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    Wie geht es Julian Assange? versus Wie geht es Edward Snowdon?

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    Wie geht es Julian Assange? versus Wie geht es Edward Snowdon?

    Kommentar

    Es muss zynisch klingen, aber es scheint mir doch wahr zu sein, dass Vladimir Putin Edward Snowdon besser behandelt hat als die schöne Priti Patel und gewisse Corona-Partyhengste im Vereinigten Königreich, sogar teilweise mit waschechtem Wuschelkopf?!

    Sagt uns das etwas über die Werthaltigkeit angelsächsischer Demokratie? ... von den westeuropäischen Demokratien inklusive Deutschland ganz zu schweigen, die Snowdon ein Exil in ihrem Land verweigerten.

    Ein Funke Hoffnung für das Flämmchen der Pressefreiheit doch jedenfalls, dass der neu gegründete PEN Deutschland Julian Assange noch während des Gründungsakts zu seinem Ehrenmitglied ernannt hat.

    Es stimmt also doch: Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

    ... und es mag ja doch schon sein, dass unser guter, mental offenbar sehr fitter Sportsfreund Edward Snowdon vielleicht und doch auch sehr verständlicherweise dem nach Gerhard Schröder ja ohnehin bekanntermaßen lupenreinen Demokraten Putin auch den ein oder anderen Freundschaftsdienst nicht verwehren mag bzw. hat mögen, vielleicht mal 2016 oder so.

    Leben wir also nicht doch in einer insgesamt sehr schönen neuen Welt?


    https://www.youtube.com/watch?v=PArFP7ZJrtg Trevor Noah interviewing Edward Snowdon

    https://www.youtube.com/watch?v=DPIR4EmaDDE Putin on Edward Snowdon

    https://english.alarabiya.net/News/world/2021...

    https://www.theguardian.com/media/2022/jun/17...

    https://www.ndr.de/kultur/buch/PEN-Berlin-Ver...


    VerfasserRightSaidFred (1322814)  19 Jun. 22, 02:22
    Kommentar

    Der Vergleich hinkt sehr; er würde sich nur lohnen, wenn Russland mit den USA verbündet wäre und dennoch Snowden Schutz gewährt hätte. Den Whistleblower eines Gegners gut zu behandeln, ist doch schlicht opportun. Es sagt nichts über die "Werthaltigkeit" (was immer das ist) des eigenen Systems oder die der anderen.


    NB: Snowden

    #1VerfasserMr Chekov (DE) (522758)  19 Jun. 22, 06:37
    Kommentar

    OT


    Der Spruch aus #0 lautet hier in Mittelfranken allerdings so:

    "Immer wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!. - Und dann sagt eine Stimme: Es geht wirklich nicht mehr!"


    Assange hätte das chinesische Orakel I Ging zu Rate ziehen und dann vielleicht dessen Spruch beherzigen sollen: "Man wisse, wann man Halt machen muss."

    #2VerfasserMiMo (236780)  19 Jun. 22, 09:13
    Kommentar

    Keine inhaltliche Reaktion, aber eine Bitte, die sicherlich auf taube Ohren treffen wird:


    Ich fände es schöner, wenn auf das im OP gemachte supersupersuperlustige Wortspiel verzichtet werden könnte. Erstens ist es sowieso daneben und zweitens ist es sowas von verbraucht, dass nicht mal mehr die Bartwickelmaschine funktioniert.

    #3Verfasserharambee (91833) 19 Jun. 22, 09:30
    Kommentar

    #3: Hä? Wo ist da ein Wortspiel?

    #4VerfasserEukaryot (1125917) 19 Jun. 22, 09:55
    Kommentar

    Ich wollte es eigentlich nicht wiederholen, aber gut:


    die schöne Priti Patel

    #5Verfasserharambee (91833) 19 Jun. 22, 10:07
    Kommentar

    *Edit* Ach was...

