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    In der Früh

    Comment

    Kürzlich sah mich eine Kollegin aus dem südlichen Niedersachsen höchst erstaunt an, als ich einem Kollegen, der gerade Deutsch lernt, seinen englischen Satz, der mit "this morning" begann, mit "heute in der Früh" ins Deutsche übersetzte. Sie meinte, dass er das sich so nicht merken solle, weil man das allenfalls im Süden Deutschlands sage.

    Ist das so? Klingt das den Nord-, West-, Ostdeutschen wirklich so fremd im Ohr, dass sie Deutschlernenden abraten würden, sich das einzuprägen?

    AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 07:32
    Comment

    Mir (NW-deutsch) klingt es nicht fremd, aber nur weil ich schon lange in S-Deutschland wohne. Einem Deutschlernenden würde ich es eher nicht beibringen. "Abraten, sich etwas einzuprägen" funktioniert übrigens meist nicht (und muss auch nicht sein), aber man sollte ihn darauf hinweisen, dass es regional markiert ist.

    #1AuthorMr Chekov (DE) (522758)  07 Jul 22, 07:44
    Comment

    Wenn ich "In der Früh" höre, denke ich sofort an Süddeutschland. "Einem Deutschlernenden würde ich es eher nicht beibringen." (c) Mr Chekov

    #2Authorestrellita (236267) 07 Jul 22, 07:49
    Comment

    Auch von mir Zustimmung.

    Mittlerweile klingt es für mich nicht mehr fremd, ist aber definitiv etwas, was ich nicht sagen würde und woran ich mich erst gewöhnt habe, seitdem ich im Süden wohne.

    (Ursprünglich NRW)


    Verstanden wird es natürlich auch im Norden, aber da würde man eher mit "Heute Morgen" anfangen.

    #3AuthorDodolina (379349)  07 Jul 22, 07:50
    Comment

    Ich (seit 25 Jahren in BY, vorher NRW) muss mich auch immer konzentrieren, dass mir bei Gesprächen mit der "norddeutschen" Verwandtschaft kein "In der Früh" rausrutscht. Für mich klingt das normal, für sie nicht. Ebenso bei der angeheirateten Verwandtschaft im nördlichen BaWü. Da gibt's auch seltsame Blicke für "in der Früh".

    #4Authoredoardo_1_4 (1297108)  07 Jul 22, 07:56
    Comment

    Ebenso bei der angeheirateten Verwandtschaft im nördlichen BaWü. Da gibt's auch seltsame Blicke für "in der Früh".


    Interessant, mein "Süden" ist ja südliches BaWü, da höre ich das zumindest oft genug, dass ich mich dran gewöhnt habe. Im Ohr habe ich da vor allem die, deren Familien "schon immer" hier in der Gegend wohnen.

    #5AuthorDodolina (379349) 07 Jul 22, 07:58
    Comment

    Frage:


    Das gilt vermutlich für "gestern Früh", "heute Früh" und "morgen Früh", richtig?


    Wie würden Nicht-Süddeutsche denn "morgen Früh" sagen? "Morgen Morgen" ja wohl eher nicht.

    #6AuthorJalapeño (236154) 07 Jul 22, 08:01
    Comment

    Nein, das gilt nur für in der Früh :) (Also für mich)

    "gestern Früh", "heute Früh" und "morgen Früh" sind für mich völlig normal und werden genau so auch genutzt. Allerdings würde ich früh wohl kleinschreiben, weil Adjektiv. Also morgen bestimmt grob den Zeitpunkt und früh definiert es dann näher. Dabei ist eben nicht "die Früh" der Zeitpunkt.

    #7Authorestrellita (236267) 07 Jul 22, 08:08
    Comment

    Der Duden führt das in Großschreibung unter dem Eintrag "die Früh" (was als Süddeutsch/Österreichisch gekennzeichnet ist), daher meine Frage:


    gestern, heute, morgen Früh (am Morgen)


    https://www.duden.de/rechtschreibung/Frueh

    #8AuthorJalapeño (236154)  07 Jul 22, 08:09
    Comment

    Interessant. Da wär ich meiner Lebtag nicht drauf gekommen, dass das so exklusiv süddeutsch ist.

    #9AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 08:10
    Comment

    Entweder "morgen früh", damit habe ich kein Problem.

    Aber nur für ziemlich früh. So ungefähr ab 10 Uhr würde ich von "morgen Vormittag" reden.


    Für mich ist "mittag" auch maximal die Zeit von 11:30 bis 13:30, eben so die Zeit des Mittagessens. Da schaue ich immer noch irritiert, wenn mir einen "schönen Mittag" wünscht (vor allem, wenn das gegen 14 Uhr noch vorkommt).

    Ist das anderswo in Süddeutschland auch so, dass "mittag" bis weit in den Nachmittag reicht?

    Gefühlt geht hier bei manchen der Mittag direkt in den Abend über.

    #10AuthorDodolina (379349) 07 Jul 22, 08:11
    Comment

    Gegen "klein, weil Adjektiv" würde auch sprechen, dass man nicht "gestern spät", "morgen spät" sagt, sondern "gestern Abend", "morgen Abend", auch hier kommt das Nomen ohne Artikel zur Verwendung.

    #11AuthorJalapeño (236154) 07 Jul 22, 08:11
    Comment

    Ich würde "morgen früh" sagen (und "früh" klein schreiben. -- Im Duden steht es so: morgen früh, bes. österr. auch morgen Früh).


    *Edit* war zu langsam...

    #12AuthorMr Chekov (DE) (522758)  07 Jul 22, 08:11
    Comment

    Tageszeiten sind eh so ein Ding. Mein Mitbewohner und ich sind uns da selten einig. Für ihn geht der Nachmittag bis ca. 7 Uhr, bei mir nur bis ca. 5 Uhr.


    Mittag ist bei mir auch so ungefähr von 11 bis 1.

    #13AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 08:13
    Comment

    Interessant. Da wär ich meiner Lebtag nicht drauf gekommen, dass das so exklusiv süddeutsch ist.


    Kann das bei "meiner Lebtag" möglicherweise auch so sein und in Nicht-Süddeutsch heißt das "mein Lebtag"?


