Gedicht hat besonders lobende Anerkennung gefunden: Thomas Mann nannte es Die Perle der Perlen und Theodor W. Adorno empfand als wäre es mit dem Bogenstrich gespielt. Die Lyrikerin Ulla Hahn meint Innere und äußere Landschaft verschmelzen miteinander, Peter Paul Schwarz spricht von einer Verwandlung oder Verzauberung der Wirklichkeit und Wolfgang Frühwald von der orphischen Melodie der Nacht.

    Ich hoffe, ich finde hier im Garten ein kühles schattiges Plätzchen.
     
    128 Autor oopsy (491382) 02 Jul 10 12:04

    oopsy, j'ai eu beaucoup de plaisir à retrouver cette excellente contribution que tu avais placée dans le troisième jardin disparu. Merci beaucoup. Ce poème si célèbre d'Eichendorff est une splendeur!
    #224Auteur Clélia (601872) 08 Juill. 11, 20:06
    Commentaire
    Juli - Badelied

    In den Lüften so schwül,
    In dem Wasser so kühl;
    Wie die Wellen mich laden
    D’rin zu schwimmen, zu baden!

    Immer frisch, nicht gezaudert,
    Wer doch wird so viel fragen!
    Wenn die Haut dir auch schaudert,
    Bald doch wird dir’s behagen.

    Frisch hinein in die Flut!
    Nur die Feigen erbeben.
    Und mit Lust und mit Mut
    Wird die Flut dich beleben.


    Robert Reinick (1805 – 1852)

    Aus der Sammlung Der Jahreslauf im Kinderleben

    127 Autor Claus (243211) 02 Jul 10 10:55
    #225Auteur Clélia (601872) 09 Juill. 11, 08:13
    Commentaire
    Kleiner Rat

    Du wirst im Ehstand viel erfahren,
    Was dir ein halbes Rätsel war;
    Bald wirst du aus Erfahrung wissen,
    Wie Eva einst hat handeln müssen,
    Daß sie hernach den Kain gebar.

    Doch, Schwester, diese Ehstandspflichten
    Wirst du von Herzen gern verrichten,
    Denn glaube mir, sie sind nicht schwer.
    Doch jede Sache hat zwo Seiten:
    Der Ehstand bringt zwar viele Freuden,
    Allein auch Kummer bringet er.

    Drum, wenn dein Mann dir finstre Mienen,
    Die du nicht glaubest zu verdienen,
    In seiner übeln Laune macht,
    So denke, das ist Männergrille,
    Und sag: Herr, es gescheh dein Wille
    Bei Tag, und meiner in der Nacht.

    Wolfgang Amadeus Mozart
    , gest. 1791

    Klinget Glöcken klinge .... aus der Zauberflöte
    http://www.youtube.com/watch?v=hk-W5TaiFGo

    Herzlichst oopsy
    #226Auteur oopsy (491382) 09 Juill. 11, 10:49
    Commentaire

    Derniers vers

    L'heure de ma mort, depuis dix-huit mois,
    De tous les côtés sonne à mes oreilles,
    Depuis dix-huit mois d'ennuis et de veilles,
    Partout je la sens, partout je la vois.

    Plus je me débats contre ma misère,
    Plus s'éveille en moi l'instinct du malheur ;
    Et, dès que je veux faire un pas sur terre,
    Je sens tout à coup s'arrêter mon cœur.

    Ma force à lutter s'use et se prodigue.
    Jusqu'à mon repos, tout est un combat ;
    Et, comme un coursier brisé de fatigue,
    Mon courage éteint chancelle et s'abat.

    Alfred de Musset 1857.
    #227Auteur emg (454352) 09 Juill. 11, 11:12
    Commentaire
    Epitaphe d'Alfred de Musset (1810-1857)

    Mes chers amis, quand je mourrai,
    Plantez un saule au cimetière.
    J'aime son feuillage éploré.
    La pâleur m'en est douce et chère
    Et son ombre sera légère
    A la terre où je dormirai.

    http://image-photos.linternaute.fr/image_phot...
    #228Auteur Clélia (601872) 09 Juill. 11, 12:24
    Commentaire
    Merci, Clélia, pour l’épitaphe, elle ne pouvait pas être mieux placée ! Et le saule est très beau.
    #229Auteur emg (454352) 09 Juill. 11, 12:33
    Commentaire
    Merci emg -)!

    Juli

    Klingt im Wind ein Wiegenlied,
    Sonne warm herniedersieht,
    Seine Ähren senkt das Korn,
    Rote Beere schwillt am Dorn,
    Schwer von Segen ist die Flur -
    Junge Frau, was sinnst du nur?

    Theodor Storm (1817-1888)

    106 Autor mars (236327) 30 Jun 10 13:34

    #230Auteur Clélia (601872) 09 Juill. 11, 18:46
    Commentaire
    EINER TOTEN

    Das aber kann ich nicht ertragen,
    Daß so wie sonst die Sonne lacht;
    Daß wie in deinen Lebenstagen
    Die Uhren gehn, die Glocken schlagen,
    Einförmig wechseln Tag und Nacht;

    Daß, wenn des Tages Lichter schwanden,
    Wie sonst der Abend uns vereint;
    Und daß, wo sonst dein Stuhl gestanden,
    Schon andre ihre Plätze fanden,
    Und nichts dich zu vermissen scheint;

    Indessen von den Gitterstäben
    Die Mondesstreifen schmal und karg
    In deine Gruft hinunterweben
    Und mit gespenstig trübem Leben
    Hinwandeln über deinem Sarg.

    Theodor STORM (1817-1888)

    279 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 11:41
    http://photos.luc-olivier.com/images/stories/...
    #231Auteur Clélia (601872) 09 Juill. 11, 19:05
    Commentaire

    Die Alte

    Zu meiner Zeit
    Bestand noch Recht und Billigkeit.
    Da wurden auch aus Kindern Leute,
    Da wurden auch aus Jungfern Bräute:
    Doch alles mit Bescheidenheit.
    Es ward kein Liebling zum Verräter,
    Und unsere Jungfern freiten später,
    Sie reizten nicht der Mütter Neid.
    O gute Zeit!

    Zu meiner Zeit
    Befliß man sich der Heimlichkeit.
    Genoß der Jüngling ein Vergnügen,
    So war er dankbar und verschwiegen,
    Und itzt entdeckt ers ungescheut.
    Die Regung mütterlicher Triebe,
    Der Fürwitz und der Geist der Liebe
    Fährt oftmals schon ins Flügelkleid.
    O schlimme Zeit!

    Zu meiner Zeit
    Ward Pflicht und Ordnung nicht entweiht.
    Der Mann ward, wie es sich gebühret,
    Von einer lieben Frau regieret
    Trotz seiner stolzen Männlichkeit.
    Die fromme herrschte nur gelinder,
    Uns blieb der Hut und ihm die Kinder.
    Das war die Mode weit und breit.
    O gute Zeit!

    Zu meiner Zeit
    War noch in Ehen Einigkeit.
    Itzt darf der Mann uns fast gebieten,
    Uns widersprechen und uns hüten,
    Wo man mit Freunden sich erfreut.
    Mit dieser Neuerung im Lande,
    Mit diesem Fluch im Ehestande
    Hat ein Komet uns längst bedräut.
    O schlimme Zeit!

    Friedrich Hagedorn 1708 - 1754
    #232Auteur emg (454352) 10 Juill. 11, 09:38
    Commentaire
    Für Emg, Clélia, Moustique und Citoyen :-))



    An eine Orange

    Herrliche Frucht,
    im Haine behutsam gereift.
    Von Sonne und Südwind
    tausendmal geküßt, gerötet, gegoldet.
    Duftend und schwer
    ruhst Du in meiner Hand.

    Wieviele Sonnenküsse,
    wieviele Regenschauer,
    wieviel Vollmondschein,
    welch ein großes warmes Land
    halte ich mi dir, Vollkommene!
    in meiner kleinen gewölbten Hand.

