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    Quasselzimmer

    Viertes Schatzkästlein des leonidischen Hausfreunds

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    Viertes Schatzkästlein des leonidischen Hausfreunds

    Kommentar
    Literarische Vielfalt kennzeichnet unsere „Schatzkästlein des leonidischen Hausfreundes“, Nachfolger von J. P. Hebels „Rheinischem Schatzkästlein des Hausfreundes. In diese virtuellen Truhen können literarische „Schätze“ aus jeder Gattung eingelegt werden, also nicht nur Lyrik, sondern auch Auszüge aus epischen Texten oder aus Theaterstücken.

    Sehr bewährt hat es sich meiner Meinung nach dabei, dass sich bei aller Spontaneität, die nach wie vor begrüßt wird, dabei manchmal thematische Einheiten herauskristallisierten wie zuletzt die der Mahlzeiten in Lyrik, Epik und Dramatik, des Gold-Motivs in der Literatur oder das der Geheimnisse und ihrer Aufdeckung, das in diesem neuen Faden noch weiter gesponnen werden soll. In ihrer Offenheit und Fülle stellen meines Erachtens die Schatzkästlein wertvolle Ergänzungen dar von emgs „Moments musicaux“ und der von oopsy angelegten Kaffeehaus- und Kulturcafé-Straße, die einen Schwerpunkt in den Bildenden Künsten hat.

    Hier die Links zu den bisherigen von Pierrot, Isabelle und Clélia gestarteten Schatzkästlein-Fäden:

    Siehe auch: Das Schatzkästlein des leonidischen Hausfreunds

    Siehe auch: Zweites Schatzkästlein des leonidischen Haus...

    Siehe auch: Drittes Schatzkästlein des leonidischen Haus...


    Die Beachtung des Urheberrechtes mag zwar eine Formalie scheinen, sie ist aber eine, die strengstens zu befolgen ist: Texte von Autoren (bei Übersetzungen von Übersetzern), deren Todestag länger als 70 Jahre zurückliegt, können hier in voller Länge zitiert werden, bei jüngeren Verfassern/Übersetzungen ist nach einem kurzen (!) einleitenden Zitat lediglich ein Verweis auf eine legitimierte Veröffentlichung statthaft, eventuell auch ein Link auf eine Internet-Seite. Die Angabe des Sterbedatums bei jedem Beitrag ist daher unerlässlich.
    Verfassermars (236327) 21 Mai 13, 09:11
    Kommentar
    @ Merci mars d'avoir ouvert ce nouveau coffret !

    Amours platoniques et secrètes :

    Deux nouvelles de Maupassant (1850-1893)

    Un vieux serviteur a servi ses maîtres toute sa vie avec un dévouement dépassant l'entendement. Il finit par avouer son secret :

    Il se mit à regarder en l'air, puis de côté, puis au loin, en tournant la tête, comme font les hommes timides forcés d'avouer des secrets honteux. Puis il déclara avec un courage de troupier à qui on ordonne d'aller au feu : 
    "C'est comme ça. La première fois que j'ai porté à Mademoiselle une lettre du lieutenant et que Mademoiselle m'a donné vingt sous en me faisant un sourire, ce fut décidé comme ça."
    Elle insistait, comprenant mal.
    "Voyons, expliquez-vous."
    Alors il jeta avec l'épouvante d'un misérable qui avoue un crime et qui se perd :
    "J'ai eu un sentiment pour Madame. Voilà !"
    Elle ne répondit rien, cessa de le regarder, baissa la tête et réfléchit. Elle était bonne, pleine de droiture, de douceur, de raison et de sensibilité.
    Elle songea, en une seconde, à l'immense dévouement de ce pauvre être qui avait renoncé à tout pour vivre à côté d'elle, sans rien dire. Et elle eut envie de pleurer.
    Puis, prenant une figure un peu grave, mais point fâchée :
    "Rentrons", dit-elle.

    Il se leva, passa derrière la chaise roulante, et se remit à la pousser. 

    Texte intégral :
    http://athena.unige.ch/athena/selva/maupassan...

    __________

    Le secret de l'humble Mademoiselle Perle :

    Il me semblait que je voyais en elle ... que j'apercevais, d'un bout à l'autre, cette vie humble, simple et dévouée; mais un besoin me venait aux lèvres, un besoin harcelant de l'interroger, de savoir si, elle aussi, l'avait aimé, lui; si elle avait souffert comme lui de cette longue souffrance secrète, aiguë, qu'on ne voit pas, qu'on ne sait pas, qu'on ne devine pas, mais qui s'échappe la nuit, dans la solitude de la chambre noire. Je la regardais, je voyais battre son coeur sous son corsage à guimpe, et je me demandais si cette douce figure candide avait gémi chaque soir, dans l'épaisseur moite de l'oreiller, et sangloté, le corps secoué de sursauts, dans la fièvre du lit brûlant. Et je lui dis tout bas, comme font les enfants qui cassent un bijou pour voir dedans: ...

    http://athena.unige.ch/athena/selva/maupassan...
    #1VerfasserClélia (601872) 21 Mai 13, 09:58
    Kommentar
    Ein wirklich geheimnis-volles Buch ist der Roman „Mutmaßungen über Jakob“ von Uwe Johnson, erschienen 1959 (wie die „Blechtrommel von Günter Grass).

    Die in fünf Teile untergliederte Handlung beginnt mit dem Tod des Reichsbahnbeamten (Beruf Dispatcher) Jakob Abs, der in seinem Wohnort, einer Stadt an der Elbe, beim Überqueren der Gleise im Nebel von einer Lokomotive zerquetscht wird. Sieben Jahre lang ist er immer quer über die Gleise gegangen, um den Weg zu seinem Arbeitsplatz abzukürzen. Jetzt, im November ist er beim Überqueren der Gleise von einer Lokomotive erfasst und getötet worden. Soviel etwa erfährt man auf den ersten zwei Seiten des Buches. Vorgetragen wird es in der Form eines Gesprächs, das erkennt man an den Anreden in der 2. Person. Wer da spricht, bleibt zunächst (und noch lange) ganz im Dunkeln; doch lassen sich zwei Stimmen unterscheiden: Der erste Sprecher protestiert gegen die Nachricht von Jakobs Tod (die dem Einsetzen des Buchs vorangegangen ist); er kann an einen gewöhnlichen Unfall nicht glauben, sondern vermutet, dass in irgendeiner Weise „sie“ damit zu tun haben (gemeint ist offensichtlich die ostdeutsche Staatsmacht). Der Mitunterredner dagegen versucht zu erweisen, dass ein Unglücksfall durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Die „Mutmaßungen“ darüber dauern dann über 300 Seiten.

    Charakteristisch ist die Montagetechnik mit wechselnden Erzählperspektiven: Dialoge, Innere Monologe, auktoriale Erzählweise und verschiedene Ich-Perspektiven wechseln einander ab, wobei die abrupten Übergänge nur angedeutet werden. Es entsteht ein polyperspektivisches, lückenhaftes Mosaikbild der Personen: ihrer Aktionen und Motive. Hans Magnus Enzensberger hob hervor, dass dem Leser durch das literarische Kombinationsspiel wie einem Detektiv eine aktive Rolle übertragen wird. Entsprechend beschwerlich ist die Lektüre dieses in manchem rätselhaften Romans für viele Leser, und Johnson hat gelegentlich gesagt, er habe das Buch so geschrieben, als würden es die Leute so langsam lesen, wie er es geschrieben habe.
    #2Verfassermars (236327) 22 Mai 13, 14:30
    Kommentar
    Très intéressant, merci mars

    Mystère
     
    Je veux que le matin l’ignore
    Le nom que j’ai dit à la nuit,
    Et qu’au vent de l’aube, sans bruit
    Comme une larme il s’évapore.
     
    Je veux que le jour le proclame
    L’amour qu’au matin j’ai caché,
    Et, sur mon cœur ouvert penché,
    Ainsi qu’un grain d’encens l’enflamme.
     
    Je veux que le couchant l’oublie
    Le secret que j’ai dit au jour
    Et l’emporte, avec mon amour.
    Aux plis de sa robe pâlie !

    Armand Silvestre (1837 – 1901)

    http://68.img.v4.skyrock.net/6376/72566376/pi...
    #3VerfasserClélia (601872) 23 Mai 13, 08:16
    Kommentar
    In dem sehr lesenswerten Roman „Bronsteins Kinder“ von Jurek Becker schildert der 19jährige Jude Hans Bronstein, Jurek Beckers Ich-Erzähler, in seinen Erinnerungen die Vorgänge, die zum Tode seines Vaters geführt haben. Der Roman spielt in Ostberlin, der Hauptstadt der früheren DDR; die Zeit- und Handlungsebenen wechseln zwischen Erzähler-Vergangenheit – dem Sommer 1973, in dem der Vater stirbt – und Erzähler-Gegenwart, dem Sommer 1974.

    Die Handlung wird ausgelöst von so manchem, was eigentlich geheim bleiben sollte. Kurz vor seinem Abitur fährt Hans Bronstein mit der S-Bahn zum Sommerhaus, um sich dort heimlich mit seiner Freundin Martha zu treffen. Ohne Wissen des Vaters hat Hans sich einen Nachschlüssel zum Häuschen verschafft. Das Vorhaben ist jedoch zum Scheitern verurteilt: der Wagen von Gordon Kwart, einem Freund des Vaters, steht davor. Zuerst denkt Hans an ein Liebesabenteuer von Kwart, trifft jedoch, als er ins Haus geht, auf vier Männer: seinen Vater, Kwart und Rotstein - beides Leidensgefährten von Arno Bronstein aus der Zeit der KZ-Haft - und einen vierten Mann, der mit Handschellen und einem Ledergürtel an ein Eisenbett gefesselt ist. Er wird von den dreien verhört. Kwart entdeckt Hans und konfrontiert ihn mit dem Vater.

    Der Gefangene setzt seine Hoffnung auf den Neuankömmling, und Hans erlebt seinen Vater in einer völlig neuen Rolle: der „Logikfanatiker“, dessen Motto „ein kühler Verstand sei nützlicher als ein heißes Herz“ als Erziehungsmaxime auch auf den Sohn übergehen sollte, schlägt das Opfer und nützt seine physische Überlegenheit zynisch aus. Die Legitimation seines Verhaltens lässt er den Gefangenen formulieren: der war Aufseher im KZ Neuengamme und soll zu einem Geständnis gezwungen werden. Hans stört bei diesem Vorhaben, und er muss sich für seine Anwesenheit rechtfertigen. Er beginnt dabei, sich in ein Netz von Lügen zu verstricken, das ihn im Laufe der Zeit immer enger einbinden und eigene Entscheidungen erschweren wird. Er behauptet, keinen eigenen Schlüssel zum Haus zu besitzen, die Tür sei angelehnt gewesen. Mit dieser Lüge versucht Hans, seine Freundin Martha zu schützen, die jeden Augenblick eintreffen kann und vor der Entdeckung der neuen Situation bewahrt werden soll. Er verlässt das Haus, trifft sie an der S-Bahnstation und hofft, unter freiem Himmel mit ihr die Nacht zu verbringen, auch um die Gedanken an die Foltersituation verdrängen zu können. Aus eigennützigen Gründen glaubt er, sie belügen zu müssen - eine so unglaubliche Nachricht würde jede Möglichkeit, mit ihr zu schlafen, aussichtslos erscheinen lassen. Alle planvollen Überlegungen führen jedoch zu nichts, denn Martha ahnt, dass Hans ihr etwas vorenthält …

    Informationen zu Jurek Becker bringe ich in einem Folgebeitrag.
    #4Verfassermars (236327) 23 Mai 13, 11:33
    Kommentar
    Fortsetzung zu #4:

    Jurek Beckers Eltern waren Juden; sein Vater Max Becker, geborener Mieczyslaw Bekker, (1900–1972) arbeitete als Angestellter und später als Prokurist in einer Textilfabrik.

    Jurek Becker wurde in Łódź in Polen geboren. Sein Geburtsdatum ist unbekannt, da sein Vater ihn im Ghetto älter angab als er war, um ihn vor der Deportation zu bewahren. Später erinnerte er sich nicht mehr an das richtige Geburtsdatum.
    Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 wurde Jurek Becker zusammen mit seinen Eltern ins Ghetto von Łódź deportiert. 1944 kam er mit seiner Mutter, Anette Bekker, zunächst in das KZ Ravensbrück und später nach Sachsenhausen bzw. ins KZ-Außenlager Königs Wusterhausen. Nach Kriegsende fand ihn sein Vater, der in Auschwitz überlebt hatte, mit Hilfe einer jüdisch-amerikanischen Suchorganisation (JOINT oder The Joint) wieder.

    Becker lebte nach 1945 in Ost-Berlin, unter anderem in einer Wohngemeinschaft mit Manfred Krug, den er seit 1957 kannte.
     
    1955 machte Jurek Becker das Abitur und meldete sich anschließend freiwillig zwei Jahre zur Kasernierten Volkspolizei, dem Vorläufer der Nationalen Volksarmee. Außerdem wurde er Mitglied der FDJ. Gegen den Willen seines Vaters, der wollte, dass er Arzt würde, entschied er sich 1957 für das Studium der Philosophie und wurde Mitglied der SED. Nach sechs Semestern wurde er 1960 nach einer Prügelei „zur Bewährung“ von der Universität relegiert und wurde freier Schriftsteller.

    1976 unterzeichnete der politisch engagierte Jurek Becker mit elf weiteren Schriftstellern einen Brief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, was mit dem Ausschluss aus der SED und aus dem Vorstand des Schriftstellerverbands der DDR bestraft wurde.
     
    1977 trat Jurek Becker aus Protest gegen den Ausschluss Reiner Kunzes aus dem Schriftstellerverband aus und zog mit Genehmigung der DDR-Behörden in den Westen, da seine Bücher in der DDR nicht mehr verlegt und Filmprojekte abgelehnt wurden.

    Zu seinen bekanntesten Werken gehören noch der Roman "Jakob der Lügner" (von Frank Beyer verfilmt) sowie die TV-Serie "Liebling Kreuzberg". Auch "Bronsteins Kinder" wurde verfilmt, mit Matthias Paul als Hans Bronstein, Armin Mueller-Stahl als Arno Bronstein, Angela Winkler als Elle Bronstein, Katharina Abt als Martha Lepschitz und Rolf Hoppe als Gefangener. Ich halte den Film für einigermaßen gelungen, obwohl ich Romanverfilmungen eher kritisch gegenüberstehe.

    #5Verfassermars (236327) 24 Mai 13, 10:20
    Kommentar
    La chiromancie, un jeu dangereux : elle prétend dévoiler à celui qui s’y prête les secrets de l’avenir, mais pouvons-nous en supporter la révélation ?

    Le Crime de Lord Arthur Savile, Oscar Wilde (1854-1900)

    Mais quand M. Podgers vit la main de lord Arthur, il devint étrangement pâle et ne souffla mot.
    Un frisson sembla passer sur lui. Ses grands sourcils broussailleux furent saisis d'un tremblement convulsif du tic bizarre, irritant, qui le dominait, quand il était embarrassé.
    Alors, quelques grosses gouttes de sueur perlèrent sur son front jaune, comme une rosée empoisonnée et ses doigts gras devinrent froids et visqueux.


    But when Mr Podgers saw Lord Arthur's hand he grew curiously pale, and said nothing. A shudder seemed to pass through him, and his great bushy eyebrows twitched convulsively, in an odd, irritating way they had when he was puzzled. Then some huge beads of perspiration broke out on his yellow forehead, like a poisonous dew, and his fat fingers grew cold and clammy.
    _________________

    Tout ce temps-là, lord Arthur Savile était demeuré debout près de la cheminée avec le même sentiment de frayeur qui pesait sur lui, la même maladive préoccupation d'un avenir mauvais...

    All this time Lord Arthur Savile had remained standing by the fireplace, with the same feeling of dread over him, the same sickening sense of coming evil...

    Il avait vécu la vie délicate et luxueuse d'un jeune homme bien né et riche, une vie exquise affranchie de tous soucis avilissants, une vie d'une belle insouciance d'enfant, et maintenant, pour la première fois, il eut conscience du terrible mystère de la destinée, de l'effrayante idée du sort...
     
    He had lived the delicate and luxurious life of a young man of birth and fortune, a life exquisite in its freedom from sordid care, its beautiful boyish insouciance; and now for the first time he became conscious of the terrible mystery of Destiny...

    Que tout cela lui semblait fou et monstrueux !
    Se pouvait-il que ce qui était écrit dans sa main, en caractères qu'il ne pouvait lire mais qu'un autre pouvait déchiffrer, fût quelque terrible secret de faute, quelque sanglant signe de crime !

    N'y avait-il nulle échappatoire ?
    Ne sommes-nous que des pions d'échiquier que met en jeu une puissance invisible...

    How mad and monstrous it all seemed! Could it be that written on his hand, in characters that he could not read himself, but that another could decipher, was some fearful secret of sin, some blood-red sign of crime? Was there no escape possible? Were we no better than chessmen, moved by an unseen power...


    Texte intégral en anglais :
    http://www.kingkong.demon.co.uk/gsr/savile.htm
    Texte intégral en français :
    http://www.inlibroveritas.net/lire/oeuvre4732...
    Résumé de l'histoire :
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Le_Crime_de_Lord...
    http://artifexinopere.com/wp-content/uploads/...
    #6VerfasserClélia (601872) 24 Mai 13, 12:44
    Kommentar
    Danke, Clélia, für die spannende Fortsetzung des Enthüllungsthemas!

    Ich unterbreche es für einen Moment, um in unserem Faden, der ja auch der Lyrik gewidmet ist, der dieser Tage verstorbenen Dichterin Sarah Kirsch zu gedenken. Ich kenne ihre Gedichte gut, denn Schüler haben mir mal sämtliche Gedichte von ihr geschenkt. Leider darf ich für diesen Faden keines von ihnen abtippen, aber ich verweise auf den Nachruf in der ZEIT, in dem am Ende das kurze Gedicht "Bäume" steht, das für den Rezensenten typisch für Sarah Kirsch ist, auch für ihren widerständigen Humor:

    http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-05/n...

    Im neuesten Kulturcafé habe ich als Ergänzung eines von oopsy eingestellten Nachrufs auch einen Artikel der FAZ gepostet:
    Siehe auch: ’S Kulturcafé ▄ ▄ ┬┬ ▄ ▄ Κ... - #278 .

    Dort findet sich etwa in der Mitte des Textes eines ihrer bekanntesten Gedichte aus dem Wiepersdorf-Zyklus aus dem Band „Rückenwind“ (1976). Es beginnt mit den Worten:

    Dieser Abend, Bettina, es ist
    Alles beim alten. Immer
    Sind wir allein, wenn wir den Königen
    schreiben
     
    #7Verfassermars (236327) 24 Mai 13, 16:08
    Kommentar
    Ich habe im Internet noch ein schönes, etwas längeres Gedicht von Sarah Kirsch gefunden. Es beginnt so:

    Die Nacht streckt ihre Finger aus
    Sie findet mich in meinem Haus
    Sie setzt sich unter meinen Tisch


    http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/frauen...

    "Die Leute sollen meine Gedichte gern haben und mich möglichst in Ruhe lassen", sagte sie einmal den "Stuttgarter Nachrichten". Ihre Grundhaltung sei "die Melancholie", erklärte Kirsch einmal über sich selbst. Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki pries ihre "Lyrik der großen Gefühle und der mächtigen Leidenschaften".

    #8Verfassermars (236327) 25 Mai 13, 08:13
    Kommentar
    @ mars : (8) cette rêverie mélancolique de Sarah Kirsch est une splendeur. Je suis par ailleurs très touchée qu'elle ait échangé son véritable prénom (Ingrid) contre celui de Sarah en guise de protestation contre l'antisémitisme qui sévissait à cette époque. Cela me touche d'autant plus que j'ai visité assez récemment le camp de concentration de Dora près duquel elle habitait (mentionné dans l'article de journal indiqué au numéro 7). Les conditions de détention y étaient paticulièrement horribles, car les prisonniers ne voyaient jamais le soleil.

    La mort, mystère que personne n'a jamais élucidé, selon Anne de Noailles (1876 – 1933) :

    le reposant mystère qui nourrit et fleurit les plantes par les corps.

    et tout l'amour de cette poétesse pour la vie et de la nature :



    Le Verger (1901)

    Dans le jardin, sucré d'oeillets et d'aromates,
    Lorsque l'aube a mouillé le serpolet touffu,
    Et que les lourds frelons, suspendus aux tomates,
    Chancellent, de rosée et de sève pourvus,
     
    Je viendrai, sous l'azur et la brume flottante,
    Ivre du temps vivace et du jour retrouvé,
    Mon coeur se dressera comme le coq qui chante
    Insatiablement vers le soleil levé.
     
    L'air chaud sera laiteux sur toute la verdure,
    Sur l'effort généreux et prudent des semis,
    Sur la salade vive et le buis des bordures,
    Sur la cosse qui gonfle et qui s'ouvre à demi ;
     
    La terre labourée où mûrissent les graines
    Ondulera, joyeuse et douce, à petits flots,
    Heureuse de sentir dans sa chair souterraine
    Le destin de la vigne et du froment enclos.
     
    Des brugnons roussiront sur leurs feuilles, collées
    Au mur où le soleil s'écrase chaudement ;
    La lumière emplira les étroites allées
    Sur qui l'ombre des fleurs est comme un vêtement.
     
    Un goût d'éclosion et de choses juteuses
    Montera de la courge humide et du melon,
    Midi fera flamber l'herbe silencieuse,
    Le jour sera tranquille, inépuisable et long.
     
    Et la maison, avec sa toiture d'ardoises,
    Laissant sa porte sombre et ses volets ouverts,
    Respirera l'odeur des coings et des framboises
    Éparse lourdement autour des buissons verts ;
     
    Mon coeur, indifférent et doux, aura la pente
    Du feuillage flexible et plat des haricots
    Sur qui l'eau de la nuit se dépose et serpente
    Et coule sans troubler son rêve et son repos.
     
    Je serai libre enfin de crainte et d'amertume,
    Lasse comme un jardin sur lequel il a plu,
    Calme comme l'étang qui luit dans l'aube et fume,
    Je ne souffrirai plus, je ne penserai plus,
     
    Je ne saurai plus rien des choses de ce monde,
    Des peines de ma vie et de ma nation,
    J'écouterai chanter dans mon âme profonde
    L'harmonieuse paix des germinations.
     
    Je n'aurai pas d'orgueil, et je serai pareille,
    Dans ma candeur nouvelle et ma simplicité,
    A mon frère le pampre et ma soeur la groseille
    Qui sont la jouissance aimable de l'été,
     
    Je serai si sensible et si jointe à la terre
    Que je pourrai penser avoir connu la mort,
    Et me mêler, vivante, au reposant mystère
    Qui nourrit et fleurit les plantes par les corps
    .
     
    Et ce sera très bon et très juste de croire
    Que mes yeux ondoyants sont à ce lin pareils,
    Et que mon coeur, ardent et lourd, est cette poire
    Qui mûrit doucement sa pelure au soleil...
    #9VerfasserClélia (601872) 25 Mai 13, 08:42
    Kommentar
    Sie hat ihr Geheimnis (fast :-) mit ins Grab genommen:

    Tante Jolesch und ihre Krautfleckerl** 

    Jahrelang versuchte man der Tante Jolesch unter allen möglichen Listen und Tücken das Rezept ihrer unvergleichlichen Schöpfung herauszulocken. Umsonst, sie gabs nicht her............
    ...
    Die Tante Jolesch richtete sich mit letzter Kraft ein wenig auf: "Weil ich nie genug gemacht hab....."
    Sprachs, lächelte und verschied."

    Dritter Absatz von oben:
    http://262981.forumromanum.com/member/forum/f...

    Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch oder 'Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten'.

    ** Krautfleckerl: http://de.wikipedia.org/wiki/Krautfleckerl
    #10Verfasseroopsy (491382) 25 Mai 13, 15:13
    Kommentar
    Die dramatische Handlung der Novelle „Das Feuerschiff“ von Siegfried Lenz kommt dadurch in Gang, dass drei Verbrecher ihr Geheimnis nicht so lange geheim halten können wie die Tante Jolesch in #10:

    Die Besatzung des Feuerschiffs entdeckt ein Boot, das auf dem Meer treibt. Wie sich herausstellt, ist es manövrierunfähig. Die drei sich darin befindenden Männer werden an Bord genommen und stellen sich als Dr. Caspary und die Brüder Edgar und Eugen Kuhl vor. Der Kapitän teilt ihnen mit, dass sie frühestens in vier Tagen ein Boot nach Kiel, Flensburg oder zu den Inseln bringen könne. Dann stellt sich aber heraus, dass es sich um flüchtige und schwer bewaffnete Gangster handelt. Sie fordern den Kapitän auf, ihnen das Rettungsboot zu übergeben, später verlangen sie, das Feuerschiff loszumachen und sie damit an Land zu bringen. Doch der Kapitän verweigert auch dies, da das Feuerschiff seine Position auf See halten muss, um die Schifffahrt nicht zu gefährden ...

    Wie diese unheimliche Geschichte endet, in der auch verborgene Details aus der Geschichte der Protagonisten eine Rolle spielen, findet ihr hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Feuerschiff . Dort sind auch sehr gute Inpretationshinweise zu finden.

    Ich stimme Walter Jens zu, der zu dem "Feuerschiff" meinte: „Das nenne ich Meisterschaft: eine auskalkulierte, spannungsreiche Story zu erfinden und sie so souverän zu erzählen, dass der Leser erst am Ende bemerkt: Die Fabel dient in Wirklichkeit dazu, Hintergründe zu charakterisieren – wie leicht zerfällt die Gemeinschaft der Besatzung, wie entschlossen kehrt sich der Sohn gegen den Vater, wie fließend sind die Grenzen zwischen Abenteuer und Verbrechen.“
    #11Verfassermars (236327) 26 Mai 13, 13:41
    Kommentar
    Ein Werk, das von Anfang bis zum Ende unter dem Zeichen verschiedener Geheimnisse steht, ist Kafkas Roman „Der Prozeß“.

    „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Dieser einleitende Satz des Romans ist in gleichem Maße rätselhaft wie bedeutungsvoll. Gleichzeitig vermittelt er dem Leser eine vermutete, aber nie bestätigte Vorgeschichte (die Verleumdung) und das Ergebnis des ersten Romanabschnitts (die Verhaftung). Mit der auch später nicht weiter konkretisierten Kategorie „Jemand“ weist der Satz auf die grundsätzliche Anonymität der K. entgegentretenden Instanz hin. Die Josef K. einzig mögliche Vermutung deutet die Unsicherheit des Feststellbaren und die prinzipielle Unerklärlichkeit der Vorgänge im Roman an.

    Und ebenso rätselhaft wie dem Leser die Verhaftung und der ganze Verlauf des Prozesses erscheinen musste, bleibt auch das Ende, zum Beispiel der Hintergrund, warum Josef K. am Schluss auf die Vollstreckung des Urteils, seine Hinrichtung, vorbereitet wird. Das letzte Kapitel beginnt so: „Am Vorabend seines einunddreißigsten Geburtstages – es war gegen neun Uhr abends, die Zeit der Stille auf den Straßen – kamen zwei Herren in K.s Wohnung. In Gehröcken, bleich und fett, mit scheinbar unverrückbaren Zylinderhüten. Nach einer kleinen Förmlichkeit bei der Wohnungstür wegen des ersten Eintretens wiederholte sich die gleiche Förmlichkeit in größerem Umfange vor K.s Tür. Ohne daß ihm der Besuch angekündigt gewesen wäre, saß K., gleichfalls schwarz angezogen, in einem Sessel in der Nähe der Türe und zog langsam neue, scharf sich über die Finger spannende Handschuhe an, in der Haltung, wie man Gäste erwartet. Er stand gleich auf und sah die Herren neugierig an. »Sie sind also für mich bestimmt?« fragte er. Die Herren nickten, einer zeigte mit dem Zylinderhut in der Hand auf den anderen. K. gestand sich ein, daß er einen anderen Besuch erwartet hatte.“
    #12Verfassermars (236327) 27 Mai 13, 08:27
    Kommentar
    La nouvelle la plus célèbre d'Oscar Wilde (1854 – 1900) : Le fantôme des Canterville

    Monsieur Otis, un ministre américain aux idées très républicaines, emménage avec sa famille (son épouse, son fils aîné Washington, sa fille, la ravissante Virginia et des jumeaux insupportables) dans le château des Canterville. Lord Canterville les a honnêtement avertis que le château est hanté depuis 1574 par le spectre de son ancêtre, sir Simon de Canterville, qui ayant assassiné sa femme, avait été condamné à mourir de faim et de soif dans une des oubliettes du château. Les Otis, pragmatiques et terre-à-terre, ne se laissent pas impressionner par ce fantôme terrifiant :

    Monsieur Otis aperçut juste devant lui, dans le pâle clair de lune, un vieil homme d’aspect terrible.
     
    Les yeux paraissaient comme des charbons rouges. Une longue chevelure grise tombait en mèches agglomérées sur ses épaules. Ses vêtements, d’une coupe antique, étaient salis, déchirés. De ses poignets et de ses chevilles pendaient de lourdes chaînes et des entraves rouillées.


    Monsieur Otis sans perdre le moins du monde son sang-froid, offre alors au fantôme un produit pour lubrifier ses chaînes dont les grincements l’empêchent de dormir.

    _______________

    Le fantôme se décida à lancer son célèbre carillon d’éclats de rire sataniques.
     
    En maintes occasions, il avait expérimenté l’utilité de ce procédé.
     
    On raconte que cela avait fait grisonner en une seule nuit la perruque de lord Raker.
     
    Il est certain qu’il n’en avait pas fallu davantage pour décider les trois gouvernantes françaises à donner leur démission avant d’avoir fini leur premier mois.



    Madame Otis impassible offre alors au spectre un remède contre les indigestions.

    __________

    Pour les jumeaux, il était tout à fait résolu à leur donner une leçon, la première chose à faire certes serait de s’asseoir sur leurs poitrines, de façon à produire la sensation étouffante du cauchemar. Puis, profitant de ce que leurs lits étaient très rapprochés, il se dresserait dans l’espace libre entre eux, sous l’aspect d’un cadavre vert, froid comme la glace, jusqu’à ce qu’ils fussent paralysés par la terreur.

    Les jumeaux turbulents réussissent à terrifier le fantôme qui n’ose plus sortir de son antre.

    __________________

    Virginia vient à son secours, le squelette de sir Simon est retrouvé et enterré.


    ... on se trouva dans une chambre étroite, basse, dont le plafond était en forme de voûte, et avec une toute petite fenêtre.
     
    Un grand anneau de fer était scellé dans le mur, et à cet anneau était enchaîné un grand squelette étendu de tout son long sur le sol dallé. Il avait l’air d’allonger ses doigts décharnés pour atteindre un plat et une cruche de forme antique, qui étaient placés de telle sorte qu’il ne pût y toucher.
     
    Évidemment la cruche avait été remplie d’eau, car l’intérieur était tapissé de moisissure verte. Il ne restait plus sur le plat qu’un tas de poussière.



    Le fantôme fait cadeau à Virginia d’un coffret rempli de bijoux précieux. Virginia peut alors épouser le jeune duc de Cheshire qui est tombé éperdument amoureux d’elle aussitôt qu’il l’a vue.

    Après la lune de miel, le duc et la duchesse retournèrent à Canterville-Chase, et le lendemain de leur arrivée, dans l’après-midi, ils allèrent faire un tour dans le cimetière solitaire près du bois de pins…
    La duchesse avait apporté des roses magnifiques qu’elle éparpilla sur la tombe ; puis, après s’y être arrêté quelques instants, on se promena dans les ruines du chœur de l’antique abbaye.
    La duchesse s’y assit sur une colonne tombée, pendant que son mari, couché à ses pieds, et fumant sa cigarette, la regardait dans ses beaux yeux.
    Soudain, jetant sa cigarette, il lui prit la main et lui dit :
    — Virginia, une femme ne doit pas avoir de secrets pour son mari.
    — Cher Cecil, je n’en ai pas.
    — Si, vous en avez, répondit-il en souriant, vous ne m’avez jamais dit ce qui s’était passé pendant que vous étiez enfermée avec le fantôme.
    — Je ne l’ai jamais dit à personne, répliqua gravement Virginia.
    — Je le sais, mais vous pourriez me le dire.
    — Je vous en prie, Cecil, ne me le demandez pas. Je ne puis réellement vous le dire, Pauvre sir Simon ! je lui dois beaucoup. Oui, Cecil, ne riez pas, je lui dois réellement beaucoup. Il m’a fait voir ce qu’est la vie, ce que signifie la Mort et pourquoi l’Amour est plus fort que la Mort.
    Le duc se leva et embrassa amoureusement sa femme.
    Vous pourrez garder votre secret, tant que je posséderai votre cœur, dit-il, à demi-voix.
    — Vous l’avez toujours eu, Cecil.
    — Et vous le direz un jour à nos enfants, n’est-ce pas ?
    Virginia rougit.


    http://www.jardinechassiere.com/wp-content/up...
    http://www.eastoftheweb.com/short-stories/UBo...
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_fant%C3%B4me...
    #13VerfasserClélia (601872) 27 Mai 13, 11:24
    Kommentar
    Le mystère des trois cors

    Un cor dans la plaine
    Souffle à perdre haleine,
    Un autre, du fond des bois,
    Lui répond ;
    L'un chante ton-taine
    Aux forêts prochaines,
    Et l'autre ton-ton
    Aux échos des monts.

    Celui de la plaine
    Sent gonfler ses veines,
    Ses veines du front ;
    Celui du bocage,
    En vérité, ménage
    Ses jolis poumons.

    - Où donc tu te caches,
    Mon beau cor de chasse ?
    Que tu es méchant !

    - Je cherche ma belle,
    Là-bas, qui m'appelle
    Pour voir le Soleil couchant.

    - Taïaut ! Taïaut ! Je t'aime !
    Hallali ! Roncevaux !

    - Être aimé est bien doux ;
    Mais, le Soleil qui se meurt, avant tout !

    Le Soleil dépose sa pontificale étole,
    Lâche les écluses du Grand-Collecteur
    En mille Pactoles
    Que les plus artistes
    De nos liquoristes
    Attisent de cent fioles de vitriol oriental !...
    Le sanglant étang, aussitôt s'étend, aussitôt s'étale,
    Noyant les cavales du quadrige
    Qui se cabre, et qui patauge, et puis se fige
    Dans ces déluges de bengale et d'alcool !...

    Mais les durs sables et les cendres de l'horizon
    Ont vite bu tout cet étalage des poisons.

    Ton-ton ton-taine, les gloires ! ....

    Et les cors consternés
    Se retrouvent nez à nez ;
    Ils sont trois ;
    Le vent se lève, il commence à faire froid.

    Ton-ton ton-taine, les gloires !...

    - " Bras-dessus, bras-dessous,
    " Avant de rentrer chacun chez nous,
    " Si nous allions boire
    " Un coup ? "

    Pauvres cors ! pauvres cors !
    Comme ils dirent cela avec un rire amer !
    (Je les entends encor).

    Le lendemain, l'hôtesse du Grand-Saint-Hubert
    Les trouva tous trois morts.

    On fut quérir les autorités
    De la localité,

    Qui dressèrent procès-verbal
    De ce mystère très-immoral.

    Jules LAFORGUE (1860-1887)
    #14Verfassermars (236327) 28 Mai 13, 17:41
    Kommentar
    Le secret du bonheur d'après Alexandre Dumas (1802 – 1870) :

    Le Comte de Monte-Cristo s'est arrangé pour faire croire pendant de longues semaines à son ami Maximilien Morrel, à qui cette lettre est adressée, que la fiancée qu'il adorait était morte empoisonnée. Ensuite, il la lui a rendue en parfaite santé :

    « Dites à l’ange qui va veiller sur votre vie, Morrel, de prier quelquefois pour un homme qui, pareil à Satan, s’est cru un instant l’égal de Dieu, et qui a reconnu, avec toute l’humilité d’un chrétien, qu’aux mains de Dieu seul sont la suprême puissance et la sagesse infinie. Ces prières adouciront peut-être le remords qu’il emporte au fond de son cœur.
     
    « Quant à vous, Morrel, voici tout le secret de ma conduite envers vous : il n’y a ni bonheur ni malheur en ce monde, il y a la comparaison d’un état à un autre, voilà tout. Celui-là seul qui a éprouvé l’extrême infortune est apte à ressentir l’extrême félicité. Il faut avoir voulu mourir, Maximilien, pour savoir combien il est bon de vivre.
     
    « Vivez donc et soyez heureux, enfants chéris de mon cœur, et n’oubliez jamais que, jusqu’au jour où Dieu daignera dévoiler l’avenir à l’homme, toute la sagesse humaine sera dans ces deux mots :
     
    « Attendre et espérer !
    « Votre ami, Edmond Dantès, Comte de Monte-Cristo. »


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_Comte_de_Mon...

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Edmond_Dant%C3%A8s
    #15VerfasserClélia (601872) 28 Mai 13, 23:27
    Kommentar
    In einer „nouvelle“ von Honoré de Bazac tauchen die Geheimnisse bereits im Titel auf: „Les Secrets de la princesse de Cadignan" (1839). In dieser Erzählung sind diese Geheimnisse aber alles Lügengeschichten, die von der Titelheldin aufgetischt werden, um den ehrenwerten Daniel d'Arthez zu verführen!

    In einem Brief an Evelyne Hanska fasste Balzac selbst den Text wie folgt zusammen: « C’est la plus grande comédie morale qui existe. C’est l’amas de mensonges par lesquels une femme de 37 ans, la duchesse de Maufrigneuse, devenue princesse de Cadignan par succession, parvient à se faire prendre pour une sainte, une vertueuse, une pudique jeune fille par son quatorzième adorateur. »

    Hier eine  Abbildung von Alcide Théophile Robaudi zu der Balzac-Erzählung.

    Die Erzählung wurde 1982 auch von Jacques Deray verfilmt, mit Claudine Auger in der Rolle der princesse de Cadignan.
    #16Verfassermars (236327) 29 Mai 13, 13:37
    Kommentar
    Une nouvelle tragi-comique de Maupassant (1850-1893) :

    L’aveu.


    L’avarice des paysans normands et le secret que Céleste va devoir garder encore quelques mois pour économiser 12 à 16 francs.

    - Y as-tu dit, que t'étais grosse?
    - Mais non, pour sûr...

    Et la vieille songea, puis, reprenant ses seaux:
    ... elle reprit:
    - Et pis n'li dis rien tant qu'i n'verra point; que j'y gagnions ben six ou huit mois!
    Et Céleste, s'étant redressée, pleurant encore, décoiffée et bouffie, se remit en marche d'un pas lourd, en murmurant:
    - Pour sûr que j'y dirai point.


    Texte intégral :
    http://athena.unige.ch/athena/maupassant/maup...
    #17VerfasserClélia (601872) 29 Mai 13, 16:18
    Kommentar
    @ Clélia, vielen Dank für den Graf von Monte Christo.


    Stefan Zweig - Angst

    Die Handlung

    Irene Wagner, die Hauptperson der Novelle, hat einen Geliebten. Immer, wenn sie diesen verlässt, hat sie Angst, dass ihr Ehemann herausfindet, dass sie ihn betrügt. Eines Tages wird sie von einer Frau aufgehalten, die behauptet, Irene hätte ihr den Geliebten abspenstig gemacht. Diese Frau erpresst Irene, woraufhin sie ihr Geld gibt und flieht. Zu Hause schreibt sie einen Brief an den Geliebten, in dem sie sagt, sie könnte sich in den nächsten Tagen nicht mit ihm treffen. Da dieser jedoch weiterhin an die Beziehung der beiden glaubt, trifft sie ihn am nächsten Tag in einem Café, macht aber nur Andeutungen und lässt ihn im Ungewissen. Als sie nach Hause kommt, trifft sie die Erpresserin wieder und muss ihr noch einmal Geld geben. Daraufhin verlässt sie drei Tage lang nicht das Haus, was ihrer Familie auffällt.

    Am dritten Tag ist sie mit ihrem Mann bei einem Ball eingeladen und muss aus dem Haus gehen. Dort tanzt sie wie im Rausch, merkt aber dann, dass ihr Mann misstrauisch wird. In der folgenden Nacht hat sie einen Albtraum, in dem die Erpresserin ihrem Mann von ihrer Affäre verrät. Am nächsten Tag erhält Irene einen Brief mit der Forderung nach 100 Kronen, die sie sofort dem Boten gibt. Als sie zurück zum Mittagstisch kommt, merkt sie, dass sie den Brief offen liegen gelassen hat. Deshalb nimmt sie ihn und verbrennt ihn schnell. Wieder kommt es ihr durch eine Bemerkung ihres Mannes so vor, als würde er etwas ahnen. Als sie am Nachmittag spazieren geht, trifft sie ihren Geliebten, den sie ignoriert. Am nächsten Tag bekommt sie erneut einen Brief, in dem 200 Kronen gefordert werden. Wieder bezahlt sie widerstandslos, hat aber daraufhin für einige Zeit Ruhe.

    Als sie eines Tages nach Hause kommt, spielt der Ehemann mit den Kindern Gericht, da das Mädchen ein Spielzeug des Bruders zerstört hat. Zu dem Anlass redet sie mit ihrem Mann über Schuld, woraufhin sie wieder das Gefühl hat, er würde etwas ahnen. Einige Zeit später klingelt die Erpresserin an der Haustür und verlangt Irenes Verlobungsring. Erst will sie ihn nicht hergeben, aber dann kommt ihr Mann, und sie muss überstürzt gehorchen. Am nächsten Tag geht sie in der Stadt herum und fühlt sich die ganze Zeit von ihrem Mann verfolgt. Schließlich kommt sie auf die Idee ihren Geliebten zu fragen, ob er mit der Erpresserin reden könne. Als sie aber zu seiner Wohnung kommt, sagt er, er würde sie nicht kennen. Irene entdeckt, dass er schon eine neue Geliebte hat.

    Daraufhin geht sie zur Apotheke und kauft ein Gift, mit dem sie sich umbringen will. Da taucht ihr Mann auf und bringt sie nach Hause, wo sie zusammenbricht. Er erzählt ihr, dass er eine arbeitslose Schauspielerin angeheuert hat, um sie zu erpressen, damit sie ihren Geliebten verlässt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Angst_(Novelle)
    http://fr.wikipedia.org/wiki/La_Peur_(Zweig)

    Ein Zitat aus der Novelle:
    "Seit Wochen schlief sie jetzt unruhig mit Träumen, die ärger waren als das Wachsein, ihr fehlte die Luft, die freie Bewegung, die Ruhe, die Beschäftigung. Sie vermochte nicht mehr zu lesen, nichts mehr zu tun, dämonisch gejagt von ihrer inneren Angst. Sie fühlte sich krank. Manchmal mußte sie sich plötzlich niedersetzen, so heftig überfiel sie das Herzklopfen, eine unruhige Schwere füllte mit dem zähen Saft einer fast schmerzhaften Müdigkeit alle Glieder, die aber dennoch dem Schlaf sich verwehrte.Unterhöhlt von der fressenden Angst war ihre ganze Existenz, vergiftet ihr Körper, und im Innersten sehnte sie sich eigentlich danach, daß dieses Kranksein doch endlich herausbrechen möge in einem sichtbaren Schmerz, einem wirklich faßbaren, sichtbaren klinischen Leiden, für das die Menschen doch Mitleid hatten und Erbarmen...."
    #18Verfasseroopsy (491382) 29 Mai 13, 16:59
    Kommentar
    Merci oopsy pour Zweig et mars pour Balzac !

    Nouveau thème : relation parents-enfants :

    De la difficulté d'être tout à la fois un bon fils et un bon mari :

    Mme Bovary mère semblait prévenue contre sa bru. Elle lui trouvait un genre trop relevé pour leur position de fortune : le bois, le sucre et la chandelle filaient comme dans une grande maison, et la quantité de braise qui se brûlait à la cuisine aurait suffi pour vingt-cinq plats ! Elle rangeait son linge dans les armoires et lui apprenait à surveiller le boucher quand il apportait la viande. Emma recevait ces leçons ; Mme Bovary les prodiguait ; et les mots de ma fille et de ma mère s’échangeaient tout le long du jour, accompagnés d’un petit frémissement des lèvres, chacune lançant des paroles douces d’une voix tremblante de colère.

    ... l’amour de Charles pour Emma lui semblait une désertion de sa tendresse, un envahissement sur ce qui lui appartenait ; et elle observait le bonheur de son fils avec un silence triste, comme quelqu’un de ruiné qui regarde, à travers les carreaux, des gens attablés dans son ancienne maison. Elle lui rappelait, en manière de souvenirs, ses peines et ses sacrifices, et, les comparant aux négligences d’Emma, concluait qu’il n’était point raisonnable de l’adorer d’une façon si exclusive.

    Charles ne savait que répondre ; il respectait sa mère, et il aimait infiniment sa femme ; il considérait le jugement de l’une comme infaillible, et cependant il trouvait l’autre irréprochable. Quand madame Bovary était partie, il essayait de hasarder timidement, et dans les mêmes termes, une ou deux des plus anodines observations qu’il avait entendu faire à sa maman ; Emma, lui prouvant d’un mot qu’il se trompait, le renvoyait à ses malades.


    Madame Bovary, Flaubert (1821 – 1880)

    http://www.inlibroveritas.net/lire/oeuvre1941.html
    http://chez.le.pere.noel.free.fr/contes/petit...
    #19VerfasserClélia (601872) 30 Mai 13, 07:47
    Kommentar
    Clélia, um das neue Thema, das du angeschlagen hast, brauchen sich nun sicher nicht alle Beiträge zu drehen, aktuelle und ganz spontane Beiträge sind ja immer willkommen. Aber das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern und umgekehrt ist auf jeden Fall ein lohnendes Thema, und die Literaturfreunde unter uns werden da bestimmt allerlei Interessantes beitragen können.

    Du hast mit einem Fall aus der französischen Literatur begonnen, und ich ziehe nach mit einer Novelle von Theodor Storm (* 14. September 1817 in Husum; † 4. Juli 1888 in Hanerau-Hademarschen). Sie ist ganz der Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn gewidmet. Das kommt schon in ihrem Titel zum Ausdruck: “Hans und Heinz Kirch“. Auch die stabreimenden Vornamen scheinen mir anzudeuten, wie eng die Bindung zwischen beiden erst einmal ist … Und die ersten Seiten der Novelle führen gleich deutlich zum Thema des Vater-Sohn-Verhältnisses hin:

    … Mit unermüdlichem Tun und Sparen hatte sich Hans Adam Kirch „vom Setzschiffer zum Schiffseigentümer hinaufgearbeitet; freilich war es nur eine kleine Jacht, zu der seine Mittel gereicht hatten, aber rastlos und in den Winter hinein, wenn schon alle andern Schiffer daheim hinter ihrem Ofen saßen, befuhr er mit seiner Jacht die Ostsee, und nicht nur Frachtgüter für andre, bald auch für eigne Rechnung brachte er die Erzeugnisse der Umgegend, Korn und Mehl, nach den größeren und kleineren Küstenplätzen; erst wenn bereits außen vor der Bucht das Wasser fest zu werden drohte, band auch er sein Schiff an den Pfahl und saß beim Sonntagsgottesdienste droben im Schifferstuhl unter den Honoratioren seiner Vaterstadt. Aber lang vor Frühlingsanfang war er wieder auf seinem Schiffe; an allen Ostseeplätzen kannte man den kleinen hageren Mann in der blauen schlotternden Schifferjacke, mit dem gekrümmten Rücken und dem vornüberhängenden dunkelhaarigen Kopfe; überall wurde er aufgehalten und angeredet, aber er gab nur kurze Antworten, er hatte keine Zeit; in einem Tritte, als ob er an der Fallreepstreppe hinauflaufe, sah man ihn eilfertig durch die Gassen wandern. Und diese Rastlosigkeit trug ihre Früchte; bald wurde zu dem aus der väterlichen Erbschaft übernommenen Hause ein Stück Wiesenland erworben, genügend für die Sommer- und Winterfütterung zweier Kühe; denn während das Schiff zu Wasser, sollten diese zu Lande die Wirtschaft vorwärtsbringen.

    Eine Frau hatte Kirch sich im stillen vor ein paar Jahren schon genommen; zu der Hökerei, welche diese bisher betrieben, kam nun noch eine Milchwirtschaft; auch ein paar Schweine konnten jetzt gemästet werden, um das Schiff auf seinen Handelsfahrten zu verproviantieren; und da die Frau, welche er im Widerspruch mit seinem sonstigen Tun aus einem armen Schulmeisterhause heimgeführt hatte, nur seinen Willen kannte und überdies aus Furcht vor dem bekannten Jähzorn ihres Mannes sich das Brot am Munde sparte, so pflegte dieser bei jeder Heimkehr auch zu Hause einen hübschen Haufen Kleingeld vorzufinden.

    In dieser Ehe wurde nach ein paar Jahren ein Knabe geboren und mit derselben Sparsamkeit erzogen. »All wedder 'n Dreling umsünst utgeb'n!«, dies geflügelte Wort lief einmal durch die Stadt; Hans Adam hatte es seiner Frau zugeworfen, als sie ihrem Jungen am Werktag einen Sirupskuchen gekauft hatte. Trotz dieser dem Geize recht nahe verwandten Genauigkeit war und blieb der Kapitän ein zuverlässiger Geschäftsmann, der jeden ungeziemenden Vorteil von sich wies; nicht nur infolge einer angeborenen Rechtschaffenheit, sondern ebensosehr seines Ehrgeizes. Den Platz im Schifferstuhle hatte er sich errungen; jetzt schwebten höhere Würden, denen er nichts vergeben durfte, vor seinen Sinnen; denn auch die Sitze im Magistratskollegium, wenn sie auch meist den größeren Familien angehörten, waren mitunter von dem kleineren Bürgerstande aus besetzt worden. Jedenfalls seinem Heinz sollte der Weg dazu gebahnt werden; sagten die Leute doch, er sei sein Ebenbild: die fest auslugenden Augen, der Kopf voll schwarzbrauner Locken seien väterliche Erbschaft, nur statt des krummen Rückens habe er den schlanken Wuchs der Mutter.

    Was Hans Kirch an Zärtlichkeit besaß, das gab er seinem Jungen; bei jeder Heimkehr lugte er schon vor dem Warder durch sein Glas, ob er am Hafenplatz ihn nicht gewahren könne; kamen dann nach der Landung Mutter und Kind auf Deck, so hob er zuerst den kleinen Heinz auf seinen Arm, bevor er seiner Frau die Hand zum Willkommen gab.“

    Wie wird das wohl weitergehen? Fortsetzung folgt!

    #20Verfassermars (236327) 30 Mai 13, 21:12
    Kommentar
    Blutschuld

    Es dräut die Nacht am Lager unsrer Küsse.
    Es flüstert wo: Wer nimmt von euch die Schuld?
    Noch bebend von verruchter Wollust Süße
    Wir beten: Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!

    Aus Blumenschalen steigen gierige Düfte,
    Umschmeicheln unsere Stirnen bleich von Schuld.
    Ermattend unterm Hauch der schwülen Lüfte
    Wir träumen: Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!

    Doch lauter rauscht der Brunnen der Sirenen
    Und dunkler ragt die Sphinx vor unsrer Schuld,
    Daß unsre Herzen sündiger wieder tönen,
    Wir schluchzen: Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!

    Georg Trakl, gest. 1914
    #21Verfasseroopsy (491382) 31 Mai 13, 09:57
    Kommentar
    Une très jolie histoire de Maupassant :

    http://athena.unige.ch/athena/selva/maupassan...

    Le Papa de Simon 

    - Tu leur diras, à tes camarades, que ton papa c'est Philippe Remy, le forgeron, et qu'il ira tirer les oreilles à tous ceux qui te feront du mal.
    Le lendemain, comme l'école était pleine et que la classe allait commencer, le petit Simon se leva, tout pâle et les lèvres tremblantes : "Mon papa, dit-il d'une voix claire, c'est Philippe Remy, le forgeron, et il a promis qu'il tirerait les oreilles à tous ceux qui me feraient du mal."
    Cette fois, personne ne rit plus, car on le connaissait bien ce Philippe Remy, le forgeron, et c'était un papa, celui-là, dont tout le monde eût été fier.
    #22VerfasserClélia (601872) 31 Mai 13, 12:14
    Kommentar
    Désolée Tiphaine, mais j'ai l'intention de présenter encore de nombreux passages de mes auteurs préférés, que cela te plaise ou non. Jusqu'à aujourd'hui, je n'avais jamais lu Le Papa de Simon et je trouve cette nouvelle très intéressante, car elle décrit admirablement la souffrance et l'humiliation qui étaient autrefois celles des enfants élevés par une mère célibataire.

    Les passages que je choisis sont tous différents, l'un des buts de ce florilège étant de les mettre en évidence en les groupant autour d'un thème donné. Si cela t'ennuie, ce que je puis parfaitement comprendre, ne les lis pas et occupe-toi plutôt, par exemple, d'alimenter ton fil de poésie ou d'ouvrir un nouveau fil qui passionne les léonides.

    Merci quand même pour le "brio" !
    #24VerfasserClélia (601872) 31 Mai 13, 13:02
    Kommentar
    Ich komme auf meinen Beitrag #20 zurück, auf Storms Vater-Sohn-Novelle "Hans und Heinz Kirch". Dass sie nicht so harmonisch weitergeht, wie sie begonnen hatte, zeigt die Wiki-Inhaltsangabe, von der ich einen Teil zitiere:

    "Als Heinz, sechsjährig, auf dem Schiff des Vaters in eine gefährliche Situation gerät, wird ein Schiffsjunge, der ihn hat beaufsichtigen sollen, von Hans grausam bestraft. Von da an kühlt sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ab, da der Sohn von der Härte des Vaters schockiert ist.

    Heinz wächst heran und wird ein lebhafter, bisweilen wilder Junge: So stiehlt er für Wieb, ein Nachbarsmädchen aus verrufenem Hause, Äpfel aus dem Pfarrersgarten, rudert mit ihr in kleinen Booten auf der Ostsee und geht mit ihr auf einen Jahrmarkt auf der Insel Warder.
     
    Nachdem der Vater ihn als Schiffsjungen auf verschiedenen Frachtschiffen angeheuert hat, soll er nun auf eine Fahrt bis nach China gehen, die über ein Jahr dauern soll. Am letzten Abend vor der Abreise verabschiedet er sich von Wieb auf einer letzten Bootsfahrt, bei der sie ihm zum Andenken einen Ring gibt, den er ihr einmal geschenkt hat. Er kommt zu spät nach Hause, worauf der Vater sehr streng reagiert.
     
    Hans erfährt von dem Abenteuer seines Sohnes mit Wieb und maßregelt ihn dafür per Brief. Nach einem Jahr stellt sich heraus, dass Heinz nicht zurückkehrt, sondern auf einem anderen Schiff angeheuert hat. Er schickt einen Brief nach Hause, der aber nicht frankiert ist. Daraus schließt der Vater auf die finanzielle Erfolglosigkeit des Sohnes: Er sieht alle seine Hoffnungen enttäuscht und verweigert die Annahme des Briefes, was einer Verstoßung des Sohnes gleichkommt.
     
    Über fünfzehn Jahre kommt keine Nachricht von Heinz, seine Mutter ist inzwischen gestorben, da geht das Gerücht um, Heinz sei in einer Matrosenunterkunft in Hamburg. Hans fährt sofort hin und überredet ihn, nach Hause zu kommen. Er hat sich äußerlich stark verändert und verhält sich auch ungewöhnlich. Er erzählt nichts von seinen Erlebnissen, und interessiert sich nicht für das Unternehmen des Vaters, das dieser inzwischen gemeinsam mit seinem Schwiegersohn führt. Als der Vater einsieht, dass Heinz jeder Ehrgeiz fehlt, entsteht erneut Spannung zwischen beiden ...
    Der alternde Hans verbittert immer mehr. Eines Nachts sieht er Heinz im Zimmer stehen, er deutet diese Erscheinung als Zeichen seines Todes. Durch den Schock erleidet er einen Schlaganfall, von dem er sich aber wieder erholt. Erst jetzt, da er Heinz tot glaubt, bereut er seine Härte und hofft auf ein Wiedersehen mit Heinz im Jenseits."


    Das Verhältnis von Vater und Sohn ist von jeher ein Problem von besonderer Anziehungskraft gewesen. Wie schön es für beide Teile sein kann, so bitter und scharf werden oft Konflikte empfunden, wenn die Lebensanschauungen zweier aufeinanderfolgender Generationen feindlich zusammenstoßen, wie das z. B. in der Jugend Friedrichs des Großen und Goethes zu beobachten war, oder wenn sich zwei entgegengesetzte Charaktere aneinander reiben wie in Goethes „Hermann und Dorothea“. Aber auch ähnliche Eigenschaften bei Vater und Sohn können zum Zerwürfnis führen, und das ist eben der Fall in Storms Novelle, wenn Vater und Sohn auf ihren Positionen beharren und vom jeweils anderen erwarten, ein erstes Zugeständnis zu machen.

    Wie kam nun Theodor Storm zu diesem Problem? Er war doch ein „passionierter Vater“, suchte seine acht Kinder mit Milde zu erziehen und betonte immer das eigene Recht der Kinder. Und doch entspringt auch der „Kirch“ eigenem Erleben des Dichters. Auch er hat den Konflikt zwischen Vater und Sohn kennenlernen müssen. Sein befähigter ältester Sohn Hans, der ihm besonders lieb war, wurde als Student alkojolsüchtig und machte dem Vater 15 Jahre lang die schwersten Sorgen. So ist verständlich, daß bei Storm der Boden bereitet war für die Aufnahme und Gestaltung von Stoffen, die den Konflikt zwischen Vater und Sohn behandeln. Und zu seiner Novelle soll Storm selbst gesagt haben: "Übrigens habe ich den Vater als Hauptperson im Auge gehabt; er sündigt und er büßt." 
    #26Verfassermars (236327) 31 Mai 13, 21:53
    Kommentar
    Mutterliebe

    Wenn Du noch eine Mutter hast
    so danke Gott und sei zufrieden
    nicht allen auf dem Erdenrund
    ist dieses hohe Glück geschieden.

    Sie ist dein Sein, sie ist Dein werden
    sie ist Dein allerhöchstes Gut
    sie ist Dein größter Schatz auf Erden
    der immer Dir nur Gutes tut.

    Sie hat von ersten Tage an
    für dich gelebt, in bangen Sorgen
    sie brachte abends dich zur Ruh
    und weckte küssend dich am Morgen

    Und warst du krank, sie pflegte dich
    die dich in tiefem Schmerz geboren
    und gaben alle dich schon auf
    die Mutter gab dich nie verloren.

    Wenn Du noch eine Mutter hast
    dann sollst Du sie in Liebe pflegen
    daß sie dereinst ihr müdes Haupt
    in Frieden kann zur Ruhe legen.

    Und hast Du keine Mutter mehr
    und kannst du sie nicht mehr beglücken
    so kannst du doch ihr frühes Grab
    mit frischen Blumenkränzen schmücken.

    Ein Muttergrab, ein heilig Grab
    für Dich die ewig bleibende Stätte
    oh wende Dich an diesen Ort
    wenn dich umtobt des Lebens Wilde.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch, gest. 1881
    #27Verfasseroopsy (491382) 01 Jun. 13, 10:31
    Kommentar
    Merci, mars, j'ai lu avec un vif intérêt tes deux contributions sur Storm. Merci oopsy pour ce poème émouvant.

    Tôt ou tard, un enfant doit se séparer de ses parents et apprendre à supporter la souffrance que cette séparation peut engendrer :

    « Je ne quittais pas ma mère des yeux, je savais que quand on serait à table, on ne me permettrait pas de rester pendant toute la durée du dîner et que pour ne pas contrarier mon père, maman ne me laisserait pas l'embrasser à plusieurs reprises devant le monde ... Mais voici qu'avant que le dîner fût sonné mon grand-père eut la férocité inconsciente de dire: « Le petit a l'air fatigué, il devrait monter se coucher. On dîne tard du reste ce soir. » Et mon père ... dit: « Oui, allons, va te coucher. » Je voulus embrasser maman. A cet instant, on entendit la cloche du dîner. « Mais non, voyons, laisse ta mère, vous vous êtes assez dit bonsoir comme cela, ces manifestations sont ridicules. Allons, monte! » Et il me fallut partir sans viatique; il me fallut monter chaque marche de l'escalier, comme dit l'expression populaire, à « contrecoeur», montant contre mon coeur qui voulait retourner près de ma mère ... Une fois dans ma chambre, il fallut boucher toutes les issues, fermer les volets, creuser mon propre tombeau, en défaisant mes couvertures, revêtir le suaire de ma chemise de nuit. »

    PROUST Marcel (1871-1822), Du côté de chez Swann, GF Flammarion, Paris, 1987, p. 122-123

    Les relations de Proust avec son père :
    http://proustien.over-blog.com/pages/Marcel_P...

    ______________________

    A dix ans, Maurice Barrès est envoyé en internat :

    La Malgrange. Le lycée:

    Arrivée à la Malgrange. - j' avais lu et relu le beau prospectus où il y avait une vue du parc, des grilles et la façade du château ; on m' avait expliqué le joli uniforme que je porterais, tout cela excitait mon imagination.
    Le train avait un peu de retard. Je tambourinais sur la vitre de la salle d' attente en chantant : " partons, partons. " Mes parents s' étonnaient tout de même un peu de cette naïve impatience de les quitter. Et par la suite, quand je me plaignais, ils devaient quelquefois me la rappeler.

    Je ne me doutais pas du gouffre où je courais.

    Je reconnus l' avenue, nous passâmes la grande grille, nous nous trouvâmes dans un petit parc sur le devant de la façade ; tout était bien conforme au prospectus, il y avait d'autres voitures, d'autres familles, d'autres enfants. Mes parents profitèrent du moment que je causais avec un petit camarade et s' en allèrent à la dérobée. Je me retournai, les cherchai. J' étais seul. L' enfer commençait.
    Odeur des couloirs, sonorité des dalles, désolation des dortoirs, le soleil sur les feuilles mortes et bientôt la pluie et les rhumes d' octobre, de novembre. Je revois tout cela avec mon absolue incapacité d' élève et ma faiblesse épouvantée en récréation. J'avais dix ans, je savais lire, écrire, et mon catéchisme. Rien de plus. Tout petit enfant, j' avais été chez les religieuses et durant la guerre au collège. J' avais des culottes serrées au-dessus des genoux par un élastique. Cette mode, je ne sais pourquoi, parut inadmissible, indigne d' un interne. Je me trouvais dans la situation excentrique d' un caniche qui parmi d' autres caniches a une casserole attachée à sa queue. Tous ses congénères lui tombent dessus.
    J' étais couvert d' engelures, de névralgies et de coryzas et bien incapable de me soigner ou préserver. Enfin je ne comprenais absolument rien... en sorte que mes jours se passaient dans la terreur et dans l' attente de la nuit pour pouvoir pleurer dans mon lit en pensant à la vie de Charmes.

    ... le réglement strict eût exigé que j' allasse en huitième. C' est en huitième que commençait alors l' étude du latin dont je ne savais pas le premier mot. Mais tenant compte de l' empêchement absolu qu' avait été la guerre on m' admettait en sixième où étaient les enfants de mon âge. C' est une décision pleine de bon sens et de bonne grâce, mais quelle stupeur pour moi d' entendre ces récitations de rosa, la rose, de amo, amas, amavi, amatis, dont je ne comprenais en aucune manière le sens et qui sonnaient à mes oreilles comme des mélopées énigmatiques, affolantes. Ces longues rapsodies ... ont amassé pour moi derrière toute rose une rumeur, un fond de désespoir qui amplifie ses parfums et sa beauté. 
    ...

    A cette heure je suis complètement dégagé de ces histoires-là. Je dis à ce petit garçon :
    " que voulez-vous, mon ami ! C' est la vie ; vous en étiez dès ce moment un privilégié, vous ne l' avez pas su, vous avez été prodigieusement malheureux, sans raison suffisante, c' est le fait de votre sensibilité un peu particulière qui par ailleurs vous a rendu service dans vos travaux littéraires, c' est la racine de votre aptitude artistique.


    Maurice Barrès (1862-1923), Mes Cahiers

    http://www.jardins-de-france.com/upload/2786_...
    #28VerfasserClélia (601872) 01 Jun. 13, 12:13
    Kommentar
    Im Beitrag #26 habe ich nur flüchtig auf das nicht einfache Verhältnis zwischen J. W. Goethe und seinem Vater angespielt. In den folgenden Versen deutet es der Dichter, einfühlsam, wie er sein konnte, auch nur an:

    Vom Vater hab ich die Statur,
    des Lebens ernstes Führen,
    vom Mütterchen die Frohnatur
    und Lust zu fabulieren.

    Urahnherr war der Schönsten hold,
    das spukt so hin und wieder;
    Urahnfrau liebte Schmuck und Gold,
    das zuckt wohl durch die Glieder.

    Sind nun die Elemente nicht
    aus dem Komplex zu trennen,
    was ist dann an dem ganzen Wicht
    original zu nennen?

    J. W. Goethe (gest. 1832)
    #29Verfassermars (236327) 01 Jun. 13, 21:23
    Kommentar
    Chère Clélia, da dir die Beiträge 20 und 26 zu der Novelle "Hans und Heinz Kirch" zugesagt haben, stelle ich hier noch ein Gedicht ein, das Theodor Storm für seine Söhne geschrieben hat:

    Für meine Söhne

    Hehle nimmer mit der Wahrheit!
    Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue;
    Doch, weil Wahrheit eine Perle,
    Wirf sie auch nicht vor die Säue.

    Blüte edelsten Gemütes
    Ist die Rücksicht; doch zuzeiten
    Sind erfrischend wie Gewitter
    Goldne Rücksichtslosigkeiten.

    Wackrer heimatlicher Grobheit
    Setze deine Stirn entgegen;
    Artigen Leutseligkeiten
    Gehe schweigend aus den Wegen.

    Wo zum Weib du nicht die Tochter
    Wagen würdest zu begehren,
    Halte dich zu wert, um gastlich
    In dem Hause zu verkehren.

    Was du immer kannst zu werden,
    Arbeit scheue nicht und Wachen;
    Aber hüte deine Seele
    Vor dem Karrieremachen.

    Wenn der Pöbel aller Sorte
    Tanzet um die goldnen Kälber,
    Halte fest: Du hast vom Leben
    Doch am Ende nur dich selber.

    Theodor Storm · 1817-1888
    #30Verfassermars (236327) 02 Jun. 13, 12:47
    Kommentar
    Gruß an die Kinder

    Ich möcht euch alle miteinander
    Auf bunten Wiesen sehn,
    Bei Klarinetten und Geigen
    Die Füßchen im Tanze drehn.
    Ich möcht euch alle miteinander
    Mitnehmen im Luftschiffkahn,
    Euch die schöne Erde zeigen,
    Und was fleißige Menschen getan.
    Ich möcht euch alle miteinander
    Still führen an der Hand,
    Euch heimliche Dinge sagen
    Von Gott und dem Sternenland.

    Paula Dehmel, gest. 1918
    #31Verfasseroopsy (491382) 03 Jun. 13, 09:02
    Kommentar
    Das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern steht auch im Zentrum des bekannten „bürgerlichen Trauerspiels“ von Friedrich Schiller: „Kabale und Liebe“, nämlich das Verhältnis des Präsidenten Walter zu seinem Sohn Ferdinand und das des kleinbürgerlichen Ehepaars Miller zur Tochter Luise. Die erste Szene des Dramas führt in einem Gespräch zwischem dem Ehepaar Miller direkt in medias res:

    Miller steht eben vom Sessel auf und stellt sein Violoncell auf die Seite. An einem Tisch sitzt Frau Millerin noch im Nachtgewand und trinkt ihren Kaffee.

    Miller (schnell auf- und abgehend). Einmal für allemal! Der Handel wird ernsthaft. Meine Tochter kommt mit dem Baron ins Geschrei. Mein Haus wird verrufen. Der Präsident bekommt Wind, und kurz und gut, ich biete dem Junker aus.

    Frau. Du hast ihn nicht in dein Haus geschwatzt – hast ihm deine Tochter nicht nachgeworfen.

    Miller. Hab' ihn nicht in mein Haus geschwatzt – hab' ihm 's Mädel nicht nachgeworfen; wer nimmt Notiz davon? – Ich war Herr im Haus. Ich hätt' meine Tochter mehr coram nehmen sollen. Ich hätt' dem Major besser auftrumpfen sollen – oder hätt' gleich Alles Seiner Excellenz, dem Herrn Papa, stecken sollen. Der junge Baron bringt's mit einem Wischer hinaus, das muß ich wissen, und alles Wetter kommt über den Geiger.

    Frau (schlürft eine Tasse aus). Possen! Geschwätz! Was kann über dich kommen? Wer kann dir was anhaben? Du gehst deiner Profession nach und raffst Scholaren zusammen, wo sie zu kriegen sind.

    Miller. Aber, sag mir doch, was wird bei dem ganzen Commerz auch herauskommen? – Nehmen kann er das Mädel nicht – Vom Nehmen ist gar die Rede nicht, und zu einer – daß Gott erbarm? – Guten Morgen! – Gott, wenn so ein Musje von sich da und dort, und dort und hier schon herumbeholfen hat, wenn er, der Henker weiß! was als? gelöst hat, schmeckt's meinem guten Schlucker freilich, einmal auf süß Wasser zu graben. Gib du Acht! gib du Acht! und wenn du aus jedem Astloch ein Auge strecktest und vor jedem Blutstropfen Schildwache ständest, er wird sie, dir auf der Nase, beschwatzen, dem Mädel Eins hinsetzen und führt sich ab, und das Mädel ist verschimpfiert auf ihr Lebenlang, bleibt sitzen, oder hat's Handwerk verschmeckt, treibt's fort. (Die Hand vor der Stirn) Jesus Christus!

    Frau. Gott behüt' uns in Gnaden!

    Miller. Es hat sich zu behüten. Worauf kann so ein Windfuß wohl sonst sein Absehen richten? – Das Mädel ist schön – schlank – führt seinen netten Fuß. Unterm Dach mag's aussehen, wie's will. Darüber guckt man bei euch Weibsleuten weg, wenn's nur der liebe Gott parterre nicht hat fehlen lassen – Stöbert mein Springinsfeld erst noch dieses Kapital aus – he da! geht ihm ein Licht auf, wie meinem Rodney, wenn er die Witterung eines Franzosen kriegt, und nun müssen alle Segel dran, und drauf los, und – ich verdenk's ihm gar nicht. Mensch ist Mensch. Das muß ich wissen.

