Advertising
LEO

It looks like you’re using an ad blocker.

Would you like to support LEO?

Disable your ad blocker for LEO or make a donation.

 
  •  
  • Forum home

    Language lab

    Are numbers written backward in German?

    Topic

    Are numbers written backward in German?

    Comment

    When hand-writing thirty-seven as a number, a native English speaker writes the digits left to right: first 3 and then 7.


    By contrast, in the word siebenunddreißig, the sieben appears first, followed the dreißg. So how does a native German speaker hand-write this number? As in English: first 3 and then (nachher) 7? Or first 7, then (nachher) 3 to its left?


    (Just to be clear, I'm not asking if siebenunddreißig is written so that it appears as "73". Obviously not – the result in both languages appears as "37".)

    Authoreric (new york) (63613) 26 Jun 22, 17:51
    Comment

    Eric, I can imagine a native Spanish speaker asking you the same question about English:


    In the word fourteen, the four appears first, followed by the teen. So how does a native English speaker hand-write the number? As in Spanish: first 1 and then 4? Or first 4, then 1 to its left?

    #1AuthorMartin--cal (272273) 26 Jun 22, 18:03
    Comment

    The vast majority of people I know or have seen writing numbers down do it the Englisch way: first the 3, then the 7 (you just need to wait a second longer before you can start writing). But very occasionally I see somebody start by writing 7 and then adding 3 in front.

    #2AuthorGibson (418762)  26 Jun 22, 18:10
    Comment

    Kids in German schools are taught to put the tens place down first, followed by the ones place, i.e. in your example they would write the 3 down first, followed by the 7.


    However ... some children who have difficulties with grasping maths put the numbers down in the order we say them in German, i.e. for "siebenunddreißig" they would put the 7 down first, followed by the 3.


    Source: I have four kids, one of whom uses the second method (approved by her teacher) because it's easier for her that way.

    #3AuthorJalapeño (236154)  26 Jun 22, 18:10
    Comment

    Beim Schreiben der Zahl siebenunddreißig kommt erst die 3, dann die 7 dahinter ...

    ... aber es gibt schon Leute, die - insbesondere wenn es schnell geht - da einen "Zahlendreher" produzieren und erst die 7 schreiben und dann die 3 dahinter ... mir selbst geht es manchmal so, z.B. wenn mir Telefonnummern genannt werden ... :-)

    #4Authorno me bré (700807) 26 Jun 22, 18:47
    Comment

    Ich meine mich zu erinnern, dass wir das tatsächlich anfangs so gelernt haben, dass wir erst den Einer, dann den Zehner geschrieben haben. In der dritten/vierten wurde das dann umgelernt. Aber das war auch kurz nach dem Krieg.

    #5AuthorSelima (107) 26 Jun 22, 19:00
    Comment

    @martin--cal #1:


    That's an interesting point.


    The difference, I think, is that in the word siebeununddreißig, the fact that it's composed of the words sieben, und, dreißig is transparent and obvious.


    By contrast, of course it's obvious that seventeen can be decomposed into seven and teen, and everyone recognizes the word seven. But what about teen? Most native speakers when they hear or see the word teen do not instantly perceive it as ten: people know teen and ten as different words, with different meanings. (Teen means teenager, not ten.) Someone who thinks about it more carefully might suppose that teen and ten are related, and that maybe teen and ten originally had the same meaning. But seventeen is not initially heard as "seven ten".


    I would agree with you if the English word were seventen (seven-ten), or a clearer example, fourten = four-ten. (Like in German: siebzehn and vierzehn.)


    #6Authoreric (new york) (63613) 26 Jun 22, 21:07
    Comment

    OK, you've got a point; "teen" is not "ten".


    But (OT) you can ask a similar question in several languages. French 75, for example, if you look at the underlying morphemes, is "60,15" and 95 is "4,20,15".


    Or Latin "18" is "2 from 20". (But you'd have a hard time finding a native speaker to ask whether they write the "I" or the "X" first 🙂.)


