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  • Betrifft

    "seid" oder "sind"?

    Kommentar
    Wie frage ich Hans, ob auf einem Foto er und sein Freund Klaus abgebildet sind?

    Seid das du und Klaus auf dem Bild?
    (Wie in "Seid das ihr beiden?")

    oder

    Sind das du und Klaus auf dem Bild?
    (Wie in "Sind das Hans und Klaus?")

    Das Problem ist wohl das Zusammentreffen von Du und Name im selben Satz - sonst wäre es klar, siehe Sätze in Klammern.

    VerfasserGaleazzo (259943) 15 Feb. 16, 13:34
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    Sind das Du und Klaus... wäre hier meine Wahl ...
    #1Verfasserno me bré (700807) 15 Feb. 16, 13:36
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    Seid das Du und Klaus ... würde ich wegen der namentlichen Anrede sagen.
    #2VerfasserLadz (357295) 15 Feb. 16, 13:38
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    Ich würde es leich anders formulieren: Seid Ihr das, du und Klaus.
    #3Verfasserlyri (236943) 15 Feb. 16, 13:41
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    "Seid das du und Klaus?" klingt für mich falsch. Entweder "Sind das ..." oder so wie von Lyri formuliert.
    #4VerfasserJanZ (805098) 15 Feb. 16, 13:45
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    Der Duden Band 9 hat über 20 Seiten zum Problem der Kongruenz (das Fachwort habe ich dort gelernt) und schreibt: "Bei der Verbindung von Subjektteilen in der 2. und 3. Person ist das Gesamtsubjekt austauschbar mit ihr, Verb und Pronomen werden entsprechend in die 2. Person Plural gesetzt."
    Das müsste auf das Problem Sind/Seid übertragbar sein, oder?
    #5VerfasserMattes (236368) 15 Feb. 16, 13:47
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    Die Fragestellung ist natürlich theoretisch durchaus interessant - rein praktisch (und idiomatisch) lässt sich das "Problem" aber m. E. leicht umgehen, z. B.

    "Bist das du mit Klaus, da auf dem Bild?" - oder eben wie #3 ...
    #6VerfasserWoody 1 (455616) 15 Feb. 16, 13:48
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    Umformulieren gilt nicht ;-)
    Ich wollte schon eine Lösung für die spezielle Formulierung mit "du + Name"

    Mattes' Beitrag spricht für "Seid das du und Klaus", auch wenn's komisch klingt.

    (Es beruhigt mich aber, dass nicht nur ich ein Problem habe/hatte, die richtige Form zu finden.)


    #7VerfasserGaleazzo (259943) 15 Feb. 16, 13:53
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    Pfff, Theoretiker. Alles müssen sie verkomplizieren. ;-)

    Unter den theoretischen Umständen würde ich aus dem Bauch heraus die Seid-Variante wählen, auch wenn es merkwürdig klingt.
    #8Verfasserlyri (236943) 15 Feb. 16, 14:01
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    Lyris Variante in #3 wird übrigens im gleichen Abschnitt im Duden 9 etwas später erwähnt:
    "Häufig wird zur Verdeutlichung der Person das pluralische Pronomen wir oder ihr eingefügt. Man spricht dann von einer Herausstellung des Subjekts nach links:
    [...] Du und Lucretius allein, ihr habt Rom zu einem neuen Griechenland gemacht (Wilder)."
    #9VerfasserMattes (236368) 15 Feb. 16, 14:08
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    Im Bairischen vollkommen idiomatisch: Sad's des Du und da Klaus?
    Im Hochdeutschen (bin kein native!) klingt's für mich komisch, tendiere zu #3.
    #10VerfasserSiss (1091233) 15 Feb. 16, 14:18
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    Wenn gefragt wird : Seid Ihr das, Du und Klaus ? ... da würde ich auch das "seid2 nehmen ... ohne das "Ihr" aber nicht ... (cf. #1) ...
    #11Verfasserno me bré (700807) 15 Feb. 16, 14:46
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    As a non-native speaker, I can only say that whatever the theory or the 'correctness', I would be very surprised indeed to hear 'Seid'.
    #12Verfasserescoville (237761) 15 Feb. 16, 14:47
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    Schließe mich #3 an. Das ist der Sprachgebrauch, den ich kenne.
    #13VerfasserMiMo (236780) 15 Feb. 16, 15:12
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    Im Bairischen vollkommen idiomatisch: Sad's des Du und da Klaus?