    #6VerfasserMr Chekov (DE) (522758)  19 Jun. 22, 10:11
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    The name Preeti is derived from the Sanskrit word "प्रीति" (prīti), meaning "pleasure", "joy", "kindness", "favor", "grace", "love", from प्री (prī). (en.wikipedia; Hervorhebungen von mir)


    Darin sehe ich angesichts der Politik von Ms Patel allerdings jenseits aller lustigen Wortspiele eine sehr bittere Ironie.

    #7VerfasserEukaryot (1125917) 19 Jun. 22, 10:20
    Kommentar
    NB: Snowden
    Someone never read Catch-22, it seems. Both Snowdens kept secrets.
    #8Verfasserwupper (354075)  19 Jun. 22, 12:26
    Kommentar

    Ich verstehe den Satz im OP sowieso nicht, mit oder ohne Wortspiel. Wo und wie hat Putin Patel und Corona-Party-Teilnehmer behandelt? Und warum sollte er?


    Und was genau ist das Anliegen dieses Fadens?

    #9VerfasserGibson (418762) 19 Jun. 22, 12:44
    Kommentar

    Der erste Satz ist auch unvollständig:


    Es geht darum, dass Julian Assange durch die britische Regierung schlechter behandelt wird als Erward Snowdon durch die russische.


    Snowdon lebt mit Frau und Kind und unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung in einer Moskauer Wohnung.


    Assange ist seit drei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh inhaftiert und soll nun -frisch verheiratet und zweifacher Vater - an die USA ausgeliefert werden, wo ihm bis zu 175 Jahre (Isolations)Haft vielleicht sogar die Todesstrafe drohen.


    Darauf wollte RightSaidFred offenkundig hinweisen. Sein Faden ist auf jeden Fall auf größere Anteilnahme der leonidalen Bevölkerung gestoßen als der von mir beabsichtigte ähnliche Beitrag in "Neuigkeiten vom Rest der Welt" je erhalten hätte.☺

    #10VerfasserAnalphabet (1034545)  19 Jun. 22, 16:51
    Kommentar

    Der erste Satz ist auch unvollständig:


    Darauf wollte ich hinaus :-)


    Sein Faden ist auf jeden Fall auf größere Anteilnahme der leonidalen Bevölkerung gestoßen

    Ich lese im "Rest der Welt"-Faden mit, schreibe aber selten, weil mir entweder das Wissen fehlt oder - wie hier - die Gefahr besteht, dass ich die Contenance verliere.

    #11VerfasserGibson (418762) 19 Jun. 22, 20:09
    Kommentar

    größere Anteilnahme der leonidalen Bevölkerung


    Der Fall Assange wie der Fall Snowden verdienen zweifellos Aufmerksamkeit, aber wie ich in Nr. 1 zu sagen versuchte: Ein Vergleich der Bedingungen, unter denen die beiden leben, ist wegen der politischen Umstände sinnlos.

    #12VerfasserMr Chekov (DE) (522758)  20 Jun. 22, 06:01
    Kommentar

    Mir echt peinlich, den Einstiegssatz nicht richtig hingekriegt zu haben, jedenfalls kann ich #1 und #12 wohl nachvollziehen, aber dennoch empfinde ich es schockierend, was Julian Assange in einem Land erwartet, das eigentlich für den Schutz der Meinungs- und Informationsfreiheit eintritt.

    Auch Edward Snowden beklagt in dem Interview, dass in den USA nicht abgewogen wird, ob die das Leaken von Informationen im öffentlichen Interesse stattgefunden hat oder nicht.

    Und Bündnisse gibt es neben den offiziell bestehenden Militärbündnissen ja wohl verschiedene, die vielleicht nicht so leicht nicht so leicht auszumachen sind, z.B. wohl ja eines zwischen Trump und Putin, z.B. was Wahlkampfunterstützung 2016 - wobei Trump Putin ja als genial und clever bezeichnet haben soll, auch im Kontext des Ukraine-Kriegs:

    ://www.stern.de/politik/ausland/ukraine-krise--trump-lobt-wladimir-putin-als--genial--31649836.html

    Dann scheint die amerikanische Medienlandschaft ja zumindest z.T. auf der Seite Snowdens ... und Assanges zu stehen.