    (Ich kenne das Gefühl. Ich übersetze regelmäßig gemeinsam mit Menschen aus ganz Deutschland große Projekte. Da kommt es immer wieder vor, dass jemand sagt "das ist Süddeutsch" und ich darüber verwundert bin.)

    #14AuthorJalapeño (236154) 07 Jul 22, 08:13
    Comment

    Kann das bei "meiner Lebtag" möglicherweise auch so sein und in Nicht-Süddeutsch heißt das "mein Lebtag"?


    Ja, ich kenne da nur "mein Lebtag".

    #15AuthorDodolina (379349) 07 Jul 22, 08:15
    Comment

    Interessant, mein "Süden" ist ja südliches BaWü, da höre ich das zumindest oft genug, dass ich mich dran gewöhnt habe. 

    Das nördliche BaWü meiner angeheirateten Verwandtschaft ist kurz vor Rheinland-Pfalz, das zählt nicht mehr als "Süden". ;)

    "gestern Früh", "heute Früh" und "morgen Früh" sind für mich völlig normal 

    In meiner "Heimatsprache" würde ich sagen:

    Gestern Morgen, heute Morgen, aber: morgen früh.

    (Sprache ist echt nicht logisch :))

    #16Authoredoardo_1_4 (1297108) 07 Jul 22, 08:15
    Comment

    Re Lebtag: related discussion: all one's life, all of one's life - jemands Lebtag


    Genau. Für mich klingt "mein Lebtag" dermaßen falsch ...

    #17AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 08:16
    Comment

    Ich schließe mich -- kaum verwunderlich -- denen an, die "morgen früh" kleinschreiben und "in der Früh" zwar verstehen aber irgendwie süddeutsch einordnen. Und das schon mein Lebtag. Ein Kollege ostdeutscher Herkunft pflegt zu sagen "frühs", analog zu "mittags" oder "abends".

    #18Authordirk (236321)  07 Jul 22, 08:21
    Comment

    In meiner "Heimatsprache" würde ich sagen:

    Gestern Morgen, heute Morgen, aber: morgen früh.


    Jep, ich auch. "Morgen Morgen" klänge auch für Norddeutsche etwas komisch 🙂. Ich weiß aber noch, dass es früher im WDR-Wetterbericht immer hieß "Von gestern früh bis heute früh (fiel soundso viel Niederschlag)".


    Und ich würde auch "mein Lebtag" sagen, glaube aber, dass das "mein" ein verkürztes "meinen" ist. Umgangssprachlich unterscheiden wir das ja nicht so.

    #19AuthorJanZ (805098) 07 Jul 22, 08:43
    Comment

    Habe nicht alle Antworten gelesen. Heute in der Früh kenne ich nur aus dem aktiven Wortschatz meiner fränkischen und meiner österreichischen Verwandtschaft und von meiner Schulzeit in Oberbayern. Die rheinische Verwandtschaft hat es nicht im aktiven Wortschatz und ich auch nicht.


    Klingt das den Nord-, West-, Ostdeutschen wirklich so fremd im Ohr, dass sie Deutschlernenden abraten würden, sich das einzuprägen?


    Westdeutsche (rheinische Ohren) s. oben. Abraten? Das würde ich nicht. Ich würde eventuell dezent auf regionale Unterschiede hinweisen.

    #20AuthorWittGenStein (1323045) 07 Jul 22, 09:45
    Comment

    Spannend - zum Thema "Früh" stimme ich Selima zu 100 % zu, ich wäre niemals drauf gekommen, dass das so eng auf Süddeutschland begrenzt ist.

    Andererseits zögere ich keine Sekunde zu sagen, dass ich "meiner Lebtag" für absolut falsch halten würde.


    Sprache ist immer wieder faszinierend.

    #21Authorrufus (de) (398798) 07 Jul 22, 09:54
    Comment

    In meiner südwestdeutschen Ecke (rheinfränkischer Sprachraum) wäre das "ganz früh heute Morgen" ... bzw. "im meinem ganzen Leben (noch nicht)"



    PS : zu "Lebtag" ohne "nicht" will mir gerade partout kein Beispiel einfallen ...


    #22Authorno me bré (700807) 07 Jul 22, 09:55
    Comment

    #18

    frühs

    AUA!

    #23AuthorWittGenStein (1323045) 07 Jul 22, 10:19
    Comment

    Ich kenne "frühs" auch hier aus Franken (von Franken).

    #24Authoredoardo_1_4 (1297108) 07 Jul 22, 10:26
    Comment

    Ich auch. Es tut jedesmal ein kleines bisschen weh...

    #25AuthorWittGenStein (1323045) 07 Jul 22, 10:36
    Comment

    Ich auch. Und "hinzus" und "rückzus" für "auf dem Hinweg" / "auf dem Rückweg".


    Sprachliche Vielfalt und Erhalt von Dialekten. Ist doch schön.

    #26AuthorJalapeño (236154) 07 Jul 22, 10:46
    Comment

    /OT wenn wir schon dabei sind:

    Hier fährt man auch auf, also z.B.: Ich fahre heute auf Nürnberg, hinzus mit dem Zug, rückzus mit dem Taxi!

    OT off.

    #27Authoredoardo_1_4 (1297108)  07 Jul 22, 10:51
    Comment

    Frühs kenne ich von hier (Sachsen) auch. Ebenso wie vorhins. Nicht schön.

    #28AuthorNachteule (463921) 07 Jul 22, 10:58
    Comment

    ... Und "hinzus" und "rückzus" für "auf dem Hinweg" / "auf dem Rückweg". ... -- die beiden sind jetzt hierzulande auch weit verbreitet ...

    #29Authorno me bré (700807) 07 Jul 22, 11:07
    Comment

    Hier ist noch ein Norddeutscher, für den "in der Früh" nicht zur eigenen Alltagssprache gehört. Es klingt aber irgendwie poetisch (-:

    #30Authorharambee (91833) 07 Jul 22, 11:13
    Comment

    In Unterstfranken habe ich auch "vor" und "hinter" als Richtungen kennen gelernt, wo ich "nach vorne" und "nach hinten" sagen würde.