    Francisca Stoecklin, gest. 1931



    Francisca Stoecklin war eine Schweizer Schriftstellerin. Geboren am 11. 9. 1894 in Basel, gestorben am 1. 9. 1931 in Basel.
    Francisca war die Tochter des Kaufmanns Johann Niklaus Stoecklin und Genovefa Fanny Stoecklin-Müller
    Schon früh suchte sie der kleinbürgerlichen Enge des Elternhauses zu entfliehen und führte nach Abschluß der Schule ein bohèmehaftes Leben. 1914 reiste sie mit ihrem Bruder Niklaus (Maler und Graphiker) und ihrer Freundin Gertrud Burckhardt nach München. Dort machte sie Bekanntschaft mit vielen KünstlerInnen; ihre Bekanntschaft mit Rainer Maria Rilke beeinflußte ihre leicht ästhetisierende Lyrik.
    1914 kehrte sie aber wieder in die Schweiz und heiratete sechs Jahre später Harry Betz, einen Buchhandelsgehilfen aus Zürich. Trotz finanzieller Schwierigkeiten unternahmen sie häufig Reisen (Berlin, München, Paris und Italien). 1928 ließ sie sich scheiden.
    Nach einem längeren Aufenthalt im einem Baseler Spital wegen eines alten Herzleidens, verstarb sie dort Anfang September 1931.

    Herzlichst oopsy
    #233Auteur oopsy (491382) 10 Juill. 11, 10:09
    Commentaire
    #234Auteur oopsy (491382) 10 Juill. 11, 13:49
    Commentaire
    CARMEN

    Carmen est maigre, - un teint de bistre
    Cerne son œil de gitana;
    Ses cheveux sont d'un noir sinistre;
    Sa peau le diable la tanna.

    Les femmes disent qu'elle est laide,
    Mais tous les hommes en sont fous;
    Et l'archevêque de Tolède
    Chante la messe à ses genoux;

    Car sur sa nuque d'ambre fauve
    Se tord un énorme chignon
    Qui, dénoué, fait dans l'alcôve
    Une mante à son corps mignon,

    Et, parmi sa pâleur, éclate
    Une bouche aux rires vainqueurs
    Piment rouge, fleur écarlate,
    Qui prend sa pourpre au sang des cœurs.

    Ainsi faite, la moricaude
    Bat les plus altières beautés,
    Et de ses yeux la lueur chaude
    Rend la flamme aux satiétés;

    Elle a, dans sa laideur piquante,
    Un grain de sel de cette mer
    D'où jaillit nue et provocante,
    L'âcre Vénus du gouffre amer.

    Théophile GAUTIER (1811-1872)

    http://www.esmadrid.com/recursos/img/es/home_...

    189 Autor Clélia (601872) 07 Jul 10 12:35

    #235Auteur Clélia (601872) 10 Juill. 11, 15:52
    Commentaire
    Ulla Hahn, Bildlich gesprochen
    192 Autor Claus (243211) 07 Jul 10 15:09

    http://www.onlinekunst.de/gedichte/ulla_hahn.html

    (Faire descendre la page pour voir le poème)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ulla_Hahn
    #236Auteur Clélia (601872) 10 Juill. 11, 15:57
    Commentaire
    Sara la baigneuse

    Sara, belle d'indolence,
    Se balance
    Dans un hamac, au-dessus
    Du bassin d'une fontaine
    Toute pleine
    D'eau puisée à l'Ilyssus ;

    Et la frêle escarpolette
    Se reflète
    Dans le transparent miroir,
    Avec la baigneuse blanche
    Qui se penche,
    Qui se penche pour se voir.

    Chaque fois que la nacelle,
    Qui chancelle,
    Passe à fleur d'eau dans son vol,
    On voit sur l'eau qui s'agite
    Sortir vite
    Son beau pied et son beau col.

    Elle bat d'un pied timide
    L'onde humide
    Où tremble un mouvant tableau,
    Fait rougir son pied d'albâtre,
    Et, folâtre,
    Rit de la fraîcheur de l'eau.

    Reste ici caché : demeure !
    Dans une heure,
    D'un oeil ardent tu verras
    Sortir du bain l'ingénue,
    Toute nue,
    Croisant ses mains sur ses bras.

    Car c'est un astre qui brille
    Qu'une fille
    Qui sort d'un bain au flot clair,
    Cherche s'il ne vient personne,
    Et frissonne,
    Toute mouillée au grand air.

    Elle est là, sous la feuillée,
    Eveillée
    Au moindre bruit de malheur ;
    Et rouge, pour une mouche
    Qui la touche,
    Comme une grenade en fleur.

    On voit tout ce que dérobe
    Voile ou robe ;
    Dans ses yeux d'azur en feu,
    Son regard que rien ne voile
    Est l'étoile
    Qui brille au fond d'un ciel bleu.

    L'eau sur son corps qu'elle essuie
    Roule en pluie,
    Comme sur un peuplier ;
    Comme si, gouttes à gouttes,
    Tombaient toutes
    Les perles de son collier.

    Mais Sara la nonchalante
    Est bien lente
    A finir ses doux ébats ;
    Toujours elle se balance
    En silence,
    Et va murmurant tout bas :

    " Oh ! si j'étais capitane,
    Ou sultane,
    Je prendrais des bains ambrés,
    Dans un bain de marbre jaune,
    Prés d'un trône,
    Entre deux griffons dorés !

    J'aurais le hamac de soie
    Qui se ploie
    Sous le corps prêt à pâmer ;
    J'aurais la molle ottomane
    Dont émane
    Un parfum qui fait aimer.

    Je pourrais folâtrer nue,
    Sous la nue,
    Dans le ruisseau du jardin,
    Sans craindre de voir dans l'ombre
    Du bois sombre
    Deux yeux s'allumer soudain.

    Il faudrait risquer sa tète
    Inquiète,
    Et tout braver pour me voir,
    Le sabre nu de l'heiduque,
    Et l'eunuque
    Aux dents blanches, au front noir !

    Puis, je pourrais, sans qu'on presse
    Ma paresse,
    Laissez avec mes habits
    Traîner sur les larges dalles
    Mes sandales
    De drap brodé de rubis. "

    Ainsi se parle en princesse,
    Et sans cesse
    Se balance avec amour,
    La jeune fille rieuse,
    Oublieuse
    Des promptes ailes du jour.

    L'eau, du pied de la baigneuse
    Peu soigneuse,
    Rejaillit sur le gazon,
    Sur sa chemise plissée,
    Balancée
    Aux branches d'un vert buisson.

    Et cependant des campagnes
    Ses compagnes
    Prennent toutes le chemin.
    Voici leur troupe frivole
    Qui s'envole
    En se tenant par la main.

    Chacune, en chantant comme elle,
    Passe, et mêle
    Ce reproche à sa chanson :
    - Oh ! la paresseuse fille
    Qui s'habille
    Si tard un jour de moisson !

    Victor Hugo (1802-1885)
     
    204 Autor mars (236327) 08 Jul 10 08:52

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #237Auteur Clélia (601872) 10 Juill. 11, 16:39
    Commentaire
    Das folgende Gedicht beschreibt die Ruhe und die Stille nach einem Sturm. Die See ist glatt wie ein Spiegel, in dem man sich sehen aber durch den man auch hindurchsehen kann, bis ganz auf den Grund, bis man in dem fahlen Licht den König der See oder auch den König des Sees zu sehen meint.........

    Meeresstille

    Ich seh' von des Schiffes Rande
    Tief in die Flut hinein:
    Gebirge und grüne Lande
    Und Trümmer in falben Schein
    Und zackige Türme im Grunde,
    Wie ichs im Traum mir gedacht,
    Das dämmert alles da unten,
    Als wie eine prächtige Nacht.

    Seekönig auf seiner Warte
    Sitzt in der Dämmrung tief;
    Als ob er mit langem Barte
    Über seiner Harfe schlief;
    Da kommen und gehen Schiffe
    Darüber, er merkt es kaum,
    Von seinem Korallenriffe
    Grüßt er sie wie im Traum.
    (Joseph von Eichendorff, gest. 1857)
    #238Auteur moustique (308708) 10 Juill. 11, 16:49
    Commentaire
    Moustique, dein Gedicht erinnerte mich an das gleichnamige von Goethe:

    Meeresstille und glückliche Fahrt

    Meeresstille

    Tiefe Stille herrscht im Wasser,
    Ohne Regung ruht das Meer,
    Und bekümmert sich der Schiffer
    Glatte Fläche rings umher.
    Keine Luft von keiner Seite!
    Todesstille fürchterlich!
    In der ungeheuren Weite
    Reget keine Welle sich.