    #7AuthorMartin--cal (272273) 26 Jun 22, 23:13
    Comment
    Meine Kinder machen das auch "verkehrt", also sprachlich logischer, und schreiben oft erst 7 und dann 3 für 37; obwohl sie ziemlich gut sind in Mathe. #3 kann ich also nur bedingt zustimmen. :-)
    Ich nehme an, das verliert sich zum Ende der Grundschule, die Große macht es schon weniger als der Kleine.
    #8Authortigger (236106)  26 Jun 22, 23:30
    Comment

     95 is "4,20,15"


    and 99 is "4,20,10,9". You'll have died of old age by the time you've ordered your ice-cream :-)

    #9AuthorGibson (418762) 26 Jun 22, 23:44
    Comment

    Ich selbst habe bis ins Jugendalter solche Zahlen von hinten nach vorne geschrieben, also erst die 7 und dann die 3 links davor. Nicht, weil man es mir so beigebracht hätte oder weil ich Schwierigkeiten gehabt hätte, das mathematisch richtig zu erfassen (#3), sondern weil es mir irgendwie logisch sinnvoll schien: man muss nicht erst "warten", bis die Zahl ganz ausgesprochen ist, sondern kann die Einzerziffer schon aufschreiben, während die Zehnerziffer noch gar nicht bekannt ist. Irgendwann hab ich gemerkt, dass das in der Praxis keinen Vorteil bringt, und schreibe seitdem die Zahlen wie jeder andere von links nach rechts. Die umgekehrte Methode wäre im Computerzeitalter auch recht mühselig.


    Gibson: Wenn du 99-Kugel-Eisbecher isst, brauchst du vermutlich gar nicht bis ins hohe Alter zu warten, bis du stirbst ;-)

    #10Authordirk (236321)  27 Jun 22, 06:22
    Comment

    Meinem Sohn (Grundschule 2 Klasse) wurde beigebracht erst die Zehnerstelle und dann die Einerstelle zu schreiben.

    Ach ja wir in D sind konstant. Wir sagen immer erst die Einerstelle und dann die Zehnerstelle. In E ist das ab 13 bis 19 auch so. Dann ändert es sich. Und es ändert sich ab 112 wieder (usw.).

    Habe mal gelesen, dass es in der Vergangenheit in E genauso war wie in D (lange her).


    #11AuthorHawkace (237330) 27 Jun 22, 08:43
    Comment

    Mir wurde beigebracht, zuerst die Zahl zu verstehen, und sie dann erst von links nach rechts aufzuschreiben. In dem Alter, in dem man solche "Schwierigkeiten" noch hat (weil man Zahlen vom Hören her noch nicht ausreichend strukturieren kann), hat man auch noch keine Zahlen wie "drei Millionen vierhundertzwölf Tausend siebenundvierzig" aufzuschreiben. Hat allerdings durchaus auch mit der Sprache zu tun, mit der man aufgewachsen ist, wenn man gewohnt ist "siebenunddreißig" zu hören statt "dreißigundsieben" erkennt man die Zahl auch sofort.


    Wenn man die Zahl hört, und sich eine Vorstellung davon macht, verwechselt man eine siebenunddreißig nicht mehr mit einer dreiundsiebzig und schreibt dann auch korrekt eine 37 und eine 73 auf, weil dies dann nicht mehr eine Zusammensetzung aus 3 und 7 ist, sondern eine Sinneinheit.

    #12Authorm.dietz (780138)  27 Jun 22, 08:59
    Comment

    zu #10:

    Die 37 könnte sich aber am Ende auch als 37000 oder 37,5 outen, d.h. wenn man die 7 sofort schreibt, bevor man die ganze Zahl gehört hat, kann das auch schief gehen.

    #13Authoreineing (771776) 27 Jun 22, 09:31
    Comment

    Wieso kann das schiefgehen? Wenn ich höre "sieben-und-dreißig-tausend", dann kann ich doch erst die 7, dann davor die 3 und dann die 3 Nullen dahinter schreiben. Hinten ist ja beliebig Platz.

    #14Authordirk (236321) 27 Jun 22, 09:48
    Comment

    Hinten ist ja beliebig Platz.