    Steht das "'s" nicht einfach für das hochdeutsche "ihr"?

    Im Hochdeutschen (bin kein native!) klingt's für mich komisch, tendiere zu #3.

    Eben ;-).
    #14VerfasserJanZ (805098) 15 Feb. 16, 15:21
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    Spätestens beim 'Du' von "Seit das Du ..." bekomme ich diese Kreide-auf-Tafel-Quietsch-Gänsehaut, auch wenn sich das Ganze als theoretisch verfechtbar auflöst.
    #15Verfasserwor (335727) 15 Feb. 16, 15:31
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    Kreide-auf-Tafel-Quietsch-Gänsehaut

    Gutes Stichwort: http://www.seid-seit.de/ :-)

    SCNR
    #16VerfasserJanZ (805098) 15 Feb. 16, 15:40
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    Im Hochdeutschen (bin kein native!) klingt's für mich komisch

    I don't understand - in your language profile you have indicated that your native language is German. Is it or isn't it?
    #17VerfasserSD3 (451227) 15 Feb. 16, 15:41
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    @16 Als Schwabe konnte ich mein 't' hirn-akkustisch nicht vom 'd' unterscheiden, was mir weitere Gänsehautverstärkung erspart hat ;-).
    #18Verfasserwor (335727) 15 Feb. 16, 15:51
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    SD3: Er/sie dürfte Bairisch-Native sein und Hochdeutsch als Fremdsprache empfinden.

    wor: Ich dachte immer, das Problem mit der Auslautverhärtung hätten nur Norddeutsche, und u.a. Schwaben könnten t und d am Wortende perfekt unterscheiden?
    #19VerfasserJanZ (805098) 15 Feb. 16, 16:01
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    As fellow Bavarian I agree. We used to joke as kids about how we spoke three languages: bairisch, deutsch und evangelisch (in my case)
    #20Verfasserdude (253248) 15 Feb. 16, 16:03
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    Wie klingt denn Evangelisch ;-)?
    #21VerfasserJanZ (805098) 15 Feb. 16, 16:09
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    Ganz anders als katholisch - nicht so drohend. :-)
    #22Verfasserdude (253248) 15 Feb. 16, 16:11
    Kommentar
    Jedenfalls anders als bairisch.

    F5 Und dude hat es perfekt ausgedrückt. ;-)
    #23Verfasserlyri (236943) 15 Feb. 16, 16:16
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    @19 Unterscheiden können wird das weiche 'd' und das harte 'd' sehr wohl. Nur bei der Aussprache dominiert unsere natürliche Sanftmut.
    Aber: ''Geld' und 'koi Geld'.
    Unser Sanftmut ist nicht unendlich; dann und wann machen wir schon einen Unterschied.
    Mich würde es nicht wundern, wenn es sich herausstellte, dass wir eigentlich 'Suepen' waren, die nur von den ollen Römern falsch transkribiert wurden.

    @21 ich vermute, dass de 'Evangele' der 'Piefke' der Bayern war, nominell 'a Preiß', praktisch jeder deutschsprachige (=nicht-korrekt-bayrischsprachiger) Ausländer (siehe auch Barbar).
    #24Verfasserwor (335727) 15 Feb. 16, 16:25
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    Zurück zum OP: Wenn ich zur Wahl zwischen den beiden gegebenen Sätzen gezwungen wäre, würde ich die Variante mit "sind" wählen – Duden hin oder her. Die "Seid"-Variante klingt in meinen Ohren schlicht falsch.
    #25VerfasserCro-Mignon (751134) 15 Feb. 16, 16:38
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    Das ist ja das Problem. Es klingen für mich beide Varianten gleich falsch. Ich würde sie so nie verwenden. "Seid Ihr das, du und Klaus?" oder ähnliche Formulierungen halte ich nach wie vor für deutlich besser.
    Aber hier wird einem ja die Pistole auf die Brust gesetzt. ;-)
    #26Verfasserlyri (236943) 15 Feb. 16, 17:43
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    Mein "Gefühl" sagt mir eindeutig:

