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    Bitte um Worterklärung

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    Wer zu viel weiß, dessen Blick ist irgendwann verstellt. Alle Gedanken und Handlungen laufen dann automatisch ab, aus der Welt des Vertrauens kann sich der Experte nur noch schwer lösen.


    Hi alle zusammen, ich habe hier zwei Probleme.

    Im ersten Satz verstehe ich die Bedeutung von verstellen hier nicht. Vielleicht verändert?

    Warum haben wir in diesem Satz keinen Nebensatz? Ich meine, "ist" muss eigentlich am Ende des Satzes stehen, oder?

    Und "ablaufen" bedeutet hier so viel wie altmodisch werden?

    Danke im Voraus

    Verfasser6ata6 (632770) 09 Jan. 21, 13:58
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    Der Blick ist verstellt: Man kann nichts sehen, es steht eine Wand vor den Augen.


    Ein Gedanke läuft ab: es ist eine Sequenz, eine Folge von Gedanken (oder mehrere einzelne Handlungen nacheinander), das hat nichts mit abgelaufen oder altmodisch zu tun.

    #1Verfasserpenguin (236245) 09 Jan. 21, 14:03
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    Zur Satzstellung findest du eventuell hier was:

    https://deutschegrammatik20.de/attribute/rela...

    #2Verfassertelly (520167) 09 Jan. 21, 14:27
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    Der Blick eines Menschen, der zu viel weiß, ist irgendwann verstellt.


    So könnte man den Satz auch schreiben.

    #3Verfasserpenguin (236245) 09 Jan. 21, 14:29
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    Noch etwas zu 'verstellt': Es bedeutet hier vielleicht nicht 'blockiert', sondern, der Blick im Sinne von Wahrnehmung ist 'verzerrt', vielleicht auch 'vereinfacht'. Insofern lagst du mit 'verändert', 6ata, nicht falsch.

    #4VerfasserBraunbärin (757733) 09 Jan. 21, 14:42
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    Ich sehe zwar, was du meinst, Braunbärin, das sehe ich aber anders.

    Man kann sich verstellen (so tun, als sei man jemand anderes), seine Stimme verstellen (mit veränderter Stimme sprechen, damit man nicht erkannt wird), eine Einstellung am Regler oder die Zeit auf der Uhr verstellen - aber wenn der Blick verstellt ist, hat man das nicht selbst getan, deshalb denke ich weiterhin, dass die Sicht ohne eigenes Einwirken blockiert ist, zumal ja im weiteren Verlauf des Satzes von Automatismen geredet wird.

    #5Verfasserpenguin (236245)  09 Jan. 21, 15:31
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    #5 +1

    Vor das , was du sehen willst sind andere Gegenstände gestellt. die den Blick behindern (verstellen).

    Du siehst nur, was vor dem Gegenstand steht, den du eigentlich betrachten willst.

    #6Verfassereineing (771776) 09 Jan. 21, 16:13
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    Für mich klingt der erste Satz nach "Man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr", also wenn man zu viele Details über etwas weiß, sieht man irgendwann nur mehr die einzelnen Details, aber nicht das Gesamtbild.


    Kann es beim zweiten Satz sein, dass sich hier ein Übertragungsfehler einegschlichen hat? "... aus der Welt des Vertrauens ..." klingt für mich eigentartig, gehört da möglicherweise "des Vertrauten" hin?


    #7VerfasserSachs (638558) 09 Jan. 21, 16:59
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    Warum haben wir in diesem Satz keinen Nebensatz? Ich meine, "ist" muss eigentlich am Ende des Satzes stehen, oder?


    Ich versuch's mal zu beantworten:

    "dessen Blick" leitet hier keinen Relativsatz ein, sondern ist Subjekt des Hauptsatzes (s. Penguins Umformulierung in #3). "Wer zu viel weiß" ist ein generalisierender Relativsatz, gefolgt vom Hauptsatz, der von einem Definitpronomen eingeleitet werden kann, bzw. muss.

    Wer noch Fragen hat, (der) soll sich melden.

    Wer uns fragt, dem helfen wir.

    In deinem Beispiel ist "dessen" der Genitiv des Definitpronomens in der Rolle eines Possessivartikels, kein Relativpronomen.

    https://www.klett-sprachen.de/aspekte-neu-b2/...

    (Aspekte heu B2, Kap. 4. Modul 1)


    #8VerfasserIngeborg (274140) 09 Jan. 21, 17:03
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    #5, #6 - stimmt, einverstanden.

    #7: Sachs - ich hatte kurz gerätselt, was das 'Vertrauens' da soll. Deine Vermutung ist plausibel.

    #9VerfasserBraunbärin (757733) 09 Jan. 21, 17:48
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    Das stimmt natürlich - das Vertraute, das, was man kennt.

    #10Verfasserpenguin (236245) 09 Jan. 21, 17:51
     
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