    Glückliche Fahrt

    Die Nebel zerreißen,
    Der Himmel ist helle,
    Und Äolus löset
    Das ängstliche Band.
    Es säuseln die Winde,
    Es rührt sich der Schiffer.
    Geschwinde! Geschwinde!
    Es teilt sich die Welle,
    Es naht sich die Ferne;
    Schon seh' ich das Land!

    Hier eine Interpretation der beiden Gedichte: http://logos.kulando.de/post/2009/06/25/goeth...
    #239Auteur mars (236327) 11 Juill. 11, 08:18
    Commentaire
    Und hier die Vertonung der beiden Gedichte durch Ludwig v. Beethoven:

    L. van Beethoven. Meeresstille und glückliche Fahrt, Op. 112

    Aufgenommen live im April 2008, University of Connecticut, Festival Chorus, Leitung Constance DeFotis

    http://youtu.be/Zcxh_XpuNS0

    #240Auteur mars (236327) 11 Juill. 11, 08:22
    Commentaire
    Über Pygmalions Geltsucht

    O Wunder / was ist das? der Trüger wird betrogen.
    Das Gelt hat / wie Magnet / sein Herz an sich gezogen.
    Sein' Hoffnung / sinkt zu Grund. Der klugen / bleibt der Schatz:
    aus Ursach / weil das Gut bey Bösen nicht hat Platz.

    Catharina Regina von Greiffenberg, gest. 1694
    http://de.wikipedia.org/wiki/Catharina_Regina...



    Pygmalion

    Pygmalion (gr. Πυγμαλίων) ist der Name eines kyprischen Königs aus der griechischen Mythologie. Außerdem ist er der griechische Name des Königs Pumjaton von Tyros, auf den die mythische Geschichte möglicherweise zurückgeht.

    Literarische Bearbeitung erfuhr der Stoff bei Johann Jakob Bodmers Pygmalion und Elise (1749), Johann Elias Schlegels Kantate Pygmalion (1766), Jean-Jacques Rousseaus Melodrama Pygmalion (1770), Joseph von Eichendorff: Das Marmorbild (1818), sowie Gottfried Kellers Novelle Regine (1881).

    Johann Wolfgang von Goethes Jugendgedicht Pygmalion (1767) und Franz von Suppés Operette Die schöne Galathée (1865) sind Varianten des Stoffes, die eine Bekehrung des Frauenfeindes Pygmalion vorführen.

    Bei W. S. Gilbert (Pygmalion and Galatea, 1871) und Georg Kaiser (Pygmalion, 1948) wird das Motiv einer erneuten Versteinerung durchgespielt.

    Der britische Autor George Bernard Shaw benutzte den Stoff 1913 für sein Theaterstück Pygmalion, um die Londoner Gesellschaft zu karikieren. Er verlagert den Blickwinkel vom Künstler Pygmalion auf dessen Werk, das ihn im Unterschied zu früheren Versionen des Stoffs verlässt. Pygmalions Statue ist bei ihm ein Blumenmädchen, dem von einem Linguisten die Sprache der feinen Leute beigebracht wird.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pygmalion

    My fair Lady
    http://de.wikipedia.org/wiki/My_Fair_Lady
    http://fr.wikipedia.org/wiki/My_Fair_Lady_(co...

    Es grünt so grün ...
    http://www.youtube.com/watch?v=u2Uyip04e6Q



    Vorbei

    Und wenn du wieder zu mir trätest
    und weinend um Verzeihung bätest,
    es wird doch nimmer, wie es war:
    das Glück ist tot, das wir genossen,
    die Blüte, die sich uns erschlossen,
    ist nun verwelkt, für immerdar.

    Mir würde stets vor Augen stehen,
    wie ich so maßlos dich gesehen
    im Zorn, dem jeder Grund gebrach -
    und bei dem Kuß von deinem Munde
    gedächt ich doch der bösen Stunde,
    als er so bittre Worte sprach.

    In jener Stunde sank für immer
    der fromme Glaube mir in Trümmer,
    daß du mein Bild im Herzen trugst,
    daß ich dein tiefstes Sein besessen - - -
    vergeben kann ich - nicht vergessen:
    die Wunde brennt, die du mir schlugst.

    Nein, geh: ich hab es überwunden,
    den Frieden hab ich jetzt gefunden,
    den deine Liebe mir nicht gab.
    Geh hin, vor deinen Gott zu treten -
    und wenn ich sterbe, magst du beten
    und weinen über meinem Grab.

    Clara Müller, gest. 1905
    http://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Müller-Jahnke

    Herzlichst oopsy
    #241Auteur oopsy (491382) 11 Juill. 11, 08:54
    Commentaire

     
    Crépuscule

    À Mademoiselle Marie Laurencin.

    Frôlée par les ombres des morts
    Sur l'herbe où le jour s'exténue
    L'arlequine s'est mise nue
    Et dans l'étang mire son corps

    Un charlatan crépusculaire
    Vante les tours que l'on va faire
    Le ciel sans teinte est constellé
    D'astres pâles comme du lait

    Sur les tréteaux l'arlequin blême
    Salue d'abord les spectateurs
    Des sorciers venus de Bohême
    Quelques fées et les enchanteurs

    Ayant décroché une étoile
    Il la manie à bras tendu
    Tandis que des pieds un pendu
    Sonne en mesure les cymbales

    L'aveugle berce un bel enfant
    La biche passe avec ses faons
    Le nain regarde d'un air triste
    Grandir l'arlequin trismégiste
     
    Guillaume Apollinaire 1880 - 1918

    http://www.henripigaillem.com/article-2185464.html


    #242Auteur emg (454352) 11 Juill. 11, 10:26
    Commentaire
    Die Liebe war nicht geringe.
    Sie wurden ordentlich blaß;
    Sie sagten sich tausend Dinge
    Und wußten noch immer was.

    Sie mußten sich lange quälen,
    Doch schließlich kam's dazu,
    Daß sie sich konnten vermählen.
    Jetzt haben die Seelen Ruh.

    Bei eines Strumpfes Bereitung
    Sitzt sie im Morgenhabit;
    Er liest in der kölnischen Zeitung
    Und teilt ihr das Nötige mit.

    Wilhelm BUSCH (1832-1908)

    56 Autor Clélia (601872) 23 Jun 10 11:27

    http://us.123rf.com/400wm/400/400/nyul/nyul11...
    #243Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:09
    Commentaire
    Voir aussi 227 et 228:

    Tristesse

    J'ai perdu ma force et ma vie,
    Et mes amis et ma gaieté ;
    J'ai perdu jusqu'à la fierté
    Qui faisait croire à mon génie.

    Quand j'ai connu la vérité,
    J'ai cru que c'était une amie ;
    Quand je l'ai comprise et sentie,
    J'en ai été dégoûté.

    Et pourtant elle est éternelle,
    Et ceux qui se sont passés d'elle
    Ici bas ont tout ignoré.

    Dieu parle, il faut qu'on lui réponde.
    -- Le seul bien qui me reste au monde
    Est d'avoir quelques fois pleuré.

    Alfred de MUSSET, Poésies nouvelles

    61 Autor emg (454352) 24 Jun 10 09:55

    Maison familiale Alfred de Musset:
    http://storage.canalblog.com/46/72/409507/330...
    #244Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:20
    Commentaire
    D'autres épitaphes célèbres, transplantées du troisième jardin disparu:

    EPITAPHE que THEOPHILE GAUTIER (1811-1872) s’est choisie :

    L’oiseau s’en va, la feuille tombe
    L’amour s’éteint, car c’est l’hiver
    Petit oiseau viens sur ma tombe
    Chanter quand l’arbre sera vert.

    291 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 14:41

    Tombe de Théophile Gautier:
    http://lh4.ggpht.com/_OG3Hp-KTgAU/SlENgyVHmXI...
    #245Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:23
    Commentaire
    EPITAPHE IMAGINEE POUR GERARD DE NERVAL :

    Il a vécu tantôt gai comme un sansonnet,
    Tour à tour amoureux, insoucieux et tendre,
    Tantôt sombre et rêveur comme un triste Clitandre,
    Un jour il entendit qu’à sa porte on sonnait.

    C’était la Mort ! Alors il la pria d’attendre
    Qu’il eût posé le point à son dernier sonnet.
    Et puis sans s’émouvoir, il s’en alla s’étendre
    Au fond du coffre froid où son corps frissonnait.