    Sind das du und Klaus?
    #27Verfasserschwäble (951819) 15 Feb. 16, 18:34
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    I think I would actually say "Bist das du und Klaus?"
    #28Verfasserdude (253248) 15 Feb. 16, 18:40
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    Ja, Dude, das ist tatsächlich noch besser als mein Gefühl ;-)
    #29Verfasserschwäble (951819) 15 Feb. 16, 18:47
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    Aber keinesfalls "seid", sagt mein Bauch.
    #30Verfasserschwäble (951819) 15 Feb. 16, 18:48
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    The subject is surely "das", not "du und Klaus". So I can see no reason to use "seid" rather rhan "sind". Would anyone say "Bist das du auf dem Bild?"?
    #31VerfasserRTH01 (932829) 15 Feb. 16, 21:04
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    Natürlich, anders als im Englischen kann man nicht sagen *"Ist das du auf dem Bild?"
    #32VerfasserJanZ (805098) 15 Feb. 16, 21:37
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    Ich glaube, RTH01 hat uns mit seinem (?) Hinweis auf das Subjekt des Satzes einen entscheidenden Fingerzeig gegeben. Zur Vereinfachung wandle ich den Frage- in einen Aussagesatz um; an den grammatischen Beziehungen zwischen Subjekt, Verb und Prädikativ ändert sich dadurch ja nichts:

    (1) ?Das sind du und Klaus auf dem Bild.

    Ich glaube, niemand würde hier formulieren:

    (2) *Das seid du und Klaus auf dem Bild. Oder?

    Hingegen könnte ich mir vorstellen:

    (3) ?Das bist du und Klaus auf dem Bild.

    Jetzt entfernen wir das Demonstrativpronomen aus dem Satz:

    (4) Du und Klaus seid auf dem Bild.

    Der Dudengrammatik zufolge ist seid die einzig richtige Form im Satz 4 (8. Aufl., S. 1005). (Ich habe da meine Zweifel und fände den Satz mit sind natürlicher, aber sei's drum.)

    Warum ist Satz 4 (laut Duden-Grammatik) korrekt, Satz 2 (jedenfalls nach meinem Empfinden) aber nicht? Der Grund scheint mir das Pronomen das zu sein. Das ist doch zweifellos das Subjekt des Satzes 1, du und Klaus bilden das Prädikativ. Nun stellen Pronomina wie das, es und welches insofern eine grammatische Besonderheit dar, als sie – obgleich der Form nach Singular – mit einem Prädikativ im Plural verbunden werden können; das Verb steht dann auch im Plural*:

    Das sind ja schwerwiegende Vorwürfe!
    Es sind seine Freunde, nicht deine!
    Welches sind seine größten Erfolge?

    Dementsprechend müsste es im OP-Satz heißen:

    (5) Sind das du und Klaus auf dem Bild?

    Das ist das Subjekt mit pluralischem Bezug und einem Verb im Pural, und zwar natürlich in der dritten, nicht der zweiten Person.

    Was haltet Ihr von dieser Deutung?


    *Um einem vielleicht naheliegenden Einwand zuvorzukommen: Nein, das sind keine Beispielsätze, in denen Subjekt und Prädikativ, z. B. als Mittel der Emphase, nur ihre Positionen vertauscht haben, wie hier:

    Spione?! Spione sollen Klaus und Dieter sein? Was für ein Blödsinn!

    Das sieht man leicht, wenn man die Stellung der Satzglieder ändert:

    *Seine größten Erfolge sind welches?
    #33VerfasserCro-Mignon (751134) 15 Feb. 16, 23:23
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    > Das ist doch zweifellos das Subjekt des Satzes 1 ...

    Wirklich? Ich denke, es ist umgekehrt: "du und Klaus" ist das zweiteilige Subjekt, "das" ist Prädikativ. Das sieht man, wenn man den Satz mit analogen Formulierungen vergleicht. Die Beugung des Verbs richtet sich immer nach dem Subjekt:

    Das bin ich
    Das bist du
    Das ist Klaus
    Das sind Klaus und Sabine
    Das sind wir
    Das seid ihr
    Das sind Sie

    Problematisch wird es nur eben immer dann, wenn man ein mehrteiliges Subjekt hat, das eigentlich verschiedene Beugungen erfordert. Irgendwo knirscht es dann zwangsläufig. Nehmen wir z. B. den Satz

    Heute [kommen] ihr und meine Eltern zu Besuch

    Den kann man drehen und wenden wie man will, es klappt einfach nicht. Weder "kommen" noch "kommt" klingt richtig, und man wird in der Praxis einfach anders formulieren. Bei dem OP-Problem ist das m. E. nicht sehr viel anders, beide Möglichkeiten klingen irgendwie schräg.
    #34Verfasserdirk (236321) 16 Feb. 16, 08:25
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    Was wäre denn, wenn man den Satz ein wenig umstellt:

    Sind das Klaus und Du auf dem Bild?