    Frau. Solltest nur die wunderhübsche Billeter auch lesen, die der gnädige Herr an deine Tochter als schreiben thut. Guter Gott! da sieht man's ja sonnenklar, wie es ihm pur um ihre schöne Seele zu thun ist.

    Miller. Das ist die rechte Höhe. Auf den Sack schlägt man, den Esel meint man. Wer einen Gruß an das liebe Fleisch zu bestellen hat, darf nur das gute Herz Boten gehen lassen. Wie hab' ich's gemacht? Hat man's nur erst so weit im Reinen, daß die Gemüther topp machen, wutsch! nehmen die Körper ein Exempel; das Gesind macht's der Herrschaft nach, und der silberne Mond ist am End nur der Kuppler gewesen.



    Miller bekundet in dieser Szene seine Absicht, dem Major Ferdinand sein Haus zu verbieten. Daran ändern auch die Einwände der Frau nichts, die an die Möglichkeit einer ernsthaften Verbindung nur allzu gerne glaubt …
    #32Verfassermars (236327) 03 Jun. 13, 11:16
    Kommentar
    Im letzten Beitrag habe ich die Beziehungen der Eltern Miller zu ihrer Tochter Luise in Schillers "Kabale und Liebe" (1784) skizziert. Heute komme ich zu dem gespannten Verhältnis zwischen dem Präsidenten und seinem Sohn Ferdinand, der Luise Miller liebt und heiraten will. Wie problematisch das Vater-Sohn-Verhältnis ist, wird in der Szene I,7 deutlich:

    Ferdinand. Sie haben befohlen, gnädiger Herr Vater –

    Präsident. Leider muß ich das, wenn ich meines Sohns einmal froh werden will – Laß Er uns allein, Wurm! – Ferdinand, ich beobachte dich schon eine Zeitlang und finde die offene rasche Jugend nicht mehr, die mich sonst so entzückt hat. Ein seltsamer Gram brütet auf deinem Gesicht. Du fliehst mich – du fliehst deine Zirkel – Pfui! – Deinen Jahren verzeiht man zehn Ausschweifungen vor einer einzigen Grille. Überlaß diese mir, lieber Sohn! Mich laß an deinem Glück arbeiten und denke auf nichts, als in meine Entwürfe zu spielen. – Komm! umarme mich, Ferdinand!

    Ferdinand. Sie sind heute sehr gnädig, mein Vater.

    Präsident. Heute, du Schalk – und dieses Heute noch mit der herben Grimasse? (Ernsthaft.) Ferdinand! – Wem zu lieb hab' ich die gefährliche Bahn zum Herzen des Fürsten betreten? Wem zu lieb bin ich auf ewig mit meinem Gewissen und dem Himmel zerfallen? – Höre, Ferdinand! – Ich spreche mit meinem Sohn – Wem hab' ich durch die Hinwegräumung meines Vorgängers Platz gemacht – eine Geschichte, die desto blutiger in mein Inwendiges schneidet, je sorgfältiger ich das Messer der Welt verberge! Höre! sage mir, Ferdinand! Wem that ich Dies alles?

    Ferdinand (tritt mit Schrecken zurück). Doch mir nicht, mein Vater? Doch auf mich soll der blutige Widerschein dieses Frevels nicht fallen? Beim allmächtigen Gott! es ist besser, gar nicht geboren zu sein, als dieser Missethat zur Ausrede dienen!

    Präsident. Was war das? Was? Doch ich will es dem Romanenkopfe zu gut halten! – Ferdinand! – ich will mich nicht erhitzen, vorlauter Knabe – Lohnst du mir also für meine schlaflosen Nächte? Also für meine rastlose Sorge? Also für den ewigen Scorpion meines Gewissens? – Auf mich fällt die Last der Verantwortung – auf mich der Fluch, der Donner des Richters – Du empfängst dein Glück von der zweiten Hand – das Verbrechen klebt nicht am Erbe.

    Ferdinand (streckt die rechte Hand gen Himmel). Feierlich entsag' ich hier einem Erbe, das mich nur an einen abscheulichen Vater erinnert.

    Präsident. Höre, junger Mensch, bringe mich nicht auf! – Wenn es nach deinem Kopf ginge, du kröchest dein Lebenlang im Staube.

    Ferdinand. O, immer noch besser, Vater, als ich kröch' um den Thron herum.

    Präsident (verbeißt seinen Zorn). Hum! – Zwingen muß man dich, dein Glück zu erkennen. Wo zehn Andre mit aller Anstrengung nicht hinaufklimmen, wirst du spielend, im Schlafe gehoben. Du bist im zwölften Jahre Fähndrich. Im zwanzigsten Major. Ich hab' es durchgesetzt beim Fürsten. Du wirst die Uniform ausziehen und in das Ministerium eintreten. Der Fürst sprach vom Geheimenrath – Gesandtschaften – außerordentlichen Gnaden. Eine herrliche Aussicht dehnt sich vor dir! – Die ebene Straße zunächst nach dem Throne – zum Throne selbst, wenn anders die Gewalt so viel werth ist, als ihr Zeichen – das begeistert dich nicht?

    Ferdinand. Weil meine Begriffe von Größe und Glück nicht ganz die Ihrigen sind – Ihre Glückseligkeit macht sich nur selten anders, als durch Verderben bekannt. Neid, Furcht, Verwünschung sind die traurigen Spiegel, worin sich die Hoheit eines Herrschers belächelt. – Thränen, Flüche, Verzweiflung die entsetzliche Mahlzeit, woran diese gepriesenen Glücklichen schwelgen, von der sie betrunken aufstehen und so in die Ewigkeit vor den Thron Gottes taumeln – Mein Ideal von Glück zieht sich genügsamer in mich selbst zurück. In meinem Herzen liegen alle meine Wünsche begraben. –

    Präsident. Meisterhaft! Unverbesserlich! Herrlich! Nach dreißig Jahren die erste Vorlesung wieder! – Schade nur, daß mein fünfzigjähriger Kopf zu zäh für das Lernen ist! – Doch – dies seltne Talent nicht einrosten zu lassen, will ich dir Jemand an die Seite geben, bei dem du dich in dieser buntscheckigen Tollheit nach Wunsch exercieren kannst. – Du wirst dich entschließen – noch heute entschließen – eine Frau zu nehmen.

    Ferdinand (tritt bestürzt zurück). Mein Vater?

    Präsident. Ohne Complimente. – Ich habe der Lady Milford in deinem Namen eine Karte geschickt. Du wirst dich ohne Aufschub bequemen, dahin zu gehen und ihr zu sagen, daß du ihr Bräutigam bist!

    Ferdinand. Der Milford, mein Vater?

    ...


    Ferdinand soll also dem politischen Kalkül des Vaters folgen und nicht die kleinbürgerliche Luise, sondern Lady Milford heiraten …
    #33Verfassermars (236327) 04 Jun. 13, 09:07
    Kommentar
    Nun ein Fazit zu den beiden Szenen aus Schillers "Kabale und Liebe" (1784):

    Die Motive des Präsidenten, der unerwünschten Verbindung seines Sohnes mit der Bürgerstochter entgegenzuwirken, liegen klar auf der Hand. Er hat mit seinem Sohn andere ehrgeizige Pläne. Ferdinand muss von Luise lassen und Lady Milford heiraten, um dem Herzog einen Gefallen zu tun, der sich auszahlen wird.
    Der Vater des Mädchens will die Liebschaft verhindern, weil er sieht, dass die Realität der ständischen Ordnung eine Verbindung der beiden Liebenden unmöglich macht, weil er seine Tochter vor Enttäuschung, ja vor einer möglichen Zerstörung ihres Lebens bewahren will. Schließlich fürchtet er -nicht zu Unrecht - die Aktionen der Herrschenden und die Vernichtung seiner und seiner Familie Existenz. Die Position von Luises Mutter in dieser Frage ist recht eindeutig. Sie bejaht, ja begünstigt das Verhältnis ihrer Tochter mit dem adligen Major, weil sie ihre Wünsche über die Realität stellt.

    Das Stück endet schließlich (ich zitiere Wikipedia) folgendermaßen: „Um ihr Ziel zu erreichen, ... initiieren der Präsident und sein Sekretär Wurm (zugleich Ferdinands Nebenbuhler) eine heimtückische Intrige: Luises Eltern werden grundlos verhaftet. Vor dem sicheren Tod, so erklärt man Luise, könne sie ihre Eltern nur durch einen an den Hofmarschall von Kalb gerichteten Liebesbrief retten. Zudem muss Luise einen Eid auf Gott schwören und den erzwungenen Brief als ein von ihr aus freiem Entschluss verfasstes Schriftstück ausgeben. Dieser Brief wird Ferdinand zugespielt, schürt dessen ohnehin schon vorhandenes Misstrauen und lässt tatsächlich Eifersuchtsgefühle und Rachegelüste in ihm wach werden. Luise will sich daraufhin durch Suizid vom Eid lösen, um vor Ferdinand sterbend die Unschuld ihrer Liebe wiederherzustellen. Dieses Vorhaben durchkreuzt jedoch ihr streng gläubiger Vater, der Selbstmord für eine schwere Sünde hält und daher Luise ins christliche Gewissen redet. So hat sie den Anklagen Ferdinands nur das Schweigen und die durch den Eid geforderte Lüge entgegenzusetzen. Blind vor Wut und Verzweiflung vergiftet Ferdinand sich und Luise. Sterbend ist Luise befreit von ihrer Schweigepflicht, offenbart Ferdinand die Intrige und vergibt ihm. Dieser erwacht aus seiner Verblendung, erkennt die selbstlose Treue seiner Geliebten und reicht im Augenblick seines Todes auch seinem Vater, der „in der schrecklichsten Qual“ vor seinem Sohn auf die Knie fällt, die Hand zur Versöhnung. Anschließend stellt sich der Präsident, zur Läuterung bereit, den Gerichten.“

    So haben die Menschen sich und ihre Welt zerstört, einerseits aus „Liebe“ (und Eifersucht), andererseits aus äußerem Kalkül („Kabale“). Erst vor dem Tribunal des ewigen Richters werden die Gewichte wieder richtig gesetzt. So erweist sich Schillers Theater erneut als „moralische Anstalt“.
    #34Verfassermars (236327) 04 Jun. 13, 17:46
    Kommentar
    Der erste Teil ist auch zitiert.
    Siehe da:

    Gegner der Liebesbeziehung
    Die Motive des Präsidenten, der unerwünschten
    Verbindung seines Sohnes mit der Bürgerstochter
    entgegenzuwirken, liegen klar auf der Hand. Er hat
    mit seinem Sohn andere ehrgeizige Pläne. Ferdin-
    and muss von Luise lassen und Lady Milford heira-
    ten, um dem Herzog einen Gefallen zu tun, der
    sich auszahlen wird. Er sieht in Wurm auch hier
    einen natürlichen Verbündeten, denn der Präsi-
    dent erkennt rasch, dass der Sekretär ein Auge auf
    das Mädchen geworfen hat. Beide verfolgen ei-
    gennützige Zwecke: Sind dem Präsidenten das Ge-
    fühl seines Sohnes und das Schicksal der „Bürger-
    kanaille“ völlig gleichgültig, so hofft der Sekretär
    mit Hilfe des Präsidenten an sein Ziel zu gelangen.
    Der Vater des Mädchens will die Liebschaft ver-
    hindern, weil er sieht, dass die Realität der ständi-
    schen Ordnung eine Verbindung der beiden Lie-
    benden unmöglich macht, weil er seine Tochter
    vor Enttäuschung, ja vor einer möglichen Zer-
    störung ihres Lebens bewahren will. Schließlich
    fürchtet er – nicht zu Unrecht – die Aktionen der
    Herrschenden und die Vernichtung seiner und sei-
    ner Familie Existenz.

    ...

    Die Position von Luises Mutter in dieser Frage ist
    recht eindeutig. Sie bejaht, ja begünstigt das Ver-
    hältnis ihrer Tochter mit dem adligen Major, weil
    sie ihre Wünsche über die Realität stellt

    Seite aus: Lektürehilfen – Friedrich Schiller,
    Kabale und Liebe, ISBN 3-12-922303-7

    http://www2.klett.de/sixcms/media.php/229/kab...
    #35Verfassersiprès (673023) 04 Jun. 13, 21:53
    Kommentar
    Merci siprès d'avoir donné le lien que mars a sans doute oublié par inadvertance.
    #36VerfasserSt Cloud s (906578) 04 Jun. 13, 22:34
    Kommentar
    Un père écrasant :

    Dans son roman intitulé L'Ogre (Prix Goncourt 1973), Jacques Chessex (1934-2009) évoque la relation difficile d'un fils, Jean Calmet, étudiant en lettres sensible et rêveur, avec son père, une force de la nature, un médecin passionné par la profession qu'il exerce.

    " Petit crétin, imbécile, tu ne seras donc jamais bon à rien ... Monsieur traîne, Monsieur rôdaille, Monsieur discute, Monsieur écrit des poèmes. Et pendant ce temps, moi, qu'est-ce que je fais ? Je travaille, oui, Monsieur !"

    Jean Calmet le regarde avec désespoir, paralysé :

    "Il aurait voulu lui crier qu'il l'aimait ..."

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Jacques_Chessex

    _____________

    Une mère monstrueuse :

    Un roman très connu : Vipère au poing, Hervé Bazin (1911-1996)

    Au début du roman, on voit un tout jeune enfant jouer, au péril de sa vie, avec une vipère endormie. Totalement inconscient du danger, il parvient à l'étrangler sans se faire mordre. Son frère et lui ont été confiés à leur grand-mère paternelle, catholique, sévère mais aimante. Ces deux enfants sont élevés dans une immense demeure inconfortable de trente deux-pièces sans chauffage et sans eau courante. Leurs parents et leur frère cadet sont en Chine où leur père, Jacques Rezeau, a été nommé professeur de Droit international. Lorsque leur grand-mère meurt, les parents reviennent en France et l'enfer commence. Ils subissent de la part de leur mère, une horrible mégère, les pires sévices et humiliations. Leur père ferme lâchement les yeux, car il n'ose pas contredire cette virago. L'enfant qui a tué la vipère affronte sa mère, aussi venimeuse que le reptile, avec détermination. Il ira même jusqu'à essayer par deux fois de la tuer et parviendra finalement à se libérer de son emprise.

    Ces quelques citations donnent une idée de ce livre :
    http://booknode.com/vipere_au_poing_068/extraits

    #37VerfasserClélia (601872) 05 Jun. 13, 08:57
    Kommentar
    Eine in der Mythologie und der Literatur besonders bekannte und besonders verhängnisvolle Eltern-Kind-Beziehung ist die von Ödipus zu seinen Eltern.

    Sie ist für mich DAS Beispiel für einen wirklich tragischen Vorgang, wenn man mit tragisch nicht irgendein Unglück benennen möchte, sondern den Fall meint, in dem das Schlimme nur deshalb passiert, weil man das Gute will. So ist, um ein modernes Beispiel zu nennen, ein Verkehrsunfall zwar schlimm, wenn jemand an einen Baum fährt, aber tragisch im engeren Sinn ist der Unfall erst dann, wenn er z. B. passiert, weil ein Schwerkranken möglichst schnell ins Krankenhaus gebracht werden sollte …

    Die Geschichte von Ödipus ist den meisten bekannt: Da das Orakel dem König Laios von Theben den Tod durch Sohneshand prophezeit hat, lassen er und seine Frau Iokaste den Sohn Ödipus. nach der Geburt aussetzen, aber der Säugling wird gerettet und von dem König von Korinth adoptiert. Aber später kommt ein weiterer Orakelspruch zum Tragen: Ödipus wird prophezeit, er werde seinen Vater töten und seine Mutter heiraten Um diesem Orakelspruch zu entgehen, verlässt Ö. seine vermeintliche Heimat Korinth. Unterwegs erschlägt er den ihm unbekannten Laios im Streit. Er löst auch das Rätsel der Sphinx, und befreit so Theben von dem Ungeheuer. Deshalb erhält er den Thron und heiratet die verwitwete Iokaste. Als eine Pest ausbricht und das Orakel die Entfernung des Fluchträgers fordert, enthüllt der Seher Tiresias das Geheimnis von Ödipus. Iokaste erhängte sich und Ödipus sticht sich beide Augen aus.

    Bei Sophokles in „König Ödipus“ sieht dieser entsetzliche Augenblick so aus (Übersetzung und Einrichtung für die Bühne durch Hugo von Hofmannsthal):



    (Aus dem Tor kommt Ödipus, mit wildem Haar, die blutenden Augen dürftig verbunden. Er geht mit solchen Schritten, daß zwei, die ihn stützen und führen wollen, ihm kaum nachkommen. Hinter ihm eine Schar von Dienern, auch Gewappnete darunter. – Die Greise weichen schaudernd nach rechts hin.)

    Die Greise Ich frage nichts mehr, – ich prüf' es nicht mehr –
    ich bedenk' es nicht mehr – mich schaudert!

    Ödipus Ah! Ah! Ah!
    Wo fliegt mein Schreien hin? wer fängt es auf?
    verhallt es in der Luft?
    O Schicksal, wo treibst du mich hin!

    Die Greise (flüsternd)
    Zu grauenvollem Tun, das kein Aug' begehrt
    zu sehen.

    Ödipus O Finsternis!
    Ewig um mich – unendlich – unausdenkbar,
    unüberwindlich! Namenloses Dunkel!
    Und nochmals Weh! Wie bohren diese Qualen
    in meine Augen und die Dolche innen
    des Denkens!

    Die Greise Doppelt ist die Qual: so sind wir
    gebildet!

    Ödipus (den Greisen nahe)
    Ah! Du bist noch da, du harrest
    noch bei dem Blinden aus! Weh mir!

    Die Greise (zu ihm tretend)
    Furchtbarer Mensch! wer hat die Hand geführt,
    als sie die Augen mordete?

    Ödipus Apollon,
    Apollon hat dies grausenhafte Weh
    mir aufgebaut. Doch mit den Augen wurden
    die Hände da mir fertig. Dazu brauchte
    kein Gott zu helfen. Was soll ich noch anschaun?
    Den Vater drunten, wenn ich ihm begegne?
    oder die Kinder, ihren Blick in meinen
    verschränken und ein unausdenkbares Gespräch
    von Aug' zu Auge führen? Fort mit mir!
    Jagt doch das große Unheil, jagt doch das,
    hinaus, was trieft von allen Himmelsflüchen!

    Die Greise (zugleich)
    Ich wollt', ich hätte niemals dich gekannt.

    Ödipus (leiser)
    Was ich getan hab' an der Mutter und
    am Vater, büßt Erhängen nicht.
    (Er brütet vor sich hin.)
    Ah! Hochzeit! Hochzeit! nächt'ge Saat, zutage
    gebracht, die Söhne Vaters Brüder, Töchter
    ah, Schwestern! Namenlos! Versteckt mich doch
    im Waldgeklüft! erschlagt mich! Werft mich wo
    ins Meer hinab! Nur schnell! Von wo ihr nimmer
    mich wiederkommen seht! Erniedrigt euch
    mich anzurühren! Fürchtet nichts! Hier drinnen
    ist alle Pein der Welt: es springt nichts über!


    http://gutenberg.spiegel.de/buch/6632/1
    #38Verfassermars (236327) 05 Jun. 13, 10:21
    Kommentar
    An meine Mutter

    Der reinste Demant dieser Erde,
    Das köstlichste, das reichste Erz,
    Die schönste Sonne aller Sonnen,
    Es ist das treue Mutterherz!

    O Herz so tief, so unergründlich,
    O Herz so wahr, so gut, so rein -
    O ewig wie der Weltenlenker
    Kann nur die Mutterliebe sein!

    Selbstsüchtig ist sonst jede Liebe,
    In ihrer Qual, in ihrem Glück,
    Sie gibt ihr Herz dir hin, doch fordert
    Sie auch dein Herz dafür zurück;

    Nur einer Mutter großes Lieben
    Gibt sich dem Kinde ganz dahin
    Und fordert nicht, o, schon das Geben
    Ist überreichlich ihr Gewinn.

    O Mutterherz, o Mutterliebe,
    Wer kann dich hier ermessen doch,
    Du Herz, ob auch vom Kind gebrochen,
    Im Sterben segnest du es noch!

    Wilhelm Arent, gest. 1913
    #39Verfasseroopsy (491382) 05 Jun. 13, 14:52
    Kommentar
    Encore une mauvaise mère, celle de Poil de Carotte, Madame Lepic :

    En partie repris d'un Kaffeehaus précédent :

    Avec une ironie grinçante, Jules Renard (1864 – 1910) raconte son enfance malheureuse:

    mésentente larvée des parents (les repas en famille sont un supplice pour tout le monde et se déroulent dans un silence de plomb.)
    un père qui aime ses enfants, mais qui n'est jamais là,
    une mère aigrie, acariâtre que son amertume rend injuste, manipulatrice et sadique,
    un frère et une sœur qui profitent sans vergogne de la situation et se déchargent de toutes les corvées sur leur frère cadet, n'hésitant pas à le faire punir à leur place.
    Sa mère lui reproche méchamment de sentir mauvais parce qu'il a les cheveux roux.


    Les Lapins

    — Il ne reste plus de melon pour toi, dit madame Lepic ; d’ailleurs, tu es comme moi, tu ne l’aimes pas.
     
    ...
     
    On lui impose ainsi ses goûts et ses dégoûts. En principe, il doit aimer seulement ce qu’aime sa mère. Quand arrive le fromage :
     
    — Je suis bien sûre, dit madame Lepic, que Poil de Carotte n’en mangera pas.
     
    Et Poil de Carotte pense :
     
    — Puisqu’elle en est sûre, ce n’est pas la peine d’essayer.

    En outre, il sait que ce serait dangereux.

    ...

    Au dessert, madame Lepic lui dit :
     
    — Va porter ces tranches de melon à tes lapins.
     
    Poil de Carotte fait la commission au petit pas, en tenant l’assiette bien horizontale afin de ne rien renverser.
     
    À son entrée sous leur toit, les lapins, coiffés en tapageurs, les oreilles sur l’oreille, le nez en l’air, les pattes de devant raides comme s’ils allaient jouer du tambour, s’empressent autour de lui.
     
    — Oh ! attendez, dit Poil de Carotte ; un moment, s’il vous plaît, partageons.
     
    S’étant assis d’abord sur un tas de crottes, de séneçon rongé jusqu’à la racine, de trognons de choux, de feuilles de mauves, il leur donne les graines de melon et boit le jus lui-même : c’est doux comme du vin doux.
     
    Puis il racle avec les dents ce que sa famille a laissé aux tranches de jaune sucré, tout ce qui peut fondre encore, et il passe le vert aux lapins en rond sur leur derrière.
     
    La porte du petit toit est fermée.
     
    Le soleil des siestes enfile les trous des tuiles et trempe le bout de ses rayons dans l’ombre fraîche.


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Poil_de_Carotte

    Siehe auch: XIX. Kulturcafé - #183 (183)

    http://farm4.staticflickr.com/3660/3559648663...

    Le film : http://www.dailymotion.com/video/x6xi8y_poil-...
    #40VerfasserClélia (601872) 06 Jun. 13, 08:43
    Kommentar
    Clélia, auf „Poil de carotte“ hat mich meine Frau auch schon hingewiesen, jetzt warst du schneller als ich, und das ist recht so. Ich komme dafür noch einmal auf meinen tragischen Ödipus zurück (# 38):

    Selbständige Neugestaltungen des Stoffes liegen seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. vor: P. Corneille, 1659; Voltaire, 1718, H. v. Hofmannsthal „0edipus und die Sphinx“, 1905; J. Cocteau / I. Strawinsky „0edipus rex, Oper, 1928; A. GIDE, 1930; J. Cocteau “Une machine infernale“, 1934. T. S. ELIOT übertrug den Stoff von Ödipus auf Kolonos in die Moderne: „The elder statesman“, 1958. Die bedeutendste dt., sehr freie Übersetzung schuf F. Hölderlin.

    Die Neudichtungen des 20. Jahrhunderts sind besonders dem neuen Interesse an psycholog. Problemen und der Ausdeutung des Mythos durch Sigmund Freud zu verdanken. Laut dessen Psychoanalyse entsteht bekanntlich der sog. Ödipuskomplex durch die Verdrängung oder unzureichende Bewältigung der Bindung des Kindes zum gegengeschlechtlichen Elternteil. Die libidinöse Intention des Knaben richte sich auf die Mutter, wobei er gleichzeitig gegenüber dem Vater Rivalitätsgefühle entwickle. Ich selbst glaube allerdings nicht, dass dieser „Komplex“ ein allgemeines kindliches Entwicklungsphänomen darstellt …
    #41Verfassermars (236327) 06 Jun. 13, 18:35
    Kommentar
    Désolée mars de t'avoir devancé pour l'incontournable Poil de Carotte. A propos d'Œdipe, un livre très controversé de la psychanaliste Christiane Olivier : Les enfants de Jocaste

    Tiré de wikipédia :

    Elle fut l'une des premières à étendre la psychanalyse à ce qui est spécifique à la relation mère/fille sans passer par le miroir de l'œdipe freudien et sans limiter la fille à ce qui n'est pas le garçon. L'éditeur de son premier ouvrage Les Enfants de Jocaste le résume ainsi : « Voici l'autre psychanalyse, la part féminine, celle que Freud n'a pas pu écrire ».

    Les enfants de Jocaste 
     
    En un mot comme en cent, la relation mère/fils est une relation fusionnelle totale où la complémentarité sexuelle, puisqu'il faut bien employer le mot, n'est pas présente dans la relation mère/fille. Il s'ensuit une dissymétrie dans le développement affectif :
     
    -Le fils est arraché à un paradis fusionnel où tous ses besoins sont comblés.
     
    -La fille ressent l'incomplétude et va chercher en dehors de la relation mère/fille la complémentarité qui lui manque.
     
    Le fils a vécu l'amour total et l'a perdu alors que la fille est à sa recherche.


    Tiré de wikipédia :
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Christiane_Olivier

    __________________________________________________

    Les Thibault, Roger Martin du Gard (1881-1958)
     
    Cette suite romanesque de Roger Martin du Gard comprend 8 romans : le cahier gris (1922), le Pénitencier (1922), la Belle Saison (1923), la Consultation (1928) , la Sorellina (1928), la Mort du Père (1929), l'Eté 1914 (1936) et Epilogue (1940)
     

    Cette vaste chronique couvre les années 1905-1918 et nous relate la vie d'une famille bourgeoise d'avant 1914, au travers du destin de deux frères que la première guerre mondiale va opposer. L'aîné, Antoine, est un brillant étudiant en médecine . Interne aux hôpitaux de Paris, dévoué aux autres et assez conservateur, il va se vouer entièrement à sa carrière. Le cadet, Jacques, lui, est un écorché vif, un révolté. Les destins opposés d'Antoine et de Jacques Thibault, les feront vivre jusqu'à leur mort dans l'incompréhension l'un de l'autre.
     
    Le cahier gris 

    1905. Jacques Thibault a quatorze ans. Antoine, le fils aîné , qui a dix ans de plus que son frère, est médecin. Leur père, Oscar Thibault, est un grand bourgeois parisien, un catholique intransigeant et autoritaire. Melle de Waize, une vieille gouvernante dévouée tient la maison Thibault depuis toujours.

    Jacques noue une amitié enthousiaste avec son camarade de classe Daniel de Fontanin. Les parents de Daniel appartiennent à un milieu plus libéral que le sien. .

    Jacques et Daniel ont une correspondance passionnée. Mais celle-ci est découverte et jugée suspecte, notamment par le père de Jacques. Indigné par la réaction de son père, Jacques fait une fugue. Arrêté près de Marseille, cinq jours après leur départ, Jacques et Daniel sont rendus à leur famille et connaissent alors un sort contraire. Tandis que Daniel est accueilli avec bienveillance par ses parents, Jacques sera placé, par son père, au pénitencier de Crouy.

    Fin tragique de ce roman fleuve :

    Le 10 Août 1914, à l'aube, Jacques monte à bord d'un avion pour survoler le front et jette aux troupes des tracts pacifistes français et allemands. L'avion a un accident et prend feu. Jacques est grièvement brûlé . Il est ballotté durant toute une journée sur une civière. Un des gendarmes qui trouve ce prisonnier encombrant, l'abat d'un coup de revolver.
     
    Octobre 1917 : Victime d'une attaque de gaz, Antoine Thibault est soigné dans une clinique près de Grasse, mais il prend conscience, qu'il est condamné. Huit jours après la victoire du 11 novembre 1918, Antoine, submergé par la souffrance, décide de mettre fin à ses jours en s'administrant une piqûre.


    Tiré de :
    http://www.alalettre.com/martin-du-gard-oeuvr...

    Le texte de ce roman est encore protégé en Europe (droits d'auteur).

    Malentendu entre le père et le fils :

    Dommage, le passage du retour de Jacques, après sa fugue, qui aimerait se jeter dans les bras de son père, mais n'ose pas le faire, est intéressant. Le père de Jacques attribue la timidité de son fils à un esprit de rébellion et s'interdit de lui montrer son émotion.

    Si on cherche bien, on trouve encore le texte intégral du Cahier gris sur internet -) !
    ___________

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    Greuze, Le Fils puni

    Intéressante analyse de ce tableau :

    Le tableau met en évidence l'incompréhension dramatique d'êtres qui s'aimaient.
    Il est lourd de souffrances qu'il n'est plus possible d'apaiser.

    http://eduscol.education.fr/louvre/greuze/fpu...

    Autre tableau de Greuze, indissociable du premier : la Malédiction paternelle :

    Un fils, seul soutien d’une famille paysanne sans ressources, s’est enrôlé dans l’armée, abandonnant les siens.
    Dans un dernier effort, son père, à gauche du tableau, le maudit devant la famille terrorisée.

    http://www.insecula.com/PhotosNew/00/00/02/90...
    Analyse :
    http://eduscol.education.fr/louvre/greuze/fin...
    #42VerfasserClélia (601872) 07 Jun. 13, 08:40
    Kommentar
    Vielen Dank, Clélia, für deinen ausführlichen Text zu Roger Martin du Gard, aber auch zu deinem Hinweis auf Christiane Olivier. Ich habe manches von Freud gelesen und schätze wirklich seine Leistungen auf vielen Gebieten, zum Beispiel seine Texte zum Unbewussten, zu den Träumen usw., seine Entwicklung psychoanalytischer Methoden. Aber ich begrüße es auch, wenn Einseitigkeiten seiner Theorien erkannt und korrigiert werden, wenn Weiterentwicklungen in Gang kommen wie z. B. auch bei Jacques Lacan.

    Auf Ödipus werde ich übrigens noch einmal zurückkommen, und zwar in einem Zusammenhang, der den einen oder anderen überraschen mag: Ich möchte Gemeinsamkeiten zwischen Ödipus und Frischs "Homo Faber" nachgehen ...
    #43Verfassermars (236327) 07 Jun. 13, 10:50
    Kommentar
    Bei der Zusammenstellung von Neugestaltungen des Ödipus-Themas in # 41 habe ich absichtlich den Roman „Homo Faber“ von Max Frisch ausgespart, um ihm einen eigenen Beitrag zu widmen.

    Walter Faber ist ein Ingenieur, der sich zunächst immer auf sein technisch-rationales Weltbild verlässt, aber in sein technisch orientiertes Leben brechen der Zufall und die verdrängte Vergangenheit ein. Durch eine Verkettung unwahrscheinlicher Ereignisse trifft er auf seine Tochter Sabeth, die er aber als solche erst einmal nicht erkennt. Faber geht mit der jungen Frau eine inzestuöse Liebesbeziehung ein, die mit dem Tod Sabeths ein tragisches Ende nimmt. (tragisch wieder in dem in # 38 angegebenen Sinn: Faber will Sabeth retten, provoziert aber dadurch ihren Tod.)

    Vergleicht man den „König Ödipus“ von Sophokles mit „Homo Faber“ dann kann man u. a. die folgenden Gemeinsamkeiten zwischen Ödipus und Faber entdecken:

    ► Der Aussetzung des einen Kindes entspricht die ursprünglich geplante Abtreibung des anderen

    ► Als Erwachsene befreien sowohl Ödipus als auch Faber kraft ihrer Ratio die Menschheit von einem gewissen Übel, bringen aber womöglich noch größeres Unheil über ihre Mitmenschen.

    ► Beide sind subjektiv unschuldig, verstoßen aber gegen grundlegende Normen

    ► Beide rollen die Vergangenheit erst allmählich auf. (Sophokles‘ Drama ist ja „analytisch“)

    ► Auch Fabers Weg führt nach Griechenland.

    ► Als sie ihre Schuld erkennen, blendet sich Ödipus, Walter Faber spielt mit dem Gedanken (S. 192: „Ich möchte bloß, ich wäre nie gewesen … Ich sitze im Speisewagen und denke: Warum nicht diese zwei Gabeln nehmen, sie aufrichten in meinen Fäusten und mein Gesicht fallen lassen, um die Augen loszuwerden?“)

    Sind diese Gemeinsamkeiten in einer Art „Überinterpretation“ nur in den Roman hineingedeutet? Ich glaube kaum, denn auf S. 142 lässt Max Frisch Walter Faber sagen: „Alle Frauen haben einen Hang zum Aberglauben, aber Hanna ist hochgebildet; darum wunderte es mich. Sie redete von Mythen, wie unsereiner vom Wärmesatz, nämlich wie von einem physikaischen Gesetz […] Ohne Verwunderung. Odipus und die Sphinx, auf einer kaputten Vase dargestellt in kindlicher Weise […], das sind Tatsachen für sie.“

    #44Verfassermars (236327) 08 Jun. 13, 09:09
    Kommentar
    Merci pour ces explications, mars : Homo Faber est la première œuvre que notre professeur d'allemand nous a fait lire au gymnase ( en Suisse, on passe au gymnase les trois années précédant le baccalauréat). Plus tard, j'ai relu ce livre et en ai longuement parlé avec ma fille alors qu'elle préparait elle aussi son bac. J'ai beaucoup de peine à entrer dans ce roman, la philosophie du personnage principal m'est contraire :

    Walter Faber (der gleichzeitig auch Erzähler ist), sieht Gefühle für eine Schwäche des Menschen und nimmt alles rational aus den Augen eines Technikers wahr.

    (Trouvé sur un site grâce auquel j'ai failli attraper un cheval de Troie !)

    Il m'apparaît, au début du livre en tout cas, comme une espèce de robot. Je le trouve nettement plus intéressant à partir du moment où il acquiert une dimension tragique.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/common...
    #45VerfasserClélia (601872) 08 Jun. 13, 21:19
    Kommentar
    Kinder lächeln

    Kinder müssen nicht große Reden schwingen,
    nicht kläglich um Worte ringen,
    die Wahrheit nicht beugen,
    um zu gewinnen und überzeugen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Günther_Fritsch

    Günther Fritsch, gest. 1982
    #46Verfasseroopsy (491382) 09 Jun. 13, 11:40
    Kommentar
    zu # 45

    Clélia, das finde ich an Walter Faber gerade das Interessante und Wichtige: Dieser Rationalist muss begreifen, dass nicht alles berechenbar und planbar ist. Gerade in der heutigen Zeit können viele „Techniten“ noch etwas aus der inneren Entwicklung des Menschen lernen, der zunächst einmal nach einem Flugzeugabsturz in der Wüste sitzt, bei Mondschein Schach spielt und dazu erklärt:

    „Ich habe mich schon oft gefragt, was die Leute eigentlich meinen, wenn sie von Erlebnis reden. Ich bin Techniker und gewohnt, die Dinge zu sehen, wie sie sind. Ich sehe alles, wovon sie reden, sehr genau; ich bin ja nicht blind. lch sehe den Mond über der Wüste von Tamaulipas – klarer als je, mag sein, aber eine errechenbare Masse, die um unseren Planeten kreist, eine Sache der Gravitation, interessant, aber wieso ein Erlebnis? Ich sehe die gezackten Felsen, schwarz vor dem Schein des Mondes; sie sehen aus, mag sein, wie die gezackten Rücken von urweltlichen Tieren, aber ich weiß: Es sind Felsen, Gestein, wahrscheinlich vulkanisch, das müßte man nachsehen und feststellen. Wozu soll ich mich fürchten? Es gibt keine urweltlichen Tiere mehr. Wozu sollte ich sie mir einbilden? Ich sehe auch keine versteinerten Engel, es tut mir leid; auch keine Dämonen, ich sehe, was ich sehe: die üblichen Formen der Erosion, dazu meinen langen Schatten auf dem Sand, aber keine Gespenster. Wozu weibisch werden? Ich sehe auch keine Sintflut, sondern Sand, vom Mond beschienen, vom Wind gewellt wie Wasser, was mich nicht überrascht; ich finde es nicht fantastisch, sondern erklärlich.“ „Homo Faber“ (Suhrkamp, S. 24)


    Das ist vordergründige Erlebnisabwehr, aber Bilder lassen sich nicht annullieren, indem man sie dementiert … Sehr aufschlussreich für Fabers Entwicklung ist ein Vergleich der Art und Weise, wie Faber seinen letzten Flug empfindet (S. 194 ff) mit früheren Empfindungsweisen bei solchen Gelegenheiten.

    #47Verfassermars (236327) 09 Jun. 13, 19:16
    Kommentar
    Noch etwas, Clélia, - ein bisschen OT - zu "Homo Faber". Das Entscheidende im ganzen Roman ist eigentlich Fabers Wandlung. Sie zeigt sich auf vielen Ebenen:

    ► Er bricht mit der Technik (kündigt, gibt Wohnung und Auto auf, hört mit Filmen auf, gibt Uhr ab).

    ► Er kritisiert den "american way of life".

    ► Er öffnet sich dem Landschaftserlebnis (Akrokorinth, Alpen, Kuba).

    ► In Kuba singt er stundenlang, pfeift, schaukelt.

    ► Er versucht, selbstverschuldete Isolierung zu durchbrechen.

    ► Er akzeptiert die eigene Natur (Sexualität, auch den eigenen Tod)


    #48Verfassermars (236327) 10 Jun. 13, 08:44
    Kommentar
    Merci beaucoup, mars, pour ces explications supplémentaires. Le texte cité au 47 m'est très utile pour mieux comprendre cette œuvre de Max Frisch.

    Un bon père :

    Une jeune famille heureuse ravagée par la guerre : Le prince troyen Hector -fils du roi de Troie Priam et de la reine Hécube-, sa femme Andromaque et leur fils Astyanax.

    Astyanax signifie le Prince de la ville, allusion au rôle clef qu'Hector joua dans la défense de Troie.

    Extraits de l'Iliade, attribuée à Homère, composée entre 850 et 750 avant Jésus-Christ, traduite par Leconte de Lisle (1818-1894) :

    Hector s'adresse à sa femme, puis veut embrasser son fils. L'enfant hurle, terrifié par le casque de son père que le guerrier enlève alors en souriant...

    Mais ni le malheur futur des Troyens ni celui d'Hécube elle-même, du roi Priam et de mes frères courageux qui tomberont en foule sous les guerriers ennemis, ne m’afflige autant que le tien, quand un Achéen cuirassé d’airain te ravira la liberté et t’emmènera pleurante ! Et tu tisseras la toile de l’Étranger, et tu iras de force quérir de l’eau à la fontaine, car la dure nécessité le voudra. Et, sans doute, quelqu’un dira, te voyant répandre des larmes : — Celle-ci est la femme d' Hector qui était le plus brave des Troyens dompteurs de chevaux quand il combattait autour de Troie. — Quelqu’un dira cela, et tu seras déchirée d’une grande douleur, en songeant à cet époux que tu auras perdu, et qui, seul, pourrait finir ta servitude. Mais que la lourde terre me recouvre mort, avant que j’entende tes cris et que je te voie arracher d’ici !

    Ayant ainsi parlé, l’illustre Hector tendit les mains vers son fils, mais l’enfant se rejeta en arrière dans le sein de la nourrice à la belle ceinture, épouvanté à l’aspect de son père bien-aimé, et de l’airain et de la queue de cheval qui s’agitait terriblement sur le cône du casque. Et le père bien-aimé sourit et la mère vénérable aussi. Et l’illustre Hector ôta son casque et le déposa resplendissant sur la terre. Et il baisa son fils bien-aimé, et, le berçant dans ses bras, il supplia Zeus et les autres Dieux :

    – Zeus, et vous, Dieux, faites que mon fils s’illustre comme moi parmi les Troyens, qu’il soit plein de force et qu’il règne puissamment dans Troie ! Qu’on dise un jour, le voyant revenir du combat : Celui-ci est plus brave que son père ! Qu’ayant tué le guerrier ennemi, il rapporte de sanglantes dépouilles, et que le cœur de sa mère en soit réjoui !

    Ayant ainsi parlé, il déposa son enfant entre les bras de sa femme bien-aimée, qui le reçut sur son sein parfumé, en pleurant et en souriant ; et le guerrier, voyant cela, la caressa de la main et lui dit :

    – Malheureuse, ne te désespère point à cause de moi. Aucun guerrier ne m’enverra chez Hadès contre ma destinée, et nul homme vivant ne peut fuir sa destinée, lâche ou brave. Mais retourne dans tes demeures, prends soin de tes travaux, de la toile et de la quenouille, et mets tes servantes à leur tâche. Le souci de la guerre appartient à tous les guerriers qui sont nés dans Ilion, et surtout à moi.

    Ayant ainsi parlé, l’illustre Hector reprit son casque à flottante queue de cheval. Et l’Épouse bien-aimée retourna vers ses demeures, regardant en arrière et versant des larmes.


    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    _______________________

    Lamentations d'Andromaque au chevet de son mari mort :

    ... ce petit enfant que nous avons engendré tous deux, malheureux que nous sommes ! tu ne le protégeras pas, Hector, puisque tu es mort, et lui ne te serviras point de soutien. Même s’il échappait à cette guerre lamentable des Achéens, il ne peut s’attendre qu’au travail et à la douleur, car ils lui enlèveront ses biens. Le jour qui fait un enfant orphelin lui ôte aussi tous ses jeunes amis. Il est triste au milieu de tous, et ses joues sont toujours baignées de larmes. Indigent, il s’approche des compagnons de son père, prenant l’un par le manteau et l’autre par la tunique. Si l’un d’entre eux, dans sa pitié, lui offre une petite coupe, elle mouille ses lèvres sans rafraîchir son palais. Le jeune homme, assis entre son père et sa mère, le repousse de la table du festin, et, le frappant de ses mains, lui dit des paroles injurieuses : Va-t’en ! ton père n’est pas des nôtres ! Et l’enfant revient en pleurant auprès de sa mère veuve. Astyanax, qui autrefois mangeait la moelle et la graisse des brebis sur les genoux de son père ; qui, lorsque le sommeil le prenait et qu’il cessait de jouer, dormait dans un doux lit, aux bras de sa nourrice, et le cœur rassasié de délices ; maintenant Astyanax, que les Troyens nommaient ainsi, car Hector défendait seul leurs hautes murailles, subira mille maux, étant privé de son père bien-aimé.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Hector est tué par Achille qui attache son cadavre à son char et le traîne dans la poussière trois fois autour de la ville. Plus tard, les Achéens vainqueurs précipiteront Astyanax au pied de la muraille de Troie depuis la plus haute tour. Andromaque est emmenée en exil.
    #49VerfasserClélia (601872) 10 Jun. 13, 13:40
    Kommentar
    Ja, Clélia, die Eltern-Kind-Beziehungen beschäftigen die Menschen auch in der Literatur schon sehr, sehr lange. Mir fallen da zum Beispiel auch die Kreidekreise ein:

    "Der Augsburger Kreidekreis" ist eine Erzählung von Bertolt Brecht aus dem Jahre 1940. Brecht verlegte die Handlung der Geschichte, deren Motiv er einer chinesischen Geschichte von Li Qingzhao entnommen hatte, in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges in seine Heimatstadt Augsburg.

    Später schrieb Brecht auch das Stück „Der kaukasische Kreidekreis“, das eine ähnliche Handlung hat und 2014 in meiner Heimatstadt aufgeführt werden wird:

    Brecht schreibt zwei unabhängige Geschichten, die er am Ende zusammenführt: die der Magd Grusche, die ein verlassenes Kind als ihr eigenes annimmt und die Geschichte des zwielichtigen, doch weisen Richters Azdak.

    Der Erzähler Arkadi berichtet von dem Staatsstreich gegen den Großfürsten und wie der reiche Gouverneur Abaschwili hingerichtet wurde. Seine Frau kann der Revolution mit ihren kostbaren Kleidern entfliehen, doch ihren kleinen Sohn Michel lässt sie im Palast zurück. Die gutmütige Magd Grusche nimmt sich des Kindes an und flieht mit ihm in die kaukasischen Berge, wo sie bei ihrem Bruder Unterschlupf findet.

    Am Ende des Krieges fordert die Gouverneurswitwe ihren Sohn als sicheres Erbe ein. Es kommt zu heftigem Streit zwischen den beiden Frauen und der Fall wird Azdak vorgetragen. Mit Hilfe eines salomonischen Tricks will der "Armeleute-Richter" die wahre Mutter erkennen.

    Wer den „salomonischen Trick“ schon kennt, wird gebeten, ihn hier in einem Folgebeitrag kurz zu skizzieren …

    #50Verfassermars (236327) 11 Jun. 13, 13:59
    Kommentar
    Mars, Du gestattest, dass ich anderen Nicks den Vortritt lasse.
    #51Verfasseroopsy (491382) 11 Jun. 13, 15:15
    Kommentar
    Je ne connais pas cette pièce de Brecht.

    Le jugement :

    L'enfant est placé au centre d'un cercle. Chacune des deux femmes doit s'emparer de l'enfant, en l'arrachant à sa rivale : celle qui aura suffisamment de force pour prendre l'enfant prouvera qu'elle est bien sa mère. La femme du gouverneur semble remporter la victoire, mais l'enfant n'est finalement pas confié à sa mère légitime, mais à la servante qui, craignant de blesser l'enfant, renonce à l'attirer à elle de toutes ses forces.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    _______________________________________

    La Promesse de l'aube de Romain Gary (1914-1980)

    Tiré de Wikipédia :

    La promesse de l'aube est surtout un roman sur l'amour maternel... La mère de l'auteur est le personnage principal du roman, c'est son amour et son ambition pour son fils qui vont le porter au-delà de tout ce qu'il aurait pu espérer pour lui-même (Gary mènera une brillante carrière militaire et diplomatique. Il est le seul écrivain à avoir reçu deux fois le prix Goncourt, dont l'un sous le pseudonyme d'Émile Ajar)...
    Cette ex-actrice juive exilée croit en un destin extraordinaire pour son fils. « Tu seras un héros, tu seras général… ambassadeur de France ».
     
    ...

    La promesse est double : c'est celle que la vie a faite à Romain en lui offrant dès son plus jeune âge un amour passionné et inconditionnel : promesse que la vie ne tient pas, puisqu'il ne rencontrera jamais plus une femme capable d'un tel amour. Mais c'est aussi la promesse que représente le fils pour la mère : il est censé remplir ses attentes, devenir un écrivain et un homme célèbre.

    http://fr.wikipedia.org/wiki/La_Promesse_de_l...

    Extrait :
    http://www.dissertationsgratuites.com/dissert...

    voir aussi Les enfants de Jocaste de Christiane Olivier (42) :

    Le fils a vécu l'amour total et l'a perdu alors que la fille est à sa recherche.
    #52VerfasserClélia (601872) 12 Jun. 13, 08:12
    Kommentar
    Vielen Dank, Clélia, den Schluss des "Kreidekreises" so akkurat zusammengefasst zu haben. Es freut den Zuschauer wirklich, wenn in diesem Fall nicht die biologische Mutter, sondern die „mütterliche“ Mutter, die einfache Grusche, das Kind zugesprochen bekommt. Das ist wahrlich eine Lösung im Sinne Salomos.

    Oft sind es nicht die Hochkandidelten, sondern die einfachen Leute, die „aus dem Bauch“ heraus und einfühlsam handeln, auch dem Nachwuchs gegenüber. Ein Bild instinktiver Muttterliebe im Tierreich habe ich neulich im Nouvel Observateur entdeckt und erlaube mir, dieses Mutter-und-Kind-Bild aus dem Krefelder Zoo auch in unseren Zusammenhang einzubringen. An dieser Mutter hätte sich die Gouverneurswitwe ein Beispiel nehmen sollen!:

    http://referentiel.nouvelobs.com/file/5896216.jpg

    #53Verfassermars (236327) 12 Jun. 13, 18:10
    Kommentar
    Mutterliebe

    Wie bist Du blühend schön und hold,
    Die Augen blau, die Flechten gold,
    Dein weiches, liebliches Gesicht
    Ein frommes, rührendes Gedicht!

    Wie bist Du keusch und engelrein,
    Gleich einem milden Strahlenschein;
    Der Unschuld Zauber Dich umfließt,
    Dein ganzes Wesen übergießt.....

    Schau' ich dich wieder über's Jahr,
    Bist Du des süßen Zaubers bar
    Heut' zählt ja Deine Mutter schon
    Für Zukunftsschmach erfeilschten Lohn!

    Ada Christen, gest. 1901
    #54Verfasseroopsy (491382) 13 Jun. 13, 08:21
    Kommentar
    Merci oopsy !

    La dernière strophe m'intrigue et je ne la comprends pas bien

    Schau' ich dich wieder über's Jahr,
    Bist Du des süßen Zaubers bar
    Heut' zählt ja Deine Mutter schon
    Für Zukunftsschmach erfeilschten Lohn!


    Au bout d'un an, si je te regarde
    Tu es dépourvue de ce charme délicieux
    Ta mère aujourd'hui calcule déjà
    Pour la honte future un salaire qu'elle a marchandé ????

    Est-ce que la poétesse parle du vieillissement de sa mère et de sa grand-mère qui attend de sa fille des soins en retour de ceux qu'elle lui a prodigués ?
    ________________________

    Amour père - fille ou quand un père perd sa fille ...

    http://3.bp.blogspot.com/-yXMLKzAXbiw/TzLK1ff...

    Victor Hugo évoque sa fille aînée Léopoldine qui se noya en 1843 avec son mari, au cours d'une promenade sur la Seine.

    Victor HUGO (1802-1885)


    Quand nous habitions tous ensemble

    Quand nous habitions tous ensemble
    Sur nos collines d'autrefois,
    Où l'eau court, où le buisson tremble,
    Dans la maison qui touche aux bois,

    Elle avait dix ans, et moi trente ;
    J'étais pour elle l'univers.
    Oh! comme l'herbe est odorante
    Sous les arbres profonds et verts !

    Elle faisait mon sort prospère,
    Mon travail léger, mon ciel bleu.
    Lorsqu'elle me disait: Mon père,
    Tout mon cœur s'écriait : Mon Dieu !

    À travers mes songes sans nombre,
    J'écoutais son parler joyeux,
    Et mon front s'éclairait dans l'ombre
    À la lumière de ses yeux.

    Elle avait l'air d'une princesse
    Quand je la tenais par la main.
    Elle cherchait des fleurs sans cesse
    Et des pauvres dans le chemin.

    Elle donnait comme on dérobe,
    En se cachant aux yeux de tous.
    Oh ! la belle petite robe
    Qu'elle avait, vous rappelez-vous ?

    Le soir, auprès de ma bougie,
    Elle jasait à petit bruit,
    Tandis qu'à la vitre rougie
    Heurtaient les papillons de nuit.

    Les anges se miraient en elle.
    Que son bonjour était charmant !
    Le ciel mettait dans sa prunelle
    Ce regard qui jamais ne ment.

    Oh! je l'avais, si jeune encore,
    Vue apparaître en mon destin !
    C'était l'enfant de mon aurore,
    Et mon étoile du matin !

    Quand la lune claire et sereine
    Brillait aux cieux, dans ces beaux mois,
    Comme nous allions dans la plaine !
    Comme nous courions dans les bois !

    Puis, vers la lumière isolée
    Étoilant le logis obscur,
    Nous revenions par la vallée
    En tournant le coin du vieux mur ;

    Nous revenions, cœurs pleins de flamme,
    En parlant des splendeurs du ciel.
    Je composais cette jeune âme
    Comme l'abeille fait son miel.

    Doux ange aux candides pensées,
    Elle était gaie en arrivant... -
    Toutes ces choses sont passées
    Comme l'ombre et comme le vent !

    _______________

    Aznavour qui interpréta au cinéma Le Père Goriot : Hier encore :

    http://www.youtube.com/watch?v=r5Lg4QuFTeM
    #55VerfasserClélia (601872) 13 Jun. 13, 10:00
    Kommentar
    Gut passt zu unserem Vater-Sohn-Thema auch dieser bekannte Text der Weltliteratur:

    Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben. Und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm.

    Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.

    Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein, denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, ein Fest zu feiern ... (Lukas 15, 11-24)

    #56Verfassermars (236327) 13 Jun. 13, 15:57
    Kommentar
    @ Clélia, ich bin auch der Meinung, dass die 3. Strophe schwer zu verstehen ist. Ich verstehe, dass man sie so wie du auffassen kann, aber irgendwie passt das nicht zu den ersten beiden, so idyllischen Strophen. Schade, dass man die Autorin nicht mehr befragen kann ...

    Aber das ist natürlich nur meine laienhafte Meinung, allerdings nicht ganz ohne Rücksprache :-)
    #57Verfasseroopsy (491382) 13 Jun. 13, 17:32
    Kommentar
    Sehr schwierig war das Verhältnis zwischen Franz Kafka und seinem Vater. Das zeigt sein "Brief an den Vater", 1919 verfasst, jedoch niemals abgeschickt. Der sehr lange Brief besteht im Original aus 103 handschriftlichen Seiten. Hier sein Anfang:

    Liebster Vater,

    Du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor Dir. Ich wußte Dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten, zum Teil eben aus der Furcht, die ich vor Dir habe, zum Teil deshalb, weil zur Begründung dieser Furcht zu viele Einzelheiten gehören, als daß ich sie im Reden halbwegs zusammenhalten könnte. Und wenn ich hier versuche, Dir schriftlich zu antworten, so wird es doch nur sehr unvollständig sein, weil auch im Schreiben die Furcht und ihre Folgen mich Dir gegenüber behindern und weil die Größe des Stoffs über mein Gedächtnis und meinen Verstand weit hinausgeht.

    Dir hat sich die Sache immer sehr einfach dargestellt, wenigstens soweit Du vor mir und, ohne Auswahl, vor vielen andern davon gesprochen hast. Es schien Dir etwa so zu sein: Du hast Dein ganzes Leben lang schwer gearbeitet, alles für Deine Kinder, vor allem für mich geopfert, ich habe infolgedessen »in Saus und Braus« gelebt, habe vollständige Freiheit gehabt zu lernen was ich wollte, habe keinen Anlaß zu Nahrungssorgen, also zu Sorgen überhaupt gehabt; Du hast dafür keine Dankbarkeit verlangt, Du kennst »die Dankbarkeit der Kinder«, aber doch wenigstens irgendein Entgegenkommen, Zeichen eines Mitgefühls; statt dessen habe ich mich seit jeher vor Dir verkrochen, in mein Zimmer, zu Büchern, zu verrückten Freunden, zu überspannten Ideen; offen gesprochen habe ich mit Dir niemals, in den Tempel bin ich nicht zu Dir gekommen, in Franzensbad habe ich Dich nie besucht, auch sonst nie Familiensinn gehabt, um das Geschäft und Deine sonstigen Angelegenheiten habe ich mich nicht gekümmert, die Fabrik habe ich Dir aufgehalst und Dich dann verlassen, Ottla habe ich in ihrem Eigensinn unterstützt und während ich für Dich keinen Finger rühre (nicht einmal eine Theaterkarte bringe ich Dir), tue ich für Freunde alles. Faßt Du Dein Urteil über mich zusammen, so ergibt sich, daß Du mir zwar etwas geradezu Unanständiges oder Böses nicht vorwirfst (mit Ausnahme vielleicht meiner letzten Heiratsabsicht), aber Kälte, Fremdheit, Undankbarkeit. Und zwar wirfst Du es mir so vor, als wäre es meine Schuld, als hätte ich etwa mit einer Steuerdrehung das Ganze anders einrichten können, während Du nicht die geringste Schuld daran hast, es wäre denn die, daß Du zu gut zu mir gewesen bist.

    Diese Deine übliche Darstellung halte ich nur so weit für richtig, daß auch ich glaube, Du seist gänzlich schuldlos an unserer Entfremdung. Aber ebenso gänzlich schuldlos bin auch ich. Könnte ich Dich dazu bringen, daß Du das anerkennst, dann wäre – nicht etwa ein neues Leben möglich, dazu sind wir beide viel zu alt, aber doch eine Art Friede, kein Aufhören, aber doch ein Mildern Deiner unaufhörlichen Vorwürfe.

    Irgendeine Ahnung dessen, was ich sagen will, hast Du merkwürdigerweise. So hast Du mir zum Beispiel vor kurzem gesagt: »ich habe Dich immer gern gehabt, wenn ich auch äußerlich nicht so zu Dir war wie andere Väter zu sein pflegen, eben deshalb weil ich mich nicht verstellen kann wie andere«. Nun habe ich, Vater, im ganzen niemals an Deiner Güte mir gegenüber gezweifelt, aber diese Bemerkung halte ich für unrichtig. Du kannst Dich nicht verstellen, das ist richtig, aber nur aus diesem Grunde behaupten wollen, daß die andern Väter sich verstellen, ist entweder bloße, nicht weiter diskutierbare Rechthaberei oder aber – und das ist es meiner Meinung nach wirklich – der verhüllte Ausdruck dafür, daß zwischen uns etwas nicht in Ordnung ist und daß Du es mitverursacht hast, aber ohne Schuld. Meinst Du das wirklich, dann sind wir einig.

    Ich sage ja natürlich nicht, daß ich das, was ich bin, nur durch Deine Einwirkung geworden bin. Das wäre sehr übertrieben (und ich neige sogar zu dieser Übertreibung). Es ist sehr leicht möglich, daß ich, selbst wenn ich ganz frei von Deinem Einfluß aufgewachsen wäre, doch kein Mensch nach Deinem Herzen hätte werden können. Ich wäre wahrscheinlich doch ein schwächlicher, ängstlicher, zögernder, unruhiger Mensch geworden, weder Robert Kafka noch Karl Hermann, aber doch ganz anders, als ich wirklich bin, und wir hätten uns ausgezeichnet miteinander vertragen können. Ich wäre glücklich gewesen, Dich als Freund, als Chef, als Onkel, als Großvater, ja selbst (wenn auch schon zögernder) als Schwiegervater zu haben. Nur eben als Vater warst Du zu stark für mich, besonders da meine Brüder klein starben, die Schwestern erst lange nachher kamen, ich also den ersten Stoß ganz allein aushalten mußte, dazu war ich viel zu schwach [...]


    Wie wirkt dieser Text auf euch heutige Leser?
    #58Verfassermars (236327) 14 Jun. 13, 09:00
    Kommentar
    mars, 56 : Dans ce récit d'une grande beauté, illustrant la grâce divine, le fils coupable est non seulement accueilli avec joie et amour, mais pleinement rétabli dans sa position de fils par le Père qui espérait ardemment son retour. On peut l'opposer aux tableaux de Greuze ou au retour de Jacques Thibault (42) : là, la réconciliation entre père et fils n'a pas lieu.

    Merci oopsy de m'avoir répondu.
    _____________________

    Un père qui doit sacrifier sa fille bien aimée.

    En Béotie, à Aulis, la flotte grecque qui doit partir pour Troie est immobilisée depuis plusieurs jours faute d'un vent favorable. Les guerriers et leurs chefs s'impatientent. Agamemnon, chef de l'expédition, doit égorger sa fille Iphigénie sur l'autel de la déesse Artémis, s'il veut que cesse enfin ce calme plat. Sous le prétexte de la marier à Achille, il la fait venir à Aulis avec Clytemnestre sa mère.


    IPHIGÉNIE : O mon père, quelle joie de te voir après une si longue absence !
     
    AGAMEMNON.

    Joie pour ton père aussi, ma fille : ce que tu dis est vrai de nous deux.

    IPHIGÉNIE.

    Salut! tu as bien fait de m'appeler auprès de toi, ô mon père !

    AGAMEMNON.

    Ai-je bien fait, ou non? je l'ignore, mon enfant.

    IPHIGÉNIE.

    Tu me revois avec plaisir; et cependant, hélas! de quel air soucieux tu me regardes!

    AGMEMNON. Bien des soucis préoccupent un roi, un chef d'armée.

    IPHIGÉNIE.

    Sois maintenant tout à moi; ne te laisse pas aller à d'autres pensées.

    AGAMEMNON.

    Mais c'est près de toi, de toi seule, que je suis en ce moment, rien d'autre ne m'occupe.

    IPHIGÉNIE.

    Alors déride ce front : adoucis ton regard aimé.

    AGAMEMNON.

    Tu vois bien qu'en voyant ma fille, je suis heureux autant qu'on peut l'être !

    IPHIGÉNIE.

    Et cependant des larmes s'échappent de tes yeux !

    AGAMEMNON.

    C'est qu'une longue absence va nous séparer.

    IPHIGÉNIE (malicieusement).

    Je ne sais pas ce que tu veux dire, et pourtant je le sais, ô mon père bien-aimé!

    AGAMEMNON.

    Tes paroles pleines de sens ajoutent encore à mon attendrissement.

    IPHIGÉNIE.

    Eh bien! j'en dirai d'insensées, si je puis t'égayer ainsi.

    AGAMEMNON.

    Ah! je n'ai plus la force de me taire. C'est bien, ma fille, il suffit.

    IPHIGÉNIE.

    Reste avec nous, ô mon père, dans ta demeure, auprès de tes enfants.

    AGAMEMNON.

    Je le voudrais bien; mais je n'ai pas le droit de le vouloir, et c'est ce qui me fait souffrir.

    IPHIGÉNIE.

    Périssent les guerres et tous les maux que nous cause Ménélas!

    AGAMEMNON.

    Ils feront d'abord d'autres victimes, et c'est là ce qui me tue.

    IPHIGÉNIE.

    Comme tu es resté longtemps loin de nous dans cette baie d'Aulis!

    AGAMEMNON.

    Un obstacle m'y retient encore, et empêche le départ de l'armée.

    IPHIGÉNIE.

    Où dit-on, mon père, que les Phrygiens habitent?

    AGAMEMNON.

    En des lieux où n'aurait jamais dû séjourner Pâris, le fils de Priam !

    IPHIGÉNIE.

    Quand tu m'auras quittée, tu entreprendras donc un long voyage, ô mon père, ?

    AGAMEMNON.

    Toi aussi, ma fille, tu vas faire comme ton père.

    IPHIGÉNIE.

    Ah! s'il t'était permis de m'emmener, et à moi de te suivre, sur ton navire!

    AGAMEMNON.

    Une traversée t'attends toi aussi, où tu te souviendras de ton père.

    IPHIGÉNIE.

    Naviguerai-je avec ma mère, ou ferai-je seule le voyage?

    AGAMEMNON.

    Seule, séparée de ton père et de ta mère.

    IPHIGÉNIE.

    Tu vas peut-être m'établir dans une autre maison, ô mon père?

    AGAMEMNON.

    Laissons cela : ce sont des choses que doivent ignorer les jeunes filles.

    IPHIGÉNIE.

    Reviens-nous vite, ô mon père, du pays des Phrygiens, après le succès de ta lointaine entreprise.

    AGAMEMNON.

    J'ai d'abord un sacrifice à accomplir ici.

    IPHIGÉNIE.

    Je veux y prendre part et voir ce qu'il me sera permis de voir.

    AGAMEMNON.

    Tu verras tout : tu seras près de l'eau lustrale.

    IPHIGÉNIE.

    Formerons-nous des chœurs de danses autour de l'autel, ô mon père?

    AGAMEMNON.

    Combien tu es plus heureuse que moi de ne rien savoir! Mais rentre dans la tente : il ne convient pas que les jeunes filles se donnent en spectacle. Donne-moi d'abord un amer baiser, donne-moi ta main, puisque tu vas rester si longtemps éloignée de ton père... Je m'arrête : car, en te caressant, je sens aussitôt mes yeux se mouiller de pleurs. Va donc.


    Euripide (480-406) avant Jésus-Christ

    Texte intégral :
    http://remacle.org/bloodwolf/tragediens/eurip...

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Edit : mars, je n'avais pas vu ton 58. Cette lettre de Kafka me paraît très intéressante, je la lirai attentivement, dès que j'aurai un moment.
    #59VerfasserClélia (601872) 14 Jun. 13, 09:10
    Kommentar
    Clélia, der Iphigenien-Stoff ist natürlich auch zentral für unser Literaturthema "Eltern-Kind-Verhältnis". Ich werde auf ihn demnächst vermutlich auch eingehen.

    Zunächst will ich aber noch einmal auf Kafkas "Brief an den Vater" (# 58) zurückkommen. Er endet nach vielen Seiten so:

    Du könntest, wenn Du meine Begründung der Furcht, die ich vor Dir habe, überblickst, antworten: »Du behauptest, ich mache es mir leicht, wenn ich mein Verhältnis zu Dir einfach durch Dein Verschulden erkläre, ich aber glaube, daß Du trotz äußerlicher Anstrengung es Dir zumindest nicht schwerer, aber viel einträglicher machst. Zuerst lehnst auch Du jede Schuld und Verantwortung von Dir ab, darin ist also unser Verfahren das gleiche. Während ich aber dann so offen, wie ich es auch meine, die alleinige Schuld Dir zuschreibe, willst Du gleichzeitig ›übergescheit‹ und ›überzärtlich‹ sein und auch mich von jeder Schuld freisprechen. Natürlich gelingt Dir das letztere nur scheinbar (mehr willst Du ja auch nicht), und es ergibt sich zwischen den Zeilen trotz aller ›Redensarten‹ von Wesen und Natur und Gegensatz und Hilflosigkeit, daß eigentlich ich der Angreifer gewesen bin, während alles, was Du getrieben hast, nur Selbstwehr war. Jetzt hättest Du also schon durch Deine Unaufrichtigkeit genug erreicht, denn Du hast dreierlei bewiesen, erstens daß Du unschuldig bist, zweitens daß ich schuldig bin und drittens daß Du aus lauter Großartigkeit bereit bist, nicht nur mir zu verzeihn, sondern, was mehr und weniger ist, auch noch zu beweisen und es selbst glauben zu wollen, daß ich, allerdings entgegen der Wahrheit, auch unschuldig bin. Das könnte Dir jetzt schon genügen, aber es genügt Dir noch nicht. Du hast es Dir nämlich in den Kopf gesetzt, ganz und gar von mir leben zu wollen. Ich gebe zu, daß wir miteinander kämpfen, aber es gibt zweierlei Kampf. Den ritterlichen Kampf, wo sich die Kräfte selbständiger Gegner messen, jeder bleibt für sich, verliert für sich, siegt für sich. Und den Kampf des Ungeziefers, welches nicht nur sticht, sondern gleich auch zu seiner Lebenserhaltung das Blut saugt. Das ist ja der eigentliche Berufssoldat und das bist Du. Lebensuntüchtig bist Du; um es Dir aber darin bequem, sorgenlos und ohne Selbstvorwürfe einrichten zu können, beweist Du, daß ich alle Deine Lebenstüchtigkeit Dir genommen und in meine Taschen gesteckt habe. Was kümmert es Dich jetzt, wenn Du lebensuntüchtig bist, ich habe ja die Verantwortung. Du aber streckst Dich ruhig aus und läßt Dich, körperlich und geistig, von mir durchs Leben schleifen. Ein Beispiel: Als Du letzthin heiraten wolltest, wolltest Du, das gibst Du ja in diesem Brief zu, gleichzeitig nicht heiraten, wolltest aber, um Dich nicht anstrengen zu müssen, daß ich Dir zum Nichtheiraten verhelfe, indem ich wegen der ›Schande‹, die die Verbindung meinem Namen machen würde, Dir diese Heirat verbiete. Das fiel mir nun aber gar nicht ein. Erstens wollte ich Dir hier wie auch sonst nie ›in Deinem Glück hinderlich sein‹, und zweitens will ich niemals einen derartigen Vorwurf von meinem Kind zu hören bekommen. Hat mir aber die Selbstüberwindung, mit der ich Dir die Heirat freistellte, etwas geholfen? Nicht das Geringste. Meine Abneigung gegen die Heirat hätte sie nicht verhindert, im Gegenteil, es wäre an sich noch ein Anreiz mehr für Dich gewesen, das Mädchen zu heiraten, denn der ›Fluchtversuch‹, wie Du Dich ausdrückst, wäre ja dadurch vollkommen geworden. Und meine Erlaubnis zur Heirat hat Deine Vorwürfe nicht verhindert, denn Du beweist ja, daß ich auf jeden Fall an Deinem Nichtheiraten schuld bin. Im Grunde aber hast Du hier und in allem anderen für mich nichts anderes bewiesen, als daß alle meine Vorwürfe berechtigt waren und daß unter ihnen noch ein besonders berechtigter Vorwurf gefehlt hat, nämlich der Vorwurf der Unaufrichtigkeit, der Liebedienerei, des Schmarotzertums. Wenn ich nicht sehr irre, schmarotzest Du an mir auch noch mit diesem Brief als solchem.«

    Darauf antworte ich, daß zunächst dieser ganze Einwurf, der sich zum Teil auch gegen Dich kehren läßt, nicht von Dir stammt, sondern eben von mir. So groß ist ja nicht einmal Dein Mißtrauen gegen andere, wie mein Selbstmißtrauen, zu dem Du mich erzogen hast. Eine gewisse Berechtigung des Einwurfes, der ja auch noch an sich zur Charakterisierung unseres Verhältnisses Neues beiträgt, leugne ich nicht. So können natürlich die Dinge in Wirklichkeit nicht aneinanderpassen, wie die Beweise in meinem Brief, das Leben ist mehr als ein Geduldspiel; aber mit der Korrektur, die sich durch diesen Einwurf ergibt, einer Korrektur, die ich im einzelnen weder ausführen kann noch will, ist meiner Meinung nach doch etwas der Wahrheit so sehr Angenähertes erreicht, daß es uns beide ein wenig beruhigen und Leben und Sterben leichter machen kann.
    Franz


    Hat nun der Sohn seinen Konflikt mit dem Vater schreibend bewältigt? Ein bisschen versöhnlich klingt wenigstens der allerletzte Satz ...
     