    292 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 14:42

    Tombe Gérard de Nerval:
    http://i.images.cdn.fotopedia.com/flickr-4003...
    #246Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:31
    Commentaire
    EPITAPHE IMAGINEE POUR MOLIERE :

    Passant, ici repose un qu’on dit être mort ;
    Je ne sais s’il l’est ou s’il dort,
    Sa maladie imaginaire
    Ne peut l’avoir fait mourir ;
    C’est un tour qu’il joue à ravir,
    Car il aimait à contrefaire :
    C’était un grand comédien,
    Quoi qu’il en soit, ci-gît Molière :
    S’il fait le mort, il le fait bien.

    BUSSY-RABUTIN (1618-1693)

    293 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 14:43

    La tombe de Molière à côté de celle de La Fontaine:
    http://farm3.static.flickr.com/2741/416813468...
    #247Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:38
    Commentaire
    EPITAPHE DE REGNIER

    J’ai vécu sans nul pensement,
    Me laissant aller doucement
    A la bonne loi naturelle,
    Et si m’étonne fort pourquoi
    La mort daigna songer à moi
    Qui ne songeai jamais à elle.

    Mathurin REGNIER (1573-1613)

    294 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 14:53
    #248Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:41
    Commentaire
    La vie est plus vaine

    La vie est plus vaine une image
    Que l'ombre sur le mur.
    Pourtant l'hiéroglyphe obscur
    Qu'y trace ton passage

    M'enchante, et ton rire pareil
    Au vif éclat des armes;
    Et jusqu'à ces menteuses larmes
    Qui miraient le soleil.

    Mourir non plus n'est ombre vaine.
    La nuit, quand tu as peur,
    N'écoute pas battre ton coeur:
    C'est une étrange peine.

    Jean-Paul TOULET (1867-1920)

    http://misscanthus.romandie.com/get/3517/3348...

    273 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 09:03
    #249Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:44
    Commentaire
    LA JEUNE MORTE

    Qui que tu sois, Vivant, passe vite parmi
    L'herbe du tertre où gît ma cendre inconsolée;
    Ne foule point les fleurs de l'humble mausolée
    D'où j'écoute ramper le lierre et la fourmi.

    Tu t'arrêtes? Un chant de colombe a gémi.
    Non! Qu'elle ne soit pas sur ma tombe immolée!
    Si tu veux m'être cher, donne-lui la volée*.
    La vie est si douce, ah! laisse-la vivre, ami.

    Le sais-tu? Sous le myrte enguirlandant la porte,
    Epouse et vierge, au seuil nuptial, je suis morte,
    Si proche et déjà loin de celui que j'aimais.

    Mes yeux se sont fermés à la lumière heureuse,
    Et maintenant j'habite, hélas! et pour jamais,
    L'inexorable Erèbe et la Nuit ténébreuse.

    *laisse-la vivre!

    José-Maria DE HEREDIA (1842-1905)

    274 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 09:54

    http://talesofwisdom.com/wp-content/uploads/2...
    Jean-Baptiste Corot, Orphée et Euridyce
    #250Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 12:48
    Commentaire
    Au bord tristement doux des eaux 
     
    Au bord tristement doux des eaux, je me retire,
    Et vois couler ensemble, et les eaux, et mes jours,
    Je m’y vois sec, et pâle, et si j’aime toujours
    Leur rêveuse mollesse où ma peine se mire.
     
    Au plus secret des bois je conte mon martyre,
    Je pleure mon martyre en chantant mes amours,
    Et si j’aime les bois et les bois les plus sourds,
    Quand j’ai jeté mes cris, me les viennent redire.
     
    Dame dont les beautés me possèdent si fort,
    Qu’étant absent de vous je n’aime que la mort,
    Les eaux en votre absence, et les bois me consolent.
     
    Je vois dedans les eaux, j’entends dedans les bois,
    L’image de mon teint, et celle de ma voix,
    Toutes peintes de morts qui nagent, et qui volent.

    Jacques Davy Du Perron (1556-1618)
    #251Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 13:48
    Commentaire
    Épitaphe de Scarron
     
    Celui qui cy maintenant dort
    Fit plus de pitié que d'envie,
    Et souffrit mille fois la mort
    Avant que de perdre la vie.
     
    Passant, ne fais ici de bruit
    Garde bien que tu ne l'éveilles :
    Car voici la première nuit
    Que le pauvre Scarron sommeille.

    Paul Scarron (1610-1660)
    #252Auteur Clélia (601872) 11 Juill. 11, 13:58
    Commentaire
    Zum Thema: "Vögel - les oiseaux - birds" im Musikfaden:
    Siehe auch: ♪♪♪ Moments Musicaux ♪♪♪ - #135



    Amor ein Vogel


    Sieh’, wie dort ein kleiner Vogel
    Auf dem Myrthenzweige sitzt,
    Lauschend in die Ferne siehet
    Und den Mund zum Pfeifen spitzt!

    Denkt er Mädchen, deren Busen
    Nicht sein schärfster Pfeil durchdrang,
    Hier im Garten zu besiegen
    Mit harmonischem Gesang?

    O, du holder kleiner Vogel,
    Meine Magdalis ist hier:
    Pfeif’ ein Liedchen, liebster Vogel,
    Und ihr Herz erpfeife mir!

    Johann Wilhelm Ludwig Gleim, gest. 1803

    Herzlichst oopsy
    #253Auteur oopsy (491382) 11 Juill. 11, 14:01
    Commentaire
    Als deutsch-französische Ergänzung zu den französischen Epitaphe-Gedichten:

    Grabschrift auf Voltairen


    Hier liegt – wenn man euch glauben wollte,
    Ihr frommen Herrn, – der längst hier liegen sollte.
    Der liebe Gott verzeih aus Gnade
    Ihm seine »Henriade«,
    Und seine Trauerspiele,
    Und seiner Verschen viele!
    Denn, was er sonst ans Licht gebracht,
    Das hat er ziemlich gut gemacht.


    Gotthold Ephraim Lessing, 1779
    #254Auteur mars (236327) 11 Juill. 11, 14:35
    Commentaire
    Clelia, das desillusionierte Wilhelm-Buch-Gedicht 243 erinnert mich an die "Sachliche Romanze" von Erich Kästner, hier abgedruckt und zum Hören vorbereitet durch Jürgen von der Lippe, musikalisch untermalt:

    http://www.gedichte.vu/?sachliche_romanze.html
    #255Auteur mars (236327) 11 Juill. 11, 20:45
    Commentaire
    Merci mars, j'ai aussi pensé au poème de Kästner en transcrivant celui de Busch.

    Sur le même thème, Déjeuner du matin, de Jacques Prévert:

    http://aragon.lehoulme.free.fr/IMG/pdf/Dejeun...
    #256Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 07:42
    Commentaire
    De la rue on entend sa plaintive chanson.

    De la rue on entend sa plaintive chanson.
    Pâle et rousse, le teint plein de taches de son,
    Elle coud, de profil, assise à sa fenêtre.
    Très-sage et sachant bien qu’elle est laide peut-être,
    Elle a son dé d’argent pour unique bijou.
    Sa chambre est nue, avec des meubles d’acajou.
    Elle gagne deux francs, fait de la lingerie
    Et jette un sou quand vient l’orgue de Barbarie.
    Tous les voisins lui font leur bonjour le plus gai
    Qui leur vaut son petit sourire fatigué.

    François COPPEE (1842-1908)

    http://3.bp.blogspot.com/_0r9KVfDbP4E/SA9GXl8.....

