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    etw. ficht mich nicht an

    Comment

    Veraltend kann man beispielsweise sagen: "Die Kündigung ficht mich nicht an". Das kommt, soweit ich weiß, von "anfechten" (in einer obsoleten Bedeutung).


    Aber wie lautet hier der Konjunktiv (I und/oder II):


    z.B. im Konjunktiv I: "Er behauptete, die Kündigung fichte ihn nicht an? fechte/fächte ihn nicht an? fiche ihn nicht an?"


    oder im Konjunktiv II: "Ich würde Fake News verbreiten, wenn ich behauptete, die Kündigung fichte/föchte/fiche/... mich nicht an."?

    AuthorBenatarsComrade (1182552)  22 Jun 22, 00:14
    Comment

    Leo und Duden haben:

    K I: er/​sie/​es fechte an

    K II: er/​sie/​es föchte an


    In Leo findest Du die Konjugationstabelle unter dem kleinen Buchsymbol links vom Verb.


    @ obsolet - zur Worthäufigkeit:

    Duden hat immerhin 2/5 , DWDS 3/7


    2 Bedeutungen

       1. Einspruch gegen etw. erheben, die Richtigkeit, Gültigkeit von etw. bestreiten

       2. [gehoben, übertragen] etw. beunruhigt jmdn.


    Vielleicht hältst Du es in Bedeutung 2 für obsolet, weil Du es selten oder nie im gehobenen Sinne verwendest 😏



    #1Authormanni3 (305129)  22 Jun 22, 00:22
    Comment

    "anfechten" in der ersten Bedeutung (eine Wahl anfechten, die Anfechtung nach §119ff. BGB etc.) halte ich nicht für veraltet und schon gar nicht für obsolet. "Das ficht mich nicht an" jedoch halte ich für veraltend.

    #2AuthorBenatarsComrade (1182552) 22 Jun 22, 00:45
    Comment

    Vielen Dank jedenfalls, mir hat die Antwort geholfen.

    #3AuthorBenatarsComrade (1182552) 01 Jul 22, 00:13
    Comment

    Mein letzter Satz war ja nicht so ganz ernst gemeint, gell 😉

    #4Authormanni3 (305129) 01 Jul 22, 08:39
    Comment

    Vielleicht hältst Du es in Bedeutung 2 für obsolet, weil Du es selten oder nie im gehobenen Sinne verwendest


    ... wahrscheinlich geht es den meisten Leuten so ... auch den Literatinnen und Literaten ... lediglich Leute, die Konjugationstabellen von selten gebrauchten Verben verfassen oder gerne konsultieren, dürften da die Ausnahme sein ... :-)))

    #5Authorno me bré (700807) 01 Jul 22, 10:10
    Comment

    "Das ficht mich nicht an" hätte ich jetzt gar nicht für veraltet oder gehoben gehalten. Das verwende ja sogar ich, und ich bin wirklich keine Wörterklöpplerin.


    Der Konjunktiv 2 ist allerdings wirklich amüsant. Den muss ich mal anbringen. Aber vielleicht nicht mit "anfechten", sondern mit "fechten", ich habe Verwandte, die diesen Sport ausüben.

    #6Authorgrinsessa (1265817) 01 Jul 22, 11:41
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    #6: Och, mit "anfechten" wäre das doch wirklich schön:

    Falls mich das anföchte, wäre ich jetzt beleidigt. 🙂

    Hat doch was.

    #7AuthorZugi (797273)  01 Jul 22, 11:52
    Comment

    Föchte mich das an, zöge ich einen Flunsch.

    #8Authormanni3 (305129) 01 Jul 22, 18:43
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    Meine Eltern würden jetzt den französischen Ex-Freund meiner Tante zitieren, der den Konjunktiv II vermutlich besser beherrscht als so mancher Muttersprachler.
    #9AuthorJanZ (805098) 01 Jul 22, 22:43
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    Mir geht es wie #6:

    "das ficht mich nicht an" gehört zu meinem aktiven Wortschatz (allerdings bin ich ja schon ein "alter weißer Mann" ...), ehrlich gesagt verwende ich es mit einem leicht ironischen Unterton, etwa in der Art von Redewendungen wie "ganz wie Euer Liebden meinen", "melde gehorsamst und untertänig", "ganz wie du zu meinen glaubst".


    (Ich muss ier auch gestehen, dass es mir auch Spaß macht, in einer Buchhandlung mal zu sagen "ich trage mich mit der Absicht, dieses hier ausgestellte Druckwerk käuflich zu erwerben", oder im Biergarten zur Bedienung: "zur Löschung meines unerträglichen Durstes wird es notwendig sein, mir einen Krug Ihres köstlichen Kellerbieres aus dem großen Fass zu kredenzen", oder in der Arztpraxis: "die Hinfälligkeit meiner irdischen Hülle veranlasst mich, erneut um eine Audienz bei Ihrem Nachfolger des Hippokrates zu ersuchen". Wenn die betreffenden Personen zum ersten Mal mit solchen Sprachspielen konfrontiert werden, dann blicken sie kurz verwundert drein, doch dann verstehen und lächeln sie. Und sie merken sich diesen merkwürdigen Kunden / Gast / Patienten - und nächstes Mal spielen sie schmunzelnd mit. "Wünschen Euer Gnaden neue, auf den Markt des Lesbaren geworfene Bände in Augenschein zu nehmen?" - "Würden Sie heute nicht einem in dieser Gegend gebrauten Zwickelbier den Vorzug geben, wo wir doch im Keller kein Kellerbier mehr haben?" - "Ist es das Zipperlein oder ein ernsthaftes Leiden, das Sie, einen professionellen Patienten, heute in unnsere Räume der Heilung zwingt?"

    Nicht alle Kommunikation muss in einem abgehackten Telegramm- (und Twitter-)Stil abgewickelt werden; gern schöpft man den unerschöpflichen Vorrat dieser Sprache an veraltenden Floskeln aus - und amüsiert sich dabei.)

    #10AuthorMiMo (236780)  02 Jul 22, 07:25
     
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