    Den ganzen Text findet man hier: http://gutenberg.spiegel.de/buch/169/1
    #60Verfassermars (236327) 15 Jun. 13, 10:18
    Kommentar
    @ mars : je trouve cette lettre de Kafka très intéressante : Le père envoie des messages contradictoires à son fils. Il le culpabilise, puis tente de le rassurer. Il lui fait endosser la responsabilité de ses échecs et de son mal-être (Certaines mères le font aussi en reprochant par exemple à leurs enfants de les avoir entravées dans leur carrière professionnelle). Le fils voudrait rétablir une communication plus saine avec son père, mais n'y parvient pas, parce que le père n'entend que ce qui l'arrange.

    den Kampf des Ungeziefers, welches nicht nur sticht, sondern gleich auch zu seiner Lebenserhaltung das Blut saugt.

    Cette vermine me fait penser à La Métamorphose

    Siehe auch: ’S Kaffeehaus XII - #248 (248-249)
    _______________________

    Quand la fille hait sa mère. Pendant qu'Agamemnon se bat en Troade, Clytemnestre prend un amant, Egisthe. Tous deux assassinent traîtreusement Agamemnon, lorsque celui-ci revient à Mycènes, une fois la guerre terminée. Electre, fille d'Agamemnon et de Clytemnestre, sait tout cela et veut venger son père. Elle incite son frère Oreste à assassiner leur mère et Egisthe.

    J'ai déjà présenté la pièce de Jean Giraudoux (1882-1944) dans un Kaffeehaus précédent:

    Siehe auch: ‘S Kaffeehaus XV - #80 (80)

    Dans la scène 5 de l'acte 2 ; Electre affronte sa mère qui lui demande de la comprendre au nom de la solidarité féminine. Elle lui dit en face qu'elle la hait et que pour rien au monde elle ne voudrait lui ressembler en quoi que ce soit.

    Texte intégral : http://fr.calameo.com/read/0000093239774f71c7996

    lire les pages 170-174
    Faire avancer les flèches en bas sur la ligne pour trouver la page plus vite, utiliser la loupe.

    http://www.latribunedelart.com/spip.php?page=...
    Clytemnestre poursuivie par Oreste et Electre

    http://www.dailymotion.com/video/xtqk13_elect...
    #61VerfasserClélia (601872) 15 Jun. 13, 12:39
    Kommentar
    Clélia, du fühltest dich durch Kafkas „Brief an den Vater“ zu Recht an Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ erinnert, in der bekanntlich Gregor Samsa eines „Morgens aus unruhigen Träumen erwachte“ und sich in seinem Bett zu einem „ungeheueren Ungeziefer verwandelt“ vorfand. Die Familie ist zunächst schockiert und ratlos, wird dann aber immer feindseliger gegenüber dem Tier. Besonders aggressiv ist dabei der Vater, wie zum Beispiel der folgende Auszug gegen Ende des 2. Kapitels zeigt:

    Er [der Vater] wußte wohl selbst nicht, was er vor hatte; immerhin hob er die Füße ungewöhnlich hoch, und Gregor staunte über die Riesengröße seiner Stiefelsohlen. Doch hielt er sich dabei nicht auf, er wußte ja noch vom ersten Tage seines neuen Lebens her, daß der Vater ihm gegenüber nur die größte Strenge für angebracht ansah. Und so lief er vor dem Vater her, stockte, wenn der Vater stehen blieb, und eilte schon wieder vorwärts, wenn sich der Vater nur rührte. So machten sie mehrmals die Runde um das Zimmer, ohne daß sich etwas Entscheidendes ereignete, ja ohne daß das Ganze infolge seines langsamen Tempos den Anschein einer Verfolgung gehabt hätte. Deshalb blieb auch Gregor vorläufig auf dem Fußboden, zumal er fürchtete, der Vater könnte eine Flucht auf die Wände oder den Plafond für besondere Bosheit halten. Allerdings mußte sich Gregor sagen, daß er sogar dieses Laufen nicht lange aushalten würde, denn während der Vater einen Schritt machte, mußte er eine Unzahl von Bewegungen ausführen. Atemnot begann sich schon bemerkbar zu machen, wie er ja auch in seiner früheren Zeit keine ganz vertrauenswürdige Lunge besessen hatte. Als er nun so dahintorkelte, um alle Kräfte für den Lauf zu sammeln, kaum die Augen offenhielt; in seiner Stumpfheit an eine andere Rettung als durch Laufen gar nicht dachte; und fast schon vergessen hatte, daß ihm die Wände freistanden, die hier allerdings mit sorgfältig geschnitzten Möbeln voll Zacken und Spitzen verstellt waren – da flog knapp neben ihm, leicht geschleudert, irgend etwas nieder und rollte vor ihm her. Es war ein Apfel; gleich flog ihm ein zweiter nach; Gregor blieb vor Schrecken stehen; ein Weiterlaufen war nutzlos, denn der Vater hatte sich entschlossen, ihn zu bombardieren.

    Aus der Obstschale auf der Kredenz hatte er sich die Taschen gefüllt und warf nun, ohne vorläufig scharf zu zielen, Apfel für Apfel. Diese kleinen roten Äpfel rollten wie elektrisiert auf dem Boden herum und stießen aneinander. Ein schwach geworfener Apfel streifte Gregors Rücken, glitt aber unschädlich ab. Ein ihm sofort nachfliegender drang dagegen förmlich in Gregors Rücken ein; Gregor wollte sich weiterschleppen, als könne der überraschende unglaubliche Schmerz mit dem Ortswechsel vergehen; doch fühlte er sich wie festgenagelt und streckte sich in vollständiger Verwirrung aller Sinne. Nur mit dem letzten Blick sah er noch, wie die Tür seines Zimmers aufgerissen wurde, und vor der schreienden Schwester die Mutter hervoreilte, im Hemd, denn die Schwester hatte sie entkleidet, um ihr in der Ohnmacht Atemfreiheit zu verschaffen, wie dann die Mutter auf den Vater zulief und ihr auf dem Weg die aufgebundenen Röcke einer nach dem anderen zu Boden glitten, und wie sie stolpernd über die Röcke auf den Vater eindrang und ihn umarmend, in gänzlicher Vereinigung mit ihm – nun versagte aber Gregors Sehkraft schon – die Hände an des Vaters Hinterkopf um Schonung von Gregors Leben bat.

    Die schwere Verwundung Gregors, an der er über einen Monat litt – der Apfel blieb, da ihn niemand zu entfernen wagte, als sichtbares Andenken im Fleische sitzen – , schien selbst den Vater daran erinnert zu haben, daß Gregor trotz seiner gegenwärtigen traurigen und ekelhaften Gestalt ein Familienmitglied war, das man nicht wie einen Feind behandeln durfte, sondern dem gegenüber es das Gebot der Familienpflicht war, den Widerwillen hinunterzuschlucken und zu dulden, nichts als zu dulden ...


    Als Symbole sind diese Äpfel mit dem biblischen Baum der Erkenntnis, dem verlorenen Paradies und der Erbsünde in Verbindung gebracht worden. Ich will das hier aber nicht vertiefen …

    #62Verfassermars (236327) 15 Jun. 13, 21:54
    Kommentar
    Clélia, ich möchte nun auf deinen reichhaltigen Beitrag zu „Iphigenie“ eingehen. In Deutschland wird Euripides auch gelesen, aber noch häufiger Goethes „Iphigenie auf Tauris“. An Goethes Stück wird dabei oft der Gedanke eines sittlichen und schönen Menschentums gelobt, der ja einen deutlichen Kontrast zu der barbarischen Vorgeschichte bildet. „Auch der Barbarenkönig ist vornehm und verzeiht“, schreibt der Goethe-Biograph Richard Friedenthal …

    Etwas kritischer, aber im Ganzen doch zustimmend äußerte sich Friedrich Schiller in einem Brief an Ch. G. Körner im Januar 1802:

    „Hier wollen wir im nächsten Monat Goethes Iphigenia aufs Theater bringen; bei diesem Anlaß habe ich sie auf’s neue mit Aufmerksamkeit gelesen, weil Goethe die Nothwendigkeit fühlt, einiges darin zu verändern. Ich habe mich sehr gewundert, daß sie auf mich den günstigen Eindruck nicht mehr gemacht hat, wie sonst; ob es gleich immer ein seelenvolles Product bleibt. Sie ist aber so erstaunlich modern und ungriechisch, daß man nicht begreift, wie es möglich war, sie jemals einem griechischen Stück zu vergleichen. Sie ist ganz nur sittlich; aber die sinnliche Kraft, das Leben, die Bewegung und alles, was ein Werk zu einem ächten dramatischen specificirt, geht ihr sehr ab. Goethe hat selbst mir schon längst zweideutig davon gesprochen - aber ich hielt es nur für eine Grille, wo nicht gar für Ziererei; bei näherem Ansehen aber hat es sich mir auch so bewährt. Indessen ist dieses Product in dem Zeitmoment, wo es entstand, ein wahres Meteor gewesen, und das Zeitalter selbst, die Majorität der Stimmen, kann es auch jetzt noch nicht übersehen; auch wird es durch die allgemeinen hohen poetischen Eigenschaften, die ihm ohne Rücksicht auf seine dramatische Form zukommen, bloß als ein poetisches Geisteswerk betrachtet, in allen Zeiten unschätzbar bleiben.“

    #63Verfassermars (236327) 16 Jun. 13, 13:17
    Kommentar
    mars, 62 : Cet extrait de La Métamorphose prend tout son sens quand on connaît un peu mieux les relations conflictuelles de Kafka avec son père. Il est terrifiant !

    Un récit moyenâgeux (en français moderne) que j'aime beaucoup : La Housse partie (= La couverture partagée en deux)

    Donner de son vivant toute sa fortune à ses enfants : une très mauvaise idée. Peu à peu, la présence dans leur foyer d'un père vieillissant leur devient insupportable et ils se mettent à souhaiter ardemment qu'il débarrasse enfin le plancher*, oubliant qu'ils vieilliront eux aussi !
    Tiré des Contes du Moyen Âge français, Georges et Marcelle Huisman, Paris, Nathan, 1958):

    http://eprimaire.free.fr/contes/tradi/ma319.html
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Georges_Huisman
    http://www.idixa.net/Imag1/IB/gogh-vieillard-...


    *http://fr.wiktionary.org/wiki/d%C3%A9barrasse...

    Sur le même thème :
    Siehe auch: Das Schatzkästlein des leonidischen Hausfreunds - #236 (236)
    __________

    Remarque : le texte contient des erreurs :

    Au lieu de :

    Père, père, dit-il, allez-vous-en. Nous n'avons que faire de vous : allez vous punir ailleurs ! Voilà plus de douze ans que vous mangez de notre pain. Maintenant, allez donc vous loger où bon vous semblera !

    Il faut lire :

    Père, père, dit-il, allez-vous-en. Nous n'avons que faire de vous : allez vous pourvoir ailleurs ! Voilà plus de douze ans que vous mangez de notre pain. Maintenant, allez donc vous loger où bon vous semblera !

    ___________

    Au lieu de :

    L'enfant cherche la couverture, prend la plus grande et la lus neuve, la lie en deux par le milieu, et la partage avec son couteau.

    il faut lire :

    L'enfant cherche la couverture, prend la plus grande et la plus neuve, la plie en deux par le milieu, et la partage avec son couteau.
    #64VerfasserClélia (601872) 17 Jun. 13, 07:45
    Kommentar
    Clélia, du hast im Beitrag 55 Aznavour als père Goriot verlinkt. Ich will auf den Roman Balzacs zurückkommen, denn er passt natürlich sehr gut zu unserem Thema des Eltern-Kind-Verhältnisses, und schon im Titel taucht der „Vater“ auf.

    Der Leser lernt in diesem Werk der Comédie Humaine eine skrupellose, geldgierige Gesellschaft kennen, und vor allem wird ihm vorgeführt, wie das Gegenteil autoritären Vater-Verhaltens in den Untergang führen kann. Goriot, der von seinen Töchtern nur beansprucht, als der "petit chien" in ihrer Nähe sein zu dürfen, begibt sich damit in eine wortwörtlich hündische Abhängigkeit und muss schließlich auch "comme un chien“ sterben. Aber noch auf dem Sterbebett wünscht er, obwohl er seine Töchter durchschaut hat, ihre Anwesenheit herbei.

    „Ah ! si j’étais riche, si j’avais gardé ma fortune, si je ne la leur avais pas donnée, elles seraient là, elles me lècheraient les joues de leurs baisers ! je demeurerais dans un hôtel, j’aurais de belles chambres, des domestiques, du feu à moi ; et elles seraient tout en larmes, avec leurs maris, leurs enfants. J’aurais tout cela. Mais rien. L’argent donne tout, même des filles. Oh ! mon argent, où est-il ? Si j’avais des trésors à laisser, elles me panseraient, elles me soigneraient ; je les entendrais, je les verrais … Elles ont toutes les deux des coeurs de roche. J’avais trop d’amour pour elles pour qu’elles en eussent pour moi. Un père doit être toujours riche, il doit tenir ses enfants en bride comme des chevaux sournois. Et j’étais à genoux devant elles. Les misérables ! elles couronnent dignement leur conduite envers moi depuis dix ans. Si vous saviez comme elles étaient aux petits soins pour moi dans les premiers temps de leur mariage ! (Oh ! je souffre un cruel martyre !) (http://beq.ebooksgratuits.com/balzac/Balzac-39.pdf )

    Die übertriebene Liebe des Vaters für seine Töchter wird auf diese Weise radikal ad absurdum geführt!

    #65Verfassermars (236327) 17 Jun. 13, 13:36
    Kommentar
    Das Verhalten des père Goriot wird manchmal mit dem von König Lear in der Tragödie Shakespeares verglichen. Aber die Unterschiede sind nicht zu übersehen: Goriot opfert sein Vermögen, um den gesellschaftlichen Aufstieg seiner Töchter zu fördern, zieht aber nicht die eine der anderen vor. Bei Lear sieht es anders aus: Die ihm schmeichelnden Töchter Goneril und Reagan erhalten das ganze Erbe, während die jüngste, Cordelia, sein bisheriger Liebling, leer ausgeht, weil sie sich nicht zu scheinheiliger Heuchelei entschließen kann. Schnell zeigen sich die Konsequenzen dieser unüberlegten Handlungsweise. Lear hatte sich vorbehalten, dass er mit kleiner Hofhaltung je einen Monat bei Goneril und Regan verweilt. Doch die Schwestern, denen der Greis mit seiner Gefolgschaft und seinem „launischen Alter“ sehr bald lästig wird, verschließen ihm ihre Tore. Gonerils und Regans Kälte gegenüber ihrem Vater steigert sich derart, dass sie es dulden, den alten hilflosen Mann, dessen Verstand sich verzweifelt gegen den aufkeimenden Wahnsinn wehrt, bei Sturm, Blitz und Donner auf die Heide hinausirren zu lassen. Hier entlädt sich im Gleichklang mit dem Aufruhr der Elemente der ganze, bisher nur mühsam unterdrückte Zorn Lears auf die undankbaren Töchter. Er möchte am liebsten „den ganzen Schöpfungskeim“ des undankbaren Menschengeschlechtes auf einmal vernichtet sehen. Und seine Ausbrüche nehmen mehr und mehr den Charakter des Wahnsinns an, bis er schließlich tatsächlich in ihn verfällt. (http://shakespeare.mit.edu/lear/full.html )
    #66Verfassermars (236327) 17 Jun. 13, 22:07
    Kommentar
    Merci mars pour ton analyse du Père Goriot et ta présentation du roi Lear. Ces œuvres célèbres, tout comme les tragédies grecques, montrent bien à quel point les relations parents-enfants sont complexes. Les membres d'une même famille sont en proie à des sentiments mélangés et contradictoires qui les déroutent et souvent les aveuglent.

    ____________

    Dans son roman intitulé Alberte, Pierre Benoit (1886-1862), met en scène une belle quadragénaire qui tombe amoureuse du fiancé de sa fille.
    Siehe auch: S'Kaffeehaus XVI - #208 (208)

    ___________________

    Quand père et fils ne se ressemblent pas !

    Le père : un brave tourneur de tuyaux de pipes, travailleur comme une abeille qui se met au travail dès que le coq chante.
    Le fils : il n’a aucune envie de devenir tourneur de tuyaux de pipes comme son père, ni greffier au tribunal comme son oncle, il veut se faire paresseux et a toutes les dispositions requises pour cette étrange profession !

    « Paresseux, toi ?… fit le père, un brave tourneur de tuyaux de pipe, diligent comme une abeille et assis devant son tour dès que le coq chantait… Toi, paresseux ?… En voilà une invention ! »

    — Oui, mon père, je veux me faire paresseux… comme Sidi Lakdar…

    — Point du tout, mon garçon. Tu seras tourneur comme ton père, ou greffier au tribunal du Cadi comme ton oncle Ali, mais jamais je ne ferai de toi un paresseux… Allons, vite, à l’école ; ou je te casse sur les côtes ce beau morceau de merisier tout neuf… Arri, bourriquot ! »

    En face du merisier, l’enfant n’insista pas et feignit d’être convaincu ; mais, au lieu d’aller à l’école, il entra dans un bazar maure, se blottit à la devanture d’un marchand, entre deux piles de tapis de Smyrne, et resta là tout le jour, étendu sur le dos, regardant les lanternes mauresques, les bourses de drap bleu, les corsages à plastrons d’or qui luisaient au soleil, et respirant l’odeur pénétrante des flacons d’essence de rose et des bons burnous de laine chaude. Ce fut ainsi désormais qu’il passa tout le temps de l’école…

    Au bout de quelques jours, le père eut vent de la chose : mais il eut beau crier, tempêter, ... et frotter les reins du petit homme avec tous les merisiers de sa boutique, rien n’y fit. L’enfant s’entêtait à dire : « Je veux être paresseux… je veux être paresseux », et toujours on le trouvait étendu dans quelque coin.


    Alphonse Daudet, La Figue et le Paresseux (1840 – 1897)

    Toute l'histoire :
    http://fr.wikisource.org/wiki/La_Figue_et_le_...
    #67VerfasserClélia (601872) 18 Jun. 13, 08:34
    Kommentar
    Iphigenie

    Du hast Wolken, gnädige Retterin,
    Einzuhüllen unschuldig Verfolgte,
    Und auf Winden dem ehrnen Geschick sie
    Aus den Armen, über das Meer,
    Über der Erde weiteste Strecken,
    Und wohin es dir gut dünkt, zu tragen.
    Weise bist du und siehest das Künftige;
    Nicht vorüber ist dir das Vergangne,
    Und dein Blick ruht über den Deinen,
    Wie dein Licht, das Leben der Nächte,
    Über der Erde ruhet und waltet.
    O enthalte vom Blut meine Hände!
    Nimmer bringt es Segen und Ruhe;
    Und die Gestalt des zufällig Ermordeten
    Wird auf des traurig-unwilligen Mörders
    Böse Stunden lauern und schrecken.

    Denn die Unsterblichen lieben der Menschen
    Weit verbreitete gute Geschlechter,
    Und sie fristen das flüchtige Leben
    Gerne dem Sterblichen, wollen ihm gerne
    Ihres eigenen, ewigen Himmels
    Mitgenießendes fröhliches Anschaun
    Eine Weile gönnen und lassen.

    Johann Wolfgang von Goethe, gest. 1832
    #68Verfasseroopsy (491382) 18 Jun. 13, 09:30
    Kommentar
    Ich möchte einmal auf einen Fall zu sprechen kommen, in denen ein Schriftsteller offenbar wenig Probleme im Elternhaus hatte. Auch so etwas gehört ja zu unserem Eltern-Kind-Thema! ...

    Heinrich Heine schrieb zum Beispiel im „Buch Le Grand“: „Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt, und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zu Muthe. Ich bin dort geboren und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehn. Und wenn ich sage nach Hause gehn, dann meine ich die Bolkerstraße und das Haus, worin ich geboren bin …“

    Und richtig herzig ist das folgende Gedicht von Heine (1897 – 1856) :

    Mein Kind, wir waren Kinder

    Mein Kind, wir waren Kinder,
    Zwei Kinder, klein und froh;
    Wir krochen ins Hühnerhäuschen,
    Versteckten uns unter das Stroh.
     
    Wir krähten wie die Hähne,
    Und kamen Leute vorbei -
    "Kikereküh!" sie glaubten,
    Es wäre Hahnengeschrei.
     
    Die Kisten auf unserem Hofe,
    Die tapezierten wir aus,
    Und wohnten drin beisammen,
    Und machten ein vornehmes Haus.
     
    Des Nachbars alte Katze
    Kam öfters zum Besuch;
    Wir machten ihr Bückling' und Knickse
    Und Komplimente genug.
     
    Wir haben nach ihrem Befinden
    Besorglich und freundlich gefragt;
    Wir haben seitdem dasselbe
    Mancher alten Katze gesagt.
     
    Wir saßen auch oft und sprachen
    Vernünftig, wie alte Leut',
    Und klagten, wie alles besser
    Gewesen zu unserer Zeit;
     
    Wie Lieb' und Treu' und Glauben
    Verschwunden aus der Welt,
    Und wie so teuer der Kaffee,
    Und wie so rar das Geld! ---
     
    Vorbei sind die Kinderspiele,
    Und alles rollt vorbei -
    Das Geld und die Welt und die Zeiten,
    Und Glauben und Lieb' und Treu'.

    #69Verfassermars (236327) 18 Jun. 13, 11:39
    Kommentar
    On nous propose un nouveau thème, celui de la musique. Il sera, à mon avis, plus difficile de trouver des textes en prose sur ce sujet que sur celui des relations parents-enfants, mais nous pouvons toujours essayer:

    Le piano que baise une main frêle

    Le piano que baise une main frêle
    Luit dans le soir rose et gris vaguement,
    Tandis qu’un très léger bruit d’aile
    Un air bien vieux, bien faible et bien charmant
    Rôde discret, épeuré quasiment,
    Par le boudoir longtemps parfumé d’Elle.

    Qu’est-ce que c’est que ce berceau soudain
    Qui lentement dorlote mon pauvre être ?
    Que voudrais-tu de moi, doux Chant badin ?
    Qu’as-tu voulu, fin refrain incertain
    Qui vas tantôt mourir vers la fenêtre
    Ouverte un peu sur le petit jardin ?


    Paul Verlaine (1844-1896)

    __________________

    Tiré de Pot-Bouille, d'Emile Zola ((1840 – 1902)

    Ce soir-là, il y avait réception et concert chez les Duveyrier...

    Lorsqu’ils entrèrent, on s’écrasait déjà chez les Duveyrier. Le piano à queue, énorme, tenait tout un panneau du salon, devant lequel les dames se trouvaient rangées, sur des files de chaises, comme au théâtre ; et deux flots épais d’habits noirs débordaient, aux portes laissées grandes ouvertes de la salle à manger et du petit salon. Le lustre et les appliques, les six lampes posées sur des consoles, éclairaient d’une clarté aveuglante de plein jour la pièce blanc et or, dans laquelle tranchait violemment la soie rouge du meuble et des tentures. Il faisait chaud, les éventails soufflaient, de leur haleine régulière, les pénétrantes odeurs des corsages et des épaules nues...

    Alors, Clotilde Duveyrier attaqua un nocturne de Chopin, d’une extrême difficulté d’exécution. Grande et belle, avec de magnifiques cheveux roux, elle avait un visage long, d’une pâleur et d’un froid de neige ; et, dans ses yeux gris, la musique seule allumait une flamme, une passion exagérée, dont elle vivait, sans aucun autre besoin d’esprit ni de chair.

    Texte intégral:
    http://fr.wikisource.org/wiki/Pot-Bouille/5

    Siehe auch: S'KAFFEEHAUS IX - #76 (76)
    #70VerfasserClélia (601872) 19 Jun. 13, 09:31
    Kommentar
    Clélia, ich habe das Musikthema zwar angeregt, aber nicht daran gedacht, sofort mit ihm zu beginnen. Zum Thema Eltern-Kind ist, finde ich, noch längst nicht alles gesagt. Vor allem möchte ich unter anderen noch literarische Texte vorstellen, die zeigen, dass das Verhältnis der Generationen auch sehr harmonisch sein kann. Zu ihnen rechne ich das folgende Gedicht von Matthias Claudius (1740-1815), in dem von vornherein die Voraussetzungen für eine gute Beziehung sehr günstig erscheinen, auch wenn eine "Kleinigkeit" noch fehlt ...

    Anselmuccio

    Ist gar ein holder Knabe, er!
    Als ob er’s Bild der Liebe wär.
    Sieht freundlich aus, und weiß und rot,
    Hat große Lust an Butterbrot,
    Hat blaue Augen, gelbes Haar,
    Und Schelm im Nacken immerdar,
    Hat Arm’ und Beine, rund und voll!
    Und alles, wie man’s haben soll.
    Nur eines fehlt dir, lieber Knabe!
    Eins nur: Dass ich dich noch nicht habe.


    #71Verfassermars (236327) 19 Jun. 13, 13:26
    Kommentar
    Im Zusammenhang mit dem Thema „Geheimnisse in der Literatur“ ging ich im Beitrag 11 bereits auf die Novelle „Das Feuerschiff" von Siegfried Lenz (1960) ein. Doch sie ist ebenfalls ein gutes literarisches Beispiel dafür, dass sich das Verhältnis zwischen einem Vater und seinem Sohn auch positiv entwickeln kann.

    Auf einem in der Ostsee vor Anker liegenden Feuerschiff nimmt der Kapitän, Johann Freytag vermeintlich Schiffbrüchige an Bord. Als die bewaffnete Bande die Besatzung bedroht, lässt der Kapitän sie zunächst gewähren, um niemanden in Gefahr zu bringen. Wegen seines nachgiebigen Umgangs mit den Gangstern wirft ihm sein Sohn Fred vor, wie früher schon in einer wichtigen Situation feige zu sein. Er wollte eigentlich nicht mit an Bord, und schon auf der dritten Seite der Novelle heißt es:

    „Fred musterte den Alten mit einem gehetzten, feinseligen Blick aus den Augenwinkeln. Er redete ihn nicht an; er stellte sich neben ihn und wartete in einer Haltung schweigsamer Feindseligkeit."

    Die Gangster fordern, mit dem Feuerschiff selbst an Land gebracht zu werden, doch der Kapitän verweigert auch dies, da das Feuerschiff seine Position auf See halten muss, um die Schifffahrt nicht zu gefährden. Dem Anführer der Verbrecher, Caspary, gelingt es, durch Drohung und Bestechung einige Besatzungsmitglieder für seinen Plan zu gewinnen. Als sich die Mannschaft zum Lichten der Anker versammelt, geht der Kapitän trotz Warnungen ruhig auf die Gangster zu, bis er durch einen Bauchschuss niedergestreckt wird. Daraufhin ersticht sein Sohn den Schützen und die Mannschaft greift ein, überwältigt die Gangster und übergibt sie der Polizei. Fred versteht nun die Haltung seines Vaters und respektiert ihn. Die letzten Worte der Novelle lauten:

    „Fahren wir, Fred?“
    „Nein, Vater“ sagte der Junge.
    „Alles in Ordnung?“
    „Alles“, sagte der Junge.


    #72Verfassermars (236327) 20 Jun. 13, 09:27
    Kommentar
    Ich weite das Eltern-Kind-Thema einmal auf die Generation der Großeltern aus. Denn Peter Härtling hat dazu ein eindrucksvolles Buch geschrieben: “Oma“. (Beltz-Verlag und dtv). Hier der Anfang des Buches, das den Deutschen Jugendbuchpreis erhielt:

    „Mit siebenundsechzig Jahren ist man alt, behaupten die Leute. Oma bestreitet das. Sie sagt immer - und das sagen eine Menge alter Leute -, man ist so jung, wie man sich fühlt.
    Oma fühlte sich ziemlich jung. Sie sagte auch, ich bin auBen ein altes Weib und innen drin ein Mâdchen. Wer sie gut kannte, glaubte ihr das. Oma hatte nicht viel Geld, schimpfte manchmal über die kleine Rente und über ihren verstorbenen Mann, der auch keine Größe gewesen sei, doch sie lachte lieber, als daß sie schimpfte. Und sie verstand sich einzurichten. Ihre Wohnung in München war klein und fast so alt wie sie. Die Couch war schon ein paarmal unter zu schweren Gasten zusammengekracht. Der Ölofen war der einzige neue Gegenstand, und mit ihm kam sie nicht zurecht. Sie fürchtete, eines Tages mit ihm in die Luft zu fliegen. Wenn er anfing zu blubbern, redete sie auf ihn ein, als wäre er ein störrischer Esel. Sie redete überhaupt gern mit sich selbst und mit den Sachen, die um sie herum waren. Daran mußten sich Leute, die sie nicht gut kannten, erst gewöhnen. Denn selbst in Unterhaltungen fing sie manchmal an, mit sich selber zu reden, und wenn der andere sie dann erstaunt ansah, schüttelte sie bloß den Kopf, ihn hatte sie ja gar nicht gemeint.“


    Und diese Oma nimmt ihren Enkel Kalle, fünf Jahre, auf, der seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat! Sie leben zusammen, unternehmen eine Reise, meistern die eine oder andere Hürde. Das ist aber keine heile Oma-Enkel-Welt, denn, so schreibt Lothar Schröder in rp-online, „niemand hat Kalle davor gewarnt, wie peinlich es werden kann, wenn die Oma am Nachmittag im Hof auftaucht und einen Streit der Kinder zu schlichten versucht. Und dass Vieles an Oma eben anders ist als bei anderen Leuten. Wogegen der Oma keiner verraten hat, dass ihre Geschichten von früher möglicherweise gar nicht so spannend sind, wie sie immer dachte; und wie peinlich es für sie ist, beim Schnäpschen erwischt zu werden, weil die Angst wieder zu groß geworden ist die Angst vor der Erziehungsaufgabe, manchmal auch nur die Angst vor dem nächsten Tag.

    Dennoch: Kalle und Oma raffen sich auf, das Leben zu bestehen. Zu zweit. Das ist nicht nur ernst und bedrückend, sondern viel öfter anregend und wirklich herzerfrischend. Etwa Omas Sturz in eine Grube, über den der Junge nur lachen kann und damit Folgendes auslöst: „Erst kniete Oma, dann stand sie auf, dann wischte sie den Rock ab, dann knallte sie Kalle eine.“ Aber es geht auch andersrum, denn Kalle ist die beste Medizin gegen Wehwehchen. Auch das weiß Oma."

    Ist das nicht ein schönes Buch zum Großmutter-Enkel-Verhältnis? Ich habe es einmal eine 5. Klasse lesen lassen und die Schüler dann angeregt, jetzt ein Oma²-Werk zu verfassen, indem sie sog. Leerstellen füllten, das heißt Szenen gestalteten, die im Buch fehlen, dort aber durchaus vorkommen könnten. Zum Ergebnis vielleicht später etwas.

    #73Verfassermars (236327) 21 Jun. 13, 09:07
    Kommentar
    mars, 73 : J'ai lu ce livre avec plaisir il y a quelques années.

    Un touchant portrait de grand-mère dans Pêcheur d'Islande de Pierre Loti :

    Un jeune soldat, Sylvestre Moan, est mort en Chine, après une affreuse agonie. Sa grand-mère qui l'aime tendrement ne le sait pas encore ...

    C’était un printemps ... tiède, suave, troublant, avec de légers bourdonnements de mouches, des senteurs de plantes nouvelles.

    Et tout cela ...continuait de sourire à cette vieille grand’mère qui marchait de son meilleur pas pour aller apprendre la mort de son dernier petit-fils. Elle touchait à l’heure terrible où cette chose, qui s’était passée si loin sur la mer chinoise, allait lui être dite ; elle faisait cette course sinistre que Sylvestre au moment de mourir avait devinée et qui lui avait arraché ses dernières larmes d’angoisse : sa bonne vieille grand’mère, mandée à l’Inscription de Paimpol pour apprendre qu’il était mort ! – Il l’avait vue très nettement passer, sur cette route, s’en allant bien vite, droite, avec son petit châle brun, son parapluie et sa grande coiffe. Et cette apparition l’avait fait se soulever et se tordre avec un déchirement affreux, tandis que l’énorme soleil rouge de l’Équateur, qui se couchait magnifiquement, entrait par le sabord de l’hôpital pour le regarder mourir.

    Seulement, de là-bas, lui, dans sa vision dernière, s’était figuré sous un ciel de pluie cette promenade de pauvre vieille, qui, au contraire, se faisait au gai printemps moqueur…

    En approchant de Paimpol, elle se sentait devenir plus inquiète, et pressait encore sa marche.

    La voilà dans la ville grise, dans les petites rues de granit où tombait ce soleil, donnant le bonjour à d’autres vieilles, ses contemporaines, assises à leur fenêtre. Intriguées de la voir, elles disaient :

    — Où va-t-elle comme ça si vite, en robe du dimanche, un jour sur semaine ?

    M. le commissaire de l’inscription ne se trouvait pas chez lui. Un petit être très laid, d’une quinzaine d’années, qui était son commis, se tenait assis à son bureau...

    Avec un air d’importance, quand elle lui eut dit son nom, il se leva pour prendre, dans un casier, des pièces timbrées.

    Il y en avait beaucoup… qu’est-ce que cela voulait dire ? Des certificats, des papiers portant des cachets, un livret de marin jauni par la mer, tout cela ayant comme un odeur de mort…

    Il les étalait devant la pauvre vieille, qui commençait à trembler et à voir trouble...

    Il lisait maintenant d’une voix doctorale : « Moan, Jean-Marie-Sylvestre, inscrit à Paimpol, folio 213, numéro matricule 2091, décédé à bord du Bien-Hoa le 14… »

    — Quoi ?… Qu’est-ce qui lui est arrivé, mon bon Monsieur ?…

    — Décédé !… Il est décédé, reprit-il. Mon Dieu, il n’était sans doute pas méchant, ce commis ; s’il disait cela de cette manière brutale, c’était plutôt manque de jugement, inintelligence de petit être incomplet. Et, voyant qu’elle ne comprenait pas ce beau mot, il s’exprima en breton :

    — Marw éo !…

    — Marw éo !… (Il est mort…)

    Elle répéta après lui, avec son chevrotement de vieillesse, comme un pauvre écho fêlé redirait une phrase indifférente.

    C’était bien ce qu’elle avait à moitié deviné, mais cela la faisait trembler seulement ; à présent que c’était certain, ça n’avait pas l’air de la toucher. D’abord sa faculté de souffrir s’était vraiment un peu émoussée, à force d’âge, surtout depuis ce dernier hiver. La douleur ne venait plus tout de suite. Et puis quelque chose se chavirait pour le moment dans sa tête, et voilà qu’elle confondait cette mort avec d’autres : elle en avait tant perdu, de fils !… Il lui fallut un instant pour bien entendre que celui-ci était son dernier, si chéri, celui à qui se rapportaient toutes ses prières, toute sa vie, toute son attente, toutes ses pensées...

    Elle éprouvait une honte aussi à laisser paraître son désespoir devant ce petit monsieur qui lui faisait horreur : est-ce que c’était comme ça qu’on annonçait à une grand’mère la mort de son petit-fils ?… Elle restait debout, devant ce bureau, raidie, torturant les franges de son châle brun avec ses pauvres vieilles mains gercées de laveuse...


    Pierre Loti (1850 – 1923), Pêcheur d'Islande 

    Siehe auch: Drittes Schatzkästlein des leonidischen Haus... - #122
    #74VerfasserClélia (601872) 21 Jun. 13, 09:46
    Kommentar
    Clélia, wie schön, dass du ebenfalls auf das Thema Großmutter – Enkel eingegangen bist!

    Ich komme zurück auf meine Ankündigung, zu dokumentieren, wie meine 5. Klasse ein Oma²-Buch verfasst hat, indem sie sog. Leerstellen füllte, das heißt Szenen gestaltete, die im Buch fehlen, dort aber durchaus vorkommen könnten. Das ist nun keine hohe Literatur mehr, aber ich mochte das entstandene Werk trotzdem. So sah das Inhaltsverzeichnis aus:

    Oma²

    Unsere eigenen Großmütter beurteilen das "Oma"-Buch!
    Wie die Nachbarin Kalle den Tod seiner Eltern beibringt
    Die Diskussion der fremden Onkel und Tanten
    Was bei Oma anders ist
    Kalle schreibt an frühere Freunde
    Ein Gespräch der Oma mit sich und mit Sachen
    Oma diskutiert mit ihrer Schwiegertochter
    Wenn die eigene Großmutter erzählt
    Kalle unterhält sich mit Ralph über Oma
    Wie wir mit Oma und mit Kalle unter vier Augen sprechen würden
    Der Kaffeeklatsch
    Der Prospekt für die Ferien auf dem Bauernhof
    Omas Sturz in eine Rübengrube
    Ferien damals - Ferien heute
    Der Brief der Lehrerin
    Oma "hilft" bei den Hausaufgaben
    Der Schulbericht
    Ein Alptraum der Großmutter
    Oma "erklärt" ein paar Fußballregeln
    Ein Telefongespräch
    Die Antwort auf Kalles Brief an die "Preisvergeber"
    Was Kalle und Oma heute im Fernsehen anschauen würden
    Der Bericht der Fürsorgerin
    Der komische Brief der Tante aus Bottrop und Kalles Antwort
    Kalle beurteilt Oma-Bücher


    Und hier ein konkreter Auszug aus dem Schülerbuch Oma²:

    Kalle hatte, bevor er nach München kam, bestimmt in Düsseldorf ein paar Freunde, denn er ist ein Junge, der es mag, Kameraden zu haben. Sicher hat er ihnen aus seiner neuen Heimat, sobald er schreiben gelernt hatte, Briefe geschickt. Hier einer von ihnen:

    Hallo Willi!

    Ich will dir wieder mal von Oma erzählen. Sie ist toll, aber alt. Es ist ganz anders als bei Mutter, weil zum Beispiel die Oma hat schon die dritten Zähne, di sie am Abend immer in ein Glas Wasser stellt, beim ersten Mal habe ich mich ganz erschreckt, weil ich gedacht habe, die Zähne könnten auch ohne Oma zubeisen. Und bei den Kaufleuten hat sie immer gute Sprüche drauf wie zum Beispiel: „Ihre Tomaten waren ja bei ‚ner Abmagerungskur!“ Omas Wohnung ist auch sehr klein. Ich habe ein eigenes Zimmer, aber tagsüber näht Oma drin. Wir streiten uns auch manchmal, weil Oma immer was an Mutter rumzumeckern hat, obwohl Mutter jetzt schon lange tot ist. Dann verteidige ich Mutter, und so beginnt der Streit. Trotzdem mag ich Oma sehr, es ist gut, dass ich sie habe. Ich habe auch schon viele Freunde, die sind so nett wie Du, Willi.

    Tschüss, Dein Kalle

    P.S. Ich bin in Deutsch nicht gut, und Oma hat mir beim Brief geholfen.


    #75Verfassermars (236327) 22 Jun. 13, 10:18
    Kommentar
    Les Vieux, un joli récit d'Alphonse Daudet (1840 – 1897) mettant en scène un couple de grands-parents très âgés qui n'ont plus revu leur petit-fils depuis dix ans. Celui-ci vit à Paris. Dans une lettre, il prie l'un de ses amis d'aller les voir à sa place :

    ... Il faut que tu me rendes un service, mon ami. Tu vas fermer ton moulin pour un jour et t’en aller tout de suite à Eyguières… Eyguières est un gros bourg à trois ou quatre lieues de chez toi, — une promenade. En arrivant, tu demanderas le couvent des Orphelines. La première maison après le couvent est une maison basse à volets gris avec un jardinet derrière. Tu entreras sans frapper, — la porte est toujours ouverte, — et, en entrant, tu crieras bien fort : « Bonjour, braves gens ! Je suis l’ami de Maurice… » Alors, tu verras deux petits vieux, oh ! mais vieux, vieux, archivieux, te tendre les bras du fond de leurs grands fauteuils, et tu les embrasseras de ma part, avec tout ton cœur, comme s’ils étaient à toi. Puis vous causerez ; ils te parleront de moi, rien que de moi ; ils te raconteront mille folies que tu écouteras sans rire… Tu ne riras pas, hein ?… Ce sont mes grands-parents, deux êtres dont je suis toute la vie et qui ne m’ont pas vu depuis dix ans… Dix ans, c’est long ! Mais que veux-tu ? moi, Paris me tient ; eux, c’est le grand âge… Ils sont si vieux, s’ils venaient me voir, ils se casseraient en route… Heureusement, tu es là-bas, mon cher meunier, et, en t’embrassant, les pauvres gens croiront m’embrasser un peu moi-même… Je leur ai si souvent parlé de nous et de cette bonne amitié dont…

    Le diable soit de l’amitié ! Justement ce matin-là il faisait un temps admirable, mais qui ne valait rien pour courir les routes : trop de mistral et trop de soleil, une vraie journée de Provence. Quand cette maudite lettre arriva, j’avais déjà choisi mon cagnard (abri) entre deux roches, et je rêvais de rester là tout le jour, comme un lézard, à boire de la lumière, en écoutant chanter les pins… Enfin, que voulez-vous faire ? Je fermai le moulin en maugréant, je mis la clef sous la chatière. Mon bâton, ma pipe, et me voilà parti.


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Lettres_de_mon_...

    http://www.parolesmania.com/paroles_jacques_b...
    http://www.youtube.com/watch?v=M-nyLvIuHDU
    #76VerfasserClélia (601872) 22 Jun. 13, 13:12
    Kommentar
    Danke, Clélia, für deine französische Großeltern-Geschichte!

    Zur Abrundung meines eigenen Exkurses zum Großeltern-Enkel-Thema will ich noch ein paar Bücher nennen, in denen dieses Thema im Mittelpunkt steht:

    Elfie Donnelly: "Servus Opa, sagte ich leise". Die Geschichte handelt von einem kleinen Jungen, Michael Nidetzky, und dem Krebstod seines Großvaters. Der sterbende Opa bricht vorherrschende Tabus um Krebs und den Tod auf und ermöglicht seinem Enkel so einen Abschied, bei dem Trauer nicht im Vordergrund steht. Servus Opa, sagte ich leise erhielt 1978 den deutschen Jugendbuchpreis.

    Christine Nöstlinger: "Mister Bats Meisterstück oder die total verjüngte Oma", vom Südwestfunk auch als tolles Hörspiel produziert.

    Kirsten Boie: "Opa steht auf rosa Shorts": Opa braucht wieder eine Frau. Das ist jedenfalls Tines Meinung. Am besten so eine wie Elenis Oma, mit Dauerwelle und Kittelschürze. Aber bevor es Tine gelingt, die Sache zwischen Elenis Oma und ihrem Opa in Gang zu bringen, hat der sich bereits in eine andere verguckt. Und in was für eine!

    Roald Dahl: "Hexen hexen": Das Buch erzählt aus der Perspektive eines Ich-Erzählers die Geschichte eines Jungen, der bei seiner Großmutter in Norwegen lebt. Sie erzählt ihm von „echten Hexen“, die ganz anders sind als im Märchen ...

    Klaus Kordon: "Maltes Großvater wohnt am Meer": Maltes Großvater lebt am Meer. Jedesmal, wenn Malte Ferien hat, freut er sich darauf, ihn zu besuchen. Ein Buch zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken.

    Franziska Kusch: "Können Zähne fliegen?": Oma Anna kann ihre Zähne auf einen Gruppenausflug schicken, sich mit Piets Stofftieren unterhalten und eine Menge andere verrückte Sachen, für die Piets Eltern überhaupt kein Verständnis haben. Aber Piet versteht sich ganz prima mit Oma Anna, obwohl sie sehr krank ist und bald sterben wird. Omas Geheimnisse allerdings-die sterben nicht …

    Entdeckt jemand unter diesen Titeln ein Buch, das er kennt oder das er selbst lesen bzw. verschenken möchte?


    #77Verfassermars (236327) 23 Jun. 13, 09:04
    Kommentar
    "Die berühmtesten Vater-Sohn-Geschichten aus dem alten Berlin“, so nennt der Luchterhand-Verlag Wolfdietrich Schnurres „Roman in Geschichten“ mit dem Titel „Als Vaters Bart noch rot war", erschienen 1958. 

    Ich stelle euch von den 20 Geschichten die fünfte vor, die da heißt: “Wovon man lebt“. In ihr kommt ein Vater-Sohn-Verhältnis im Berlin der kleinen, oft arbeitslosen Leute in den dreißiger Jahren rührend zum Ausdruck. Sie beginnt so:

    JEDESMAL, wenn es auf irgendein Fest zuging, kam eine Zeit, wo mit Vater nichts anzufangen war. Er stand dann seufzend und in Selbstgespräche vertieft, herum, blätterte entschlußlos im Konversationslexikon, kaute, leer vor sich hinstarrend, auf seinen rostfarbenen Schnurrbartenden …Mama war damit (und mit noch einigem anderen) nicht
    fertiggeworden; aber auch Frieda, die dann Mamas Nachfolge antrat, hatte es. nicht immer ganz leicht. Doch es lag meistens an ihr; denn daß Vater so oft arbeitslos war, hatte bestimmt nichts mit Faulheit zu tun; Vater hatte eben nur keine Lust, sich den ganzen Tag von mir zu trennen. «Wie soll ich den Jungen erziehen», sagte er, «wenn ich ihn bloß zum Abendbrot sehe?»


    Um auch das Osterfest schön begehen zu können, verspricht der Vater seinem Sohn Bruno, ein besonders schönes Osterei anzufertigen. Und am Festtag bemüht sich der Sohn stundenlang, das Ei im Gelände um das Haus herum zu finden, vergebens! In der Nacht hört er dann ein Gespräch zwischen seinem Vater und Frieda, die glauben, er schlafe fest neben ihnen. Lest selbst:

    „Es gab keine andere Möglichkeit. Frieda, sag selbst: hat er sich nicht kaputtgefreut über das Ei?»
    «Über das Ei!» äffte Frieda ihn nach; «über was denn für’n Ei?»
    Mir fuhr es plötzlich wie ein Eiszapfen ins Herz.
    «Wenn es das Ei auch nicht gab», sagte Vater, «es war wirklicher als ein wirkliches Ei; man hat ja schon bald selbst dran geglaubt.»
    Einen Augenblick lang dachte ich, sofort Vaters Schulter loslassen und für immer auf und davon rennen zu müssen, egal wohin, nur weg von diesem Mann, der so fürchterlich log und dennoch vorgab, mein Vater zu sein. Aber auch nur einen Augenblick lang; denn dann fuhr er fort:
    «Ihr werdet sehen, Bruno denkt noch an dieses Ei, wenn ein sogenanntes ,normales’ seine Kraft zu erinnern schon hundertfach eingebüßt hätte … Wunschbilder, die nicht in Erfüllung gehen, machen die wahre Glückseligkeit aus.»


    „Idealisten hat es immer gegeben“, schreibt der Autor über seine Gestalten, „weltbewegende große und grashalmbewegende kleine. Hier treten zwei kleinere auf, ein bedingungsloser (der Vater) und ein bedingter (der Sohn). Dass die Handlungen der beiden so häufig zum Scheitern verurteilt sind, liegt am Wesen des Idealismus. Idealisten müssen scheitern, sonst wären sie keine.“

    #78Verfassermars (236327) 23 Jun. 13, 19:41
    Kommentar
    Merci mars pour tes contributions 77 et 78, riches et intéressantes.

    A lire pendant les vacances :

    Quand une grand-mère raconte à sa descendance de terrifiantes histoires du temps passé :

    Rendez-vous dans trois cents ans, Alexeï Tolstoï (1817 – 1875)
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Alexis_Nikola%C3...

    Par une belle nuit d’été nous étions réunis au jardin de notre grand-mère, les uns près d’une table éclairée par une lampe, les autres assis sur les marches de la terrasse. De temps en temps, la brise nous apportait des bouffées d’un air embaumé, ou bien de lointaines vibrations d’un chant rustique, et puis tout redevenait silencieux, et l’on n’entendait plus que le frétillement des phalènes, autour du globe dépoli de la lampe.

    — Eh bien ! mes enfants, nous dit notre grand-mère, vous m’avez souvent demandé une vieille histoire de revenants... Si le cœur vous en dit, venez vous asseoir autour de moi, je vous raconterai un événement de ma jeunesse qui vous donnera de bons frissons quand vous vous trouverez tout seuls, couchés dans vos lits...


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_Rendez-vous_...

    http://farm8.staticflickr.com/7150/6618778277...
    #79VerfasserClélia (601872) 24 Jun. 13, 12:07
    Kommentar
    Bei der Großmutter

    Wie traulich ist's im stillen Zimmer,
    Die Uhr tickt heimlich auf dem Schrank,
    Um Blumen spielt der Sonne Schimmer,
    Und Tisch und Bank sind spiegelblank.

    Im weichen Lehnstuhl sitzt das alte,
    Schier achtzigjährige Mütterlein,
    Auf welker Stirne Falt' an Falte,
    Doch in den Augen Sonnenschein!

    Vertraulich schmiegt sich ihrem Schoße
    Ein blühend Kinderpärchen an,
    Dem sie das Bilderbuch, das große,
    Auf vieles Bitten aufgetan.

    Nun blühen Märchen aus dem Munde,
    Wie Rosen aus dem Dorn erblüh'n,
    Die Kleinen lauschen still der Kunde,
    Und ihre vollen Wangen glüh'n.

    's ist nur ein Bild, doch füllt es immer
    Die Augen mir mit Tränentau,
    Mir ist, als kennt ich dieses Zimmer,
    Die Kinder und die alte Frau.

    Julius Sturm, gest. 1896
    #80Verfasseroopsy (491382) 25 Jun. 13, 08:51
    Kommentar
    Wenn ich „Vater und Sohn“ höre oder lese, fallen wir immer auch die berühmten Vater-und-Sohn-Cartoons von Erik Ohser ein, der unter seinem Pseudonym e.o.plauen recht bekannt wurde. Diese Bildergeschichten sind bis heute die bekanntesten Werke Ohsers und handeln von einem Vater und seinem kleinen frechen Sohn, die mit den Problemen des Alltags kämpfen und manchmal auch große Abenteuer erleben. Sie wurden sehr schnell beliebt und sind – auch weil sie mehrheitlich ohne Text auskommen – in vielen Ländern der Welt bekannt. Meine Kinder liebten diese Vater-Sohn-Geschichten ungemein, was mich dazu brachte, im sächsischen Plauen, der Geburtsstadt Ohsers, die Galerie e.o.plauen aufzusuchen.

    Manche dieser Bildergeschichte demonstrieren eindringlich, wie sich dieser Vater und dieser Sohn immer wieder zusammenraufen. Ich finde zum Beispiel die Geschichte mit dem Ball so sympathisch, dass ich sie mehrmals als Bildvorlage für Aufsätze in der 5. Klasse verwendete. Hier ist sie:

    http://service.wissens-server.com/wissensserv...

    Ist sie nicht rührend?

    #81Verfassermars (236327) 25 Jun. 13, 17:36
    Kommentar
    Ergänzend zu #81: das Vater-und-Sohn Denkmal in Plauen:

    http://www.vogtlandcard.de/uploads/customer/g...
    #82Verfassermars (236327) 26 Jun. 13, 09:25
    Kommentar
    Heute will ich einen relativ neuen Roman vorstellen, in dem mir das Vaterbild wunderbar positiv erscheint: Hanns-Josef Ortheil: „Die Erfindung des Lebens“.

    Schaut euch zum Beispiel diese Leseprobe an, die ich bei Wikipedia gefunden habe:

    „DAMALS, IN meinen frühen Kindertagen, saß ich am Nachmittag oft mit hoch gezogenen Knien auf dem Fensterbrett, den Kopf dicht an die Scheibe gelehnt, und schaute hinunter auf den großen, ovalen Platz vor unserem Kölner Wohnhaus. Ein Vogelschwarm kreiste weit oben in gleichmäßigen Runden, senkte sich langsam und stieg dann wieder ins letzte, verblassende Licht. Unten auf dem Platz spielten noch einige Kinder, müde geworden und lustlos. Ich wartete auf Vater, der bald kommen würde, ich wusste genau, wo er auftauchte, denn er erschien meist in einer schmalen Straßenöffnung zwischen den hohen Häusern schräg gegenüber, in einem langen Mantel, die Aktentasche unter dem Arm.
    Jedes Mal sah er gleich hinauf zu meinem Fenster, und wenn er mich erkannte, blieb er einen Moment stehen und winkte. Mit hoch erhobener Hand winkte er mir zu, und jedes Mal winkte ich zurück und sprang wenig später vom Fensterbrett hinab auf den Boden. Dann behielt ich ihn fest im Blick, wie er den ovalen Platz überquerte und sich dem Haus näherte, er schaute immer wieder zu mir hinauf, und jedes Mal ging beim Hinaufschauen ein Lachen durch sein Gesicht.“


    Für diesen Roman musste Hanns-Josef Ortheil kaum etwas erfinden, er brauchte nur seine Lebensgeschichte nachzuerzählen. Und die ist in der Tat so außerordentlich und wunderbar, dass sie sofort sowohl das Interesse als auch das Mitgefühl des Lesers weckt. Weil seine Mutter nach einem schweren Schicksalsschlag ihre Sprache verloren hat, bleibt Johannes, Ortheils Alter Ego, bis zu seinem siebenten Lebensjahr stumm und dadurch ausgeschlossen von der Welt der „Normalen“. Auf dem Spielplatz schaut er nur zu. Weil er keinen Freund hat, denkt er sich einen aus. Das kleine Kind sorgt sich wie der Vater ständig um die Mutter, ist mit ihr geradezu symbiotisch verbunden, es beschützt sie und begleitet sie überallhin. Stets gegenwärtig ist jedoch das Unglück, das es ahnt, aber nicht kennt. Nur der Vater und schließlich die Musik vermögen es, die bedrückende Atmosphäre zu durchbrechen. Die Musik bringt schließlich auch die Erlösung: Der Sohn lernt sprechen, und die Mutter findet endlich nach und nach die Sprache wieder.

    „Die Erfindung des Lebens“ ist der Roman eines Musikers, doch auch der Roman eines zwar begabten, aber behinderten Kindes. Es ist zudem der Roman einer unbeirrbaren väterlichen Liebe und Hoffnung. Streckenweise wird der Vater mit seiner Kraft und seinem Einfühlungsvermögen zur Hauptperson. Er zweifelt nie daran, dass sich zum Guten wenden lässt, was Frau und Kind nahezu lebensunfähig macht. Und er findet schließlich nicht zuletzt mit Hilfe der Musik Wege und Methoden, mit denen er beiden Schritt für Schritt helfen kann.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher...
    #83Verfassermars (236327) 27 Jun. 13, 09:44
    Kommentar
    Merci oopsy pour cette visite idyllique chez une grand-mère modèle et mars pour Josef Ortheil und Erik Ohser

    Jolies ces statues de Vater und Sohn à Plauen. Ces bandes dessinées sans paroles sont très utiles pour l'enseignement de l'allemand. Les élèves doivent raconter l'histoire.

    Pour qu'ils n'utilisent pas toujours les mêmes mots, on leur donne des expressions qu'ils doivent réutiliser. Pour les francophones débutants qui souhaiteraient s'entraîner -) :

    Première image de l'histoire en 81:
    Fussball spielen / das Zimmer / die Fensterscheibe / etwas zerbrechen / voller Zorn / mit erhobenen Fäusten / mit grimmigem Gesicht / hinter einem herrennen, um zu +Infinitiv / einen dafür bestrafen, dass... / davonlaufen, das Weite suchen /sich fangen lassen.

    _____________

    Deuxième image : sich aufs Sofa setzen, um ... zu / Zeitung lesen / ständig auf die Uhr sehen

    ______________

    Troisième image :

    nach einigen Stunden / unruhig werden / hin und her laufen / fürchten, dass ... / Warum ist er noch nicht zu Hause ? Hoffentlich ist ihm nichts passiert.

    _________________

    Quatrième image :

    laut rufen / rufen nach D / den Hut in der Hand / mit offenem Mantel / durch die Strassen laufen / Angst haben / es passiert einem etwas.

    _________________

    Cinquième image :

    verzweifelt / völlig niedergeschlagen / geflogen kommen / durch die zweite Scheibe / genau gegen seinen Kopf

    _____________

    Sixième image :
    den Ball holen / nicht wissen, was einem geschieht / voller Freude / an sein Herz drücken / wiederfinden A

    _____________

    Un père et grand-père terrifiant, mais émouvant à la fin du roman (repris d'un ancien Kaffeehaus) :

    Le Nœud de vipères de François Mauriac (1885-1970)

    Une homme âgé et malade attend la mort seul dans une chambre de sa grande maison, épié par sa famille qui, elle, attend l'héritage avec impatience. Ses enfants sont en proie à de gros soucis d'argent.
    "Je suis un vieillard près de mourir, au milieu d'une famille aux aguets qui attend le moment de la curée."

    Le mourant a été un avocat renommé et redouté:
    "Mes yeux qui lorsque j'étais avocat de la partie civile ne quittaient jamais ma victime avant qu'elle se fût effondrée, dans le box, entre les bras du gendarme..."

    Il a épousé une jeune fille issue d'une famille très considérée les Fondaudège, qui estime que ce mariage est une mésalliance, mais l'accepte pour des raisons financières. Quelques mois après son mariage, le jeune avocat découvre que sa femme l'a épousé par intérêt, alors qu'elle aimait un autre homme:
    "Tu l'avais pris ce misérable, parce qu'il se trouvait là, cette année où ta mère... s'était persuadée que tu n'étais pas "mariable",- parce que tu ne voulais ni ne pouvais demeurer fille six mois de plus, parce qu'il avait suffisamment d'argent pour que ce fût une excuse suffisante aux yeux du monde"

    Au fil des ans, il se met à haïr sa femme et les enfants qu'elle lui donne:
    "Si je ne te donne rien pour ta fête depuis des années, ce n'est pas que j'oublie, c'est par vengeance."
    La foi catholique dans laquelle sa femme a été élevée l'exaspère. Il voudrait en éloigner leurs enfants.
    "Je m'acharnais dans les moindres circonstances à te mettre en contradiction avec ta foi."Il dénonce avec férocité l'hypocrisie de ceux qui tiennent à leur religion par tradition, sans vivre en accord avec ce qu'ils professent.
    La mort de leur petite fille Marie éloigne définitivement les deux conjoints l'un de l'autre. Isa accuse injustement Louis de ne pas avoir fait venir le médecin par avarice.
    Pour se venger de n'être pas aimé de sa famille, il projette de la déshériter. Son cœur plein de haine est devenu un nœud de vipères:
    "ce hideux nid de vipères: haine de mes enfants, désir de vengeance, amour de l'argent."
    Le nœud de vipères c'est aussi cette famille empoisonnée par la haine, le ressentiment et la cupidité.

    A la veille de mourir, cet homme écrit une très longue lettre à sa femme pour lui expliquer ce qu'il n'a jamais su lui dire:
    "Je veux que tu saches, je veux que vous sachiez, toi, ton fils, ta fille, ton gendre, tes petits-enfants, quel était cet homme qui vivait seul en face de votre groupe serré."
    "Depuis trente ans, je ne suis plus rien à tes yeux qu'un appareil distributeur de billets de mille francs, un appareil qui fonctionne mal..."

    Un événement qu'il n'a pas prévu vient déranger ses plans de vengeance. Sa femme qu'il voulait déshériter meurt avant lui. Contre toute attente, il en éprouve un immense chagrin.
    Avant de mourir, elle a brûlé de nombreux papiers dans la cheminée. Il découvre alors, en lisant des fragments de lettres restés intacts dans la cendre, que sa femme l'a aimé, qu'ils auraient pu être heureux et qu'il est maintenant trop tard. Il pense un moment pouvoir se réconcilier avec ses enfants, mais ceux-ci se méfient trop de lui et désertent la grande maison familiale où il reste seul. Sa petite-fille Janine, désespérée parce que son mari l'a abandonnée, vient se réfugier chez lui. Malgré son chagrin qui l'accapare entièrement, elle perçoit un changement incroyable chez son grand-père. Personne, ni sa mère, ni ses oncles, ne veut la croire lorsqu'elle écrit après la mort du terrible vieillard:
    "Je ne prétends pas faire de lui un saint. Je vous accorde que ce fut un homme terrible - et quelquefois même affreux. Il n'empêche qu'une admirable lumière l'a touché dans ses derniers jours."
    Tout à la fin de sa vie, ce vieil homme endurci découvre l'amour indicible d'un Dieu qu'il a fui pendant des années.

    Siehe auch: S'Kaffeehaus XVI - #44 (44 et suivants)
    http://farm3.staticflickr.com/2205/2340680248...
    #84VerfasserClélia (601872) 27 Jun. 13, 12:43
    Kommentar
    @ Mars, vielen Dank für Hanns-Josef Ortheil: „Die Erfindung des Lebens“. Dana hatte dieses Buch einmal empfohlen und es ist wirklich lesenswert.


    Großvater

    Großvater wohnte überm Berg
    Im schönsten Tal der Welt:
    Wald und Fels ein Wunderwerk,
    Großvater selbst ein Held.

    Zweimal war er dabei im Krieg,
    Blutjung schon mußt' er mit.
    Er wußte von manch' blut'gem Sieg
    Und manchem kühnen Ritt.

    Jetzt war er alt und saß gar gern
    Im Gärtchen hinterm Haus.
    Er hieß mich seinen Augenstern
    Und sah so freundlich aus.

    ....

    http://gedichte.xbib.de/Gassert%2C+Heinrich_g...

    Heinrich Gassert, gest. 1928
    #85Verfasseroopsy (491382) 28 Jun. 13, 08:15
    Kommentar
    Je ne retrouve plus les nouvelles fantastiques de Daphné du Maurier (1907-1989), inspiratrice de Hitchcock , que j'avais en livre de poche. La plus célèbre s'intitule Les Oiseaux, mais les autres sont fascinantes elles aussi.

    Dans Une seconde d'éternité* (Die gespaltene Sekunde), Madame Ellis est une ménagère modèle anglaise aux idées quelque peu étriquées. Elle ne vit que pour sa fille Susan qu'elle a placée dans un excellent internat. Alors qu'elle est en train de traverser la rue sur un passage pour piétons, une camionnette arrive à vive à allure. Une seconde avant sa mort, Madame Ellis est projetée dans l'avenir, dans un monde qu'elle ne comprend plus : sa maison, occupée par des inconnus, est devenue sale et en désordre, plus personne ne la reconnaît, on veut l'interner parce qu'on la prend pour une folle. Elle essaie en vain d'expliquer qui elle est, parle de sa fille, de l'internat où elle se trouve. On la confronte avec Susan, une femme aigrie, qui a beaucoup de peine à nouer les deux bouts. Elle a perdu sa mère il y a vingt ans ... Madame Ellis vit même un instant de complicité avec son petit-fils, puis soudain se retrouve sur le passage pour piétons et voit le visage terrifié du conducteur de la camionnette qui va inévitablement la renverser ...

    http://www.decitre.fr/livres/les-oiseaux-et-d...
    Ihre großen Erfolge feierte du Maurier mit oben genannten Titeln (Rebecca, die Vögel), doch es gibt zahlreiche Kurzgeschichten wie "Der Apfelbaum" oder "Die gespaltene Sekunde", die ebenso faszinieren - weil du Maurier es versteht, die Grenzen zwischen Leben und Jenseits gekonnt zu verwischen.
    Tiré de :
    http://www.amazon.de/review/RFA2FXPANH2C8/ref...

    En anglais : Split second
    http://img1.fantasticfiction.co.uk/images/c1/...
    #86VerfasserClélia (601872) 28 Jun. 13, 09:37
    Kommentar
    Nicht unterschlagen werden soll, wie problematisch in manchen Märchen das Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern aussieht.

    Das wird zwar nicht psychologisch vertieft, weil Märchenfiguren meist nur flächenhaft gezeichnet werden. Und manchmal dienen die Eltern-Kontrastfiguren nur als Auslöser der märchenhaften Handlung.

    Schauen wir uns z. B. das Märchen „Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack“ an:

    „Vorzeiten war ein Schneider, der drei Söhne hatte und nur eine einzige Ziege. Aber die Ziege, weil sie alle zusammen mit ihrer Milch ernährte, musste ihr gutes Futter haben und täglich hinaus auf die Weide geführt werden. Die Söhne taten das auch nach der Reihe. Einmal brachte sie der älteste auf den Kirchhof, wo die schönsten Kräuter standen, ließ sie da fressen und herumspringen. Abends, als es Zeit war, heimzugehen. fragte er: "Ziege, bist du satt?' Die Ziege antwortete:
    "Ich bin so satt,
    Ich mag kein Blatt: meh meh!"
    "So komm' nach Haus", sprach der Junge, fasste sie am Strickchen' führte sie in den Stall und band sie fest. "Nun", fragte der alte Schneider, "hat die Ziege ihr gehöriges Futter?" "oh", antwortete der Sohn, ,die ist so satt, sie mag kein Blatt." Der Vater aber wollte sich selbst überzeugen, ging hinab in den Stall, streichelte das liebe Tier und fragte:" Ziege, bist du auch satt?" Die Ziege antwortete:
    "Wovon sollt' ich satt sein?
    Ich sprang nur über Gräbelein
    Und fand kein einzig Blättelein: meh! meh!"
    "Was muss ich hören!" rief der Schneider, lief hinauf und sprach zu dem Jungen:
    "Ei, du Lügner! Sagst, die Ziege wäre satt, und hast sie hungern lassen?" Und in seinem Zorne nahm er die Elle von der Wand und jagte ihn mit Schlägen hinaus.“

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Den beiden anderen Söhnen ergeht es die folgenden Tage genauso. Als der Vater die Ziege dann selbst ausführt und sie draußen so und zu Haus so antwortet, erkennt er jedoch, dass er seinen Söhnen Unrecht getan hat, schert der Ziege den Kopf und jagt sie mit der Peitsche fort. Am Ende lebt er dann wieder „mit seinen drei Söhnen in Freude und Herrlichkeit.“ (http://www.internet-maerchen.de/maerchen/tisc... )

    #87Verfassermars (236327) 28 Jun. 13, 18:12
    Kommentar
    @ Clélia, vielen Dank für Daphne du Maurier.

    Als Ergänzung zu Mars in # 66

    Eine ähnliche Geschichte wie die Tragödie von Shakespeare: Salz ist wertvoller als Gold

    "Ich, Vater, liebe dich -- wie Salz!" antwortete sie nach kurzem Überlegen und sah den König allerliebst an.
    "Oh, du böses Mädchen, du liebst deinen Vater nur wie Salz?! Schäme dich!" riefen ihre beiden Schwestern empört.
    "Ja, wie Salz liebe ich meinen Vater!" wiederholte Maruschka von neuem.
    http://www.rcaguilar.com/german/maerchen/salz...

    #88Verfasseroopsy (491382) 28 Jun. 13, 19:04
    Kommentar
    Noch bekannter als das übereilte, ungerechte und hartherzige Verhalten des Vaters im „Tischlein-deck-dich“- Märchen der Gebrüder Grimm (#87) dürfte das Verhalten der Eltern in „Hänsel und Gretel“ sein. Wie rücksichtslos verhalten sie sich, wenn auch ‚notgedrungen‘, den Kindern gegenüber! Vor allem die Mutter wirkt brutal:

    Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Grethel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Theuerung ins Land kam, konnte er auch das täglich Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun Abends im Bett Gedanken machte und sich vor Sorgen herum wälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau 'was soll aus uns werden? wie können wir unsere armen Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?' 'Weißt du was, Mann,' antwortete die Frau, 'wir wollen Morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist: da machen wir ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot, dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus und wir sind sie los …“ (http://www.maerchen.com/grimm/haensel-und-gre... )

    #89Verfassermars (236327) 29 Jun. 13, 09:24
    Kommentar
    "Etiam tu Brute mi fili!"

    Julius Caesar
    (engl. The Tragedy of Julius Caesar) ist eine 1599 entstandene Tragödie von William Shakespeare, der die historische Person Gaius Iulius Caesar zugrunde liegt.

    Aus der Handlung: Ein Wahrsager verkündet Caesar, er solle sich vor den Iden des März hüten, doch nimmt Caesar die Warnung nicht ernst. Brutus und Cassius sprechen darüber, dass das Volk Caesar zum König machen will, sie hören, dass Antonius Caesar dreimal die Krone angeboten hat, die dieser jeweils ablehnte.
    ...
    Brutus sieht die Entwicklung mit Sorge. Anfangs plagen ihn noch Zweifel, denen er in einem langen Selbstgespräch in seinem auf unheilverkündende Weise von Blitzen und Meteoren erleuchteten Garten Ausdruck gibt. Im Verlaufe dieses Selbstgesprächs findet er jedoch eine Rechtfertigung für einen Mord an seinem Freund: das Wohl der Gemeinschaft, das über persönliche Loyalität gehe.
    ....
    Im Kapitol sticht Casca als erster auf Caesar ein, die anderen Verschwörer folgen, zuletzt sticht Brutus. Caesar stirbt voll maßlosen Erstaunens über Brutus' Verrat ("Et tu, Brute?", "Brutus, auch du?").
    http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Cäsar_(Drama)
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Jules_César_(Sh...
    #90Verfasseroopsy (491382) 29 Jun. 13, 09:59
    Kommentar
    http://catalogue.drouot.com/images/perso/phar...

    Une petite fille, sa grand-mère et le monde enchanté de l'enfance :

    Fanchon se réjouit dans son cœur de passer une journée entière chez sa grand-maman. Et la grand-maman, qui, n’ayant plus ni soucis ni soins, vit comme un grillon à la chaleur du foyer, se réjouit aussi dans son cœur de voir la fille de son fils, image de sa jeunesse.

    Elles ont beaucoup de choses à se dire, car l’une revient de ce voyage de la vie que l’autre va faire...

    Fanchon s’en est allée de bon matin, comme le petit Chaperon rouge, chez sa mère-grand, qui demeure tout au bout du village. Mais Fanchon n’a pas, comme le petit Chaperon rouge, cueilli des noisettes dans le bois. Elle est allée tout droit son chemin et elle n’a pas rencontré le loup ...

    « Tu grandis tous les jours, dit la grand-mère à Fanchon, et moi, je me fais tous les jours plus petite ; et voici que je n’ai plus guère besoin de me baisser pour que mes lèvres touchent ton front. Qu’importe mon grand âge, puisque j’ai retrouvé les roses de ma jeunesse sur tes joues, ma Fanchon ! » ...

