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    Wild

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    Da jetzt im Herbst gerade überall Wildgerichte angeboten werden in den Restaurants, fiel mir etwas ein. Vor einigen Jahren hatte ich beruflich mit einem Mann zu tun, der ursprünglich aus dem ländlichen Michigan stammte. Er erzählte, dass sie immer jagen gingen und deswegen nie Fleisch kaufen würden, sondern eben Deer etc essen. So wie er es sagte klang es für mich damals so, als würde Wild aber als - sagen wir mal - "billiger Ersatz“ für Rind- und Schweinefleisch angesehen. Da Wild bei uns hier in Deutschland ja eher als spezielle Delikatesse angesehen wird wollte ich mich doch mal vergewissern, ob ich das damals nur falsch verstanden habe, oder ob es da tatsächlich so einen Unterschied gibt welchen Wert Wildfleisch in unseren beiden Kulturen hat.
    Author Nefertit (584922) 08 Nov 11, 15:05
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    Welchen "Wert" das Fleisch hat, hängt wohl u.a. davon ab, ob man die Viecher einfach nach Belieben in Wald und Flur selber abknallen kann, wenn man Lust drauf hat, oder ob man dafür entweder einen Jagdschein machen oder im Feinkostgeschäft teures Geld bezahlen muss ...
    #1Author Woody 1 (455616) 08 Nov 11, 15:14
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    Genau das war meine Überlegung, Woody. Nur leben auch nicht alle Amerikaner in der Pampa, wo man jedes Jahr nach Belieben Rehe schießen kann. Z.B. leben in NY 8 Millionen Menschen, von denen sicher nur ein sehr kleiner Teil zum Jagen kommt. Wie sieht es bei denen aus? Das ist meine Frage.
    #2Author Nefertit (584922) 08 Nov 11, 15:17
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    Nun ja, ich kenne eine Tochter eines Jägers (hier in Deutschland), für die Wild nichts besonderes ist, weil es das in ihrer Kindheit und Jugend eben total oft gab. Bei Erkältung gab's Taubensuppe und nicht wie bei unsereins Hühnersuppe, und sonntags kam wohl eher Rehkeule oder Kaninchenbraten als Lammkeule oder Kalbsgeschnetzeltes auf den Tisch; Fasanen waren auch eher "normal". Ich glaube, dieses "Wild ist eine besondere Delikatesse" gilt zumindest für ländlich aufgewachsene Menschen mit einem Jäger im Umfeld auch in Deutschland nicht oder zumindest nicht in dem Maße.


    @2: Die Großstadtbewohner, die sich ihr Essen höchstens im Supermarkt jagen, werden wohl auch in den USA eher Rind als Hirsch essen. Bloß weil ein einzelner Mensch, für den ein selbstgeschossenes Reh tatsächlich billiger ist als ein gekauftes Rind, sich hauptsächlich von Wild ernährt, kann man ja noch lange keine Rückschlüsse auf die Ernährungsgewohnheiten seiner Mitbürger ziehen. Das ist, als hättest Du mit einem passionierten Hochseeangler gesprochen, der einmal im Monat auf Angeltour geht und dreimal die Woche selbstgefischten Schwertfisch isst, weil das für ihn eben billiger ist als gekaufter Seelachs, und schlössest daraus, dass alle Menschen aus seinem Land das ebenso machen und Schwertfisch dort als Billigfisch gilt.
    #3Author Dragon (238202) 08 Nov 11, 15:17
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    Die Frage ist doch ganz logisch zu beantworten. Wer kauft sich Salat, wenn er welchen im Garten hat? Also warum sollte jemand Fleisch kaufen, wenn er es sich selber schießen kann?
    Genauso verhält es sich natürlich für die Stadtbewohner bzw. alle, die keinen Gemüsegarten haben oder eben nicht selber auf die Jagd gehen. Sie kaufen sich das, was im Supermarkt im Regal steht oder, bei etwas gehobenerem Lebensstandard, sie gehen auf den Markt, zum Frischwarenhändler, zum Metzger, wo es zwar etwas teurer ist, man dafür aber "weiß" wo die Ware herkommt.

    In Deutschland gehen wohl prozentual gesehen deutlich weniger Menschen Jagen und auch der Anteil an Wild wird wohl hierzulande geringer sein als z.B. in den Weiten der USA (natürlich prozentual Wild/Fläche gesehen). Ergo, befragt man eine Stichprobe aus 100 Amerikanern und 100 Deutschen, wird man wohl bei der ersten Gruppe mehr Personen haben, für die Wildfleisch etwas völlig alltägliches ist, während bei den Deutschen wohl die meisten Wild mit "selten weil teuer" assoziieren werden. :-)

    Selbst Jäger sind in Deutschland wohl nur in den seltensten Fällen dazu in der Lage, mit ihrem Revier ihren Fleischbedarf komplett zu decken. Zum Einen sind die Abschussquoten meist vorgegeben und zum Anderen muss das Revier erst mal genügend Tiere bereitstellen. Man schießt hier nicht einfach auf ein Reh, wie es vielleicht in den USA üblich ist (Achtung, Klischeedenken ^^).
    #4Author Pete (236888) 10 Nov 11, 08:33
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    OP: "Da jetzt im Herbst.." sorry, aber hier im Forum geht es doch auch um Genauigkeit, oder; wir haben hier gerade Fruehling.

    Ansonsten ist es hier z.B. unueblich Kaninchen zu essen, obwohl es davon mehr als genug gibt.


    BTW: Welche "beiden" Kulturen meinst du?
    #5Author Ralf-NZ (295035) 10 Nov 11, 09:24
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    The amount of game available to buy in Germany has declined drastically since I first came here, when there were two or three stalls on the local market selling it. If I want venison, no problem: the local supermarket has it -- frozen, from New Zealand. I was pleasantly surprised, therefore, two weeks ago in Leiden, in culinarily challenged Holland, to find masses of the stuff, along with pheasants, pigeons, wild duck and wild boar, on a fantastic market. And Leiden is not exactly a well-known centre of cosmopolitan cuisine.

    The English diarist Samuel Pepys was once invited (by his brother, I think) to partake of a 'venison pasty'. Pepys later complained to his diary, in disgust: 'It was palpable beef, which was not very handsome of him.'
    #6Author escoville (237761) 10 Nov 11, 09:30
     
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