    Ich wüsste auf jeden Fall nicht, was Assange und Snowden vorzuwerfen ist, wenn sie auf systematische bzw. wahllose Weise mörderische Angriffe von Seiten amerikanischer Streitkräfte z.B. auf die irakische Zivilbevölkerung aufmerksam machen bzw. ab wann da ein Zuviel ist, und wo man genau halt machen sollte (#2).


    Jedenfalls freue ich mich über die Geste des neu gegründeten PEN Deutschland, der Assange zu seinem Ehrenmitglied erklärt hat, wiederhole ich gerne noch einmal.

    #13VerfasserRightSaidFred (1322814)  24 Jun. 22, 11:51
    Kommentar

    Assange hätte das chinesische Orakel I Ging zu Rate ziehen und dann vielleicht dessen Spruch beherzigen sollen: "Man wisse, wann man Halt machen muss."


    Ehrlich, das finde ich megazynisch. Assange hat nichts weiter getan als Kriegsverbrechen aufgedeckt. Das sollte in Jedermann´s Interesse sein. Daß die ganze Welt mitmacht, wenn diese vertuscht werden, ist eine Katastrophe für Investigativjournalisten und alle, die auf derlei Dinge stoßen.


    Dann zu sagen: Selbst Schuld, hättest du den Mund gehalten, .........................

    #14Verfasserulinne (894128) 29 Jun. 22, 06:59
    Kommentar

    -> #14


    Mein Satz ist nicht megazynisch, sondern traurig aufgrund des Blickes auf die Realitäten. In einer Welt, in der Kriegsplaner und Gewaltbefürworter wie mein Landsmann, der "Realpolitiker" Henry Kissinger (man denke nur an die Bombardierung Kambodschas, den Putsch in Chile, die Befürwortung der Invasion Indonesiens nach Osttimor, die Unterstützung der Putschregierung in Argentinen), der am 1. März 1973 zu Nixon gesagt hatte: „Die Auswanderung von Juden aus der Sowjetunion ist kein Ziel der amerikanischen Außenpolitik. Und wenn sie die Juden in der Sowjetunion in die Gaskammern schicken, ist das auch kein amerikanisches Problem.", wenn also in dieser westlichen Welt so jemand mit einem Friedensnobelpreis und weiteren 20 ehrenden Auszeichnungen belohnt wird, dann hat in dieser Welt ein heroischer Einzelgänger wie Assange sehr schlechte Karten.


    Sich ohne Machtmittel mit einem der mächtigsten Staats- und Geheimdienstapparate der Welt anzulegen kann nur in einem Desaster enden. Immerhin verfährt man im Westen mit "Verrätern" nicht so radikal und "kürzesten Prozess machend" wie die Firma Putin, die "Verräter" erschießen, vergiften und sonstwie verschwinden lässt.


    Assanges Schicksal ist bedauerlich, aber in dieser Welt, so wie sie ist, fast zwangsläufig.


    Frage eins: Was hat sich durch Assanges Aktion in dieser Welt verändert?

    Frage zwei: Wer von Assanges Befürwortern wäre bereit, seinerseits dessen Weg zu gehen?


    Dass der neue PEN-Club Berlin Assange zu seinem Ehrenmitglied ernannt, gibt den Mitgliedern dieser Vereinigung vielleicht ein tolles Gefühl, etwas Großartiges getan zu haben - eine wohlfeile Geste, die am Schicksal Assanges und dem Lauf der Welt nichts ändern wird.