    #31AuthorJanZ (805098) 07 Jul 22, 11:16
    Comment

    OT

    Sprachliche Vielfalt und Erhalt von Dialekten. Ist doch schön.

    Schon, aber frühs und vorhins (#28) sind bei mir einfach wunde Punkte.

    #32AuthorWittGenStein (1323045) 07 Jul 22, 11:33
    Comment

    #31: auch in Mittelfranken gebräuchlich.

    #33Authoredoardo_1_4 (1297108) 07 Jul 22, 13:28
    Comment

    Also z.B.: "ich bring mal den Stuhl vor und bring dann die Lampe mit hinter"? Wenn ja, dann auch in Bay.-Schwaben.

    #34AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 13:33
    Comment

    Ja, genau so!

    #35Authoredoardo_1_4 (1297108)  07 Jul 22, 13:35
    Comment

    Plus 1 auch für die bayerische Landeshauptstadt.

    Ob das jetzt "schönes Deutsch" ist, habe ich mir noch nie überlegt, aber es ist definitiv nicht ungewöhnlich.

    #36Authorrufus (de) (398798) 07 Jul 22, 13:48
    Comment

    [Im Dialekt wird das zu 'firre' und 'hindre', was, soweit ich weiß, von 'fürhin' und 'hinterhin' kommt.]

    #37AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 14:00
    Comment

    Die "Früh"-Frage ist eigentlich geklärt, oder? Dann häng ich mich mal an das "vor" und "hinter" mit an. Mein Schwager (aus NRW) verzweifelt völlig am schwiegerfamilieninternen Gebrauch von "draußen" innerhalb der Wohnung. Bei uns ist alles (innerhalb der Wohnung) draußen, was nicht "hier" ist. Wenn man in der Küche ist, kann man fragen "Sind schon Gläser draußen?" und meint damit "im Esszimmer". Wenn man dann am Esstisch sitzt, kann man auf die Frage "Sind noch Nudeln da?" mit "Ja, aber draußen" antworten, und meint damit "ja, aber nicht hier in der Schüssel, sondern in der Küche". Mir ist diese - zugegeben - etwas kühne Logik nie als seltsam aufgefallen, aber ihn treibt das die Wände hoch ...

    #38Authorkikært (236250) 07 Jul 22, 14:14
    Comment

    Oh ja, kikaert, das würde mich auch die Wände hoch treiben.

    "Draußen" ist für mich immer "außerhalb von Gebäuden". In der Wohnung wäre das nur der Balkon, den ich als "draußen" bezeichnen würde.


    (Ebenfalls ursprünglich NRW)

    #39AuthorDodolina (379349) 07 Jul 22, 14:21
    Comment

    Mir kommt das nicht so ungewöhnlich vor, wenn eine zusätzliche Ortsangabe kommt zumal.


    Wo hast Du Deine Schuhe gelassen? - Draußen im Gang.

    #40AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 14:25
    Comment

    *notizfüreventuellenbesuchvondodolinamach* Wobei ich glaube, dass er eher daran verzweifelt, dass sich das "Draußen" dauernd auf einen anderen Raum bezieht. Er findet, wenn die Küche "drinnen" ist, dann muss sie auch "drinnen" bleiben.


    Genau, Selima, absolut hochdeutsch 😉.

    #41Authorkikært (236250)  07 Jul 22, 14:39
    Comment

    OT -- Noch mehr als dieses "draußen" befremdet mich allerdings "da draußen", wie man es aus schlechten oder jedenfalls schlecht übersetzten Filmen kennt: "Gibt 'ne Menge komische Dinge da draußen."

    #42AuthorMr Chekov (DE) (522758) 07 Jul 22, 15:02
    Comment

    Wörtliche Übersetzung aus dem Englischen (out there)?


    Ich verstehe "in der Früh" zwar, benutze es aber selber nicht.

    #43Authorpenguin (236245) 07 Jul 22, 15:21
    Comment

    Ich muss noch kurz meinen Senf dazu geben: In der Früh und frühs kenne ich aus Franken, aber habe es weder am westlichen Bodensee noch in der Heidelberger Gegend oder von der schwäbischen Oma je gehört.


    Hinzus und Rückzus kenne ich schon mein ganzes Leben, weiß aber nicht, welche süddeutsche Komponente das eingeführt hat. ("Hinzus hat alles gut geklappt, aber rückzus habe ich den Anschluss verpasst")


    Vorhins habe ich noch nie gehört.


    Vor und hinter (bzw. "hindre") wie in dem Beispiel von Selima kenne ich auch. In der Schulzeit haben wir beim Einsteigen in den Bus gesagt "Komm, wir gehen ganz hinter! Hebst du mir nen Platz frei?").

    Gegenfrage: Ist es wirklich regional, wenn man sagt "Ich geh vor zum Busfahrer." Sagt man woanders wirklich in so einem Fall "nach vorne"? Das ist doch völlig ineffizient, zwei Silben zu viel!


    Ich glaube "raus" für den Weg des Geschirrs/Essens von der Küche in die repräsentativeren Räume kommt mir bekannt vor. Dass die Küche auch draußen sein kann, war mir unbekannt.

    #44Authorgrinsessa (1265817)  07 Jul 22, 15:46
    Comment

    Gegenfrage: Ist es wirklich regional, wenn man sagt "Ich geh vor zum Busfahrer." Sagt man woanders wirklich in so einem Fall "nach vorne"? 

    Eine Stimme aus dem Rheinland sagt dazu: "Ja, so habe ich es früher gesagt. Jetzt sage ich auch "vor"."

    "Ich geh mal nach vorne zum Busfahrer."

    #45Authoredoardo_1_4 (1297108) 07 Jul 22, 15:50
    Comment

    Gestern Morgen, heute Morgen, aber: morgen früh. (#19)

     

    That’s exactly how I used to understand it (so that you don’t say morgen Morgen). Back in the old days before the Internet and email, I used to actually go to editorial offices to do proofreading. One time, they asked me to go there morgen früh. I turned up at perhaps about 9:30, and they’d been wondering why I hadn’t arrived earlier. I was then instructed that morgen früh isn’t the same as morgen Vormittag. So if we were to transfer the whole thing to heute, how do heute früh, heute Morgen and heute Vormittag interrelate?