    Mais le temps passe et voici l’heure de préparer le dîner de midi. La mère-grand ranime le feu de bois qui sommeille ; puis elle casse les œufs dans la tuile noire. Fanchon regarde avec intérêt l’omelette au lard qui se dore et chante à la flamme. Sa grand-maman sait mieux que personne faire des omelettes au lard et conter des histoires. Fanchon, assise sur la bancelle, le menton à la hauteur de la table, mange l’omelette qui fume et boit le cidre qui pétille ...

    « Grand-mère, dit Fanchon, conte-moi l’Oiseau bleu. »

    Et la grand-mère dit à Fanchon comment, par la volonté d’une méchante fée, un beau prince fut changé en un oiseau couleur du temps ...

    Et lorsqu’elle a fini de parler, la mère-grand donne à Fanchon une pomme avec du pain et lui dit :

    « Va, mignonne, va jouer et goûter dans le clos. »

    Et Fanchon va dans le clos, où il y a des arbres, de l’herbe, des fleurs et des oiseaux...

    Il y a dans le clos de la mère-grand de l’herbe, des fleurs et des oiseaux. Fanchon ne croit pas qu’il y ait au monde un plus joli clos. Déjà elle a tiré son couteau de sa poche pour couper son pain, à la mode du village. Elle a d’abord croqué la pomme, ensuite elle a commencé de mordre au pain. Alors un petit oiseau est venu voltiger près d’elle. Puis il en est venu un second, et un troisième. Et dix, et vingt, et trente sont venus autour de Fanchon. Il y en avait des gris, il y en avait des rouges, il y en avait des jaunes et des verts, et des bleus. Et tous étaient jolis et ils chantaient tous. Fanchon ne savait point d’abord ce qu’ils lui voulaient. Mais elle s’aperçut bientôt qu’ils voulaient du pain et que c’étaient des petits mendiants. C’étaient en effet des mendiants, mais c’étaient aussi des chanteurs. Fanchon avait trop bon cœur pour refuser du pain à qui le payait par des chansons....

    Quand le soir fut venu, la grand-maman prit le panier dans lequel Fanchon lui avait apporté de la galette, le remplit de pommes et de raisins, en passa l’anse dans le bras de l’enfant et dit à Fanchon :

    « Fanchon, rentre tout droit à la maison, sans t’amuser à jouer avec les polissons du village. Sois toujours une bonne fille. Adieu. »

    Puis elle l’embrassa. Mais Fanchon restait pensive sur le seuil.

    « Grand-mère ? dit-elle.

    — Que veux-tu, ma petite Fanchon ?

    — Je voudrais bien savoir, dit Fanchon, s’il y a de beaux princes parmi les oiseaux qui ont mangé mon pain.

    — Maintenant qu’il n’y a plus de fées, répondit la grand-mère, les oiseaux sont tous des bêtes...

    — Adieu, grand-mère.

    — Adieu, Fanchon. »


    Anatole France (1844 – 1924) / Nos Enfants
    Texte intégral joliment illustré :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Nos_enfants/Fanchon
    #92VerfasserClélia (601872) 29 Jun. 13, 11:17
    Kommentar
    Danke, oopsy, dass du uns ein weiteres Shakespeare-Stück vorgestellt hast, und danke, Clélia, für die rührende Fanchon-Geschichte.


    Ich komme noch einmal auf das Märchen "Hänsel und Gretel" zurück: In der zweiten Fassung von 1819 erfährt es eine Erweiterung. Nach dem Tod der Hexe finden die Kinder zunächst nicht nach Hause, sondern geraten an ein Gewässer, das sie nicht überqueren können. Schließlich schwimmt eine Ente herbei, die die Kinder über das Wasser trägt. Anschließend kommt ihnen die Gegend bekannt vor, und die Kinder kehren zurück.

    Ludwig Bechstein folgt in seinem „Deutschen Märchenbuch“ weitgehend dieser zweiten Fassung der Brüder Grimm, erweitert aber die Handlung um einen dankbaren weißen Vogel, der die Krümel aufgepickt hat und den Kindern nach dem Tod der Hexe den Weg nach Hause zeigt.

    Auf jeden Fall gelangten die Kinder nach Hause und „fielen ihrem Vater um den Hals. Der Mann hatte keine frohe Stunde gehabt, seit er die Kinder im Wald gelassen hatte, die Frau aber war gestorben.“

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Besonders bemerkenswert erscheint es mir, dass seit der Fassung der Brüder Grimm von 1840 es nicht mehr die eigene Mutter ist, auf deren Betreiben die Kinder im Wald ausgesetzt werden, sondern eine Stiefmutter! 

    Offenbar war es den Rezipienten des Märchens nicht zuzumuten, dass die leibliche Mutter die Kinder aussetzt, das war nur einer Stiefmutter zuzutrauen!

    #93Verfassermars (236327) 29 Jun. 13, 19:12
    Kommentar
    Was haltet ihr von dieser letztlich hintergründig wirkenden Kind-Vision Tucholskys?


    Auf ein Kind

    Du lebst noch nicht.
    Ich seh dich so lebendig:
    ein kleiner gelber Schopf, die Augen blau;
    ich seh dich an und such beständig
    die Züge einer lieben Frau.

    Du kreischst und jauchzst schon laut in deinen Kissen;
    du bist so frisch und klar und erdenhaft.
    Du brauchst es nicht wie ich zu wissen,
    was Zwiespalt ist, der Leiden schafft.

    Der ist dahin. Schrei du aus voller Lunge
    und schüttle deine runde, kleine Faust!
    Sei froh! Sieh auf die Mutter, Junge -
    sie ist so hell, auch wenn ein Sturmwind braust.

    Hör ihre Stimme nur: gleich wehts gelinder.
    Setz du sie fort. Was bin denn ich allein?
    Wir Menschen sind doch stets die alten Kinder:
    ich war es nicht - mein Sohn, der soll es sein.

    Du sollst es sein!
    Und kommst du einst zum Leben:
    Du sollst es sein! Ich hab es nicht gekonnt.
    Gib du, was deiner Mutter Arme geben:
    Leucht uns voran!
    Du bist blond.

    Kurt Tucholsky (* 1890 in Berlin; † 1935 in Göteborg)
    #94Verfassermars (236327) 30 Jun. 13, 09:07
    Kommentar
    Im Beitrag #33 sahen wir, dass Schiller in seinem Stück „Kabale und Liebe“ – wie auch in dem anderen Jugendwerk „Die Räuber“ – das Motiv des Generationenkonflikts verarbeitet. Das ist wieder der Fall in seinem bekannten Drama „Don Carlos“

    Es behandelt vordergründig politisch-gesellschaftliche Konflikte – so die Anfänge des Achtzigjährigen Krieges, in dem die niederländischen Provinzen ihre Unabhängigkeit von Spanien erkämpften – familiär aber soziale Intrigen am Hofe von König Philipp II. (1556–1598), wobei der Vater-Sohn-Konflikt ein zentrale Rolle spielt.

    Wie schwierig das Verhältnis zwischen Vater Philipp und Carlos ist, wird am Anfang des zweiten Aktes sehr deutlich:

    Carlos (geht, sobald der Herzog das Zimmer verlassen hat, auf den König zu und fällt vor ihm nieder, im Ausdruck der höchsten Empfindung).
    Jetzt mein Vater wieder,
    Jetzt wieder mein, und meinen besten Dank
    Für diese Gnade. – Ihre Hand, mein Vater. –
    O süßer Tag! – Die Wonne dieses Kusses
    War Ihrem Kinde lange nicht gegönnt.
    Warum von Ihrem Herzen mich so lange
    Verstoßen, Vater? Was hab' ich gethan?

    Philipp. Infant, dein Herz weiß nichts von diesen Künsten.
    Erspare sie, ich mag sie nicht.

    Carlos (aufstehend). Das war es!
    Da hör' ich Ihre Höflinge – Mein Vater!
    Es ist nicht gut, bei Gott! nicht Alles gut,
    Nicht Alles, was ein Priester sagt, nicht Alles,
    Was eines Priesters Creaturen sagen.
    Ich bin nicht schlimm, mein Vater – heißes Blut
    Ist meine Bosheit, mein Verbrechen Jugend.
    Schlimm bin ich nicht, schlimm wahrlich nicht – wenn auch
    Oft wilde Wallungen mein Herz verklagen,
    Mein Herz ist gut –

    Philipp. Dein Herz ist rein, ich weiß es,
    Wie dein Gebet.

    Carlos. Jetzt oder nie! – Wir sind allein.
    Der Etikette bange Scheidewand
    Ist zwischen Sohn und Vater eingesunken.
    Jetzt oder nie! Ein Sonnenstrahl der Hoffnung
    Glänzt in mir auf, und eine süße Ahnung
    Fliegt durch mein Herz – Der ganze Himmel beugt
    Mit Schaaren froher Engel sich herunter,
    Voll Rührung sieht der Dreimalheilige
    Dem großen schönen Auftritt zu! – Mein Vater!
    Versöhnung! (Er fällt ihm zu Füßen.)

    Philipp. Laß mich und steh auf!

    Carlos. Versöhnung!

    Philipp (will sich von ihm losreißen.)
    Zu kühn wird mir dies Gaukelspiel –

    Carlos. Zu kühn
    Die Liebe deines Kindes?

    Philipp. Vollends Thränen?
    Unwürd'ger Anblick! – Geh aus meinen Augen.

    Carlos. Jetzt oder nie! – Versöhnung, Vater!

    Philipp. Weg
    Aus meinen Augen! Komm mit Schmach bedeckt
    Aus meinen Schlachten, meine Arme sollen
    Geöffnet sein, dich zu empfangen – So
    Verwerf' ich dich. – Die feige Schuld allein
    Wird sich in solchen Quellen schimpflich waschen.
    Wer zu bereuen nicht erröthet, wird
    Sich Reue nie ersparen.

    Carlos. Wer ist das?
    Durch welchen Mißverstand hat dieser Fremdling
    Zu Menschen sich verirrt? – Die ewige
    Beglaubigung der Menschheit sind ja Thränen,
    Sein Aug' ist trocken, ihn gebar kein Weib –
    O, zwingen Sie die nie benetzten Augen,
    Noch zeitig Thränen einzulernen, sonst,
    Sonst möchten Sie's in einer harten Stunde
    Noch nachzuholen haben.

    Philipp. Denkst du den schweren Zweifel deines Vaters
    Mit schönen Worten zu erschüttern?

    Carlos. Zweifel?
    Ich will ihn tilgen, diesen Zweifel – will
    Mich hängen an das Vaterherz, will reißen,
    Will mächtig reißen an dem Vaterherzen,
    Bis dieses Zweifels felsenfeste Rinde
    Von diesem Herzen niederfällt. – Wer sind sie,
    Die mich aus meines Königs Gunst vertrieben?
    Was bot der Mönch dem Vater für den Sohn?
    Was wird ihm Alba für ein kinderlos
    Verscherztes Leben zur Vergütung geben?
    Sie wollen Liebe? – Hier in diesem Busen
    Springt eine Quelle, frischer, feuriger,
    Als in den trüben, sumpfigsten Behältern,
    Die Philipps Gold erst öffnen muß.

    Philipp. Vermeßner,
    Halt ein! – Die Männer, die du wagst zu schmähn,
    Sind die geprüften Diener meiner Wahl,
    Und du wirst sie verehren.

    Carlos. Nimmermehr.
    Ich fühle mich. Was Ihre Alba leisten,
    Das kann auch Carl, und Carl kann mehr. Was fragt
    Ein Miethling nach dem Königreich, das nie
    Sein eigen sein wird? – Was bekümmert's den,
    Wenn Philipps graue Haare weiß sich färben?
    Ihr Carlos hätte Sie geliebt. – Mir graut
    Vor dem Gedanken, einsam und allein,
    Auf einem Thron allein zu sein. –


    http://gutenberg.spiegel.de/buch/3338/8

    #95Verfassermars (236327) 01 Jul. 13, 07:33
    Kommentar
    Merci mars pour Don Carlos.

    Amour maternel :

    La fille de Madame de Sévigné épouse le comte de Grignan en 1669. Elle reste quelque temps à Paris, près de sa mère, puis doit rejoindre son mari au château de Grignan : elle quitte Paris le 4 février 1671. Madame de Sévigné aime sa fille avec une tendresse passionnée. Elle erre comme une âme en peine dans sa maison où tout lui "blesse le cœur", en lui rappelant le souvenir de sa fille absente. Voici quelques extraits de la deuxième lettre qu'elle écrit à sa fille, le 9 février 1671

    Je reçois vos lettres, comme vous avez reçu ma bague ; je fonds en larmes en les lisant ; il semble que mon cœur veuille se fendre par la moitié ... vous m’aimez, ma chère enfant, et vous me le dites d’une manière que je ne puis soutenir* sans des pleurs en abondance. Vous continuez votre voyage sans aucune aventure** fâcheuse ; et lorsque j’apprends tout cela, qui est*** justement tout ce qui me peut être le plus agréable, voilà l’état où je suis. Vous vous avisez donc à penser à moi, vous en parlez****, et vous aimez mieux m’écrire vos sentiments que vous n’aimez à me les dire ; de quelque façon qu’ils me viennent *****, ils sont reçus avec une tendresse et une sensibilité qui n’est comprise que de ceux qui savent aimer comme je fais******. Vous me faites sentir pour vous tout ce qu’il est possible de sentir de tendresse ; mais si vous songez à moi, soyez assurée aussi que je pense continuellement à vous : c’est ce que les dévots appellent une pensée habituelle*******, c’est ce qu’il faudrait avoir pour Dieu, si l’on faisait son devoir******** : rien ne me donne de distraction ; je suis toujours avec vous; je vois ce carrosse qui avance toujours, et qui n’approchera jamais de moi : je suis toujours dans les grands chemins, il me semble que j’ai quelquefois peur que ce carrosse ne verse ; les pluies qu’il fait depuis trois jours me mettent au désespoir ; le Rhône********* me fait une peur étrange. J’ai une carte devant mes yeux ; je sais tous les lieux où vous touchez : vous êtes ce soir à Nevers ; vous serez dimanche à Lyon, où vous recevrez cette lettre. Je n’ai pu vous écrire qu’à Moulins par madame de Guénégaud. Je n’ai reçu que deux de vos lettres : peut-être que la troisième viendra ; c’est la seule consolation que je souhaite, pour d’autres, je n’en cherche pas... 
    Si vous voulez me faire un véritable plaisir, ayez soin de votre santé, dormez ..., mangez du potage... continuez à m'écrire.
    Mademoiselle d’Harcourt fut mariée avant-hier; il y eut hier, un grand bal et un grand souper au roi, à la reine, à toutes les dames parées : c’était une des plus belles fêtes qu’on puisse voir.

    Adieu, ma chère enfant, l’unique passion de mon cœur, le plaisir et la douleur de ma vie. Aimez-moi toujours, c’est la seule chose qui me peut donner de la consolation.

    ________________

    Vocabulaire :

    * supporter
    ** aucun incident
    *** Alors que c'est ...
    **** vous parlez de moi
    ***** qu'ils me parviennent
    ****** comme je le fais
    ******* Disposition de l'âme pieuse sans cesse tournée vers Dieu

    _________________

    ******** Réprimande d'Arnauld d'Andilly, pieux vieillard, à Madame de Sévigné :
    "Il me dit que j'étais une jolie païenne; que je faisais de vous une idole dans mon cœur; que cette sorte d'idolâtrie était aussi dangereuse qu'une autre, quoiqu'elle parût moins criminelle."

    ********* Madame de Grignan devait descendre le Rhône en bateau depuis Lyon.
    #96VerfasserClélia (601872) 01 Jul. 13, 08:26
    Kommentar
    Kurt Tucholsky († 1935) hat auf satirisch den problematischen Erziehungsstil eines Vaters dargestellt:

    Herr Wendriner erzieht seine Kinder (1925)


    „Nehm' Sie auch noch 'n Pilsner? ja? Ober! Ober, Himmelherrgottdonnerwetter, ich rufe hier nu schon 'ne halbe Stunde nu kommen Se doch ma endlich her! Also zwei Pilsner! Was willst du? Kuchen? Du hast genug Kuchen. Also zwei Pilsner. Oder lieber vielleicht – na, is schon gut. Junge, sei doch mal endlich still, man versteht ja sein eigenes Wort nicht. Du hast doch schon Kuchen gegessen! Nein! Nein. Also, Ober: noch 'n Apfelkuchen mit Sahne. Wissen Se, was einem der Junge zusetzt! Na, Max, nu geh spielen! Hör nich immer zu, wenn Erwachsene reden. Zehn wird er jetzt. Ja, also ich komme nach Hause, da zeigt mir meine Frau den Brief. Wissen Sie, ich war ganz konsterniert. Ich habe meiner Frau erklärt: So geht das auf keinen Fall weiter! Raus aus der Schule – rein ins Geschäft! Max, laß das sein! Du machst dich schmutzig! Der Junge soll den Ernst des Lebens kennenlernen! Wenn sein Vater so viel arbeitet, dann kann er auch arbeiten. Wissen Se, es is mitunter nicht leicht. Dabei sieht der Junge nichts andres um sich herum als Arbeit: morgens um neun gehe ich weg, um halb neun, um acht – manchmal noch früher – abends komme ich todmüde nach Hause . . . Max, nimm die Finger da raus, du hast den neuen Anzug an! Sie wissen ja, die große Konjunktur in der Zeit, das war im Januar, dann die Liquidation – übrigens glauben Sie, Fehrwaldt hat bezahlt? 'n Deubel hat er! Ich habe die Sache meinem Rechtsanwalt übergeben. Der Mann ist nicht gut, glauben Sie mir! Ja, also, mein Ältester ist jetzt nicht mehr da. Max, laß das! Angefangen hat er bei ... Also hören Sie zu: ich hab ihn nach Frankfurt gegeben, zu S. & S. – kenn Sie die Leute auch? – und da hat er als Volongtär angefangen. Ich hab mir gedacht: So, mein junge, nu stell dich mal auf eigne Füße und laß dir mal den Wind ein bißchen um die Nase wehn. Max, tu das nicht! – jetzt werden wir mal sehn. Meine Frau wollte erst nicht – ich bin der Auffassung, so was ist materiell und ideell sehr gut für den Jungen. Er liest immer. Max, laß das! Ich habe gesagt: Junge, treib doch Sport! Alle deine Kameraden treiben Sport – warum treibst du keinen Sport? Ich komme ja nicht dazu, mit ihm hinzugehn, mir täts ja auch mal sehr gut, hat mir der Arzt gesagt, aber er hat in Berlin doch so viel Möglichkeiten! Max, laß das! Was meinen Sie, was der Junge macht? Er fängt sich was mit einer Schickse an aus einem Lokal; 'nem Büfettfräulein, was weiß ich! Max, was willste nu schon wieder? Nein, bleib hier! Du sollst hierbleiben! Max! Max! Komm mal her! Du sollst mal herkommen! Max, hörst du nicht? Kannst du nicht hören? Du sollst mal herkommen! Hierher sollst du kommen! Komm mal her! Hierher. Was hast du denn? Sieh dich vor! Jetzt reißt der junge die Decke ... ei weh, der ganze Kaffee auf Ihre Hose! Kaffee macht keine Flecke. Du dummer junge, warum kommst du nicht gleich, wenn man dich ruft! Jetzt haste den ganzen Kaffee umgeworfen! Setz dich hin! Jetzt gehste überhaupt nicht mehr weg! Setz dich hin! Hier setzte dich hin! Nicht gemuckst! Gießt den ganzen Kaffee um! Hier – hasten Bonbon! Nu sei still. Ja – er war schon immer so komisch! Bei seiner Geburt habe ich ihm ein Sparkassenkonto angelegt – meinen Sie, er hats einem gedankt? Schule – das wollt er nicht! Aber Theater! Keine Premiere hat er versäumt, jede Besetzung bei Reinhardt wußte er und dann Film ... Nee, wissen Se, das war schon nicht mehr schön! ja, nu hat er mit der ... ein ... Max, sieh mal nach, ob da vorn die Lampen schon angezündet sind! Aber komm gleich wieder! Mit dieser Schickse geht er los! Natürlich kostet das 'n Heidengeld, können Sie sich denken! Nu, es sind da Unregelmäßigkeiten vorgekommen – ich hab ihn wegnehmen müssen, und jetzt ist er in Hamburg. Ach, wissen Se, ich hab schon zu meiner Frau gesagt: Was hat einem der liebe Gott nicht zwei Mädchen gegeben! Die zieht man auf, zieht sie an, legt sie abends zu Bett, und zum Schluß werden sie verheiratet. Da hat man keine Mühe. Und hier! Nichts wie Ärger! Max! Max! Wo bloß der Junge bleibt! Max! Wo warst du denn so lange? Setz dich hierhin! Der Junge ist noch mein Grab – das sage ich Ihnen. Kommen Se, es ist kalt, wir wollen gehn.

    Ich frage mich bloß eins: diese Unbeständigkeit, diese Fahrigkeit, diese schlechten Manieren – von wem hat der Junge das –?«


    Wie fahrig, hektisch, inkonsequent und ungeduldig agiert dieser Vater doch! Der Monolog zeigt schon als solcher, wie egozentrisch und gesprächsunfähig dieser Erzieher denkt und vorgeht. Armer Max!
    #97Verfassermars (236327) 02 Jul. 13, 07:50
    Kommentar
    Zu Mars in # 95:

    Don Carlos von Schiller und Verdi

    http://www.nyaryum.de/16131-Don-Carlos-von-Sc...

    Der historische Don Carlos / Charles d'Autriche:

    560 wurde Carlos vom spanischen Adel als Thronfolger (Fürst von Asturien) anerkannt, jedoch war sein Vater äußerst skeptisch hinsichtlich der Fähigkeiten seines Erstgeborenen. Als Don Carlos siebzehn Jahre alt war, gestand er auf entsprechende Fangfragen seines Beichtvaters, dass er seinen Vater tot sehen wolle.
    ....
    Don Carlos stellte sich nun gegen den König, zumal ihm auch eine Reise nach Italien und ein Besuch bei seiner Verlobten Anna von Österreich in Wien verweigert wurden. Aus Wut tötete er das Lieblingspferd seines Vaters.
    ....
    Um seinen Sohn zu beruhigen, ernannte ihn Philipp zum Minister des Staatsrats, in dem Carlos anfangs engagiert mitarbeitete. Er fiel jedoch bald in sein altes, kindisches Verhalten zurück, woraufhin ihm sein Vater die Aufgabe entzog. Als Carlos in die Niederlande flüchten wollte, ließ Philipp seinen Sohn unter dramatischen Umständen gefangen nehmen und plante einen Hochverratsprozess gegen Carlos (Januar 1568). In der Haft verschluckte Carlos einen Diamantring in der Absicht, sich umzubringen.
    ....
    Der Verdacht, Philipp II. habe seinen Sohn ermorden lassen, wurde nie bestätigt.

    Dem Kaiserhof in Wien kam das Ende Don Carlos’ verdächtig vor, und man wollte einen Sondergesandten schicken, um sich vor Ort kundig zu machen; Philipp II. konnte nur mit ausführlichen Briefen ungute Gefühle zerstreuen.

    Ein Bild des Infanten: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Carlos
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Charles_d'Autric...
    #98Verfasseroopsy (491382) 02 Jul. 13, 08:03
    Kommentar
    Jean Racine (1639-1699) : un père maudit son fils innocent :
    Phèdre ressent pour Hippolyte, fils d'un premier mariage de Thésée, son mari, une passion aussi irrésistible que coupable. Hippolyte qui aime Aricie la repousse avec horreur. Humiliée et dévorée par la jalousie, Phèdre accuse son beau-fils d'avoir voulu la séduire. Fou de rage, Thésée maudit son fils et demande aux dieux de le châtier. Neptune envoie un monstre le marin pour détruire Hippolyte. Quand Phèdre avoue à Thésée qu'Hippolyte est innocent, il est trop tard. Théramène, le précepteur d'Hippolyte, raconte à Thésée la mort héroïque et atroce du valeureux Hippolyte :

    THÉSÉE
    Théramène, est-ce toi ? Qu’as-tu fait de mon fils ?
    Je te l’ai confié dès l’âge le plus tendre.
    Mais d’où naissent les pleurs que je te vois répandre ?
    Que fait mon fils ?

    THÉRAMÈNE
    Ô soins tardifs et superflus !
    Inutile tendresse ! Hippolyte n’est plus.

    THÉSÉE
    Dieux !

    THÉRAMÈNE
    J’ai vu des mortels périr le plus aimable,
    Et j’ose dire encor, seigneur, le moins coupable...

    À peine nous sortions des portes de Trézène,
    Il était sur son char ; ses gardes affligés
    Imitaient son silence, autour de lui rangés ;
    Il suivait tout pensif le chemin de Mycènes ;
    Sa main sur les chevaux laissait flotter les rênes ;
    Ses superbes coursiers qu’on voyait autrefois
    Pleins d’une ardeur si noble obéir à sa voix,
    L’œil morne maintenant, et la tête baissée,
    Semblaient se conformer à sa triste pensée.
    Un effroyable cri, sorti du fond des flots,
    Des airs en ce moment a troublé le repos ;
    Et du sein de la terre une voix formidable
    Répond en gémissant à ce cri redoutable.
    Jusqu’au fond de nos cœurs notre sang s’est glacé ;
    Des coursiers attentifs le crin s’est hérissé.
    Cependant sur le dos de la plaine liquide,
    S’élève à gros bouillons une montagne humide ;
    L’onde approche, se brise, et vomit à nos yeux,
    Parmi des flots d’écume, un monstre furieux.
    Son front large est armé de cornes menaçantes ;
    Tout son corps est couvert d’écailles jaunissantes,
    Indomptable taureau, dragon impétueux,
    Sa croupe se recourbe en replis tortueux ;
    Ses longs mugissements font trembler le rivage.
    Le ciel avec horreur voit ce monstre sauvage ;
    La terre s’en émeut, l’air en est infecté ;
    Le flot qui l’apporta recule épouvanté.
    Tout fuit ; et sans s’armer d’un courage inutile,
    Dans le temple voisin chacun cherche un asile.
    Hippolyte lui seul, digne fils d’un héros,
    Arrête ses coursiers, saisit ses javelots,
    Pousse au monstre, et d’un dard lancé d’une main sûre,
    Il lui fait dans le flanc une large blessure.
    De rage et de douleur le monstre bondissant
    Vient aux pieds des chevaux tomber en mugissant,
    Se roule, et leur présente une gueule enflammée
    Qui les couvre de feu, de sang et de fumée.
    La frayeur les emporte ; et, sourds à cette fois,
    Ils ne connaissent plus ni le frein ni la voix ;
    En efforts impuissants leur maître se consume ;
    Ils rougissent le mors d’une sanglante écume.
    On dit qu’on a vu même, en ce désordre affreux,
    Un dieu qui d’aiguillons pressait leur flanc poudreux.
    À travers les rochers la peur les précipite ;
    L’essieu crie et se rompt : l’intrépide Hippolyte
    Voit voler en éclats tout son char fracassé ;
    Dans les rênes lui-même il tombe embarrassé.
    Excusez ma douleur : cette image cruelle
    Sera pour moi de pleurs une source éternelle.
    J’ai vu, seigneur, j’ai vu votre malheureux fils
    Traîné par les chevaux que sa main a nourris.
    Il veut les rappeler, et sa voix les effraie ;
    Ils courent : tout son corps n’est bientôt qu’une plaie.
    De nos cris douloureux la plaine retentit.
    Leur fougue impétueuse enfin se ralentit :
    Ils s’arrêtent non loin de ces tombeaux antiques
    Où des rois ses aïeux sont les froides reliques.
    J’y cours en soupirant, et sa garde me suit :
    De son généreux sang la trace nous conduit ;
    Les rochers en sont teints ; les ronces dégouttantes
    Portent de ses cheveux les dépouilles sanglantes.
    J’arrive, je l’appelle ; et me tendant la main,
    Il ouvre un œil mourant qu’il referme soudain :
    « Le ciel, dit-il, m’arrache une innocente vie.
    « Prends soin après ma mort de la triste Aricie.
    « Cher ami, si mon père un jour désabusé
    « Plaint le malheur d’un fils faussement accusé,
    « Pour apaiser mon sang et mon ombre plaintive,
    « Dis-lui qu’avec douceur il traite sa captive ;
    « Qu’il lui rende... » À ce mot, ce héros expiré
    N’a laissé dans mes bras qu’un corps défiguré :
    Triste objet où des dieux triomphe la colère,
    Et que méconnaîtrait l’œil même de son père.

    THÉSÉE
    Ô mon fils ! cher espoir que je me suis ravi !
    Inexorables dieux, qui m’avez trop servi !
    À quels mortels regrets ma vie est réservée !

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Ph%C3%A8dre_(Ra...

    Résumé de la pièce:
    http://dz-dict1.leo.org/forum/viewGeneraldisc...

    Rubens, La Mort d'Hippolyte :
    http://mythologica.fr/grec/pic/hippolyte_rube...
    #99VerfasserClélia (601872) 02 Jul. 13, 14:01
    Kommentar
    Clélia, es ist gut, dass in unserer Themeneinheit "Eltern und Kinder" deutlich wird, dass der Generationenkonflikt kein Problem ist, das nur in der Moderne zu finden ist, sondern zum Beispiel auch bei Schiller und Racine.

    Dass Hermann Hesse Probleme mit seinen Eltern und mit der Schule hatte, ist vielen bekannt. Es spiegelt sich auch in der 70-seitigen Erzählung „Kinderseele“, die er als 40-Jähriger 1918/19 schrieb. Gleich am Anfang beschreibt er sein Vaterhaus so:

    „Unser Vaterhaus, das groß und hell an einer hellen Straße lag, betrat man durch ein hohes Tor, und sogleich war man von Kühle, Dämmerung und steinern feuchter Luft umfangen. Eine hohe, düstere Halle nahm einen schweigsam auf, der Boden von roten Sandsteinfliesen führte leicht ansteigend gegen die Treppe, deren Beginn zuhinterst tief im Halbdunkel lag. Viele tausend Male bin ich durch dies hohe Tor eingegangen, und niemals hatte ich acht auf Tor und Flur, Fliesen und Treppe; dennoch war es immer ein Übergang in eine andere Welt, in »unsere« Welt. Die Halle roch nach Stein, sie war finster und hoch, hinten führte die Treppe aus der dunklen Kühle empor und zu Licht und hellem Behagen. Immer aber war erst die Halle und die ernste Dämmerung da: etwas von Vater, etwas von Würde und Macht, etwas von Strafe und schlechtem Gewissen. Tausendmal ging man lachend hindurch. Manchmal aber trat man herein und war sogleich erdrückt und zerkleinert, hatte Angst,
    suchte rasch die befreiende Treppe.“
    (http://www.gutenberg.org/files/42338/42338-8.txt )

    Die beste Inhaltsangabe der Erzählung fand ich in der engl. Wikipedia:

    „One day Hermann Hesse, an eleven-year-old boy, returns from school and as nobody is at home he goes upstairs into his father’s room where he steals sugared and dried figs out of his dad’s chest of drawers. Although he has pangs of conscience and thinks a lot about his deed, he does not confess it to his father. Hermann pretends to have bought the figs at the cake shop in Calw. That is why his father punishes him by taking him there; but before entering the shop, the boy tells that he did not get them there. At home he finally admits that he stole the figs. The book ends with the phrase: “Als ich im Bett lag, hatte ich die Gewissheit, dass er mir ganz und vollkommen verziehen habe – vollkommener als ich ihm.”

    Hesse himself made a comment on his book in a letter to his sister Adele, in which he stated that the way described in Kinderseele was one of extremely straight psychology and love of truth.“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Kinderseele )

    Eine gute Analyse der "Kinderseele" ist hier zu finden: http://www.hhesse.de/media/files/FA-Kindersee...
    #100Verfassermars (236327) 03 Jul. 13, 08:57
    Kommentar
    Lynda Lemay

    Le plus fort, c'est mon père


    Comment t'as fait maman,
    Pour savoir que papa
    Beau temps et mauvais temps
    Il ne partirait pas
    ...

    http://www.youtube.com/watch?v=19p1zR-oxFM

    Mit dem ganzen französischen Text! Sehr bemerkenswert ...
    #101Verfassermars (236327) 03 Jul. 13, 20:32
    Kommentar
    Un père avare, un fils dépensier :
     
    mars : les conflits parents-enfants ne datent en effet pas d'aujourd'hui. Dans l'Avare, la célèbre pièce de Molière écrite en 1668, on trouve ce dialogue étonnamment moderne entre un père et un fils (Harpagon a été surpris pas ses deux enfants, Cléante et Élise, alors que, se croyant seul, il parlait tout seul, évoquant la fortune qu'il a secrètement cachée dans son jardin. Or il ne veut pas que quiconque sache qu'il est riche.) Valère s'insurge intérieurement contre l'avarice et le despotisme de son père.

    ACTE I, SCÈNE IV

    Harpagon, Cléante, Élise.

    Cléante. – Mon Dieu ! mon père, vous n'avez pas lieu de vous plaindre, et l'on sait que vous avez assez de bien.

    Harpagon. – Comment ? j'ai assez de bien ! Ceux qui le disent ont menti. Il n'y a rien de plus faux ; et ce sont des coquins qui font courir tous ces bruits-là.

    Élise. – Ne vous mettez point en colère.

    Harpagon. – Cela est étrange, que mes propres enfants me trahissent et deviennent mes ennemis !

    Cléante. – Est-ce être votre ennemi que de dire que vous avez du bien ?

    Harpagon. – Oui, de pareils discours et les dépenses que vous faites seront cause qu'un de ces jours on me viendra chez moi couper la gorge, dans la pensée que je suis tout cousu de pistoles 1.

    Cléante. – Quelle grande dépense est-ce que je fais ?

    Harpagon. – Quelle ? Est-il rien de plus scandaleux que ce somptueux équipage 2 que vous promenez par la ville ? Je querellais hier votre sœur ; mais c'est encore pis. Voilà qui crie vengeance au Ciel ; et à vous prendre depuis les pieds jusqu'à la tête, il y aurait là de quoi faire une bonne constitution 3. Je vous l'ai dit vingt fois, mon fils, toutes vos manières me déplaisent fort : vous donnez furieusement dans le marquis ; et pour aller ainsi vêtu, il faut que vous me dérobiez.

    Cléante. – Hé ! comment vous dérober ?

    Harpagon. – Que sais-je ? Où pouvez-vous donc prendre de quoi entretenir l'état que vous portez ?

    Cléante. – Moi, mon père ? C'est que je joue ; et comme je suis fort heureux, je mets sur moi tout l'argent que je gagne.

    Harpagon. – C'est fort mal fait. Si vous êtes heureux au jeu, vous en devriez profiter, et mettre à honnête intérêt l'argent que vous gagnez afin de le trouver un jour. Je voudrais bien savoir, sans parler du reste, à quoi servent tous ces rubans dont vous voilà lardé depuis les pieds jusqu'à la tête, et si une demi-douzaine d'aiguillettes ne suffit pas pour attacher un haut-de-chausses ? Il est bien nécessaire d'employer de l'argent à des perruques, lorsque l'on peut porter des cheveux de son cru, qui ne coûtent rien. Je vais gager qu'en perruques et rubans, il y a du moins vingt pistoles ; et vingt pistoles rapportent par année dix-huit livres six sols huit deniers, à ne les placer qu'au denier douze 4.

    Cléante. – Vous avez raison.

    Harpagon. – Laissons cela, et parlons d'autre affaire. (Apercevant Cléante et Élise qui se font des signes.) Euh ? (Bas, à part.) Je crois qu'ils se font signe l'un à l'autre de me voler ma bourse. (Haut.) Que veulent dire ces gestes-là ?

    Élise. – Nous marchandons, mon frère et moi, à qui parlera le premier ; et nous avons tous deux quelque chose à vous dire.


    Molière (1622-1673), L'Avare, 1668.

    Texte intégral:
    http://fr.wikisource.org/wiki/L%27Avare
    ---------------------------------------------------------------------------


    1. Pièces d'or.

    2. Habit.

    3. Placement financier.

    4. Harpagon invite son fils à placer de l'argent avec un intérêt (« au denier douze ») au lieu de le dépenser.
    #102VerfasserClélia (601872) 03 Jul. 13, 20:58
    Kommentar
    Quand l'honneur et la piété filiale doivent passer avant l'amour :

    Le Cid (Cid = Seigneur, titre honorifique accordé à Rodrigue, héros espagnol victorieux des Maures) : célèbre tragédie en vers qui finit bien de Pierre Corneille (1606-1684)

    Au début de la pièce, Rodrigue et Chimène s'aiment et vont se marier. Tout semble donc pour le mieux dans le meilleur des mondes possibles, mais le père de Chimène, Don Gomès, va tout gâcher en offensant gravement le père de Rodrigue, Don Diègue, trop âgé pour se battre. Celui-ci demande à Rodrigue, son fils, de le venger.


    Don Diègue

    Rodrigue, as-tu du cœur ?

    Don Rodrigue

    Tout autre que mon père
    L’éprouverait sur l’heure.


    Don Diègue

    Agréable colère !
    Digne ressentiment à ma douleur bien doux !
    Je reconnais mon sang à ce noble courroux ;
    Ma jeunesse revit en cette ardeur si prompte.
    Viens, mon fils, viens, mon sang, viens réparer ma honte ;
    Viens me venger.

    Don Rodrigue

    De quoi ?


    Don Diègue

    D’un affront si cruel,
    Qu’à l’honneur de tous deux il porte un coup mortel :

    D’un soufflet. L’insolent en eût perdu la vie ;
    Mais mon âge a trompé ma généreuse envie :
    Et ce fer que mon bras ne peut plus soutenir,
    Je le remets au tien pour venger et punir.

    Va contre un arrogant éprouver ton courage :
    Ce n’est que dans le sang qu’on lave un tel outrage ;
    Meurs ou tue. Au surplus, pour ne te point flatter,
    Je te donne à combattre un homme à redouter :
    Je l’ai vu, tout couvert de sang et de poussière,
    Porter partout l’effroi dans une armée entière.
    J’ai vu par sa valeur cent escadrons rompus ;
    Et pour t’en dire encor quelque chose de plus,
    Plus que brave soldat, plus que grand capitaine,
    C’est…


    Don Rodrigue

    De grâce, achevez.


    Don Diègue

    Le père de Chimène.


    Don Rodrigue

    Le…


    Don Diègue

    Ne réplique point, je connais ton amour ;
    Mais qui peut vivre infâme est indigne du jour.
    Plus l’offenseur est cher, et plus grande est l’offense.
    Enfin tu sais l’affront, et tu tiens la vengeance :
    Je ne te dis plus rien. Venge-moi, venge-toi ;
    Montre-toi digne fils d’un père tel que moi.
    Accablé des malheurs où le destin me range,
    Je vais les déplorer : va, cours, vole, et nous venge.
     

    Rodrigue se trouve donc devant ce fameux dilemne cornélien :

    s'il tue le père de Chimène, elle le haïra.
    s'il ne défend pas l'honneur de son père et le sien, elle le méprisera :

    http://www.youtube.com/watch?v=vCXMbuPsH64

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_Cid

    Gérard Philippe a été enterré dans le costume du Cid à Ramatuelle, près de Saint-Tropez.
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    _____________________

    Merci mars pour cette très belle chanson de Lynda Lemay !
    #103VerfasserClélia (601872) 04 Jul. 13, 08:30
    Kommentar
    Clélia, du hast in # 102 gezeigt, dass auch in Stücken von Molière der Vater-Sohn-Konflikt gegenwärtig ist. Man kann sich deshalb fragen, ob es wie bei Rilke einen Zusammenhang mit dem wirkliche Verhältnis des Sohns zu seinen Eltern gibt, und da finde ich in dem Molière-Buch von Daniel Mornet (Hatier), S. 17f diese Hinweise:

    "On ne sait absolument rien du ménage, des ménages Molière, de l’atmosphère où grandit le petit Jean-Baptiste avec sa mère ou sa belle-mère, sinon que le ménage était laborieux, sérieux et fort aisé, ce qui a son importance puisque Molière a passé son enfance et sa jeunesse dans cette aisance et non dans les inquiétudes d’une famille besogneuse et qu’il a quitté la sécurité pour les hasards de la vie de comédien. Sur cette enfance et la première jeunesse de Molière on a bâti force romans dont M. Michaut n’a pas eu de peine à montrer la puérilité. … Tout prouve que ce père n’était pas un Harpagon ni même un homme sans indulgence pour les imprudents et les aventureux. Au comédien dans le besoin il a prêté au total 1.965 livres, et 1.965 livres c’est tout de même quelque 60.000 fr. de notre monnaie de 1939. Il les a avancés en bonne et due forme et en prenant ses précautions. Mais c’est naturel pour un commerçant chez qui l’argent ne doit entrer et sortir que sur pièces comptables, et c’est même le devoir de ce commerçant s’il a d’autres enfants. Disons donc que le jeune Molière eut vraisemblablement une enfance et une jeunesse moyennes et sans histoire dans une famille moyenne.“
    #106Verfassermars (236327) 06 Jul. 13, 08:40
    Kommentar
    Merci mars pour Rilke : Une mère peut en effet, plus ou moins consciemment, essayer de s'approprier l'enfant et se placer entre son père et lui, ce qui déresponsabilise le père qui s'éloigne de sa famille, au moins intérieurement. C'est le cas de la Clémentine de L'Arrache-Cœur, dernier roman écrit par Boris Vian (1920-1959)

    Explication du titre :

    Dans un roman précédent de Boris Vian, L'Ecume des jours, l'arrache-cœur est un arme utilisée pour tuer Jean-Sol Partre (anagramme de Jean-Paul Sartre), auteur de Paradoxe sur le Dégueulis (allusion à l'œuvre de Sartre intitulée La Nausée.)
    Dans le roman qui nous occupe, l'arrache-cœur n'est plus un objet, mais une disposition d'esprit : les gens étouffent tout sentiment de compassion pour autrui, ils n'ont plus de cœur.


    L'Arrache-coeur se présente comme une sorte de conte pour adultes. On y trouve, entre autres, une critique acerbe de la religion et de la psychanalyse. Vian dénonce la brutalité avec laquelle les plus faibles sont traités dans notre société (les vieux sont vendus aux enchères comme des objets), la façon dont nous cherchons à étouffer nos sentiments de culpabilité en donnant de l'argent (La Gloïre, un homme âgé, repêche avec les dents les choses mortes ou pourries jetées dans une rivière immonde. Les gens lui donnent beaucoup d'or qu'il ne peut dépenser pour qu'il ait des remords à leur place.)

    Une mère abusive et "séquestratrice":

    Au début de l'histoire, Clémentine met au monde, dans de grandes souffrances, des triplés, Joël, Noël et Citroën. Elle prend Angel, son mari, en grippe et ne veut plus entendre parler de lui. Celui-ci se console en construisant un bateau qui lui permettra de s'enfuir. Peu à peu, Clémentine se met à surprotèger ses enfants. Elle s'impose des privations inutiles. Elle enferme les triplés dans le jardin, fait abattre les arbres pour qu'ils ne puissent pas y grimper, fait construire un mur infranchissable. Un pivert conseille aux enfants de chercher des limaces bleues au goût d'ananas, symbolisant le rêve, qui leur permettront de s'envoler, mais Clémentine finit par enfermer ses fils dans une cage.

    http://cdn-maison-deco.ladmedia.fr/var/deco/s...

    Boris Vian joue avec les mots (tiré de Wikipédia) :

    Boris Vian aime jouer avec les mots :

    - « Oh ! Oh ! persifla Jacquemort, vous me la baillez belle ! — Je ne baille personne, maréchala le ferrant. », évoquant ici la réponse du maréchal-ferrant.

    http://fr.wiktionary.org/wiki/bailler_belle

    - La jonction des syllabes de mois différents crée un autre calendrier hors du temps dans lequel ces nouveaux mois (juinet, janvril, févruin, octembre, novrier…) comportent bien plus que 31 jours. Sont-ce encore des mois ?
    #107VerfasserClélia (601872) 06 Jul. 13, 10:33
    Kommentar
    Gut, Clélia, dass du auch Boris Vian, den ich sehr schätze, in unseren Zusammenhang gestellt hast. Ich tue es mit einem Romantiker, den man in diesem Kontext nicht unbedingt erwartet, nämlich mit Josef von Eichendorff (gest. 1857):

    Wer lässt sich schon gerne von seinem Vater als Taugenichts beschimpfen? Doch just das geschieht dem Ich-Erzähler in Eichendorffs bekannter Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ (1826), die so beginnt:

    „Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen; mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine. Da trat der Vater aus dem Hause; er hatte schon seit Tagesanbruch in der Mühle rumort und die Schlafmütze schief auf dem Kopfe, der sagte zu mir: «Du Taugenichts! da sonnst du dich schon wieder und dehnst und reckst dir die Knochen müde und läßt mich alle Arbeit allein tun. Ich kann dich hier nicht länger füttern. Der Frühling ist vor der Tür, geh auch einmal hinaus in die Welt und erwirb dir selber dein Brot.» – «Nun», sagte ich, «wenn ich ein Taugenichts bin, so ists gut, so will ich in die Welt gehen und mein Glück machen.» Und eigentlich war mir das recht lieb, denn es war mir kurz vorher selber eingefallen, auf Reisen zu gehen, da ich die Goldammer, welche im Herbst und Winter immer betrübt an unserm Fenster sang: «Bauer, miet mich, Bauer, miet mich!» nun in der schönen Frühlingszeit wieder ganz stolz und lustig vom Baume rufen hörte: «Bauer, behalt deinen Dienst!»

    Ich ging also in das Haus hinein und holte meine Geige, die ich recht artig spielte, von der Wand, mein Vater gab mir noch einige Groschen Geld mit auf den Weg, und so schlenderte ich durch das lange Dorf hinaus. Ich hatte recht meine heimliche Freude, als ich da alle meine alten Bekannten und Kameraden rechts und links, wie gestern und vorgestern und immerdar, zur Arbeit hinausziehen, graben und pflügen sah, während ich so in die freie Welt hinausstrich. Ich rief den armen Leuten nach allen Seiten stolz und zufrieden Adjes zu, aber es kümmerte sich eben keiner sehr darum. Mir war es wie ein ewiger Sonntag im Gemüte. Und als ich endlich ins freie Feld hinauskam, da nahm ich meine liebe Geige vor und spielte und sang, auf der Landstraße fortgehend:

    Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
    Den schickt er in die weite Welt,
    Dem will er seine Wunder weisen
    In Berg und Wald und Strom und Feld.
    Die Trägen, die zu Hause liegen,
    Erquicket nicht das Morgenrot,
    Sie wissen nur vom Kinderwiegen,
    Von Sorgen, Last und Not um Brot.

    Die Bächlein von den Bergen springen,
    Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
    Was sollt ich nicht mit ihnen singen
    Aus voller Kehl und frischer Brust?

    Den lieben Gott laß ich nur walten;
    Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
    Und Erd und Himmel will erhalten,
    Hat auch mein Sach aufs best bestellt!“


    Dieser Beginn zeigt deutlich die zwei Welten, die sich in der Erzählung gegenüberstehen: einerseits die Romantiker und (Lebens-)Künstler, die optimistisch und mutig in die Zukunft blicken und das Leben wander- und abenteuerlustig auf sich zukommen lassen … Andererseits sind da die Philister, die ein bodenständiges, eintöniges und pedantisches Spießbürgerdasein fristen und den „Faulpelzen“ und „Lümmeln“ missgünstige Moralpredigten halten.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Aus_dem_Leben_ei... ) Man gönnt es dem treuherzigen „Taugenichts“, wenn sich nach vielen Irrungen und Wirrungen am Ende die vielschöne hohe Frau, die er liebt, als ein Kind des Volkes entpuppt, wenn die beiden heiraten können und die letzten Worte der Erzählung lauten: …und es war alles, alles gut!“

    #108Verfassermars (236327) 07 Jul. 13, 12:43
    Kommentar
    Mars, darf ich die Vertonung "Vom frohen Wandermann" nachreichen ?

    http://www.youtube.com/watch?v=XVjXQcAgtao
    #109Verfasseroopsy (491382) 07 Jul. 13, 15:41
    Kommentar
    le beau gosse a été bloqué.
    Pourquoi ? Sont-ce des insanités qu'il a écrites ?
    Est-ce du n'importe quoi ?
    #110Verfassersergent garcia (939865) 07 Jul. 13, 17:44
    Kommentar
    Vielen Dank, oopsy, für die Vertonung. Eichendorff eignet sich ja sehr für eine musikalische Bearbeitung seiner Verse ...

    Ich möchte als Kontrast zu der oft dargestellten Problematik zwischen Eltern und Kind wieder einmal einen Beleg für ein harmonisch erscheinendes Verhältnis zwischen beiden Teilen bringen, und das ausgerechnet bei Wilhelm Busch (gest. 1908), von dem man auch ganz andere Töne gewohnt ist. Aber seine Zuwendung zur Mutter berührt mich:

    O Du, die mir die Liebste war,
    Du schläfst nun schon so manches Jahr.
    So manches Jahr, da ich allein,
    Du gutes Herz, gedenk ich Dein.
    Gedenk ich Dein, von Nacht umhüllt,
    so tritt zu mir Dein treues Bild.
    Dein treues Bild, was ich auch tu,
    es wirkt mir ab, es winkt mir zu.
    Und scheint mein Wort Dir gar zu kühn,
    nicht gut mein Tun,
    Du hast mir einst so oft verziehen,
    verzeih auch nun.

    #111Verfassermars (236327) 08 Jul. 13, 09:13
    Kommentar
    #112Verfasseroopsy (491382) 08 Jul. 13, 09:20
    Kommentar
    Merci beaucoup mars et oopsy pour Eichendorff :

    Les Mots de Jean-Paul Sartre (1905-1980), récit autobiographique :

    Jean-Paul Sartre n'a pas connu son père, mort quinze mois après sa naissance. Il est élevé pas sa mère chez ses grands-parents maternels, Charles et Louise Schweitzer, qui l'idolâtrent. Il est la "merveille" de son grand-père, Charles Schweitzer. D'origine alsacienne, professeur d'allemand et homme de lettres, celui-ci possède une imposante bibliothèque dans laquelle Jean-Paul passe de longues heures. Toutefois, au début du moins, sa passion pour la littérature est feinte. Il sait qu'on le regarde, qu'on veut voir en lui le prodige de la famille. Il devient un "monstre que les adultes fabriquent avec leurs regrets". Il écrit : " J'étais un polichinelle ... un grimacier". Prisonnier du regard que les siens portent sur lui,, le petit Sartre, s'applique continuellement à plaire, se donne en spectacle, jouant le rôle de l'enfant modèle. Il devra apprendre à refuser de "devenir ce qu'on veut faire de lui en le coulant dans un moule".
    Avec la complicité affectueuse de sa mère, il se gave aussi de littérature enfantine et s'identifie aux héros des récits passionnants qu'il dévore.
    Confronté aux enfants de son âge, il s'aperçoit avec stupeur que, pour eux, il n'est ni une merveille, ni un héros, mais "un gringalet qui n'intéresse personne", comme le montre cet extrait :

    http://www.bacdefrancais.net/mots.php

    Jean-Paul Sartre, surnommé affectueusement Poulou :

    http://expositions.bnf.fr/sartre/images/3/005.jpg
    #113VerfasserClélia (601872) 08 Jul. 13, 09:55
    Kommentar
    CORRECTION :

    Les dates de naissance et de mort de Maupassant, mentionnées deux fois dans ce fil, ont été oubliées au numéro 22, toutes mes excuses.

    Une très jolie histoire de Maupassant (1850 -1893) :

    http://athena.unige.ch/athena/selva/maupassan...

    Le Papa de Simon

    - Tu leur diras, à tes camarades, que ton papa c'est Philippe Remy, le forgeron, et qu'il ira tirer les oreilles à tous ceux qui te feront du mal.
    Le lendemain, comme l'école était pleine et que la classe allait commencer, le petit Simon se leva, tout pâle et les lèvres tremblantes : "Mon papa, dit-il d'une voix claire, c'est Philippe Remy, le forgeron, et il a promis qu'il tirerait les oreilles à tous ceux qui me feraient du mal."
    Cette fois, personne ne rit plus, car on le connaissait bien ce Philippe Remy, le forgeron, et c'était un papa, celui-là, dont tout le monde eût été fier.
    #114VerfasserClélia (601872) 08 Jul. 13, 10:28
    Kommentar
    Meine Rilke-Beiträge # 104 und 105 mussten gelöscht werden, weil ich zwar Quellen angegeben, aber nicht die genauen Rilke-Daten genannt hatte. Zum Glück habe ich die Beiträge wie viele andere aus verschiedenen Fäden aufgehoben, so dass ich sie nun noch einmal einstellen kann, versehen mit diesen Angaben zu Rilkes Leben: Rainer Maria Rilke, * 4. Dezember 1875 in Prag; † 29. Dezember 1926.

    Rilkes Kindheit wurde durch eine dominante Mutter geprägt, die ihrem Sohn Mädchenkleider anzog, weil sie eigentlich ein Mädchen haben wollte, und die sich von ihrem Mann trennte, weil sie eigentlich einen höher gestellten Herrn heiraten wollte und nicht einen Beamten der Turnau-Kralup-Prager Eisenbahngesellschaft.
     
    Interessant sind die Dokumente Rilkes, die ihn als Kritiker der Mutter, manchmal aber auch als Kritiker des Vaters zeigen. Diese Kritik ist allerdings nicht ungebrochen, da sich nicht nur Kritik, sondern auch Bewunderung und Ehrfurcht vor der Stärke der Mutter zeigen. 1915, als Rainer Maria schon 40 Jahre alt war, schreibt er zum Beispiel dieses Gedicht:
     
    Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.
    Da hab ich Stein auf Stein zu mir gelegt,
    und stand schon wie ein kleines Haus, um das sich
    groß der Tag bewegt,
    sogar allein.
    Nun kommt die Mutter, kommt und reißt mich ein.
    Sie reißt mich ein, indem sie kommt und schaut.
    Sie sieht es nicht, daß einer baut.
    Sie geht mir mitten durch die Wand von Stein.
    Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.
    Die Vögel fliegen leichter um mich her.
    Die fremden Hunde wissen: das ist der.
    Nur einzig meine Mutter kennt es nicht,
    mein langsam mehr gewordenes Gesicht.
    Von ihr zu mir war nie ein warmer Wind.
    Sie lebt nicht dorten, wo die Lüfte sind.
    Sie liegt in einem hohen Herz-Verschlag
    und Christus kommt und wäscht sie jeden Tag.


    (Aus: Die Gedichte 1910 bis 1922 (München, 14.10.1915))
    (http://www.rilke.de )
     
    … Die Mutter scheint diejenige zu sein, die das Leben des Sohnes
    bestimmt und vor dessen Einfluss sich der Sohn bewahren will. 11 Jahre vor dem Text (der oben wiedergegeben wurde) schrieb er an Lou Andreas-Salome:

    „Wenn ich diese verlorene, unwirkliche, mit nichts zusammenhängende Frau, die nicht alt werden kann, sehen muss, dann fühle ich, dass ich, nach Jahren und Jahren Laufens und Gehens, immer noch nicht fern genug von ihr bin, dass ich innerlich irgendwo noch Bewegung habe, die die andere Hälfte ihrer verkümmerten Gebärden sind, Stücke von Erinnerungen, die sie zerschlagen in sich herumträgt; dann graut mir vor ihrer
    zerstreuten Frömmigkeit, vor ihrem eigensinnigen Glauben, vor allem diesen Verzerrten und Entstellten, daran sie sich gehängt hat, selber leer wie ein Kleid, gespenstisch und schrecklich. Und dass ich doch ihr Kind bin; dass in dieser zu nichts gehörenden, verwaschenen Wand irgendeine kaum erkennbare Tapetentür mein Eingang in die Welt war – wenn anders solcher Eingang überhaupt in die Welt führen kann …)!“

    (zitiert in Hans Egon Holthusen, Rilke, rororo Bildmonographien, Hamburg 1958, Seite 14)
    #115Verfassermars (236327) 08 Jul. 13, 14:23
    Kommentar
    Fortsetzung zu Rainer Maria Rilke, * 4. Dezember 1875 in Prag; † 29. Dezember 1926:

    Den Vater empfindet Rilke anders. Da er offenbar mit ihm viel weniger gemein hat, sieht er den Vater auch eher aus der Distanz, aus der Ferne. Der Vater erschien ihm als ein großer Mensch, der ihm von der Mutter entrissen wurde.
     
    Mein Vater war ein verbannter
    König von überm Meer.
    Ihm kam einmal ein Gesandter:
    sein Mantel war ein Panther,
    und sein Schwert war schwer.
    Mein Vater war wie immer
    ohne Helm und Hermelin;
    es dunkelte das Zimmer
    wie immer arm um ihn.
    Es zitterten seine Hände
    und waren blass und leer, -
    in bilderlose Wände
    blicklos schaute er.
    Die Mutter ging im Garten
    und wandelte weiß im Grün,
    und wollte den Wind erwarten
    vor dem Abendglühn.
    Ich träumte, sie würde mich rufen,
    aber sie ging allein, -
    ließ mich vom Rande der Stufen
    horchen verhallenden Hufen
    und ins Haus hinein:
    Vater! Der fremde Gesandte...?
    Der reitet wieder im Wind...
    Was wollte der? Er erkannte
    dein blondes Haar, mein Kind.

     
    Offenbar tritt die Mutter zwischen den Sohn und den Vater und stört die Kommunikation zwischen den beiden. So kann natürlich nur ein Phantasiebild des Jungen von seinem Vater entstehen.
     
    Vater! Wie war er gekleidet!
    Wie der Mantel von ihm floss!
    Geschmiedet und geschmeidet
    war Schulter, Brust und Ross.
    Er war eine Stimme im Stahle,
    er war ein Mann aus Nacht, -
    aber er hat eine schmale
    Krone mitgebracht.
    Sie klang bei jedem Schritte
    an sein sehr schweres Schwert,
    die Perle in ihrer Mitte
    ist viele Leben wert.
    Vom zornigen Ergreifen
    verbogen ist der Reifen,
    der oft gefallen war:
    es ist eine Kinderkrone, -
    denn Könige sind ohne;
    - gieb sie meinem Haar!
    Ich will sie manchmal tragen
    in Nächten, blass vor Scham.
    Und will dir, Vater, sagen,
    woher der Gesandte kam.
    Was dort die Dinge gelten,
    ob steinern steht die Stadt,
    oder ob man in Zelten
    mich erwartet hat.
    Mein Vater war ein Gekränkter
    und kannte nur wenig Ruh.
    Er hörte mir mit verhängter
    Stirne nächtelang zu.
    Mir lag im Haar der Ring.
    Und ich sprach ganz nahe und sachte,
    dass die Mutter nicht erwachte, -
    die an dasselbe dachte,
    wenn sie, ganz weiß gelassen,
    vor abendlichen Massen
    durch dunkle Garten ging.
     

    http://perfektetexte.21publish.de/Literaturanalyse
    #116Verfassermars (236327) 08 Jul. 13, 14:27
    Kommentar
    Autocorrection 113, Les Mots de Jean-Paul Sartre (1905-1980), récit autobiographique :
    Il est élevé PAR sa mère chez ses grands-parents maternels, Charles et Louise Schweitzer, qui l'idolâtrent.
     
    ____________________________

    Marcel Proust (1871-1922) a beaucoup aimé sa grand-mère maternelle :
    « Mon plus grand malheur serait de ne pas avoir connu ma mère ni ma grand-mère ».
     
    Un jour, lors d'une promenade avec l'écrivain, elle a une petite attaque cérébrale qu’elle essaie de cacher. Son état se détériore rapidement.
    Après une longue et pénible agonie, elle meurt en présence de son petit- fils.

    Cette mort causera un immense chagrin à Proust, mais, peu à peu, le souvenir de cette grand-mère disparue s'estompera et il ne pensera presque plus à elle. Prenant parfois conscience de cet oubli, il en éprouve de vifs remords.

    Dans ce passage saisissant de À la recherche du temps perdu. Il raconte un rêve au cours duquel, tout en sachant sa grand-mère morte, il essaie désespérément de la rejoindre :

    Je cherchai en vain la figure de ma grand-mère ... je savais pourtant qu'elle existait encore, mais d'une vie diminuée, aussi pâle que celle du souvenir; l'obscurité grandissait, et le vent; mon père n'arrivait pas qui devait me conduire à elle. Tout d'un coup la respiration me manqua, je sentis mon cœur comme durci, je venais de me rappeler que depuis de longues semaines j'avais oublié d'écrire à ma grand-mère. Que devait-elle penser de moi? «Mon Dieu, me disais-je, comme elle doit être malheureuse dans cette petite chambre qu'on a louée pour elle, aussi petite que pour une ancienne domestique, où elle est toute seule avec la garde qu'on a placée pour la soigner et où elle ne peut pas bouger, car elle est toujours un peu paralysée et n'a pas voulu une seule fois se lever! Elle doit croire que je l'oublie depuis qu'elle est morte, comme elle doit se sentir seule et abandonnée! Oh! il faut que je coure la voir, je ne peux pas attendre une minute, je ne peux pas attendre que mon père arrive; mais où est-ce? comment ai-je pu oublier l'adresse? pourvu qu'elle me reconnaisse encore! Comment ai-je pu l'oublier pendant des mois? » Il fait noir, je ne trouverai pas, le vent m'empêche d'avancer; mais voici mon père qui se promène devant moi; je lui crie «Où est grand-mère? dis-moi l'adresse. Est-elle bien? Est-ce bien sûr qu'elle ne manque de rien? — Mais non, me dit mon père, tu peux être tranquille. Sa garde est une personne ordonnée. On envoie de temps en temps une toute petite somme pour qu'on puisse lui acheter le peu qui lui est nécessaire. Elle demande quelquefois ce que tu es devenu. On lui a même dit que tu allais faire un livre. Elle a paru contente. Elle a essuyé une larme». Alors je crus me rappeler que ... ma grand-mère m'avait dit en sanglotant d'un air humble, comme une vieille servante chassée, comme une étrangère «Tu me permettras bien de te voir quelquefois tout de même, ne me laisse pas trop d'années sans me visiter. Songe que tu as été mon petit-fils et que les grands-mères n'oublient pas». En revoyant le visage si soumis, si malheureux, si doux qu'elle avait, je voulais courir immédiatement et lui dire ce que j'aurais dû lui répondre alors : «Mais, grand-mère, tu me verras autant que tu voudras, je n'ai que toi au monde, je ne te quitterai plus jamais». Comme mon silence a dû la faire sangloter depuis tant de mois que je n'ai été là où elle est couchée! Qu'a-t-elle pu se dire? Et c'est en sanglotant que moi aussi je dis à mon père : «Vite, vite, son adresse, conduis-moi». Mais lui : «C'est que... je ne sais si tu pourras la voir. Et puis, tu sais, elle est très faible, très faible, elle n'est plus elle-même, je crois que ce te sera plutôt pénible. Et je ne me rappelle pas le numéro exact de l'avenue. — Mais dis-moi, toi qui sais, ce n'est pas vrai que les morts ne vivent plus. Ce n'est pas vrai tout de même, malgré ce qu'on dit, puisque grand-mère existe encore». Mon père sourit tristement : «Oh! bien peu, tu sais, bien peu. Je crois que tu ferais mieux de n'y pas aller. Elle ne manque de rien. On vient tout mettre en ordre. — Mais elle est souvent seule? — Oui, mais cela vaut mieux pour elle. Il vaut mieux qu'elle ne pense pas, cela ne pourrait que lui faire de la peine. Cela fait souvent de la peine, de penser. Du reste, tu sais, elle est très éteinte. Je te laisserai l'indication précise pour que tu puisses y aller; je ne vois pas ce que tu pourrais y faire et je ne crois pas que la garde te la laisserait voir... Mais déjà j'avais retraversé le fleuve aux ténébreux méandres, j'étais remonté à la surface où s'ouvre le monde des vivants ... J'avais oublié de fermer les volets, et sans doute le grand jour m'avait éveillé. Mais je ne pus supporter d'avoir sous les yeux ces flots de la mer que ma grand-mère pouvait autrefois contempler pendant des heures; l'image nouvelle de leur beauté indifférente se complétait aussitôt par l'idée qu'elle ne les voyait pas; j'aurais voulu boucher mes oreilles à leur bruit, car maintenant la plénitude lumineuse de la plage creusait un vide dans mon cœur; tout semblait me dire comme ces allées et ces pelouses d'un jardin public où je l'avais autrefois perdue, quand j'étais tout enfant : «Nous ne l'avons pas vue», et sous la rotondité du ciel pâle et divin je me sentais oppressé comme sous une immense cloche bleuâtre fermant un horizon où ma grand-mère n'était pas.

    http://farm9.staticflickr.com/8003/7664489440...
    #117VerfasserClélia (601872) 09 Jul. 13, 08:29
    Kommentar
    Wie schwierig das Verhältnis von Franz Kafka (* 3. Juli 1883 in Prag, Österreich-Ungarn; † 3. Juni 1924 in Klosterneuburg-Kierling, Österreich) zu seinem Vater war, wurde in diesem Faden schon mehrmals erwähnt. Andererseits habe ich in # 56 die Heimkehr des verlorenen Sohns [Lukas-Evangelium] eingestellt. Ihr kann man gut Kafkas bekannten Text „Heimkehr“ gegenüberstellen:

    Heimkehr

    „Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich um. Es ist meines Vaters alter Hof. Die Pfütze in der Mitte. Altes, unbrauchbares Gerät, ineinander verfahren, verstellt den Weg zur Bodentreppe. Die Katze lauert auf dem Geländer. Ein zerrissenes Tuch, einmal im Spiel um eine Stange gewunden, hebt sich im Wind. Ich bin angekommen. Wer wird mich empfangen? Wer wartet hinter der Tür der Küche? Rauch kommt aus dem Schornstein, der Kaffee zum Abendessen wird gekocht. Ist dir heimlich, fühlst du dich zu Hause? Ich weiß es nicht, ich bin sehr unsicher. Meines Vaters Haus ist es, aber kalt steht Stück neben Stück, als wäre jedes mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt, die ich teils vergessen habe, teils niemals kannte. Was kann ich ihnen nützen, was bin ich ihnen und sei ich auch des Vaters, des alten Landwirts Sohn. Und ich wage nicht an die Küchentür zu klopfen, nur von der Ferne horche ich, nur von der Ferne horche ich stehend, nicht so, dass ich als Horcher überrascht werden könnte. Und weil ich von der Ferne horche, erhorche ich nichts, nur einen leichten Uhrenschlag höre ich oder glaube ihn vielleicht nur zu hören, herüber aus den Kindertagen. Was sonst in der Küche geschieht, ist das Geheimnis der dort Sitzenden, das sie vor mir wahren. Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man. Wie wäre es, wenn jetzt jemand die Tür öffnete und mich etwas fragte. Wäre ich dann nicht selbst wie einer, der sein Geheimnis wahren will.“


    Möchte jemand etwas zu diesem Text schreiben und ihn eventuell mit dem Bibeltext vergleichen?

    #118Verfassermars (236327) 09 Jul. 13, 20:35
    Kommentar
    Kafka exprime les mêmes sentiments de crainte, d'appréhension que le fils prodigue en chemin vers la maison paternelle. Ce-dernier est conscient d'avoir mal agi et d'avoir gravement peiné son père, mais il n'envisage pas que celui-ci puisse l'accueillir à bras ouverts. Poussé par la faim, il espère seulement que son père acceptera de le reprendre chez lui comme simple employé :

    "J'irai vers mon père, et je lui dirai : Mon père , j'ai péché contre le ciel et contre toi, je ne suis plus digne d'être appelé ton fils; traite-moi comme l'un de tes employés."

    Il ignore à quel point son père (image d'un Dieu qui pardonne) l'aime.

    "Comme il était encore loin, son père le vit et fut ému de compassion, se jeta à son cou et le couvrit de baisers."

    Le père l'attendait, il ne lui fait aucun reproche et le restaure pleinement dans sa position de fils (image de la merveilleuse grâce divine à l'égard du pécheur perdu qui se repent).

    Dans le texte de Kafka, l'amour du père, son pardon et la joie sont absents.
    ____________

    Quand la maternité ou la paternité conduisent à la folie.

    Madame Hermet est une femme jolie et élégante à qui la vieillesse et l'inéluctable destruction de sa beauté font peur.

    A-t-elle, comme tant d'autres, regardé chaque matin pendant des heures et des heures la peau si fine jadis, si transparente et si claire, qui maintenant se plisse un peu sous les yeux, se fripe de mille traits encore imperceptibles, mais qui se creuseront davantage jour par jour, mois par mois ? A-t-elle vu s'agrandir aussi, sans cesse, d'une façon lente et sûre les longues rides du front, ces minces serpents que rien n'arrête ? A-t-elle subi la torture, l'abominable torture du miroir, du petit miroir à poignée d'argent qu'on ne peut se décider à reposer sur la table, puis qu'on rejette avec rage et qu'on reprend aussitôt, pour revoir, de tout près, de plus près, l'odieux et tranquille ravage de la vieillesse qui s'approche ? S'est-elle enfermée dix fois, vingt fois en un jour, quittant sans raison le salon où causent des amies, pour remonter dans sa chambre et, sous la protection des verrous et des serrures, regarder encore le travail de destruction de la chair mûre qui se fane, pour constater avec désespoir le progrès léger du mal que personne encore ne semble voir, mais qu'elle connaît bien, elle ? Elle sait où sont ses attaques les plus graves, les plus profondes morsures de l'âge. Et le miroir, le petit miroir tout rond dans son cadre d'argent ciselé, lui dit d'abominables choses car il parle, il semble rire, il raille et lui annonce tout ce qui va venir, toutes les misères de son corps, et l'atroce supplice de sa pensée jusqu'au jour de sa mort, qui sera celui de sa délivrance.

    Son fils Georges, âgé de quinze ans attrape la petite vérole. Terrorisée à l'idée qu'elle pourrait être défigurée par cette horrible maladie, elle refuse, malgré les supplications du jeune homme mourant, de le voir une dernière fois. Elle sombre alors dans la folie.

    Le jeune homme agonisait. Se voyant à ses derniers moments, il supplia qu'on décidât sa mère à lui dire adieu. Avec cette espèce de pressentiment qu'ont parfois les moribonds, il avait tout compris, tout deviné et il disait : "Si elle n'ose pas entrer, priez-la seulement de venir par le balcon jusqu'à ma fenêtre pour que je la voie, au moins, pour que je lui dise adieu d'un regard puisque je ne puis pas l'embrasser..."