    Damit hätte ich jetzt kein Problem.
    #35Verfasserkrazy_mom (D) (238333) 16 Feb. 16, 08:33
    Kommentar
    There are various ways of defining the subject of a sentence, which don't always give the same answer. One is to identify it as the noun/pronoun which defines the number and person of the verb. That doesn't help us here, of course, because that is precisely what we are trying to determine. Be that as it may, it must be remembered that the sentence came first, the grammar afterwards. (I.e. people used sentences before they worked out their grammar.) German grammar only makes sense if we allow that 'das' is plural if the complement is plural. Hence we can say 'Sind das...' (because here the complement is plural). Alternatively we can say that 'du und Klaus' constitute the subject, which is second person plural. hence 'Seid das...' This latter conflicts with my usual understanding of German grammar, and (like #25 cro-mignon) I would also say it sounds 'schlicht falsch' in the sense that I can't imagine anyone seriously saying it.
    #36Verfasserescoville (237761) 16 Feb. 16, 08:55
    Kommentar
    Zu #34: "du und Klaus" ist das zweiteilige Subjekt, "das" ist Prädikativ.

    Das glaube ich nicht, und zwar aus folgenden Gründen:

    1. Ich setze der Übersichtlichkeit halber statt einer mehrteiligen eine einfache Nominalphrase ein:

    Sind das unsere neuen Nachbarn auf dem Bild?

    Wäre unsere neuen Nachbarn das Subjekt, müsste man die Phrase problemlos an die für das Subjekt typische Position setzen können:

    Sind unsere neuen Nachbarn das auf dem Bild?

    Dieser Satz klingt nicht nur schräg, sondern verstößt auch gegen das Thema-Rhema-Prinzip, demzufolge in unmarkierter Normalstellung das Vorerwähnte oder Bekannte vor dem Neuen genannt wird:

    Der bekannte Schriftsteller X [= Thema] ist gestern gestorben [= Rhema: die neue Information].

    Umgekehrt dann, wenn die Zeitangabe der vorerwähnte Anknüpfungspunkt ist:

    Gestern um Mitternacht verunglückte der Sportler Y tödlich bei einem Autounfall. Zur gleichen Zeit [= Thema] starb auch der bekannte Schriftsteller X [= Rhema].


    2. Wie schon in #33 erwähnt, zeigt im entsprechend konstruierten Satz Welches sind seine größten Erfolge? bei der Umstellung schon die Verbflexion, dass seine größten Erfolge nicht das Subjekt sein kann:

    *Seine größten Erfolge sind welches?


    3. Als Test zur Unterscheidung zwischen Subjekt und Prädikativ empfiehlt der Duden im Band 9 folgende Umformulierung:

    "Manchmal ist es nicht einfach, Prädikativ und direktes Objekt bzw. Prädikativ und Subjekt zu unterscheiden. [...] Eine hilfreiche Probe ist oft die Umformulierung mit den Konstruktionen bezeichnet werden als oder gelten als: Was der Konjunktion als direkt folgt, ist das Prädikativ (und nicht das Subjekt)" (6. Aufl. 2007, s. v. Prädikativ). Wenn man dieses Testverfahren hier anwendet, erhält man bei dem wiederum vereinfachten Satz Ist das die neue Präsidentin auf dem Bild?:

    Kann das auf dem Bild als die neue Präsidentin bezeichnet werden?
    Nicht: Kann die neue Präsidentin als das auf dem Bild bezeichnet werden?


    4. Als Beleg dafür,  dass meine Behauptung, manche der Form nach singularische Pronomina könnten mit einem Verb und einem Prädikativ im Plural verbunden werden, nicht auf meinem Mist gewachsen ist, hier ein Zitat aus der Duden-Grammatik:

