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    Language lab

    Spargel-Psychos mit Wasserwaagen-Zwang...

    Topic

    Spargel-Psychos mit Wasserwaagen-Zwang...

    Comment

    ...nennt sich ein Kurzfilm über die Besonderheiten der Deutschen.


    Zwar ist mir klar, dass es Wasserwagen-Zwang und nicht Wasserwage-Zwang heißen muss, allerdings fällt mir auf Anhieb keine grammatikalische Erklärung für das -n- ein. Bitte um Nachhilfe.


    Danke.

    AuthorWittGenStein (1323045) 29 Jun 22, 22:00
    Comment

    Meinst Du eine Wasserwaage mit einem Fugen -n- ? 😉

    #1Authorno me bré (700807) 29 Jun 22, 22:05
    Comment

    Genau, Fugenelement. Das ist meines Erachtens auch keine Grammatik, sondern Morphologie.

    #2AuthorJanZ (805098) 29 Jun 22, 22:06
    Comment

    Wie peinlich! Im gelesenen Beitrag steht Wasserwaage nur mit einem -a- und ich habe es versehentlich übernommen!



    Danke für das Fugenelement. Daran dachte ich zunächst auch und fragte mich gleichzeitig, warum viele andere Zwänge kein Fugenelement haben...

    #3AuthorWittGenStein (1323045) 29 Jun 22, 22:14
    Comment

    Ich glaube, die Regel für das Fugenelement ist, dass es nahezu keine Regel gibt. Ist aber ein beliebtes Feld, um Leute zu belehren („Das heißt Essenmarke, Sie sagen ja auch nicht Bratskartoffel!“).

    #4AuthorJanZ (805098) 29 Jun 22, 22:20
    Comment

    Danke.


    Kann mir jemand erklären, was richtig ist:


    • Fugenelementverstehzwang
    • Fugenelementeverstehzwang
    • oder Fugenelementsverstehzwang?

    😉



    #5AuthorWittGenStein (1323045) 29 Jun 22, 22:24
    Comment

    Schöne Erklärung, das in #4 ... :-)


    ... und von den Möglichkeiten in #5 würde ich nur die letzte nicht nehmen ... :-)

    #6Authorno me bré (700807) 29 Jun 22, 22:26
    Comment
    #4 Duden kennt beides:
    https://www.duden.de/rechtschreibung/Essensmarke
    https://www.duden.de/rechtschreibung/Essenmarke
    Aber die Bratskartoffel hab ich nicht gefunden.
    #7AuthorfehlerTeufel (1317098) 29 Jun 22, 22:55
    Comment

    Nach zwanghaftem Grübeln bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es Fugenelementeverstehenszwang lauten sollte...

    ...oder doch Fugenelementverstehenszwang? 🤔

    #8AuthorWittGenStein (1323045)  29 Jun 22, 23:04
    Comment

    Edit

    #9Authormanni3 (305129)  30 Jun 22, 00:16
    Comment

    Das heißt Essenmarke, Sie sagen ja auch nicht Bratskartoffel!

    -> Jawohl Herr Stabunteroffizier!


    (Für Nicht-Militaristen: der Dienstgrad heißt Stabsunteroffizier)

    #10Authordirk (236321)  30 Jun 22, 06:14
    Comment

    Ich glaube, die Regel für das Fugenelement ist, dass es nahezu keine Regel gibt. (#4)


    Ein wahres Wort. Bei uns stand jahrelang vorne "Werkbücherei" und hinten "Werksbücherei". Niemand hat sich jemals aufgeregt.

    #11AuthorStravinsky (637051) 30 Jun 22, 08:08
    Comment
    Hat wohl keiner gelesen...
    #12Authortigger (236106) 30 Jun 22, 08:18
    Comment

    Und wenn es ganz einfach der Plural ist?

    #13Authorbluesky (236159) 30 Jun 22, 09:13
    Comment

    Sonnenschirm, Straußenfeder, Sternenhimmel - sprechen eher dagegen.

    #14AuthorSelima (107) 30 Jun 22, 09:56
    Comment

    Semi-OT: Im Niederländischen ist es wohl tatsächlich so, dass ein Fugen-n (das ohnehin in der Umgangssprache nicht gesprochen wird) nur geschrieben wird, wenn es sich bei dem Bestimmungswort um einen Plural handelt. Der koninginnedag also ohne Fugen-n, weil es nur eine Königin (jedenfalls der Niederlande) gibt. Das führt dann (so habe ich es jedenfalls mal gelesen) zu so seltsamen Blüten wie bessesap ohne n, weil man aus einer einzelnen Beere durchaus Saft machen kann, aber bessenjam mit n, weil man für Marmelade immer mehrere Beeren braucht. Eine kurze Suche zeigt aber, dass sich nicht alle an diese Regel halten.