    ... le mourant attendait, les yeux tournés vers cette fenêtre, il attendait, pour mourir, qu'il eût vu une dernière fois la figure douce et bien-aimée, le visage sacré de sa mère.
    Il attendit longtemps, et la nuit vint. Alors il se retourna vers le mur et ne prononça plus une parole.
    Quand le jour parut, il était mort. Le lendemain, elle était folle.

    Madame Hermet, Guy de Maupassant (1850 -1893)

    http://athena.unige.ch/athena/selva/maupassan...
    ________________
     
    Jean-Luc persécuté, œuvre de l'écrivain suisse Charles-Ferdinand Ramuz (1878-1947), et film en noir et blanc du cinéaste suisse Claude Goretta:

    Jean-Luc est un paysan de montagne qui cultive péniblement des terrains en pente. Christine l'a épousé par dépit, en l'avertissant qu'elle ne pourrait jamais oublier Augustin avec lequel elle n'a pas pu se marier parce que le père de ce-dernier la trouvait trop pauvre. Jean-Luc et Christine ont un enfant. Ils vivent dans un chalet de bois sombre. Les fenêtres sont petites à cause du froid glacial qui sévit pendant les hivers interminables. Elles ne laissent pas entrer beaucoup de lumière. Christine est sans cesse accaparée par les tâches domestiques : dans le film on la voit faire la lessive, étendre le linge, le repasser, le repriser, peler les pommes de terre, faire la vaisselle. A cette époque, dans ces chalets de montagne, les facilités et le confort dont nous jouissons aujourd'hui n'existaient pas. Christine éprouve une certaine affection pour son mari, un peu de mépris aussi, beaucoup d'amour pour son bébé et une attirance irrésistible pour Augustin. Jean-Luc découvre qu'elle le trompe et s'enferme dans un silence désespéré. Il est incapable d'exprimer sa souffrance et sa colère et, par moments, il n'est même pas sûr que son enfant bien-aimé soit vraiment le sien. Il finit par chasser Christine, il sombre dans l'alcoolisme. Mal surveillé par son père, l'enfant se noie dans un torrent. Jean-Luc nie cette mort, refoule sa souffrance. Il se promène partout avec un sourire heureux, en faisant le geste de serrer son enfant sur son cœur, se persuadant ainsi que son fils est toujours vivant. Cette folie douce va se transformer en fureur meurtrière. A la saison des foins, alors que Christine se repose dans un fenil avec l'enfant qu'elle a eu d'Augustin, Jean-Luc les enferme et met le feu à leur abri de bois. Le film de Goretta se termine par les appels au secours désespérés de la mère et les cris stridents de l'enfant.

    Une analyse de l'œuvre de Ramuz :
    http://www.liberation.fr/livres/0101148968-ra...
    Le film de Goretta. La fin manque, malheureusement
    http://www.rts.ch/emissions/archives/50/biogr...

    Citation : Le froid de l'hiver vint qui surprend l'eau, qui coule et durcit les chemins et où il semble que le temps lui-même, gelé, n'avance pas ...
    #119VerfasserClélia (601872) 11 Jul. 13, 11:37
    Kommentar
    Clélia, du hast den Text aus dem Lukas-Evangelium noch einmal sehr ansprechend aufgegriffen und gut gedeutet. Ich möchte nur noch deinen abschließenden Satz zu Kafkas „Heimkehr“ (siehe # 118) vertiefen:

    Bei Kafka verharrt der Heimkehrer in der Distanz. Unsichere Fragen und Verneinungen ziehen nach außen und nach innen alles in Zweifel. Die Küche ist das Zentrum des Elternhauses, aber das „Ich“ zögert vor der Tür, das Geheimnis wird gewahrt auf beiden Seiten. Es ist leider eine Heimkehr ohne Ankunft, nur ein wachsendes Bewusstwerden der Fremdheit des Ortes: Das Wort ‚Ferne‘ wird dreimal wiederholt°! Hier spiegelt sich wieder die Entfremdung zwischen Vater Hermann und Sohn Franz, und durch die Pronomen „man“ und „jemand“ wird sie sogar verallgemeinert.


    Eine interessante, werkimmanente Interpretation der Heimkehr findet sich hier:

    http://www.kerber-net.de/literatur/deutsch/pr...


    #120Verfassermars (236327) 11 Jul. 13, 19:53
    Kommentar
    Adalbert Stifter (* 23. Oktober 1805 in Oberplan, Böhmen, † 28. Jänner 1868 in Linz) war seiner Familie recht verbunden. Das zeigt unter anderem schon die Einleitung zu seinem Werk „Die Mappe meines Urgroßvaters“. Dem ersten Kapitel stellt Stifter diesen lateinischen Spruch voran:

    „Dulce est, inter majorum versari habitacula et veterum dicta factaque recensere memoria.“

    Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Satz: Es ist ‚süß‘, sich in den Wohnungen der Vorfahren aufzuhalten und die Worte und Taten der Alten in der Erinnerung zu überdenken.“

    Das 1. Kapitel „Die Alterthümer“ beginnt dann so:

    „Mit dem an der Spitze dieses Buches stehenden lateinischen Spruche des seligen, nunmehr längst vergessenen Egesippus führe ich die Leser in das Buch und mit dem Buche in mein altes fern von hier stehendes Vaterhaus ein. Der Spruch spielte einmal eine Rolle in einer meiner Auszeichnungen in der Schule, und schon deßhalb hätte ich ihn mir für alle meine Zukunft gemerkt; allein er fiel mir nachher immer wieder ein, wenn ich so in den Räumen meines Vaterhauses herum ging; denn das Haus stak voll von verschiedenen Dingen unserer Vorfahren, und ich empfand wirklich, in den Dingen herum gehend, die seltsamliche Freude und das Vergnügen, von denen Egesippus in seinem Spruche sagt. Dieses Vergnügen haftete aber nicht etwa blos in dem Geiste des Kindes, sondern es wuchs mit mir auf, der ich noch immer alte Sachen gerne um mich habe und liebe. Ja ich denke oft jetzt schon, da ich selber alt zu werden beginne, mit einer Gattung Vorfreude auf jene Zeit hinab, in der mein Enkel oder Urenkel unter meinen Spuren herum gehen wird, die ich jetzt mit so vieler Liebe gründe, als müßten sie für die Ewigkeit dauern, und die dann doch, wenn sie an den Enkel gerathen sind, erstorben und aus der Zeit gekommen sein werden. Das hastige Bauen des Greises, die Störrigkeit auf seine Satzungen zu halten, und die Gierde auf den Nachruhm zu lauschen sind doch nur der dunkle ermattende Trieb des alten Herzens, das so süße Leben noch über das Grab hinaus zu verlängern. Aber er verlängert es nicht; denn so wie er die ausgebleichten geschmacklosen Dinge seiner Vorgänger belächelt und geändert hatte, so wird es auch der Enkel thun, nur mit dem traurig süßen Gefühle, mit dem man jede vergehende Zeit ansieht, wird er noch die Andenken eine Weile behalten und beschauen.

    Diese Dinge empfindend erschien es mir nicht zwecklos, den Spruch des Egesippus an die Spitze eines Gedenkbuches zu stellen, das von meinem Urgroßvater und seiner Mappe handelt.“
     
    http://gutenberg.spiegel.de/buch/217/1


    #121Verfassermars (236327) 13 Jul. 13, 09:44
    Kommentar
    "Ein guter Vater ist einer der am wenigsten gelobten, zur Kenntnis genommenen und erwähnten Vermögenswerte unserer Gesellschaft - und doch einer ihrer wichtigsten."

    Billy Graham
    #122Verfassermars (236327) 13 Jul. 13, 17:18
    Kommentar
    Ich habe in # 111 mit einem Gedicht dokumentiert, wie sehr Wilhelm Busch (1832 – 1908) seiner Mutter zugetan war. Jetzt habe ich ein Gedicht gefunden, das ironisch darstellt, was manche Eltern offenbar ihrem Sohn empfehlen:

    Strebsam

    Mein Sohn, du hast allhier auf Erden
    Dir vorgenommen, was zu werden,
    Sei nicht zu keck;
    Und denkst du, sei ein stiller Denker!
    Nicht leicht befördert wird der Stänker.
    Mit Demut salbe deinen Rücken,
    Voll Ehrfurcht hast du dich zu bücken,
    Mußt heucheln, schmeicheln, mußt dich fügen,
    Denn selbstverständlich nur durch Lügen
    Kommst du vom Fleck.
    Oh, tu's mit Eifer, tu's geduldig,
    Bedenk, was du dir selber schuldig!
    Das Gönnerherz wird sich erweichen,
    Und wohl verdient wirst du erreichen
    Den guten Zweck.


    Unter den Reimwörtern finde ich besonders bücken, fügen, Lügen und geduldig aufschlussreich. Witzig finde ich hingegen, wie die Reime keck - Fleck - Zweck den ansonsten eintönigen Paarreim-Trott unterbrechen …

    #123Verfassermars (236327) 14 Jul. 13, 12:11
    Kommentar
    Mit dem Gedicht von Wilhelm Busch in # 123 kann man auch eines von Bertolt Brecht (1898 – 1956) vergleichen, es hat die Überschrift „Was ein Kind gesagt bekommt“ und endet mit den Versen:

    Kartoffeln sind gesund.
    Ein Kind hält den Mund


    Ich darf es hier nicht einstellen, aber dieser Link ist erlaubt:

    http://kw.uni-paderborn.de/fileadmin/kw/insti...

    Das Gedicht ist in der rechten Spalte zu finden, unter dem auch sehr lesenswerten „Kindergedicht“ von Erich Fried. Mir fällt an ihm auf, dass Brecht dreimal „man“ sagt, also die Eltern dem Kind Verallgemeinerungen vorsetzen lässt … Indem Brecht diese Erzieher sprechen lässt, karikiert er sie.

    #124Verfassermars (236327) 15 Jul. 13, 10:30
    Kommentar
    Wer von Dieter Höss (* 9. September 1935) das traurige Gedicht „Glückliche Jugend“ nicht kennt, findet es hier:

    http://www.spiesser.de/node/667569


    Gibt es wirklich so viele Eltern, die ihren Kindern nichts von Maikäfern, Laubfröschen und leibhaftigen Kühen erzählen, wenn sie ihnen schon keine zeigen können? Es soll ja Großstadtkinder geben, für die Kühe lila aussehen! …

    #125Verfassermars (236327) 16 Jul. 13, 10:52
    Kommentar
    Ich möchte für mich persönlich das so reich behandelte Thema der Eltern-Kind-Problematik mit den folgenden Zeilen abschließen:

    Deine Kinder sind nicht deine Kinder.
    Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht
    des Lebens nach sich selbst.
    Sie kommen durch dich,
    aber nicht von dir,
    und obwohl sie bei dir sind,
    gehören sie nicht dir.
    Du kannst ihnen deine Liebe geben,
    aber nicht deine Gedanken.
    Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
    aber nicht ihrer Seele,
    denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen,
    das du nicht besuchen kannst,
    nicht einmal in deinen Träumen.
    Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein,
    aber versuche nicht,
    sie dir gleich zu machen.
    Denn das Leben geht nicht rückwärts
    und verweilt nicht beim Gestern.

    anonym, in „Gemeinsam unterwegs“ AfÖ 20148 Hamburg


    Ich schlage vor, bei den thematischen Einheiten im „Schatzkästlein“ eine „Sommerpause“ einzulegen. In den nächsten Wochen soll jeder nach Lust und Laune literarische Texte aus Lyrik, Epik und Dramatik einstellen können, die ihm aus bestimmten Gründen gefallen oder wichtig erscheinen. Es darf ruhig ein gemischter Sommer-Blumenstrauß entstehen, je bunter, umso besser!

    Ich möchte nur noch einmal an das erinnern, was ich schon im Eingangsbeitrag schrieb: Texte von Autoren (bei Übersetzungen von Übersetzern), deren Todestag länger als 70 Jahre zurückliegt, können hier in voller Länge zitiert werden, bei ‚jüngeren‘ Verfassern/Übersetzern ist nach einem kurzen (!) einleitenden Zitat lediglich ein Verweis auf eine legitimierte Veröffentlichung statthaft, eventuell auch ein Link auf eine Internet-Seite. Das Sterbedatum des Autors ist bei JEDEM Beitrag unerlässlich.

    #126Verfassermars (236327) 17 Jul. 13, 10:32
    Kommentar
    Perplexe, danke für den Hinweis. Ich wusste nicht, dass die schönen Zeilen des Beitrags #126 auch im Internet zu finden sind. Ich hatte sie der von mir genannten Quelle entnommen, die mir gedruckt vorliegt. Dort stehen sie ohne Verfasserangabe auf S. 43, und bei den Textnachweisen auf S. 99 ist auch keine Quelle genannt.

    Ich reiche deshalb auch meinerseits die Daten von Khalil Gibran nach: (* 6. Januar 1883 als Gibrān Khalīl Gibrān bin Mikhā'īl bin Sa'ad arabisch ‏جبران خليل جبران‎, DMG Ǧibrān Ḫalīl Ǧibrān in Bischarri, Osmanisches Reich, heute Libanon; † 10. April 1931 in New York City).

    Ich würde es begrüßen, perplexe, wenn du dich auch zum Inhalt der Verse von Khalil Gibran äußern würdest. Mir erschienen sie zum Abschluss des so vielfältig aufgefächerten Themas der Eltern-Kind-Problematik, die dich offenbar auch interessiert, recht geeignet. Hätten nur auch Kafkas Vater oder Rilkes Mutter diese so wichtigen Einsichten beherzigen können! Ich finde gerade die ersten Sätze sehr tiefsinnig und glänzend formuliert, sowohl in der deutschen als auch in der frz. Übersetzung (für deren Kopie ich dir übrigens auch danke). Und am Schluss münden die Sätze in den so wichtigen Appell: "Versuche nicht, sie dir gleich zu machen!" Ich selbst habe es nicht versucht und stelle fest, dass meine Kinder anders als ich geworden sind und dass ich mich darüber freue.
    #128Verfassermars (236327) 17 Jul. 13, 17:55
    Kommentar
    Wir gehen am Meer im tiefen Sand

    Wir gehen am Meer im tiefen Sand,
    Die Schritte schwer und Hand in Hand.
    Das Meer geht ungeheuer mit,
    Wir werden kleiner mit jedem Schritt.
    Wir werden endlich winzig klein
    Und treten in eine Muschel ein.
    Hier wollen wir tief wie Perlen ruhn,
    Und werden stets schöner, wie die Perlen tun.

    Max Dauthendey (1867-1918)
    #129Verfasseroopsy (491382) 18 Jul. 13, 08:22
    Kommentar
    @ mars : j'aime beaucoup le texte tiré de Die Mappe meines Urgrossvaters. Le souvenir de ceux qui nous ont précédé perdure au travers des objets qui leur appartenaient. Toutefois, aujourd'hui, on préfère souvent se débarrasser des meubles anciens pour en acheter d'autres, plus pratiques et plus modernes, qu'on jettera dans une ou deux dizaines d'années afin de les remplacer eux aussi. Les antiquaires, dont les affaires périclitent, en savent quelque chose !

    _________________


    La Guerre des boutons de Louis Pergaud (1882 – 1915).

    En Franche-Comté, au début du siècle passé, les enfants des villages de Longeverne et de Velran jouent à la guerre. Dès la sortie de l'école, ils se livrent des batailles sans merci. Les prisonniers de guerre se font humilier par l'adversaire qui leur arrache tous leurs boutons.

    À part ceci, ce fut une bataille franche.

    Quand chacun des camps en présence eut épuisé sa réserve de cailloux, les guerriers s’avancèrent résolument de part et d’autre, les armes à la main, pour se cogner en toute conscience.

    Les Velrans avançaient en coin, les Longevernes en trois petits groupes : au centre Lebrac, à droite Camus, à gauche Grangibus.

    Pas un ne disait mot. Ils avançaient au pas, lentement, comme des chats qui se guettent, les sourcils froncés, les yeux terribles, les fronts plissés, les gueules tordues, les dents serrées, les poings raidis sur le gourdin, les sabres ou les lances.

    Et la distance diminuait et, au fur et à mesure, les pas se rapetissaient encore ; les trois groupes de Longeverne se concentraient sur la masse triangulaire de Velrans.

    Et quand les deux chefs furent presque nez à nez, à deux pas l’un de l’autre, ils s’arrêtèrent. Les deux troupes étaient immobiles, mais de l’immobilité d’une eau qui va bouillir, hérissées, terribles ; des colères grondaient sourdement en tous, les yeux décochaient des éclairs, les poings tremblaient de rage, les lèvres frémissaient.

    Qui le premier, de l’Aztec ou de Lebrac, allait s’élancer ? on sentait qu’un geste, un cri, allait déchaîner ces colères, débrider ces rages, affoler ces énergies, et le geste ne se faisait pas et le cri ne sortait point et il planait sur les deux armées un grand silence tragique et sombre que rien ne rompait.

    Couâ, couâ, croâ ! une bande de corbeaux rentrant en forêt passèrent sur le champ de bataille en jetant, étonnés, une rafale de cris.

    Cela déclencha tout.

    Un hurlement sans nom jaillit de la gorge de Lebrac, un cri terrible sauta des lèvres de l’Aztec, et ce fut des deux côtés une ruée impitoyable et fantastique.

    Impossible de rien distinguer. Les deux armées s’étaient enfoncées l’une dans l’autre, le coin des Velrans dans le groupe de Lebrac, les ailes de Camus et de Grangibus dans les flancs de la troupe ennemie. Les triques ne servaient à rien. On s’étreignait, on s’étranglait, on se déchirait, on se griffait, on s’assommait, on se mordait, on arrachait des cheveux ; des manches de blouses et de chemises volaient au bout des doigts crispés, et les coffres des poitrines, heurtées de coups de poing, sonnaient comme des tambours, les nez saignaient, les yeux pleuraient.

    C’était sourd et haletant, on n’entendait que des grognements, des hurlements, des cris rauques, inarticulés : han ! ahi ! ran ! pan ! rab ! crac ! ahan ! charogne ! mêlés de plaintes étouffées : euh ! oille ! ah ! et cela se mêlait effroyablement.

    C’était un immense torchis hurlant de croupes et de têtes, hérissé de bras et de jambes qui se nouaient et se dénouaient. Et tout ce bloc se roulait et se déroulait et se massait et s’étalait pour recommencer encore.

    La victoire serait aux plus forts et aux plus brutaux. Elle devait sourire encore à Lebrac et à son armée.

    Les plus atteints partirent individuellement. Boulot, le nez écrasé par un anonyme coup de sabot, regagna le Gros Buisson en s’épongeant comme il pouvait ; mais du côté des Velrans c’était la débandade : Tatti, Pissefroid, Lataupe, Bousbot, et sept ou huit autres filaient à cloche-pied ou le bras en écharpe ou la gueule en compote et d’autres encore les suivirent et encore quelques-uns, de sorte que les valides, se voyant petit à petit abandonnés et presque sûrs de leur perte, cherchèrent eux aussi leur salut dans la fuite, mais pas assez vite cependant pour que Touegueule, Migue la Lune et quatre autres ne fussent bel et bien enveloppés, chipés, empoignés et emmenés tout vifs au camp du Gros Buisson, à grand renfort de coups de pied au cul.

    Ce fut vraiment une belle journée.


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/La_Guerre_des_b...

    http://image.toutlecine.com/photos/l/a/0/la-g...
    #130VerfasserClélia (601872) 18 Jul. 13, 08:36
    Kommentar
    Die Teilung

    Es hat einmal, so wird gesagt,
    Der Löwe mit dem Wolf gejagt.
    Da haben sie vereint erlegt
    Ein Wildschwein, stark und gut gepflegt.
    Doch als es ans Verteilen ging,
    Dünkt das dem Wolf ein misslich Ding.
    Der Löwe sprach, "Was grübelst Du?
    Glaubst Du, es geht nicht redlich zu?
    Dort kommt der Fuchs, er mag entscheiden,
    Was jedem zukommt von uns beiden."
    "Gut', sagt der Wolf, dem solch ein Freund
    Als Richter gar nicht übel scheint.
    Der Löwe winkt dem Fuchs sogleich:
    "Herr Doktor, da ist was für Euch.
    Hier dieses jüngst erlegte Schwein,
    Bedenkt es wohl, ist mein und sein.
    Ich fasst es vorn, er griff es hinten;
    jetzt teilt es uns, doch ohne Finten."
    Der Fuchs war ein Jurist von Fach.
    "Sehr einfach", sprach er, "liegt die Sach.
    Das Vorderteil, ob viel ob wenig,
    Erhält mit Fug und Recht der König.
    Dir aber, Vetter Isegrimm,
    Gebührt das Hinterteil. Da nimm!"
    Bei diesem Wort trennt er genau
    Das Schwänzlein hinten von der Sau.
    Indes: der Wolf verschmäht die Beute,
    Verneigt sich kurz und geht beiseite.
    "Fuchs", sprach der Löwe, "bleibt bei mir.
    Von heute ab seid Ihr Großvezier."

    Wilhelm Busch, gest. 1908
    #131Verfasseroopsy (491382) 20 Jul. 13, 11:30
    Kommentar
    Cécile SAUVAGE (1883-1927),


    Quelle molle inexistence
    Descend en pâle lueur
    De ce bouleau qui balance
    Sa ramure de fraîcheur.
    Cette fraîcheur endormie
    De lumière verte et calme
    A la rêveuse harmonie
    Et le silence de l’âme.
     

    http://a142.idata.over-blog.com/0/14/08/09/na...
    #132VerfasserClélia (601872) 20 Jul. 13, 15:40
    Kommentar
    Der Schwan

    Diese Mühsal, durch noch Ungetanes
    schwer und wie gebunden hinzugehn,
    gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.
    Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen
    jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,
    seinem ängstlichen Sich-Niederlassen:
    in die Wasser, die ihn sanft empfangen
    und die sich, wie glücklich und vergangen,
    unter ihm zurückziehen, Flut um Flut;
    während er unendlich still und sicher
    immer mündiger und königlicher
    und gelassener zu ziehn geruht.

    Rilke, gest. 1926
    #133Verfasseroopsy (491382) 22 Jul. 13, 09:13
    Kommentar
    LE COIFFEUR



     L’on s’assied devant une psyché d’acajou qui contient sur sa plaque de marbre des lotions en fioles, des boîtes à poudre de riz en verre bleu, des brosses à tête aux crins gras, des peignes acérés et chevelus, un pot de pommade ouvert et montrant la marque d’un index imprimé dans de la pâte jaune.
     
    Alors l’exorbitant supplice commence.
     
    Le corps enveloppé d’un peignoir, une serviette tassée en bourrelet entre la chair du cou et le col de la chemise, sentant poindre aux tempes la petite sueur de l’étouffement, l’on reçoit la poussée d’une main qui vous couche le crâne, à droite, et le froid des ciseaux vous fait frissonner le derme.
     
    Au bruyant cliquetis du fer que le tondeur agite, les cheveux s’éparpillent en pluie, tombent dans les yeux, se logent dans les cils, s’attachent aux ailes du nez, se collent aux coins des lèvres qu’ils chatouillent et piquent, tandis qu’une nouvelle poussée de main vous couche subitement le crâne à gauche.

    Tête à droite, tête à gauche, fixe. Et ce va-et-vient de Guignol continue, aggravé par le galop des cisailles qui manœuvrent autour des oreilles, courent sur les joues, entament la peau, cheminent le long des tempes, barrent l'œil qui louche ébloui par ces lueurs claires.

    — Monsieur, veut-il le journal ?

    — Non.

    — Un beau temps, n’est-ce pas, monsieur ?

    — Oui.

    — Il y a des années que nous n’avons eu un hiver aussi doux.

    — Oui.

    Puis un temps d’arrêt ; le funèbre jardinier s’est tu. Il vous tient l’occiput maintenant entre ses deux poings et le voilà qui, au mépris des éléments les moins contestés de l’hygiène, vous le balance, en haut, en bas, très vite, penchant sa barbe sur votre front, haleinant sur votre figure, examinant dans la glace de la psyché si les crins tondus sont bien de longueur égale ; le voilà qui émonde, par-ci, par-là, encore, et qui recommence à faire cache-cache avec votre tête qu’il tente en appuyant dessus de vous rentrer dans l’estomac pour mieux juger de l’effet de sa coupe. La souffrance devient intolérable. — Ah ! où sont-ils donc les bienfaits de la science, les anesthésiques vantés, les pâles morphines, les fidèles chloroformes, les pacifiants éthers ?

    Mais le coiffeur halète, épuisé par ses efforts, souffle comme un bœuf, puis se rue de nouveau sur votre caboche qu’il ratisse maintenant avec un petit peigne et rabote sans trêve avec deux brosses.

    Un soupir de détresse vous échappe, tandis que déposant ses étrilles, il secoue votre peignoir.

    — Monsieur veut-il une friction ?

    — Non.

    — Un shampooing alors ?

    — Non.

    — Monsieur a tort, cela raffermit le cuir chevelu et détruit les pellicules.

    D’une voix mourante, l’on finit par accepter le shampooing, las, vaincu, n’espérant plus s’échapper vivant de cet antre.

    Alors une rosée coule, goutte à goutte, sur votre tignasse que l’homme, les manches retroussées, récure, puis bientôt cette rosée qui pue l’orangeade se change en mousse et, stupéfié, l’on s’aperçoit dans la glace, coiffé d’un plat d'œufs à la neige que de gros doigts crèvent.

    Le moment est venu où le supplice va atteindre son acuité suprême.

    Brutalement, votre tête voltige comme sur des raquettes entre les bras du pommadin qui rugit et se démène ; votre cou craque, vos yeux jaillissent, la congestion commence, la folie menace. Dans une dernière lueur de bon sens, dans une dernière prière, l’on implore le ciel, l’adjurant de vous accorder un genou, une tête de veau, de vous rendre chauve !

    L’opération se termine pourtant. On se lève chancelant, pâle, comme au sortir d’une longue maladie, guidé par le bourreau qui vous précipite le chef dans une cuvette, vous le saisit à la nuque, l’asperge à grands flots d’eau froide, puis le comprime fortement, à l’aide d’une serviette et le reporte dans le fauteuil où pareil à une viande échaudée, il gît sans mouvement, très blanc.

    Il ne reste plus, après les cruelles souffrances endurées, qu’à subir le dégoût des manipulations finales, l’enduit de poix écrasé dans les paumes et plaqué sur le crâne écorché de nouveau par les dents des peignes.

    C’est fait, on est dégarroté, debout, libre ; l’on écarte les offres de savon et de lubin ; l’on paye et l’on fuit à toutes jambes, de la périlleuse officine, mais, au grand air, l’égarement s’efface, l’équilibre revient, les pensées reprennent tranquillement leur marche.

    On se trouve mieux portant, moins mûr. En même temps qu’il vous sarclait le poil, le merlan vous a comme par miracle allégé de plusieurs ans ; l’atmosphère semble plus clémente et plus neuve, des fraîcheurs d’âme éclosent, mais elles se fanent, hélas ! presque aussitôt car les démangeaisons que procurent les cheveux coupés, tombés dans la chemise, se font sentir. Et lentement, couvant un rhume, l’on retourne chez soi, admirant l’éternel héroïsme des religieux dont les chairs sont, nuit et jour, volontairement grattées par l’âpre crin des durs cilices.
     


    Joris-Karl Huysmans (1848 – 1907)
    Croquis parisien

    http://www.pariscool.com/album/galleries/tout...
    #134VerfasserClélia (601872) 22 Jul. 13, 18:05
    Kommentar
    @ perplexe : chouette, enfin une réaction -) !

    Je précise : je ne pleure pas du tout sur le sort des "pauvres" antiquaires. Je ne voudrais pas mettre toutes les personnes exerçant cette profession dans le même panier : toutefois, ceux à qui j'ai eu affaire (d'assez loin, heureusement !) vendaient des meubles anciens hors de prix pour prétendre quelques années plus tard, au moment du décès de la personne qui les avait achetés, qu'ils ne valaient rien du tout (alors que des factures soigneusement gardées prouvaient le contraire.) Les meubles anciens ne seraient plus un bon placement -) !

    Ce que je voulais dire :
    Beaucoup de jeunes, paraît-il, montrent peu d'intérêt pour les meubles anciens qui leur sont légués, d'une part parce que cela coûte beaucoup trop cher de les faire réparer et d'autre part parce que certains d'entre eux veulent pouvoir renouveler leur intérieur au moins tous les dix ans.
    #136VerfasserClélia (601872) 23 Jul. 13, 11:22
    Kommentar
    Les vieux meubles, symboles d'une forme de société dépassée, en train de disparaître avec son immobilisme, son ennui, son désenchantement, son amertume et ses conflits intergénérationnels.


    Pjotr: Des Abends ist's hier bei uns ganz besonders eng … und so ungemütlich. Alle diese vorsintflutlichen Möbel wachsen gleichsam aus dem Boden, sie erscheinen noch größer, noch schwerfälliger … Sie nehmen die Luft weg, hindern einen am Atmen. Klopft gegen den Schrank. Dieser Speiseschrank steht nun schon achtzehn Jahre auf einem Fleck … achtzehn Jahre … Man sagt, daß das Leben rasch dahinflute … nun, dieses Ungetüm hat es nicht um einen Zoll von der Stelle gebracht ...Wie oft hab ich mir als kleiner Junge an seiner Kante die Stirn wundgeschlagen … und auch jetzt steht es mir im Wege … Ein zu dummer Kasten … Das ist kein Schrank, sondern eine Art Symbol … der Teufel mag es holen!

    Maxim Gorki (1868-1936) Die Kleinbürger

    Texte intégral :

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/2864/3
    http://www.anticmaupilier.com/images/sept9%20...

    Edit :

    Résumé de la pièce :

    Im Hause Bessemjonow herrschen statt familiärer Harmonie Streit und Unzufriedenheit. Die Kinder widersetzen sich dem Vater und seinen Vorstellungen vom Leben. Sohn Pjotr ist wegen der Teilnahme an Studentenunruhen der Universität verwiesen worden, die Tochter Tatjana arbeitet als Lehrerin, ist immer noch nicht verheiratet und weiß nicht, wozu sie leben soll. Skurrile Gestalten wie der Vogelhändler Pertschichin oder der Kirchsänger Teterew gehen ein und aus, und oben im Haus wohnt die lebenslustige junge Witwe Jelena, zu der Pjotr sich hingezogen fühlt.
    Dem Vater Bessemjonow entgleiten aber nicht nur seine eigenen Kinder, auch sein Pflegesohn Nil träumt von einer anderen Zeit, einer anderen Welt – einer, die Bessemjonow ängstigt, die er nicht versteht. Er spürt, dass die alte Ordnung kraftlos geworden ist. In seinem ersten, 1901 entstandenen, Stück zeigt Maxim Gorki die Konflikte einer kleinbürgerlichen Familie im Licht des aufkeimenden Sozialismus in Russland. Spürbar ist die Hoffnung auf einen Aufbruch in ein neues Zeitalter, in ein freies und glückliches Leben.


    Tiré de :
    http://www.thalia-theater.de/h/repertoire_33_...
    #137VerfasserClélia (601872) 23 Jul. 13, 12:52
    Kommentar
    Ich will unsere sommerliche Themen-Pause (siehe # 126), in der jeder nach Lust und Laune posten soll, was ihm gerade gefällt, dazu benutzen, ein Gedicht vorzustellen, dass gut zur gegenwärtigen Witterung passt:

    Urlaubshitze

    Überall hört man von Hitze,
    Manchen trifft sogar der Schlag,
    Nass wird man am Hosensitze
    Schon am frühen Vormittag.

    Damen, denen man begegnet,
    Leiden sehr am Ambopoäng:
    »Gott! Wenn es nur endlich regnet!«
    Ist der ewige Refräng.

    Oberlehrer und Pastoren
    Baden sich in diesem Jahr,
    Ihre Scham geht auch verloren,
    Und man nimmt sie nackicht wahr.

    Busen, Hintern, Waden, Bäuche
    Zeigt man heuer lächelnd her,
    Und wir kriegen schon Gebräuche
    Wie die Neger ungefähr.

    Wenn das Barometer sänke,
    Käme eine bessre Zeit
    In bezug auf die Gestänke
    Und in puncto Sittlichkeit.


    Ludwig Thoma (1867-1921)

    #138Verfassermars (236327) 24 Jul. 13, 13:23
    Kommentar
    Il y a quelque temps le journal vaudois 24heures signalait la présence insolite d'un merle blanc, au parc Bourget à Lausanne :

    ... selon Lionel Maumary, ornithologue, l’oiseau est plutôt embêté d’être aussi visible. Impossible pour lui de se cacher en une seconde dans les haies et les sous-bois ombrés à l’instar des autres merles: on le voit où qu’il soit! «Sa blancheur le place au premier rang des proies recherchées par l’épervier d’Europe, qui avale au moins un oiseau par jour. Ce merle se sent visible, il se sait vulnérable, c’est pourquoi il passe à toute allure d’un endroit à un autre, ne se laisse pas approcher facilement, contrairement au merle classique qui n’est guère farouche.»http://archives.24heures.ch/vaud-regions/actu...
    http://journal.24heures.ch/files/imagecache/4...

    Dans son récit intitulé Histoire d'un merle blanc, Alfred de Musset (1810 – 1857) évoque sous une forme imagée les souffrances des poètes et l'incompréhension qu'ils rencontrent.

    Extrait :

    Qu'il est glorieux, mais qu'il est pénible d'être en ce monde un merle exceptionnel ! Je ne suis point un oiseau fabuleux ... Mais, hélas ! je suis extrêmement rare et très difficile à trouver. Plût au ciel que je fusse tout à fait impossible !
    Mon père et ma mère étaient deux bonnes gens qui vivaient, depuis nombre d'années, au fond d'un vieux jardin retiré du Marais. C'était un ménage exemplaire. Pendant que ma mère, assise dans un buisson fourré, pondait régulièrement trois fois par an, et couvait, tout en sommeillant, avec une religion patriarcale, mon père, encore fort propre et fort pétulant, malgré son grand âge, picorait autour d'elle toute la journée, lui apportant de beaux insectes qu'il saisissait délicatement par le bout de la queue pour ne pas dégoûter sa femme, et, la nuit venue, il ne manquait jamais, quand il faisait beau, de la régaler d'une chanson qui réjouissait tout le voisinage. Jamais une querelle, jamais le moindre nuage n'avait troublé cette douce union.
    À peine fus-je venu au monde, que, pour là première fois de sa vie, mon père commença à montrer de la mauvaise humeur. Bien que je ne fusse encore que d'un gris douteux, il ne reconnaissait en moi ni la couleur, ni la tournure de sa nombreuse postérité.
    —Voilà un sale enfant, disait-il quelquefois en me regardant de travers ; il faut que ce gamin-là aille apparemment se fourrer dans tous les plâtras et tous les tas de boue qu'il rencontre, pour être toujours si laid et si crotté.
    —Eh, mon Dieu ! mon ami, répondait ma mère, toujours roulée en boule dans une vieille écuelle dont elle avait fait son nid, ne voyez-vous pas que c'est de son âge ? Et vous-même, dans votre jeune temps, n'avez-vous pas été un charmant vaurien ? Laissez grandir notre merlichon, et vous verrez comme il sera beau ; il est des mieux que j'aie pondus.

    Tout en prenant ainsi ma défense, ma mère ne s'y trompait pas ; elle voyait pousser mon fatal plumage, qui lui semblait une monstruosité ; mais elle faisait comme toutes les mères qui s'attachent souvent à leurs enfants par cela même qu'ils sont maltraités de la nature, comme si la faute en était à elles, ou comme si elles repoussaient d'avance l'injustice du sort qui doit les frapper.
    Quand vint le temps de ma première mue, mon père devint tout à fait pensif et me considéra attentivement. Tant que mes plumes tombèrent, il me traita encore avec assez de bonté et me donna même la pâtée, me voyant grelotter presque nu dans un coin ; mais dès que mes pauvres ailerons transis commencèrent à se recouvrir de duvet, à chaque plume blanche qu'il vit paraître, il entra dans une telle colère, que je craignis qu'il ne me plumât pour le reste de mes jours ! Hélas ! je n'avais pas de miroir ; j'ignorais le sujet de cette fureur, et je me demandais pourquoi le meilleur des pères se montrait pour moi si barbare.
    Un jour qu'un rayon de soleil et ma fourrure naissante m'avaient mis, malgré moi, le cœur en joie, comme je voltigeais dans une allée, je me mis, pour mon malheur, à chanter. À la première note qu'il entendit, mon père sauta en l'air comme une fusée.
    —Qu'est-ce que j'entends-là ? s'écria-t-il ; est-ce ainsi qu'un merle siffle ? est-ce ainsi que je siffle ? est-ce là siffler ?
    Et, s'abattant près de ma mère avec la contenance la plus terrible :
    —Malheureuse ! dit-il, qui est-ce qui a pondu dans ton nid ?
    À ces mots, ma mère indignée s'élança de son écuelle, non sans se faire du mal à une patte ; elle voulut parler, mais ses sanglots la suffoquaient, elle tomba à terre à demi pâmée.

    Je la vis près d'expirer ; épouvanté et tremblant de peur, je me jetai aux genoux de mon père.
    —O mon père ! lui dis-je, si je siffle de travers, et si je suis mal vêtu, que ma mère n'en soit point punie ! Est-ce sa faute si la nature m'a refusé une voix comme la vôtre ? Est-ce sa faute si je n'ai pas votre beau bec jaune et votre bel habit noir à la française, qui vous donnent l'air d'un marguillier en train d'avaler une omelette ? Si le Ciel a fait de moi un monstre, et si quelqu'un doit en porter la peine, que je sois du moins le seul malheureux !
    —Il ne s'agit pas de cela, dit mon père ; que signifie la manière absurde dont tu viens de te permettre de siffler ? qui t'a appris à siffler ainsi contre tous les usages et toutes les règles ?
    —Hélas ! monsieur, répondis-je humblement, j'ai sifflé comme je pouvais, me sentant gai parce qu'il fait beau, et ayant peut-être mangé trop de mouches.
    —On ne siffle pas ainsi dans ma famille, reprit mon père hors de lui. Il y a des siècles que nous sifflons de père en fils, et, lorsque je fais entendre ma voix la nuit, apprends qu'il y a ici, au premier étage, un vieux monsieur, et au grenier une jeune grisette, qui ouvrent leurs fenêtres pour m'entendre. N'est-ce pas assez que j'aie devant les yeux l'affreuse couleur de tes sottes plumes qui te donnent l'air enfariné comme un paillasse de la foire ? Si je n'étais le plus pacifique des merles, je t'aurais déjà cent fois mis à nu, ni plus ni moins qu'un poulet de basse-cour prêt à être embroché.
    —Eh bien ! m'écriai-je, révolté de l'injustice de mon père, s'il en est ainsi, monsieur, qu'à cela ne tienne ! je me déroberai à votre présence, je délivrerai vos regards de cette malheureuse queue blanche, par laquelle vous me tirez toute la journée.

    Je partirai, monsieur, je fuirai ; assez d'autres enfants consoleront votre vieillesse, puisque ma mère pond trois fois par an ; j'irai loin de vous cacher ma misère, et peut-être, ajoutai-je en sanglotant, peut-être trouverai-je, dans le potager du voisin ou sur les gouttières, quelques vers de terre ou quelques araignées pour soutenir ma triste existence.
    —Comme tu voudras, répliqua mon père, loin de s'attendrir à ce discours ; que je ne te voie plus ! Tu n'es pas mon fils ; tu n'es pas un merle.
    —Et que suis-je donc, monsieur, s'il vous plaît ?
    —Je n'en sais rien, mais tu n'es pas un merle. Après ces paroles foudroyantes, mon père s'éloigna à pas lents. Ma mère se releva tristement, et alla, en boitant, achever de pleurer dans son écuelle. Pour moi, confus et désolé, je pris mon vol du mieux que je pus, et j'allai, comme je l'avais annoncé, me percher sur la gouttière d'une maison voisine.


    Texte intégral :
    http://www.inlibroveritas.net/lire/oeuvre1384...
    #139VerfasserClélia (601872) 25 Jul. 13, 09:08
    Kommentar
    Clélia, deine Texte mit dem Amsel-Motiv haben mich dazu angeregt, ein Gedicht über einen anderen Vogel vorzustellen. Es passt auch, wie schon der Anfang zeigt, gut in die gegenwärtige Jahreszeit:

    Der Stieglitz

    Die Sonne blitzt, ein Distelfeld
    belebt die stille Mittagswelt;
    im starrgezackten Blättermeer
    glühn purpurlockig kreuz und quer
    die Blütenköpfe.

    Und durch den eisengrauen Busch,
    ein bunter Vogel, hupp, hup, husch,
    hüpft durch das wilde Staudenheer,
    als ob es ohne Stacheln wär:
    ein junger Stieglitz.

    Wie wirr, wie wunderlich geschweift!
    Ein leichtes Lüftchen kommt und greift
    von Blütenspeer zu Blütenspeer
    und wirft die Schatten hin und her;
    weg ist der Stieglitz.

    Nun will ich stille weitergehn
    und mir die sonnige Welt besehn,
    und durch das Leben kreuz und quer,
    als ob es ohne Stacheln wär;
    das liebe Leben.


    Richard Dehmel (1863 - 1920)

    #140Verfassermars (236327) 26 Jul. 13, 09:12
    Kommentar
    Après le merle blanc et le chardonneret de mars, voici un coucou et un rossignol. Cette fable est racontée par Denis Diderot (1713-1784) dans une lettre à son amie Sophie Volland. Diderot trouve qu'un écrivain doit traduire ses sentiments et ses contradictions intérieures et non pas les analyser logiquement :

    Un jour, au fond d’une forêt, il s’éleva une contestation sur le chant entre le rossignol et le coucou. Chacun prise son talent. « — Quel oiseau, disait le coucou, a le chant aussi facile, aussi simple, aussi naturel et aussi mesuré que moi ? »
    « — Quel oiseau, disait le rossignol, l’a plus doux, plus varié, plus éclatant, plus léger, plus touchant que moi ? »
    « Le coucou : « Je dis peu de choses ; mais elles ont du poids, de l’ordre, et on les retient. »
    « Le rossignol : « J’aime à parler ; mais je suis toujours nouveau, et je ne fatigue jamais. J’enchante les forêts ; le coucou les attriste. Il est tellement attaché à la leçon de sa mère, qu’il n’oserait hasarder un ton qu’il n’a point pris d’elle. Moi, je ne reconnais point de maître. Je me joue des règles. C’est surtout lorsque je les enfreins qu’on m’admire. Quelle comparaison de sa fastidieuse méthode avec mes heureux écarts ! »
    « Le coucou essaya plusieurs fois d’interrompre le rossignol. Mais les rossignols chantent toujours et n’écoutent point ; c’est un peu leur défaut. Le nôtre, entraîné par ses idées, les suivait avec rapidité, sans se soucier des réponses de son rival.
    « Cependant, après quelques dits et contredits, ils convinrent de s’en rapporter au jugement d’un tiers animal.
    « Mais où trouver ce tiers également instruit et impartial qui les jugera ? Ce n’est pas sans peine qu’on trouve un bon juge. Ils vont en cherchant un partout.
    « Ils traversaient une prairie, lorsqu’ils y aperçurent un âne des plus graves et des plus solennels. Depuis la création de l’espèce, aucun n’avait porté d’aussi longues oreilles. « Ah ! dit le coucou en les voyant, nous sommes trop heureux ; notre querelle est une affaire d’oreilles ; voilà notre juge ; Dieu le fit pour nous tout exprès. »
    « L’âne broutait. Il n’imaginait guère qu’un jour il jugerait de musique. Mais la Providence s’amuse à beaucoup d’autres choses. Nos deux oiseaux s’abattent devant lui, le complimentent sur sa gravité et sur son jugement, lui exposent le sujet de leur dispute, et le supplient très-humblement de les entendre et de décider.
    « Mais l’âne, détournant à peine sa lourde tête et n’en perdant pas un coup de dent, leur fait signe de ses oreilles qu’il a faim, et qu’il ne tient pas aujourd’hui son lit de justice. Les oiseaux insistent ; l’âne continue à brouter. En broutant son appétit s’apaise. Il y avait quelques arbres plantés sur la lisière du pré. « Eh bien ! leur dit-il, allez là : je m’y rendrai ; vous chanterez, je digérerai, je vous écouterai, et puis je vous en dirai mon avis. »
    « Les oiseaux vont à tire-d’aile et se perchent ; l’âne les suit de l’air et du pas d’un président à mortier qui traverse les salles du palais : il arrive, il s’étend à terre et dit : « Commencez, la cour vous écoute. » C’est lui qui était toute la cour.
    « Le coucou dit : « Monseigneur, il n’y a pas un mot à perdre de mes raisons ; saisissez bien le caractère de mon chant, et surtout daignez en observer l’artifice et la méthode. » Puis, se rengorgeant et battant à chaque fois des ailes, il chanta : coucou, coucou, coucoucou, coucoucou, coucou, coucoucou. » Et après avoir combiné cela de toutes les manières possibles, il se tut.

    http://www.youtube.com/watch?v=z2PcS-dXZgQ

    « Le rossignol, sans préambule, déploie sa voix, s’élance dans les modulations les plus hardies, suit les chants les plus neufs et les plus recherchés ; ce sont des cadences ou des tenues à perte d’haleine ; tantôt on entendait les sons descendre et murmurer au fond de sa gorge comme l’onde du ruisseau qui se perd sourdement entre des cailloux, tantôt on les entendait s’élever, se renfler peu à peu, remplir l’étendue des airs et y demeurer comme suspendus. Il était successivement doux, léger, brillant, pathétique, et quelque caractère qu’il prît, il peignait ; mais son chant n’était pas fait pour tout le monde.
    « Emporté par son enthousiasme, il chanterait encore ;

    http://www.dailymotion.com/video/x9mzab_chant...

    mais l’âne, qui avait déjà bâillé plusieurs fois, l’arrêta et lui dit : « Je me doute que tout ce que vous avez chanté là est fort beau, mais je n’y entends rien ; cela me paraît bizarre, brouillé, décousu. Vous êtes peut-être plus savant que votre rival, mais il est plus méthodique que vous, et je suis, moi, pour la méthode. »


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Lettres_%C3%A0_...
    #141VerfasserClélia (601872) 26 Jul. 13, 14:53
    Kommentar
    Monsieur Prudhomme

    Il est grave : il est maire et père de famille.
    Son faux col engloutit son oreille. Ses yeux
    Dans un rêve sans fin flottent insoucieux,
    Et le printemps en fleur sur ses pantoufles brille.

    Que lui fait l'astre d'or, que lui fait la charmille
    Où l'oiseau chante à l'ombre, et que lui font les cieux,
    Et les prés verts et les gazons silencieux ?

    Monsieur Prudhomme songe à marier sa fille.

    Avec monsieur Machin, un jeune homme cossu,
    Il est juste-milieu, botaniste et pansu.
    Quant aux faiseurs de vers, ces vauriens, ces maroufles,

    Ces fainéants barbus, mal peignés, il les a
    Plus en horreur que son éternel coryza,
    Et le printemps en fleur brille sur ses pantoufles.


    Paul VERLAINE (1844-1896)
    http://www.mccord-museum.qc.ca/ObjView/M17976...
    #142VerfasserClélia (601872) 27 Jul. 13, 10:43
    Kommentar
    Clelia, in deinem Beitrag 141 singt auch eine Nachtigall , das regt mich dazu an, ein entsprechendes Gedicht von Theodor Storm zu posten, das zudem wieder - wie # 140 - gut in unsere Jahreszeit passt:

    Die Nachtigall

    Das macht, es hat die Nachtigall
    Die ganze Nacht gesungen;
    Da sind von ihrem süßen Schall,
    Da sind in Hall und Widerhall
    Die Rosen aufgesprungen.
    Sie war doch sonst ein wildes Blut;
    Nun geht sie tief in Sinnen,
    Trägt in der Hand den Sommerhut
    Und duldet still der Sonne Glut
    Und weiß nicht, was beginnen.

    Das macht, es hat die Nachtigall
    Die ganze Nacht gesungen;
    Da sind von ihrem süßen Schall,
    Da sind in Hall und Widerhall
    Die Rosen aufgesprungen.


    Theodor Storm (1817 - 1888)
    #143Verfassermars (236327) 27 Jul. 13, 14:01
    Kommentar
    Ein weiteres schönes Gedicht von Theodor Storm, solange noch Juli ist:

    Juli


    Klingt im Wind ein Wiegenlied,
    Sonne warm herniedersieht,
    Seine Ähren senkt das Korn,
    Rote Beere schwillt am Dorn,
    Schwer von Segen ist die Flur -
    Junge Frau, was sinnst du nur?


    Theodor Storm (1817 – 1888)


    Mir gefallen an dem Gedicht die Stabreime und der Reichtum an Vokalen, auch in den Reimen.
    #144Verfassermars (236327) 28 Jul. 13, 11:19
    Kommentar
    — Elle a dit qu’elle danserait avec moi si je lui apportais des roses rouges, gémissait le jeune étudiant, mais dans tout mon jardin il n’y a pas une rose rouge.

    De son nid dans l’yeuse, le rossignol l’entendit.

    Il regarda à travers les feuilles et s’émerveilla.

    — Pas de roses rouges dans tout mon jardin ! criait l’étudiant.

    Et ses beaux yeux se remplissaient de larmes.

    — Ah ! de quelle chose minime dépend le bonheur ! J’ai lu tout ce que les sages ont écrit ; je possède tous les secrets de la philosophie et faute d’une rose rouge voilà ma vie brisée.

    ...
    — Le prince donne un bal demain soir, murmurait le jeune étudiant et mes amours seront de la fête. Si je lui apporte une rose rouge, elle dansera avec moi jusqu’au point du jour. Si je lui apporte une rose rouge, je la serrerai dans mes bras. Elle inclinera sa tête sur mon épaule et sa main étreindra la mienne. Mais il n’y a pas de roses rouges dans mon jardin. Alors je demeurerai seul et elle me négligera. Elle ne fera nulle attention à moi et mon cœur se brisera.

    — Voilà bien l’amoureux vrai, dit le rossignol. Il souffre tout ce que je chante : tout ce qui est joie pour moi est peine pour lui. Sûrement l’amour est une merveilleuse chose, plus précieuse que les émeraudes et plus chère que les fines opales. Perles et grenades ne peuvent le payer, car il ne paraît pas sur le marché. On ne peut l’acheter au marchand ni le peser dans une balance pour l’acquérir au poids de l’or.

    ...






    #145VerfasserClélia (601872) 28 Jul. 13, 12:24
    Kommentar
    Suite 145 :

    — Les musiciens se tiendront sur leur estrade, disait le jeune étudiant. Ils joueront de leurs instruments à cordes et mes amours danseront au son de la harpe et du violon. Elle dansera si légèrement que son pied ne touchera pas le parquet et les gens de la cour en leurs gais atours s’empresseront autour d’elle, mais avec moi elle ne dansera pas, car je n’ai pas de roses rouges à lui donner.

    Et il se jetait sur le gazon, plongeait son visage dans ses mains et pleurait.

    — Pourquoi pleure-t-il ? demandait un petit lézard vert, comme il courait près de lui, sa queue en l’air.

    — Mais pourquoi ? disait un papillon qui voletait à la poursuite d’un rayon de soleil.

    — Mais pourquoi donc ? murmura une pâquerette à sa voisine d’une douce petite voix.

    — Il pleure à cause d’une rose rouge.

    — A cause d’une rose rouge. Comme c’est ridicule !

    Et le petit lézard, qui était un peu cynique, rit à gorge déployée.

    Mais le rossignol comprit le secret des douleurs de l’étudiant, demeura silencieux sur l’yeuse et réfléchit au mystère de l’amour.

    Soudain il déploya ses ailes brunes pour s’envoler et prit son essor.

    Il passa à travers le bois comme une ombre et, comme une ombre, il traversa le jardin.

    Au centre du parterre se dressait un beau rosier et, quand il le vit, il vola vers lui et se campa sur une menue branche.

    — Donnez-moi une rose rouge, cria-t-il, et je vous chanterai mes plus douces chansons.

    Mais le rosier secoua sa tête.

    — Mes roses sont blanches, répondit-il, blanches comme l’écume de la mer et plus blanches que la neige dans la montagne.

    Oscar Wilde(1854 – 1900)

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_Rossignol_et...

    http://farm3.staticflickr.com/2638/3941880854...


    #146VerfasserClélia (601872) 28 Jul. 13, 12:24
    Kommentar
    Clélia, auch ich bleibe dem Vogelthema, das wir angeschnitten haben, treu:

    Die Amseln haben Sonne getrunken

    Die Amseln haben Sonne getrunken,
    aus allen Gärten strahlen die Lieder,
    in allen Herzen nisten die Amseln,
    und alle Herzen werden zu Gärten
    und blühen wieder.

    Nun wachsen der Erde die großen Flügel
    und allen Träumen neues Gefieder;
    alle Menschen werden wie Vögel
    und bauen Nester im Blauen.

    Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge
    und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
    in allen Seelen badet die Sonne,
    alle Wasser stehen in Flammen,
    Frühling bringt Wasser und Feuer
    liebend zusammen.


    Max Dauthendey (1887-1918)

    Mir gefällt an dem Gedicht, wie nachdrücklich es das Auge (siehe die Wiederholung des Wortes Sonne und die Farbangaben) sowie das Ohr anspricht (Lieder - sprechen - rauschen - Gesänge), außerdem wie Inneres und Äußeres verschränkt werden, nicht nur in der zweiten Strophe.

    Wikipedia sagt über den Dichter: « Die von Farben und Tönen bestimmte ungebundene und rhythmische Lyrik und Prosa machte Dauthendey zu einem der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Seine Werke sind bestimmt von der Liebe zur Natur und deren Ästhetik. Mit virtuoser Sprachbegabung setzte er seine Sensibilität für sinnenhafte Eindrücke in impressionistische Wortkunstwerke um.

    Über seine Gedichte sagte Stefan George, sie „seien das einzige, was jetzt in der ganzen Literatur als vollständig Neues dastehe […] eine eigenartige Kunst, die reicher genießen lasse als Musik und Malerei, da sie beides zusammen sei.“ »


    #148Verfassermars (236327) 29 Jul. 13, 10:21
    Kommentar
    Mensch und Tier

    Ich war im Garten, wo sie all die Tiere
    gefangen halten; glücklich schienen viele,
    in heitern Zwingern treibend muntre Spiele,
    doch andre hatten Augen, tote, stiere.
    Ein Silberfuchs, ein wunderzierlich Wesen,
    besah mich unbewegt mit stillen Blicken.
    Er schien so klug sich in sein Los zu schicken,
    doch konnte ich in seinem Innern lesen.
    Und andre sah ich mit verwandten Mienen
    und andre rastlos hinter starren Gittern -
    und wunder Liebe fühlt ich mich erzittern,
    und meine Seele wurde eins mit ihnen.

    Morgenstern, gest. 1914
    #149Verfasseroopsy (491382) 29 Jul. 13, 10:57
    Kommentar
    Merci mars et oopsy pour les merles de Dauthendey et les animaux captifs de Morgenstern.

    Rossignol en captivité :
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Jorinde und Joringel.
    (des frères Grimm : Jacob (1785-1863) et Wilhelm (1786-1859))

    Es war einmal ein altes Schloß mitten in einem großen dicken Wald, darinnen wohnte eine alte Frau ganz allein, das war eine Erzzauberin. Am Tage machte sie sich zur Katze oder zur Nachteule, des Abends aber wurde sie wieder ordentlich wie ein Mensch gestaltet. Sie konnte das Wild und die Vögel herbei locken, und dann schlachtete sie, kochte und briet es. Wenn Jemand auf hundert Schritte dem Schloß nahe kam, so mußte er stille stehen und konnte sich nicht von der Stelle bewegen, bis sie ihn los sprach: wenn aber eine keusche Jungfrau in diesen Kreiß kam, so verwandelte sie dieselbe in einen Vogel, und sperrte sie dann in einen Korb ein, und trug den Korb in eine Kammer des Schlosses. Sie hatte wohl sieben tausend solcher Körbe mit so raren Vögeln im Schlosse.

    Texte intégral :
    http://de.wikisource.org/wiki/Jorinde_und_Jor...

    Une interprétation de ce conte sur Wikipédia :
    Verena Kast interpretiert die Hexe als versteinernden Bann bloßer Verliebtheit, die weiße Perle aber als erleuchtete Einheit, zu der Joringels Leidenschaft der roten Blume reifen muss für eine echte Beziehung.
    #150VerfasserClélia (601872) 29 Jul. 13, 11:38
    Kommentar
    Aus aktuellem Anlass:

    Nach dem Gewitter

    Friede, Friede!
    Golden versank die Sonne
    Im rosigen Wolkenmeer. -
    Hinter den Bergen,
    Fern und ferner
    Verhallet der Donner,
    Röthlich glimmen die Häupter der Berge,
    Doch im Thale schon
    Sinken die Schatten.
    So nach des Lebens
    Streben und Ringen -
    Wenn meine Stunde naht -
    Möchte ich scheiden,
    Wie dieser Tag -
    Friedfertig.
    Nach dem Zucken der Blitze
    Und dem Rollen des Donners,
    In den süßen Frieden der Nacht,
    Tiefer und tiefer
    Schwindet das Roth.
    Es dunkeln die Berge -
    Aus den schwarzen Tannenzacken
    Steigt der Mond hervor
    Ueber die träumende Welt.
    Friede, Friede!


    Heinrich Seidel (gest. 1906)
    #151Verfassermars (236327) 30 Jul. 13, 08:20
    Kommentar
    LE ROSSIGNOL
    http://www.chine-informations.com/images/uplo...

    L’empereur était étendu pâle et froid dans son grand lit magnifique. Toute la cour le croyait mort ...

    Mais l’empereur n’était pas mort. Seulement, il était toujours étendu pâle et froid dans son grand lit garni de rideaux de velours avec des embrasses d’or ; à travers une fenêtre, la lune projetait sa lumière ...
    Le pauvre empereur pouvait à peine respirer ; il était aussi oppressé que si quelqu’un lui eût marché sur la poitrine ; il ouvrit les yeux, et vit que c’était la Mort qui s’était mis sur la tête sa couronne d’or ... Tout autour, dans les plis des grands rideaux de velours, il aperçut des têtes bizarres, dont quelques-unes semblaient affreuses et les autres douces et souriantes. C’étaient les bonnes et les mauvaises actions de l’empereur qui se présentaient pour assister à sa dernière heure.

    « Te souviens-tu de ceci ? lui dirent-elles tout bas l’une après l’autre. Te souviens-tu de cela ? »

    Et elles lui racontèrent bien des choses qui lui firent couler la sueur du front...

    Et la Mort continuait de tourner vers l’empereur ses orbites creuses...

    Alors tout à coup, près de la fenêtre, se fit entendre un chant ravissant : c’était le petit rossignol de la forêt qui chantait sur une branche. Il avait appris la maladie de l’empereur, et il venait lui apporter de l’espoir et de la consolation. Grâce au charme de sa voix, les visions devenaient de plus en plus pâles, le sang circulait de plus en plus vivement dans les membres affaiblis de l’empereur, et la Mort même écoutait en disant : « Continue, petit rossignol, continue.

    — Oui, répondit le rossignol, si tu veux me donner ... la couronne de l’empereur.

    Et la Mort la donna pour une chanson.

    Et ... le rossignol chanta. Il disait le cimetière paisible où poussent les roses blanches, où le tilleul répand ses parfums, où l’herbe fraîche est arrosée des larmes des survivants.

    Et la Mort fut prise du désir de retourner à son jardin, et s’évanouit par la fenêtre comme un brouillard froid et blanc.

    Merci, merci, dit l’empereur. Merci, petit oiseau céleste ... ; tu as éloigné la Mort de mon cœur. Comment pourrais-je te récompenser ?

    — Tu m’as déjà récompensé, dit le rossignol. J’ai arraché des larmes à tes yeux ... ce sont les diamants qui touchent l’âme d’un chanteur. Mais maintenant dors, pour reprendre tes forces et te rétablir : je continuerai de chanter. »

    Et pendant qu’il chantait, l’empereur fut pris d’un doux sommeil, d’un sommeil calme et bienfaisant.

    Le soleil brillait à travers la fenêtre lorsqu’il se réveilla fort et guéri. Aucun de ses serviteurs n’était revenu auprès de lui ; on le croyait toujours mort. Le rossignol seul était resté fidèlement à son poste.

    Tu resteras toujours auprès de moi, dit l’empereur.

    — Laisse-moi venir quand bon me semblera, dit le rossignol. Le soir, je chanterai sur la branche près de ta fenêtre pour t’égayer et te faire réfléchir ...
    Et le rossignol s’envola.

    Un instant après les courtisans et les serviteurs entrèrent pour voir une dernière fois leur défunt empereur.

    .... Et voilà qu’ils restaient tout ébahis ; mais l’empereur leur dit tout bonnement : Bonjour.



    Hans Christian Andersen (1805 – 1875)

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_Rossignol_(A...
    #152VerfasserClélia (601872) 30 Jul. 13, 09:15
    Kommentar
    Es war die Nachtigall ....

    Julia:

    Willst du schon gehen? Der Tag ist ja noch fern.
    Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche,
    Die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang;
    Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort.
    Glaub, Lieber, mir: es war die Nachtigall.

    Romeo:

    Die Lerche war´s, die Tagverkünderin,
    Nicht Philomele; sieh den neid´schen Streif,
    Der dort im Ost der Frühe Wolken säumt.
    Die Nacht hat ihre Kerzen ausgebrannt,
    Der muntre Tag erklimmt die dunst´gen Höhn;
    Nur Eile rettet mich, Verzug ist Tod.

    Julia:

    Trau mir, das Licht ist nicht des Tages Licht;
    Die Sonne haucht ihr Luftbild aus,
    Dein Fackelträger diese Nacht zu sein,
    Dir auf dem Weg nach Mantua zu leuchten;
    Drum bleibe noch; zu gehen ist ja noch nicht not.

    Romeo:

    Lass sie mich greifen, ja, lass sie mich töten!
    Ich gebe gern mich drein, wenn du es willst.
    Nein, jenes Grau ist nicht des Morgens Auge,
    Der bleiche Abglanz nur vom Cynthias Stirn.
    Das ist auch nicht die Lerche, deren Schlag
    Hoch über uns des Himmels Wölbung trifft.
    Ich bleibe gern; zum Gehen bin ich verdrossen.
    Willkommen, Tod! hat Julia dich beschlossen.
    Nun Herz? Noch tagt es nicht, noch plaudern wir.

    Julia:

    Es tagt, es tagt! Auf! Eile! Fort von hier!
    Es ist die Lerche, die so heiser singt,
    Und falsche Weisen, rauhen Misston gurgelt.
    Man sagt, der Lerche Harmonie sei süß;
    Nicht diese; sie zerreist die unsre ja.
    Die Lerche, sagt man, wechselt mit der Kröte
    Die Augen; möchte sie doch auch die Stimme!
    Die Stimm´ ist´s ja, die Arm aus Arm uns schreckt,
    Dich von mir jagt, dass sie den Tag erweckt.
    Stets hell und heller wird´s; wir müssen scheiden.

    Romeo:

    Stets heller - und stets dunkler unsre Leiden.

    William Shakespeare, 1564-1616: Romeo und Julia Akt 3 / Szene 5

    In diesem Link ist diese Stelle auch in Originalsprache zu lesen:
    http://www.gedichte-lyrik-poesie.de/Shakespea...
    #153Verfasseroopsy (491382) 30 Jul. 13, 15:47
    Kommentar
    Unser Friede

    (Sommer 1844)

    Ein Sommertag, wo man zu tiefer
    Siesta sich verpflichtet hält,

    Wo Mücken nur und Ungeziefer
    So recht lebendig in der Welt,
    Wo gift'ger Pesthauch auf zum Himmel
    Aus stehenden Gewässern steigt,
    In deren Schlamm sich das Gewimmel
    Vielbeinigen Gewürmes zeigt:

    Das ist der Friede, der uns schlimmer
    Als je ein Krieg zu werden droht,
    Der, fiel der Würfel, uns noch immer
    Ein offen Feld für Taten bot;
    Genüßler hegt jetzt unsre Jugend,
    Und Stockgelehrte allenfalls,
    Doch jeder Kraft und Männertugend
    Brach dieser Friede längst den Hals. -

    Doch wird die Sonn' erst unerträglich
    Und dörrt den Wald und sengt die Flur,
    Da hilft sich, auf gut sommertäglich,
    Mit einem Schlage die Natur:
    Die Donnerwolke blitzt und wettert
    Und nimmt der Luft den gift'gen Hauch,
    Und wird auch mancher Baum zerschmettert,
    In faule Sümpfe schlägt es auch.

    Welch Friede dann , wenn segenstrahlend
    Die Sonn' im Westen untergeht
    Und, dunkle Pupurrosen malend,
    Der Himmel wie in Flammen steht!
    Wir baden uns im Hauch der Frische,
    Wie neugeboren ist das All,
    Und in des Baumes Blätternische
    Schlägt lieblicher die Nachtigall.


    Theodor Fontane (gest. 1898)
    #154Verfassermars (236327) 31 Jul. 13, 08:42
    Kommentar
    L’Odalisque


    Aux bords du Bendemir est un berceau de roses
    Que jusqu’au dernier jour on me verra chérir ;
    Le chant du rossignol, dans ses fleurs demi-closes,
    Charme les flots du Bendemir.

    J’aimais à m’y bercer d’un songe fantastique ;
    M’enivrant de parfums, de repos, d’avenir,
    J’écoutais tour à tour l’oiseau mélancolique
    Et les ondes du Bendemir.

    Maintenant, loin des lieux où fleurit mon aurore,
    Je dis : Voit-on encor la rose s’embellir,
    Et le chantre des nuits soupire-t-il encore
    Sur les rives du Bendemir ?

    Non, le printemps n’est plus, la rose s’est flétrie,
    Le triste rossignol de douleur va mourir,
    Et je ne verrai plus couler dans ma patrie
    Les flots d’azur du Bendemir.

    Mais il nous reste au moins, quand la rose est passée,
    Un parfum précieux que l’art sait obtenir,
    Pareil au souvenir qui rend à ma pensée
    Les bords riants du Bendemir.

    Amable TASTU (1798-1885)

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #155VerfasserClélia (601872) 31 Jul. 13, 09:53
    Kommentar
    Clelia, in Erinnerung an die herrlichen „jardins de la poésie“ möchte ich unsere sommerliche „Themenpause“ in diesem Faden nutzen, um auf ein sehr schönes Blumen-Gedicht aufmerksam zu machen, die „Entwicklung einer Zinnie“ von Hans Carossa (1875 – 1956). Die Zinnie blüht für den Dichter im August, der jetzt auch für uns begonnen hat.


    Das Gedicht beginnt mit den Versen:

    Knospe halb erwacht
    In Gewitternacht…
    Kern von samtenen Rubin,
    Schuppiger Kelch umwindet ihn

    und endet mit den Worten:

    Unscheinbar und ohne Namen
    Tief im Dunkel träumt der Samen.


    Das ganze Gedicht findet man hier: http://www.pflanzenlust-blog.de/blume-des-hoc...

    #156Verfassermars (236327) 01 Aug. 13, 08:35
    Kommentar
    Très beau, merci mars !

    Tout s’oublie

    http://p8.storage.canalblog.com/81/34/845839/...

    L’été ne sait pas les chansons
    Que le printemps chantait au saule ;
    L’été marche et sur son épaule
    S’entasse l’or de la moisson ;
    Dans sa chevelure superbe
    Fleurissent les fleurs de la gerbe.

    - L’été ne sait pas les chansons
    Que le printemps chante au brin d’herbe.
    L’automne ne sait plus le chant
    Que l’été lançait vers la nue ;
    L’automne s’assied, tête nue,
    Aux pieds rouges du cep penchant.
    Le cuivre mêle son haleine
    Aux plaintes de la tonne pleine.

    - L’automne ne sait plus le chant
    Que l’été lance dans la plaine !
    L’hiver ne sait plus le refrain
    Dont l’automne emplissait la vigne.
    L’hiver rêve, ayant pour tout signe
    Les pieds sur les chenets d’airain.
    La neige par le toit filtrée
    Argente sa tête sacrée.

    - L’hiver ne sait plus le refrain
    Dont l’automne emplit la vesprée !

    Armand SILVESTRE (1837-1901)
    #157VerfasserClélia (601872) 01 Aug. 13, 17:23
    Kommentar
    Rilke (1875 - 1926) schrieb auch französische Gedichte. Hier eines mit einem Blumen-Motiv:

    Parfois une fleur devenue pensive
    nous reconnaît
    et nous poursuit d'une attention qu'on dirait
    presque auditive.

    On dirait qu'elle connaît nos pas
    qui s'approchent, qui passent -
    elle qui passe sur place
    s'étonne-t-elle de l'audace
    de celui qui s'en va?


    Aus: Ébauches et Fragments

    #158Verfassermars (236327) 02 Aug. 13, 09:19
    Kommentar
    Une description saisissante d'un malade mental et de la manière dont on soignait la folie autrefois.

    La Fleur rouge, nouvelle russe de Vsevolod Mikhaïlovitch Garchine (14 février 1855 – 5 avril 1888), lui-même atteint de maladie mentale à cause de la guerre.
    http://blogs.paris.fr/casepasseaujardin/files...

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/La_Fleur_rouge_...
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Vsevolod_Garchine

    Dès le premier regard qu’il avait jeté à travers la porte vitrée sur les pétales pourpres du pavot, il lui avait semblé qu’il comprenait ce qu’il avait à accomplir sur la terre. Cette fleur d’un rouge éclatant contenait tout le mal qui existe dans le monde. Elle avait absorbé tout le sang innocent versé (d’où sa couleur), toutes les larmes et tout le fiel de l’humanité. Elle était l’être mystérieux et effroyable opposé à Dieu ; elle était Ahriman*, ayant revêtu une forme discrète et innocente. Il fallait l’arracher et la détruire ; mais ce n’était pas tout ; il fallait empêcher qu’en expirant elle ne répandit le mal sur le monde. C’est pourquoi il l’avait cachée dans son sein. Il espérait que le lendemain matin la fleur aurait perdu toute sa force. Tout le mal aurait passé dans sa poitrine à lui ; son âme en triompherait ou serait vaincue, puis lui-même mourrait, mais en loyal champion, le grand champion de l’humanité, puisque personne avant lui n’avait jamais osé engager la lutte avec le Mal.

