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    Sprachlabor

    "moth": Falter, Motte... Übersetzung ins Deutsche, ein Sammelfaden

    Betrifft

    "moth": Falter, Motte... Übersetzung ins Deutsche, ein Sammelfaden

    Kommentar

    the moth:

    Schmetterling, Falter oder Motte?

    Wann benutzen wir im Deutschen welchen Begriff? Siehe Wörterbuch: moth


    In der Altagssprache verwenden wir die Begriffe ungefähr so:

    • Geflügeltes Insekt (kein Käfer, keine Fliegenart), das zuvor eine Raupe war und bunte Flügel hat: Schmetterling
    • Ein geflügeltes Insekt (kein Käfer, keine Fliegenart), das z.B Kleidung und Nahrungsmittel befällt: Motte
    • Ein geflügeltes Insekt (kein Käfer, keine Fliegenart), das nachts fliegt, nennen wir Nachtfalter.
    • Falter, Motte und Schmetterling haben Schuppen auf der Flügeloberseite gemeinsam.


    ab #9 wurden im folgenden Faden Übersetzungsvorschläge für moth diskutiert. Siehe auch: burn through the air

    ab #73 wurde angesprochen, wann moth -> Motte ein falscher Freund ist und wann nicht: Siehe auch: Lesser known false friends - #4 - #73

    Zoologisches wird hier diskutiert: Siehe auch: moth - der Kleinschmetterling


    Verfasser WittGenStein (1323045)  23 Mär. 22, 19:06
    Kommentar

    Für einen Nachtfalter habe ich auch schon sehr oft die Bezeichnung Motte gehört. Davon abgesehen würde ich das so unterschreiben. Die zoologischen Definitionen sind mir völlig unbekannt.

    #1Verfasser JanZ (805098) 23 Mär. 22, 19:37
    Kommentar

    Motte als Synonym für Nachtfalter - ein Regionalismus? (Ich persönlich kenne für nachtaktive Schmetterlingsinsekten alltagssprachlich nur Nachtfalter.)

    #2Verfasser WittGenStein (1323045)  23 Mär. 22, 20:04
    Kommentar

    Alles was man im Sommer nachts so rumflattern sieht, und was dabei eine gewisse Größe unterschreitet (und nicht eindeutig Fliege oder Mücke ist), wird hierzulande (Südwesten) als Motte bezeichnet ...

    #3Verfasser no me bré (700807)  23 Mär. 22, 20:33
    Kommentar

    Wow! Das wusste ich nicht...

    #4Verfasser WittGenStein (1323045) 23 Mär. 22, 20:53
    Kommentar

    Halbwegs OT

    Diese Viecher kenne ich als Schnake. In manchen Teilen Bayerns nennt man (Stech)Mücken Schnaken, was mich ziemlich irritiert. Richtige Schnaken sind wesentlich größer und nerven nachts nicht mit fiependem Gesumme...

    #5Verfasser WittGenStein (1323045)  23 Mär. 22, 21:00
    Kommentar

    Zwischenstand:


    Nachtfalter (Alltagssprache) = auch Motte in Südwestdeutschland

    OT

    Stechmücke (Hochdeutsch für kleines summendes Mistviech, das nachts sticht) wird in manchen Teilen Bayerns Schnake genannt

    Schnake (Hochdeutsch) ist eine große Mücke, die nicht sticht.

    #6Verfasser WittGenStein (1323045)  23 Mär. 22, 21:17
    Kommentar

    Ach, ja, das mit der Fliege in #3 ist dem Hochdeutschen geschuldet ... die gibt es hier im Dialekt nicht ... bzw. die heißen Mücken ... was anderenorts Mücken sind, sind hier Stechmücken ... Schnacken sind Mücken mit langen Spinnenbeinen, stechen aber nicht ...

    #7Verfasser no me bré (700807) 23 Mär. 22, 21:25
    Kommentar

    Oh je, stimmt!

    Fliege (Hochdeutsch) ist in süddeutschen Mundarten eine Mücke. In Franken heißt die Fliegenklatsche deshalb Muggnbadschn.