    #15VerfasserMiMo (236780) 29 Jun. 22, 09:03
    Kommentar

    Ausschnitte von zwei Kommentaren aus der Süddeutschen (kann ich unterschreiben):

    Assange und die von ihm gegründete Enthüllungsplattform Wikileaks haben mit den Veröffentlichungen getan, was die Kernaufgabe des Journalismus ist: Sie haben über einen Missstand berichtet und enthüllt, was mächtige Politiker und Militärs vor der Öffentlichkeit verbergen wollten. In den USA wurde Assange dafür in Abwesenheit unter dem sogenannten Espionage Act angeklagt - einem Gesetz aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, das einst verabschiedet wurde, um gegen Spione und Saboteure vorzugehen. Die US-Behörden nutzen es nun, um einen Journalisten, Hacker und Publizisten anzugreifen.

    Assange ist nicht einmal US-Bürger, er ist Australier. Wikileaks ist auch kein amerikanisches Medium. Die einzige Verbindung zu den USA liegt darin, dass Assange offenkundiges Fehlverhalten amerikanischer Politiker, Militärs und Geheimdienstler öffentlich gemacht hat. Auch zahlreiche Medienhäuser dieser Welt - die New York Times, der Guardian, der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung - haben auf Grundlage von Geheimdokumenten schon über diese oder ähnliche Skandale berichtet.

    Wenn das Urteil in nächster Instanz nicht zurückgenommen wird und es US-Behörden gelingt, Assange in die Vereinigten Staaten ausliefern zu lassen und womöglich für Jahrzehnte wegzusperren, schaffen sie einen gefährlichen Präzedenzfall. Sie bringen damit Journalisten und Journalistinnen weltweit in Gefahr./.../

    Wenn der selbsternannte "Leuchtturm der Demokratie" Journalisten mit Hilfe befreundeter Staaten im Ausland festsetzen und ausliefern lässt, was soll andere Länder dieser Welt davon abhalten? 

    https://www.sueddeutsche.de/meinung/julian-as...


    "Journalismus ist kein Verbrechen und darf auch nicht zu einem solchen gemacht werden", sagt Lisa Kretschmer von Reporter ohne Grenzen. Aber die aktuelle Entscheidung habe das Potenzial, dass Journalismus kriminalisiert wird und verfolgt wird. Assange wäre "der erste Herausgeber, der auf Grundlage des Spionagegesetzes verfolgt" werden würde. Dabei habe er nur "auf Grundlage von geleakten Informationen Berichterstattung betrieben". Jeder Journalist, jede Journalistin, jede Quelle, jedes Medienunternehmen müsse in Zukunft befürchten, dass Berichterstattung zu sensiblen Themen wie Geheimdienste, nationale Sicherheit oder Kriegsverbrechen verfolgt werden würden. Assange werde verfolgt für etwas, das in weiten Teilen nicht von den alltäglichen Aktivitäten eines Investigativjournalisten und Analysten zu unterscheiden sei. Kretschmer ist sehr skeptisch, dass Assange in den USA kein faires Verfahren erwarten würde.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/podcast-n...

    #16VerfasserReeva (908916) 29 Jun. 22, 09:19
    Kommentar

    Danke Reeva, ich auch.

    #17Verfasserulinne (894128) 29 Jun. 22, 09:34
    Kommentar

    Frei nach Heine : Denk' ich an die Mächt'gen in der Nacht ...

    #18Verfasserno me bré (700807) 29 Jun. 22, 10:19
    Kommentar

    #16 - Danke, Reeva, für deine Recherche und die Zurverfügungstellung dieser deutlichen Ausführungen.


    P.S.: Im SZ- Artikel müsste es aber doch heißen:

    Kretschmer ist sehr skeptisch/bezweifelt, dass Assange in den USA ein faires Verfahren erwarten würde. bzw.

    Kretschmer befürchtet, dass Assange in den USA kein faires Verfahren erwarten würde. Oder nicht?

    #19VerfasserRightSaidFred (1322814)  29 Jun. 22, 21:13
     
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