    Z.B. auch am rechten Rand einer Spalte in einem Formular?

    #15Authoreineing (771776) 27 Jun 22, 09:57
    Comment

    In den allermeisten Fällen hat man aber eine Vorstellung, wie groß die Zahl sein wird. Also teilt man das Feld beim Beschriften schon entsprechend ein.

    #16AuthorSelima (107) 27 Jun 22, 10:07
    Comment

    #15: Na, das ist doch ein bisschen weit hergeholt. Wenn der Platz im Formular nicht reicht, dann haben die Macher des Formulars schuld. Das Problem hat man immer, egal, wie man die Zahl schreibt. Aber ich will die Rückwärtsschreibweise ja nicht verteidigen, sie schien mir einst logisch, aber wie gesagt, ich wende sie schon lange nicht mehr an, weil sie unpraktisch ist und man die Zahl, sofern sie nicht zu lang ist, ohnehin schon in Gänze erfasst hat, bevor man anfängt zu schreiben.

    #17Authordirk (236321)  27 Jun 22, 10:08
    Comment

    Es ist erstaunlich, wie hartnäckig wir im Deutschen an der verdrehten Sprechweise festhalten, für die es eigentlich keine Begründung gibt - nicht einmal "das haben wir schon immer so gemacht", es gibt durchaus zahlreise historische Belege für eine unverdrehte Sprechweise. Der Verein "Zwanzigeins" bemüht sich seit Jahren darum, eine sinnvolle Zahlensprechweise einzuführen: Zwanzigeins – Startseite Dort sind auch Beispiele aus der Geschichte aufgeführt.


    Im Mathe-Unterricht habe ich gelernt, die Ziffern nach dem Komma unverdreht zu sprechen. Wieso wir weiterhin vor dem Komma verdrehen ... keine Ahnung.


    Ich erlebe übrigens auch im Alltag, wie lästig die Zahlensprechweise ist. Mein Mann ist der Zahlenfuchs, ich die Schreibende - d.h. er diktiert mir gelegentlich Aufstellungen für Abrechnungen oder die Steuererklärung. Ich muss ihn jedes Mal ermahnen, bitte die einzelnen Ziffern anzusagen und nicht "mal so, mal so", weil das eine beachtliche Fehlerquelle darstellt.

    #18AuthorRaudona (255425) 27 Jun 22, 12:18
    Comment

    Die von Raudonas verlinkte Vereins-Website verweist auch auf ein hübsches arte-Filmchen, das die deutsche Zahlensprechweise international vergleicht - https://www.youtube.com/watch?v=L5YZSZTO2tk&a... : "Wir Deutschen sind Weltmeister in Hirnakrobatik..." - und Konsequenzen diskutiert, denn die Zahlendreherei betrift ja nicht nur zweistellige Zahlen ("37") ...

    #19AuthorBambam (48248) 27 Jun 22, 12:32
    Comment

    Bei Telefonnummern finde ich das besonders irritierend, wenn man sie in jeweils rückwärts gelesene Zweiergruppen auflöst:

    324713

    Nicht: drei-zwei-vier-sieben-eins-drei,

    sondern: zwei-und-dreißig-sieben-und vierzig-drei-zehn.


    Als irgendwann vor hundert Jahren in der Schule alle ihre Telefonnummern nennen sollten und ich die meine ziffernweise angab, wies mich der Lehrer zurecht, ich solle bitte, wie es üblich sei, die Nummer in Zweiergruppen auflösen, das sei sonst schlecht verständlich.

    #20Authordirk (236321) 27 Jun 22, 12:40
    Comment

    re #20 ... genau das ...

    #21Authorno me bré (700807) 27 Jun 22, 12:58
    Comment

    Interessant finde ich an Raudonas Beitrag, dass die aktuell von der Mehrzahl als richtig empfundene Sprechweise als "verdreht" und die an andere Sprachen angepasste Weise als "sinnvoll" bezeichnet wird, und damit automatisch eine Wertung einfließt.