    #8Verfasser WittGenStein (1323045) 23 Mär. 22, 21:35
    Kommentar
    Also, meine schwäbische Oma (Ludwigsburger Ecke) sagte für Stechmücke Schnaken, genau wie meine oberfränkischen Großeltern. Für letztere war eine Stubenfliege eine Mucke. Meine Mutter ist in Speyer aufgewachsen, sagt ebenfalls Schnake, ich am westlichen Bodensee (Baden), sage immer noch Schnake und das war am auch bei meinen Freunden der gängige Begriff.

    Motten sind sowohl Schädlinge als auch kleine, tendenziell unauffällig gefärbte Falter. All das Getier, das nachts um eine Lampe tanzt.
    #9Verfasser grinsessa (1265817)  23 Mär. 22, 21:45
    Kommentar

    Motten sind sowohl Schädlinge als auch kleine, tendenziell unauffällig gefärbte Falter. All das Getier, das nachts um eine Lampe tanzt.

    Wo heißt das Getier, das nachts um eine Lampe tanzt Motte(n)? Bei der schwäbischen Oma in Ludwigsburg oder am Bodensee?

    #10Verfasser WittGenStein (1323045)  23 Mär. 22, 22:13
    Kommentar

    Falls jemand die anderen Fäden nicht gelesen hat:


    Hat jemand Shakespeares Sommernachtstraum (Übersetzung von Frank Günther) zu Hause?


    Wie hat Günther den Elfennamen Moth ins Deutsche übersetzt?


    #11Verfasser WittGenStein (1323045) 23 Mär. 22, 22:17
    Kommentar

    Wo heißt das Getier, das nachts um eine Lampe tanzt Motte(n)? Bei der schwäbischen Oma in Ludwigsburg oder am Bodensee?


    Bei Nena jedenfalls auch, da fliegen Motten in das Licht, genau wie du und ich.

    #12Verfasser JanZ (805098) 23 Mär. 22, 22:22
    Kommentar

    genau wie du und ich

    Nee du, ich nich. 😉


    #12 Langsam gewinne ich den Eindruck, dass man Motte auch im Hochdeutschen als Synonym für Nachtfalter verwenden kann, nur dass Nachtfalter der gängigere Ausdruck ist. (Ich beziehe mich auf Alltagssprache, nicht auf Fachsprache.)


    Edit:

    Und siehe da, in der Umgangssprache kann Motte tatsächlich als Synonym für den (Nacht)Falter verwendet werden:


    Motte (Deutsch)

    Wortart: Substantiv, (weiblich)

    Silbentrennung

    Mot|te, Mehrzahl: Mot|ten

    Aussprache/Betonung

    IPA: [ˈmɔtə]

    Bedeutung/Definition

    1) Entomologie Kleinschmetterling mit etwa 1 cm spannenden schmalen Flügeln, dessen Raupe unter anderem Wolle, Seide, Pelzwerk und Tapeten befällt

    2) ugs. nicht zu den Tagfaltern gehörender Schmetterling

    3) Burg Turmhügelburg; frühe Burgform auf einem Erdhügel

    Begriffsursprung

    seit dem 15. Jahrhundert bezeugt; frühniederhochdeutsch motte; aus mittelniederdeutsch mutte; vermutlich aus germanisch *muÞÞōn; vergleiche altnordisch motti, altenglisch mođđe

    Synonyme

    2) Nachtfalter

    3) Turmhügelburg, Erdhügelburg, Hausberg

    https://www.wortbedeutung.info/_Motte/

     

    s. auch Eintrag 2) Meyers Lexikon

    http://lexikon.meyers.de/meyers/Motten

    Motten,

    1) Echte Motten, Tineidae, mit rund 2 000 Arten weltweit verbreitete Familie bis 4 cm spannender Kleinschmetterlinge; Kopf dicht behaart, Flügel schmal mit langen Fransen;[...]

    2) umgangssprachliche Bezeichnung für kleine Schmetterlinge.

    Siehe auch: moth - der Kleinschmetterling - #6

    #13Verfasser WittGenStein (1323045)  23 Mär. 22, 22:30
    Kommentar
    I doubt that this is any help, since English only has two words, not three. But it was interesting, and the full episode or excerpts might still be available for streaming, at least from some locations.

