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  • Betrifft

    will / wollte

    Kommentar

    "Am 1. August 2005 wurden die Regeln der reformierten Rechtschreibung für Schüler verbindlich außer im Kanton Bern, dessen Lehrerverband die Reform nicht einführen will."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deut...


    Why not "wollte"?

    Verfassereric (new york) (63613) 02 Jul. 22, 20:02
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    Vermutlich : Dieser Verband wollte die damals nicht einführen und will die auch heute immer noch nicht einführen ...

    #1Verfasserno me bré (700807) 02 Jul. 22, 20:43
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    Möglich (und wahrscheinlich) ist auch, dass der Teil über die Schweiz seit vielen Jahren nicht bearbeitet wurde.

    #2VerfasserRaudona (255425) 02 Jul. 22, 20:50
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    Ich halte es einfach für schlampig geschrieben. Man könnte sowohl Präsens als auch Präteritum vertreten, finde ich, aber nicht beides im gleichen Satz.


    (Obwohl das oft vorkommt: "Er wusste genau, was er tut." Halte ich für strenggenommen falsch, aber idiomatisch. Das Deutsche nimmt die Zeiten nicht so streng wie das Englische.)

    #3VerfasserGibson (418762) 02 Jul. 22, 20:57
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    Natürlich kann man Präsens und Präteritum im selben Satz verwenden, wenn das, was jeweils ausgedrückt werden soll, eben in verschiedenen Zeiten abläuft.


    Der 1. August 2005 liegt in der Vergangenheit, dementsprechend steht das auch im Präteritum: die Regeln wurden am 1. August 2005 verbindlich. Wenn der Berner Lehrerverband diese Regeln aber bis zum heutigen Tag nach wie vor nicht einführen will, dann ist das Präsens. Vorausgesetzt, dass das tatsächlich bis heute so stimmt, dann ist da nichts schlampig, sondern alles grammatisch korrekt.

    #4Verfasserdirk (236321) 02 Jul. 22, 22:29
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    sondern alles grammatisch korrekt.


    Finde ich nicht. Wenn ich erzähle, was 2005 passierte, kann ich nicht von "will" reden. Es kann ja sein, dass sie es heute immer noch nicht wollen, aber in dem Satz geht es um 2005.


    Anders sähe es aus, wenn ein "bis heute" in dem Satz stünde (und wie schon angedeutet, wäre ich im Deutschen auch nicht drüber gestolpert). Aber eigentlich finde ich es schief.

    #5VerfasserGibson (418762)  02 Jul. 22, 22:52
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    sondern alles grammatisch korrekt. - Finde ich auch.

    Das bemängelte "bis heute" wird durch das Präsens ausgedrückt.


    200 % Sicherheit gilt vielleicht im Brückenbau - im Satzbau nicht unbedingt ;-)

    #6Verfassermanni3 (305129)  02 Jul. 22, 22:59
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    Wie dirk und manni kann ich hier keinen Grammatikverstoß erkennen. Zugegeben, mit einem Zusatz wie bis heute oder immer noch klänge der Satz für mich idiomatischer, aber falsch ist er m. E. nicht.


    In dem Satz geht es um 2005. (#5)

    Ja, aber nur im Hauptsatz, nicht im Relativsatz. Dass in einem Hauptsatz und einem davon abhängigen Nebensatz unterschiedliche Tempora verwendet werden, ist nicht ungrammatisch. Ein paar Beispiele:


    Er ist froh, dass sie damals bei ihrem Entschluss geblieben ist.

    Sie wusste nicht, dass ihr Vorgänger den Plan bereits ausgearbeitet hatte.

    Damals wurden die Bäume gepflanzt, deren Früchte wir heute essen.


    Edit zum Gegenbeispiel in #3 (Er wusste genau, was er tut.):

    Diesen Satz halte auch ich für falsch, weil die Zeitebene in beiden Teilsätzen gleich ist, das Tempus sich aber unterscheidet. Dies ist - wenn no me brés Interpretation in #1 zutrifft - hier aber nicht der Fall.

    #7VerfasserCro-Mignon (751134)  02 Jul. 22, 23:12
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    Ich finde, dass die Beispiele anders sind, Dem OP entsprechen würde z.B.


    Er ist froh, dass sie damals bei ihrem Entschluss bleibt.

    Sie wusste nicht, dass ihr Vorgänger den Plan bereits ausgearbeitet hat.

    Und das fände ich auch schief.



    Es kann aber sein, dass mein Zeitengefühl massiv vom Englischen beeinflusst ist, wo es ja gerne anders ist. Ich lese einfach nicht genug Deutsch; vielleicht habt ihr recht und mein Sprachgefühl ist falsch. Aber es ist sehr insistierend ;-)

    #8VerfasserGibson (418762) 02 Jul. 22, 23:21
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    Na ja, über Sprachgefühl lässt sich nicht streiten. :-)


    Ich denke aber nicht, dass Deine beiden Beispielsätze (die ich wie Du als falsch empfinde) dem OP-Satz entsprechen.


    Er ist froh, dass sie damals bei ihrem Entschluss bleibt.

    Das Präsens im dass-Satz ist falsch, weil es im Gegensatz zur Zeitangabe damals steht.* Einen solchen Gegensatz innerhalb desselben Teilsatzes gibt es im OP nicht.


    Edit: *Ja, ich weiß, dass es ein historisches Präsens gibt; das würde aber wiederum nicht zum Präsens des Hauptsatzes passen.


    Sie wusste nicht, dass ihr Vorgänger den Plan bereits ausgearbeitet hat.

    Hier passt das resultative Perfekt des dass-Satzes, das auf die Gegenwart verweist, nicht zum Präteritum des Hauptsatzes. Es gibt also einen logischen Bruch. Einen solchen Bruch sehe ich im OP nicht, denn das Inkrafttreten der Regeln und die Wünsche des Lehrerverbandes können durchaus auf unterschiedlichen Zeitebenen liegen.

    #9VerfasserCro-Mignon (751134)  02 Jul. 22, 23:30
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    Thanks to all for the comments and the discussion.


    It seems that English and German are not so different. I thought at first that there was some difference in usage or style that I was unaware of. But apparently not.

    #10Verfassereric (new york) (63613) 03 Jul. 22, 00:08
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    Einen solchen Bruch sehe ich im OP nicht, denn das Inkrafttreten der Regeln und die Wünsche des Lehrerverbandes können durchaus auf unterschiedlichen Zeitebenen liegen.


    Das ist dann der Punkt, wo wir den Satz unterschiedlich lesen. Für mich erfolgte die Reaktion des Lehrerverbandes in 2005. Ob er das heute immer noch so sieht, ist für diesen konkreten Satz nicht relevant IMO.

    #11VerfasserGibson (418762) 03 Jul. 22, 01:22
     
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