    #46AuthorStravinsky (637051) 07 Jul 22, 15:52
    Comment

    Vor und hinter (bzw. "hindre") wie in dem Beispiel von Selima kenne ich auch. In der Schulzeit haben wir beim Einsteigen in den Bus gesagt "Komm, wir gehen ganz hinter! Hebst du mir nen Platz frei?").


    Die Gleichsetzung von "heben" und "halten" ist mir auch hier im Süden das erste Mal begegnen.

    Bis dahin hat "heben" für mich immer eine Aufwärtsbewegung impliziert. Mittlerweile stutze ich da nur noch innerlich ohne irritiert zu schauen.

    Bei zusammengesetzten Wörtern wie hier bei "freiheben" zucke ich allerdings immer noch zusammen.

    #47AuthorDodolina (379349) 07 Jul 22, 15:53
    Comment

    So sage ich es sogar immer noch 🙂. Norddeutsch scheint überhaupt manchmal ineffizient zu sein, wir haben ja auch nicht "heuer" für "dieses Jahr", "heim" für "nach Hause" oder "daheim" für "zu Hause". Nur "eh" für "sowieso" und "halt" für "eben" hat sich mittlerweile ziemlich durchgesetzt.

    #48AuthorJanZ (805098) 07 Jul 22, 15:53
    Comment

    "Heben" ist ja nicht "lupfen" :-)


    So if we were to transfer the whole thing to heute, how do heute früh, heute Morgen and heute Vormittag interrelate?

    Wenn es um die Arbeit geht, dann sind für mich "heute früh" und "heute Morgen" ziemlich synonym (auf jeden Fall vor 9 Uhr). "Heute Vormittag" ist für mich alles zw. 8 und 11 Uhr.

    #49AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 16:00
    Comment

    Für mich Langschläfer ist 8 Uhr definitiv noch nicht Vormittag 🙂. Bei sowas würde ich im Zweifel immer nachfragen und eine Uhrzeit vereinbaren.

    #50AuthorJanZ (805098) 07 Jul 22, 16:05
    Comment

    Ich sage:

    gestern Morgen

    heute Morgen

    morgen früh (Früh?) - bislang habe ich es kleingeschrieben, aber eigentlich müsste es ein Akkusativ sein, wie "letzten Montag".


    Und natürlich* gehe ich nach vorne zum Busfahrer. "vorgehen" heißt doch etwas ganz anderes, nämlich schon einmal losgehen, während andere noch nicht losgehen. "Geh vor zum Busfahrer" - da erwarte ich ein "Ich komme gleich nach".


    Wie harambee finde ich "in der Früh" poetisch 🙂


    Und Selima und ihr Mitbewohner ja eine echte Nachtschwärmerin: Für ihn geht der Nachmittag bis ca. 7 Uhr, bei mir nur bis ca. 5 Uhr. Für mich geht der Nachmittag so bis 17:30 Uhr, dann beginnt der Abend.


    *Damit mir nicht wieder jemand unterstellt, ich würde nur die eigene Variante gelten lassen: Zwinkersmiley mitdenken.


    EDIT: Der Morgen geht bei mir auch bis mindestens 10 Uhr. Vormittag ist (wie der Name sagt) die Zeit, in der ich langsam Hunger aufs Mittagessen bekomme.

    #51AuthorRaudona (255425)  07 Jul 22, 16:06
    Comment

    Raudona, sagst Du wirklich 17 Uhr in Alltagsunterhaltungen? Ich arbeite z.B. von 6 bis 3, esse um 6 zu Abend und geh so um 9 rum ins Bett.

    #52AuthorSelima (107) 07 Jul 22, 16:24
    Comment

    Noch mal zur Früh-Frage:


    Ich vermute, "in der Früh" würde in Norddeutschland eher als "frühmorgens" interpretiert werden. So 5-6 Uhr vielleicht. Ein·e waschechte·r Bayer·in dagegen sagt ohne mit der Wimper zu zucken auch "um 9 in der Früh", oder?


    Das weggelassene Schluss-e bei Substantiven und Adjektiven (Früh, Ruh, müd, fad, bös ...) ist übrigens auch ein klassisches Südler-Erkennungsmerkmal. 😉

    #53AuthorKapustiner (1229425) 07 Jul 22, 16:41
    Comment

    #51, 52:

    Ich kenne „7 Uhr“ im Sinne von „abends um 7“ nur von synchronisierten amerikanischen Filmen – es muss ja lang genug sein, um das „7 o’clock“ aus dem Original auszufüllen, ohne aber allzu akademisch rüberzukommen.

    #54AuthorStravinsky (637051) 07 Jul 22, 16:42
    Comment

    Die 12-Stunden-Uhr verwende ich in der Umgangssprache durchaus, aber ich finde, dass die Nachmittags-Uhrzeiten als Zahl geschrieben komisch aussehen. Wenn überhaupt, schreibe ich sie lieber als Wort (zum Beispiel in Kurznachrichten). Vielleicht meinte Raudona das.

    #55AuthorJanZ (805098) 07 Jul 22, 16:46
    Comment

    Ich glaub, Stravinsky ging es eher um das nachgestellte "Uhr"? "7 Uhr abends" finde ich völlig normal, in anderen Formulierungen ("wir treffen uns um 7") lässt man das "Uhr" eher weg.


    Bei Verwendung der 24-Stunden-Form ist "Uhr" bei den Nachmittagsstunden dagegen zwingend ("wir treffen uns um 19 Uhr"). "Um 19" sagt wohl keiner.

    #56AuthorKapustiner (1229425) 07 Jul 22, 17:32
    Comment

    Stravinsky ging es eher um das nachgestellte "Uhr"?


    Genau: 7 Uhr (abends).

    #57AuthorStravinsky (637051) 07 Jul 22, 19:34
    Comment

    #55: Genau. Ich sage: "Ich komme um halb sechs nach Hause." Ich schreibe "17:30 Uhr".