    281 Autor Clélia (601872) 15 Jul 10 13:13
    #257Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 07:44
    Commentaire
    LE GRILLON

    Un pauvre petit grillon
    Caché dans l'herbe fleurie,
    Regardait un papillon
    Voltigeant dans la prairie.
    L'insecte ailé brillait des plus vives couleurs;
    L'azur, la pourpre et l'or éclataient sur ses ailes;
    Jeune, beau, petit-maître, il court de fleurs en fleurs,
    Prenant et quittant les plus belles.
    Ah! disait le grillon, que son sort et le mien
    Sont différents! Dame nature
    Pour lui fit tout, et pour moi rien.
    Je n'ai point de talent, encor moins de figure.
    Nul ne prend garde à moi, l'on m'ignore ici-bas:
    Autant vaudrait n'exister pas.
    Comme il parlait, dans la prairie
    Arrive une troupe d'enfants:
    Aussitôt les voilà courants
    Après ce papillon dont ils ont tous envie.
    Chapeaux, mouchoirs, bonnets, servent à l'attraper;
    L'insecte vainement cherche à leur échapper,
    Il devient bientôt leur conquête.
    L'un le saisit par l'aile, un autre par le corps;
    Un troisième survient, et le prend par la tête:
    Il ne fallait pas tant d'efforts
    Pour déchirer la pauvre bête.
    Oh! oh! dit le grillon, je ne suis plus fâché;
    Il en coûte trop cher pour briller dans le monde.
    Combien je vais aimer ma retraite profonde!
    Pour vivre heureux, vivons caché.

    Jean-Pierre Claris DE FLORIAN (1755-1794)
    #258Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 08:23
    Commentaire
    Sybille Rembard, Beauté fractionnée
     
    http://www.poetica.fr/poeme-539/sybille-remba...

    19 Autor oopsy (491382) 17 Jul 10 12:48
    #259Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 09:19
    Commentaire
    Wegewarte

    Es steht eine Blume,
    Wo der Wind weht den Staub,
    Blau ist ihre Blüte,
    Aber grau ist ihr Laub.

    Ich stand an dem Wege,
    Hielt auf meine Hand,
    Du hast deine Augen
    Von mir abgewandt.

    Jetzt stehst du am Wege,
    Da wehet der Wind,
    Deine Augen, die blauen,
    Vom Staub sind sie blind.

    Da stehst du und wartest,
    Daß ich komme daher,
    Wegewarte, Wegewarte,
    Du blühst ja nicht mehr.

    Hermann Löns (1866-1914)


    20 Autor moustique (308708) 17 Jul 10 15:56

    #260Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 09:20
    Commentaire
    Nelly Sachs (1891 -1970), Schmetterling

    http://www.enveda.de/magazin/spezialthemen/ku...
    22 Autor mars (236327) 17 Jul 10 19:18

    #261Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 09:27
    Commentaire
    Vogel am Fenster

    An das Fenster klopft es: "Pick! pick!
    Macht mir doch auf einen Augenblick.
    Dick fällt der Schnee, der Wind geht kalt,
    Habe kein Futter, erfriere bald.
    Liebe Leute, o laßt mich ein.
    Will auch immer recht artig sein."
    Sie ließen ihn ein in seiner Not;
    Er suchte sich manches Krümchen Brot,
    Blieb fröhlich manche Woche da.
    Doch als die Sonne durchs Fenster sah,
    Da saß er immer so traurig dort;
    Sie machten ihm auf: husch war er fort!

    Wilhelm Hey, gest. 1854

    Herzlichst oopsy
    #262Auteur oopsy (491382) 12 Juill. 11, 09:39
    Commentaire
    La mort des oiseaux

    Le soir, au coin du feu, j'ai pensé bien des fois
    A la mort d'un oiseau, quelque part, dans les bois.
    Pendant les tristes jours de l'hiver monotone,
    Les pauvres nids déserts, les nids qu'on abandonne,
    Se balancent au vent sur le ciel gris de fer.
    Oh ! comme les oiseaux doivent mourir l'hiver !
    Pourtant, lorsque viendra le temps des violettes,
    Nous ne trouverons pas leurs délicats squelettes
    Dans le gazon d'avril, où nous irons courir.
    Est-ce que les oiseaux se cachent pour mourir ?

    François Coppée (1842-1908)
    #263Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 09:50
    Commentaire
    Dans les bois

    Au printemps l’oiseau naît et chante :
    N’avez-vous pas ouï sa voix ?…
    Elle est pure, simple et touchante,
    La voix de l’oiseau - dans les bois !
     
    L’été, l’oiseau cherche l’oiselle ;
    Il aime - et n’aime qu’une fois !
    Qu’il est doux, paisible et fidèle,
    Le nid de l’oiseau - dans les bois !
     
    Puis quand vient l’automne brumeuse,
    il se tait… avant les temps froids.
    Hélas ! qu’elle doit être heureuse
    La mort de l’oiseau - dans les bois !

    Gérard de Nerval (1808-1855)
    #264Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 09:56
    Commentaire

    Im Paradies

    Es legte Adam sich im Paradiese schlafen;
    da ward aus ihm das Weib geschaffen.
    Du armer Vater Adam, du!
    Dein erster Schlaf war deine letzte Ruh’.

    Matthias Claudius 1740 – 1815
    #265Auteur emg (454352) 12 Juill. 11, 10:44
    Commentaire
    C’est le premier matin du monde.

    C’est le premier matin du monde.
    Comme une fleur confuse exhalée de la nuit,
    Au souffle nouveau qui se lève des ondes,
    Un jardin bleu s’épanouit.

    Tout s’y confond encore et tout s’y mêle,
    Frissons de feuilles, chants d’oiseaux,
    Glissements d’ailes,
    Sources qui sourdent, voix des airs, voix des eaux,
    Murmure immense ;
    Et qui pourtant est du silence.

    Charles VAN LERBERGUE (1861-1907)
    #266Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 10:47
    Commentaire
    Kritikaster

    Da hast du was und freust dich dran,
    Meinst du, damit sei’s abgethan?
    Pass’ auf! du bist noch nicht am Schluss,
    Musst hören erst den Kritikus.
    Der kommt dir ungebeten ins Haus,
    Misst deine Freud’ mit dem Ellmass aus,
    Wiegt auf der Goldwag’ haar und scharf,
    Wie sehr dein Herz bewundern darf;
    Oder rechnet dir gar mathematisch vor,
    Was massen du ein rechter Thor,
    Dich zu ergötzen an solchem Schund,
    Dass du erschrickst im Herzensgrund
    Und dir fürnimmst mit teurem Schwur,
    Mit seiner hohen Erlaubnis nur
    Inskünftig wieder erbaut zu sein. –
    So macht er dich gebildet fein,
    Dass du mit Zweifel nur und Grauen
    Noch wagst, das Schöne anzuschauen.
    Das nenn’ ich einen christlichen Wandel!
    Nur Eines irrt mich bei dem Handel,
    Nur Eines kann ich nicht unterscheiden –
    Wer der grösste Narr ist von euch beiden.

    Ludwig Pfau. (1904)
    #267Auteur mars (236327) 12 Juill. 11, 11:00
    Commentaire
    Nimm dir Zeit zum Lachen - Es ist die Musik der Seele.
    Nimm dir Zeit freundlich zu sein - Es ist der Weg zum Glück.
    Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden -
    Es ist der wahre Reichtum des Lebens.

    Nach einem alten irischen Gebet

    67 Autor moustique (308708) 25 Jun 10 08:22
    #268Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 11:14
    Commentaire
    "Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir,
    ein anderes Stück hast du noch vor dir.
    Wenn du verweilst, dann nur um dich zu stärken,
    aber nicht, um aufzugeben."

    Aurelius Augustinus (354-430)

    71 Autor moustique (308708) 25 Jun 10 12:35
    #269Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 11:19
    Commentaire
    Elégie

    Peut-être un jour sa voix tendre et voilée
    M’appellera sous de jeunes cyprès :
    Cachée alors au fond de la vallée,
    Plus heureuse que lui, j’entendrai ses regrets.
    Lentement, des coteaux je le verrai descendre ;
    Quand il croira ses pas et ses vœux superflus,
    Il pleurera ! ses pleurs rafraîchiront ma cendre ;
    Enchaînée à ses pieds, je ne le fuirai plus.
    Je ne le fuirai plus ! je l’entendrai ; mon âme,
    Brûlante autour de lui, voudra sécher ses pleurs ;
    Et ce timide accent, qui trahissait ma flamme,
    Il le reconnaîtra dans le doux bruit des fleurs.
    Oh ! qu’il trouve un rosier mourant et solitaire !
    Qu’il y cherche mon souffle et l’attire en son sein !
    Qu’il dise : « C’est pour moi qu’il a quitté la terre ;
    Ses parfums sont à moi, ce n’est plus un larcin. »
    Qu’il dise : « Un jour à peine il a bordé la rive ;
    Son vert tendre égayait le limpide miroir ;
    Et ses feuilles déjà, dans l’onde fugitive,
    Tombent. Faible rosier, tu n’as pas vu le soir ! »
    Alors, peut-être, alors l’hirondelle endormie,
    À la voix d’un amant qui pleure son amie,
    S’échappera du sein des parfums précieux,
    Emportant sa prière et ses larmes aux cieux.
    Alors, rêvant aux biens que ce monde nous donne,
    il laissera tomber sur le froid monument
    Les rameaux affligés dont la gloire environne
    Son front triste et charmant.