    Die Werte nach dem Komma werden deshalb in der Reihenfolge (und insbesondere auch wichtig: Ohne Interpretation!) genannt, weil eine "zweikommadreiundzwanzig" nun mal mehr ist als eine "zweikommahundertzwölf" und weniger als eine "zweikommafünf". Die Ziffern nach dem Komma sind also jede für sich alleinstehend, bilden also nicht den Zusammenhang, den die Ziffern vor dem Komma ergeben. Eine argumentative Verknüpfung dieser Umstände wäre so als würde man sagen "Seltsam, dass die Erde nur einen Mond hat, Saturn hat ja auch wesentlich mehr". Insbesondere werden bei langen Ziffernfolgen nach dem Komma dadurch die Werte nicht größer oder kleiner, anders als vor dem Komma, wo die Stellenanzahl die Größenordnung der Zahl angibt. Und während der Wert vor dem Komma "natürlich" ist, ist der Wert nach dem Komma ein mathematisches Konstrukt, um Teile eines Ganzen darstellen zu können. Der Nachkommaanteil einer Größe hat also sprachlich bei weitem nicht eine dermaßen lange Entstehungsgeschichte wie der Vorkommaanteil.


    Zum Thema, warum wir bei zweistelligen Zahlen die Zehnerstelle erst zuletzt nennen, fällt mir ein, dass was zuletzt genannt wird, einen größeren Eindruck beim Hörer hinterlässt (weil besser im Gedächtnis) als das erstgenannte, und insofern die zur Verdeutlichung der Größe wichtigere Information diese aufmerksamkeitswirksamere Position erhält. Der durchschnittliche Informationsempfänger hatte wohl während der Entwicklung dieser Spracheigenschaft keine Notwendigkeit, sich über die Größenordnung dreistelliger Zahlen Gedanken zu machen, man sagt ja auch dass Vorstellungen von Zahlen jenseits von Tausend erst durch die Verschuldung (und Inflation) der Weltkriege überhaupt in den Kopf der Durchschnittsdeutschen kam (also wer größere Zahlen kannte, hatte auch beruflich damit zu tun), die Theorie ist also durchaus schlüssig.


    Ohne jetzt irgendjemand auf die Füße treten zu wollen oder ein komplett neues fass aufzumachen, habt Ihr Euch mal überlegt, wieso überhaupt eine rein additive Zahlensprechweise vorherrscht? Also wieso heißt es "siebenunddreißig" und nicht "dreivorvierzig"? Die Ziffernschreibweise im Dezimalsystem wäre damit zwar etwas komplizierter, und zugegeben, wäre moderne Mathematik ohne ein einheitliches Stellensystem vermutlich nicht denkbar, aber auch derartige Zahlendarstellungen sind ja die Grundlage der römischen Ziffern, wenn die 4 nicht mehr als nicht mehr als 4x1 (IIII) angezeigt wird, sondern als eine 5-1 (IV), gab es also ebenso in der Geschichte. Mit derartigen Argumentationen ist in der "dreiundzwanzig oder zwanzigdrei"-Diskussion also auch kein Blumentopf zu gewinnen.


    Eine "beachtliche" Fehlerquelle sehe ich in der Stellung der Ziffern auch beim Diktieren nicht. Klar, wenn man eine Zahl vor sich stehen hat, und diese diktiert, kann man durchaus sagen "dreiundzwanzig, also zwo drei" Da ist dann aber auch der Gedanke dahinter, dass jemand eine bestimmte Darstellung der Zahl aufschreiben muss, nicht eine Vorstellung des Wertes erzeugen. Also ähnlich wie man auch eine Personalnummer, PLZ oder IBAN Ziffer für Ziffer diktiert. Dies ist aber durchaus von der Intention zu trennen, einen Größenwert benennen zu wollen. Nicht alles, was aus Ziffern besteht, ist eine Zahl!