    #52: Ich esse übrigens auch nicht "zu Abend", sondern ich esse "Abendbrot" (gesprochen "Aambrot"). 😉

    #58AuthorRaudona (255425) 07 Jul 22, 19:47
    Comment

    Zu #38, "draußen":


    Ich würde einerseits, im Esszimmer sitzend, nicht sagen "Die Nudeln sind noch draußen" (d. h. in der Küche), würde aber nach dem Essen das Geschirr "raustragen", d. h. in die Küche bringen. "Raustragen" heißt dann einfach "hinaus aus dem Zimmer, wohin auch immer".

    #59AuthorCro-Mignon (751134)  07 Jul 22, 21:26
    Comment

    Im dtv-Atlas zur deutschen Sprache gibt es eine Karte für "heute morgen". (S.183 in meinem Exemplar; ich weiß nicht, ob es da Unterschiede zwischen den Auflagen gibt.)

    Kann jemand die Karte zur Verfügung stellen?

    Die Karte basiert auf dem DWA (Deutscher Wortatlas, Erhebung 1940).


    Auch im WDU (Wortatlas der deutschen Umgangssprachen, Eichhoff, Band 1, Erhebung 1971-1976) gibt es eine Karte für "heute morgen".


    Die Karte ist verfügbar im REDE-SprachGIS:

    - Auf https://www.regionalsprache.de/SprachGIS/Map.aspx gehen,

    - "Direkt zum REDE-SprachGIS",

    - "Kartensuche",

    - Suchbegriff "morgen",

    - Atlas: WDU (ziemlich weit unten in der Liste).

    - Man bekommt nur ein Ergebnis, eine Wortschatzkarte "heute morgen", rechts in der Zeile "R" (Karte als Raster hinzufügen) anklicken.


    Auf der Karte sind die damaligen Staatsgrenzen eingezeichnet. Zusätzlich kann man z.B. die deutschen Bundesländer darüberlegen:

    - "Kartensuche",

    - Suchbegriff "Verwaltungsgliederung",

    - Atlas: ("(alle)", ist ganz oben in der Liste)

    - In der Liste mit vier Ergebnissen bei der Karte "Verwaltungsgliederung 1997" rechts "R" (Karte als Raster hinzufügen) anklicken.

    Dann sieht man nur mehr diese Karte. Damit man von der Karte für "heute morgen" auch wieder etwas sieht, in der Liste der Karten bei der Karte "Verwaltungsgliederung 1997" die drei Punkte anklicken, beim Balken durch Verringern des Wertes von 100% auf z.B. 40% die Karte durchsichtig machen.


    Die WDU-Karte kann man sich auch in Google Books ansehen:

    https://books.google.at/books?hl=de&id=YEPcbo...


    Die Unterschiede zwischen diesen Karten kommentieren können andere hoffentlich besser.


    Aber in der WDU-Karte ist auffällig, dass die Verbreitung der verschiedenen Varianten gut mit Verwaltungsgebieten übereinstimmt (Schweiz, Österreich, Bayern, Rest der alten BRD). In der DDR gibt es einen Nord-Süd-Unterschied. 

    Kann es sein, dass Rundfunk und Fernsehen zu einer solchen Vereinheitlichung in den jeweiligen Gebieten geführt haben? Wobei man sich aber genauer anschauen müsste, welche Unterschiede es zwischen der DWA/dtv-Karte von 1940 und der WDU-Karte aus den 70er-Jahren überhaupt gibt, was ich nicht getan habe.


    #60AuthorGorboduk (983882)  09 Jul 22, 20:45
    Comment

    heute Morgen,  dtv-Atlas Deutsche Sprache 2004

    #61Authormanni3 (305129)  09 Jul 22, 23:00
    Comment

    Re: "Vormittag/vormittags" und "Morgen/morgens" - oft genug sind das für mich Synonyme.


    Wenn ich lese oder höre, dass jemand nur vormittags arbeitet oder nur drei Vormittage in der Woche, es in Schulen nur Vormittagsunterricht gibt und kein Nachmittagsangebot, kann ich nicht glauben, dass die Arbeits- und Lernstunden erst um etwa zehn oder elf Uhr beginnen und um zwölf oder ein Uhr schon wieder beendet sind.

    Wenn der Unterricht nur morgens/am Morgen stattfindet, glaube ich auch nicht, dass er regelmäßig um zehn/elf Uhr beendet ist.


    Allerdings würde ich mich auch nicht mit den Worten "morgens um halb zwölf" mit jemanden verabreden und sehe wohl den Wortursprung von Vor-mittag.


    Das DWDS bezeichnet "Morgen" sowohl als "Tagesbeginn" als auch als "Vormittag", https://www.dwds.de/wb/Morgen

    aber "Vormittag" als "Tageszeit zwischen Morgen und Mittag". https://www.dwds.de/wb/Vormittag


    Sehr verwirrend!


    Die Stuttgarter Zeitung räumt ein, dass Tageszeiten sehr uneinheitlich definiert sind, da sie sich nach "Sonnenstand, Essenszeiten und der jeweiligen Kultur" richten, und versucht dann zumindest für den Gebrauch in Deutschland Ordnung in das Chaos zu bringen, indem sie sich auf das Rechtswesen beruft:


    Nachtruhe(1) und Nachtarbeit(2) sind zum Beispiel (abhängig von Region bzw. Berufsgruppe) meist zwischen 22 und 6 bzw. 7 Uhr definiert. Eine weitere Orientierung gibt die Mittagsruhe(3), die entgegen der weit verbreiteten Annahme nicht mehr bundesweit einheitlich vorgeschrieben ist. In manchen Bundesländern(4) gilt sie allerdings noch in einzelnen Bereichen und wird dabei meist von 13 bis 15 Uhr definiert. Im Winter verschieben sich die Zeiten eine Stunde nach vor.

    Es folgen die Tageszeiten mit Sommer- und Winterzeit.


    Sie sind sich aber wohl ziemlich sicher, dass auch ihre Orientierung bei wichtigen Verabredungen nicht besonders hilfreich sind und raten dazu, genaue Uhrzeiten anzugeben.

    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.all...