    Alors je resterai seule, mais consolée,
    Les vents respecteront l’empreinte de ses pas.
    Déjà je voudrais être au fond de la vallée ;
    Déjà je l’attendrais... Dieu ! s’il n’y venait pas !

    Marceline Desbordes-Valmore (1786-1859)
    http://storage.canalblog.com/30/66/448158/471...
    #270Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 11:52
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    Epitaphe de Rainer Maria Rilke:

    Copié sur internet:
    Rainer Maria Rilke est né à Prague le 04 décembre 1875 et est décédé à Montreux (Suisse) le 29 décembre 1926.
    Il vécut longtemps près de Sierre, dans une tour que lui acheta un mécène.
    Il est inhumé en Valais et sur sa tombe, il y a des rosiers en permanence, pour donner raison à l'épitaphe en allemand:

    Rose,o reiner Widerspruch, Lust niemandes Schlaf zu sein unter so viel Lidern. 

    qui peut se traduire par :

    Rose, ô pure contradiction, volupté de n'être le sommeil de personne, sous tant de paupières.

    http://www.ymago.net/ecav/workshop/rilke/08Ra...
    #271Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 12:25
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    Ein grünes Blatt


    Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
    Ich nahm es so im Wandern mit,
    Auf dass es einst mir möge sagen,
    Wie laut die Nachtigall geschlagen,
    Wie grün der Wald, den ich durchschritt.

    Theodor Storm, gest. 1888

    Herzlichst oopsy
    #272Auteur oopsy (491382) 12 Juill. 11, 12:44
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    Bei dir ist es traut...


    Bei dir ist es traut:
    Zage Uhren schlagen l
    wie aus weiten Tagen.
    Komm mir ein Liebes sagen-
    aber nur nicht zu laut.
    Ein Tor geht irgendwo
    draußen im Blütentreiben.
    Der Abend horcht an die Scheiben.
    Lass uns leise bleiben:
    Keiner weiß uns so.

    Rilke, gest. 1926

    Herzlichst oopsy
    #273Auteur oopsy (491382) 12 Juill. 11, 12:48
    Commentaire

    Der Abend

    Auf braunen Sammetschuhen geht
    der Abend durch das müde Land,
    sein weiter Mantel wallt und weht,
    und Schlummer fällt von seiner Hand.

    Mit stiller Fackel steckt er nun
    der Sterne treue Kerzen an.
    Sei ruhig, Herz! Das Dunkel kann
    dir nun kein Leid mehr tun.

    Christian Morgenstern, gest. 1914
    (Abendgedichte, Nachtgedichte)

    Herzlichst oopsy
    #274Auteur oopsy (491382) 12 Juill. 11, 12:51
    Commentaire
    Philipp Luidl, schatten
    http://www.titel-magazin.de/artikel/0/5543.ht...
    (baisser la page pour trouver le poème)

    8 Autor Claus (243211) 15 Jul 10 19:58

    Ingeborg Bachmann Schatten Rosen Schatten
    http://www.arlindo-correia.com/301100.html#Sc...

    7 Autor Claus (243211) 18 Jun 10 17:17

    #275Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 13:39
    Commentaire
    EPITAPHE IMAGINEE POUR UN POETE

    Ignoré de tout l’univers,
    Un poète ici-gît sans bruit ;
    Il ne put vivre de ses vers
    Mais les vers vivront bien de lui.

    Ce rimailleur impénitent
    Aima son art jusqu’à l’abîme ;
    Lorsque vint son dernier temps
    Dit : « La mort, à quoi ça rime ? »

    Anonyme
    #276Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 18:56
    Commentaire
    Dämmernd liegt der Sommerabend...

    Dämmernd liegt der Sommerabend
    Über Wald und grünen Wiesen;
    Goldner Mond, im blauen Himmel,
    Strahlt herunter, duftig labend.

    An dem Bache zirpt die Grille,
    Und es regt sich in dem Wasser,
    Und der Wandrer hört ein Plätschern
    Und ein Atmen in der Stille.

    Dorten an dem Bach alleine,
    Badet sich die schöne Elfe;
    Arm und Nacken, weiß und lieblich,
    Schimmern in dem Mondenscheine.

    Heinrich Heine (gest. 1856)

    65 Autor oopsy (491382) 22 Jul 10 11:41
    #277Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 18:59
    Commentaire
    ABENDGEFÜHL

    Friedlich bekämpfen
    Nacht sich und Tag,
    Wie das zu dämpfen,
    Wie das zu lösen vermag!

    Der mich bedrückte,
    Schläfst du schon, Schmerz?
    Was mich beglückte,
    Sage, was war's doch, mein Herz?

    Freude wie Kummer,
    Fühl ich, zerrann,
    Aber den Schlummer
    Führten sie leise heran.

    Und im Entschweben,
    Immer empor,
    Kommt mir das Leben
    Ganz wie ein Schlummerlied vor.

    Friedrich HEBBEL (1813-1863)

    http://1.bp.blogspot.com/_wPcYJQxEJGo/Sw7k5Ru.....

    68 Autor Clélia (601872) 22 Jul 10 22:05

    #278Auteur Clélia (601872) 12 Juill. 11, 19:01
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    Aus aktuellem Anlass:

    Gewitterabend

    Es dämmert und dämmert den See herab,
    Die Wasser sind gar so dunkel;
    Doch wenn ob den Bergen der Blitzstrahl zuckt,
    Was ist das für ein Gefunkel!

    Dann thun dem Schiffer die Augen weh,
    Er sputet sich ängstlich zu Lande,
    Wo gaffend der Feierabend steht
    Am grell erleuchteten Strande.

    Die Leute freuen und fürchten sich
    Und wünschen ein gutes Ende
    Und daß der Herr kein Hagelgericht
    In ihren Krautgarten sende.

    Jetzt zischt der Strahl in die laue Flut,
    Rings spannen sich feurige Ketten;
    Der blöde Haufen ergreift die Flucht,
    Sie verkriechen sich in die Betten.

    Wenn Gott einen guten Gedanken hat,
    Dann raunt man: es wetterleuchtet!
    Pass' auf Gesindel, daß nicht einmal
    Er in die Wirthschaft dir leuchtet!


    Gottfried Keller (1819 - 1890)
    #279Auteur mars (236327) 12 Juill. 11, 21:59
    Commentaire

    Im Paradies

    Es legte Adam sich im Paradiese schlafen;
    da ward aus ihm das Weib geschaffen.
    Du armer Vater Adam, du!
    Dein erster Schlaf war deine letzte Ruh’.

    Matthias Claudius 1740 – 1815
    #280Auteur emg (454352) 13 Juill. 11, 08:29
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    Ein Jahr

    Träumende Blumen, nickendes Gras,
    von Käfern ein gülden Gewimmel,
    ein Rauschen wie rieselnder Blätter Fall,
    und drüber der blaue Himmel

    *

    Am Boden flimmerndes Silber verstreut,
    die Sträuche in weißen Schleiern,
    kein Windhauch, kein wachender Vogellaut,
    nicht endenwollendes Feiern.

    *

    Es klopft wie mit Kinderfingern
    ans sonnenlaue Eis,
    und in den nassen Zweigen,
    da regt sichs fragend leis.

    *

    Um Rosen braune Falter,
    ein Neigen von Ast zu Ast,
    die Blüten voller Honig,
    die Nester voll junger Last.

    *

    Und wieder träumende Blumen,
    der Käfer gülden Gewimmel,
    der müden Blätter Rieseln,
    und drüber der blaue Himmel.

    Maria Janitschek, gest. 1927
    http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Janitschek

    Herzlichst oopsy

    #281Auteur oopsy (491382) 13 Juill. 11, 09:51
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    L'églantine

    Églantine ! Humble fleur, comme moi solitaire,
    Ne crains pas que sur toi j'ose étendre ma main.
    Sans en être arrachée orne un moment la terre,
    Et comme un doux rayon console mon chemin.
    Quand les tièdes zéphirs s'endorment sous l'ombrage,
    Quand le jour fatigué ferme ses yeux brûlants,
    Quand l'ombre se répand et brunit le feuillage,
    Par ton souffle, vers toi, guide mes pas tremblants.

