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    Sprachlabor

    Kommt hier ein Apostrophe hin?

    Betrifft

    Kommt hier ein Apostrophe hin?

    Kommentar

    Was ist bitte richtig:

    1) Komm' vorbei und koste unsere himmlisch guten Cupcakes

    oder

    2) Komm vorbei und koste unsere himmlisch guten Cupcakes


    Danke!

    VerfasserAnnaUK (806456) 07 Jul. 22, 02:15
    Kommentar

    Betreffzeile, Korrektur: Apostroph (ohne e hinten)


    Kein Apostroph. Also: dein Satz 2)

    #1VerfasserBraunbärin (757733) 07 Jul. 22, 06:11
    Kommentar

    NB: unsere himmlischen Cupcakes wäre besser - nach himmlisch ist das schlichte gut unnötig, ja schon fast eine Abschwächung.

    #2Verfassermbshu (874725) 07 Jul. 22, 07:00
    Kommentar

    OT: Dachte ich auch erst, aber "himmlisch gut" hat was. Einprägsamer als nur "himmlisch".

    #3VerfasserMr Chekov (DE) (522758)  07 Jul. 22, 07:22
    Kommentar

    Da geht es mir wie Pavel in #3 ...

    #4Verfasserno me bré (700807) 07 Jul. 22, 10:04
    Kommentar

    Ja, kein Apostroph. Und um zu beurteilen, ob die 🧁🧁 "himmlisch" oder "himmlisch gut" sind, müsste ich erst einen probieren😜

    #5VerfasserBambam (48248) 07 Jul. 22, 10:41
    Kommentar

    Nun noch die Begründung: Der Apostroph ist ein Auslassungszeichen, kennzeichnet also die Stelle im Wort, wo ein Buchstabe (oder mehrere) weggelassen wurde.


    Der Imperativ von "kommen" ist "komm", da wird nichts weggelassen.


    Anders verhält es sich in der 1. Person:

    "Ich komme vorbei" -> "Ich komm' vorbei"

    #6VerfasserRaudona (255425)  07 Jul. 22, 23:16
    Kommentar


    Duden Online kommen

    Imperativ 2. Person Singular - komm, komme 


    Duden 9:

    In der 1. Person Singular des Präsens Indikativ ist die Endung -e im Allgemeinen fakultativ, es gibt lediglich stilistische Unterschiede (ich hole/ich hol).

    Dasselbe gilt für die Form des Singular Imperativ der schwachen Verben (hole/hol).



    Anna, Du findest die Formen auch im LEO-Wörterbuch über das Tabellensymbol links neben dem Wort.

    #7Verfassermanni3 (305129)  08 Jul. 22, 00:39
    Kommentar

    Zu ##6 und 7:


    Um mannis Hinweis zum Indikativ Präsens noch zu verdeutlichen: In der Form


    Ich komm vorbei


    wird kein Apostroph gesetzt; zum einen, weil die Form komm auch ohne -e korrekt ist, zum anderen, weil nicht jeder ausgelassene Buchstabe durch einen Apostroph gekennzeichnet wird. Nur in bestimmten Fällen ist nach der amtlichen Rechtschreibung ein Apostroph erforderlich oder zulässig; zu diesen zählt ich komm nicht:


    https://grammis.ids-mannheim.de/rechtschreibu...

    #8VerfasserCro-Mignon (751134)  08 Jul. 22, 06:08
    Kommentar

    *Edit* Moment, Groschen gefallen, Beitrag gelöscht.

    #9VerfasserMr Chekov (DE) (522758)  08 Jul. 22, 06:15
    Kommentar

    Grundsätzlich ist das Endungs-e in der 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv fakultativ.

    (Duden 9, 8. Aufl. 2016)


    Das ist aber eine recht kühne Behauptung des Duden, wie ich finde. Das klingt, als könne man das Endungs-e bei der 1. Person nach Belieben weglassen, und mag Lernende womöglich zu der Annahme verleiten, es sei eigentlich überflüssig oder gar altertümlich (wie das Dativ-e). In meiner Duden-Grammatik (1998, zugegeben auch nicht mehr die allerneueste) liest sich das so:


    Das e am Ende einer Verbform kann in der Literatur aus vers- und satzrhythmischen Gründen und in der (gesprochenen) Umgangssprache - besonders in der 1. Pers. Sing. Präs. - weggelassen (apokopiert) werden [...] In der Schrift wird das unterdrückte e normalerweise nicht durch einen Apostroph angezeigt.


    Das trifft es viel besser, denke ich. Jeder Deutsch Lernende sollte wissen: Die 1. Pers. Sg. Präs. endet bei (fast) allen Verben auf -e, und das gehört da auch hin. Weggelassen wird es gelegentlich

    - in der Umgangssprache (aber auch da weder immer noch überwiegend),

    - in literarischen Werken, etwa aus Gründen des Versmaßes oder Satzrhythmus.

    #10Verfasserdirk (236321)  08 Jul. 22, 07:12
    Kommentar

    In der Duden-Grammatik von 2009 (Randnummer 622) liest sich das so:


    Das auslautende -e einer Verbform kann gleichfalls weggelassen werden, um den Wegfall des Schwalauts zu markieren. Diese in der geschriebenen Sprache stilistisch markierte e-Tilgung wird meistens nicht durch einen Apostroph angezeigt.

    Ich lauf mal zum Bäcker. Ich leg mich jetzt hin. Ich wohn auf dem Land. [ ... ]


    In spontaner gesprochenen Sprache wird das auslautende Schwa der 1. Pers. Sg. Präs. regelmäßig ausgelassen.



    [ Dieser Duden-Leser sieht Ich sehe keine "Kühnheit" in dem Satz aus Duden 9: Grundsätzlich ist das Endungs-e in der 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv fakultativ.]



    #11Verfassermanni3 (305129)  08 Jul. 22, 11:43
    Kommentar

    Steht da wirklich: in spontaner gesprochenen Sprache ... ?


    Aber zum Thema: Würdest du einen Satz wie

    Ich nehm die Nettoeinkünfte des Vorjahrs als Basis und addier dazu die Mehrwertsteuer

    etwa in eine Brief ans Finanzamt als korrekt ansehen?


    Schon hier beim Schreiben unterkringelt mir die Rechtschreibprüfung nehm und addier.


    Da kommt mir eine Szene aus dem Wendezeit-Film Schulz und Schulz in den Sinn, wo der West-Werbefachmann sich den Slogan "DDR - find ich gut!" ausgedacht hatte und sein Ost-Kollege meinte, da fehle doch das e.

    #12Verfasserdirk (236321)  08 Jul. 22, 12:07
    Kommentar

    Tippfehler von mir - da steht "In spontaner gesprochener Sprache"

    In einem Brief ans Finanzamt würde ich wohl Vorjahres, nehme und addiere schreiben, nicht aber Briefe. ;-)

    #13Verfassermanni3 (305129)  08 Jul. 22, 14:07
    Kommentar

    Gut, das beruhigt mich (das mit dem Tippfehler, inzwischen traue ich dem Duden nämlich alles zu) 😉

    Und ja, wir alle sind nicht gegen Tuppfahler gefeit ...

    #14Verfasserdirk (236321) 08 Jul. 22, 14:39
     
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