    (And the photography was really pretty. Since news from Ukraine is still being censored.)

    ____________________


    "Nature" on PBS
    S36 Ep12
    "Sex, Lies and Butterflies"
    4/4/2018 ...
    Akito Kawahara of the Florida Museum of Natural History studies the evolution and diversity of invertebrates.
    Especially of moths and butterflies, a vast group called the Lepidoptera. ...
    It's thought that the Lepidoptera arose as flowering plants began to flourish across the planet.
    But there are so few traces of these delicate creatures in the fossil record, Akito can only discover their origins by looking at the ones alive today.
    Yet, he can still step deep into the past... in the primal darkness of the African night. ...
    Akito and his team are attempting to reach back into the story of the butterfly's older cousins -- moths. ...
    160,000 species of moths described so far and probably 500,000, maybe a million species in the world. ...
    Using DNA sequencing, he is tracing the genetic origin of all the butterflies we've identified.
    Remarkably, they all share a single ancestor -- a tiny brown moth that fled the night some 50 million years ago, driven, perhaps, by the rise of bats relentlessly hunting the dark skies.
    In a world full of light, moths burst into color.
    We call these daytime fliers butterflies, but they are really some 20,000 species of colorful moths that have spread across every continent except Antarctica. ...

    https://www.pbs.org/wnet/nature/sex-lies-butt...

    #14Verfasser hm -- us (236141) 24 Mär. 22, 02:54
    Kommentar

    No. 12: Schon bei Marlene Dietrich umschwirrten Motten das Licht, da war Nena noch gar nicht geboren.

    #15Verfasser mbshu (874725) 24 Mär. 22, 07:31
    Kommentar

    Sogar schon lange vor Marlene Dietrichs Geburt taten das die Motten:


    in vergleichen, davon hergenommen, dasz die motte gern ums licht fliegt: weil sie (die seele) stets umb euch und euren trohn will sein, wie motten umb das licht. polit. stockf. 104; der junge herr in weiszen strümpfen und mit den reichen aufschlägen, flattert um seine schöne, wie die motte ums licht. Rabener sat. 4, 367;

    die schuld schwermt um verterb, wie mutten um das licht.

    Lohenstein Sophonisbe 1, 1;


    (er) sieht, einer motte gleich, die unerfahrne tugend

    sich ahnungslos der schönen flamme nahn.

    Wieland 22, 265 (Oberon 6, 33).



    Sprachgeschichtlich interessant auch:

    motte, f. tinea. ein zufrühest im niederdeutschen sprachgebiete nachweisbares wort: ags. tinea, moððe Wright vocc. 122, 5. 321, 36; engl. moth; mittelniederl. motte (Kilian); aber seit dem späteren mittelalter auch im mittel- und zum theil im oberdeutschen wortschatze (wo früher milbe, sp. 2183 fg.), wiewol es 1523 im Basler nachdruck des neuen testaments alemannischen lesern noch erklärt werden musz: mutten, schaben. Fromm. 6, 43b; noch jetzt ist schabe der gewöhnliche oberdeutsche ausdruck. motte ist etymologisch noch unaufgeklärt, vielleicht im zusammenhang mit made.

    https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB#1

    #16Verfasser Selima (107) 24 Mär. 22, 08:52
    Kommentar

    Wo heißt das Getier, das nachts um eine Lampe tanzt Motte(n)? Bei der schwäbischen Oma in Ludwigsburg oder am Bodensee?


    Bei mir. Ich habe sprachlich Einflüsse aus vielen süddeutschen Regionen, bin aber keine Dialektsprecherin. Süddeutsches Mischlingswesen ohne feste regionale Zuordnung. Inzwischen leicht verwässert durch enge Kontakte zu Menschen aus dem Rheinland.

    #17Verfasser grinsessa (1265817) 24 Mär. 22, 09:32
    Kommentar

    Bei mir (Norddeutschland) auch; zumindest früher hab ich da keinen Unterschied gemacht.