    #15AuthorJanZ (805098)  30 Jun 22, 10:13
    Comment

    Wieso braucht man für Marmelade mehr Beeren als für Saft?

    #16Authordirk (236321) 30 Jun 22, 11:30
    Comment

    Ich hätte noch eins: Fugenelementenverstehzwang...

    #17AuthorMr Chekov (DE) (522758) 30 Jun 22, 11:33
    Comment

    #16: Keine Ahnung, das stand so in dem Artikel. Ich habe beides noch nicht ausprobiert.

    #18AuthorJanZ (805098) 30 Jun 22, 11:34
    Comment

    @16: wenn man Marmelade aus dem Saft nur einer Beere macht, bekommt man sie nicht aus dem Topf ins Marmeladenglas 😉

    #19Authorunnaix (769252) 30 Jun 22, 14:46
    Comment

    #16 Wieso braucht man für Marmelade mehr Beeren als für Saft?


    Wenn du eine Beere in der Hand zerdrückst, färbt der Beerensaft deine Finger.

    #20AuthorMattes (236368) 30 Jun 22, 15:39
    Comment

    #19: Und wenn ich eine einzelne Beere ausdrücke, krieg ich den Saft nicht aus der Saftpresse ins Trinkglas 😉


    #20: Ja und?

    #21Authordirk (236321) 30 Jun 22, 15:54
    Comment

    #20: Ja und?


    In der Realität und der Sprachrealität kommt Beerensaft als Saft aus einer Beere vor, ohne dass man stutzt. Das bezweifle ich für Beerenmarmelade aus einer Beere. Das ist nicht genau das, was JanZ in #15 geschrieben hat, aber er hat ja auch aus dem Gedächtnis zitiert.


    Edit: Jetzt völlig OT:

    Die Niederländer hatten offenbar auch eine Rechtschreibreform, bei der u. a. die Regel aus #15 abgeschafft wurde:

    Het was bessesap en bessenjam, het wordt bessensap en bessenjam. Het was zo dat je de tussen-n alleen gebruikte waar je een meervoud nodig had (van één bes heb je al sap, maar je hebt er meer nodig om jam te maken) en het wordt:

    • Als het eerste woord in een samenstelling een zelfstandig naamwoord is waarvan het meervoud op -en eindigt, dan schrijf je een tussen-n in die samenstelling

    (https://www.dutch4all.nl/de-nieuwe-spelling/d...)

    #22AuthorMattes (236368)  30 Jun 22, 16:10
    Comment

    Stimmt. Soweit ich mich erinnere, war überhaupt keine nähere Begründung angegeben, aber das könnte die sein, die dahinter stand.

    #23AuthorJanZ (805098)  30 Jun 22, 16:16
    Comment

    (Die neue niederländische Regel zum Fugen-n aus #22 gilt seit 1996. Sie hat diverse Ausnahmen.)

    #24AuthorMattes (236368) 30 Jun 22, 16:33
    Comment

    Oh, der Edit war mir entgangen. Schau an, da hast du ja genau die Regel mit der Begründung gefunden. Dass sie nicht mehr gilt, wusste ich nicht.

    #25AuthorJanZ (805098) 30 Jun 22, 16:37
    Comment

    Die ehrwürdige Admiral Nelson hat die Reform offenbar gelassen ignoriert. 🙂


    (Müsste das jetzt nicht sogar pannenkoekenschip heißen? Grübel ...)

    #26AuthorKapustiner (1229425) 30 Jun 22, 16:45
    Comment

    Ich schätze mal, das ist eher eine Frage des Sprachgebrauchs als der Rechtschreibung, denn ob das -e(n)- vorhanden ist oder nicht, hört man ja auch in der gesprochenen Sprache deutlich. Das ist dann vermutlich eher so wie bei den deutschen Fugenelementen.


    Übrigens entnehme ich dem Link aus #22 entzückt, dass der Koninginnedag immer noch so heißt (auch wenn er kein Feiertag mehr ist), da Willem Alexander nicht, wie dort vorgeschlagen, einen Feiertag zur Ehre sämtlicher Königinnen der Welt ausgerufen hat.

    #27AuthorJanZ (805098)  30 Jun 22, 16:57
    Comment

    Und manchmal setzt sich der Sprachgebrauch auch gegen die Regel durch:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Carlsplatz#Karl...


    Mir ging der Name dieses Platzes noch nie ohne s über die Zunge.

    #28AuthorDaja (356053) 01 Jul 22, 10:42
    Comment

    Auch in München gibt es an zentraler Stelle einen Karlsplatz. Um der Diskussion über -s- oder nicht -s- zu entgehen, sagen die Münchner einfach Stachus.