    Edit: Der "Unsitte" Telefonnummern in Zweiergruppen als Wert vorzulesen, kann ich auch nichts abgewinnen, meine Telefonnummer ist nach dem Schema ABCADC aufgebaut, natürlich diktiere ich die als 2 3er-Gruppen in denen sich nur die mittlere Ziffer ändert. Und wenn dann Rückfragen kommen, weil die "künstlich" in 3 2er-Gruppen aufgeteilt wurden...

    #22Authorm.dietz (780138)  27 Jun 22, 13:23
    Comment

    Man benutzt halt das, was man kennt. Meine (abgeänderte) Telefonnummer lautet auf Deutsch


    zweiunddreißig - siebzehn - null neun


    und auf Englisch


    three-two-one seven-oh-nine


    und ich kann es auch nur in diesen "Paketen" sagen. Wenn ich es anders machen muss, komme ich total ins Stottern, obwohl ich die Nummer seit Jahrzehnten habe.

    #23AuthorGibson (418762)  27 Jun 22, 14:33
    Comment

    m.dietz, deine Frage, wieso wir ein nicht noch kompliziertes Zahlensprechsystem nutzen, lässt mich schmunzeln. Weil die Römer es auch taten? Tja, nicht mal die sind ja dabei geblieben.


    "Verdrehte Sprechweise" enthält noch keine Wertung: Wir ändern / verdrehen beim Sprechen die Reihenfolge. Isso. Dass ich die unverdrehte Sprechweise sinnvoll finde, ist tatsächlich meine Wertung. Wenn etwas als störend oder - in meinem Fall - als Fehlerquelle betrachtet wird, obwohl man daran gewöhnt ist, dann sollte eine andere Lösung doch in Betracht gezogen werden, oder?


    Übrigens stellt die Zahlensprechweise für rechenschwache Menschen eine zusätzliche Hürde dar. Und wir verplempern Ressourcen in der Grundschule, indem wir den Kindern erst einmal beibringen müssen, hin und her zu denken.


    Schön auf den Punkt gebracht hat es dieser ZEIT-Artikel: Deutsche Zahlen, die verwirren (zeit.de)

    #24AuthorRaudona (255425)  27 Jun 22, 17:11
    Comment

    Wenn etwas als störend oder - in meinem Fall - als Fehlerquelle betrachtet wird, obwohl man daran gewöhnt ist, dann sollte eine andere Lösung doch in Betracht gezogen werden, oder?


    Schwierig, schaffen wir dann auch alle unregelmäßigen Verben ab?

    Die machen auch vielen Kindern Schwierigkeiten und Ausländern sowieso. Oder diese Verben, die sich bei Konjugation in zwei Teile trennen (loslassen, fortsetzen oder so), die verwirren auch viele Deutschlernende.


    Andere Sprachen wie das Vietnamesische kennen gleich gar keine Konjugation oder gar Zeitformen von Verben.

    “Du gestern gehen Schuhe kaufen“.

    Einfach und logisch, kaum eine Fehlerquelle. Sollen wir deswegen jetzt alle so reden, weil es in einer anderen Sprache einfacher ist?


    Und grammatikalische Geschlechter sind gleich unlogisch, warum also nicht wie auf Englisch alle Dinge sächlich machen und bei Lebewesen nach natürlichem ( bei queeren Menschen = sozial empfundenem) Geschlecht sprechen (wenn unbekannt z.B. bei Tieren auch „es“)?


    Irgendwo ist eine Sprache ja auch gewachsenes Kulturgut, dessen Strukturen nicht immer logisch sind. Da jetzt einfach alles abzuschaffen, was kompliziert oder unlogisch ist, finde ich keine Lösung.

    #25AuthorDodolina (379349)  28 Jun 22, 01:24
    Comment

    Wir ändern / verdrehen beim Sprechen die Reihenfolge. Isso.


