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    Sprachlabor

    gender neutral pronouns and Anrede in German

    Betrifft

    gender neutral pronouns and Anrede in German

    Kommentar

    Hi. I'm not very skilled at searching in the forums, so perhaps I missed a thread in which this was already discussed.


    Some people in English are choosing to use "they" when they don't identify as exclusively male or female. Is there a similar thing in German?


    My students are writing invitations (A1 level), and I wonder if there is something other than "lieber" for a guy and "liebe" for a woman. Also, since German names have to be identifiably male or female, is there a way to get around that? Here there are so many names that aren't exclusively male or female.


    Thanks in advance.

    Verfasser Amy-MiMi (236989) 21 Sep. 21, 14:54
    Kommentar

    Es gibt keine fest etablierte, allgemein anerkannte Form der genderneutralen Anrede bzw. Pronomenform im Deutschen.


    Es gibt eine Reihe von Ansätzen in woken Communities und gender-ideologie-getriebenen Universitätszirkeln. Beispiele dort:


    Universität Bremen. Diversity Management. November 2018. Hinweise zur gendersensiblen/ -neutralen Anrede im Schriftverkehr

    https://www.uni-bremen.de/fileadmin/user_uplo...


    René_ identifiziert sich als nicht-binär und möchte nicht als „er“ oder „sie“ bezeichnet werden. (...) Stattdessen wünscht René_ sich entweder gar kein Pronomen oder das geschlechtsneutrale Pronomen „em“. Dass es in Deutschland kein einheitliches Pronomen für nicht-binäre Menschen gibt, betrifft em nicht nur privat – René_ forscht auch im Bereich der Genderwissenschaft (...) Relativ zu Beginn probierte ich das Pronomen „x“ aus. Darauf bekam ich heftige Reaktionen.

    https://www.jetzt.de/gender/welches-pronomen-...


    Nichts davon ist allgemein anerkannt oder gebräuchlich, es ist sehr umstritten und ein ideologisches Minenfeld.


    Die traditionelle - und meiner Ansicht nach wie vor richtige - geschlechtsneutrale Anrede lautet: "Sehr geehrte Damen und Herren", "lieber Kunde", "Liebe Stundentinnen und Studenten", "Liebe Freunde" usw. Man verwende die generischen Formen, die die deutsche Sprache zu Verfügung stellt.

    #1Verfasser mad (239053)  21 Sep. 21, 15:07
    Kommentar

    Nein, ein genderneutrales Pronomen existiert im Deutschen nicht, und müsste erst definiert werden, auch bei der Anrede als "Liebe(r) Alex" (was ja Alexander oder auch Alexandra sein kann) gibt es kein Ausweichmittel. Auch "Sehr geehrte(r)"... ist nicht genderneutral (und meist auch zu formal)


    Im lockeren privaten Umfeld oder unter Kollegen (die man nicht direkt kennt) ist ein "Hallo + Vorname" akzeptabel ("Hallo Chen, Jens Hering hat mir gesagt, Du kennst Dich aus mit..."), hier wird dann meist das "Kollegen-Du" herangezogen (informaler Umgang unter Kollegen auf etwa der gleichen Ebene wird allgemein akzeptiert).


    Zu Namen gab es bereits mehrere Fäden, da gibt es ja meist noch das zusätzliche Problem, dass Namen, die aus anderen Kulturkreisen oder Ländern kommen, exakt für das andere Geschlecht im Deutschen bekannt sind (als häufig genanntes Beispiel: "Andrea". In Italien ein Männername, hier die weibliche Form von "Andreas")


    Auch Deutsche haben sehr oft Probleme, sich um die Nicht-Kenntnis des Geschlechts des Ansprechpartners herumzulavieren. Wenn ich z.B. eine(n) Ansprechpartner(in) auf einem Amt oder bei einer Firma habe, der oder die nur mit Nachname unterschrieben hat, bin ich meist ehrlich und schreibe explizit "Liebe(r) Herr oder Frau Müller". Dies wird dann meist von den entsprechenden Leuten beantwortet als "Ich heiße übrigens Jürgen mit Vorname und bin Herr Müller" oder komplett ignoriert. Ich denke aber, dass die Ehrlichkeit, aus dem Namen (oder Unkenntnis des Vornamens) kein Geschlecht herauslesen zu können, eher honoriert wird, als "Sehr geehrter Herr Müller" zu schreiben, wenn dann die Sachbearbeiterin eine Angelika Müller ist.

    #2Verfasserm.dietz (780138) 21 Sep. 21, 15:17
    Kommentar

    ...  is there a way to get around that? 


    Es gibt einige Möglichkeiten, die direkte Anrede zu umgehen - sie sind mehr oder weniger elegant und vorwiegend im privaten Bereich im Einsatz. (Eine förmliche Alternative zu "Sehr geehrte Damen und Herren" ist mir nicht bekannt.)

    • Hallo, ihr Lieben!
    • Hallo zusammen!
    • Liebe alle! (In meinen Augen unschön, inzwischen jedoch recht verbreitet und vermutlich nicht mehr von allen als Anglizismus wahrgenommen.)
    • Guten Morgen in die Runde!