    "Kongruenz im Numerus zwischen Nominalphrasen kann in Sätzen mit Prädikativ [...] zum Problem werden. [...] Prädikative Nominalphrasen stimmen mit ihrer Bezugsphrase im Numerus überein. [...] Es gibt aber Abweichungen von dieser Grundregel:
    – Ein singularisches Prädikativ mit einer Sammelbezeichnung als Kern kann sich auf eine pluralische Nominalphrase beziehen:
    [Diese Sachen] sind [mein einziger Besitz].
    – Die umgekehrte Verteilung wird vermieden [...], ausgenommen bei Pronomina wie es, das, welches:  [...] [Das] sind [tüchtige Jäger]. [Es] sind [meine einzigen Ferien]. [Welches] sind [seine größten Erfolge]?" (Duden-Grammatik, 8. Aufl. 2009, S. 994f.; in eckigen Klammern recte gesetzt ist hier jeweils das Subjekt, kursiv das Prädikativ; die Fettsetzung stammt von mir.)
    #37VerfasserCro-Mignon (751134) 16 Feb. 16, 10:21
    Kommentar
    @37: Bestätige ich nun wieder das (Vor-)Urteil, dass Ingenieure Sprache nicht so gut können, wenn ich von mir sage, dass für mein Sprachgefühl Sind das unsere neuen Nachbarn auf dem Bild? genauso gut funktioniert wie Sind unsere neuen Nachbarn das auf dem Bild?

    Oder liegt das an meiner ostwestfälischen Prägung, wo die Grammatik ja gewisse Eigentümlichkeiten aufweist?
    #38Verfasserkrazy_mom (D) (238333) 16 Feb. 16, 12:08
    Kommentar
    Zu #38:

    Dein Sprachgefühl zählt selbstverständlich ebenso viel oder wenig wie meines.

    Den Satz Sind unsere neuen Nachbarn das auf dem Bild? könnte ich mir (mit ein wenig Mühe) auch als akzeptabel vorstellen, aber nicht im Kontext des OP. Das ist wieder so eine Thema-Rhema-Geschichte: Wenn von den Nachbarn zuvor schon die Rede war, sie also das Thema darstellen, würde man sie in einem solchen Satz vor dem Rhema nennen; ich würde allerdings aus stilistischen Gründen ein anderes Pronomen bevorzugen. Vielleicht so:

    Da wir gerade von ihnen gesprochen haben: Sind unsere neuen Nachbarn diese beiden da auf dem Bild?

    Im OP und auch im Satz Sind das unsere neuen Nachbarn auf dem Bild? ist die Perspektive in meinem Verständnis aber eine andere: Das Thema sind zwei Personen auf einem Bild (das); das Rhema ist die Frage, ob es sich dabei um den Gesprächspartner und Klaus handelt.
    #39VerfasserCro-Mignon (751134) 16 Feb. 16, 14:14
    Kommentar
    Hey, ihr seid ja immer noch eifrig dabei! Schön! :-)
    #40VerfasserGaleazzo (259943) 16 Feb. 16, 14:19
    Kommentar
    Mir fällt gerade auf, dass, im Gegensatz zum Problem der zwei Subjektteile in der zweiten und dritten Person, eine Konstellation mit drei Subjektteilen in erster, zweiter und dritter Person relativ einfach zu handhaben ist:

    Sind das Klaus, Du und ich auf dem Bild.

    Allerdings werden hier die Subjektteile vertauscht und eins zusätz angehängt.

    Möglicherweise brächte das Tauschen der Teile allein schon Besserung.

    Sind das Klaus und Du auf dem Bild.

    Das klingt für mich schon naheliegender als umgekehrt.

    Ich verstehe den Wunsch, dieses doch eher theoretische Problem zufriedenstellend lösen zu wollen. Ob das Ergebnis allerdings eine praktikable Lösung bietet, sehe ich noch nicht.
    #41Verfasserlyri (236943) 16 Feb. 16, 14:46
    Kommentar
    Ja, stimmt, mit Klaus vorne ist es ganz klar.
    "Sind das Klaus und du auf dem Bild?" klingt völlig richtg.
    Erstaunlich.
    #42VerfasserGaleazzo (259943) 16 Feb. 16, 14:52
    Kommentar
    Melde mich noch mal: Wie in #2 schon gesagt, würde ich ganz selbstverständlich "Seid das du und Klaus..." sagen. Für mich ist diese Formulierung natürlich und gebräuchlich. Ich bin froh, dass ich laut Duden richtig liege, auch wenn es insgesamt ungebräuchlich zu sein scheint.
    Ich komme ursprünglich aus Nordwestdeutschland.
    #43VerfasserLadz (357295) 16 Feb. 16, 14:56
    Kommentar
    Je mehr ich drüber nachdenke, umso klarer wird mir, dass es die nahe Verbindung von Sind/Seid und Du ist, die mir sehr gegen den Strich geht.
    #44Verfasserlyri (236943) 16 Feb. 16, 15:03
    Kommentar
    Bevor Web ging, schenkte Kevin ihm eine Zeichnung, die er gemacht hatte. Sie zeigte Seite an Seite einen kleinen Jungen und einen großen Mann.
    »Sind das du und dein Bruder?«, fragte Web.
    »Nein, das sind Sie und ich«, erwiderte Kevin und umarmte Web dann.
    (Baldacci, D., Der Abgrund, dt. Ausgabe 2005)
    #45VerfasserCuauhtlehuanitzin (1009442) 16 Feb. 16, 16:30
    Kommentar
    Ein Problem liegt glaube ich auch noch darin, dass man "Klaus und du" nicht einfach mit "ihr" ersetzen kann.