    Isso? Ich denke nicht. Beim Sprechen verdrehen wir gar nichts. Wir schreiben nur -- von links nach rechts -- im Vergleich zum Sprechen in umgekehrter Reihenfolge. Da das Sprechen aber nun mal viel älter ist als das Schreiben, verdrehen wir, wenn überhaupt beim Schreiben. Es gibt keinen sozusagen "natürlichen" Grund, die Zehnerstelle vor der Einerstelle zu nennen. Dass wir das so schreiben, hat mathematisch-praktische Gründe, ist aber letztlich nur eine Konvention. Umgekehrt (also die höchste Ziffer ganz rechts) würde es ebenso gut funktionieren. Im Arabischen etwa schreibt und liest man zwar von rechts nach links, setzt die Ziffern aber so wie bei uns, also die höchste ganz links, sodass sie im Lesefluss "zuletzt" kommt.


    Wenn wir ein mathematisch-logisches Zahlensystem in der Sprache einführen wollen, dann müssen wir noch mehr ändern. Warum etwa bedeutet zwei-hundert "zwei mal hundert", drei-zehn aber "drei plus zehn"? und vier-tausend-zwei-hundert-drei-zehn "vier mal tausend plus (zwei mal hundert) plus drei plus zehn"? Da werden einfach Zahlwörter aneinandergereiht ohne Rücksicht auf die Rechenoperation dazwischen. Da sind wir nicht besser als die Franzosen mit quatre-vingt-dix-huit = "vier mal zwanzig plus zehn plus acht".

    #26Authordirk (236321) 28 Jun 22, 07:00
    Comment

    zu # 25:

    Vietnamesisch ist ein schönes Beispiel für "Vereinfachungen".

    Die Sprache gilt als eine der am schwierigsten zu erlernenden Sprachen überhaupt, siehe dazu z.B. das schöne Buch "Gaston Dorrren: In 20 Sprachen um die Welt". Der Autor schildert darin seine frustrierenden Erfahrungen bei dem Versuch, in einem mehrmonatigen Sprachkurs mit Einzelunterricht in Vietnam auch nur die Grundzüge der Landessprache zu meistern.

    Die Tatsache dass, eine Schwierigkeit wie die Konjugation der Verben wegfällt, bedeutet ja in aller Regel, dass das an anderer Stelle kompensiert werden muss und das Gesamtpaket keineswegs einfacher wird.


    #27Authoreineing (771776)  28 Jun 22, 07:00
    Comment

    Hi Raudona, es ging ja nicht darum, das "dreivorvierzig" zu unterstützen, sondern das Argument der "zahlreichen historischen Belege für eine unverdrehte Sprechweise" zu entwerten. Aber ja, dass man dabei schmunzeln soll war durchaus beabsichtigt, ich bin mir anhand des Rests Deines Kommentars allerdings nicht sicher, ob die Erkenntnis der "Lächerlichkeit" dieses Arguments auch richtig gezündet hat. Hätte die "unverdrehte" Sprechweise mehr Vorteile als die "verdrehte", wären wir ja dabei geblieben.


    Ansonsten stimme ich Dodolina zu, Deine Argumentation in #24 erinnert zu stark an die Forderung, Deutsch doch abzuschaffen und alle zu zwingen Esperanto zu lernen, da diese Sprache wesentlich einfacher und logischer aufgebaut sei, und in spätestens 3-4 Generationen wäre dies auch nicht mehr unnatürlich, sondern wir wären alle "Denaskulo" (wenn mir jetzt Google Translate da keinen Streich spielt) in Esperanto.


    Haben Kinder mit Dyslexie nicht ebenso Probleme mit der gesamten Sprache? Werden dann nicht ebenfalls "Ressourcen verplempert", auf eine korrekte Schreibung von Wörtern zu achten?


    Und übrigens: die Tatsache, dass Du "verdrehte Sprechweise" der "sinnvollen Sprechweise" gegenüberstellst, enthält durchaus eine Wertung, ähnlich wie es "drei Menschen und eine Frau" täte. Da nützt auch kein Hinweis, dass "Frau" allein nicht abwertend ist.

    #28Authorm.dietz (780138) 28 Jun 22, 07:31
    Comment

    Mag sein, eineing, vor allem die tonale Sprache ist im Vietnamesischen für uns Europäer sicher sehr schwierig.