    ... und noch "humorvolle" oder persönliche Varianten, mit denen man ich auf A1-Niveau noch nicht aufhalten sollte, IMHO. ("Ja, hallo erstmal", "Liebes Feiervolk", "N'Abend allerseits" ...)

    #3Verfasser kikært (236250) 21 Sep. 21, 15:17
    Kommentar

    In der Tat: Minenfeld.


    Es gibt ein paar Umgehungen, die aber alle subideal sind:

    • "Liebe Alle" liest man häufiger (kann ich nicht ausstehen, Nachtrag: und tatsächlich meist mit A nicht mit a)
    • mit Genderzeichen und im Plural, z.B. "Liebe Freund:innen/Freund*innen" (beim Singular müßte das dann "Liebe/r Freund/in" sein - gräßlich


    Ich finde es ausgeschrieben "Liebe Freunde, liebe Freundinnen" ... "Lieber Freund, liebe Freundin" immer noch am besten. Wenn ich sie mit Namen anspreche, schreibe ich ja auch "Liebe Emma, lieber Oskar" und nicht "Liebe/r Emma/Oskar". Im Einladungstext steht dann eben Ihr/Euch - das ist eh genderneutral.


    Nachtrag: Ich hatte jetzt an die Anrede bei Einladungsbriefe/-karten gedacht ... daher die Freunde und Freundinnen. Bei einem anderen Personenkreis (Kollegen, entferntere Familie, Nachbarn, Parteifreunde ...) und in anderen Kontexten (Geschäftsschreiben, Behördenschreiben, Briefe an die Familie ...) sieht das natürlich ganz anders aus.

    #4Verfasser Selima (107)  21 Sep. 21, 15:18
    Kommentar

    In der Tat: Minenfeld.

    That's basically what I told the student who asked the question, though not in those exact words.


    Thanks for the discussion.

    @mad: Thanks for the links. I'll take a look.

    #5Verfasser Amy-MiMi (236989)  21 Sep. 21, 15:31
    Kommentar

    Are your students children or adults?

    "Hallo Sascha", "Hi Sascha" work better for children, but you could also use "Guten Morgen/Nachmittag/Abend Sascha" as a more polite version.

    But as soon as you are using first names, and not Herr or Frau X, the informal greetings work, and as soon as you are using Herr or Frau X you have to be specific anyway.

    #6Verfasser CM2DD (236324) 21 Sep. 21, 15:32
    Kommentar

    @CM2DD: Teens. For some of them, though, the question of what language forms are available once they are adults is relevant.

    #7Verfasser Amy-MiMi (236989) 21 Sep. 21, 15:36
    Kommentar

    Hallo Sascha", "Hi Sascha" work better for children


    Ich bin nicht sicher, was das damit meinst. Die meinsten meiner (erwachsenen) Schüler und manchmal auch die HR-Leute schreiben mich als "Hallo Frau Gibson" oder "Hallo Jane" an, und ich verwende "hallo" auch. (Allerdings nicht beim ersten Kontakt).

    #8Verfasser Gibson (418762) 21 Sep. 21, 20:02
    Kommentar
    Ich sage und schreibe immer "liebe Leute" im informellen Kontext. Das ist doch eine idiomatische Übersetzung von "dear all".

    Dieses "Hallo Frau Gibson" ist übrigens sehr deutsch und wird z.B. in Österreich - noch - als zu vertraulich angesehen. Obwohl sich Hallo als freundlicher Gruß auch immer mehr durchsetzt wie in Deutschland.
    #9Verfasser tigger (236106)  22 Sep. 21, 03:20
    Kommentar

    Stimmt, "liebe Leute" ist auch noch eine gute Möglichkeit - aber, wie tigger sagt, ziemlich informell. Schon meine Oma oder meine Großtante hätte ich nicht in einen Brief mit der Anrede ansprechen wollen.


    Wenn mich Studenten mit "Hallo Frau Selima" anschreiben, finde ich das immer noch eher merkwürdig.

    #10Verfasser Selima (107) 22 Sep. 21, 05:52
    Kommentar

    Also, since German names have to be identifiably male or female, is there a way to get around that? Here there are so many names that aren't exclusively male or female.


    Es gibt durchaus auch in Deutschland gängige Namen, die beiden Geschlechtern zugeordnet werden können (Kim, Luca fallen mir spontan ein). Wenn diese Namen vergeben werden, muss soweit ich weiß ein eindeutig zuzuordnender Zweitname eingetragen werden. Dieser muss aber nicht aktiv genutzt werden.

    #11Verfasser mini-Alpha (755398) 22 Sep. 21, 08:58
    Kommentar

    Diese (m.E. sehr sinnvolle) Regelung wurde 2008 vom Bundesverfassungsgericht gekippt.

    #12Verfasser mbshu (874725) 22 Sep. 21, 09:32
    Kommentar
    Wollte ich gerade sagen, die gibts nicht mehr. Wäre ja auch unsinnig, da es jetzt auch offiziell die Möglichkeit gibt, divers zu sein.
    #13Verfasser tigger (236106) 22 Sep. 21, 14:09
     
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