    #18Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 24 Mär. 22, 09:35
    Kommentar

    OT: newcallas hat bestimmt nicht geahnt, was sie mit ihrer harmlosen Frage von vorgestern lostreten würde... (haufenweise Beiträge im eigentlichen Faden plus zwei "Ablegerfäden"...)

    #19Verfasser Möwe [de] (534573)  24 Mär. 22, 10:17
    Kommentar

    Motte als Synonym für Nachtfalter - ein Regionalismus? (Ich persönlich kenne für nachtaktive Schmetterlingsinsekten alltagssprachlich nur Nachtfalter.)

    Und siehe da, in der Umgangssprache kann Motte tatsächlich als Synonym für den (Nacht)Falter verwendet werden:


    Ich unterhalte mich selten mit anderen Menschen über die Viecher, deswegen kann ich nicht sagen, ob irgendwer in meinem Umfeld dazu “Nachtfalter” sagt. Ich nenne alles, was aussieht wie ein Schmetterling, aber nachts durch die Gegend bzw. ins Licht fliegt, “Motte”, schon immer (Rheinland, aber Ruhrgebietsvater), und habe das auch immer für die übliche Bezeichnung gehalten. Im Englischen analog: tagsüber “butterfly”, nachts “moth”.



    Leicht OT: ja, Schmetterlinge sind schön, auch Motte haben bestimmt ihren Reiz, aber warum die vielen Parallelfäden? Hätte einer nicht gereicht?

    #20Verfasser Dragon (238202) 24 Mär. 22, 10:40
    Kommentar


    If you read every thread about moths as a topic that is less important than the war in Ukraine, but takes up more space, it all seems even more detached from reality.


    #21Verfasser hm -- us (236141) 24 Mär. 22, 10:52
    Kommentar

    Bevor ich mich näher mit ihnen befasst habe, waren für mich


    die großen bunten tagaktiven Flatterer = Schmetterlinge / Tagfalter

    die dicken, meist dunkel gefärbten, die nachts umherfliegen = Nachtfalter

    kleine,oft bräunliche, tags umherflatternde Falterchen = Motten



    An einer Region kann ich es nicht festmachen, da familiärer Hintergrund und eigene Wohnorte aus den verschiedensten Gegenden.

    #22Verfasser Möwe [de] (534573) 24 Mär. 22, 10:55
    Kommentar

    @19

    Hätte newcallas bestimmt nicht erwartet. Sicherlich ist es für sie/ihn wie eine Osterüberraschung mit vielen Eiern, aus denen Schmetterlingsraupen schlüpfen.


    @22 

    Bevor ich mich näher mit ihnen befasst habe, waren für mich


    die großen bunten tagaktiven Flatterer = Schmetterlinge / Tagfalter

    die dicken, meist dunkel gefärbten, die nachts umherfliegen = Nachtfalter

    kleine,oft bräunliche, tags umherflatternde Falterchen = Motten

    Same here, nur dass ich Motten in erster Linie mit kleider- und lebensmittelfressenden Viechern verbunden hatte. In der Zwischenzeit habe ich einiges dazugelernt und hoffe noch immer, dass uns jemand die Elfennamen aus dem Sommernachtstraum nennt (Übersetzung von F.Günther).



    #23Verfasser WittGenStein (1323045)  24 Mär. 22, 13:55
    Kommentar

    Schrieb nicht irgendwer irgendwo Nuk? Für den Namen der Elfe, meine ich? Bissl unübersichtlich mit den vielen Fäden.

    #24Verfasser grinsessa (1265817) 24 Mär. 22, 14:01
    Kommentar

    Bissl unübersichtlich mit den vielen Fäden.

    Übersichtlichkeit war noch nie meine Stärke, Osterüberraschungen hingegen schon.


    Nuk... Jetzt habe ich tatsächlich auch den Überblick verloren...

    ...hier nun mehr Überblick ;-)

    Sie heißt Nuk. *


    * Das ist die Kurzform von "Nachtfalter-und-Kleinschmetterling". *ernsthaftnick*

    Siehe auch: alles rundum Motten... - #3


    #25Verfasser WittGenStein (1323045)  24 Mär. 22, 14:06
     
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