    Ich habe keine Ahnung von Vietnamesisch, nur meine Schwester hat Kontakt zu einigen Vietnamesen, die ihr das mit den Zeit- und Verbformen so gesagt haben. Diese Bekannten meiner Schwester sprechen tatsächlich auch auf Deutsch so, weil sie damit zurecht kommen und große Schwierigkeiten haben, diese Teile der deutschen Grammatik zu verstehen.


    Das sollte nur ein Extrembeispiel sein, wie stark man einen bestimmten Aspekt einer Sprache vereinfachen kann.

    Und wie m.dietz sagt, landen wir dann bei einer Plansprache, wenn wir konsequent alles Unlogische, was irgendwen verwirrt und zu Fehlern führt, beseitigen. Kann man gerne machen, es gibt mittlerweile ja schon Esperanto-Muttersprachler, soweit ich weiß. Das ist dann nur eben kein Deutsch mehr.

    #29AuthorDodolina (379349)  28 Jun 22, 08:11
    Comment

    Vietnamesisch ist schwer. Da kommt es auch sehr stark auf die Betonung an. Bekomm die Betonung nie hin... Das einzige was positiv an der Sprache ist, dass die "lateinische Buchstaben" verwenden. Haben übrigens von der Bilderschrift (wie etwa Mandarin) umgestellt.

    vier-tausend-zwei-hundert-drei-zehn

    vier mal tausend plus zwei mal hundert plus ein mal drei plus ein mal zehn (nur lassen wir bei den Zehnern und Einern das ein mal weg)

    4*10hoch3 + 2*10hoch2 + 3*10hoch0 + 1*10hoch1

    bei 23.256.538 wirds noch komplizierter... hier sind 3 Zahlenkombinationen (23; 56; 38) "verkehrt" gesprochen

    Warum bis 12 alles nur ein Sprech (elf; zwölf auch in E ) ist kommt daher, dass früher (fast) alles im 12er System gemacht wurde. Ein Groß (144=12*12) kennt kaum noch jemand. Uhrzeiten kommen auch vom 12er System. 24h=12*2; 60Min=12*5; 12 Monate...


    #30AuthorHawkace (237330) 28 Jun 22, 10:24
    Comment

    Gibson (#9) –


    "and 99 is "4,20,10,9". You'll have died of old age by the time you've ordered your ice-cream 🙂"


    But at least you'll die happy!


    I can imagine no better life than an unlimited supply of ice cream.

    #31Authoreric (new york) (63613) 28 Jun 22, 16:34
    Comment

    Ein Groß (144=12*12) kennt kaum noch jemand.


    Quod erat demonstrandum, es heißt nämlich richtig Gros.

    #32AuthorJanZ (805098) 28 Jun 22, 16:36
    Comment

    Ich kenne "Gros" aus "Asterix". Die Bände stellen sich im Nachhinein als mehr und mehr bildend heraus :-)

    #33AuthorGibson (418762) 28 Jun 22, 18:59
    Comment

    Ich kenne "Gros" aus "Asterix".


    Und ich das englische Pendant aus – nun, die Quelle dieses Zitats wird wohl fast jeder hier (er)kennen:


    Together we score one hundred and forty-four. Your numbers were chosen to fit this remarkable total: One Gross, if I may use the expression.

    #34AuthorCro-Mignon (751134)  28 Jun 22, 22:54
    Comment

    In welchem Asterix wurde Gros erwähnt?


    #35AuthorHawkace (237330) 29 Jun 22, 08:41
    Comment

    Keine Ahnung. Das ist 30 Jahre her.

    #36AuthorGibson (418762) 29 Jun 22, 09:05
    Comment

    In "Asterix und der Kupferkessel" werden Wildschweine im Gros verkauft.


    Genauer (hab nochmal nachgesehen):

    A. und O. verkaufen Wildschweine auf dem Markt. Jemand bietet 5 Sesterzen für das Dutzend - "ich meine .. 14 Stück. Ihr habt gerade so viele!". Es spricht sich schnell rum, dass man dort ein Dutzend zu 14 Stück für 5 Sesterzen bekommt. Alsbald erscheint eine Frau und ordert ein Gros - also 14 mal 14 ...