    Ich finde, auch Zeitspannen können mit dem Wörtchen "zwischen" ganz gut mit genauen Uhrzeiten eingegrenzt werden, wenn man Missverständnisse vermeiden will.


    Jedenfalls werden wir alle, wenn Gott will, morgen früh wieder geweckt.


    Ach ja, "heute Morgen/morgen früh" - ich glaube, im Norden würde man wie bei "heute/gestern/Sonntag morgen" statt "morgen früh" auch "morgen Morgen" sagen, wenn sich dies nicht so blöd anhörte.


    #62AuthorReeva (908916)  10 Jul 22, 07:22
    Comment

    Der Atlas der Alltagssprache hat natürlich auch eine Karte dazu, von 2021:


    https://www.atlas-alltagssprache.de/r12-f4b/?...


    Interessanterweise ist die Karte in Ost/West unterteilt, was extrem ungewöhnlich ist. Auszug aus dem Text zur Karte:


    "(am) Morgen / (in der) Früh(e) (Frage 4b)

    Morgen ist als Zeitangabe sowohl in der Bedeutung 'am kommenden Tag' als auch in der Bedeutung 'früher Vormittag' gebräuchlich – für den frühen Vormittag des kommenden Tages verwendet man jedoch morgen früh,

    morgen Morgen ist unüblich. Wenn man sich dagegen für die Zeit zwischen 8 und 10 Uhr am nächsten Dienstag verabredet (so die Frage), wird eine ungefähre Zeitangabe (ohne Uhrzeit) regional verschieden ausfallen: In der westlichen Hälfte des deutschen Sprachgebiets sagt man dann am Dienstagmorgen, in der Schweiz gelegentlich auch am Dienstag am Morgen, in der östlichen Hälfte dagegen Dienstag früh bzw. Dienstag in der Früh(e). Die Ost-West-Zweiteilung zwischen Morgen und (in der) Früh ist auffällig deutlich und als Kartenbild im Atlas zur deutschen Alltagssprache in dieser Form relativ ungewöhnlich: Das typische Bild einer großräumigen Zweiteilung in der Alltagssprache ist eher das eines Nord-Süd-Gegensatzes mit Grenze auf der Höhe der „Mainlinie“ (wie etwa bei Kneifzange/Beißzange oder bei Junge/Bub - vgl. a. Lang 2008). Hier dagegen besteht Einigkeit hinsichtlich Dienstagmorgen von der Insel Sylt bis zum Kanton Graubünden, gegenüber Dienstag (in der) Früh(e) von Mecklenburg-Vorpommern bis Südtirol."

    #63AuthorJalapeño (236154) 10 Jul 22, 09:52
    Comment

    Ach ja, zu "Kann es sein, dass Rundfunk und Fernsehen zu einer solchen Vereinheitlichung in den jeweiligen Gebieten geführt haben?" fiel mir noch ein:


    Für mich im Süden ist "Sonnabend" extrem ungewohnt, ich kenne es nur aus Funk und Fernsehen.

    #64AuthorJalapeño (236154) 10 Jul 22, 09:53
    Comment

    Stimmt - z.B. aus der Tagesschau.

    #65AuthorSelima (107) 10 Jul 22, 09:56
    Comment

    Ich habe Sonnabend als Fahrschüler vor einigen Jahrzehnten in den Fahrplänen der DB kennengelernt. Dort ist es mittlerweile verschwunden. Ich weiß gar nicht mehr, wie die das damals abgekürzt haben.

    #66Authormanni3 (305129)  10 Jul 22, 11:29
    Comment

    … als Fahrschüler vor einigen Jahrzehnten in den Fahrplänen der DB kennengelernt.

     

    In der Lokführer-Schule?

    #67AuthorStravinsky (637051) 10 Jul 22, 15:59
    Comment

    Stravinsky, ich weiß nicht, ob deinem Beitrag der Smiley fehlt, aber ein Fahrschüler ist ein Schüler, der mit Bus und Bahn zur Schule fährt, nicht jemand, der Fahrunterricht erhält ;-)

    #68Authorpenguin (236245) 10 Jul 22, 16:08
    Comment

    Oha, wieder was gelernt. Die Bedeutung "der mit Bus und Bahn zur Schule fährt" ist mir komplett neu. Ich kenne nur "der Fahrunterricht erhält".


    Der Duden fährt das auch als erste Bedeutung auf, den ÖPNV-Nutzer als zweite.


    https://www.duden.de/rechtschreibung/Fahrschueler

    #69AuthorJalapeño (236154) 10 Jul 22, 16:14
    Comment

    Das hieß auch bei uns so - vermutlich ist das aber nur auf dem Land so, wo es ortsansässige Schüler gibt und solche, die eben "pendeln" müssen. Meist kommen die auch nicht mit dem regulären ÖPNV, sondern mit Schulbussen.


    Die Abk. für Sonnabend dürfte praktischerweise auch Sa sein.

    Hab nachgesehen: Duden stimmt mir zu: https://www.duden.de/rechtschreibung/Sonnabend

    #70AuthorSelima (107)  10 Jul 22, 16:19
    Comment

    Sa - dann wird in der Legende Sonnabend/Samstag gestanden sein.

    Sa war wahrscheinlich als Eselsbrücke für die Sonnabendleute sehr hilfreich dabei, das neue Wort Samstag in den aktiven Wortschatz aufzunehmen. ;-)


    Ich war übrigens Fahrschüler im Zug. Da geht das Schafkopfen wesentlich besser als im Bus ;-)

    #71Authormanni3 (305129)  10 Jul 22, 16:24
    Comment

    Jetzt musste ich so alt werden, um zu erfahren, dass mein westfälisches "Samstag" vor allen Dingen Süddeutsch ist.


    Ich hatte stets geglaubt, dass man im Süden und Osten "Sonnabend" sagt und auch, dass die Tagesschau auf jeden Fall "Samstag" sagt.


    https://www.atlas-alltagssprache.de/samstag/


    Als die Tagesschau noch "Sonnabend" sagte, lief sie wohl noch ohne mich als Zuschauer.