    "Seid das ihr auf dem Bild?" kann ich zwei Leute fragen, die vor mir stehen.
    Bei "Klaus und du" scheint Klaus aber nicht im Zimmer zu sein, so dass ich ihn nicht in das (gedachte) "ihr" einbeziehen kann und damit passt dann auch das "seid" eher nicht.

    Da es im Deutschen kein Pronomen für An- und Abwesende gibt, ist vielleicht auch die Wahl der Verbform einfach nixht festgelegt.
    Nur eine Theorie.
    #46VerfasserQual der Wal (877524) 16 Feb. 16, 17:01
    Kommentar
    Ein Problem liegt glaube ich auch noch darin, dass man "Klaus und du" nicht einfach mit "ihr" ersetzen kann.

    Natürlich kann man das. Angenommen, der Gesprächspartner erzählt mir gerade von der Reise: "Und dann haben Klaus und ich eine Rast am Brunnen gemacht." Darauf sehe ich ein Bild, auf dem der Gesprächspartner und ein unbekannter Mann zu sehen sind, und ich frage: "Seid ihr das auf dem Bild?"
    #47VerfasserJanZ (805098) 16 Feb. 16, 17:14
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    Ja, aber da ist klar, von wem die Rede ist (das Thema-Rema-Dings von Cro-Mignon oben, glaube ich). Wenn von der anderen Person vorher nicht die Rede war, kann ich nur "Klaus und du" sagen, wenn Klaus nicht daneben steht.
    #48VerfasserQual der Wal (877524) 16 Feb. 16, 18:48
    Kommentar
    Pronouns are always a bit of a compromise. Different languages go into different detail. We/wir for example are used in the same way in English and German, but other languages have different words for
    I + I + I .... (a chorus)
    I + you (sing.)
    I + you (pl.)
    I + he/she
    I + they
    I + you + he/she/they

    Analogously with plural you, though less complicatedly. It may mean
    you + you + ... (addressing more than one person)
    you + he/she
    you + you (...) + he/she/they

    It seems that some people are uncomfortable with the notion that you + he (du und Klaus) is covered by 'ihr' (#46).

    Be that as it may, I would have thought the subject is 'das', which takes a plural (3rd person) verb when the complement is plural. And I seem to have some support from native speakers.

    At least the English equivalent is undisputed... wrote I, before thinking that somewhere in deepest Dorset someone might say: 'Do that be you and Klaus...'
    #49Verfasserescoville (237761) 16 Feb. 16, 18:57
    Kommentar
    Ja, aber da ist klar, von wem die Rede ist (das Thema-Rema-Dings von Cro-Mignon oben, glaube ich). Wenn von der anderen Person vorher nicht die Rede war, kann ich nur "Klaus und du" sagen, wenn Klaus nicht daneben steht.

    Das gilt aber für andere Pronomen genau so: Wenn du sagst "Sie hat gesagt, dass ..." muss vorher auch klar sein, wer "sie" ist. Genau so, wenn du sagst "Kannst du mal bitte ...?", wenn du keinen Namen nennst und mehrere Leute im Raum sind, mit denen du per Du bist. Ich sehe nicht, warum gerade das "Klaus und du"-Beispiel das Defizit eines Pronomens darstellen soll und wüsste auch nicht, wie dieses funktionieren sollte. Es ist ja das Wesen von ungenannten dritten Personen, dass es davon Milliarden gibt.
    #50VerfasserJanZ (805098) 16 Feb. 16, 19:24
     
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