    #37Authordirk (236321)  29 Jun 22, 09:20
    Comment

    hmm hab auch mal nachgelesen...

    Hier ist der Frau aber ein Fehler unterlaufen, da ein Gros nicht 14*14 ist sondern 12 Dutzend...

    Nochmal nachgeschaut: Es ist mit Sternchen markiert und wird unten richtiggestellt: 1 Gros = 12 x 12


    Evtl. hat der Maler die Wildschweine schon gemalt und es waren 14. Dannach kam der Text und es sollte ein Gros sein. Aber wir bzw. ich schweife ab.




    #38AuthorHawkace (237330) 29 Jun 22, 11:33
    Comment

    Ich habe das immer so verstanden, dass das mit den 14 statt 12 einfach ein Witz ist.

    #39AuthorJanZ (805098) 29 Jun 22, 11:50
    Comment

    #38: Schon mal was davon gehört, dass es sich bei Asterix um eine Comicreihe aus dem Humor-Genre handelt?

    Das Ganze ist ein WITZ!

    #40Authordirk (236321)  29 Jun 22, 11:52
    Comment

    Und selbst wenn es als ernsthafte Darstellung anzusehen wäre, das Prinzip einen Preis, den man zunächst fürs Dutzend deklariert auf 14 Stück zu erweitern, weil der Verkäufer bei "Dutzend" noch nicht genug gezuckt hat... das stellt die Verhandlungstaktik des ersten Käufers dar, und diese Taktik wird dann halt von der zweiten Käuferin auf die Spitze getrieben, indem sie dann das Gros als 14x14 statt als 12x12 ansieht. Der Witz hat schon eine innere Logik, die man nicht unterschätzen darf.

    #41Authorm.dietz (780138) 29 Jun 22, 15:04
    Comment
    Ich dachte immer das kommt aus den Französischen: vendre en gros & en détail = Gross- und Einzelhandel. Vielleicht aber auch nicht oder anders. Stimmt, im Dt. ist ein Gros ein Dutzend Dutzende.
    #42AuthorFriedhelm D. (366844) 30 Jun 22, 09:34
    Comment

    Ist das -s in Gros nicht auch stumm? Gesprochen habe ich mit dem Wort noch seltener zu tun als geschrieben.

    #43AuthorJanZ (805098) 30 Jun 22, 10:16
    Comment

    Ich kenne Gros [gro:] (und benutze es vielleicht manchmal auch) vor allem in der zweiten Bedeutung nach Duden:

    das Gros - überwiegender Teil einer Gruppe oder Anzahl

    Beispiele

    • das Gros der Truppen begann zu meutern
    • vom Gros der Kundschaft wird wenigstens freundlicher Service erwartet
    • das Gros (der überwiegende Teil der Leute) war dagegen


    #44Authormanni3 (305129) 30 Jun 22, 10:56
    Comment

    zu #42 / #43:

    Ein Besuch in der französischen Abteilung von Leo hilft weiter:


    Dictionary: [fr-de] gros

    #45Authoreineing (771776) 30 Jun 22, 11:05
    Comment

    Inwieweit hilft mir ein Besuch in der französischen Abteilung weiter, wenn ich wissen will, wie das Wort im Deutschen ausgesprochen wird?

    #46AuthorJanZ (805098) 30 Jun 22, 11:19
    Comment

    re #46 : etwas scrollen ... bei den Substantiven, gleich die erste Zeile dort bietet die deutsche Aussprache für "das Gros" ... :-))


    ... gibt es im En-Wöbu aber auch ...

    #47Authorno me bré (700807) 30 Jun 22, 11:25
    Comment

    Eben, und vermutlich auch in einsprachigen deutschen Wörterbüchern. Für die Aussprache von "Algorithmus" muss ich ja auch kein arabisches Wörterbuch bemühen.

    #48AuthorJanZ (805098) 30 Jun 22, 11:35
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
  • Pinyin
     
  • Keyboard
     
  • Special characters
     
  • Lautschrift
     
 
:-) automatisch zu 🙂 umgewandelt