    * http://fr.wikipedia.org/wiki/Ahriman

    Remarque : Thème de la fleur rouge (symbole de passion, de mort et de folie) ou de la rose souvent en relation avec le chant du rossignol (symbole de poésie, de beauté, de rêve, de mélancolie, de souffrance) : 156 / 150 /146 / 145

    roses seulement : 155 / 152 / 143
    #159VerfasserClélia (601872) 02 Aug. 13, 10:08
    Kommentar
    Blumen

    Sie sind wie Autogramme der Engel
    Ins grüne Blätterbuch der Natur geschrieben,
    Regenbögen entlehnt, und Sonnenuntergängen,
    Überall aufscheinend: in Ebenen, auf Hängen,
    In einsamen Tälern, auf überfüllten Plätzen,
    In weiter Steppe, wo nur Gottes Auge erreichen kann,
    Ihren stillen und heiligen, geheimnisvollen Bann.

    Danket Gott für all‘ die Blumen, die ihr seht!
    Die Herzen der Menschen haben sie gern,
    Der Engel Atem ihre duftenden Lippen umweht,
    Mit Einflüsterungen des Herrn.

    © C.R., aus dem Amerikanischen:


    Flowers

    They are autographs of angels, penned
    In Nature's green-leaved book, in blended tints,
    Borrowed from rainbows and the sunset skies,
    And written everywhere - on plain and hill,
    In lonely dells, 'mid crowded haunts of men;
    On the broad prairies, where no eye save God's
    May read their silent, sacred mysteries.

    Thank God for flowers! they gladden human hearts;
    Seraphic breathings part their fragrant lips
    With whisperings of Heaven.

    Albert Laighton, gest. 1887
    #160Verfasseroopsy (491382) 02 Aug. 13, 17:03
    Kommentar
    Da zurzeit in diesem Faden ja alles Mögliche aus der Literatur gepostet werden kann, stelle ich mal einen Prosatext ein, der mich beeindruckt. Er heißt „Früher war alles ganz anders“ und stammt von Jürgen Becker (* 10. Juli 1932) Er beginnt so: „"Früher war das alles ganz anders. Die Städte alle waren alle viel größer und die Dörfer waren noch Dörfer. Früher gab es noch Gerechtigkeit, und wer nicht hören wollte, mußte eben fühlen. Da waren unsere Lehrer noch die Lehrer unsere Eltern. Sonntags zogen wir noch Sonntagsanzüge an. Die Kirche stand noch im Dorf. Die Wacht stand noch am Rhein…“ Den ganzen Text mit seinen Ecken und Kanten findet ihr hier als vierten.

    http://www.literaturbuero-ruhr.de/index.php?i...

    Möchte sich jemand zu dem Text äußern?

    #161Verfassermars (236327) 03 Aug. 13, 08:51
    Kommentar
    An die Winde


    An die Sommer-Winde

    Süd und West, ihr linden, kühlen!
    Und die ihr südwestlich weht!
    Fächelt, säuselt, wenn im Schwülen
    Mein geliebtes Mädchen geht!
    Lüften könnt ihr, ja verschieben
    Ihres Busens leichtes Tuch;
    Aber müsst euch nicht verlieben,
    Kühlen nur, das ist genug!


    * * *

    An die Winter-Winde

    Nord und Ost, ihr eis'gen Winde!
    Und die ihr nordöstlich weht!
    O, ich bitt' euch, leise! linde!
    Wenn mein zartes Mädchen geht.
    Dass ihr meine Seelenweide,
    Wang' und Augen, nicht betrübt!
    Dass ihre schöner Mund nicht leide,
    Der so willig Küsse gibt!

    Johann Peter Eckermann. gest. 1854
    #162Verfasseroopsy (491382) 03 Aug. 13, 10:05
    Kommentar
    Très jolis - et rafraîchissants - tes vents d'hiver, oopsy !

    161 : à mars : Ce texte sarcastique de Jürgen Becker me plaît beaucoup. L'auteur y jongle habilement avec des idées reçues. Il montre aussi le désarroi d'une personne vieillissante, qui ne comprend plus le présent et idéalise le passé. Ses descendants ne l'écoutent plus et elle souffre de cette incompréhension mutuelle. Le temps qui passe amène à la fois une dégradation inexorable qu'on peut déplorer, mais aussi des améliorations qu'il faut savoir reconnaître. L'ennui, c'est que chaque progrès technique est accompagné d'effets secondaires négatifs !

    Par ailleurs, le monde change de plus en plus rapidement et il arrive fréquemment aujourd'hui que des gens encore relativement jeunes se sentent déjà largués.
    #163VerfasserClélia (601872) 03 Aug. 13, 11:47
    Kommentar
    Clélia, du hast Beckers Text in 161 ausgezeichnet kommentiert, da gibt es nichts mehr hinzuzufügen!

    Ich habe Lust, wieder einmal ein Produkt der konkreten, visuellen Poesie einzustellen, diesmal den berühmten Apfel von Reinhard Döhl (*1934):

    http://versindaba.co.za/wp-content/uploads/20...

    Manche werden, sobald sie das Bild genau betrachtet und das entscheidende Detail entdeckt haben, sicherlich sagen: "Das ist für mich keine Poesie und keine Kunst." Ich finde aber: Auf so eine Idee muss man auch erst einmal kommen! Mir gefällt die ironische Relativierung ausgesprochen, besser man sie in nur zwei Wörtern einfach nicht zum Ausdruck bringen ...

    #164Verfassermars (236327) 04 Aug. 13, 14:44
    Kommentar
    Houellebecq poète, ou les fleurs du pâle

    On trouve encore des gens pour dire que Michel Houellebecq écrit sans style. En général, ils évitent soigneusement de mentionner sa poésie. Elle les obligerait à se demander pourquoi elle sonne d'une façon si particulière. Pourquoi elle appelle le qualificatif «houellebecquien» d'une manière aussi impérieuse. Il ne quitte pas l'esprit pendant qu'on lit «Configuration du dernier rivage», son dernier recueil, capricieux et inégal.

    Houellebecq, c'est Baudelaire sous Penthotal qui pleure devant la «pub Volvic» («Ces volcans éteints, ces forêts, ces sources...»). On retrouve ce qui faisait le charme des précédents volumes, l’aspiration naïve au bonheur qui côtoie le désespoir le plus sordide, la belle musique romantique de l'alexandrin dégonflée par la laideur contemporaine, comme dans le quatrain qui suit:

    Nu, immobile et blanc sous le soleil torride
    Je verrai les natifs me fixer, pleins de haine ;
    Je pêcherai le soir de gras poissons livides,
    Et puis je rentrerai dans ma chambre malsaine.»


    Cette façon de mélanger le vers et le pas mûr n'est pas anodine. Dans «Rester vivant», un de ses premiers livres, paru en 1991, il écrivait: «La structure est le seul moyen d'échapper au suicide. [...] Croyez à la structure. Croyez aux métriques anciennes, également.» Puis il publiait «la Poursuite du bonheur», son premier recueil, retour radical à la versification, aux rimes croisées et enchâssées …

    http://bibliobs.nouvelobs.com/actualites/2013... )

    #165Verfassermars (236327) 05 Aug. 13, 08:54
    Kommentar
    Ich hab in meinen Jugendtagen

    http://www.youtube.com/watch?v=v4UU9E7OOx4

    Heinrich Heine, gest. 1856
    #166Verfasseroopsy (491382) 05 Aug. 13, 08:54
    Kommentar
    Ich möchte Johann Peter Hebel ( † 1826), dem wir ja den Titel unseres Fadens verdanken, noch einmal meine Reverenz erweisen und eine weitere Geschichte von ihm als kleinen Schatz in unser viertes Kästlein einlegen. Bisher habe ich von ihm folgende Texte eingestellt: „Dankbarkeit“ (erstes. Schatzkästlein, 2), „König Friedrich und sein Nachbar“ (I, 29), „Schlechter Lohn“(I, 59) „Kaiser Napoleon und die Obstfrau in Brienne“. (III, 1) sowie seinen Text zu Moses Mendelssohn (III,6) Heute soll „Das Mittagessen im Hof“ folgen:

    Man klagt häufig darüber, wie schwer und unmöglich es sei, mit manchen Menschen auszukommen. Das mag denn freilich auch wahr sein. Indessen sind viele von solchen Menschen nicht schlimm, sondern nur wunderlich, und wenn man sie nur immer recht kennete, inwendig und auswendig, und recht mit ihnen umzugehen wüsste, nie zu eigensinnig und nie zu nachgiebig, so wäre mancher wohl und leicht zur Besinnung zu bringen. Das ist doch einem Bedienten mit seinem Herrn gelungen. Dem konnte er manchmal gar nichts recht machen und musste vieles entgelten, woran er unschuldig war, wie es oft geht. So kam einmal der Herr sehr verdriesslich nach Hause, und setzte sich zum Mittagessen. Da war die Suppe zu heiss oder zu kalt oder keines von beiden; aber genug, der Herr war verdriesslich. Er fasste daher die Schüssel mit dem, was darinnen war, und warf sie durch das offene Fenster in den Hof hinab. Was tat der Diener? Kurz besonnen warf er das Fleisch, welches er eben auf den Teller stellen wollte, mir nichts, dir nichts, der Suppe nach auch in den Hof hinab, dann das Brot, dann den Wein und endlich das Tischtuch mit allem, was noch darauf war. »Verwegener, was soll das sein?« fragte der Herr und fuhr mit drohendem Zorn von dem Sessel auf. Aber der Bediente erwiderte ganz kalt und ruhig: »Verzeihen Sie mir, wenn ich Ihre Meinung nicht erraten habe. Ich glaubte nicht anders, als Sie wollten heute in dem Hofe speisen. Die Luft ist so heiter, der Himmel so blau, und sehen Sie nur, wie lieblich der Apfelbaum blüht, und wie fröhlich die Bienen ihren Mittag halten!« – Diesmal die Suppe hinabgeworfen, und nimmer. Der Herr erkannte seinen Fehler, heiterte sich im Anblick des schönen Frühlingshimmels auf, lächelte heimlich über den schnellen Einfall seines Aufwärters und dankte ihm im Herzen für die gute Lehre.

    #167Verfassermars (236327) 06 Aug. 13, 08:44
    Kommentar
    Im Anschluss an den berühmten Apfel von Döhl (#164) stelle ich ein weiteres Produkt der "Konkreten Poesie" vor, das mir gefällt, weil auch hier auf einen Schlag das visualisiert wird, wofür andere viele Sätze brauchen würden ...

    http://deutschuzice.files.wordpress.com/2012/...

    Diese 'Unordnung' stammt von Timm Ulrichs.
    #168Verfassermars (236327) 07 Aug. 13, 08:59
    Kommentar
    Mars ! Genial !
    #169Verfasseroopsy (491382) 07 Aug. 13, 11:49
    Kommentar
    Très jolie l'histoire de Hebel. J'ai bien aimé Unordnung aussi.

    Un orage se préparait. Un gros nuage lilas et violacé montait lentement de derrière la forêt et de longues nuées se pressaient à ma rencontre ; les aubiers s’agitaient et murmuraient d’une voix inquiète. La chaleur était suffocante, mais une fraîcheur humide lui succéda, et les ombres s’embrunirent. Je frappai des guides les flancs de ma jument, je descendis dans un ravin, j’en traversai le lit desséché et tapissé de broussailles, j’escaladai un haut talus et j’entrai dans le bois. La route serpentait entre d’épais massifs de coudriers déjà pleins d’ombre. J’avançais difficilement. Ma drojka se heurtait aux racines des chênes et des tilleuls, et cahotait dans les ornières profondes, creusées par les telegas. Mon cheval commençait à butter. Tout à coup, le vent descendit des cimes, les arbres gémirent, de grosses gouttes cinglèrent les feuilles, le tonnerre gronda. L’orage se déchaînait. La pluie tomba à verse. Je n’allais plus qu’au pas, et bientôt je dus m’arrêter. Mon cheval s’était embourbé, et je ne voyais plus devant moi. Je gagnai comme je pus un abri de feuillage, et là, me courbant en deux et me cachant le visage, je résolus d’attendre la fin de l’orage…
    http://www.voulangis.eu/dotclear/images/orage...

    Extrait de Récits d'un chasseur, nouvelles de
    Ivan Tourgueniev (1818 – 1883)
     

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/R%C3%A9cits_d%E...

    Tiré de Wikipédia :
    Mémoires d'un chasseur est un recueil de nouvelles d'Ivan Tourgueniev.
    Tourgueniev s'est servi de ses propres expériences de chasse pour écrire ce recueil ..., mais la chasse n'est qu'un prétexte : dans cet ouvrage, Tourgueniev se livre à une critique virulente de la condition des serfs russes et des injustices perpétrées par les riches propriétaires. Tourgueniev en paiera le prix en 1852 (emprisonnement d’un mois et assignation à résidence sous surveillance policière dans sa propriété pendant dix-huit mois).
    #170VerfasserClélia (601872) 07 Aug. 13, 12:33
    Kommentar
    Böser Morgen

    Die Silberpappel, eine ortsbekannte Schönheit
    Heut eine alte Vettel. Der See
    Eine Lache Abwaschwasser, nicht rühren!

    ....
    http://www.jorde.de/deutsch/gedichte.html#morgen

    Bert Brecht, gest. 1956
    #171Verfasseroopsy (491382) 08 Aug. 13, 07:21
    Kommentar
    Ich möchte, da der wurmige Apfel von Reinhard Döhl (#164) nicht abgelehnt wurde und oopsy und Clélia die „Unordnung“ (#168) von Timm Ulrichs sogar gelungen fanden, ein weiteres Beispiel visueller Poesie vorstellen:

    http://thespectraldimension.tumblr.com/image/...

    Versucht einmal, den Text zu entziffern! Er endet mit dem Satz.“ Siegen heißt, prinzipiell zu akzeptieren, daß das Leben nicht das höchste Gut ist.“

    Ich finde, dass es Claus Bremer mit dieser visuellen Poesie und ihrem Kontrast zwischen Form und Inhalt gelungen ist, eine Friedenspropaganda zu entlarven, die, wenn sie Kriegsvorbereitungen unter Friedensparolen verbirgt, ebenso widersprüchlich wie zweigleisig ist. Der Text weist auf einen Widerspruch hin zwischen Reden und Handeln, zwischen Schein und Sein.
    #172Verfassermars (236327) 08 Aug. 13, 10:52
    Kommentar
    La Guerre


    La Guerre, ivre de sa colère,
    Embouche ses clairons sonores;
    Terre, déjà tu te colores
    De ce sang fumant qu’elle flaire.

    L’incendie effrayant l’éclaire,
    Comme de rouges météores;
    La Guerre, ivre de sa colère,
    Embouche ses clairons sonores.

    Et pour réclamer leur salaire,
    O Dieu! dans les cieux que tu dores,
    Les vautours, sous l’œil des aurores,
    Suivent de leur vol circulaire
    La Guerre, ivre de sa colère!


    Théodore de BANVILLE (1823-1891)
    http://www.museedelaguerre.ca/cwm/exhibitions...
    #173VerfasserClélia (601872) 09 Aug. 13, 08:18
    Kommentar
    Gut, Clélia, dass du die visuelle Poesie von Claus Bremer (# 172) durch das Gedicht von Théodore de Banville ergänzt hast. Ich möchte Verse von Georg Heym (1887 - 1912) hinzufügen:

    DER KRIEG I

    Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
    Aufgestanden unten aus Gewölben tief.
    In der Dämmrung steht er, groß und unbekannt,
    Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.
    In den Abendlärm der Städte fällt es weit,
    Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,
    Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis.
    Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.
    In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.
    Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.
    In der Ferne ein Geläute dünn
    Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.
    Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an
    Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an.
    Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt,
    Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.
    Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,
    Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.
    Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,
    Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt.
    Über runder Mauern blauem Flammenschwall
    Steht er, über schwarzer Gassen Waffenschall.
    <Über Toren, wo die Wächter liegen quer,<br/>Über Brücken, die von Bergen Toter schwer.>
    In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein
    Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein.
    Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt,
    Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.
    Und mit tausend roten Zipfelmützen weit
    Sind die finstren Ebnen flackend überstreut,
    Und was unten auf den Straßen wimmelt hin und her,
    Fegt er in die Feuerwälder, daß die Flamme brenne mehr.>
    Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,
    Gelbe Fledermäuse zackig in das Laub gekrallt.
    Seine Stange haut er wie ein Köhlerknecht
    In die Bäume, daß das Feuer brause recht.
    Eine große Stadt versank in gelbem Rauch,
    Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.
    Aber riesig über glühnden Trümmern steht
    Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht,
    Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein,
    In des toten Dunkels kalten Wüstenein,
    Daß er mit dem Brande weit die Nacht verdorr,
    Pech und Feuer träufet unten auf Gomorrh.[13]

    #174Verfassermars (236327) 09 Aug. 13, 09:58
    Kommentar
    Ce qui me fascine dans ces poèmes évoquant la guerre, c'est que l'aurore, le ciel, les nuages, les couchers de soleil sont toujours aussi beaux dans leur superbe indifférence, tandis que les pires atrocités se commettent sur la terre. Et même cet horrible incendie rouge et or qui ravage tout est magnifique.
    #175VerfasserClélia (601872) 09 Aug. 13, 10:51
    Kommentar
    APRÈS LA BATAILLE

    Mon père, ce héros au sourire si doux,
    Suivi d’un seul housard qu’il aimait entre tous
    Pour sa grande bravoure et pour sa haute taille,
    Parcourait à cheval, le soir d’une bataille,
    Le champ couvert de morts sur qui tombait la nuit.
    Il lui sembla dans l’ombre entendre un faible bruit.
    C’était un Espagnol de l’armée en déroute
    Qui se traînait sanglant sur le bord de la route,
     

    Râlant, brisé, livide, et mort plus qu’à moitié,
    Et qui disait : « À boire ! à boire par pitié ! »
    Mon père, ému, tendit à son housard fidèle
    Une gourde de rhum qui pendait à sa selle,
    Et dit : « Tiens, donne à boire à ce pauvre blessé. »
    Tout à coup, au moment où le housard baissé
    Se penchait vers lui, l’homme, une espèce de Maure,
    Saisit un pistolet qu’il étreignait encore,
    Et vise au front mon père en criant : « Caramba ! »
    Le coup passa si près, que le chapeau tomba
    Et que le cheval fit un écart en arrière.
    « Donne-lui tout de même à boire, » dit mon père.


    Victor Hugo (1802 – 1885)
    #176VerfasserClélia (601872) 09 Aug. 13, 12:41
    Kommentar
    Clélia, in besonderer Weise kombiniert Georg Trakl (1887 – 1914) in seinem Gedicht „Grodek“ das Kriegsgeschehen mit der Natur:


    Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
    Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
    Und blauen Seen, darüber die Sonne
    Düster hinrollt; umfängt die Nacht
    Sterbende Krieger, die wilde Klage
    Ihrer zerbrochenen Münder.
    Doch stille sammelt im Weidengrund
    Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt,
    Das vergossne Blut sich, mondne Kühle;
    Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
    Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
    Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
    Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
    Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
    O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre,
    Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
    Die ungebornen Enkel.

    Grodek war die Stadt, bei der Trakl in einem Feldlazarett als Sanitätsleutnant Anfang September 1914 eine schlimme Schlacht erlebte. Sie stand im Zusammenhang mit der Schlacht von Lemberg und gilt als besonders grausam in Bezug auf menschliche Schicksale. Trakl, dem dieses Wirkungsfeld nach Einberufung in die k.u.k. Armee unter dem Aspekt der pharmazeutischen Kenntnisse zugewiesen wurde, sah sich außerstande, unter den widrigen Umständen (u. a. das Fehlen von Narkotika für nötige Operationen) das Leid der Verletzten auch nur zu mildern. Unter diesem Eindruck stehend schrieb er das Gedicht "Grodek".

    #177Verfassermars (236327) 10 Aug. 13, 10:02
    Kommentar
    “Da steht ein Mann und spielt Xylophon. Er spielt einen rasenden Rhythmus. Und dabei schwitzt er, der Mann, denn er ist außergewöhnlich fett. Und er spielt auf einem Riesenxylophon. Und weil es so groß ist, muss er bei jedem Schlag vor dem Xylophon hin und her sausen. Und dabei schwitzt er, denn er ist tatsächlich sehr fett. Aber er schwitzt gar keinen Schweiß, das ist das Sonderbare. Er schwitzt Blut, dampfendes, dunkles Blut. Und das Blut läuft in zwei breiten roten Streifen an seiner Hose runter, dass er von weitem aussieht wie ein General. Wie ein General! Ein fetter, blutiger General. Er muss ein alter schlachtenerprobter General sein, denn er hat beide Arme verloren. Ja, er spielt mit langen dünnen Prothesen, die wie Handgranatenstiele aussehen, hölzern und mit einem Metallring. Er muss ein ganz fremdartiger Musiker sein, der General, denn die Hölzer seines riesigen Xylophons sind gar nicht aus Holz. Nein, glauben Sie mir, Herr Oberst, glauben Sie mir, sie sind aus Knochen. Glauben Sie mir das, Herr Oberst, aus Knochen!”

    Draußen vor der Tür
    Wolfgang Borchert, gest. 1947

    http://de.wikipedia.org/wiki/Draußen_vor_der_Tür
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Dehors_devant_la...
    #178Verfasseroopsy (491382) 10 Aug. 13, 11:44
    Kommentar

    Oopsy, ich finde es sehr gut, dass du beim Thema "Krieg" an Borcherts Schauspiel "Draußen vor der Tür" erinnerst. Es lässt "aus der tiefsten Verzweiflung des in ein sinn- und lieblos gewordenes Leben zurückkehrenden namenlosen Soldaten den neuen, nüchternen, desillusionierten und doch dichterischen Ton der Passion einer verlorenen Jugend aufklingen". (Reclams Schauspielführer, S. 590) Leider starb dieser großartige Schriftsteller schon mit 27 Jahren in der Schweiz an einem Lungenleiden, das er sich im Krieg zugezogen hatte ...

    #179Verfassermars (236327) 11 Aug. 13, 09:49
    Kommentar
    Ein sehr engagierter Text ist die "Wiederholbare Feststellung" von Erich Fried (gest. 1988)

    Wenn ein großes Land
    ein kleines Land überfällt
    ist es Mord
    ...



    Das ganze Gedicht findet ihr hier: http://www.kubischu.de/content/text-monat/tex...

    #180Verfassermars (236327) 12 Aug. 13, 09:20
    Kommentar
    Zu unserem momentanen Thema gehört auch das folgende Gedicht von Peter Huchel (* 3. April 1903 in Lichterfelde bei Berlin, heute Berlin-Lichterfelde; † 30. April 1981 in Staufen)

    „Soldatenfriedhof“

    http://forum.spiegel.de/f12/lyrik-64-177.html

    In dem Link ist Huchels Gedicht das sechste.

    1949 wurde Huchel Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Im selben Jahr wurde er Chefredakteur der von Johannes R. Becher und Paul Wiegler gegründeten literarischen Zeitschrift Sinn und Form der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin, deren Mitglied er von 1952 bis 1971 war. 1951 wurde er mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. 1953 heiratete er Monica Rosenthal. 1956 war er als offizieller Vertreter der DDR auf der Biennale der Dichtung in Knokke.

    Schon seit Beginn der 50er Jahre wurde Huchel wegen seiner systemübergreifenden künstlerischen Konzeptionen für Sinn und Form angegriffen. Auf Druck von offizieller Seite wurde Huchel 1953 zur Kündigung seines Redaktionspostens genötigt, was nur durch die Intervention Bertolt Brechts verhindert werden konnte. Als sich nach Brechts Tod 1956 die Angriffe auf Huchel wieder verschärften und seine Arbeit bei Sinn und Form in immer größerem Ausmaß behindert wurde, sah er sich 1962 endgültig zum Rücktritt gezwungen.

    1963 erhielt er den Fontane-Preis für den im selben Jahr im bundesdeutschen Fischer Verlag erschienenen Lyrikband Chausseen, Chausseen. Da er sich weigerte, diesen West-Berliner Preis abzulehnen, durfte er in der Folgezeit in der DDR weder publizieren noch reisen. So konnte er weder 1965 einem Ruf an den Lehrstuhl für Poetik an die Universität Frankfurt folgen, noch 1968 zur Entgegennahme des Großen Kunstpreises von Nordrhein-Westfalen ausreisen. Ab 1968 wurde auch die an ihn gerichtete Post konfisziert. Die menschenverachtenden Schikanen durch das Stasi-System hat Huchel in seiner Lyrik eindrucksvoll geschildert.

    Erst nach Interventionen der West-Berliner Akademie der Künste, der Präsidenten des Internationalen PEN-Zentrums und Heinrich Bölls wurde Huchel 1971 die Ausreise aus der DDR genehmigt und er verließ sein Haus in Wilhelmshorst für immer.

    Er lebte in der Folgezeit zunächst in der Villa Massimo in Rom und ließ sich dann in Staufen im Breisgau nieder. 1972 veröffentlichte er den Gedichtband Gezählte Tage mit Werken aus der Zeit nach 1963. (Wikip.)

    #181Verfassermars (236327) 13 Aug. 13, 09:01
    Kommentar
    „Die Welt zerbricht jeden... die, die nicht zerbrechen wollen, die tötet sie.“

    L'Adieu aux armes est le troisième roman d'Ernest Hemingway, publié en 1929. C'est un roman d'inspiration autobiographique, dont l'action se déroule en Italie pendant la Première Guerre mondiale. Écrit à la première personne, il relate l'histoire d'amour tragique entre Frederic Henry, ambulancier américain engagé dans la Croix-Rouge italienne (it), et Catherine Barkley, infirmière anglaise. Dans un style froid et laconique, Hemingway dépeint une guerre futile et destructrice, le cynisme des soldats et les déplacements de populations.
    http://fr.wikipedia.org/wiki/L'Adieu_aux_armes
    http://de.wikipedia.org/wiki/In_einem_andern_Land
    http://en.wikipedia.org/wiki/A_Farewell_to_Arms
    #182Verfasseroopsy (491382) 14 Aug. 13, 07:29
    Kommentar
    Ein etwas weniger deprimierendes Gedicht zu unserem gegenwärtigen Thema schließt den Frieden schon im Titel mit ein:

    Bewaffneter Friede

    Ganz unverhofft, an einem Hügel,
    Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
     
    Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
    Kennst du des Königs Ordre nicht?
    Ist nicht der Friede längst verkündigt,
    und weißt du nicht, daß jeder sündigt,

    Der immer noch gerüstet geht?
    Im Namen seiner Majestät
    Geh her und übergib dein Fell.
     
    Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
    Laß dir erst deine Zähne brechen,
    Dann wollen wir uns weiter sprechen!
     
    Und allsogleich macht er sich rund,
    Schließt seinen dichten Stachelbund
    und trotzt getrost der ganzen Welt,
    Bewaffnet, doch als Friedensheld.


    Wilhelm Busch
    (1832 - 1908)

    #183Verfassermars (236327) 14 Aug. 13, 14:03
    Kommentar
    http://www.kubischu.de/content/text-monat/tex...


    Ich habe vor Jahren diese „markierung einer wende“ von Ernst Jandl schon einmal gepostet, aber in den gegenwärtigen Zusammenhang von Kriegsthema und von visueller Poesie passt sie natürlich besonders.

    Der destruktive Krieg hat Eigenname und Eigenwert eines jeden Monats ausgelöscht, er dominiert das ganze Jahr 1944. Mit dem Beginn des Waffenstillstands erhält der 5. Monat 1945 seinen Eigennamen zurück. Jetzt ist nicht mehr alles der Übermacht des Kriegs unterworfen! Mir gefällt die Prägnanz dieses Textes: Kann man mit zwei Zahlen und zwei Wörtern besser zum Ausdruck bringen, wie befreiend die Erfahrung im Mai 1945 für sehr viele Menschen gewesen sein muss?

    #184Verfassermars (236327) 15 Aug. 13, 09:27
    Kommentar
    Mars, vielen Dank für das Gedicht von Jandl, das ich auch posten wollte :-)) Als Du dieses Gedicht zum ersten Mal gepostet hattest, war ich beeindruckt.

    Hier ein anderer Jandl:

    vater komm erzähl vom krieg
    ist ein Gedicht des österreichischen Lyrikers Ernst Jandl, das am 31. Oktober 1966 entstand. Im Folgejahr wurde es im Rahmen einer Anthologie unter dem Titel Thema Frieden veröffentlicht. 1973 nahm Jandl vater komm erzähl vom krieg in seine Gedichtsammlung dingfest auf. In sechs gleich einsetzenden Zeilen fordert ein Kind seinen Vater auf, vom Krieg zu berichten. Am Ende stellt sich heraus, dass der Vater im Krieg gefallen ist. Die Absurdität dieser Situation drückt laut Jandl die Absurdität des Krieges aus.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vater_komm_erzä...
    #185Verfasseroopsy (491382) 16 Aug. 13, 08:36
    Kommentar
    Noch einmal visuelle Poesie:

    https://lh6.googleusercontent.com/HAVtDH0ZiGU...

    Wer verfasst eine "Interpretation" in 1 Satz?
    #186Verfassermars (236327) 16 Aug. 13, 12:47
    Kommentar

    Und noch einmal Claus Bremer (siehe #172) ...

    http://www.reinhard-doehl.de/poetscorner/brem...

    Ist das auszuhalten?

    #187Verfassermars (236327) 17 Aug. 13, 10:08
    Kommentar
    Meine völlig unbedarfte Interpretation von # 186:

    Ich sehe ein verehrendes "O Gott" und ich sehe das Alpha und Omega, wobei das Omega als Unendlichkeit (Gottes) dominiert.
    #188Verfasseroopsy (491382) 17 Aug. 13, 11:15
    Kommentar
    Oopsy, deine Deutungen zu #186 sind gar nicht unbedarft, sondern plausibel, wenn ich z. B. an "gloria in excelsis Deo" denke oder daran, wie sich das O von den anderen Buchstaben entfernte.

    Ich selbst sehe das O kritischer, nämlich als ein ruhmsüchtiges Element, das sich aus der Gemeinschaft mit seinesgleichen (mit den anderen Buchstaben des Wortes Gloria) hoch-mütig abhebt. Insofern sähe man optisch, was im Sinn des Wortes "Ruhm" steckt.

    #189Verfassermars (236327) 18 Aug. 13, 10:10
    Kommentar
    Der trojanische Krieg

    Vor drei Millionen Jahren
    Baut’ in Kleinasium
    Der Fürst der Vorfaharen
    Die Veste Ilium.

    Grad über sah man wohnen
    Der Griechen rohen Stamm,
    Der Priamus zum Hohne
    Auf Schiffen ihn beschwamm.

    Da gab es viele Krämpfe
    Vorm Stadtthor und am Meer,
    Und drinnen setzt’ es Krämpfe
    Und solche Sachen sehr.

    ....

    http://gedichte.xbib.de/Eichrodt_gedicht_Der+...

    Ludwig Eichrodt, gest. 1892
    #190Verfasseroopsy (491382) 19 Aug. 13, 08:27
    Kommentar
    Hors sujet

    Un voyage dans le temps et l'espace qui m'enchante !

    Trois bateaux Belle-époque, le cinéaste russe Nikita Mikhalkov, l’écrivain russe Ivan Bounine (1870 – 1953) et l’une de ses nouvelles, les berges du Léman transformées en rives de la Volga.

    Le Léman héberge la flotte de bateaux Belle Epoque à roues à aubes la plus importante, la plus élégante et la plus homogène au monde, tous construits par Sulzer Frères à Winterthour entre 1904 et 1927. Celle-ci a été classée monument historique d'importance nationale le 17 juin 2011.


    http://www.cgn.ch/fr-ch/flotte-belle-epoque/s...
    http://www.cgn.ch/fr-ch/content/cgn/mediatheq...
    http://www.bateaux-du-leman.ch/wp-content/upL...
    ____________________

    Octobre 2012, extraits d'articles de journaux :

    Le cinéaste russe Nikita Mikhalkov tourne «Sunstroke» (=coup de chaleur), son dernier film. C'est une véritable remontée dans le temps qu'effectue ce célèbre réalisateur – lauréat de l'oscar du meilleur film étranger en 1995 - dans un décor qui, au bord du lac Léman, reconstitue les rives de la Volga en 1907. Tiré d'une nouvelle d'Ivan Bounine, le film raconte un coup de foudre entre deux passagers d'un bateau voguant sur le plus grand fleuve d'Europe. De nombreux habitants de la région - 150 en tant que figurants et une centaine dans l'équipe - participent à ces prises de vue, qui s'étalent sur environ cinq semaines.

    ________

    Le réalisateur russe Nikita Mikhalkov a tourné des séquences de son nouveau film au Bouveret (Valais), transformé en port sur la Volga.
    Les quais du Bouveret sont devenus russes, le temps d’y tourner des séquences de "Sunstroke", situé en 1907. Pour tourner les scènes d'intérieur, le réalisateur a choisi La Suisse parmi les bateaux à vapeur de la CGN transformés en bateaux russes.


    _________

    Le film devrait être terminé fin 2013 et présenté dans les festivals de Berlin, Venise et Cannes :

    http://www.ledauphine.com/fr/images/EF406212-...
    http://www.leregional.ch/data/dataimages/uplo...
    http://sion.rotary1990.ch/clubs/c57/images/ev...
    http://sion.rotary1990.ch/clubs/c57/images/ev...

    Le bateau Belle époque La Suisse :
    http://www.flickr.com/photos/diegojack/949404...

    Sa ravissante salle à manger :
    http://www.flickr.com/photos/diegojack/950772...

    _______________

    Thème favori de Bounine :

    L'amour "qu'on garde à jamais blotti dans son cœur", l'amour qui demeure quand "tout passe et qu'on oublie tout"... Comme Proust, Bounine remonte le temps et s'efforce de saisir ce moment parfait que le destin, d'une manière ou d'une autre, viendra détruire. (Jacques Catteau)

    http://fr.wikipedia.org/wiki/Ivan_Bounine
    #191VerfasserClélia (601872) 19 Aug. 13, 12:46
    Kommentar
    Nach Clélias willkommenem Abstecher zu einer Raum-und-Zeit-Reise kehre ich noch einmal zum Thema Krieg und Frieden zurück:

    Im Grunde ändern sich die Zeiten nicht sehr, und wir mit ihnen auch nicht. Das zeigt mir das Gedicht von Friedrich Schiller (1759 – 1805) „Der Antritt des neuen Jahrhunderts“, vermutlich 1801 verfasst:


    Edler Freund! Wo öffnet sich dem Frieden,
    Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort?
    Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden,
    Und das neue öffnet sich mit Mord.
    Und das Band der Länder ist gehoben,
    Und die alten Formen stürzen ein;
    Nicht das Weltmeer hemmt des Krieges Toben,
    Nicht der Nilgott und der alte Rhein.

    Zwo gewaltige Nationen ringen
    Um der Welt alleinigen Besitz;
    Aller Länder Freiheit zu verschlingen,
    Schwingen sie den Dreizack und den Blitz.

    Gold muß ihnen jede Landschaft wägen,
    Und, wie Brennus in der rohen Zeit,
    Legt der Franke seinen ehrnen Degen
    In die Wage der Gerechtigkeit.

    Seine Handelsflotten streckt der Britte
    Gierig wie Polypenarme aus,
    Und das Reich der freien Amphitrite
    Will er schließen, wie sein eignes Haus.

    In des Südpols nie erblickten Sternen
    Dringt sein rastlos ungehemmter Lauf;
    Alle Inseln spürt er, alle fernen
    Küsten – nur das Paradies nicht auf.

    Ach, umsonst auf allen Länderkarten
    Spähst du nach dem seligen Gebiet,
    Wo der Freiheit ewig grüner Garten,
    Wo der Menschheit schöne Jugend blüht.

    Endlos liegt die Welt vor deinen Blicken,
    Und die Schifffahrt selbst ermißt sie kaum;
    Doch auf ihrem unermeßnen Rücken
    Ist für zehen Glückliche nicht Raum.

    In des Herzens heilig stille Räume
    Mußt du fliehen aus des Lebens Drang!
    Freiheit ist nur in dem Reich der Träume,
    Und das Schöne blüht nur im Gesang.

    #192Verfassermars (236327) 20 Aug. 13, 10:52
    Kommentar
    Toutes les guerres sont sacrées ... Elles sont toutes sacrées pour ceux qui doivent se battre. Si les gens qui les ont déclenchées ne leur donnaient pas ce caractère, qui serait assez fou pour combattre ? Mais peu importent les cris de ralliement que lancent les orateurs aux idiots qui prennent les armes, peu importent les nobles fins qu'ils assignent aux guerres, les guerres n'obéissent jamais qu'à une seule cause, à l'argent. En réalité, toute les guerres ne sont que des querelles d'argent. Mais il y a si peu de gens qui s'en rendent compte. Les clairons, les tambours, les belles paroles des orateurs qui ne partiront pas résonnent trop bien à leurs oreilles. Parfois on donne comme cri de ralliement : "Arrachez le tombeau du Christ aux infidèles !". Parfois : "A bas le papisme", parfois "Liberté", parfois "le Coton, l'Esclavage, les Droits des Etats".

    Citation trouvé sur Wikiquote tirée d'Autant en emporte le Vent (Margaret Mitchell 1900-1949)
    http://fr.wikiquote.org/wiki/Autant_en_emport...

    Une image du film :
    http://www.bing.com/images/search?q=Autant%20...

    Pendant la guerre de Sécession, Scarlett cherche le médecin qui a promis de prendre en charge l'accouchement de sa belle-sœur, mais celui-ci doit s'occuper de l'arrivée d'innombrables soldats blessés alors qu'il n'a ni médicaments ni pansements en suffisance. Scarlett devra se débrouiller seule dans une ville que les ennemis sont sur le point d'envahir.
    #193VerfasserClélia (601872) 20 Aug. 13, 11:49
    Kommentar
    Ich komme wieder auf Johann Peter Hebel (* 10. Mai 1760 in Basel; † 22. September 1826 in Schwetzingen) zurück, dem wir ja den Titel unserer LEO-Literaturfäden verdanken. In seinem "Rheinischem Schatzkästlein des Hausfreundes" ist auch vom Krieg die Rede, erfreulicherweise auch von "sittlichem" Verhalten eines russischen Generals:

    Suwarow


    Der Mensch muss eine Herrschaft über sich selber ausüben können, sonst ist er kein braver und achtungswürdiger Mensch, und was er einmal für allemal als recht erkennt, das muss er auch tun, aber nicht einmal für allemal, sondern immer. Der russische General Suwarow, den die Türken und Polacken, die Italiener und die Schweizer wohl kennen, der hielt ein scharfes und strenges Kommando. Aber was das Vornehmste war, er stellte sich unter sein eigenes Kommando, als wenn er ein anderer und nicht der Suwarow selber wäre, und sehr oft mussten ihm seine Adjutanten dies und jenes in seinem eigenen Namen befehlen, was er alsdann pünktlich befolgte. Einmal war er wütend aufgebracht über einen Soldaten, der im Dienst etwas versehen hatte, und fing schon an ihn zu prügeln. Da fasste ein Adjutant das Herz, dachte, er wolle dem General und dem Soldaten einen guten Dienst erweisen, eilte herbei und sagte: »Der General Suwarow hat befohlen, man solle sich nie vom Zorn übernehmen lassen.« Sogleich liess Suwarow nach und sagte: »Wenn's der General befohlen hat, so muss man gehorchen.«


    Hier wird in volkstümlich-fassliche konkrete Bildersprache umgesetzt, was das ländliche Publikum dem Theologen Hebel in Form eines abstrakten Moralkollegs nicht abnehmen würde. Darum geht es: was hier in der anekdotischen Pointe als groteske Persönlichkeitsspaltung erscheint - ein „General", der sich durch Dritte selbst Befehle erteilt, „als wenn er ein anderer... wäre"- , ist nur jene normale und unerlässliche, im sittlichen Bewusstsein sich vollziehende Scheidung in Ideal-Ich und Real-Ich, Gewissen und Willen, die dem sittlichen Entscheidungsakt vorausgeht; oder volkstümlicher ausgedrückt: die Scheidung in „General" und Mensch.
    Das Ideal-Ich, der „General Suwarow" in der Rolle des „strengen", für das Ganze verantwortlichen Vorgesetzten, vertritt die Forderung des Sittengesetzes. Das Sittengesetz hat allgemeinsten Charakter: es muss Maß setzen, das verbindlich ist für alle; nur als überindividuelle, objektive' Norm schafft es die Basis für eine größere verbindliche Ordnung. (in Lothar Wittmann, Johann Peter Hebels Spiegel der Welt, S. 87)

    #194Verfassermars (236327) 21 Aug. 13, 08:33
    Kommentar
    Abschiedslied eines Soldaten

    Du wirst mich ewig nicht mehr sehen,
    Leb' wohl, Charlotte, lebe wohl!
    Des Vaterlandes Fahnen wehen.
    Und ich will kalt und rachevoll
    Dort meinem Tod entgegen gehen,
    Der meine Leiden enden soll.

    Die Liebe, die du mir geschworen,
    Und, ach, dich selbst verkauftest du!
    Es warf das Weib, das dich geboren,
    Dich einem alten Reichen zu.
    So schändlich Hab' ich dich verloren.
    Verloren meines Herzens Ruh'.

    Du gabst mich hin um Gold und Seide,
    Vergaßest deinen Schwur und mich,
    Und doch, Charlotte, da ich scheide.
    Schlägt noch mein liebend Herz für dich
    Nie schweb' mein Bild im Sterbekleide
    Dir drohend vor und räche mich.

    Vergiß mich nur und uns're Bande,
    Und laß mich immer elend sein.
    Fort, fort von hier, in ferne Lande
    Eil' ich mit meinem Gram allein,
    Und werde meinem Vaterlande
    Ein mir verhaßtes Leben weih'n.

    Eine Uebersetzung
    Carl Weitzmann, gest. 1828
    #195Verfasseroopsy (491382) 22 Aug. 13, 09:25
    Kommentar
    Wittmanns in #94 genannte ausführliche Interpretation von Hebels Suwarow-Geschichte gefällt mir so gut, dass ich noch einen kurzen Abschnitt aus ihr zitieren möchte:

    Sogleich ließ Suwarow nach und sagte: "Wenn's der General befohlen hat, so muß man gehorchen." Auffällig das zweite „man" statt eines ,ich': sprachsymbolisches Indiz, daß das Ich mit dem überpersönlichen „man" des allgemeinen Sittengesetzes bereits zur Deckung gekommen ist, daß das menschliche Subjekt sich im sittlichen Akt bereits objektiviert hat ... Es ist kaum anzunehmen, daß Hebel sich ernsthaft mit Kant auseinandergesetzt hat; dennoch: Das originelle Zeremoniell der sittlichen Selbsterziehung des „russischen Generals Suwarov" mutet wie eine szenische Darstellung des Kategorischen Imperativs an.
    #196Verfassermars (236327) 22 Aug. 13, 10:53
    Kommentar
    Merci mars et oopsy pour Hebel et le Chant d'adieu d'un soldat.

    Les souffrances indicibles causées par la guerre, mort (souvent après une agonie atroce) de ceux qui nous sont le plus chers, séparations, privations et humiliations de toutes sortes, mutilations invalidantes, sont rendues plus insupportables encore par le sentiment de l'absurdité d'une telle guerre dont on a promis aux jeunes soldats qu'elle serait brève et qu'elle leur permettrait de se couvrir de gloire.

    FABRICE À WATERLOO, La Chartreuse de Parme, Stendhal (1783-1842)

    Apprenant le débarquement de Napoléon, enfui de l’île d'Elbe, Fabrice, décide de se mettre à son service et part pour la France. Il espère pouvoir ainsi devenir le héros chevaleresque qu'il rêve d'être.

    Fabrice, alors âgé de 17 ans, arrive enfin à Waterloo, le jour de la bataille. Celle-ci constitue pour lui une sorte d’apprentissage, pour le moins raté, comme le reconnaît le narrateur : « il faut avouer que notre héros était fort peu héros en ce moment ». La guerre moderne n’est pas faite pour les héros chevaleresques. Des soldats français républicains et roublards volent à ce jeune aristocrate naïf son cheval et son argent. Fabrice tue un ennemi sans savoir pourquoi, par jeu. Il passe son temps à ne rien comprendre à la bataille qui est racontée selon ce qu'il en perçoit sans aucune vue d'ensemble : Stendhal, qui a été soldat de Napoléon, souligne ainsi l’absurdité de la guerre.
    Tiré de Wikipédia

    Tout à coup on partit au grand galop. Quelques instants après, Fabrice vit, à vingt pas en avant, une terre labourée qui était remuée d’une façon singulière. Le fond des sillons était plein d’eau, et la terre fort humide qui formait la crête de ces sillons, volait en petits fragments noirs lancés à trois ou quatre pieds de haut. Fabrice remarqua en passant cet effet singulier ... Il entendit un cri sec auprès de lui : c’étaient deux hussards qui tombaient atteints par des boulets ; et, lorsqu’il les regarda, ils étaient déjà à vingt pas de l’escorte. Ce qui lui sembla horrible, ce fut un cheval tout sanglant qui se débattait sur la terre labourée, en engageant ses pieds dans ses propres entrailles il voulait suivre les autres : le sang coulait dans la boue.

    "Ah ! m’y voilà donc enfin au feu ! se dit-il. J’ai vu le feu ! se répétait-il avec satisfaction. Me voici un vrai militaire." A ce moment, l’escorte allait ventre à terre, et notre héros comprit que c’étaient des boulets qui faisaient voler la terre de toutes parts. Il avait beau regarder du côté d’où venaient les boulets, il voyait la fumée blanche de la batterie à une distance énorme, et, au milieu du ronflement égal et continu produit par les coups de canon, il lui semblait entendre des décharges beaucoup plus voisines ; il n’y comprenait rien du tout...

    Fabrice était tout joyeux. « Enfin je vais me battre réellement, se disait-il, tuer un ennemi ! Ce matin ils nous envoyaient des boulets, et moi je ne faisais rien que m’exposer à être tué ; métier de dupe. » Il regardait de tous côtés avec une extrême curiosité. Au bout d’un moment, il entendit partir sept à huit coups de fusil tout près de lui. Mais, ne recevant point l’ordre de tirer, il se tenait tranquille derrière son arbre. Il était presque nuit ; il lui semblait être ... à la chasse à l’ours, dans la montagne de la Tramezzina, au-dessus de Grianta. Il lui vint une idée de chasseur ; il prit une cartouche dans sa giberne et en détacha la balle : ah, si je le vois, dit-il, il ne faut pas que je le manque >>, et il fit couler cette seconde balle dans le canon de son fusil. Il entendit tirer deux coups de feu tout à côté de son arbre ; en même temps il vit un cavalier vêtu de bleu qui passait au galop devant lui, se dirigeant de sa droite à sa gauche. « Il n’est pas à trois pas, se dit-il, mais à cette distance je suis sûr de mon coup », il suivit bien le cavalier du bout de son fusil et enfin pressa la détente ; le cavalier tomba avec son cheval. "Notre héros se croyait à la chasse : il courut tout joyeux sur la pièce qu’il venait d’abattre.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #197VerfasserClélia (601872) 22 Aug. 13, 13:50
    Kommentar
    Elisabeth Langgässer:

    „Frühling 1946"


    http://www.youtube.com/watch?v=IBEdmDbjDn8


    Ich sehe einen gewissen Zusammenhang zwischen Jandls "markierung einer wende" und dem Gedicht von Elisabeth Langgässer ((* 1899 in Alzey; † 1950 in Karlsruhe). Die Dichterin, als Halbjüdin verfolgt, fand ihre älteste, nach Auschwitz verschleppte Tochter Cordelia erst im Frühjahr 1946 wieder ...
    #198Verfassermars (236327) 23 Aug. 13, 09:57
    Kommentar
    Mit einfachsten sprachlichen Mitteln, auf die man aber erst einmal kommen muss, schrieb Ernst Jandl einen dichten und "treffsicheren" Text über die Grausamkeit des Kriegs.

    Ausgangspunkt einer vielfältig kombinierenden und "permutierender" ist das Wort "Schützengraben", aus dem Jandl die Vokale eliminiert hat. Ich finde die suggestive Wirkungen dieser Klangvariationen erstaunlich, vor allem, wenn man den Text hört, wie ihn der Autor selbst vorträgt. - Gegen Ende sagt Jandl selbst ein Wort zu sein "Lautgedicht":

    http://www.youtube.com/watch?v=ixgbtOcEgXg

    #199Verfassermars (236327) 24 Aug. 13, 09:29
    Kommentar
    Erich Kästner „Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?"

    http://www.youtube.com/watch?v=eMaSNmO31vk

    Zum Nachlesen: http://www.deutschelyrik.de/index.php/kennst-...
    #200Verfasseroopsy (491382) 24 Aug. 13, 10:54
    Kommentar
    Sehr wichtig und ausdrucksstark, Clélia und oopsy, eure Beiträge zu Stendhal und Kästner!

    Unter den Büchern, die den Krieg als Ungeheuer darstellen, das den einzelnen vergewaltigt, wurde Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ (1929) am bekanntesten. Der zunächst nichtssagende Titel nimmt den Schluss des Romans auf, an dem der Protagonist Paul Bäumer kurz vor Kriegsende, im Oktober 1918, ums Leben kommt. An jenem Tag war es an der Front so ruhig, dass der Heeresbericht sich auf die Bemerkung beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden“. So macht der Romantitel sichtbar, dass die grausame Maschinerie des Kriegs über das Schicksal der einzelnen Menschen hinweggeht und ihr Tod für den großen Ablauf „nichts Neues“ mit sich bringt. Die Generation Paul Bäumers ist eine verlorene Generation, die, wenn überhaupt, müde, ausgebrannt und wurzellos in die Heimat zurückkehrt.

    #201Verfassermars (236327) 25 Aug. 13, 09:31
    Kommentar
    Remarque beschreibt in seinem Roman „Im Westen nichts Neues“ auch, wie zahlreiche junge Männer von der Schule weg ahnungslos, ja unkritisch in den Krieg ziehen. Wie war das zu erklären?

    Da spielten manche Lehrer eine traurige Rolle. Kantorek z. B. überredet seine Schüler, sich beim Bezirksamt freiwillig zu melden („Ihr geht doch mit, Kameraden?“) Auch Eltern machten sich schuldig: „Mein Vater möchte lieber, dass ich Uniform trüge, er will so mit mir zu einen Bekannten gehen.“ Überhaupt sah auch während des Krieges die Zivilbevölkerung die Wahrheit nicht oder wollte sie nicht sehen. Manche lechzten förmlich nach Erzählungen von der Front („Sofort wird mir ein zweites Bier bestellt, die Leute wissen, was sie einem Soldaten schuldig sind.“) Militarismus und Nationalstolz wirkten sich verhängnisvoll aus.

    #202Verfassermars (236327) 26 Aug. 13, 11:32
    Kommentar
    Ce livre de Remarque ainsi que le film qu'on en a tiré m'ont profondément marquée. Des patriotes exaltés et irresponsables envoient en enfer, en les berçant d'illusions, de tout jeunes gens qui n'ont même pas terminé l'école. La scène où l'un deux, atteint aux yeux par un obus, hurle de terreur entre les deux fronts est horrifiante. Un autre de ces martyrs pleure de désespoir parce qu'on l'a amputé d'une jambe. Quand ces soldats obtiennent un congé, ils ne peuvent raconter l'indicible. Les pères ne veulent entendre parler que de victoire et s'enorgueillissent sottement des exploits accomplis par leur fils. Seules les mères, déchirées et impuissantes, pressentent ce qu'endure leur enfant.
    Dans une nouvelle bouleversante de Remarque, on voit une amitié naître entre de jeunes soldats allemands et français, qu'on oblige quelques jours plus tard à s'entretuer.

    Le personnage principal de A l'Ouest rien de nouveau, comme celui de Draussen vor der Tür, exprime douloureusement le sentiment d'avoir été atrocement trompé et trahi par la génération de ses parents à qui il a fait confiance.

    Voir aussi :
    Siehe auch: S'KAFFEEHAUS X - #285 (285 et suivants, notamment le 289)
    #203VerfasserClélia (601872) 26 Aug. 13, 12:12
    Kommentar
    Clélia, der Anti-Kriegsroman „Im Westen nichts Neues“ hat bei mir ähnliche Gefühle wie bei dir ausgelöst. Ich hielt es deshalb für angebracht, ihn im Deutschunterricht mit Oberstufenklassen zu behandeln.

    Ich will jetzt nicht eine grausame Szene von der Front zitieren, sondern einen kurzen Teil aus dem ergreifenden Gespräch, das Paul Bäumer während seines letzten Heimaturlaubs mit der kranken Mutter führt:

    »Geh schlafen, Mutter, du erkältest dich hier.«
    Sie sagt: »Schlafen kann ich noch genug später.«
    Ich richte mich auf. »Es geht ja nicht sofort ins Feld, Mutter. Ich muß doch erst vier Wochen ins Barackenlager. Von dort komme ich vielleicht einen Sonntag noch herüber.«
    Sie schweigt. Dann fragt sie leise: »Fürchtest du dich sehr?«
    »Nein, Mutter.«
    »Ich wollte dir noch sagen: Nimm dich vor den Frauen in acht in Frankreich. Sie sind schlecht dort.«
    Ach Mutter, Mutter! Für dich bin ich ein Kind, - warum kann ich nicht den Kopf in deinen Schoß legen und weinen? Warum muß ich immer der Stärkere und der Gefaßtere sein, ich möchte doch auch einmal weinen und getröstet werden, ich bin doch wirklich nicht viel mehr als ein Kind, im Schrank hängen noch meine kurzen Knabenhosen, - es ist doch erst so wenig Zeit her, warum ist es denn vorbei?
    So ruhig ich kann, sage ich: »Wo wir liegen, da sind keine Frauen, Mutter.«
    »Und sei recht vorsichtig dort im Felde, Paul.«
    Ach Mutter, Mutter! Warum nehme ich dich nicht in meine Arme, und wir sterben. Was sind wir doch für arme Hunde!
    »Ja, Mutter, das will ich sein.«
    »Ich werde jeden Tag für dich beten, Paul«
    Ach Mutter, Mutter! Laß uns aufstehen und fortgehen, zurück durch die Jahre, bis all dies Elend nicht mehr auf uns liegt, zurück zu dir und mir allein, Mutter!
    »Vielleicht kannst du einen Posten bekommen, der nicht so gefährlich ist.«
    »Ja, Mutter, vielleicht komme ich in die Küche, das kann wohl sein. «



    Wie der Leser sieht, stehen vor Pauls Antwort auf die Bemerkungen der Mutter oft seine Gedanken. Sie sind meist länger als die Antwort. Sie drücken Pauls wahres Denken aus, im Gegensatz zum Sprechen, das auf die Mutter Rücksicht nimmt.

    #204Verfassermars (236327) 27 Aug. 13, 09:38
    Kommentar
    mars : Il est difficile pour nous de comprendre la mentalité de l'époque. On a l'impression que tout le monde est pris au piège. Personne ne peut se permettre de dire ce qu'il pense vraiment. Le fils ne veut pas paraître lâche, ni inquiéter sa mère qui est déjà suffisamment angoissée, la mère doit éviter d'ébranler le courage du fils et tous doivent placer les intérêts du pays au-dessus des leurs s'ils ne veulent pas passer pour des traîtres.

    Dans son premier roman intitulé Vie des martyrs (Prix Goncourt 1918), Georges Duhamel (1884-1996) raconte l'infinie souffrance des soldats qu'il a soignés, en tant que médecin militaire, pendant la Deuxième Guerre mondiale.

    On trouve le texte intégral de cette œuvre sur Wikisource, mais celui-ci est encore protégé en Europe par les droits d'auteur.

    Dès qu’il a pu parler, il m’a dit :

    — Vous m’avez coupé la jambe ?

    J’ai fait un signe. Ses yeux se sont remplis d’eau, et, comme il avait la tête basse, ses grosses larmes lui ont coulé dans les oreilles.


    Au chapitre 6, Duhamel raconte la bouleversante d'un soldat d'une vingtaine d'années qui, blessé aux deux genoux, va perdre successivement ses deux jambes et qui, malgré tout, va reprendre goût à la vie. Il aura même le courage de s'oublier lui-même, pour témoigner de la compassion aux autres blessés qui souffrent autour de lui.
    http://fr.wikisource.org/wiki/Vie_des_martyrs...

    Nous avions déjà parlé de Duhamel ici :

    http://rude.leo.org/forum/viewGeneraldiscussi... (68)
    #205VerfasserClélia (601872) 27 Aug. 13, 09:38
    Kommentar
    Der höhere Friede

    Wenn sich auf des Krieges Donnerwagen
    Menschen waffnen, auf der Zwietracht Ruf,
    Menschen, die im Busen Herzen tragen,
    Herzen, die der Gott der Liebe schuf:

    Denk´ich, können sie doch mir nichts rauben,
    Nicht den Frieden, der sich selbst bewährt,
    Nicht die Unschuld, nicht an Gott den Glauben,
    Der dem Hasse wie dem Schrecken wehrt;

    Nicht des Ahorns dunkelm Schatten wehren,
    Daß er mich im Weizenfeld erquickt,
    Und das Lied der Nachtigall nicht stören,
    Die den stillen Busen mir entzückt.


    Heinrich von Kleist († 21. November 1811)

    #206Verfassermars (236327) 28 Aug. 13, 09:41
    Kommentar
    Bewaffneter Friede

    Ganz unverhofft, an einem Hügel,
    Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
    »Halt«, rief der Fuchs, »du Bösewicht!
    Kennst du des Königs Ordre nicht?
    Ist nicht der Friede längst verkündigt,
    Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
    Der immer noch gerüstet geht? -
    Im Namen Seiner Majestät,
    Geh her und übergib dein Fell!«
    Der Igel sprach: »Nur nicht so schnell!
    Laß dir erst deine Zähne brechen,
    Dann wollen wir uns weitersprechen.«
    Und alsogleich macht er sich rund,
    Schließt seinen dichten Stachelbund
    Und trotzt getrost der ganzen Welt,
    Bewaffnet, doch als Friedensheld.

    Wilhelm Busch, gest. 1908
    #207Verfasseroopsy (491382) 28 Aug. 13, 09:44
    Kommentar
    oopsy : Beaucoup de sagesse dans ce poème de Busch : si vis pacem, para bellum.

    mars : Kleist a raison : malgré la guerre, la beauté des champs de blé, le chant mélodieux du rossignol et l'ombre bienfaisante des grands arbres demeurent.

    Auto-correction 205 :

    Dans son premier roman intitulé Vie des martyrs (Prix Goncourt 1918), Georges Duhamel (1884-1996) raconte l'infinie souffrance des soldats qu'il a soignés, en tant que médecin militaire, pendant la Première Guerre mondiale.

    _____________

    Louis Aragon (1897-1982) célèbre dans un somptueux poème la paix retrouvée après la Deuxième Guerre mondiale :

    Je vous salue ma France, arrachée aux fantômes !
    Ô rendue à la paix ! Vaisseau sauvé des eaux…


    http://www.cndp.fr/poetes-en-resistance/poete...

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #208VerfasserClélia (601872) 28 Aug. 13, 10:16
    Kommentar
    Encore Aragon et le thème de la paix à laquelle aspire vainement l'humanité :

    Un jour pourtant un jour viendra couleur d'orange
    Un jour de palme un jour de feuillages au front
    Un jour d'épaule nue où les gens s'aimeront
    Un jour comme un oiseau sur la plus haute branche ...


    http://pcf.evry.pagesperso-orange.fr/aragjour.htm

    Ce poème chanté par Jean Ferrat évoque la guerre civile espagnole pendant laquelle le grand poète espagnol Federico García Lorca fut assassiné.

    http://boutique.ina.fr/divertissement/chanson...

    Um poème de Lorca (1898-1936) :

    Couleurs

    Au-dessus de Paris
    la lune est violette.
    Elle devient jaune
    dans les villes mortes.
    Il y a une lune verte
    dans toutes les légendes.
    Lune de toile d’araignée
    et de verrière brisée,
    et par-dessus les déserts
    elle est profonde et sanglante.

    Mais la lune blanche,
    la seule vraie lune,
    brille sur les calmes
    cimetières de villages.


    Federico Garcia Lorca, Chansons sous la lune
    #209VerfasserClélia (601872) 28 Aug. 13, 11:01
    Kommentar

    Sehnsucht


    Es schienen so golden die Sterne,
    Am Fenster ich einsam stand
    Und hörte aus weiter Ferne
    Ein Posthorn im stillen Land.
    Das Herz mir im Leib entbrennte,
    Da hab ich mir heimlich gedacht:
    Ach, wer da mitreisen könnte
    In der prächtigen Sommernacht!
     
    Zwei junge Gesellen gingen
    Vorüber am Bergeshang,
    Ich hörte im Wandern sie singen
    Die stille Gegend entlang:
    Von schwindelnden Felsenschlüften,
    Wo die Wälder rauschen so sacht,
    Von Quellen, die von den Klüften
    Sich stürzen in die Waldesnacht.
     
    Sie sangen von Marmorbildern,
    Von Gärten, die überm Gestein
    In dämmernden Lauben verwildern,
    Palästen im Mondenschein,
    Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
    Wann der Lauten Klang erwacht
    Und die Brunnen verschlafen rauschen
    In der prächtigen Sommernacht.

    Josef von Eichendorff (1788 – 1857)


    Ein Gedicht voller Klänge, voller Musik, das Posthorn erklingt - die jungen Gesellen singen - die Wälder rauschen - die Quellen stürzen sich in die Waldesnacht - der Lauten Klang erwacht - die Brunnen rauschen verschlafen

    Da fühle ich mich an vier andere Verse Eichendorffs erinnert:

    Schläft ein Lied in allen Dingen,
    Die da träumen fort und fort,
    Und die Welt hebt an zu singen,
    Triffst du nur das Zauberwort.

    #210Verfassermars (236327) 29 Aug. 13, 08:20
    Kommentar
    Clair de lune : Maupassant (1850-1893)

    ... il faisait une nuit radieuse, nous voulûmes faire un tour au bord de la rivière. La lune versait dans l'eau frissonnante une pluie de lumière, émiettait ses reflets jaunes dans les remous, dans le courant, dans tout le large fleuve lent et fuyant.
    Nous allions le long de la rive, un peu grisés par cette vague exaltation que jettent en nous ces soirs de rêve. Nous aurions voulu accomplir des choses surhumaines, aimer des êtres inconnus, délicieusement poétiques. Nous sentions frémir en nous des extases, des désirs, des aspirations étranges. Et nous nous taisions, pénétrés par la sereine et vivante fraîcheur de la nuit charmante, par cette fraîcheur de la lune qui semble traverser le corps, le pénétrer, baigner l'esprit, le parfumer et le tremper de bonheur.


    Tiré de :
    http://athena.unige.ch/athena/selva/maupassan...

    ... il ouvrit sa porte pour sortir ; mais il s'arrêta sur le seuil, surpris par une splendeur de clair de lune telle qu'on n'en voyait presque jamais.
    Et comme il était doué d'un esprit exalté, ... il se sentit soudain distrait, ému par la grandiose et sereine beauté de la nuit pâle.
    Dans son petit jardin, tout baigné de douce lumière, ses arbres fruitiers, rangés en ligne, dessinaient en ombre sur l'allée leurs grêles membres de bois à peine vêtus de verdure ; tandis que le chèvrefeuille géant, grimpé sur le mur de sa maison, exhalait des souffles délicieux et comme sucrés, faisait flotter dans le soir tiède et clair une espèce d'âme parfumée.
    Il se mit à respirer longuement, buvant de l'air comme les ivrognes boivent du vin, et il allait à pas lents, ravi, émerveillé...
    Dès qu'il fut dans la campagne, il s'arrêta pour contempler toute la plaine inondée de cette lueur caressante, noyée dans ce charme tendre et languissant des nuits sereines. Les crapauds à tout instant jetaient par l'espace leur note courte et métallique, et des rossignols lointains mêlaient leur musique égrenée qui fait rêver sans faire penser, leur musique légère et vibrante, faite pour les baisers, à la séduction du clair de lune...


    Tiré de :
    http://athena.unige.ch/athena/selva/maupassan...

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #211VerfasserClélia (601872) 29 Aug. 13, 09:05
    Kommentar
    Aldo le rimeur est une pièce de George Sand (1804 – 1876) qui met en scène le mal de vivre d'un poète sans le sou qui ne sait qu'aimer passionnément, souffrir le martyre et exprimer sa passion dans sa poésie.

    La reine

    Mais quoi ? n’y a-t-il au monde que vous et moi ? peut-on toujours vivre replié sur soi-même ? L’amour est-il la seule passion digne de vous ?

    Aldo

    C’est, du moins, la seule passion dont je sois capable.

    La reine, impatientée

    Alors vous êtes un pauvre sire ; moi, je ne peux pas toujours parler d’Apollo et de Cupido. J’ai d’autres sujets de joie ou de tristesse que le nuage qui passe dans le ciel ou sur le front de mon amant ; j’ai de grands intérêts dans la vie : je suis reine, je fais la guerre ; je fais des lois, je récompense la valeur, je punis le crime ; j’inspire la crainte, le respect, l’amour, la haine peut-être ; tout cela m’occupe ; je vais d’une chose à une autre, je parcours tous les tons de cette belle musique dont aucune note ne reste silencieuse sous mon archet ; mais votre lyre n’a qu’une corde et ne rend qu’un son. Vous êtes beau et monotone comme la lune à minuit, mon pauvre poète.

    Aldo

    La lune est mélancolique. Il vous est bien facile de fermer les fenêtres et d’allumer les flambeaux quand sa lueur blafarde vous importune. Pourquoi allez-vous rêver dans les bosquets la nuit ? Restez au bal ; la brume et le froid rayon des étoiles n’iront pas vous attrister dans vos salles pleines de bruit et de lumière.

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Aldo_le_rimeur

    Siehe auch: Das Schatzkästlein des leonidischen Hausfreunds - #233 (233)
    #212VerfasserClélia (601872) 30 Aug. 13, 09:14
    Kommentar
    Marie Freifrau Ebner von Eschenbach (* 13. September 1830 r in Mähren; † 12. März 1916 in Wien) war eine österreichische Schriftstellerin und gilt mit ihren psychologischen Erzählungen als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jahrhunderts. Ich schätze aber auch viele Aphorismen von ihr sowie das folgende kleine Gedicht:


    Ein kleines Lied



    Ein kleines Lied! Wie geht's nur an,
    Daß man so lieb es haben kann,
    Was liegt darin? erzähle!

    Es liegt darin ein wenig Klang,
    Ein wenig Wohllaut und Gesang
    Und eine ganze Seele.


    #213Verfassermars (236327) 30 Aug. 13, 21:02
    Kommentar
    Grenzen der Liebe

    Alles kann Liebe:
    zürnen und zagen,
    leiden und wagen,
    demütig werben,
    töten, verderben,
    alles kann Liebe.

    Alles kann Liebe:
    lachend entbehren,
    weinend gewähren,
    heißes Verlangen
    nähren in bangen,
    in einsamen Tagen –
    alles kann Liebe –
    nur nicht entsagen!

    Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916)

    Aus dem Leben der Schriftstellerin: 1856 zog sie dauerhaft nach Wien, wo sie 1879 eine Uhrmacher-Ausbildung absolvierte, was für eine Frau damals ungewöhnlich war. Sie sammelte Formuhren*; die Sammlung befindet sich im Uhrenmuseum in Wien.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_von_Ebner-...

    *Formuhr: http://de.wikipedia.org/wiki/Formuhr
    #214Verfasseroopsy (491382) 31 Aug. 13, 10:43
    Kommentar
    ...la mare aux grands nénuphars clapote ;
    La lune, ce soir, est un peu pâlotte…
    C’est un chant très doux et très attristant...


    Rosemonde GÉRARD ROSTAND (1866-1953)
    http://www.unjourunpoeme.fr/poeme/la-grenouille-2

    _______________


    LES BIENFAITS DE LA LUNE

    La Lune, qui est le caprice même, regarda par la fenêtre pendant que tu dormais dans ton berceau, et se dit :
    « Cette enfant me plaît. »
    Et elle descendit moelleusement son escalier de nuages et passa sans bruit à travers les vitres. Puis elle s’étendit sur toi avec la tendresse souple d’une mère, et elle déposa ses couleurs sur ta face. Tes prunelles en sont restées vertes, et tes joues extraordinairement pâles. C’est en contemplant cette visiteuse que tes yeux se sont si bizarrement agrandis ; et elle t’a si tendrement serrée à la gorge que tu en as gardé pour toujours l’envie de pleurer.
    Cependant, dans l’expansion de sa joie, la Lune remplissait toute la chambre comme une atmosphère phosphorique, comme un poison lumineux ; et toute cette lumière vivante pensait et disait : « Tu subiras éternellement l’influence de mon baiser. Tu seras belle à ma manière. Tu aimeras ce que j’aime et ce qui m’aime : l’eau, les nuages, le silence et la nuit ; la mer immense et verte ; l’eau uniforme et multiforme ; le lieu où tu ne seras pas ; l’amant que tu ne connaîtras pas ; les fleurs monstrueuses ; les parfums qui font délirer ; les chats qui se pâment sur les pianos et qui gémissent comme les femmes, d’une voix rauque et douce !
    « Et tu seras aimée de mes amants, courtisée par mes courtisans. Tu seras la reine des hommes aux yeux verts dont j’ai serré aussi la gorge dans mes caresses nocturnes ; de ceux-là qui aiment la mer, la mer immense, tumultueuse et verte, l’eau informe et multiforme, le lieu où ils ne sont pas, la femme qu’ils ne connaissent pas, les fleurs sinistres qui ressemblent aux encensoirs d’une religion inconnue, les parfums qui troublent la volonté, et les animaux sauvages et voluptueux qui sont les emblèmes de leur folie. »
    Et c’est pour cela, maudite chère enfant gâtée, que je suis maintenant couché à tes pieds, cherchant dans toute ta personne le reflet de la redoutable Divinité, de la fatidique marraine, de la nourrice empoisonneuse de tous les lunatiques.

    Charles Baudelaire (1821 – 1867)

    http://www.flickr.com/photos/azote29/95158809...
    #215VerfasserClélia (601872) 31 Aug. 13, 10:58
    Kommentar
    Clélia, ich ergänze die "Mond-Texte" gerne durch Goethes (1749 - 1832) bekanntes Gedicht:

    An den Mond

    Füllest wieder Busch und Tal
    Still mit Nebelglanz,
    Lösest endlich auch einmal
    Meine Seele ganz;
    Breitest über mein Gefild
    Lindernd deinen Blick,
    Wie des Freundes Auge mild
    Über mein Geschick.

