Publicidad
LEO

¿Está utilizando un AdBlocker?

¿Desea apoyar a LEO?

Por favor, desactive el AdBlock para LEO o haga una donación.

 
  •  
  •  Inicio

    Sala de charla

    Woran liegt es, dass SpanierInnen (z.B. Monate) mit den Fingern abzählen?

    Tema

    Woran liegt es, dass SpanierInnen (z.B. Monate) mit den Fingern abzählen?

    Comentario

    Ich beobachte es schon seit Jahrzehnten. Wenn es darum geht auszurechnen, wie wiele Monate fehlen, bis z.B. September ist oder, anders herum, welcher Monat gemeint ist, wenn etwas in sieben Monaten passieren soll, greifen Spanier nach den Fingern (meist stützen sie dazu die jeweiligen Finger, einen nach dem anderen, auf dem Tisch ab, während sie gleichzeitig die Monatsnamen runterbeten). Neulich habe ich sogar meine Zahnärztin dabei "erwischt". Ganz schlecht ist es, wenn die zu berechnende Periode aufeinanderfolgende Jahre betrifft.


    Entweder ist mir das in Deutschland nicht aufgefallen, oder Spanier kennen die entsprechenden Monatszahlen nicht und schaffen es daher nicht, z.B. zu rechnen: März plus acht Monate ergibt November.


    Auch wenn ich es etwas "einfältig" finde, liegt es mir fern, das als Bildungsschwäche zu bezeichnen.


    Lehrt(e) man in Spanien in den Schulen kein Kopfrechnen? Sondern Fingerrechnen?

    AutorK-Pax (1120957)  06 Mar 20, 11:41
    Comentario
    Manche tun sich schwer mit Mathe in unserer Kultur, sodass sie wie Kinder aufzählen - mit den Fingern. Interessant, dass es Ausländern auffällt.
    #1Autor Doktor Faustus (397365) 07 Mar 20, 16:56
    Comentario

    In jeder Kultur gibt es Menschen, die sich mit Mathe schwer tun, nicht nur in Spanien.


    Und wenn es mir, als Ausländer, auffällt und ich nach dem möglichen Grund frage, liegt es wohl auch daran, dass ich die letzten Jahrzehnte in Spanien verbracht habe und es speziell in meinem Berufsumfeld eigenartig finde, wenn Akademiker dies tun. Außerdem habe ich in Deutschland nie in einem Büro gearbeitet, weshalb mir die Eindrücke und Erfahrungen fehlen, die ich hier in Spanien gemacht habe.


    Meine Frage gründet sich daher keinesfalls auf Arroganz oder einem Gefühl des Besserseins, sondern auf Mangel an Erfahrungen in deutschen Landen. Ich habe also keine Ahnung, ob dies in Deutschland auch so ist.


    Ob es am frühkindlichen Mathe-Unterricht liegt, ich weiß es nicht. Kopfrechnen jedenfalls dürfte kein deutsches Privileg sein. Cálculo mental heißt es auf Spanisch, das Wort gibt es also.

    #2AutorK-Pax (1120957) 07 Mar 20, 18:49
    Comentario

    Nehmen wir mal das Zaunpfahl-Problem:

    5m Zaun, ein Zaunpfahl pro Meter. Wieviele Zaunpfähle braucht man?


    Nehmen wir die Frage, wie zähle ich die Silben in einer Verszeile eines Sonetts?


    Nehmen wir die Frage, wieviele Reisetage (Hemden, Socken) braucht man

    vom 28.Juli bis zum 12.August?


    Solche Fragen werden mit Abzählen an den Fingern sehr sicher beantwortet.

    #3Autorriemann (1040979) 07 Mar 20, 19:08
    Comentario

    Gut.


    Die ganz spezielle Situation, in der mir dies hier (wie gesagt in einem Büro, einer Kanzlei, und beim Zahnarzt) bezieht sich auf die Errechnung von Terminen, die in n-Monaten stattfinden müssen. Und Monate sind nun mal Zahlen zugeordnet. Während ich nie auf die Idee komme, einen Termin, der in sieben Monaten stattfinden soll, durch das Aufzählen der Monatsnamen und gleichzeitige Mitzählen der Finger (bzw. umgekehrt) zu ermitteln, tun dies KollegInnen auf diese Weise.


