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    Sprachlabor

    das Denken meiner wird ein anderes Denken gesezt

    Betrifft

    das Denken meiner wird ein anderes Denken gesezt

    Kommentar
    Ferner in diesem Entwerfen des Zweckbegriffs wird das ich als denkend gedacht, was also dem Willen vorhergehen soll ist ein Denken, also doch das Denken meiner als Wollend und es zu erklären wird ein anderes Denken gesezt, producirt; es wird als vorhergegangenes gedacht heißt: es wird nicht identisch mit ihm sondern abgesondert gedacht, als auser ihm liegend.

    Johann Gottlieb Fichte, Wissenschaftslehre nova methodo (1798/99), §17

    Mein Übersetzungsversuch bis dahin:
    Por otra parte, en este esbozar el concepto de fin, el yo es pensado como pensante; en consecuencia, aquello que ha de preceder a la voluntad es un pensar, ... [?]

    Bei der Übersetzung von fettgedruckter Passage stehe ich auf dem Schlauch. Mir will sich nämlich nicht erschließen, warum gerade das und nicht dem Denken meiner ... wird ein anderes Denken gesetzt. Müsste der Satz denn nicht mit Dativ anfangen? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

    Mit distanzierten Grüßen aus dem Elfenbeinturm ;-]
    VerfasserDoktor Faustus (397365) 14 Jan. 16, 22:06
    Kommentar
    oh, oh, oh, Fichte, otra vez ...
    :-)

    Ich verstehe das hier so :
    ... mein Denken wird als wollend / als das wollende Denken gesetzt / vorausgesetzt ...
    #1Verfasserno me bré (700807) 14 Jan. 16, 22:32
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    Ich habe den Text nun mehrfach gelesen, und nach längerem Nachdenken ist mir völlig schleierhaft, was er bedeuten soll. Leider nicht in den sichtbaren Google-Books-Fragmenten enthalten. Vielleicht schaue ich das morgen noch einmal an. ¡Saludos!
    #2VerfasserWachtelkönig (396690) 15 Jan. 16, 02:02
    Kommentar
    Müsste der Satz nicht mit dem Dativ anfangen? Nein, mit dem Nominativ

    Wer oder was soll dem Willen vorhergehen? ein Denken, also doch das Denken meiner ..(Nominativ)

    das Denken meiner = mein Denken/ das Denken meinerseits

    und es zu erklären = und um es (mein Denken) zu erklären


    Por otra parte, en este esbozar el concepto de fin, el yo es pensado como pensante; en consecuencia, aquello que ha de preceder a la voluntad es un pensar, el pensar de mi parte/ mi pensar ... y para explicarlo.....

    Wäre schön, wenn es denn hülfe!
    #3Verfassercosteña (589861) 15 Jan. 16, 04:54
    Kommentar
    Ich wage mich mal wieder auf fachliches Glatteis mit einem deutsch-deutschen Übersetzungsversuch, um zu sehen, ob ich das überhaupt verstanden habe:

    Ferner stellt man sich beim Entwerfen des Zweckbegriffs das Ich als denkend vor. Was also demnach dem Willen vorhergehen soll, wäre ein Denken. Damit wäre mein Denken als wollend anzusehen, und um es zu erklären, wird ein anderes (= weiteres?) Denken an seine Stelle gesetzt, bzw. produziert. Es wird sich als Vorhergegangenes vorgestellt, und das heißt somit: Es wird nicht als identisch mit ihm, sondern als etwas Abgesondertes gesehen, sozusagen als außer ihm liegend.

    Aber vielleicht habe ich mal wieder viel zu viel Blei in den Schuhen, um das zu verstehen ...
    #4Verfasserlisalaloca (488291) 15 Jan. 16, 15:47
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    Danke, ihr Lieben!

    Ich habt schon bemerkt, dass ich mich in letzter Zeit selten blicken lasse. Das ist eben auf Herrn Fichte zurückzuführen, der mich paradoxerweise immer wieder hierhin zurückbringt ;-]
    Im Bezug auf meine Anfrage habe ich drei Dinge zu kommentieren:
    1. "das Denken meiner" sollte m. M. n. nicht als "der von mir angestellte Gedanke", sondern als "der Gedanke, dessen Gegenstand ich bin" ausgelegt werden. An anderen Stellen ist nämlich "Denken meines Wollens" bzw. "Denken meines Bewussteins" die Rede, womit das Objekt gemeint ist, an das der Gedanke gerichtet ist. "Das Denken meiner als wollend" hieße dann etwa: "das Denken an mich als ein wollendes Subjekt".
    2. Ich stimme euch zu, dass "zu erklären" für "um (es) zu erklären" steht, und dies wird in anderen Passagen noch deutlicher.
    3. Das mit dem Nominativ statt Dativ - und warum - war  einleuchtend. Danke dafür, costeña! Der anschließende Finalsatz ohne  "um" hatte mich verwirrt.

    Also präsentiere ich euch meine Letztformulierung:

    Por otra parte, en este esbozar el concepto de fin, el yo es pensado como pensante; en consecuencia, aquello que ha de preceder a la voluntad es un pensar; a saber, el pensamiento de mi mismo en tanto que volente, y a los fines de explicarlo, es colocado, producido otro pensar. Que algo es pensado como anterior quiere decir: no es pensado como idéntico a aquel, sino como segregado, como yaciendo fuera suyo.

    Schöne liebe Grüße an jeden von euch :-]
    #5VerfasserDoktor Faustus (397365) 27 Jan. 16, 16:17
     
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