    Jeden Nachklang fühlt mein Herz
    Froh- und trüber Zeit,
    Wandle zwischen Freud' und Schmerz
    In der Einsamkeit.

    Fließe, fließe, lieber Fluß!
    Nimmer werd' ich froh;
    So verrauschte Scherz und Kuß
    Und die Treue so.

    Ich besaß es doch einmal,
    was so köstlich ist!
    Daß man doch zu seiner Qual
    Nimmer es vergißt!

    Rausche, Fluß, das Tal entlang,
    Ohne Rast und Ruh,
    Rausche, flüstre meinem Sang
    Melodien zu!

    Wenn du in der Winternacht
    Wütend überschwillst
    Oder um die Frühlingspracht
    Junger Knospen quillst.

    Selig, wer sich vor der Welt
    Ohne Haß verschließt,
    Einen Freund am Busen hält
    Und mit dem genießt,

    Was, von Menschen nicht gewußt
    Oder nicht bedacht,
    Durch das Labyrinth der Brust
    Wandelt in der Nacht.

    #216Verfassermars (236327) 01 Sep. 13, 11:11
    Kommentar
    Aus den Schilfliedern

    Drüben geht die Sonne scheiden,
    Und der müde Tag entschlief.
    Niederhangen hier die Weiden
    In den Teich, so still, so tief.

    Und ich muss mein Liebstes meiden:
    Quill, o Träne, quill hervor!
    Traurig säuseln hier die Weiden,
    Und im Winde bebt das Rohr.

    In mein stilles, tiefes Leiden
    Strahlst du, Ferne! hell und mild,
    Wie durch Binsen hier und Weiden
    Strahlt des Abendsternes Bild.

    Auf dem Teich, dem regungslosen,
    Weilt des Mondes holder Glanz,
    Flechtend seine bleichen Rosen
    In des Schilfes grünen Kranz.


    Hirsche wandeln dort am Hügel,
    Blicken in die Nacht empor;
    Manchmal regt sich das Geflügel
    Träumerisch im tiefen Rohr.

    Weinend muss mein Blick sich senken;
    Durch die tiefste Seele geht
    Mir ein süßes Deingedenken
    Wie ein stilles Nachtgebet!

    Nikolaus LENAU (1802-1850)

    Ce poème a inspiré Edouard Tavan (1842-1919).

    LE CHANT DES ROSEAUX

    D'après Lenau

    A la mémoire de ma sœur Lilia

    C'est l'étang dormante opale,
    Où la lune au bord des eaux
    A mêlé sa tresse pâle
    Aux guirlandes des roseaux.

    Des cerfs passent sur la grève,
    Ils regardent dans la nuit;
    Un bruit d'ailes, comme en rêve,
    Dans les joncs murmure et fuit.

    J'ai baissé ma tête lasse;
    A travers mon désespoir
    Ton profond souvenir passe
    Comme un chant pieux du soir.

    ______________

    La Lune

    Avec ses caprices, la Lune
    Est comme une frivole amante ;
    Elle sourit et se lamente,
    Et vous fuit et vous importune.

    La nuit, suivez-la sur la dune,
    Elle vous raille et vous tourmente ;
    Avec ses caprices, la Lune
    Est comme une frivole amante.

    Et souvent elle se met une
    Nuée en manière de mante ;
    Elle est absurde, elle est charmante ;
    Il faut adorer sans rancune,
    Avec ses caprices, la Lune.

    Théodore de BANVILLE (1823-1891)

    _______________

    Vous pouvez aussi aller rêver au clair de lune dans nos Jardins de la poésie :
    Siehe auch: Les jardins de la poésie, premier jardin - #83 (Par exemple 18, 24 et 83)
    #217VerfasserClélia (601872) 02 Sep. 13, 09:18
    Kommentar
    Da darf, Clélia, natürlich nicht das bekannte Abendlied von Matthias Claudius (1740 - 1815), "Der Mond ist aufgegangen ..." fehlen. Es gehört zu den bekanntesten Gedichten der deutschen Literatur. Vorlage war das Gedicht "Nun ruhen alle Wälder" von Paul Gerhardt aus dem Jahre 1647.

    Ich habe einen Link gewählt, über den man das Lied anhören und den Text mitlesen kann:

    http://www.youtube.com/watch?v=olT6z-aErv4

    Besonders gefällt mir die 3. Strophe:

    Seht ihr den Mond dort stehen?
    Er ist nur halb zu sehen,
    Und ist doch rund und schön!
    So sind wohl manche Sachen,
    Die wir getrost belachen,
    Weil unsre Augen sie nicht sehn.
     

    #218Verfassermars (236327) 02 Sep. 13, 12:46
    Kommentar
    Clair de lune

    Votre âme est un paysage choisi
    Que vont charmant masques et bergamasques
    Jouant du luth et dansant et quasi
    Tristes sous leurs déguisements fantasques.

    Tout en chantant sur le mode mineur
    L'amour vainqueur et la vie opportune
    Ils n'ont pas l'air de croire à leur bonheur
    Et leur chanson se mêle au clair de lune,

    Au calme clair de lune triste et beau,
    Qui fait rêver les oiseaux dans les arbres
    Et sangloter d'extase les jets d'eau,
    Les grands jets d'eau sveltes parmi les marbres.

    Mondschein

    Wie eine seltne Gegend ist dein Herz,
    Wo Masken, die mit Bergamasken schreiten,
    Zum Tanze spielen voll geheimem Schmerz
    Im Truggewand, mit dem sie bunt sich kleiden.

    Obgleich in weichem Ton sie singen, wie
    Der Liebe Sieg dem Lebensglück sich eine,
    So glauben doch nicht an die Freude sie,
    Und ihr Gesang fliesst hin im Mondenscheine.

    Im kalten Mondenschein, des trübe Pracht
    Die Vögel träumen lässt auf ihren Zweigen,
    Und der die Wasserstrahlen weinen macht,
    Die schlank aus weissen Marmorschalen steigen.

    Paul Verlaine, gest. 1896
    #219Verfasseroopsy (491382) 03 Sep. 13, 09:16
    Kommentar
    Le Portrait est une nouvelle fantastique de Nicolas Gogol (1809-1852)

    Dans la première partie de cette nouvelle, le clair de lune joue un rôle important.

    Tchartkov, un peintre doué, mais pauvre comme Job, achète à contrecœur à un marchand de vieilles croûtes* - juste pour lui faire plaisir - un tableau représentant un vieillard au regard d'une intensité extraordinaire.

    Il est furieux d'avoir cédé à l'insistance du marchand et d'avoir dépensé sottement vingt kopecks. Il ramène le tableau dans l'affreux taudis glacé et en désordre qui lui sert à la fois de logis et d'atelier. Il est tellement à court d'argent qu'il ne peut plus payer son loyer. Il va probablement être expulsé de son logement. Il n'a pas les moyens de s'acheter des bougies. Seul, le clair de lune éclaire sa chambre. Le portrait sur lequel tombe une lueur blafarde commence à lui faire peur. Son sommeil est entrecoupé de cauchemars terrifiants. Le lendemain, il trouve un rouleau de pièces d'or qui était caché dans le cadre du portrait. Cet or, loin de le tirer d'affaire, va le précipiter dans le malheur et lui ôter tout son talent. Il finit par perdre la raison.

    Dans la deuxième partie, le fils de l'artiste qui a peint le portrait maudit nous donne, partiellement, la clef de l'énigme.

    Extraits :

    Le crépuscule couvrait encore la moitié du ciel, caressant d’un tiède reflet les édifices tournés vers le couchant. Mais déjà la lune épandait son rayonnement froid et bleuâtre ; déjà les maisons, les passants, projetaient sur le sol des ombres légères, quasi transparentes. Peu à peu le ciel, qu’illuminait une clarté douteuse, diaphane et fragile, retint l’œil du peintre, cependant que sa bouche laissait échapper presque simultanément des exclamations dans le genre de « Quels tons délicats ! » ou « Zut, quelle bougre de sottise ! » Puis il hâtait le pas en remontant le portrait qui glissait sans cesse de dessous son aisselle.

    Tchartkov pâlit soudain et se prit à trembler : un visage convulsé, qui paraissait sortir d’une toile déposée devant lui, fixait sur lui deux yeux prêts à le dévorer, tandis que le pli impérieux de la bouche commandait le silence. Dans son effroi, il voulut crier... mais le cri mourut sur ses lèvres, cédant la place à un sonore éclat de rire : il venait de reconnaître le fameux portrait, auquel il ne songeait déjà plus, et que le clair de lune, qui baignait la pièce, animait d’une vie étrange. Il s’empara aussitôt de la toile, l’examina, enleva à l’aide d’une éponge presque toute la poussière et la saleté qui s’y étaient accumulées ; puis, quand il l’eut suspendue au mur, il en admira encore davantage l’extraordinaire puissance. Tout le visage vivait maintenant et posait sur lui un regard qui le fit bientôt tressaillir, reculer, balbutier : « Il regarde, il regarde avec des yeux humains ! »

    La lune se jouait toujours à travers la pièce, arrachant à l’ombre ici une toile, … ailleurs une draperie abandonnée, sur une chaise un pantalon, des bottes non cirées …

    … était-ce un cauchemar, le délire, une vision ? Pour calmer quelque peu son émoi et les pulsations désordonnées de ses artères, il s’approcha de la fenêtre, ouvrit le vasistas. Une brise embaumée le ranima. Le clair de lune baignait toujours les toits et les blanches murailles des maisons ; mais déjà de petits nuages couraient, de plus en plus nombreux, sur le ciel. Tout était calme ; de temps en temps montait d’une ruelle invisible le cahotement lointain d’un fiacre, dont le cocher somnolait sans doute au bercement de sa rosse paresseuse, dans l’attente de quelque client attardé. Tchartkov resta longtemps à regarder, la tête hors du vasistas. Les signes précurseurs de l’aurore se montraient déjà au firmament lorsqu’il sentit le sommeil le gagner ; il ferma le vasistas, regagna son lit, s’y allongea et s’endormit, cette fois, profondément.



    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Sp%C3%A9cial:Re...

    Moscou en 1900:
    http://1.bp.blogspot.com/-nvO5GqfhMOA/URvvWau...

    * http://fr.wiktionary.org/wiki/cro%C3%BBte (4)

    Siehe auch: Das Schatzkästlein des leonidischen Hausfreunds - #165 (64)
    #220VerfasserClélia (601872) 03 Sep. 13, 09:23
    Kommentar
    Ich möchte noch ein schönes Gedicht vorstellen, in dem der Vollmond eine wichtige Rolle spielt. Es ist aus Hofmannsthals (gest. 1929) "Terzinen über Vergänglichkeit" die dritte:

    Wir sind aus solchem Zeug wie das zu Träumen,
    Und Träume schlagen so die Augen auf
    Wie kleine Kinder unter Kirschenbäumen,

    Aus deren Krone den blassgoldnen Lauf
    Der Vollmond anhebt durch die große Nacht.
    .... Nicht anders tauchen unsre Träume auf.

    Sind da und leben, wie ein Kind, das lacht,
    Nicht minder gross im Auf- und Niederschweben
    Als Vollmond, aus Baumkronen aufgewacht.

    Das Innerste ist offen ihrem Weben
    Wie Geisterhände in versperrtem Raum
    Sind sie in uns und haben immer Leben.

    Und drei sind eins : ein Mensch, ein Ding, ein Traum.

    #221Verfassermars (236327) 03 Sep. 13, 16:30
    Kommentar
    Die Zeit

    Die Zeit zerstört und baut Paläste,
    Streut bunte Blumen auf die Flur:
    Verschlingt des Nachruhms Ueberreste,
    Und lässt dem Enkel keine Spur:

    Mit unersättlichem Behagen
    Nagt sie am Denkmal mancher Gruft;
    Zwar mildert sie des Unmuths Klagen
    Durch sie zerfliesst der Gram in Luft.

    Oft nährt, oft löschet sie die Flamme,
    Die Leidenschaft im Busen birg't;
    Oft untergräbt sie schlau am Damme
    Womit Vernunft entgegen wirkt.

    Sie kann, was Menschen selten können,
    Sie setzet Schranken jedem Schmerz,
    Vereint oft, was die Menschen trennen,
    Giesst Balsam in das wunde Herz.

    Zwar wieget sie die stärksten Triebe
    In Schlummer ein, nach Sturm und Braus;
    Doch die Erinnrung Erster Liebe
    Tilgt selbst die Ewigkeit nicht aus! –

    Gabriele von Baumberg, gest. 1839
    #222Verfasseroopsy (491382) 04 Sep. 13, 08:26
    Kommentar
    Le poète, le clair de lune et le rêve :

    Heinrich Heine (1822 - 1823)

    INTERMEZZO LYRIQUE

    Prolog

    Es war mal ein Ritter trübselig und stumm,
    Mit hohlen, schneeweißen Wangen;
    Er schwankte und schlenderte schlotternd herum,
    In dumpfen Träumen befangen.
    Er war so hölzern, so täppisch, so links,
    Die Blümlein und Mägdlein, die kicherten rings,
    Wenn er stolpernd vorbeigegangen.


    Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus;
    Er hatt sich vor Menschen verkrochen.
    Da streckte er sehnend die Arme aus,
    Doch hat er kein Wörtlein gesprochen.
    Kam aber die Mitternachtstunde heran,
    Ein seltsames Singen und Klingen begann –
    An die Türe da hört er es pochen.


    Da kommt seine Liebste geschlichen herein
    Im rauschenden Wellenschaumkleide,
    Sie blüht und glüht wie ein Röselein,
    Ihr Schleier ist eitel Geschmeide.
    Goldlocken umspielen die schlanke Gestalt,
    Die Äuglein grüßen mit süßer Gewalt –
    In die Arme sinken sich beide.


    Der Ritter umschlingt sie mit Liebesmacht,
    Der Hölzerne steht jetzt in Feuer,
    Der Blasse errötet, der Träumer erwacht,
    Der Blöde wird freier und freier.
    Sie aber, sie hat ihn gar schalkhaft geneckt,
    Sie hat ihm ganz leise den Kopf bedeckt
    Mit dem weißen, demantenen Schleier.

    In einen kristallenen Wasserpalast
    Ist plötzlich gezaubert der Ritter.
    Er staunt, und die Augen erblinden ihm fast
    Vor alle dem Glanz und Geflitter.
    Doch hält ihn die Nixe umarmet gar traut,
    Der Ritter ist Bräut'gam, die Nixe ist Braut,
    Ihre Jungfraun spielen die Zither.

    Sie spielen und singen, und singen so schön,
    Und heben zum Tanze die Füße;
    Dem Ritter, dem wollen die Sinne vergehn,
    Und fester umschließt er die Süße –
    Da löschen auf einmal die Lichter aus,
    Der Ritter sitzt wieder ganz einsam zu Haus,
    In dem düstern Poetenstübchen.


    Traduction de Gérard de Nerval (1808 – 1855)

    PROLOGUE

    Il y avait une fois un chevalier qui était taciturne et sombre ! ses joues creuses avaient le blanc de la neige. Il errait çà et là d’un pas chancelant perdu en de vagues rêves. On eût dit qu’il était de bois, tant il était lourd et gauche ! les fleurettes et les fillettes se mettaient à rire sans bruit quand il passait près d’elles, trébuchant à chaque pas.

    Souvent il se retirait dans le coin le plus sombre de sa demeure, dissimulé aux yeux des hommes. Alors il étendait les bras, comme mû d’un désir qu’il n’exprimait jamais. Mais à minuit on entendait un chant étrange, et à sa porte quelqu’un frappait.

    La bien-aimée entrait, dans le doux bruissement de sa robe blanche comme l’écume ! elle brille et rayonne comme une jeune rose. Son voile est brodé de diamants et ses boucles dorées lui font une tunique. Ses yeux ont une douce puissance. — Ils tombent dans les bras l’un de l’autre.

    Le chevalier l’enlace avec la force de l’amour. Lui qui semblait de bois, le voilà qui s’enflamme. Ses joues pâles se colorent de pourpre ! il sort de son rêve ! il s’émancipe, lui, le timide. Mais elle, espiègle et mutine, lui couvre gentiment la tête avec son voile blanc broché de diamants.

    Tout-à-coup, le chevalier est transporté au fond des ondes, dans un palais de cristal. Il regarde, les yeux à demi aveuglés par la lumière qui l’inonde. L’ondine le presse sur son cœur ! il est l’époux, elle est l’épouse, et ses compagnes jouent de la cithare.

    Elles jouent et elles chantent un air mélodieux, tandis qu’elles tournent en cadence. Le chevalier est sur le point de défaillir ! plus étroitement encore il enlace son aimée. Mais voilà que les feux s’éteignent. Le chevalier se retrouve chez lui tout seul, dans sa pauvre petite chambre de poète.
    #223VerfasserClélia (601872) 04 Sep. 13, 08:43
    Kommentar

    Dietrich Fischer-Dieskau singt Eichendorffs (gest. 1857) "Mondnacht", wie sie von Schumann vertont wurde:

    http://www.youtube.com/watch?v=kBGyJvHe0kc

    Ein Kommentator meint zu der Darbietung: "Was soll man da noch sagen - eines der schwierigsten Schumannlieder, und dann diese unglaubliche, perfekte Beherrschung aller Facetten. Chapeau und tausendmal danke."

    #224Verfassermars (236327) 05 Sep. 13, 09:47
    Kommentar
    Mondlicht

    Wie liegt im Mondenlichte
    Begraben nun die Welt;
    Wie selig ist der Friede,
    Der sie umfangen hält!

    Die Winde müssen schweigen,
    So sanft ist dieser Schein;
    Sie säuseln nur und weben
    Und schlafen endlich ein.

    Und was in Tagesgluten
    Zur Blüte nicht erwacht,
    Es öffnet seine Kelche
    Und duftet in die Nacht.

    Wie bin ich solchen Friedens
    Seit lange nicht gewohnt!
    Sei du in meinem Leben
    Der liebevolle Mond!

    Theodor Storm, gest. 1888
    #225Verfasseroopsy (491382) 06 Sep. 13, 08:56
    Kommentar
    Alla Luna

    O graziosa luna, io mi rammento
    Che, or volge l’anno, sovra questo colle
    Io venia pien d’angoscia a rimirarti:
    E tu pendevi allor su quella selva
    Siccome or fai, che tutta la rischiari.
    Ma nebuloso e tremulo dal pianto
    Che mi sorgea sul ciglio, alle mie luci
    Il tuo volto apparia, che travagliosa
    Era mia vita: ed è, né cangia stile
    O mia diletta luna. E pur mi giova
    La ricordanza, e il noverar l’etate
    Del mio dolore. Oh come grato occorre
    Nel tempo giovanil, quando ancor lungo
    La speme e breve ha la memoria il corso
    Il rimembrar delle passate cose,
    Ancor che triste, e che l’affanno duri!
     

    G. Leopardi (1798 - 1837)


    Giacomo Graf Leopardi war ein italienischer Dichter, Essayist und Philologe, dem neben Alessandro Manzoni eine entscheidende Rolle bei der Erneuerung der italienischen Literatursprache im 19. Jahrhundert zukam ... Die Grundstimmung von Leopardis Werk ist zwar melancholisch, aber aus jedem Gedicht spricht so viel Leben und Gefühl, aus jeder seiner Operette morali so viel Witz und Geist, dass Leopardis Melancholie alles andere als grau und trüb erscheint; sein vielzitierter Pessimismus erscheint heute aus dem Abstand von 200 Jahren eher als kluge Skepsis gegenüber dem im 19. Jahrhundert aufkommenden Fortschrittswahn, leichtgläubigen Positivismus und Nationalismus. (Wikip.)

    #226Verfassermars (236327) 06 Sep. 13, 17:46
    Kommentar
    Julien Sorel a été engagé comme secrétaire pas le marquis de la Mole. La fille de la maison, Mathilde, aussi orgueilleuse que jolie, doit épouser le marquis de Croisenois. Julien sent qu'il plaît à la jeune fille. Mademoiselle de la Mole rêve de vivre un amour romanesque et envoie cette lettre à Julien :

    « J’ai besoin de vous parler ; il faut que je vous parle, ce soir ; au moment où une heure après minuit sonnera, trouvez-vous dans le jardin. Prenez la grande échelle du jardinier auprès du puits ; placez-la contre ma fenêtre et montez chez moi. Il fait clair de lune ; n’importe. »

    Julien pense que le marquis de Croisenois, jaloux de l'intérêt que Mathilde lui porte lui a tendu un guet-apens avec ses amis. Malgré le danger qu'il croit courir, il veut se rendre à ce rendez-vous insensé pour ne pas paraître lâche aux yeux de Mathilde.

    Le temps était d’une sérénité désespérante. Vers les onze heures la lune se leva, à minuit et demi elle éclairait en plein la façade de l’hôtel donnant sur le jardin.
    Elle est folle, se disait Julien ; comme une heure sonna, il y avait encore de la lumière aux fenêtres du comte Norbert. De sa vie Julien n’avait eu autant de peur, il ne voyait que les dangers de l’entreprise, et n’avait aucun enthousiasme.
    Il alla prendre l’immense échelle, attendit cinq minutes, pour laisser le temps à un contre-ordre, et à une heure cinq minutes posa l’échelle contre la fenêtre de Mathilde. Il monta doucement le pistolet à la main, étonné de n’être pas attaqué. Comme il approchait de la fenêtre elle s’ouvrit sans bruit :
    — Vous voilà, monsieur, lui dit Mathilde avec beaucoup d’émotion ; je suis vos mouvements depuis une heure.
    Julien était fort embarrassé, il ne savait comment se conduire, il n’avait pas d’amour du tout. Dans son embarras, il pensa qu’il fallait oser, il essaya d’embrasser Mathilde.
    — Fi donc ! lui dit-elle en le repoussant.
    Fort content d’être éconduit, il se hâta de jeter un coup d’œil autour de lui : la lune était si brillante que les ombres qu’elle formait dans la chambre de Mlle de La Mole étaient noires. Il peut fort bien y avoir là des hommes cachés sans que je les voie, pensa-t-il.
    — Qu’avez-vous dans la poche de côté de votre habit ? lui dit Mathilde, enchantée de trouver un sujet de conversation. Elle souffrait étrangement ; tous les sentiments de retenue et de timidité, si naturels à une fille bien née, avaient repris leur empire, et la mettaient au supplice.
    — J’ai toutes sortes d’armes et de pistolets, répondit Julien, non moins content d’avoir quelque chose à dire.
    — Il faut retirer l’échelle, dit Mathilde.
    — Elle est immense, et peut casser les vitres du salon en bas, ou de l’entresol.
    — Il ne faut pas casser les vitres, reprit Mathilde essayant en vain de prendre le ton de la conversation ordinaire ; vous pourriez, ce me semble, abaisser l’échelle au moyen d’une corde qu’on attacherait au premier échelon. J’ai toujours une provision de cordes chez moi.
    Et c’est là une femme amoureuse ! pensa Julien, elle ose dire qu’elle aime ! tant de sang-froid, tant de sagesse dans les précautions m’indiquent assez que je ne triomphe pas de M. de Croisenois comme je le croyais sottement ; mais que tout simplement je lui succède. Au fait, que m’importe ! est-ce que je l’aime ? Je triomphe du marquis en ce sens qu’il sera très fâché d’avoir un successeur, et plus fâché encore que ce successeur soit moi. Avec quelle hauteur il me regardait hier soir au café Tortoni, en affectant de ne pas me reconnaître ; avec quel air méchant il me salua ensuite, quand il ne put plus s’en dispenser !
    Julien avait attaché la corde au dernier échelon de l’échelle, il la descendait doucement, et en se penchant beaucoup en dehors du balcon pour faire en sorte qu’elle ne touchât pas les vitres. Beau moment pour me tuer, pensa-t-il, si quelqu’un est caché dans la chambre de Mathilde ; mais un silence profond continuait à régner partout.


    Le Rouge et le Noir, Stendhal (1783 – 1842)

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_Rouge_et_le_...
    #227VerfasserClélia (601872) 06 Sep. 13, 21:55
    Kommentar
    Interessant, Clélia, wie Stendhal hier den Mondschein in seine Romanhandlung einbezieht ...

    Nach den italienischen Versen in # 226 möchte ich ein weiteres Mond-Gedicht aus der Romania vorstellen:

    À Luz da Lua!

    Iamos sós pela floresta amiga,
    Onde em perfumes o luar se evola,
    Olhando os céus, modesta rapariga!
    Como as crianças ao sair da escola.

    Em teus olhos dormentes de fadiga,
    Meio cerrados como o olhar da rola,
    Eu ia lendo essa ballada antiga
    D'uns noivos mortos ao cingir da estola...

    A Lua-a-Branca, que é tua avozinha,
    Cobria com os seus os teus cabellos
    E dava-te um aspeto de velhinha!

    Que linda eras, o luar que o diga!
    E eu compondo estes versos, tu a lel-os,
    E ambos scismando na floresta amiga...


    António Nobre (1867 – 1900)


    António Nobre war ein portugiesischer Lyriker am Ende des 19. Jahrhunderts. Er gilt als einer der bedeutendsten Neu-Romantiker Portugals.

    #228Verfassermars (236327) 07 Sep. 13, 08:53
    Kommentar
    Ce faux amour entre Julien et Mathilde est très finement analysé par Stendhal. Julien est dévoré d'ambition et ne songe qu'à se venger du mépris dont il croit être l'objet. Mathilde, que son fiancé ennuie, veut vivre une passion romanesque et feint de ressentir un amour qu'elle n'éprouve pas du tout ! Tous deux jouent un rôle comme au théâtre.

    http://img.filmsactu.net/datas/dvd/l/e/le-rou...

    ________________________________

    Chateaubriand (1768 – 1848) passe son enfance dans le château de Combourg que son père a acheté en Bretagne. Il subit l'envoûtement de cette demeure mystérieuse comportant des passages et des escaliers secrets, des cachots et des donjons. Dans les Mémoires d'Outre-Tombe, il évoque les émotions qu'il éprouvait la nuit lorsqu'il dormait dans une pièce isolée au haut d'une tourelle.

    La fenêtre de mon donjon s’ouvrait sur la cour intérieure ; le jour, j’avais en perspective les créneaux de la courtine* opposée, où végétaient des scolopendres** et croissait un prunier sauvage. Quelques martinets*** qui, durant l’été, s’enfonçaient en criant dans les trous des murs, étaient mes seuls compagnons. La nuit, je n’apercevais qu’un petit morceau du ciel et quelques étoiles. Lorsque la lune brillait et qu’elle s’abaissait à l’occident, j’en étais averti par ses rayons, qui venaient à mon lit au travers des carreaux losangés de la fenêtre. Des chouettes, voletant d’une tour à l’autre, passant et repassant entre la lune et moi, dessinaient sur mes rideaux l’ombre mobile de leurs ailes. Relégué dans l’endroit le plus désert, à l’ouverture des galeries, je ne perdais pas un murmure des ténèbres. Quelquefois, le vent semblait courir à pas légers ; quelquefois il laissait échapper des plaintes ; tout à coup, ma porte était ébranlée avec violence, les souterrains poussaient des mugissements, puis ces bruits expiraient pour recommencer encore. À quatre heures du matin, la voix du maître du château, appelant le valet de chambre à l’entrée des voûtes séculaires, se faisait entendre comme la voix du dernier fantôme de la nuit. Cette voix remplaçait pour moi la douce harmonie au son de laquelle le père de Montaigne éveillait son fils.****

    * courtine : muraille reliant deux tours
    ** scolopendres : Fougères à longues feuilles non dentelées qui poussent sur les murailles humides
    ***martinet : espèce d'hirondelle à longues ailes
    **** Montaigne raconte dans ses Essais (I, 26): "Il me faisait éveiller par le son de quelque instrument et avait un joueur d'épinette à cet effet."
    Siehe auch: Zweites Schatzkästlein des leonidischen Haus... - #257 (257)
     
    Le château de Combourg :
    http://www.photos-depot.com/crop/6/00006857.jpg
    #229VerfasserClélia (601872) 07 Sep. 13, 10:48
    Kommentar
    Ich finde, dass sich in unserer dem Mond gewidmeten Schatzkästlein-Abteilung Prosa und Lyrik gut ergänzen. Ich stelle deshalb nach # 228 ein weiteres portugiesisches Gedicht ein. Ich habe auch versucht, es ins Deutsche zu übersetzen ...

    O Luar Através dos Altos Ramos

    O luar através dos altos ramos,
    Dizem os poetas todos que ele é mais
    Que o luar através dos altos ramos.
    Mas para mim, que não sei o que penso,
    O que o luar através dos altos ramos
    É, além de ser
    O luar através dos altos ramos,
    É não ser mais
    Que o luar através dos altos ramos.


    Alberto Caeiro (1888-1935), in "O Guardador de Rebanhos - Poema XXXV"
    Heterónimo de Fernando Pessoa

    Fernando Pessoa (* 13. Juni 1888 in Lissabon; † 30. November 1935 ebenda), war ein portugiesischer Dichter, Schriftsteller, Angestellter eines Handelshauses und Geisteswissenschaftler. Er verfasste seine Werke hauptsächlich unter den drei Heteronymen Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos und dem Halb-Heteronym Bernardo Soares.

    Pessoa gilt nach Luís de Camões als bedeutendster Lyriker Portugals; er ist einer der wichtigsten Dichter der portugiesischen Sprache und gehört zu den bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts.

    Schöner als Pessoa kann man, finde ich, kaum zum Ausdruck bringen, dass der Mondschein seinen Wert in sich selber trägt. Mein Übersetzungsversuch sieht so aus:


    „Der Mondschein durch die hohen Zweige
    ist, so sagen alle Dichter, mehr als
    der Mondschein durch die hohen Zweige.
    Aber für mich, der ich nie weiß, was ich denke,
    ist der Mondschein durch die hohen Zweige.
    außer Mondschein durch die hohen Zweige
    zu sein, nichts mehr als
    der Mondschein durch die hohen Zweige."

    #230Verfassermars (236327) 08 Sep. 13, 09:29
    Kommentar
    Merci, mars pour ce poète portugais et pour la traduction ! -)

    Thomas Mann (1875-1955) : Der kleine Herr Friedemann 

    Monsieur Friedemann est resté handicapé depuis que sa nourrice alcoolique l'a laissé tomber par terre. Il vit avec ses trois sœurs célibataires qui rappellent les trois vieilles filles cousines de Toni Buddenbrook, mais en moins acerbe. Dans la maison à pignon, où il habite, il y a un salon des paysages comme chez les Buddenbrook et dans le jardin, comme dans celui des parents de Tonio Kröger, un vieux noyer.

    Comme Christian Buddenbrook, Monsieur Friedemann, va régulièrement au théâtre, tiré à quatre épingles.

    Un nouveau couple,les Rinnlingen, vient de s'établir dans la petite ville commerçante où vivent les Friedemann. Le petit Monsieur Friedemann tombe irrémédiablement amoureux de la belle Madame von Rinnlingen, "sœur jumelle" de la rousse Gerda Buddenbrook, passionnée de musique comme son sosie, mais plus inquiétante, plus cruelle. Du moins Monsieur Friedemann la ressent-il comme telle. Comme la Phèdre de Racine, Monsieur Friedemann sait que cette passion le conduira à sa perte, mais il sait aussi qu'il ne pourra pas y résister. Quand il déclare son amour à Madame von Rinnlingen sous un clair de lune envoûtant, celle-ci le repousse avec mépris. Il se suicide.

    In der wundervoll sternklaren, warmen Nacht quoll der Duft von allen
    Beeten. Der Garten lag in vollem Mondlicht, und auf den weiss
    leuchtenden Kieswegen gingen die Gäste plaudernd und rauchend umher.


    Texte intégral :
    http://www.gutenberg.org/catalog/world/readfi...
    Siehe auch: ’S Kulturcafé XXII   ▓▄ ┬┬ ▄     - #252 (252)
    #231VerfasserClélia (601872) 08 Sep. 13, 21:30
    Kommentar
    Belle lune d’argent …

    Belle lune d’argent, j’aime à te voir briller
    Sur les mâts inégaux d’un port plein de paresse,
    Et je rêve bien mieux quand ton rayon caresse,
    Dans un vieux parc, le marbre où je viens m’appuyer.

    J’aime ton jeune éclat et tes beautés fanées,
    Tu me plais sur un lac, sur un sable argentin,
    Et dans la vaste nuit de la plaine sans fin,
    Et dans mon cher Paris, au bout des cheminées.

    http://img49.xooimage.com/files/e/6/6/lune-pa...

    Jean MORÉAS (1856-1910)
    #232VerfasserClélia (601872) 09 Sep. 13, 21:01
    Kommentar
    Es tanzen Mond und Sterne

    Es tanzen Mond und Sterne
    Den flücht'gen Geisterreih'n:
    Wer wird von Erdensorgen
    Befangen immer sein!

    Du kannst in Mondesstrahlen
    Nun, meine Barke, wallen;
    Und aller Schranken los,
    Wiegt dich des Meeres Schoß.

    Vom Markusturme tönte
    Der Spruch der Mitternacht:
    Sie schlummern friedlich alle.
    Und nur der Schiffer wacht.

    Johann Baptist Mayrhofer, gest. 1836

    Dazu die Mondscheinsonate
    http://www.youtube.com/watch?v=4Tr0otuiQuU
    #233Verfasseroopsy (491382) 10 Sep. 13, 06:45
    Kommentar
    Très beau, merci oopsy !

    Cauchemar

    J'ai vu passer dans mon rêve
    - Tel l'ouragan sur la grève, -
    D'une main tenant un glaive
    Et de l'autre un sablier,
    Ce cavalier

    Des ballades d'Allemagne
     
    Qu'à travers ville et campagne,
    Et du fleuve à la montagne,
    Et des forêts au vallon,
    Un étalon

    Rouge-flamme et noir d'ébène,
    Sans bride, ni mors, ni rêne,
    Ni hop ! ni cravache, entraîne
    Parmi des râlements sourds
    Toujours ! toujours !

    Un grand feutre à longue plume
    Ombrait son œil qui s'allume
    Et s'éteint. Tel, dans la brume,
    Éclate et meurt l'éclair bleu
    D'une arme à feu.

    Comme l'aile d'une orfraie
    Qu'un subit orage effraie,
    Par l'air que la neige raie,
    Son manteau se soulevant
    Claquait au vent,

    Et montrait d'un air de gloire
    Un torse d'ombre et d'ivoire,
    Tandis que dans la nuit noire
    Luisaient en des cris stridents
    Trente-deux dents.


    Paul VERLAINE (1844-1896)

    _________________

    Le terrifiant cavalier de la ballade de Gottfried August Bürger(1747 – 1794) intitulée Leonore, traduite par Nerval (1808 – 1855) :

    Hoch bäumte sich, wild schnob der Rapp’,
    Und sprühte Feuerfunken;
    Und hui! war’s unter ihr hinab
    Verschwunden und versunken.
    Geheul! Geheul aus hoher Luft,
    Gewinsel kam aus tiefer Gruft.
    Lenore’ns Herz, mit Beben,
    Rang zwischen Tod und Leben.

    Nun tanzten wohl bei Mondenglanz,
    Rund um herum im Kreise,
    Die Geister einen Kettentanz,
    Und heulten diese Weise:
    „Geduld! Geduld! Wenn’s Herz auch bricht!
    Mit Gott im Himmel hadre nicht!
    Des Leibes bist du ledig;
    Gott sey der Seele gnädig!“

    http://de.wikisource.org/wiki/Leonore
    __________________

    Le cheval noir se cabre furieux, vomit des étincelles, et soudain….. hui ! s’abîme et disparaît dans les profondeurs de la terre : des hurlements , des hurlements descendent des espaces de l’air, des gémissements s’élèvent des tombes souterraines….. Et le cœur de Lénore palpitait de la vie à la mort.

    Et les esprits, à la clarté de la lune, se formèrent en rond autour d’elle, et dansèrent chantant ainsi : « Patience ! patience ! quand la peine brise ton cœur, ne blasphème jamais le Dieu du ciel ! Voici ton corps délivré….. que Dieu fasse grâce à ton âme ! »

    http://fr.wikisource.org/wiki/L%C3%A9nore_(B%...

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/0/01...
    #234VerfasserClélia (601872) 10 Sep. 13, 11:34
    Kommentar
    Die Heimkehr

    Mir träumte: traurig schaute der Mond,
    Und traurig schienen die Sterne;
    Es trug mich zur Stadt, wo Liebchen wohnt,
    Viel hundert Meilen ferne.
    Es hat mich zu ihrem Hause geführt,
    Ich küßte die Steine der Treppe,
    Die oft ihr kleiner Fuß berührt
    Und ihres Kleides Schleppe.

    Die Nacht war lang, die Nacht war kalt,
    Es waren so kalt die Steine;
    Es lugt aus dem Fenster die blasse Gestalt,
    Beleuchtet vom Mondenscheine.



    Heinrich Heine (1797 – 1856)

     
    Je rêvais ; la lune avait un triste regard, les étoiles avaient l’air triste ; mon rêve m’emporta vers la ville où demeure ma bien-aimée, à des centaines de lieues.

    Il me conduisit chez elle ; je baisai les marches du perron que souvent son petit pied foule et qu’effleure la traîne de sa robe.

    La nuit était longue, la nuit était froide ; les marches de pierre étaient froides aussi ; ma bien-aimée guettait à la fenêtre, son blanc visage éclairé par la lune.


    http://www.achat-appartements.fr/achat-appart...
    #235VerfasserClélia (601872) 11 Sep. 13, 08:10
    Kommentar
    Ich wurde gefragt, ob ich nach dem italienischen (#226) und den beiden portugiesischen Mond-Gedichten (## 228 + 230) nicht auch eines in spanischer Sprache auftreiben kann. Ihr findet nun eines als ersten Text in dem folgenden Link:

    http://www.maryte.freeservers.com/jorge__luis...

    Ich darf das Gedicht "La Luna" nicht einfach hierher kopieren, da sein Autor, der bekannte argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges, bis 1986 gelebt hat.

    Interessant erscheint mir an den Versen, dass der Mond hier als geheimnisvoller Spiegel (‚espejo‘) von María Kodama gesehen wird, der Borges sein Gedicht gewidmet hat.

    #236Verfassermars (236327) 11 Sep. 13, 10:26
    Kommentar
    Nach verschiedenen Mond-Gedichten wechsle ich zu einer bekannten Prosa-Stelle, in der der Mond eine zentrale Rolle spielt:

    In Max Frischs Roman „Homo faber“ fliegt die Hauptfigur namens Walter Faber an Bord einer Super-Constellation vom Flughafen New York-LaGuardia ab, um im Auftrag der UNESCO eine Montage in Venezuela zu beaufsichtigen. Das Flugzeug muss aber in der mexikanischen Wüste notlanden. In der Nacht filmt Faber den Mond und formuliert die folgenden Gedanken:

    „Ich habe mich schon oft gefragt, was die Leute eigentlich meinen, wenn sie von Erlebnis reden. Ich bin Techniker und gewohnt, die Dinge zu sehen, wie sie sind. Ich sehe alles, wovon sie reden, sehr genau; ich bin ja nicht blind. lch sehe den Mond über der Wüste von Tamaulipas - klarer als je, mag sein, aber eine errechenbare Masse, die um unseren Planeten kreist, eine Sache der Gravitation, interessant, aber wieso ein Erlebnis? Ich sehe die gezackten Felsen, schwarz vor dem Schein des Mondes; sie sehen aus, mag sein, wie die gezackten Rücken von urweltlichen Tieren, aber ich weiß: Es sind Felsen, Gestein, wahrscheinlich vulkanisch, das müßte man nachsehen und feststellen. Wozu soll ich mich fürchten? [...] Ich sehe auch keine Sintflut, sondern Sand, vom Mond beschienen, vom Wind gewellt wie Wasser, was mich nicht überrascht; ich finde es nicht fantastisch, sondern erklärlich […] Ein Flugzeug ist für mich ein Flugzeug, ich sehe keinen ausgestorbenen Vogel dabei, sondern eine Super-Constellation mit Motor-Defekt, nichts weiter, und da kann der Mond sie scheinen, wie er will. Warum soll ich erleben, was gar nicht ist?“

    Faber weigert sich also, den Mond in dieser besonderen Situation zu „erleben“, als mehr denn eine errechenbare Masse zu betrachten. Im Verlauf des Romans wird sein von der Technik geprägtes Weltbild aber immer mehr erschüttert …


    #237Verfassermars (236327) 12 Sep. 13, 09:40
    Kommentar
    mars 236 : Ich wurde gefragt, ob ich nach dem italienischen (#226) und den beiden portugiesischen Mond-Gedichten (## 228 + 230) nicht auch eines in spanischer Sprache auftreiben kann.

    Le poème qui a déclenché cette série de textes sur la lune est justement celui d'un auteur espagnol (voir 209). Le voici dans la langue originale :

    Sobre París la luna
    tiene color violeta
    y se pone amarilla
    en las ciudades muertas.

    hay una luna verde
    en todas las leyendas,
    luna de telaraña
    y de rota vidriera,
    y sobre los desiertos
    es profunda y sangrienta.

    Pero la luna blanca,
    la luna verdadera,
    solo luce en los quietos
    cementerios de aldea


    Au-dessus de Paris
    la lune est violette.
    Elle devient jaune
    dans les villes mortes.
    Il y a une lune verte
    dans toutes les légendes.
    Lune de toile d’araignée
    et de verrière brisée,
    et par-dessus les déserts
    elle est profonde et sanglante.

    Mais la lune blanche,
    la seule vraie lune,
    brille sur les calmes
    cimetières de villages.


    Federico Garcia Lorca (1898-1936), Chansons sous la lune

    #238VerfasserClélia (601872) 12 Sep. 13, 17:05
    Kommentar
    Da schweres Laub im Mondlicht hängt

    Da schweres Laub im Mondlicht hängt,
    so dicht in sich gedrängt,
    so regungslos -
    wie mein Geist, der in die Welt gesenkt.
    Das Ernste, das ich in die Welt gebracht;

    ....
    http://gedichte.xbib.de/Mombert%2C+Alfred_ged...

    Alfred Mombert, gest. 1942
    #239Verfasseroopsy (491382) 13 Sep. 13, 10:09
    Kommentar
    Kennt ihr das traurige Gedicht Morgensterns vom Mondschaf?


    Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
    Es harrt und harrt der großen Schur.
    Das Mondschaf.

    Das Mondschaf rupft sich einen Halm
    und geht dann heim auf seine Alm.
    Das Mondschaf.

    Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
    "Ich bin des Weltalls dunkler Raum."
    Das Mondschaf.

    Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
    Sein Leib ist weiß, die Sonn ist rot.
    Das Mondschaf.


    Christian Morgenstern (*1871 in München; † 1914 in Meran)

    #240Verfassermars (236327) 13 Sep. 13, 19:49
    Kommentar
    Théophile Gautier (1811 – 1872) n'a pas seulement écrit de nombreux poèmes, mais aussi des contes fantastiques.

    Dans L'Âme de la maison, un vieil instituteur arrache la patte d'un grillon qui chante dans l'âtre d'une vieille demeure. Un grillon porte bonheur quand on l'accueille avec bienveillance, mais malheur à ceux qui le maltraitent. Toutes sortes de calamités s'abattent sur la maison et ses habitants. L'oncle du narrateur est ruiné. Il part un jour en voyage et on n'entend plus parler de lui, mais son fantôme revient sur un rayon de lune hanter la bibliothèque et terrifier le vieil instituteur :

     Un soir, Pragmater (l'instituteur), ne sachant à quoi tuer le temps, monta dans la bibliothèque pour prendre un livre ; quand il ouvrit la porte, un violent courant d’air éteignit sa chandelle ; mais, comme il faisait clair de lune, et qu’il connaissait les êtres de la maison, il ne jugea pas à propos de redescendre chercher de la lumière.

    Il alla du côté où il savait qu’était placée la bibliothèque. La porte se ferma violemment, comme si quelqu’un l’eût poussée. Un rayon de lune, plus vif et plus chatoyant, traversa les vitres jaunes de la fenêtre.

    À sa grande stupéfaction, Pragmater vit descendre sur ce filet de lumière, comme un acrobate sur une corde tendue, un fantôme d’une espèce singulière : c’était le fantôme de mon oncle, c’est-à-dire le fantôme de ses habits ; car lui-même était absent : son habit tombait à longs plis, et, au bout des manches vides, une paire de gants moulait ses mains ; une perruque tenait la place de sa tête, et à l’endroit des yeux scintillait, comme des verres phosphoriques, une énorme paire de besicles. Cet étrange personnage entra droit dans la chambre, et se dirigea droit à la bibliothèque ; on eût dit que les semelles de ses souliers étaient doublées de velours, car il glissait sur les dalles sans que le moindre craquement, le son le plus fugitif pût faire croire qu’il les eût effleurées.

    Après avoir touché et déplacé quelques volumes, il enleva de sa planche le Saint Augustin (Elzévir) et le porta sur la table ; puis il s’assit dans le grand fauteuil à ramages, éleva un de ses gants à la hauteur où son menton aurait dû être, ouvrit le livre à un passage marqué par un signet de faveur bleue, comme quelqu’un que l’on aurait interrompu, et se prit à lire en tournant les feuillets avec vivacité.

    La lune se cacha ; Pragmater crut qu’il ne pourrait point continuer. Mais les verres de ses lunettes, semblables aux yeux des chats et des hiboux, étaient lumineux par eux-mêmes, et reluisaient dans l’ombre comme des escarboucles. Il en partait des lueurs jaunes qui éclairaient les pages du livre, aussi bien qu’une bougie l’eût pu faire. L’activité qu’il mettait à sa lecture était telle, qu’il tira de sa poche un mouchoir blanc, qu’il passa à plusieurs reprises sur la place vide qui représentait son front, comme s’il eût sué à grosses gouttes…

    L’horloge sonna successivement, avec sa voix fêlée, dix heures, onze heures, minuit… Au dernier coup de minuit, le fantôme se leva, remit le précieux bouquin à sa place.

    Le ciel était gris, les nues, échevelées, couraient rapidement de l’est à l’ouest ; la lune remontra sa face blanche par une déchirure, un rayon parti de ses yeux bleus plongea dans la chambre. Le mystérieux lecteur monta dessus en s’appuyant sur sa canne, et sortit de la même manière qu’il était entré.
     

    J'ai bien aimé ce récit mélancolique plein de charme et de nostalgie :

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Contes_humorist...
    #241VerfasserClélia (601872) 13 Sep. 13, 22:50
    Kommentar
    Der Mann im Mond – nie hat es ihn gegeben, aber doch ist er da, in der Fantasie der Menschen, in Märchen, alten Einschlafliedern, modernen Songs und Science-Fiction-Romanen. Erst seit wenigen Jahrzehnten sind wir halbwegs sicher, „wie´s auf dem Mond zugeht“. In den Fünfzigerjahren, als Mascha Kaléko den gleichnamigen Gedichtzyklus für ihren Sohn verfasste, war das noch ganz anders: die Fantasie konnte sich noch neben der Wirklichkeit entfalten, ohne sich mit ihr messen zu müssen. Aber trotz nüchterner Pressemeldungen über Fußabdrücke der irdischen Mond-Besucher, Landefähren und Rover, Werkzeuge und Teile von Raumanzügen, die als Mondmüll auf dem Trabanten blieben: gerne hören wir auch heute noch Mond-Nachrichten aus literarischen Quellen, die keinen Zweifel lassen, dass der Mann im Mond eine Geschichte hat, ohne Geschichte zu sein …“

    Viel mehr dazu findet ihr hier.

    #242Verfassermars (236327) 14 Sep. 13, 13:54
    Kommentar
    Et encore, ces splendeurs maintes fois postées :

    La lune blanche luit dans les bois

    La lune blanche
    Luit dans les bois ;
    De chaque branche
    Part une voix
    Sous la ramée...

    Ô bien-aimée.

    L'étang reflète,
    Profond miroir,
    La silhouette
    Du saule noir
    Où le vent pleure...

    Rêvons, c'est l'heure.

    Un vaste et tendre
    Apaisement
    Semble descendre
    Du firmament
    Que l'astre irise...

    C'est l'heure exquise

    http://media.paperblog.fr/i/461/4616845/lheur...

    __________

    L'heure du berger

    La lune est rouge au brumeux horizon ;
    Dans un brouillard qui danse, la prairie
    S'endort fumeuse, et la grenouille crie
    Par les joncs verts où circule un frisson ;

    Les fleurs des eaux referment leurs corolles ;
    Des peupliers profilent aux lointains,
    Droits et serrés, leurs spectres incertains ;
    Vers les buissons errent les lucioles ;

    Les chats-huants s'éveillent, et sans bruit
    Rament l'air noir avec leurs ailes lourdes,
    Et le zénith s'emplit de lueurs sourdes.
    Blanche, Vénus émerge, et c'est la Nuit.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Paul VERLAINE (1844-1896)

    La lune prend une apparence rousse à chaque fois qu'elle est basse sur l'horizon, car sa lumière passe plus longuement dans l'atmosphère terrestre. (Wikipédia)
    #243VerfasserClélia (601872) 14 Sep. 13, 14:20
    Kommentar
    Erstaunlich, wie viel Literatur vom Mond inspiriert wurde oder zumindest mit ihm zu tun hat. Ich möchte zu unserer Sammlung von Belegen ein Kindermärchen beisteuern:

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    "Peterchens Mondfahrt" ist ein Märchen für Kinder von Gerdt von Bassewitz. Es handelt von den Abenteuern des Maikäfers Herr Sumsemann, der zusammen mit den Menschenkindern Peter und Anneliese zum Mond fliegt, um von dort sein verlorengegangenes sechstes Beinchen zu holen.
    Die Uraufführung der Geschichte fand am 7. Dezember 1912 im Alten Theater Leipzig statt als Märchenspiel in sechs Bildern mit Musik von Josef Achtélik. Lange galten die Noten als verschollen, bis der Enkel von Josef Achtèlik diese auf einem alten Speicher wiederentdeckte und sie zum 100. Jubiläum der Geschichte 2012 dem MDR Kinderchor für eine Aufführung überreichte und „in Scene gesetzt“ von Paul Prina. 1915 wurde die Geschichte dann als Buch mit Illustrationen von Hans Baluschek veröffentlicht. Die Geschichte gilt heute als ein Klassiker der deutschen Kinder- und Jugendliteratur.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Peterchens_Mondfahrt
    #244Verfassermars (236327) 15 Sep. 13, 09:17
    Kommentar
    Das Mondlicht

    Dein gedenkend irr ich einsam
    Diesen Strom entlang;
    Könnten lauschen wir gemeinsam
    Seinem Wellenklang!

    Könnten wir zusammen schauen
    In den Mond empor,
    Der da drüben aus den Auen
    Leise taucht hervor.

    Freundlich streut er meinem Blicke
    Aus dem Silberschein
    Stromhinüber eine Brücke
    Bis zum stillen Hain. –

    Wo des Stromes frohe Wellen
    Durch den Schimmer ziehn,
    Seh ich, wie hinab die schnellen
    Unaufhaltsam fliehn.

    Aber wo im schimmerlosen
    Dunkel geht die Flut,
    Ist sie nur ein dumpfes Tosen,
    Das dem Auge ruht.

    Daß doch mein Geschick mir brächte
    Einen Blick von dir!
    Süßes Mondlicht meiner Nächte,
    Mädchen, bist du mir!

    Wenn nach dir ich oft vergebens
    In die Nacht gesehn,
    Scheint der dunkle Strom des Lebens
    Trauernd stillzustehn;

    Wenn du über seinen Wogen
    Strahlest zauberhell,
    Seh ich sie dahingezogen,
    Ach! nur allzuschnell!

    Nikolaus Lenau, gest. 1850
    #245Verfasseroopsy (491382) 15 Sep. 13, 10:41
    Kommentar
    La nuit était d’une paix, d’une clarté admirables. Dans le vaste ciel pur, la lune pleine avait un éclat de lampe d’argent, et sur Paris endormi, déroulant son immensité vague, elle laissait pleuvoir à l’infini sa calme lumière de rêve. On aurait dit l’évocation de la ville enchantée du sommeil, d’où ne montait plus un murmure dans l’anéantissement de la fatigue. Un lac de douceur et de sérénité la recouvrait, la berçait, assoupissant jusqu’au lever du soleil le grondement de son effort et le cri de sa souffrance ...

    Émile Zola (1840 – 1902) : Les Trois Villes : Paris
    http://www.nadir-merkal.com/wp-content/upload...
    #246VerfasserClélia (601872) 15 Sep. 13, 21:47
    Kommentar
    Clélia, zum Mond in der frz. Literatur gehört sicher auch der bekannte Roman von Jules Verne "De la Terre à la Lune / "Von der Erde zum Mond" (1865).

    Viele Einzelheiten der ersten echten Mondfahrt hat Jules Verne vorausgesagt, wenn auch die Mondfahrer die Columbiade, eine riesige Kanone als Antrieb zur Raumfahrt verwenden. Organisator der ersten Mondreise ist eine private Organisation, der fiktive Baltimore Gun Club, ein Verein von Artillerieexperten.

    Die Astronauten starten wie die Saturn-V-Raketen der NASA in Florida, erneuern den Sauerstoff im Projektil durch das Erhitzen von Kaliumchlorat und benutzen Bremsraketen zur Bahnänderung. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist das von Verne beschriebene Szenario allerdings unmöglich, da die Detonationsgeschwindigkeit der verwendeten Schießbaumwolle und damit die Geschwindigkeit des Geschosses weit niedriger als die Fluchtgeschwindigkeit sind. Das Geschoss könnte die Erdanziehungskraft nicht überwinden und würde wieder auf die Erde zurückfallen. Auch mit einem besseren – hypothetischen – Sprengstoff wäre die Columbiade, sollte sie so eine große Masse bis zum Mond befördern, aufgrund ihrer Länge praktisch nicht realisierbar (wollte man die Besatzung der zwanzigfachen Erdbeschleunigung aussetzen, wäre das Rohr über 300 Kilometer lang, anstatt der im Buch genannten 270 Meter). (Wikip.)
    #247Verfassermars (236327) 16 Sep. 13, 10:43
    Kommentar
    Au zénith, s'arrêtait la lune ronde et pâle
    Laissant tomber sur terre un paisible rayon ;
    Rien n'était aussi doux, aussi pur, aussi blond !
    La lune teignait tout de son reflet d'opale.

    Elle était reine au ciel ; sa lumière argentée
    Etalait sa splendeur et son rayon si blanc
    Traçait jusqu'à la terre une route lactée,
    Faite du pâle azur, et des feux de son flanc.

    Tout dormait en silence en la tranquille nuit ;
    Rien ne venait troubler le repos solitaire ;
    Sur ses bords éclairés, au sein de la rivière,
    Les arbres se penchaient et se miraient sans bruit.
    http://images.forwallpaper.com/files/thumbs/p...

    Jules Verne (1828 – 1905)
    #248VerfasserClélia (601872) 16 Sep. 13, 21:58
    Kommentar
    Wie schön, Clélia, dass du von Jules Verne sogar ein Mond-Gedicht eingestellt hast! Da kann ich unmittelbar anschließen mit seinem zweiten Mond-Roman, der "Reise um den Mond" ("Autour de la Lune"), der Fortsetzung des in # 247 präsentierten Textes:

    Barbicane, der Präsident des Kanonenclubs von Baltimore befindet sich mit seinen Reisegefährten Nicholl und Ardan in dem Geschoss in der riesigen Columbiade, einer Kanone gewaltiger Feuerkraft, mit der sie zusammen mit zwei Hunden von der Erde aus in Richtung Mond geschossen werden sollen. Die drei Astronauten überstehen den Abschuss. Kurz danach begegnen sie einem weiteren kleinen Trabant der Erde. Sie rätseln, warum sie den Knall des Abschusses beim Start nicht gehört haben und kommen zu dem Schluss, dass der Schall sie nicht einholen konnte, da sie sich bereits unmittelbar nach dem Start mit Überschallgeschwindigkeit fortbewegten. Einer der beiden Hunde ist durch den Start schwer verletzt und stirbt schließlich. Durch eine Luke werfen die Astronauten ihn aus ihrer Raumkapsel und entdecken später, dass der Kadaver des Hundes ihnen mit gleichem Kurs und Geschwindigkeit folgt.

    Sie überlegen, wie sie sich nach der Landung auf dem Mond dort einrichten und mit den Mondbewohnern verständigen. Die Reisenden geraten während des Fluges in einen Rauschzustand. Ursache ist eine Übersättigung der Luft in der Kapsel mit Sauerstoff durch ein zu weit geöffnetes Ventil. In der Nähe des Mondes erleben sie die vollkommene Schwerelosigkeit. Sie entdecken schließlich, dass ihr Kurs den Mond verfehlen wird. Ursache ist vermutlich die Ablenkung des Projektils bei der Begegnung mit dem zweiten kleinen Trabanten der Erde. Sie gelangen in die Umlaufbahn des Mondes.

    Ihre Flugbahn ist glücklicherweise eine Ellipse um die Erde und keine Hyperbel und führt sie schließlich nach einem Flug um die Pole des Mondes wieder zu ihrem Heimatplanet zurück. Unterwegs entgehen sie knapp dem Zusammenstoß mit einem Asteroiden. Sie stürzen schließlich mit ihrem Projektil in den Pazifischen Ozean. Der Flug wurde von dem Schriftführer des Kanonenclubs, dem mathematischen Genie James T. Maston mit einem Fernrohr auf dem Longs Peak in den Rocky Mountains auf dem Gebiet des US-Bundesstaates Colorado beobachtet. Die Raumfahrer werden schließlich von der Besatzung des Forschungsschiffes Susquehanna, einer Korvette der Marine der Vereinigten Staaten, geborgen. Nach ihrer Rettung werden die drei Männer auf der Erde als Helden gefeiert.

    Mehr noch als in Von der Erde zum Mond stehen in diesem eher handlungsarmen Roman die belehrenden Passagen im Mittelpunkt. Weit ausholend werden die zur Entstehungszeit bekannten Einzelheiten zur Entstehung des Mondes, zur Topographie des Mondes, zur Benennung der Mondmeere und -gebirge und zur Geschichte der astronomischen Mondbeobachtung ausgebreitet. Mehrfach bezieht sich der Autor dabei auf die Mondkarten der deutschen Astronomen Wilhelm Beer und Johann Heinrich Mädler. (Wikip.)

    Das Projektil in der Nähe des Mondes, Zeichnung von Émile-Antoine Bayard und Alphonse de Neuville: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    #249Verfassermars (236327) 17 Sep. 13, 08:58
    Kommentar
    Quand Apollon (le Soleil) disparaît à l'horizon, Diane (ou Artémis, la Lune) resplendit dans les Cieux et répand discrètement sa lumière dans les profondeurs mystérieuses de la Nuit. Ces deux divinités ont des fonctions non identiques, mais semblables : alternativement, elles éclairent le monde. (Tiré de Wikipédia)

    Apollon et Artémis sont frère et sœur.
    http://olympos.fr/wp-content/uploads/2012/03/...

    Diane est une déesse chasseresse farouche et cruelle. Actéon, un jeune chasseur, la surprend involontairement, alors qu'elle se baigne dans les eaux d'une source. Furieuse, la déesse transforme le jeune homme en cerf. Actéon mourra dévoré par ses propres chiens.
    Le récit de cette mort dans Les Métamorphoses d'Ovide (-43 à +17 ou 18) :
    http://www.insecula.com/article/F0010671.html
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Artémis-Diane symbolise bien la lune, belle, pâle, mystérieuse, insaisissable, froide et inquiétante.
    #250VerfasserClélia (601872) 17 Sep. 13, 10:49
    Kommentar
    La Chanson du rayon de lune


    Sais-tu qui je suis ? Le Rayon de Lune.
    Sais-tu d’où je viens ? Regarde là-haut.
    Ma mère est brillante, et la nuit est brune.
    Je rampe sous l’arbre et glisse sur l’eau ;
    Je m’étends sur l’herbe et cours sur la dune ;
    Je grimpe au mur noir, au tronc du bouleau,
    Comme un maraudeur qui cherche fortune.
    Je n’ai jamais froid ; je n’ai jamais chaud.
    Je suis si petit que je passe
    Où nul autre ne passerait.
    Aux vitres je colle ma face
    Et j’ai surpris plus d’un secret.
    Je me couche de place en place
    Et les bêtes de la forêt,
    Les amoureux au pied distrait,
    Pour mieux s’aimer suivent ma trace.
    Puis, quand je me perds dans l’espace,
    Je laisse au cœur un long regret.

    Rossignol et fauvette
    Pour moi chantent au faîte
    Des ormes ou des pins.
    J’aime à mettre ma tête
    Au terrier des lapins,
    Lors, quittant sa retraite
    Avec des bonds soudains,
    Chacun part et se jette
    À travers les chemins.
    Au fond des creux ravins
    Je réveille les daims
    Et la biche inquiète.
    Elle évente, muette,
    Le chasseur qui la guette
    La mort entre les mains,
    Ou les appels lointains
    Du grand cerf qui s’apprête
    Aux amours clandestins.

    Ma mère soulève
    Les flots écumeux,
    Alors je me lève,
    Et sur chaque grève
    J’agite mes feux.
    Puis j’endors la sève
    Par le bois ombreux ;
    Et ma clarté brève,
    Dans les chemins creux,
    Parfois semble un glaive
    Au passant peureux.
    Je donne le rêve
    Aux esprits joyeux,
    Un instant de trêve
    Aux cœurs malheureux.

    Sais-tu qui je suis ? Le Rayon de Lune.
    Et sais-tu pourquoi je viens de là-haut ?
    Sous les arbres noirs la nuit était brune ;
    Tu pouvais te perdre et glisser dans l’eau,
    Errer par les bois, vaguer sur la dune,
    Te heurter, dans l’ombre, au tronc du bouleau.
    Je veux te montrer la route opportune ;
    Et voilà pourquoi je viens de là-haut.


    Guy de Maupassant (1850 – 1893)
    http://arbrealettres.files.wordpress.com/2012...
    #251VerfasserClélia (601872) 18 Sep. 13, 08:56
    Kommentar
    Clélia, mit dem letzten Beitrag verdeutlichst du, dass Maupassant nicht nur seine sehr bekannten Prosatexte, sondern auch gelungene Gedichte geschrieben hat. Ich erinnere mich, in den unvergessenen jardins de la poésie" ein Wínter-Gedicht von ihm eingestellt zu haben.
    #252Verfassermars (236327) 18 Sep. 13, 13:52
    Kommentar
    Ich möchte wieder einmal „synästhetisch“ vorgehen und in unsere Mond-Texte die Musik einbeziehen. Claude Debussy hat sich auch mit dem Mondlicht beschäftigt, zumindest indirekt, nannte er doch sein Prélude No. 7 "La Terrasse des audiences du clair de lune".
     
    http://www.youtube.com/watch?v=zIHNG583d1E

    Hier verschmelzen laut Reclams Klaviermusikführer kostbare und seltene Tonelemente zu einer Komposition von erlesenem Reiz. Preziös wie eine Chinoiserie sei auch der Titel, er stamme aus einem indischen Reisefeuilleton, dessen Lektüre Debussy angeregt haben soll, womit wir bereits wieder zur Literatur zurückgekehrt wären …
    #253Verfassermars (236327) 18 Sep. 13, 19:42
    Kommentar
    @ mars : Oui, je me rappelle très bien ce poème de Maupassant :

    Plus de chansons dans l’air, sous nos pieds plus de chaumes.
    L’hiver s’est abattu sur toute floraison ;
    Des arbres dépouillés dressent à l’horizon
    Leurs squelettes blanchis ainsi que des fantômes.

    La lune est large et pâle et semble se hâter.
    On dirait qu’elle a froid dans le grand ciel austère.
    De son morne regard elle parcourt la terre,
    Et, voyant tout désert, s’empresse à nous quitter.

    Et froids tombent sur nous les rayons qu’elle darde,
    Fantastiques lueurs qu’elle s’en va semant ;
    Et la neige s’éclaire au loin, sinistrement,
    Aux étranges reflets de la clarté blafarde.


    Nuit de Neige extrait, Guy de Maupassant (1850 – 1893)
    #254VerfasserClélia (601872) 19 Sep. 13, 09:04
    Kommentar
    Still und lieblich ist die Nacht

    Still und lieblich ist die Nacht,
    Droben strahlt die Flur der Sterne;
    In der wunderbaren Pracht
    Ist uns nah des Himmels Ferne.
    Lasset uns nach oben schauen
    Wo die Sterne leuchtend stehn,
    Neue Kraft und Gottvertrauen
    Wird das tiefe Herz umwehn!

    Goldne Schriften reden dort
    Von des Ew'gen Macht und Güte,
    Wie des Herrn Prophetenwort,
    Tröstungsreich uns in's Gemüthe.
    O, ich möcht anbetend knien
    Unter diesem Tempelzelt:
    Liebe schuf das Sternenglühen,
    Liebe, die auch mich erhält!

    August Auch, gest. 1913
    #255Verfasseroopsy (491382) 19 Sep. 13, 09:10
    Kommentar
    255 : Très beau, merci oopsy !

    Mystère, noirs complots, crimes, calomnies, intrigues amoureuses compliquées dans ce roman d'Eugène Sue (1804-1857) intitulé Paula Monti et bien sûr un clair de lune inquiétant :


    Des nuages épais et gris, chassés par l’âpre bise du nord, couraient rapidement sur le ciel. En se couchant, la lune argentait les contours fantastiques des nuées. Au-dessus d’elle, çà et là quelques étoiles scintillaient sur le profond et sombre azur du firmament.

    La masse irrégulière du vieux palais, avec ses toits aigus, ses cheminées, ses gargouilles bizarres, son fronton massif, se découpait en noir sur la limpidité bleuâtre et nocturne de l’atmosphère ; une allée de pins séculaires dressaient leurs pyramides d’un vert sombre au-dessus des murs du jardin qui se prolongeait sur le quai.

    Les eaux de la Seine, gonflées par les pluies d’hiver, se brisaient sur la grève, et répondaient, par un triste murmure, aux longs sifflements de la bise du nord.

    Le bruit du vent et des grandes eaux troublait seul le silence où était enseveli ce quartier de Paris..

    Quatre heures et demie sonnaient dans le lointain à l’Arsenal, lorsqu’un fiacre s’arrêta devant la muraille du jardin.

    ... et bientôt après, madame de Hansfeld, toujours en domino, sortit ... du fiacre et entra dans le jardin.

    La princesse parcourut d’un pas rapide la longue allée de pins qui aboutissait à une des ailes de l’hôtel.

    De temps à autre les rayons de la lune, glissant à travers le branchage touffu, faisaient une pâle trouée dans les ténèbres qui couvraient cette allée ; c’était alors quelque chose de bizarre à voir que la figure de la princesse, passant avec sa robe et son camail noirs au milieu de ces éclaircies de lumière douteuse et blanchâtre.

    http://fr.wikisource.org/wiki/Paula_Monti

    http://u.jimdo.com/www15/o/sa1c39ab6c0672b42/...
    #256VerfasserClélia (601872) 19 Sep. 13, 09:36
    Kommentar
    Eine interessante Lizentiats-Hausarbeit mit dem Thema „Der Mond als Chiffre des Stilwandels von Goethe bis Storm“ hat an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich Seline Schellenberg geschrieben. Wie die Verfasserin in der Einleitung erklärt, wird die „Verwendung des Gestirns als zeichenhafte, zu entschlüsselnde Stilfigur untersucht, deren Bedeutung innerhalb des Epochenstiles sowie innerhalb des Individualstiles des einzelnen Schriftstellers variieren.“ Dabei geht Schellenberg auch auf drei Gedichte von Gottfried August Bürger und Matthias Claudius ein. (siehe in diesem Faden # 218) Hier ein Link zum ganzen Text:

    http://clair-obscur.ch/fileadmin/arachne/pubs...

    #257Verfassermars (236327) 20 Sep. 13, 09:32
    Kommentar
    Merci mars pour ce lien intéressant !

    Salammbô, fille d'Hamilcar et petite-fille d'Hannibal, invoque Tanit, déesse de la lune et protectrice de Carthage.

    La lune se levait au ras des flots ... sur la ville encore couverte de ténèbres …

    Salammbô monta sur la terrasse de son palais, soutenue par une esclave …

    Salammbô s’avança jusqu’au bord de la terrasse. Ses yeux, un instant, parcoururent l’horizon, puis ils s’abaissèrent sur la ville endormie…Mais elle releva la tête pour contempler la lune, et… elle murmura :
    — «Que tu tournes légèrement, soutenue par l’éther impalpable ! Quand tu parais, il s’épand une quiétude sur la terre … Tu es blanche, douce, lumineuse, immaculée, auxiliatrice, purifiante, sereine. .. Mais tu es terrible, maîtresse !… C’est par toi que se produisent les monstres, les fantômes effrayants, les songes menteurs …
    — « Où donc vas-tu ? Pourquoi changer tes formes, perpétuellement ? Tantôt mince et recourbée, tu glisses dans les espaces comme une galère sans mâture, ou bien au milieu des étoiles tu ressembles à un pasteur qui garde son troupeau. Luisante et ronde, tu frôles la cime des monts comme la roue d’un char. »
    — « O Tanit ! tu m’aimes, n’est-ce pas ? Je t’ai tant regardée ! Mais non ! tu cours dans ton azur, et moi je reste sur la terre immobile. »


    Salammbô, Gustave Flaubert (18821-1880)
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #258VerfasserClélia (601872) 20 Sep. 13, 10:46
    Kommentar

    Goethe (gest. 1832) dichtet in "West-östlicher Divan" im Gedicht „Nachklang“:

    Laß mich nicht so der Nacht, dem Schmerze,
    Du Allerliebstes, du mein Mondgesicht!
    O du mein Phosphor, meine Kerze,
    Du meine Sonne, du mein Licht!

    #259Verfassermars (236327) 22 Sep. 13, 08:19
    Kommentar
    Avec ses cent vingt-sept colonnes, le temple d'Artémis à Ephèse était une des sept merveilles du monde :

    Le 21 juillet -356, la nuit même où naquit Alexandre le Grand, Erostrate, parce qu'il voulait à tout prix devenir célèbre, y mit le feu. Il fut torturé et mis à mort. On interdit à quiconque de prononcer son nom.


    Auguste Barbier (1805 – 1882), dans une œuvre en vers intitulée Erostrate au temple d’Ephèse fustige ce stupide désir de notoriété qui pousse des êtres médiocres à accomplir les actions les plus insensées, parfois même criminelles, pour échapper à l'anonymat.