    Heute ist der 7. März. Kommen Sie bitte in 6 Monaten wieder. Merken Sie dies bitte in 6 Monaten erneut vor. Reaktion: Huch! Wie soll ich das denn im Kopf rechnen?


    Nix huch:

    März = 3

    plus 6 Monate =

    9 = September


    Zugegeben, wenn dies jahresüberspannend passieren soll, sind bei mir zwei Rechenschritte erforderlich.

    #4AutorK-Pax (1120957)  07 Mar 20, 20:53
    Comentario

    Mit Köpfchen geht's natürlich auch, und vielleicht auch ein bisschen besser, sogar wenn mal zwei Schritte erforderlich sind. Aber eilt es denn wirlich so sehr? Die Finger, der Zählramen die Gebetsschnur... Die Gestik des Zählens ist und bleibit der Ursprung von Mathe und Buchhaltung, gehört wohl zu unserer Fleisch und Blut gewordenen Kulturgeschichte. Auch wenn es Kopfrechengenies (und natürlich Computer) schon längst schneller könnnen.

    #5Autor omniamea (950828)  19 Mar 20, 23:38
    Comentario

    Zu #5:

    Dem möchte ich zustimmmen. Hören wir dazu den unter Fachleuten sehr geschätzten

    Wissenschaftler A.Leroi-Gourhan:


    André Leroi-Gourhan: Hand und Wort

    Edition Albin Michel 1964/1965

    Suhrkamp 1980

    "Es wäre nicht sonderlich wichtig, daß die Bedeutung der Hand, dieses Schicksalorgans,

    abnimmt, wenn nicht alles darauf hindeutete, daß ihre Tätigkeit eng mit dem Gleichgewicht

    der Hirnregionen verbunden ist, die mit ihr in Verbindung stehen. 'Mit seinen Händen

    nichts anzufangen wissen' wäre auf der Ebene der Spezies nicht sonderlich beunruhigend,

    denn es dürften noch Jahrtausende vergehen, bevor ein so altes neuro-motorisches

    Dispositiv sich zurückbildet, aber auf individueller Ebene liegt die Sache ganz anders.

    Mit seinen Händen nicht denken können, bedeutet einen Teil seines normalen phylo-

    genetischen menschlichen Denkens verlieren. [...]"


    Nach jahrzehntelanger Lehre der Mathematik und mathematik-lastiger Fächer sehe ich

    das so: wer als normalintelligenter Mensch mit den Fingern abzählt, tut dies nicht, weil

    er ein Defizit im Rechnen hat, sondern weil er sich des Algorithmus' für die Lösung der

    Aufgabe nicht sicher ist.

    Ein extremes Beispiel:

    Es ist der 20. März.. Das nächste Treffen findet in 212 Tagen statt.

    Lösung durch Kopfrechnen?


    Das alles geht über die von k-pax formulierte Problematik hinaus. Aber wir sind hier ja

    im Quasselzimmer...

    #6Autorriemann (1040979)  20 Mar 20, 18:25
    Comentario

    Die Silben von Haikus abzählen ... nichts einfacher als mit den Fingern !

    :-)

    #7Autor no me bré (700807) 20 Mar 20, 19:13
    Comentario

    Du, das ist gerade das, was mir an Spanien gefällt:


    Mädels, die sich das Haar um den Finger wickeln, Leute, die du nach dem Weg fragst, dir sagen: siehst du die nächste Straße? Die nicht, sondern die danach! Und eben Leute, die viel Gesthik haben und verschiedene Arten, an den Fingern abzuzählen oder eine Verkäuferin, die ihre Hand auf deinen Einkaufswagen legt und mit dir den Weg geht, fremde Leute, die sich im Bus unterhalten. Dass man geduldig mit dir Sachen aufzählt, Kinder nichts falsch machen können, man einen Schritt nach dem anderen macht, sin pausa, pero sin prisa, dass das deutsche hm, äh, Achselzucken, Kopfschütteln usw. in vollständige Sätze umformuliert, dass man kein letztes Bier trinkt, sondern immer nur la penúltima, dass neben der Wahrheit und tu verdad, auch mi verdad zum Tragen kommt, und es manchmal nicht la derecha sondern la otra derecha ist ;-)


    Man hat es ihnen eben nur nicht gesagt, dass es in Deutschland zum Fremdschämen ist und offensichtliches Kopfrechnen, forsches Antworten, drängeln und Misstrauen dort als positiv angesehen werden, weil dort der Kopf die Leidenschaft verprügelt hat.