    "Die "Tagesschau" hatte aber noch etliche andere Hürden zu nehmen, wie etwa das Nord-Süd-Gefälle. Gegen den norddeutschen "Sonnabend", den der "Tagesschau"-Sprecher verkündete, muckten zuerst Hessen und Schwaben auf, die nur "Samstag" kannten. Der kleine Kulturkampf endete schließlich mit dem Samstag-Sieg. So schuf die "Tagesschau" nolens volens eine Art stammesverbindender Nationalsprache.

    https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ta...


    Wann dieser Sieg in etwa feststand, sagen sie in dem Artikel leider nicht. Meine Erinnerung ist aber nur "Samstag", vielleicht trügt sie mich auch?

    #72AuthorReeva (908916) 11 Jul 22, 08:05
    Comment

    Nun, ich musste noch am Sonnabend in die Schule. Als es keinen Unterricht am Sonnabend mehr gab, wurde der Tag langsam zum Samstag.


    Ich spreche heute aber fast nur noch vom Samstag. Nur wenn ich mit meinem Vater spreche, nehme ich weiterhin das Wort Sonnabend.

    #73Authorharambee (91833) 11 Jul 22, 08:25
    Comment

    Eigentlich auch schade. Meinetwegen hätte die Tagesschau aus HH gern bei Sonnabend bleiben können.

    #74AuthorSelima (107) 11 Jul 22, 08:27
    Comment

    Ich bin im Ruhrgebiet auch nur mit Samstag aufgewachsen (80er).

    Sonnabend kannte ich zwar gefühlt schon immer, aber nur passiv.

    #75AuthorDodolina (379349) 11 Jul 22, 08:34
    Comment

    Ich kenne und benutze eigentlich von klein auf beide Wörter. Früher erschien mir der Sonnabend als die irgendwie "edlere" Bezeichnung, Samstag eher als die schnellere, umgangssprachliche Variante. Heute sage ich eigentlich meistens Samstag. Der Sonnabend wird gesprochen doch leicht zum "Sonnahmd". Außerdem ist sowas wie "Sonnabendabend" holprig und kaum auszusprechen.

    #76Authordirk (236321) 11 Jul 22, 08:50
    Comment

    Außerdem ist sowas wie "Sonnabendabend" holprig und kaum auszusprechen.


    Genau wie morgen Morgen (s. o.).

    #77AuthorStravinsky (637051) 11 Jul 22, 09:32
    Comment

    Ich habe jetzt nicht alles durchgelesen, ob das schon jemand erwähnt hat, aber:


    Ich finde es etwas eigenartig, von einer bestimmten Formulierung "abzuraten". Genauso wie "in der Früh" in nördlichen Regionen seltsam klingen mag, würde im Süden "morgens" ungewohnt klingen. Also egal wie es sich ein Deutschlernender einprägt, irgendwo im deutschen Sprachraum würde er dann wohl immer seltsam klingen, wenn es für eine Formulierung nicht einen übergeordneten gesamtdeutschsprachigen Begriff gibt.

    #78AuthorSachs (638558)  11 Jul 22, 09:48
    Comment

    Ich denke, abraten sollte man von Regionalismen, die in weiten Teilen des deutschen Sprachgebiets schlichtweg nicht verstanden werden, wie etwa "heuer". Ob nun jemand aber "in der Früh" oder "morgens", "Sonnabend" oder "Samstag" sagt, ist völlig egal, verstanden wird er überall. Bei Nichtmuttersprachlern mag so etwas allenfalls auf die regionale Herkunft der Lehrpersonen schließen lassen.


    Übrigens sage ich selbst "in aller (Herrgotts)frühe", wenn ich etwa die Zeit zwischen 2 und 5 Uhr meine.

    #79Authordirk (236321)  11 Jul 22, 09:58
    Comment

    @72: Genau kann ich das auch nicht sagen, da ich ein Jahrzehnt (die 1990er) fast ohne Fernsehen verbracht habe; gefühlt ist aber davor der Sonnabend und danach der Samstag in der Tagesschau gewesen.

    #80Authorunnaix (769252) 11 Jul 22, 11:52
    Comment

    OT - "Heuer" gibts im Norden schon auch, bloß mit einer anderen Bedeutung 🥴


    Wer gelernt hat, für "van dage" "heute" zu sagen, wird irgendwann auch in der Lage sein, für "vant Joahr" "heuer" zu nehmen. Ich bin da ganz zuversichtlich 😉

    (Tipp: Eine gute Eselsbrücke ist das -r am Ende)

    2 Karten - dtv-Atlas


    #81Authormanni3 (305129)  11 Jul 22, 12:08
    Comment

    "Sonnabend" oder "Samstag" sagt, ist völlig egal, verstanden wird er überall.


    Das möchte ich anzweifeln. "Sonnabend" dürften viele Angehörige der jungen Generation im Süden tatsächlich nicht kennen und nicht sofort zuordnen können, ähnlich wie "heuer" im Norden.

    #82AuthorJalapeño (236154) 11 Jul 22, 12:25
    Comment

    Was wo verstanden wird oder nicht, von wem oder von wem nicht - da wäre ich vorsichtig.

    Wenn die Verwendung eines Begriffs innerhalb der Germanophonie nicht einheitlich ist, vor allem wenn es mehr oder weniger eine Zweiteilung gibt, würde ich niemandem vom einen oder anderen Gebrauch abraten. Er sollte nur informiert werden, wo was höchstwahrscheinlich besser oder wo was eventuell gar nicht verstanden wird.

    Als Kind hielt ich "heuer" immer für ein anderes "heute".


    "zeitig/früh" ist auch so ein Fall, ersteres kenne ich aus den neuen Bundesländern und habe nicht die leiseste Ahnung, wo es sonst noch gebraucht wird.


    Mir gefällt, dass es für viele Begriffe regionale Unterschiede gibt. Und auch, dass mit den modernen Kommunikationsmitteln jedermann leichter Zugang zu ihnen finden und sie besser verstehen lernen kann.

    Ein Reporter des Hamburger Abendblatts hingegen sah es fast als einen Verrat an, dass die Samstagsfraktion in der ARD-Nachrichtenredaktion den Sieg davongetragen hat, auch wenn er nach dem zitierten Passus beteuert, Deutschland nicht an dem Namen eines Wochentages spalten zu wollen.