    😀


    #29AuthorIrene (236484) 01 Jul 22, 10:47
    Comment

    Irene, das ist die einzige plausible Erklärung, die mir je begegnet ist :-)

    #30Authormanni3 (305129) 01 Jul 22, 11:10
    Comment

    Wikipedia sagt: ... auch wenn dies grammatikalisch fragwürdig war (Karls Platz, der Platz des Karl, aber Karlplatz als ein Wort)


    Das ist nicht fragwürdig. Das Fugen-s (das auch keine rheinische Spezialität ist) hatte noch nie was mit Genitiv zu tun, das ist ein verbreiteter Irrtum. Karlsplätze gibt es auch anderswo, siehe #29. In Prag gibt es eine Karlsbrücke und einen Wenzelsplatz. In Stuttgart, Hagen, Göttingen und anderswo gibt es Wilhelmsplätze. Ob mit oder ohne s ist keine Frage der Grammatik, sondern eine des Wohlklangs und des persönlichen Geschmacks.

    #31Authordirk (236321)  01 Jul 22, 11:51
    Comment

    #29

    Schön, dass die Münchner keinen Zwängen unterliegen und das Problem geschickt umgehen. Das nenne ich lösungsorientiert!*

    (*Ich hatte schon überlegt, ob ich das -s- einfach weglassen kann...)

    #32AuthorWittGenStein (1323045) 01 Jul 22, 12:01
    Comment

    Das Fugen-s (das auch keine rheinische Spezialität ist) hatte noch nie was mit Genitiv zu tun, das ist ein verbreiteter Irrtum. (#31, meine Hervorhebung)


    Das sieht eine bekannte Monografie zur Wortbildung anders:


    "Die Fugenelemente sind im großen und ganzen auf Substantiv- oder Verbstämme als Erstglieder beschränkt. Das hängt mit ihrer Genese zusammen [...] Die Fugenelemente bei substantivischem Erstglied sind aus den einstigen Flexionssuffixen hervorgegangen, und zwar in sog. 'uneigentlichen' ("unechten") Komposita, die 'für das erste Compositionsglied die Form' verlangen, 'welche seinem syntaktischen Verhältnis zu dem folgenden Gliede entspricht' (Wilmanns 1899, 518f.): ahd. der gotes poto [...] wird zum "uneigentlichen" Kompositum Gottesbote."


    Fleischer/Barz (2. Aufl. 1995): Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, S. 136.



    Edit: Auch die Duden-Grammatik (8. Aufl. 2009, S. 713) schreibt:


    Fugenelemente haben sich historisch größtenteils aus Flexionsendungen entwickelt.

    #33AuthorCro-Mignon (751134)  01 Jul 22, 12:29
    Comment

    https://www.projekt-gutenberg.org/valentin/ra...

    Karl Valentin hat ein schönes Stück, dass die Semmelknödel doch Semmelnknödeln heißen müssten.

    #34AuthorSven DE (263308) 01 Jul 22, 14:18
    Comment

    dass die Semmelknödel doch Semmelnknödeln heißen müssten.

    "Suche in allen Foren" Leo: 30 Fädentreffer für das Wort "Semmelnknödeln" ;--)

    #35AuthorBraunbärin (757733) 01 Jul 22, 19:20
    Comment

    Hier im Norden knödeln wir eher nicht, aber dass eine anständige Panade hauptsächlich aus Semmelnbröseln besteht, hat sich sogar bis zu uns herumgesprochen.

    #36AuthorKapustiner (1229425) 01 Jul 22, 21:13
    Comment

    Sollten das bei Euch im Norden nicht eher Brötchenbrösel sein?

    #37Authormanni3 (305129) 02 Jul 22, 09:17
    Comment

    Apropos: Bratskartoffeln

    Das Fugen-S z. B. in Werksbücherei hieß bei uns in der Familie immer: das Marine-Bratskartoffel-S :-)


    Aus der Abteilung: nutzloses Wissen ...

    #38AuthorPeter <de> (236455) 02 Jul 22, 09:56
    Comment

    #37 Sollten das bei Euch im Norden nicht eher Brötchenbrösel sein?


    Das ist halt ein kulinarischer Import. Original haben wir die Fischstäbchen durch zerstampfte Muschelschalen gezogen und an den Bordpapagei verfüttert. Kalziumreich. 😉

    #39AuthorKapustiner (1229425) 02 Jul 22, 18:13
    Comment
    #40Authormanni3 (305129)  02 Jul 22, 18:58
    Comment
    Danke, manni3 😂
    #41AuthorNirak (264416)  02 Jul 22, 23:58
     
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