    @k-pax DE-ES #2

    Stimmt, cálculo mental gibt es und wird auch für Schwieriges angewendet. Aber nicht alles muss Mikrowelle sein. Hausmannskost nimmt einen eben mehr mit. Aus deutscher Sicht ist das Leben ein Quiz. Aus spanischer eben die Poesie, die zwischen den Zeilen steht. Und es ist auch etwas Verbindendes. Spanier würden da auch mitzählen. Es geht nicht immer nur ums Ergebnis, sondern auch ums Leben drumherum.


    @inbuanea #5

    Genau. Wozu die Eile? Sieht man ja beim Salsa-Tanzen, was dabei rauskommt, wenn man das vom Kopf her angeht statt den Tanz und Rhytmus zu fühlen und zu interpretieren.


    @riemand #6

    Es ist ja sogar so, dass das Dezimalsystem darauf beruht, dass wir 10 Finger haben. Hätten wir elf, wäre unser mathematisches System ein anderes und aus heutiger Sicht äußerst kompliziert und inpraktikabel. Außer man nähme natürlicherweise seine dann elf Finger dazu.

    #8AutorTerral (1305772)  13 Jul 20, 23:27
    Comentario

    #4 @k-pax DE-ES

    "Heute ist der 7. März. Kommen Sie bitte in 6 Monaten wieder. Merken Sie dies bitte in 6 Monaten erneut vor. Reaktion: Huch! Wie soll ich das denn im Kopf rechnen?"


    Die Frage ist: War hier wirklich Kopfrechnen gemeint oder eher sinngemäß: "Huch! Wie soll ich wissen, ob wir in 6 Monaten offen haben und welcher Arzt (z. B. bei einer Gemeinschaftspraxis) gerade anwesend ist?"


    6 Monate im voraus zu planen machen oft nicht mal Hotels, vor allem, wenn man auf den nationalen Markt ausgerichtet ist. Das geht alles einen Rhytmus, wie ja auch die Essenszeiten anders sind. Das heßt nicht dass die Leute nicht essen ...


    Es ist oft nicht so, wie man mit dem deutschen Kopf versteht. Es ist nicht immer so, dass hier eine "Denkschwäche" vorhanden ist, sondern einfach ein gewisser Widerstand, sich für etwas in ferner Zukunft festzulegen, was bis dahin noch vielen Änderungen unterworfen sein kann.


    Was hier allgemein Monate angeht. Ich kann hier nur vermuten. Aber vielleicht hängt es auch etwas damit zusammen, dass eben Sept-ember wie 7. klingt, bzw. hier seinen Ursprung hat wie Oct- (8), Nov- (9), Dec- (10), was ja von einem ursprünglichen 10-Monats-System kommt. Etwas, was für uns ja keinerlei Zusammenhang hat.


    Und wie gesagt, Spanier eben hier diese Monatsrechnungen einfach nicht "parat" haben, weil sie reeller denken. Ggf. gibt es auch Vorgaben vom Chef oder es gibt gewisse Termine, wie z. B. Aktionen der CCAA für Schulkinder, Kongresse ...wo die Praxis eben keine Termine annimmt.


    Nur sagt man das eben nicht so, sondern einfach mit huch, wie soll ich das machen ... Wenn du drauf bestehst oder eben durch nordisches Insistieren das erzwingst, wirst du eben eingeschrieben. Aber ggf. ändert sich der Termin dann noch. Man sieht dort eben einfach keinen Grund, einen Zahnarzttermin ein halbes Jahr im Voraus zu buchen.

    #9AutorTerral (1305772)  15 Jul 20, 11:56
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
 
 
  transformarlo automáticamente a