    Mais ton front, humecté par le froid crépuscule,
    Se penche tristement pour éviter ses pleurs ;
    Tes parfums sont enclos dans leur blanche cellule,
    Et le soir a changé ta forme et tes couleurs.
    Rose, console-toi ! Le jour qui va paraître,
    Rouvrira ton calice à ses feux ranimé ;
    Ta mourante auréole, il la fera renaître,
    Et ton front reprendra son éclat embaumé.

    Fleur au monde étrangère, ainsi que toi, dans l'ombre
    Je me cache et je cède à l'abandon du jour ;
    Mais un rayon d'espoir enchante ma nuit sombre :
    Il vient de l'autre rive... et j'attends son retour.

    Marceline DESBORDES-VALMORE (1786-1859)
    http://www.visoflora.com/images/original/une-...
    #282Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 10:58
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    Pluie

    Il pleut. J'entends le bruit égal des eaux ;
    Le feuillage, humble et que nul vent ne berce,
    Se penche et brille en pleurant sous l'averse ;
    Le deuil de l'air afflige les oiseaux.

    La bourbe monte et trouble la fontaine,
    Et le sentier montre à nu ses cailloux.
    Le sable fume, embaume et devient roux ;
    L'onde à grands flots le sillonne et l'entraîne.

    Tout l'horizon n'est qu'un blême rideau ;
    La vitre tinte et ruisselle de gouttes ;
    Sur le pavé sonore et bleu des routes
    Il saute et luit des étincelles d'eau.

    Le long d'un mur, un chien morne à leur piste,
    Trottent, mouillés, de grands boeufs en retard ;
    La terre est boue et le ciel est brouillard ;
    L'homme s'ennuie : oh ! que la pluie est triste !

    René-François SULLY PRUDHOMME (1839-1907)
    http://a34.idata.over-blog.com/429x499/0/11/3...
    #283Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 11:05
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    Epigramme funéraire

    Ici gît, Étranger, la verte sauterelle
    Que durant deux saisons nourrit la jeune Hellé,
    Et dont l'aile vibrant sous le pied dentelé
    Bruissait dans le pin, le cytise ou l'airelle.

    Elle s'est tue, hélas ! la lyre naturelle,
    La muse des guérets, des sillons et du blé ;
    De peur que son léger sommeil ne soit troublé,
    Ah ! passe vite, ami, ne pèse point sur elle.

    C'est là. Blanche, au milieu d'une touffe de thym,
    Sa pierre funéraire est fraîchement posée.
    Que d'hommes n'ont pas eu ce suprême destin !

    Des larmes d'un enfant sa tombe est arrosée,
    Et l'Aurore pieuse y fait chaque matin
    Une libation de gouttes de rosée.

    José-Maria de HEREDIA (1842-1905)
    http://a7.idata.over-blog.com/600x449/3/10/10...
    #284Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 11:31
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    Was schlimm ist (Gottfried Benn)

    Benn ungewohnt heiter, auf den ersten Blick jedoch nur. Nach wenigen Versen beginnt die Leichtigkeit zu schwinden, weicht ahnungsvoller Bedeutungsschwere.
    Die letzten Gedanken des Gedichts verloren am Ende ihre Schrecknis für Benn. Er starb an einem Sommertag, „wenn alles hell ist und die Erde für Spaten leicht“.

    http://www.literarisches-cafe.de/viewliteratu...

    276 Autor Claus (243211) 19 Aug 10 22:30
    #285Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 11:40
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    Bien loin d'ici

    C'est ici la case sacrée
    Où cette fille très parée,
    Tranquille et toujours préparée,

    D'une main éventant ses seins,
    Et son coude dans les coussins,
    Ecoute pleurer les bassins ;

    C'est la chambre de Dorothée.
    - La brise et l'eau chantent au loin
    Leur chanson de sanglots heurtée
    Pour bercer cette enfant gâtée.

    Du haut en bas, avec grand soin,
    Sa peau délicate est frottée
    D'huile odorante et de benjoin.
    - Des fleurs se pâment dans un coin.
    http://v4.cache3.c.bigcache.googleapis.com/st...

    Charles BAUDELAIRE (1821-1867)
    272 Autor Isabelle. (609042) 19 Aug 10 19:48
    #286Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 12:05
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    Les branches en arceaux ...

    Les branches en arceaux quand le printemps va naître,
    Les ronces sur le mur, le pâturage herbeux,
    Les sentiers de mulets, et cet homme champêtre
    Qui, pour fendre le sol, guide un couple de boeufs,

    La nuit sur la jetée où le phare s'allume,
    Et l'horizon des flots lorsque le jour paraît ; -
    Qu'importe ! Je respire, ô ville, dans ta brume,
    La montagne et les champs, la mer et la forêt.

    Jean MORÉAS (1856-1910)
     
    273 Autor Isabelle. (609042) 19 Aug 10 20:12
    http://soleilbleu1.free.fr/images/144.jpg
    #287Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 12:10
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    Dernier espoir

    Il est un arbre au cimetière
    Poussant en pleine liberté,
    Non planté par un deuil dicté, -
    Qui flotte au long d'une humble pierre.

    Sur cet arbre, été comme hiver,
    Un oiseau vient qui chante clair
    Sa chanson tristement fidèle.
    Cet arbre et cet oiseau c'est nous :

    Toi le souvenir, moi l'absence
    Que le temps - qui passe - recense...
    Ah, vivre encore à tes genoux !

    Ah, vivre encor ! Mais quoi, ma belle,
    Le néant est mon froid vainqueur...
    Du moins, dis, je vis dans ton coeur ?

    Paul VERLAINE (1844-1896)

    264 Autor Isabelle. (609042) 18 Aug 10 20:07
    http://farm3.static.flickr.com/2083/354210632...
    #288Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 12:19
    Commentaire
    Cythère

    Un pavillon à claires-voies
    Abrite doucement nos joies
    Qu'éventent des rosiers amis ;

    L'odeur des roses, faible, grâce
    Au vent léger d'été qui passe,
    Se mêle aux parfums qu'elle a mis ;

    Comme ses yeux l'avaient promis,
    Son courage est grand et sa lèvre
    Communique une exquise fièvre ;

    Et l'Amour comblant tout, hormis
    La Faim, sorbets et confitures
    Nous préservent des courbatures.

    Paul VERLAINE (1844-1896)

    263 Autor Isabelle. (609042) 18 Aug 10 19:32

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #289Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 13:30
    Commentaire
    DANS UN PARFUM DE ROSES BLANCHES

    Dans un parfum de roses blanches
    Elle est assise et songe;
    Et l'ombre est belle comme s'il s'y mirait un ange.

    Le soir descend, le bosquet dort;
    Entre ses feuilles et ses branches,
    Sur le paradis bleu s'ouvre un paradis d'or.

    Sur le rivage expire un dernier flot lointain.
    Une voix qui chantait tout à l'heure, murmure.
    Un murmure s'exhale en haleine et s'éteint.

    Dans le silence, tombent les pétales...

    Charles VAN LERBERGHE (1861-1907)

    101 Autor Clélia (601872) 27 Jul 10 14:00

    http://lapagedenicou.com/rose_blanc.jpg
    #290Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 13:34
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    #291Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 13:58
    Commentaire

    Les cloches du soir

    Quand les cloches du soir, dans leur lente volée
    Feront descendre l'heure au fond de la vallée,
    Si tu n'as pas d'amis ni d'amours près de toi,
    Pense à moi ! Pense à moi !

    Car les cloches du soir avec leur voix sonore
    A ton coeur solitaire iront parler encore,
    Et l'air fera vibrer ces mots autour de toi :
    Aime moi ! Aime moi !

    Si les cloches du soir éveillent les alarmes,
    Demande au temps ému qui passe entre nos larmes,
    Le temps dira toujours qu'il n'a trouvé que toi
    Près de moi !

    Quand les cloches du soir, si tristes dans l'absence,
    Tinteront sur mon coeur ivre de ta présence,
    Ah ! c'est le chant du ciel qui sonnera pour toi !
    Pour toi et pour moi !