    Dans ce texte, Erostrate erre aux abords du temple une torche à la main. Des femmes incarnant la piété, la beauté, la mémoire essaient en vain de l'empêcher d'accomplir son sinistre dessein. Le vent et les esprits du feu accourent pour attiser l'incendie.


    Depuis trois jours, pensif et muet comme une ombre,
    Au bord des flots bruyants et dans la forêt sombre,
    Je promène mes pas, et cherche vainement
    A calmer de mon cœur le fatal rongement.
    Un invisible dieu me ramène sans cesse
    Devant le monument de la froide déesse,
    Et toujours me remplit l’âme du noir désir
    De voir le vieux Vulcain* dans ses bras le saisir.


    * dieu du feu, de la forge, des volcans, des métaux et patron des forgerons.

    ...

    C’est mieux que du sang d’homme et des corps en monceau
    Que je vais consumer du feu de mon flambeau ;
    C’est un temple superbe et toute sa richesse ;
    Le trône vénéré d’une grande déesse,
    L’ouvrage merveilleux des hommes et des temps,
    Des vases remplis d’or, des autels éclatants,
    Des chapiteaux d’airain, des colonnes sublimes ;
    Voilà mon hécatombe et voilà mes victimes !
    O Mort ! Accepte-les, et que le vieux néant
    Pour moi ferme à jamais son gouffre dévorant !


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Erostrate_au_te...

    Tiré de Wikipédia :
    Dans sa nouvelle Érostrate, publiée dans le recueil de nouvelles Le Mur (1939), Jean-Paul Sartre résume l'histoire en quelques lignes :

    « — Je le connais votre type, me dit-il. Il s'appelle Érostrate. Il voulait devenir illustre et il n'a rien trouvé de mieux que de brûler le temple d'Éphèse, une des sept merveilles du monde.
    — Et comment s'appelait l'architecte de ce temple ?
    — Je ne me rappelle plus, confessa-t-il, je crois même qu'on ne sait pas son nom.
    — Vraiment ? Et vous vous rappelez le nom d'Érostrate ? Vous voyez qu'il n'avait pas fait un si mauvais calcul. »

     
    Le temple aujourd'hui :
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    Maquette du temple :
    http://antikforever.com/Asie_Mineure/ionie_ca...
    #260VerfasserClélia (601872) 23 Sep. 13, 10:06
    Kommentar

    Im Baum, du liebes Vöglein dort,
    was ist dein Lied, dein Lied im Grund?
    Dein kleines Lied ist Gotteswort,
    dein kleiner Kehlkopf Gottes Mund.

    "Ich singe" singt noch nicht aus dir,
    es tönt die ewige Schöpfermacht
    noch ungetrübt in reiner Pracht
    in dir, du kleine süße Zier.


    Christian Morgenstern (1871 – 1914)
    Aus der Sammlung V.
    #261Verfassermars (236327) 23 Sep. 13, 12:54
    Kommentar
    LA CHASSE

    Le quadrige, au galop de ses étalons blancs,
    Monte au faîte du ciel, et les chaudes haleines
    Ont fait onduler l’or bariolé des plaines.
    La Terre sent la flamme immense ardre ses flancs.

    La forêt masse en vain ses feuillages plus lents ;
    La Soleil, à travers les cimes incertaines
    Et l’ombre où rit le timbre argentin des fontaines,
    Se glisse, darde et luit en jeux étincelants.

    C’est l’heure flamboyante où, par la ronce et l’herbe,
    Bondissant au milieu des molosses, superbe,
    Dans les clameurs de mort, le sang et les abois,

    Faisant voler les traits de la corde tendue,
    Les cheveux dénoués, haletante, éperdue,
    Invincible, Artémis épouvante les bois.



    José-Maria de Heredia (1842 – 1905)

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    ___________

    Le son du cor s’afflige vers les bois…

    Le son du cor s’afflige vers les bois
    D’une douleur on veut croire orpheline
    Qui vient mourir au bas de la colline
    Parmi la bise errant en courts abois.

    L’âme du loup pleure dans cette voix
    Qui monte avec le soleil qui décline
    D’une agonie on veut croire câline
    Et qui ravit et qui navre à la fois.

    Pour faire mieux cette plaine assoupie
    La neige tombe à longs traits de charpie
    À travers le couchant sanguinolent,

    Et l’air a l’air d’être un soupir d’automne,
    Tant il fait doux par ce soir monotone
    Où se dorlote un paysage lent.


    Paul Verlaine (1844 – 1896)

    http://www.devoir-de-philosophie.com/images_d...
    #262VerfasserClélia (601872) 24 Sep. 13, 08:47
    Kommentar
    Das bekannte Gedicht von Clemens Brentano (1778 – 1842) „Abendständchen“ ist in seinem Singspiel „Die lustigen Musikanten“ ein Duett zwischen dem blinden Piast und Fabiola. In der Regiebemerkung heißt es: „Der blinde Piast, Fabiola führt ihn an einem Stabe“ und: „Hinter der Szene hört man eine Flöte, die ich nähert“; nach Vers 4: „angemeßnes Solo der Flöte“

    Fabiola:
    Hör, es klagt die Flöte wieder,
    und die kühlen Brunnen rauschen!

    Piast:
    Golden weh'n die Töne nieder,
    stille, stille, laß uns lauschen!

    Fabiola:
    Holdes Bitten, mild Verlangen,
    wie es süß zum Herzen spricht!

    Piast:
    Durch die Nacht, die mich umfangen,
    blickt zu mir der Töne Licht!


    Ich finde besonders schön die synästhetische Wendung am Schluss „der Töne Licht“, gerade im Zusammenhang mit der Blindheit des Sprechers.

    #263Verfassermars (236327) 24 Sep. 13, 12:04
    Kommentar
    Très beau, merci mars !

    L’Hallali

    Toutes les passions, comme une meute infâme,
    Ensemble, sur mon cœur, ont bondi par milliers :
    Molosses haletants, dogues à l’œil de flamme,
    Tout hurle et tout aboie à travers les halliers ;

    J’ai franchi les ravins, et, comme un cerf qui brame,
    J’ai rougi de mon sang la ronce des sentiers.
    L’hallali furieux sonne au fond de mon âme.
    J’entends le bruit des cors et le pas des coursiers.

    Déjà les chiens maigris font cercle à la curée ;
    Tous, les jarrets tremblants et la langue tirée,
    De ma chair qui palpite attendent un lambeau...

    Il est temps ! il est temps ! — Toi qui suivis la chasse.
    Viens ! de ta blanche main je veux le coup de grâce.
    Ô femme au doux sourire, apprête ton couteau !


    Louis Bouilhet (1821 – 1869)

    http://www.fredericlopez-artistepeintre.com/i...
    #264VerfasserClélia (601872) 24 Sep. 13, 22:39
    Kommentar
    Der Jäger

    Was Segeln der Wünsche durch luftige Höh'!
    Was bildendes Träumen im blühenden Klee!
    Was Hoffen und Bangen, was Schmachten, was Weh!

    Und rauscht nicht die Erde in Blüten und Duft?
    Und schreitet nicht Hörnerklang kühn durch die Luft?
    Und stürzet nicht jauchzend der Quell von der Kluft?

    Drum jage Du frisch auch Dein flüchtiges Reh
    Durch Wälder und Felder, durch Täler und See,
    Bis Dir es ermüdet in Armen vergeh'!


    Joseph von Eichendorff (1788 - 1857)

    #265Verfassermars (236327) 26 Sep. 13, 09:23
    Kommentar
    J’aime le son du Cor, le soir, au fond des bois,
    Soit qu’il chante les pleurs de la biche aux abois,
    Ou l’adieu du chasseur que l’écho faible accueille,
    Et que le vent du nord porte de feuille en feuille.


    Le Cor (extrait), Alfred de Vigny ((1797 – 1863)

    Le poème d'Eichendorff nous parle du chasseur. Dans ce conte, Alphonse Daudet (1840 – 1897) donne la parole au gibier. Un jeune perdreau raconte sa terreur lors de la première ouverture de la chasse qu'il a l'occasion de vivre :

    Oh ! ce premier coup de feu en forêt, ce coup de feu qui trouait les feuilles comme une grêle d’avril et marquait les écorces, jamais je ne l’oublierai. Un lapin détala au travers du chemin en arrachant des touffes d’herbe avec ses griffes tendues. Un écureuil dégringola d’un châtaignier en faisant tomber les châtaignes encore vertes. Il y eut deux ou trois vols lourds de gros faisans et un tumulte dans les branches basses, les feuilles sèches, au vent de ce coup de fusil qui agita, réveilla, effraya tout ce qui vivait dans le bois.
    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Les_Contes_du_l...
    http://rene.dumoulin.oiseaux.net/images/perdr...
    #266VerfasserClélia (601872) 26 Sep. 13, 12:10
    Kommentar
    Clélia, eigenartig ist "Jägers Abendlied" von Goethe (gest. 1832). Dieser Jäger jagt vor allem dem Bild seiner Geliebten nach, und am Ende findet er Trost im Anblick des Mondes ... (unserem vorangegangenen Thema in diesem Faden!)

    Im Felde schleich ich still und wild,
    Gespannt mein Feuerrohr.
    Da schwebt so licht dein liebes Bild,
    Dein süßes Bild mir vor.

    Du wandelst jetzt wohl still und mild
    Durch Feld und liebes Tal,
    Und ach, mein schnell verrauschend Bild,
    Stellt sich dirs nicht einmal?

    Des Menschen, der die Welt durchstreift
    Voll Unmut und Verdruss,
    Nach Osten und nach Westen schweift,
    Weil er dich lassen muss.

    Mir ist es, denk ich nur an dich,
    Als in den Mond zu sehn;
    Ein stiller Friede kommt auf mich,
    Weiß nicht, wie mir geschehn.

     
    #267Verfassermars (236327) 27 Sep. 13, 11:54
    Kommentar
    Beaucoup moins idyllique que le poème de Goethe :

    Lors d’une chasse, une fois la bête poursuivie abattue, on en distribue des morceaux aux chiens : c’est la curée.

    La Curée est le titre d’un roman d’Emile Zola (1840-1902). L’auteur y décrit les mœurs dissolues à Paris, sous le Second Empire, qu’il résume en deux mots : l’or et la chair. Le personnage principal, Aristide Rougon, qui prendra plus tard le nom de Saccard, commence tout au bas de l’échelle, mais va amasser une fortune colossale en un temps record. Son frère, Eugène Rougon, lui procure un emploi à la mairie de Paris. Il a dès lors accès à tous les plans des travaux de rénovation de la ville élaborés par le maire Haussmann. Il peut ainsi participer à la curée, au dépeçage de Paris, par les spéculateurs, sur le dos des contribuables parisiens. Il achète à bas prix des immeubles entiers dont il sait qu'ils seront bientôt rachetés à prix d'or par la ville, qui veut les détruire afin de construire les futurs grands boulevards de la capitale. Il vit dans un luxe inouï et finit par déposséder sa seconde femme, Renée, qu’il a épousée par intérêt et qui le trompe avec Maxime, le fils qu’il a eu d’un premier mariage, ce dont il se soucie assez peu. Renée, abandonnée par son amant et escroquée par son mari, meurt misérablement d’une méningite.
     
    L’impatience le (Aristide Saccard) brûlait. Lorsqu’il se mettait à la fenêtre, et qu’il sentait sous lui le labeur géant de Paris, il lui prenait des envies folles de se jeter d’un bond dans la fournaise, pour y pétrir l’or de ses mains fiévreuses, comme une cire molle. Il aspirait ces souffles encore vagues qui montaient de la grande cité, ces souffles de l’empire naissant, où traînaient déjà des odeurs d’alcôves et de tripots financiers, des chaleurs de jouissances. Les fumets légers qui lui arrivaient lui disaient qu’il était sur la bonne piste, que le gibier courait devant lui, que la grande chasse impériale, la chasse aux aventures, aux femmes, aux millions, commençait enfin. Ses narines battaient, son instinct de bête affamée saisissait merveilleusement au passage les moindres indices de la curée chaude dont la ville allait être le théâtre.
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Georges_Eug%C3%A...

    http://www.wga.hu/art/r/reymersw/taxcolls.jpg

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/La_Cur%C3%A9e/II
    #268VerfasserClélia (601872) 27 Sep. 13, 21:32
    Kommentar
    @ Mars, das Abendständchen in # 263 ist wunderschön.


    Der blaue Abend


    Es wettert Lichtkomplex vom Himmel auf die Straßen,
    Aus Fensterfronten wandeln hoch die blauen Huren.
    Oh holde Stunde sanfter Mädchennasen,
    Oh Unisono und Zusammenklang der Turm- und Taschenuhren!

    Der Mond steigt in die Rundung metaphysisch höher,
    Ein Pferd macht müde sich’s bequem in einem Vogelneste.
    Verzückt entschwebt dem Volk ein violetter Seher,
    Und schwarzer Violinklang tönt aus dem Asbeste.

    Glasbläserei und Kuppel weißer Bögen,
    Wölbt hoch euch aus dem Lichtkreis dieser Stadt!
    Es ist, als ob aus Finsternis viel Tränen zögen
    Und kranken Gottes Haupt erglänzet matt.

    Es lehnen sich die Häuser blond zurücke.
    Sind Türme weiße Engel, die entschweben.
    Vom Himmel stürzt zur Hölle eine Brücke,
    Auf der die Toten händeringend kleben.

    Hugo Ball, gest. 1927
    #269Verfasseroopsy (491382) 28 Sep. 13, 09:02
    Kommentar
    @ Mars, das Abendständchen in # 263 ist wunderschön.


    Der blaue Abend


    Es wettert Lichtkomplex vom Himmel auf die Straßen,
    Aus Fensterfronten wandeln hoch die blauen Huren.
    Oh holde Stunde sanfter Mädchennasen,
    Oh Unisono und Zusammenklang der Turm- und Taschenuhren!

    Der Mond steigt in die Rundung metaphysisch höher,
    Ein Pferd macht müde sich’s bequem in einem Vogelneste.
    Verzückt entschwebt dem Volk ein violetter Seher,
    Und schwarzer Violinklang tönt aus dem Asbeste.

    Glasbläserei und Kuppel weißer Bögen,
    Wölbt hoch euch aus dem Lichtkreis dieser Stadt!
    Es ist, als ob aus Finsternis viel Tränen zögen
    Und kranken Gottes Haupt erglänzet matt.

    Es lehnen sich die Häuser blond zurücke.
    Sind Türme weiße Engel, die entschweben.
    Vom Himmel stürzt zur Hölle eine Brücke,
    Auf der die Toten händeringend kleben.

    Hugo Ball, gest. 1927



    Ich musste ich bei diesem Gedicht ein bisschen schlau machen:

    Eine enge Verbindung zu »Tenderenda«, vor allem dessen vermutlich parallel entstandenem ersten Kapitel »Der Aufstieg des Sehers«, weist das Baley-Gedicht »Der blaue Abend« auf. Nicht nur viele Motive finden sich in beiden Texten, sodass hier besonders die Nähe der Baley-Gedichte zu Dada deutlich wird.
    http://karawa.net/content/eine-aesthetik-sinn...

    Thematisch beschäftigt sich das Gedicht mit einer dt. Großstadt, vermutlich Berlin -- zur Zeit der Industrialisierung. Wenn man das Gedicht interpretiert, sollte es vor dem Hintergrund des Expressionismus (Stichwort: Großstadt-Lyrik) betrachtet werden. In diesem besonderen Fall ist es m. E. empfehlenswert ebenfalls die expressionistische Malerei mit einzubeziehen.
    http://www.gedichteforen.de/index.php?page=Th...

    1914-1918
    Dada

    Am 5. Februar 1916 gründete der Poet und Philosoph Hugo Ball (1886-1974) in einer Züricher Bar das "Cabaret Voltaire" eine Mischung aus Nachtclub und Kunstsalon. Junge Dichter und Künstler wurden eingeladen, ihre Werke vorzutragen, Bilder aufzuhängen oder selbst zu musizieren. Schon gegen Ende des Monats war klar, daß sich hier eine neue künstlerische Bewegung mit antibürgerlicher Grundhaltung formiert hatte. Der Name "Dada" entstand angeblich beim zufälligen Blättern durch ein deutsch-französisches Wörterbuch: "Dada", der erste verbale Ausdruck eines Kleinkindes, sollte einen Neubeginn ausdrücken, die Einfachheit darstellen und den Anfang aller Kunst symbolisieren.
    Obwohl das "Cabaret Voltaire" nur sechs Monate bestand, breitete sich die dadaistische Idee schnell international aus. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs entstanden in Frankreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten Dada-Galerien, wurden Dada-Zeitschriften gegründet und Dada-Manifeste geschrieben. Hans Arp und Max Ernst veranstalteten in Köln dadaistische Versammlungen. Richard Huelsenbeck (1892-1974) und Raoul Hausmann gründeten einen Dada-Club in Berlin, zu dessen Mitgliedern Künstler wie George Grosz, Hannah Höch (1869-1978) und John Heartfield gehörten. Ebenfalls in Berlin fand 1920 die Erste Internationale Dada-Messe statt.
    Die Dadaisten hatten kein formuliertes Programm. Arp nannte mit Hinweis auf die "Schlächtereien des Weltkrieges" das Ziel, die verlogenen und scheinheiligen Werte und Ideale der bürgerlichen Gesellschaft zu enttarnen und zu zerstören. "Dada ist der Ekel vor der albernen verstandesmäßigen Erklärung der Welt", so Arp. Ebenso sagten die Dadaisten den etablierten Kunstformen den Kampf an. Durch eine ironische Synthese von Primitivem, Banalem und moderner Technik versuchten sie die Sinnlosigkeit von Logik, Intellekt und bürgerlicher Kultur zu verdeutlichen. Lärmmusik, Simultanvorträge, Zufallsgedichte, Photomontagen und Collagen aus Zeitungsausschnitten, Photos und Alltagsgegenständen gehörten zu ihren Ausdrucksmitteln.
    http://www.gedichteforen.de/index.php?page=Th...

    http://www.heise.de/ct/Redaktion/heb/ajax/wis...

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ball
    #270Verfasseroopsy (491382) 28 Sep. 13, 09:09
    Kommentar
    Merci oopsy pour ce poème aussi mystérieux, mélancolique et inquiétant que le son du cor dans une forêt automnale...

    La mort au clair de lune, saisissante, cruelle et digne d'un loup cerné par des chasseurs (extraits de la Mort du loup d'Alfred de Vigny (1797-1863) 

    Les nuages couraient sur la lune enflammée
    Comme sur l'incendie on voit fuir la fumée,
    Et les bois étaient noirs jusques à l'horizon.
    Nous marchions sans parler, dans l'humide gazon,
    Dans la bruyère épaisse et dans les hautes brandes,
    Lorsque, sous des sapins pareils à ceux des Landes,
    Nous avons aperçu les grands ongles marqués
    Par les loups voyageurs que nous avions traqués.

    ...

    Le Loup vient et s'assied, les deux jambes dressées
    Par leurs ongles crochus dans le sable enfoncées.
    Il s'est jugé perdu, puisqu'il était surpris,
    Sa retraite coupée et tous ses chemins pris ;
    Alors il a saisi, dans sa gueule brûlante,
    Du chien le plus hardi la gorge pantelante
    Et n'a pas desserré ses mâchoires de fer,
    Malgré nos coups de feu qui traversaient sa chair
    Et nos couteaux aigus qui, comme des tenailles,
    Se croisaient en plongeant dans ses larges entrailles,
    Jusqu'au dernier moment où le chien étranglé,
    Mort longtemps avant lui, sous ses pieds a roulé.
    Le Loup le quitte alors et puis il nous regarde.
    Les couteaux lui restaient au flanc jusqu'à la garde,
    Le clouaient au gazon tout baigné dans son sang ;
    Nos fusils l'entouraient en sinistre croissant.
    Il nous regarde encore, ensuite il se recouche,
    Tout en léchant le sang répandu sur sa bouche,
    Et, sans daigner savoir comment il a péri,
    Refermant ses grands yeux, meurt sans jeter un cri.


    Texte intégral :
    http://poesie.webnet.fr/lesgrandsclassiques/p...

    http://blogs.verts-vd.ch/marthaler/files/2010...
    #271VerfasserClélia (601872) 28 Sep. 13, 11:42
    Kommentar
    Oopsy, ich finde es sehr gut, dass du in # 270 auf den Dadaismus zu sprechen gekommen bist. Ich möchte in diesem Zusammenhang ein weiteres „Gedicht“ von Hugo Ball (gest. 1927) vorstellen:

    KARAWANE

    jolifanto bambla ô falli bambla
    grossiga m’pfa habla horem
    égiga goramen
    higo bloiko russula huju
    hollaka hollala
    anlogo bung
    blago bung
    blago bung
    bosso fataka
    ü üü ü
    schampa wulla wussa ólobo
    hej tatta gôrem
    eschige zunbada
    wulubu ssubudu uluw ssubudu
    tumba ba- umf
    kusagauma
    ba – umf

    http://classconnection.s3.amazonaws.com/555/f...

    Hugo Ball rezitierte solche semantisch inhaltslose Gedichte zum ersten Mal im Juni 1916 bei den Dadaisten-Veranstaltungen in dem im selben Jahr von ihm gegründeten Café, Kabarett und Künstlertreff „Cabaret Voltaire“ in der Zürcher Spiegelgasse (siehe oopsys Beitrag). Angetan mit einem steifen „kubistischen“ Pappanzug, der an ein Bischofs-Ornat erinnert, sowie einer becherförmigen Mitra als Kopfbedeckung und klauenhaften Handschuhen, gab Ball, vor Notenständern stehend, eine hilflos-groteske Erscheinung ab. Man musste ihn in dieser sperrigen Aufmachung in den Saal tragen, da er fast bewegungsunfähig war.

    Ball hatte hierzu seinen Dada-Mitstreiter Tristan Tzara am 14. Juni 1916 von seinem Vorhaben informiert, als „magischer Bischof“ Lautgedichte in einem ganz besonderen Kostüm vortragen zu wollen. In seinem Tagebuch notierte Ball zum 23. Juni 1916: „Ich hatte mir dazu ein Kostüm konstruiert. Meine Beine standen in einem Säulenrund aus blauglänzendem Karton, der mir schlank bis zur Hüfte reichte, so daß ich bis dahin wie ein Obelisk aussah. Darüber trug ich einen riesigen Mantelkragen, der innen mit Scharlach uns außen mit Gold beklebt, am Halse derart zusammengehalten war, daß ich ihn durch ein Heben und Senken der Ellenbogen flügelartig bewegen konnte. Dazu einen zylinderartigen, hohen, weiß und blau gestreiften Schamanenhut.“

    Der Nonsens-Vortrag wurde mit betont sakraler Ernsthaftigkeit zu den Clusterschlägen eines Klaviers gehalten. Das Ritual der Aufführung und die Intonation des Sprechgesangs persiflierten dabei kirchliche Liturgien. Der Rezitator erklärte hierzu den ideologischen Überbau: „Mit diesen Tongedichten wollten wir verzichten auf eine Sprache, die verwüstet und unmöglich geworden ist durch den Journalismus. Wir müssen uns in die tiefste Alchemie des Wortes zurückziehen und selbst die Alchemie des Wortes verlassen, um so der Dichtung ihre heiligste Domäne zu bewahren …“(http://de.wikipedia.org/wiki/Gadji_beri_bimba )

    #272Verfassermars (236327) 29 Sep. 13, 09:53
    Kommentar
    Nihiliste et fondamentalement subversif, le mouvement Dada visait à détruire toutes les valeurs esthétiques, morales, philosophiques et religieuses sur lesquelles reposent la société occidentale, que ses initiateurs estimaient périmée. Le langage lui-même était remis en cause jusqu'à être parfois réduit à d'agressives onomatopées.
    Renseignements tirés du Petit Robert des noms propres.

    Noblesse galvanisée : Un poème de Tristan Tzara (1896 – 1963)
    (scènes d’ensemble de toutes les sensations en fête
    en éventail de verre pour les douceurs exprimables
    )
    http://fr.wikisource.org/wiki/Noblesse_galvan...

    ____________________________


    Thème de la chasse : Quand un chasseur passionné se montre plus féroce qu'un grand loup gris :
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Il se nommait Jean, était marié, ... et ... habitait avec son frère cadet, François d'Arville, notre château de Lorraine, en pleine forêt.
    François d'Arville était resté garçon par amour de la chasse.
    Ils chassaient tous deux d'un bout à l'autre de l'année, sans repos, sans arrêt, sans lassitude. Ils n'aimaient que cela, ne comprenaient pas autre chose, ne parlaient que de cela, ne vivaient que pour cela.
    Ils avaient au cœur cette passion terrible, inexorable. Elle les brûlait, les ayant envahis tout entiers, ne laissant de place pour rien autre.
    Ils avaient défendu qu'on les dérangeât jamais en chasse, pour aucune raison.

    ...
    Or, vers le milieu de l'hiver de cette année 1764, les froids furent excessifs et les loups devinrent féroces.
    Ils attaquaient même les paysans attardés, rôdaient la nuit autour des maisons, hurlaient du coucher du soleil à son lever et dépeuplaient les étables.
    Et bientôt une rumeur circula. On parlait d'un loup colossal, au pelage gris, presque blanc, qui avait mangé deux enfants, dévoré le bras d'une femme, étranglé tous les chiens de garde du pays et qui pénétrait sans peur dans les enclos pour venir flairer sous les portes. Tous les habitants affirmaient avoir senti son souffle qui faisait vaciller la flamme des lumières. Et bientôt une panique courut par toute la province. Personne n'osait plus sortir dès que tombait le soir. Les ténèbres semblaient hantées par l'image de cette bête.
    Les frères d'Arville résolurent de la trouver et de la tuer, et ils convièrent à de grandes chasses tous les gentilshommes du pays.
    Ce fut en vain. On avait beau battre les forêts, fouiller les buissons, on ne la rencontrait jamais. On tuait des loups, mais pas celui-là. Et, chaque nuit qui suivait la battue, l'animal, comme pour se venger, attaquait quelque voyageur ou dévorait quelque bétail, toujours loin du lieu où on l'avait cherché.
    Une nuit enfin, il pénétra dans l'étable aux porcs du château d'Arville et mangea les deux plus beaux élèves.
    Les deux frères furent enflammés de colère, considérant cette attaque comme une bravade du monstre, une injure directe, un défi. Ils prirent tous leurs forts limiers habitués à poursuivre les bêtes redoutables, et ils se mirent en chasse, le cœur soulevé de fureur.
    Depuis l'aurore jusqu'à l'heure où le soleil empourpré descendit derrière les grands arbres nus, ils battirent les fourrés sans rien trouver.
    Tous deux enfin, furieux et désolés, revenaient au pas de leurs chevaux par une allée bordée de broussailles, et s'étonnaient de leur science déjouée par ce loup, saisis soudain d'une sorte de crainte mystérieuse.


    Guy de Maupassant (1859-1893), Le Loup

    Pour écouter cette nouvelle, publiée dans un recueil intitulé Clair de lune :
    http://www.litteratureaudio.com/livre-audio-g...
    Pour la lire :
    http://maupassant.free.fr/textes/loup.html
    #273VerfasserClélia (601872) 30 Sep. 13, 07:43
    Kommentar
    Zu Mars in 272: Das Kostüm von Hugo Ball: http://ais.badische-zeitung.de/piece/02/7a/bd...
    #274Verfasseroopsy (491382) 30 Sep. 13, 10:01
    Kommentar
    La Chasse

    Les cris des chiens, les voix du cor
    Sonnent dans les bois de Ferrières;
    L’écho de ces rumeurs guerrières
    Épouvante le frais décor.

    Les habits d’écarlate et d’or
    Resplendissent dans les clairières;
    Les cris des chiens, les voix du cor
    Sonnent dans les bois de Ferrières.

    Les meutes ont pris leur essor,
    Et le cerf dans les fondrières
    Fuit, sentant leurs dents meurtrières;
    Mais partout il retrouve encor
    Les cris des chiens, les voix du cor.


    Théodore de BANVILLE (1823-1891)
    http://www.peintures-tableaux.com/pic/Les%20p...
    #275VerfasserClélia (601872) 30 Sep. 13, 16:47
    Kommentar
    Der Freischütz, Szene I, Szene VI, Jägerchor

    Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen?
    Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich?
    Beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen,
    Den Hirsch zu verfolgen durch Dickicht und Teich,
    Ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen,
    Erstarket die Glieder und würzet das Mahl.
    Wenn Wälder und Felsen uns hallend umfangen,
    Tönt freier und freud'ger der volle Pokal!
    Jo, ho! Tralalalala!

    2. Diana ist kundig, die Nacht zu erhellen,
    Wie labend am Tage ihr Dunkel uns kühlt.
    Den blutigen Wolf und den Eber zu fällen,
    Der gierig die grünenden Saaten durchwühlt,
    Ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen,
    Erstarket die Glieder und würzet das Mahl.
    Wenn Wälder und Felsen uns hallend umfangen,
    Tönt freier und freud'ger der volle Pokal!
    Jo, ho! Tralalalala!

    Carl Maria von Weber, gest. 1826

    Der Chor: http://www.youtube.com/watch?v=qH4e6SBzQMk
    #276Verfasseroopsy (491382) 01 Okt. 13, 09:29
    Kommentar
    Merci oopsy !

    LE JEUNE CERF ET SON PÈRE

    FABLE

    Un jeune cerf dit un jour à son père :

    — Petit père, tu es plus grand et plus agile que le chien, et de plus tu as deux cornes pour te défendre ; pourquoi donc le crains-tu ?

    Le vieux cerf se mit à rire et dit :

    — Tu dis vrai, mon enfant ; mais malheureusement, dès que j’entends les aboiements d’un chien, j’ai peur et je m’enfuis.

    Léo Tolstoï (1828 – 1910)
    http://p9.storage.canalblog.com/98/24/928653/...
    #277VerfasserClélia (601872) 01 Okt. 13, 19:52
    Kommentar
    Auch Tiere gehen bekanntlich auf die Jagd, nicht zuletzt in der Fabel:

    Ein Löwe, ein Fuchs und ein Esel gingen miteinander auf die Jagd. Sie waren überein gekommen, das die Beute redlich geteilt werden sollte.
    Die Beute war groß, und der Löwe sagte dem Esel, er solle alles gewissenhaft aufteilen. Der Esel machte es so und bat den Löwen dann, zu wählen. Da zerriss der Löwe mit lautem Gebrüll den Esel und befahl dem Fuchs, neu zu teilen. Dieser häufte die ganze Beute zusammen, legte den Esel noch dazu und erbat sich nur ein kleine Wenigkeit für seine Mühe.
    Aesop (um 600 v. Chr.)

    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    "Schön, mein Freund", raunte der Löwe. "Aber sage mir doch, wer hat dich so schön teilen gelehrt?" "Das Schicksal des Esels", antwortete der Fuchs.
    #278Verfassermars (236327) 02 Okt. 13, 15:19
    Kommentar
    Korr. zu #278

    Auch Tiere gehen bekanntlich auf die Jagd, nicht zuletzt in der Fabel:

    Ein Löwe, ein Fuchs und ein Esel gingen miteinander auf die Jagd. Sie waren überein gekommen, das die Beute redlich geteilt werden sollte.
    Die Beute war groß, und der Löwe sagte dem Esel, er solle alles gewissenhaft aufteilen. Der Esel machte es so und bat den Löwen dann, zu wählen. Da zerriss der Löwe mit lautem Gebrüll den Esel und befahl dem Fuchs, neu zu teilen. Dieser häufte die ganze Beute zusammen, legte den Esel noch dazu und erbat sich nur ein kleine Wenigkeit für seine Mühe.
    "Schön, mein Freund", raunte der Löwe. "Aber sage mir doch, wer hat dich so schön teilen gelehrt?" "Das Schicksal des Esels", antwortete der Fuchs.
    (Aesop [um 600 v. Chr.])

    http://www.fabelnundanderes.at/images/73%20os...

    #279Verfassermars (236327) 02 Okt. 13, 15:23
    Kommentar
    Merci mars pour cette fable qui tout en mettant des animaux en scène montre tellement bien ce que sont les hommes.


    Quand l'animal est diabolisé, la chasse paraît moins cruelle :

    CHASSE DE DIANE

    Il y avait dans le pays des Celtes, et assez près du fameux séjour des druides, une sombre forêt dont les chênes, aussi anciens que la terre, avaient vu les eaux du déluge, et conservaient sous leurs épais rameaux une profonde nuit au milieu du jour.

    Dans cette forêt reculée était une belle fontaine plus claire que le cristal, et qui donnait son nom au lieu où elle coulait.

    Diane allait souvent percer de ses traits des cerfs et des daims dans cette forêt pleine de rochers escarpés et sauvages.

    Après avoir chassé avec ardeur, elle allait se plonger dans les pures eaux de la fontaine, et la naïade se glorifiait de faire les délices de la déesse et de toutes les Nymphes.

    Un jour, Diane chassa en ces lieux un sanglier plus grand et plus furieux que celui de Calydon.

    Son dos était armé d’une soie dure, aussi hérissée et aussi horrible que les piques d’un bataillon.

    Ses yeux étincelants étaient pleins de sang et de feu.

    Il jetait d’une gueule béante et enflammée une écume mêlée d’un sang noir.

    Sa hure monstrueuse ressemblait à la proue recourbée d’un navire.

    Il était sale et couvert de la boue de sa bauge où il s’était vautré.

    Le souffle brûlant de sa gueule agitait l’air tout autour de lui, et faisait un bruit effroyable.

    Il s’élançait rapidement comme la foudre ; il renversait les moissons dorées, et ravageait toutes les campagnes voisines ; il coupait les hautes tiges des arbres les plus durs pour aiguiser ses défenses contre leurs troncs.

    Ses défenses étaient aiguës et tranchantes comme les glaives recourbés des Perses.

    Les laboureurs épouvantés se réfugiaient dans leurs villages.

    Les bergers, oubliant leurs faibles troupeaux errants dans les pâturages, couraient vers leurs cabanes.

    Tout était consterné ; les chasseurs mêmes, avec leurs dards et leurs épieux, n’osaient entrer dans la forêt.

    Diane seule, ayant pitié de ce pays, s’avance avec son carquois doré et ses flèches.

    Une troupe de Nymphes la suit, et elle les surpasse de toute la tête.

    Elle est, dans sa course, plus légère que les Zéphyrs, et plus prompte que les éclairs.

    Elle atteint le monstre furieux, le perce d’une de ses flèches au-dessous de l’oreille, à l’endroit où l’épaule commence.

    Le voilà qui se roule dans les flots de son sang ; il pousse des cris dont toute la forêt retentit, et montre en vain ses défenses prêtes à déchirer ses ennemis.

    Les Nymphes en frémissent.
    Diane seule s’avance, met le pied sur sa tête, et enfonce son dard ; puis se voyant rougie du sang de ce sanglier, qui avait rejailli sur elle, elle se baigna dans la fontaine, et se retire charmée d’avoir délivré les campagnes de ce monstre.

    http://www.reisewut.com/florida08/Tag13/Wilds...

    Fénelon (1651 – 1715)
    #280VerfasserClélia (601872) 02 Okt. 13, 21:34
    Kommentar
    Jagdszenen gibt es nicht nur in der Lyrik, sondern - zum Beispiel in übertragener Bedeutung und im Titel - auch in der Dramatik. Ich denke an die „Jagdszenen aus Niederbayern“, ein Bühnenstück in 17 Bildern von Martin Sperr aus dem Jahr 1965. Sperrs Volksstück ist eines der ersten des neuen sozialkritischen Volkstheaters. Es machte den Autor schlagartig bekannt.

    Im Dorf Reinöd in Niederbayern ist nach der Währungsreform das gewohnte, nach außen idyllische Leben zurückgekehrt. Doch hinter den Kulissen geht der dörfliche Kleinkrieg weiter, der sich gegen alle Außenseiter richtet. Die Bäuerin Maria, die mit ihrem Knecht Volker zusammenlebt, nachdem ihr Mann nicht aus dem Krieg zurückkam, wird als Schandfleck angesehen. Ihr 18-jähriger Sohn Rovo, der an einer im Krieg verursachten Neurose leidet, gilt als Dorftrottel.

    Als Abram, der wegen Homosexualität eine Haftstrafe verbüßt hat, in das Dorf zurückkommt, bietet sich jedoch eine neue Zielscheibe. Maria erwischt ihn im Gespräch mit Rovo und behauptet, er habe ihren Sohn verführt. Aus Verzweiflung über den Psychoterror, dem er ausgesetzt ist, vergeht sich Abram an der Magd Tonka. So will er beweisen, dass er ein richtiger Mann ist. Das verwahrloste Dorfmädchen wird jedoch als Hure diffamiert.

    Als Tonka Abram erzählt, dass sie ein Kind von ihm erwartet und ihn zu erpressen versucht, ersticht er sie in einem Anfall von Wut und Verzweiflung. Es wird eine Belohnung von 2.500 Mark auf seine Ergreifung ausgesetzt. Schließlich können die Dörfler Abram fassen, und er landet im Zuchthaus. Rovo erhängt sich.

    Maria hingegen gelingt die Rückkehr in die Dorfgemeinschaft, indem sie Volker heiratet. Mit der Belohnung für Abrams Ergreifung wird die Kirchenorgel repariert. Beim Erntedankfest feiert man ausgiebig, dass endlich wieder Ruhe im Dorf eingekehrt ist.

    Sperr wollte nicht Einzelschicksale, sondern „die Jagd von Menschen auf Menschen und die Zusammenrottung zu solchem Vergnügen“ darstellen. Keine der handelnden Figuren stellt die Werte der dargestellten Dorfwelt in Frage, am wenigsten die Außenseiter: Rovo beschimpft Tonka als Hure, Tonka nennt Abram eine schwule Drecksau, und Maria gelingt durch Denunziation und Heirat die Reintegration. (Wikip.)

    #281Verfassermars (236327) 03 Okt. 13, 11:09
    Kommentar
    Ich möchte sozusagen zur "Erholung" von den Jagdszenen ein schönes Gedicht einstellen, das gut zu unserem vorangegangenen Mond-Thema passt:

    Dämmrung senkte sich von oben

    Dämmrung senkte sich von oben,
    Schon ist alle Nähe fern;
    Doch zuerst emporgehoben
    Holden Lichts der Abendstern!

    Alles schwankt ins Ungewisse,
    Nebel schleichen in die Höh;
    Schwarzvertiefte Finsternisse
    Widerspiegelnd ruht der See.

    Nun im östlichen Bereiche
    Ahnd ich Mondenglanz und -glut,
    Schlanker Weiden Haargezweige
    Scherzen auf der nächsten Flut.

    Durch bewegter Schatten Spiele
    Zittert Lunas Zauberschein
    Und durchs Auge schleicht die Kühle
    Sänftigend ins Herz hinein.


    J. W. v. Goethe (gest. 1832)

    Brahms hat dieses Gedicht vertont:

    Othmar Schoeck / Dietrich Fischer-Dieskau

    http://www.youtube.com/watch?v=gqsxujm0eg4

    Eine Interpretation des Gedichts ist hier zu finden: http://www.pausenhof.de/referat/deutsch/gedic...


    #282Verfassermars (236327) 04 Okt. 13, 10:25
    Kommentar
    mars 282 : Une terrible illustration du fameux proverbe :

    L'homme est un loup pour l'homme.
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Homo_homini_lupus_est

    Au 280, Diane délivre les hommes d'un sanglier malfaisant. Ici, elle leur envoie un sanglier monstrueux en guise de punition : Œnée, roi de Calydon, a oublié de lui rendre hommage. Le héros calydonien Méléagre convoque les Grecs les plus courageux pour qu'ils l'aident à tuer le monstre. Une jeune chasseresse participe à cette dangereuse expédition, la belle Atalante.

    … la déesse (Artémis) envoie dans les champs de Calydon un sanglier vengeur de son injure. Egal en grosseur aux taureaux que nourrissent les pâturages de l’Epire, il surpasse ceux qui paissent dans les campagnes de la Sicile. Le sang et la flamme jaillissent de ses yeux ; des soies aiguës arment sa tête, et la hérissent comme une épaisse forêt de dards ; son dos se dresse comme un rempart de javelots : il fait écumer en rugissant une sueur fumante sur ses larges épaules : ses dents égalent en longueur l’ivoire de l’Inde : sa gueule vomit des feux aussi bruyants que la foudre, et son ardente haleine embrase le feuillage : il saccage les moissons naissantes, ou les détruit quand elles sont mûres, change en larmes les douces espérances du laboureur, et anéantit à la fois les épis et les bienfaits de Cerès : l’aire et les granges attendent en vain les gerbes que les champs ont promises. Il renverse les ceps et les grappes pendantes, et l’olivier toujours vert avec ses rameaux chargés de fruits. Il étend sa furie sur les troupeaux : les bergers et les chiens sont impuissants à les défendre, et les plus fiers taureaux ne peuvent protéger les génisses. Les habitants des campagnes fuient de tous côtés, et ne se croient en sûreté qu’à l’abri des remparts de la ville ; Méléagre assemble enfin l’élite des héros de la Grèce que l’ardeur de la gloire enflammait comme lui.



    Atalante s’était aussi armée, Atalante, l’honneur du Tégée et des bois d’Arcadie. Une agrafe polie retenait, avec ses dents aiguës, les plis flottants de sa robe, et sa chevelure était arrêtée par un nœud sans ornement. De son épaule gauche pendait l’ivoire d’un carquois retentissant et sa main gauche tenait un arc. Telle était sa parure. Pour sa beauté, vous diriez une vierge sous les traits d’un jeune homme, un jeune homme sous les traits d’une vierge. Méléagre la vit, et cette vue alluma dans son cœur la flamme secrète d’un amour condamné par les dieux : « Heureux, s’écria-t-il, celui qu’elle agréera pour époux ! » Il n’eut pas le temps d’en dire davantage, et comment l’aurait-il osé dans un moment où de plus grands intérêts l’appelaient au combat ?



    le sanglier furieux fond au milieu de ses ennemis avec la vitesse de l’éclair qui déchire la nue. Il renverse les arbres dans sa course emportée, et la forêt s’ébranle avec fracas …


    Echion le premier lance un javelot inutile ; le fer ne fait qu’effleurer un tronc d’érable. Le second dard eût été plus heureux s’il n’eût été brandi avec trop de force ; on eût dit qu’il allait s’enfoncer dans les flancs du sanglier, mais il vole au-delà : c’était celui de Jason.

    le monstre se jette sur les chasseurs, et renverse Eupalamon et Pélagun … Enaesime … ne peut éviter sa morsure fatale : tremblant et prêt à fuir, il tombe sous la dent du sanglier qui lui coupe les nerfs du jarret. Peut-être même Nestor n’eût-il pas vécu jusqu’au siège de Troie, si, prenant son élan à l’aide de sa lance qu’il avait plantée en terre, il ne s’était élancé sur un arbre voisin, du haut duquel il pût voir en sûreté la vaine rage de son ennemi. Le monstre enfonce ses dents dans le tronc, les aiguise et les exerce au meurtre ; et comme si sa fureur venait de trouver de nouvelles armes, il se jette sur Othrias, et d’un coup de dent lui déchire la cuisse…

    Atalante pose sur la corde une petite flèche rapide ; l’arc fléchit sous sa main, le trait part, rase le flanc du monstre, l’atteint au dessous de l’oreille, et fait couler sur ses soies quelques gouttes de sang. Méléagre ne ressentit pas moins de joie d’un coup si heureux qu’Atalante elle-même …

    … des deux javelots que Méléagre a lancés, l’un va se planter dans le sol, l’autre dans le dos de l’animal. Tandis qu’il fait éclater sa rage et se roule avec d’affreux rugissements, mêlant des flots d’écume au nouveau sang qu’il perd, celui qui l’a blessé redouble ses coups … et lui plonge son épée dans les flancs. Les compagnons de Méléagre font retentir les airs de mille cris de joie.



    Le vainqueur posant alors le pied sur cette tête dont les coups ont donné tant de fois la mort : « Recevez, dit-il, ô vierge d’Arcadie, cette dépouille qui m’appartient, et partagez avec moi l’honneur de la victoire ». A ces mots, il lui présente la peau du sanglier, hérissée d’horribles soies, et sa hure armée d’énormes défenses…


    Illustration impressionnante, sculptée dans un sarcophage en marbre, de ce récit d'Ovide (+ en 18 apr. J-C ):

    http://www.mythologie.fr/Ovide%20Metamorph%20...

    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Les_M%C3%A9tamo...
    #283VerfasserClélia (601872) 04 Okt. 13, 10:33
    Kommentar
    J'aimerais partager avec vous probablement le plus beau texte qu'il m'ait été donné de lire. Je ne peux m'empêcher d'avoir les larmes qui me montent aux yeux quand je le lis, tellement c'est beau. Ceux qui le reconnaitront auront toute mon estime (la barre n'est pas placée très haut)!

    Maintenant, en plein ciel, le soleil d’avril rayonnait dans sa gloire, échauffant la terre qui enfantait. Du flanc nourricier jail-lissait la vie, les bourgeons crevaient en feuilles vertes, les champs tressaillaient de la poussée des herbes. De toutes parts, des graines se gonflaient, s’allongeaient, gerçaient la plaine, tra-vaillées d’un besoin de chaleur et de lumière. Un débordement de sève coulait avec des voix chuchotantes, le bruit des germes s’épandait en un grand baiser. Encore, encore, de plus en plus distinctement, comme s’ils se fussent rapprochés du sol, les ca-marades tapaient. Aux rayons enflammés de l’astre, par cette matinée de jeunesse, c’était de cette rumeur que la campagne était grosse. Des hommes poussaient, une armée noire, venge-resse, qui germait lentement dans les sillons, grandissant pour les récoltes du siècle futur, et dont la germination allait faire bientôt éclater la terre.
    #284VerfasserGrossbouff (465598) 04 Okt. 13, 12:01
    Kommentar
    Merci pour cette contribution Grossbouff : un extrait d'un roman fascinant de Zola :

    Siehe auch: Das Schatzkästlein des leonidischen Hausfreunds - #69 (69)
    Siehe auch: Drittes Schatzkästlein des leonidischen Haus... - #164 (164 après le poème de Du Bellay)
    #285VerfasserClélia (601872) 04 Okt. 13, 14:51
    Kommentar
    Noch etwas zur Erholung, wie oopsy in # 282 sagt:

    Oktoberlied

    Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
    Schenk ein den Wein, den holden!
    Wir wollen uns den grauen Tag
    Vergolden, ja vergolden!

    Und geht es draußen noch so toll,
    Unchristlich oder christlich,
    Ist doch die Welt, die schöne Welt,
    So gänzlich unverwüstlich!

    Und wimmert auch einmal das Herz -
    Stoß an und laß es klingen!
    Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
    Ist gar nicht umzubringen.

    Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
    Schenk ein den Wein, den holden!
    Wir wollen uns den grauen Tag
    Vergolden, ja vergolden!

    Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
    Doch warte nur ein Weilchen!
    Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
    Es steht die Welt in Veilchen.

    Die blauen Tage brechen an,
    Und ehe sie verfließen,
    Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
    Genießen, ja genießen!

    Theodor Storm (1817 -1888)

    Ich hätte nie gedacht, dass dieses Gedicht von Theodor Storm stammt.
    #286VerfasserDana (236421) 04 Okt. 13, 18:38
    Kommentar
    Dana, Danke dafür, dass Du mit diesem wunderschönen Gedicht, meinen grauen Tag vergoldest -) !

    A part ça, nous nous sommes embrouillées toutes le deux. Le loup est un loup pour l'homme se rapportait bien sûr au 281 de mars (Martin Sperr) et non à son splendide poème de Goethe et c'est mars et non oopsy qui a proposé etwas zur Erholung. Je réponds moi aussi à ce besoin de détente avec ce superbe tableau de Watteau intitulé Halte pendant la chasse :

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...

    Et cette évocation nostalgique de la peinture de Watteau par Albert Samain


    WATTEAU


    Au-dessus des grands bois profonds
    L’étoile du berger s’allume…
    Groupes sur l’herbe dans la brume…
    Pizzicati des violons…
    Entre les mains, les mains s’attardent,
    Le ciel où les amants regardent
    Laisse un reflet rose dans l’eau ;
    Et dans la clairière indécise,
    Que la nuit proche idéalise,
    Passe entre Estelle et Cydalise
    L’ombre amoureuse de Watteau.

    Watteau, peintre idéal de la fête jolie,
    Ton art léger fut tendre et doux comme un soupir,
    Et tu donnas une âme inconnue au désir
    En l’asseyant aux pieds de la mélancolie.

    Tes bergers fins avaient la canne d’or au doigt ;
    Tes bergères, non sans quelques façons hautaines,
    Promenaient, sous l’ombrage où chantaient les fontaines,
    Leurs robes qu’effilait derrière un grand pli droit…

    Dans l’air bleuâtre et tiède agonisaient les roses ;
    Les cœurs s’ouvraient dans l’ombre au jardin apaisé,
    Et les lèvres, prenant aux lèvres le baiser,
    Fiançaient l’amour triste à la douceur des choses.

    Les pèlerins s’en vont au pays idéal…
    La galère dorée abandonne la rive ;
    Et l’amante à la proue écoute au loin, pensive,
    Une flûte mourir, dans le soir de cristal…

    Oh ! Partir avec eux par un soir de mystère,
    Ô maître, vivre un soir dans ton rêve enchanté !
    La mer est rose… il souffle une brise d’été,
    Et quand la nef aborde au rivage argenté

    La lune doucement se lève sur Cythère.

    L’éventail balancé sans trêve
    Au rythme intime des aveux
    Fait, chaque fois qu’il se soulève,
    S’envoler au front des cheveux,
    L’ombre est suave… tout repose.
    Agnès sourit ; Léandre pose
    Sa viole sur son manteau ;
    Et sur les robes parfumées,
    Et sur les mains des bien-aimées,
    Flotte, au long des molles ramées,
    L’âme divine de Watteau.


    Albert SAMAIN (1858-1900)
    #287VerfasserClélia (601872) 04 Okt. 13, 21:48
    Kommentar
    Oh ja, tut mir leid, mars und oopsy ...

    Sowohl das Gemälde als auch das melodische Gedicht sind sehr schön, Clélia :-)


    #288VerfasserDana (236421) 04 Okt. 13, 21:52
    Kommentar
    Dana :-))


    Les colchiques


    Le pré est vénéneux mais joli en automne
    Les vaches y paissant
    Lentement s'empoisonnent
    Le colchique couleur de cerne et de lilas
    Y fleurit tes yeux sont comme cette fleur-la
    Violatres comme leur cerne et comme cet automne
    Et ma vie pour tes yeux lentement s'empoisonne

    Les enfants de l'école viennent avec fracas
    Vêtus de hoquetons et jouant de l'harmonica
    Ils cueillent les colchiques qui sont comme des mères
    Filles de leurs filles et sont couleur de tes paupières
    Qui battent comme les fleurs battent au vent dément

    Le gardien du troupeau chante tout doucement
    Tandis que lentes et meuglant les vaches abandonnent
    Pour toujours ce grand pré mal fleuri par l'automne

    Guillaume Apollinaire (1880 - 1918)

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #289Verfasseroopsy (491382) 05 Okt. 13, 09:40
    Kommentar
    Au loin la chasse partait du côté de Quincy, les chiens lançaient leurs abois, au son métallique desquels se mêlaient les appels des cors. Le vent qui s’était levé effaçait sur la route blanche la trace des carrosses et le pas des chevaux. Buguet marcha dans le bois désert, regarda le soleil disparaître et le ciel doucement violet. Pour regagner son village, il s’engagea dans la plaine qui descendait vers la Seine. Et bientôt, parmi les mille flammes automnales des colchiques, il traversa les grands prés et les champs au clair de lune.
    Eugène Demolder (1862 – 1919) Le jardinier de la Pompadour

    Résumé :
    Jasmin Buguet, jeune jardinier au temps du roi Louis XV, est fasciné par la beauté de la marquise d'Eytioles, qui deviendra la marquise de Pompadour. Jasmin épousera Martine que la marquise a prise à son service et se verra confier par la Pompadour la réalisation des jardins de l'un de ses châteaux.
    Un roman plein de poésie qui exalte la beauté des fleurs.


    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Le_Jardinier_de...
    http://www.cap-concours.fr/docs/cens/images/4...

    #291VerfasserClélia (601872) 05 Okt. 13, 21:47
    Kommentar
    Eduard Mörike war vom Klang einer Äolsharfe so angetan, dass er ihr mit dem Gedicht "An eine Äolsharfe" 1837 ein Denkmal gesetzt hat, das sowohl von Johannes Brahms als auch von Hugo Wolf in Form eines Liedes mit Klavierbegleitung vertont worden ist:


    An eine Äolsharfe

    Tu semper urges flebilibus modis
    Mysten ademptum: nec tibi Vespero
    Surgente decedunt amores,
    Nec rapidum fugiente Solem.
    (Horaz)

    Angelehnt an die Efeuwand
    Dieser alten Terrasse,
    Du, einer luftgebor'nen Muse
    Geheimnisvolles Saitenspiel,
    Fang' an,
    Fange wieder an
    Deine melodische Klage!
    Ihr kommet, Winde, fern herüber,
    Ach! von des Knaben,
    Der mir so lieb war,
    Frisch grünendem Hügel.
    Und Frühlingsblüten unterweges streifend,
    Übersättigt mit Wohlgerüchen,
    Wie süß bedrängt ihr dies Herz!
    Und säuselt her in die Saiten,
    Angezogen von wohllautender Wehmut,
    Wachsend im Zug meiner Sehnsucht,
    Und hinsterbend wieder.
    Aber auf einmal,
    Wie der Wind heftiger herstößt,
    Ein holder Schrei der Harfe
    Wiederholt, mir zu süßem Erschrecken
    Meiner Seele plötzliche Regung;
    Und hier - die volle Rose streut, geschüttelt
    All' ihre Blätter vor meine Füße!


    Eduard Mörike (1804 – 1875)
     
    #292Verfassermars (236327) 06 Okt. 13, 19:55
    Kommentar
    La Musique

    La musique souvent me prend comme une mer !
    Vers ma pâle étoile,
    Sous un plafond de brume ou dans un vaste éther,
    Je mets à la voile;

    La poitrine en avant et les poumons gonflés
    Comme de la toile
    J'escalade le dos des flots amoncelés
    Que la nuit me voile ;

    Je sens vibrer en moi toutes les passions
    D'un vaisseau qui souffre ;
    Le bon vent, la tempête et ses convulsions

    Sur l'immense gouffre
    Me bercent. D'autres fois, calme plat, grand miroir
    De mon désespoir !


    Musik

    Oft trägt mich die Musik, dem Meere gleich.
    Zu meinem bleichen Stern,
    Durch Nebelrauch, durch Lüfte klar und weich
    Ich segle fern.
    Das Antlitz aufwärts und die Brust voran,
    Die Lunge kraftgefüllt,
    So stürm' ich kühn den Wogenberg hinan,
    Den mir die Nacht verhüllt.
    Und fühle alle Leiden mich erbittern,
    Die je ein Schiff erlitt,
    Den leisen Wind, den Sturm, sein krampfhaft Zittern.
    Den Abgrund fühl' ich mit.
    Doch manchmal ist der Spiegel flach und weit,
    Der Spiegel meiner Hoffnungslosigkeit.

    Charles Baudelaire, gest. 1867
    #293Verfasseroopsy (491382) 07 Okt. 13, 08:30
    Kommentar
    Oopsy, ich freue mich, dass du Mörikes Gedicht „An eine Äolsharfe“ mit Baudelaires so eindrücklichen Versen zur Musik ergänzt hast, und das in beiden Sprachen!

    Ich bleibe beim Thema der Musik, ja sogar beim Motiv der Harfe, und zwar mit Uhlands bekannter Ballade „Des Sängers Fluch“. Es zeigt, wie Musik Herzen rühren kann, nur nicht das des grausamen Königs, von dem es heißt: „Was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut.“ Aber der Fluch des Alten mit der Harfe wird vom Himmel gehört. Ist das für Uhland ein Zeichen für die Macht der Musik?

    Des Sängers Fluch

    Es stand in alten Zeiten ein Schloß so hoch und hehr,
    Weit glänzt' es über die Lande bis an das blaue Meer,
    Und rings von duft'gen Gärten ein blütenreicher Kranz,
    D'rin sprangen frische Brunnen in Regenbogenglanz.

    Dort saß ein stolzer König, an Land und Siegen reich.
    Er saß auf seinem Throne so finster und so bleich;
    Denn was er sinnt, ist Schrecken, und was er blickt, ist Wut,
    Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut.

    Einst zog nach diesem Schlosse ein edles Sängerpaar:
    Der ein' in goldnen Locken, der andre grau von Haar;
    Der Alte mit der Harfe, der saß auf schmucken Roß,
    Es schritt ihm frisch zur Seite der blühende Genoß.

    Der Alte sprach zum Jungen: "Nun sei bereit, mein Sohn!
    Denk' unsrer tiefsten Lieder, stimm' an den vollsten Ton,
    Nimm alle Kraft zusammen, die Lust und auch den Schmerz;
    Es gilt uns heut' zu rühren des Königs steinern Herz."

    Schon stehn die beiden Sänger im hohen Säulensaal,
    Und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl;
    Der König furchtbar prächtig, wie blut'ger Nordlichtschein,
    Die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein.

    Da schlug der Greis die Seiten, er schlug sie wundervoll,
    Daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll.
    Dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor,
    Des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor.

    Sie singen von Lenz und Liebe, von sel'ger, goldner Zeit,
    Von Freiheit, Männerwürde, von Treu' und Heiligkeit;
    Sie singen von allem Süßen, was Menschenbrust durchbebt,
    Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt.

    Die Höflingsschar im Kreise verlernet jeden Spott,
    Des Königs trotz'ge Krieger, sie beugen sich vor Gott,
    Die Königin, zerflossen in Wehmut und in Lust,
    Sie wirft den Sängern nieder die Rose von ihrer Brust.

    "Ihr habt mein Volk verführet, verlockt ihr nun mein Weib?"
    Der König schreit es wütend, er bebt am ganzen Leib.
    Er wirft sein Schwert, das blitzend des Jünglings Brust durchdringt,
    Draus, statt der goldnen Lieder, ein Blutstrahl hoch aufspringt.

    Und wie vom Sturm zerstoben ist all' der Hörer Schwarm;
    Der Jüngling hat verröchelt in seines Meisters Arm,
    Der schlägt um ihn den Mantel und setzt ihn auf das Roß,
    Er bind't ihn aufrecht feste, verläßt mit ihm das Schloß.

    Doch vor dem hohen Tore, da hält der Sängergreis,
    Da faßt er seine Harfe, sie, aller Harfen Preis,
    An einer Marmorsäule, da hat er sie zerschellt,
    Dann ruft er, daß es schaurig durch Schloß und Gärten gellt:

    "Weh' euch, ihr stolzen Hallen! Nie töne süßer Klang
    Durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang,
    Nein, Seufzer nur und Stöhnen und scheuer Sklavenschritt,
    Bis euch zu Schutt und Moder der Rachegeist zertritt!

    "Weh' euch, ihr duft'gen Gärten im holden Maienlicht!
    Euch zeig' ich dieses Toten entstelltes Angesicht,
    Daß ihr darob verdorret, daß jeder Quell versiecht,
    Daß ihr in künft'gen Tagen versteint, verödet liegt.

    "Weh' dir, verruchter Mörder! du Fluch des Sängertums!
    Umsonst sei all' dein Ringen nach Kränzen blut'gen Ruhms;
    Dein Name sei vergessen, in ew'ge Nacht getaucht,
    Sei, wie ein letztes Röcheln, in leere Luft verhaucht!"

    Der Alte hat's gerufen, der Himmel hat's gehört;
    Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört,
    Noch eine hohe Säule zeugt von verschwund'ner Pracht,
    Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.

    Und rings, statt duft'ger Gärten, ein ödes Heideland:
    Kein Baum verstreuet Schatten, kein Quell durchdringt den Sand;
    Des Königs Namen meldet kein Lied, kein Heldenbuch:
    Versunken und vergessen! - das ist des Sängers Fluch.


    Ludwig Uhland (1787 bis 1862)

    1852 wurde übrigens "Des Sängers Fluch" von Robert Schumann als op. 139 für Soli, Chor und Orchester vertont!

    #294Verfassermars (236327) 07 Okt. 13, 10:34
    Kommentar
    Orphée et sa lyre : Grâce à son chant, il charme les Enfers qui lui rendent Eurydice, sa femme bien-aimée, morte, mordue par un serpent :

    Il chantait ; et ravis jusqu’au fond des enfers,
    Au bruit harmonieux de ses tendres concerts,
    Les légers habitants de ces obscurs royaumes,
    Des spectres pâlissants, de livides fantômes,
    Accouraient
    , plus pressés que ces oiseaux nombreux
    Qu’un orage soudain ou qu’un soir ténébreux
    Rassemble par milliers dans les bocages sombres...


    Les Géorgiques, Virgile (70 av. J.-C. – 19 av. J.-C.)


    Eurydice, la nouvelle épouse, accompagnée de la troupe des Naïades, court au hasard parmi les herbes fleuries, la dent d’un reptile pénètre dans son pied délicat. Elle expire. Quand Orphée, le chantre du Rhodope, l’eut assez pleurée à la face du ciel, résolu de tout affronter, même les ombres, il osa descendre vers le Styx par la porte du Ténare, à travers ces peuples légers, fantômes honorés des tributs funèbres ; il aborda Perséphone* et le maître de ces demeures désolées, le souverain des mânes. Les cordes de sa lyre frémissent ; il chante :

    « O divinités de ce monde souterrain où retombe tout ce qui naît pour mourir, souffrez que laissant les détours d’une éloquence artificieuse, je parle avec sincérité. Non, ce n’est pas pour voir le ténebreux Tartare que je suis descendu sur ces bords. Non, ce n’est pas pour enchaîner le monstre dont la triple tête se hérisse des serpents de méduse. Ce qui m’attire, c’est mon épouse. Une vipère, que son pied foula par malheur, répandit dans ses veines un poison subtil, et ses belles années furent arrêtés dans leur cours. J’ai voulu me résigner à ma perte ; je l’ai tenté, je ne le nierai pas : l’Amour a triomphé. L’Amour ! il est bien connu dans les régions supérieures. L’est-il de même ici, je l’ignore : mais ici même je le crois honoré, et si la tradition de cet antique enlèvement n’est pas une fable, pour vous aussi, l’Amour a formé vos nœuds. Oh ! par ces lieux pleins de terreur, par ce chaos immense, par ce vaste et silencieux royaume, Eurydice ! ... de grâce, renouez ses jours trop tôt brisés ! Tous nous vous devons tribut. Après une courte halte, un peu plus tôt, un peu plus tard, nous nous empressons vers le même terme... C’est ici que nous tendons tous... Voici notre dernière demeure, et vous tenez le genre humain sous votre éternel empire. Elle aussi, quand le progrès des ans aura mûri sa beauté, elle aussi pourra subir vos lois. Qu’elle vive ! c’est la seule faveur que je demande. Ah ! si les destins me refusent la grâce d’une épouse, je l’ai juré, je ne veux pas revoir la lumière. Réjouissez-vous de frapper deux victimes ! »

    Il disait, et les frémissements de sa lyre se mêlaient à sa voix, et les pâles ombres pleuraient. Il disait, et Tantale** ne poursuit plus l’onde fugitive, et la roue d’Ixion*** s’arrête étonnée, et les vautours cessent de ronger le flanc de Tityus***", et les filles de Bélus***** se reposent sur leurs urnes, et toi, Sisyphe******, tu t’assieds sur ton fatal rocher. Alors, pour la première fois, des larmes, ô triomphe de l’harmonie ! mouillèrent, dit-on, les joues des Euménides. Ni la souveraine des morts, ni celui qui règne sur les mânes ne peuvent repousser sa prière. Ils appellent Eurydice. Elle était là parmi les ombres nouvelles, et d’un pas ralenti par sa blessure, elle s’avance. Il l’a retrouvée, mais c’est à une condition. Le chantre du Rhodope ne doit jeter les yeux derrière lui qu’au sortir des vallées de l’Averne : sinon la grâce est révoquée.

    Ils suivent, au milieu d’un morne silence, un sentier raide, escarpé, ténébreux, noyé d’épaisses vapeurs. Ils n’étaient pas éloignés du but ; ils touchaient à la surface de la terre, lorsque, tremblant qu’elle n’échappe, inquiet, impatient de voir, Orphée tourne la tête. Soudain elle est rentraînée dans l’abîme. Il lui tend les bras, il cherche son étreinte, il veut la saisir ; elle s’évanouit, et l’infortuné n’embrasse que son ombre. C’en est fait ! elle meurt pour la seconde fois : mais elle ne se plaint pas de son époux. Et de quoi se plaindrait-elle ? Il l’aimait. Adieu ! ce fut le dernier adieu, et à peine parvint-il aux oreilles d’Orphée : déjà l’Enfer a reconquis sa proie.


    Ovide (43 av. J.-C. – 17)
    Texte intégral :
    http://fr.wikisource.org/wiki/Les_M%C3%A9tamo...

    Orphée jouait si bien de la lyre et avait une si belle voix qu'il charmait les animaux sauvages :
    http://www.ac-grenoble.fr/lycee/diois/Latin/I...
    https://www.youtube.com/watch?v=COpe-Nq6QaY$

    * Perséphone épouse du dieu des Enfers
    **Tantale est placé au milieu d'un fleuve et sous des arbres fruitiers, mais le cours du fleuve s'assèche quand il se penche pour en boire, et le vent éloigne les branches de l'arbre quand il tend la main pour en attraper les fruits.
    ***Ixion est attaché avec des serpents à une roue enflammée et ailée, pourvue de quatre rayons et qui tourne éternellement dans les airs.
    ****Tytius est condamné à avoir le foie éternellement rongé par deux vautours dans le Tartare.
    *****Bélus est le père de Danaos dont les cinquante filles sont condamnées à remplir un récipient sans fond.
    ******Sisyphe fut condamné à faire rouler éternellement, dans le Tartare, jusqu'en haut d'une colline un rocher qui en redescendait chaque fois avant de parvenir au sommet.
    #295VerfasserClélia (601872) 08 Okt. 13, 09:36
    Kommentar
    Lacrymæ rerum


    Ne nous accusez pas de deuils imaginaires,
    Et de vous attendrir par des pleurs simulés,
    Et d’aller parmi vous comme des poitrinaires
    Cherchant des rêves fous qui se sont envolés.

    Car nous ne pleurons pas sur nous, mais sur vous autres,
    Sur les méchants, sur les flétris, sur les jaloux ;
    A voir tant de péchés, nous pleurons en apôtres ;
    Nous pleurons en bergers, à trouver tant de loups.

    Le sonore instrument où tout notre cœur vibre
    Veut élever la foule à des désirs meilleurs ;
    Si l’accord n’est pas gai, notre choix n’est pas libre :
    Nous sommes un écho, mais la voix vient d’ailleurs !..

    La voix vient des vallons et la voix vient des plaines,
    Où les nids sont gisants sur les gazons fleuris ;
    Les logis sont vidés et les tombes sont pleines,
    Et le genre humain marche à travers des débris !…

    Et le poète, lui, dans ce monde qui pleure,
    Est pareil à la harpe inerte qui frémit
    Au souffle de la brise errante qui l’effleure :
    C’est que triste est le vent si la harpe gémit !…


    Georges RODENBACH (1855-1898)
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons...
    #296VerfasserClélia (601872) 09 Okt. 13, 08:36
    Kommentar
    Clélia, da hast du ja zum Thema „Musik in der Literatur“ wertvolle Texte gefunden!

    Ich möchte an das Orpheus-Motiv mit Texten von Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) anknüpfen:

    Aus „Orpheus. Eurydike. Hermes“ mit diesen Versen:


    Voran der schlanke Mann im blauen Mantel,
    der stumm und ungeduldig vor sich aussah.
    Ohne zu kauen fraß sein Schritt den Weg
    in großen Bissen; seine Hände hingen
    schwer und verschlossen aus dem Fall der Falten
    und wußten nicht mehr von der leichten Leier,
    die in die Linke eingewachsen war
    wie Rosenranken in den Ast des Ölbaums.


    Und aus den Sonetten an Orpheus das Sonett 1 / IX


    Nur wer die Leier schon hob
    auch unter Schatten,
    darf das unendliche Lob
    ahnend erstatten.

    Nur wer mit Toten vom Mohn
    aß, von dem ihren,
    wird nicht den leisesten Ton
    wieder verlieren.

    Mag auch die Spieglung im Teich
    oft uns verschwimmen:
    Wisse das Bild.

    Erst in dem Doppelbereich
    werden die Stimmen
    ewig und mild.

    #297Verfassermars (236327) 09 Okt. 13, 09:07
    Kommentar
    Mondmusikanten

    Mit Flöte und der Violin’
    Javanen, zwei, die Landstraß’ ziehn.
    Sie feiern so die helle Nacht.
    Musik am grauen Weg erwacht.

    Hörst nicht der nackten Füße Schritt, -
    Hörst nur Musik. Sie schreitet mit.
    Musik als Dritter ist Gesell.
    Sie folgt den beiden wie ein Quell.

    Musik geht vor den beiden her.
    Sie wissen bald von sich nichts mehr.
    Musik zieht ihre Seelen fort,
    Und zu Musik wird Zeit und Ort.

    Max Dauthendey, gest. 1918
    #298Verfasseroopsy (491382) 09 Okt. 13, 10:15
    Kommentar
    Violon d’adieu


    Vous jouiez Mendelssohn ce soir-là ; les flammèches
    Valsaient dans l’âtre clair, cependant qu’au salon
    Un abat-jour mêlait en ondulement long
    Ses rêves de lumière au châtain de nos mèches.

    Et tristes, comme un bruit frissonnant de fleurs sèches
    Éparses dans le vent vespéral du vallon,
    Les notes sanglotaient sur votre violon
    Et chaque coup d’archet trouait mon cœur de brèches.

    Or, devant qu’il se fût fait tard, je vous quittai,
    Mais jusqu’à l’aube errant, seul, morose, attristé,
    Contant ma jeune peine au lunaire mystère,

    Je sentais remonter comme d’amers parfums
    Ces musiques d’adieu qui scellaient sous la terre
    Et mon rêve d’amour et mes espoirs défunts.


    Émile NELLIGAN (1879-1941)

    #299VerfasserClélia (601872) 09 Okt. 13, 10:39
    Kommentar
    #300VerfasserClélia (601872) 09 Okt. 13, 10:49
     
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