    Quand les cloches du soir, qui bourdonne et qui pleure,
    Ira parler de mort au seuil de ta demeure,
    Songe qu'il reste encore une âme près de toi :
    Pense à moi ! pense à moi !

    Marceline DESBORDES-VALMORE (1786-1859)
    #292Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:05
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    Mein Blick ruht gern auf dir

    Du Mädchenangesicht,
    Weil du so lieblich bist
    Und ahnst es nicht.

    Wie in der Frühlingsluft
    Das Veilchen Düfte haucht,
    Ist in der Anmut Duft
    Dein Tun gehaucht.

    Du lächelst freundlich mir
    Du meiner Seele Licht -
    Wie du so lieb mir bist -
    Du ahnst es nicht.


    Leider weiß ich nicht von wem es ist :-(

    90 Autor Elbkatze (688694) 26 Jul 10 12:30

    Kommentar Hallo Elbkatze,

    vielen Dank für das schöne Gedicht. Die Verse stammen von Heinrich Seidel (1842-1906).

    Seidel war ein deutscher Ingenieur und Schriftsteller. Bei den Neubaubüros der Berlin-Potsdamer Bahn (1870–1872) und der Berlin-Anhaltischen Bahn (1872–1880) konstruierte er Bahnanlagen wie die Yorckbrücken und entwarf die damals in Europa einmalige Hallenkonstruktion des Anhalter Bahnhofs mit einer Spannweite von 62,5 Metern. 1880 gab er sein, wie er in den Lebenserinnerungen Von Perlin nach Berlin schreibt, „sonderbares Doppelleben“ auf und widmete sich ausschließlich der Schriftstellerei.

    Das bekannteste Werk Heinrich Seidels ist das Buch Leberecht Hühnchen, das aus mehreren Episoden besteht, die zwischen 1880 und 1893 entstanden. Das Buch hat durch die Beschreibung einfachen Glücks viele Leser gefunden.

    Die Titelfigur Leberecht Hühnchen ist ein Studienfreund des Ich-Erzählers, der wie Seidel Ingenieur ist. Hühnchen lebt mit seiner leicht behinderten Frau und zwei Kindern in bescheidenen Verhältnissen, aber er „kennt die Kunst, glücklich zu sein“.

    Hühnchens Idyll ist geprägt von seiner Unabhängigkeit und seiner Bescheidenheit. So scheint er vor den Gefahren der Moderne, die durch die molochartige Ausdehnung der Stadt Berlin symbolisiert wird, innerlich gewappnet.
    91 Autor mars (236327) 26 Jul 10 12:46
    #293Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:19
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    Am Waldessaume träumt die Föhre

    Am Waldessaume träumt die Föhre,
    Am Himmel weiße Wölkchen nur,
    Es ist so still, daß ich sie höre,
    Die tiefe Stille der Natur.

    Rings Sonnenschein auf Wies' und Wegen,
    Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,
    Und doch es klingt als ström' ein Regen
    Leis tönend auf das Blätterdach.

    Theodor Fontane (1819-1898)
     
    84 Autor moustique (308708) 25 Jul 10 21:38
    #294Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:23
    Commentaire
    Der Gewitterabend

    O die roten Abendstunden!
    Flimmernd schwankt am offenen Fenster
    Weinlaub wirr ins Blau gewunden,
    Drinnen nisten Angstgespenster.

    Staub tanzt im Gestank der Gossen.
    Klirrend stößt der Wind in Scheiben.
    Einen Zug von wilden Rossen
    Blitze grelle Wolken treiben.

    Laut zerspringt der Weiherspiegel.
    Möven schrein am Fensterrahmen.
    Feuerreiter sprengt vom Hügel
    Und zerschellt im Tann zu Flammen.

    Kranke kreischen im Spitale.
    Bläulich schwirrt der Nacht Gefieder.
    Glitzernd braust mit einem Male
    Regen auf die Dächer nieder.

    Georg Trakl (1887 - 1914)

    82 Autor Dana (236421) 25 Jul 10 13:34
    http://farm6.static.flickr.com/5173/553142682...

    #295Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:29
    Commentaire
    Même thème que le poème 292:

    Abends

    Wenn die Abendglocken hallen
    Nieder in der stillen Au,
    Und wenn leuchtend Sterne wallen
    In dem reinen Himmelblau:

    Dann in meines Herzens Grunde
    Wird es still und feierlich,
    Und es naht sich leis die Stunde
    Der Erinnerung an dich.

    Helene Branco

    Biographie: Branco, Helene, geborne von Rödlich, wurde am 13. Oktober 1816 zu Düsseldorf als die Tochter eines Generals geboren und vermählte sich mit dem Regimentsarzt Dr. Branco in Potsdam. Sie verfiel später in Wahnsinn und lebt jetzt in einer Irrenanstalt. -
    Ihre Dichtungen veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Dilia Helena.

    81 Autor oopsy (491382) 24 Jul 10 19:30
    #296Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:32
    Commentaire
    Regen, Regen! 

    Regen, Regen,
    Himmelssegen!
    Bring' uns Kühle, lösch' den Staub
    Und erquicke Halm und Laub!

    Regen, Regen,

    Himmelssegen!
    Labe meine Blümelein,
    Lass sie blüh'n im Sonnenschein!

    Regen, Regen,
    Himmelssegen!
    Nimm dich auch des Bächleins an,
    Dass es wieder rauschen kann!

    Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

    80 Autor moustique (308708) 24 Jul 10 12:26
    #297Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:34
    Commentaire
    Je transplante ici ce poème de Stefan George (1868-1933), transcrit par mars dans le Kaffeehaus d'oopsy:

    KOMM IN DEN TOTGESAGTEN PARK

    Komm in den totgesagten park und schau:
    Der schimmer ferner lächelnder Gestade
    Der reinen wolken unverhofftes blau
    Erhellt die weiher und die bunten Pfade.
    Dort nimm das tiefe gelb - das weiche grau
    Von birken und von buchs - der wind ist lau
    Die späten rosen welkten noch nicht ganz
    Erlese küsse sie und flicht den Kranz
    Vergiss auch diese letzten astern nicht
    Den purpur um die ranken wilder reben
    Und auch was übrig blieb von grünem leben
    Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

    http://www.yonne-89.net/images10/fin_aout_05_...

    62 Autor Clélia (601872) 22 Jul 10 07:48
    #298Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:39
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    Der römische Brunnen

    Aufsteigt der Strahl, und fallend gießt
    Er voll der Marmorschale Rund,
    Die, sich verschleiernd, überfließt
    In einer zweiten Schale Grund;
    Die zweite gibt, sie wird zu reich,
    Der dritten wallend ihre Flut,
    Und jede nimmt und gibt zugleich
    Und strömt und ruht.

    Conrad Ferdinand Meyer (1825 – 1898)

    http://www.pinselpark.org/literatur/m/meyer/p...
    60 Autor Claus (243211) 21 Jul 10 15:05
    #299Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:41
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    Römische Fontäne

    Zwei Becken, eins das andre übersteigend
    aus einem alten runden Marmorrand,
    und aus dem oberen Wasser leis sich neigend
    zum Wasser, welches unten wartend stand,

    dem leise redenden entgegenschweigend
    und heimlich, gleichsam in der hohlen Hand,
    ihm Himmel hinter Grün und Dunkel zeigend
    wie einen unbekannten Gegenstand;

    sich selber ruhig in der schönen Schale
    verbreitend ohne Heimweh, Kreis aus Kreis,
    nur manchmal träumerisch und tropfenweis

    sich niederlassend an den Moosbehängen
    zum letzten Spiegel, der sein Becken leis
    von unten lächeln macht mit Übergängen.

    Rilke (1875-1926)

    Passage pour accéder au jardin suivant:
    http://www.rustica.fr/assets/media/image/haie...
    Siehe auch: Les jardins de la poésie, quatrième jardin
    #300Auteur Clélia (601872) 13 Juill. 11, 14:50
    Commentaire

    --

    #301Auteur hannabi (554425)  14 avr 22, 13:35
    Commentaire

    Ob man diesen Faden wiederbeleben kann ? Hier ein Versuch mit Rilke, Herbsttag


    https://youtu.be/x-MwVjggIcE

    #302Auteur Regenpfeifer (1228344) 24 Sept. 22, 18:19
     
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