    "Offenbar meint man bei der ARD Aktuell, den Süddeutschen nichts Norddeutsches zumuten zu können./.../nicht nur für Hamburg sowie für Schleswig und Holstein galt und gilt der Sonnabend wie ein Lackmustest der Heimatverbundenheit, auch im Norden und Osten über Berlin und Leipzig bis nach Dresden heißt es „Sonnabend“. Der Sonnabend war die amtliche Bezeichnung in der DDR und kommt sogar im BGB und in einigen Ladenschlussgesetzen vor, während der Samstag im Süden und Westen, in Österreich und der Schweiz vorherrscht.

    Diese Vorherrschaft droht zuzunehmen. Deutschlandweite Publikationen sprechen vom Samstag, und die „Tagesschau“ aus Hamburg, die seinerzeit mit dem Sonnabend begonnen hat, ist im Gegensatz zum NDR zum Samstag übergelaufen. Warum nur? Verrat an der Herkunft? Offenbar meint man bei der ARD Aktuell, den Süddeutschen nichts Norddeutsches zumuten zu können, während den Norddeutschen dauernd Südliches aufgetischt wird

    https://www.abendblatt.de/hamburg/article2125...

    Vielleicht hatte "der Süden" vorher ähnlich lokalpatriotische Kritik gegen den Sonnabend vorgebracht?

    Ich weiß es nicht, erinnere mich aber vage, schon öfters gelesen zu haben, wie Süddeutsche sich beschweren, ihnen werde zu oft norddeutsch als Standardsprache aufoktroyiert.


    #83AuthorReeva (908916) 11 Jul 22, 16:57
    Comment

    Deutsch gilt als plurizentrische Sprache. Mein Eindruck ist, dass das für Norddeutsche schwerer zu akzeptieren ist als für Süddeutsche - sag ich mal als Süddeutscher.

    #84Authormanni3 (305129)  11 Jul 22, 18:53
    Comment

    Ich freu mich über die vielen Varianten im Deutschen. Mich stört lediglich, wenn ich gesagt bekomme, dass meine Variante falsch ist oder weniger akzeptabel als andere.

    #85AuthorSelima (107) 11 Jul 22, 20:33
    Comment

    Der einzige Bereich des Deutschen, für den ich mir Zentralismus statt Plurizentralismus wünsche, ist die Uhrzeitangabe. Es kann nicht angehen, dass man als nord- oder westdeutsch geprägter Mensch eine neue Zeitrechnung erlernen muss, um sich z.B. mit Bayern oder Thüringern verabreden zu können.


    Beispiel:

    Franke: "Wir treffen uns um viertel fünf."

    Nord- oder Westdeutscher: "Vor oder nach?"

    Franke: "Wie jetzt?"


    ...

    ...

    "Wir treffen uns um dreiviertel sechs."

    "Dreiviertel vor oder nach sechs?"


    ....


    Die nord- und westdeutsche Uhrzeitrechnung arbeitet nur mit viertel und halb, dreiviertel gibt es nicht: Außerdem wird immer angegeben, ob "nach" oder "vor", abgesehen von halb, das bedeutet automatisch "halb vor ...".


    6.15h = Viertel nach sechs

    6.30h = Halb (vor) sieben

    6..45h = Viertel vor sieben

    ...



    So gehört sich das!

    #86AuthorWittGenStein (1323045)  11 Jul 22, 20:37
    Comment

    Nö.

    #87AuthorSelima (107) 11 Jul 22, 21:00
    Comment

    P.S.:

    6.15 h = Viertel nach sechs

    6.30 h = Halb (vor) sieben

    6..45 h = Viertel vor sieben


    Kann mir das mal bitte einer ins Süd- und Ostdeutsche übersetzen und die Logik dahinter erklären? Bis heute habe ich sie nicht begriffen!


    @87 Wann gehst du heute ins Bett? Um dreiviertel vor oder um dreiviertel nach zehn?

    P.S.: Wenn du schon auf deiner Uhrzeitrechnung beharrst, dann erkläre sie mir doch bitte. Ich würde sie so gerne verstehen.

    #88AuthorWittGenStein (1323045)  11 Jul 22, 21:02
    Comment

    Ich versuch das, bin mir aber sicher, dass es nicht klappt.


    Die siebte Stunde beginnt um 6 Uhr.

    15 min. später ist ein Viertel der siebten Stunde vorbei, also Viertel sieben.

    Weitere 15 min. später ist die Hälfte der siebten Stunde vorbei, also halb sieben.

    Wiederum 15 min. später sind drei Viertel der siebten Stunde vorbei, also Dreiviertel sieben.


    Wann ich heut ins Bett geh? Um kurz nach 9 ... nämlich jetzt.

    #89AuthorSelima (107)  11 Jul 22, 21:05
    Comment

    6.15 h = Viertel nach sechs = viertel sieben

    6.30 h = Halb (vor) sieben = halb sieben

    6..45 h = Viertel vor sieben = dreiviertel sieben


    Ich stamme auch aus einer Gegend, in der viertel sieben und dreiviertel sieben nicht gebräuchlich sind, aber ich kann bestätigen, dass man es lernen kann.


    Rein mathematisch finde ich die Folge viertel sieben, halb sieben, dreiviertel sieben sogar in sich konsistenter, denn bei der anderen könnte man durchaus fragen, ob halb sieben denn nun eine halbe Stunde vor oder eine halbe Stunde nach sieben bedeutet.


    Die Folge viertel sieben, halb sieben, dreiviertel sieben ist da eindeutig, denn um viertel sieben ist ein viertel der siebten Stunde vergangen, um halb sieben die Hälfte der siebten Stunde und um dreiviertel sieben drei Viertel der siebten Stunde.


    Noch konsequenter wäre dann "ein Drittel sieben" für 6:20 Uhr und "zwei Drittel sieben" für 6:40 Uhr, aber das sagt wohl niemand und ich nehme an, dass ich damit auch hier im Osten blöde Blicke ernten würde.

    #90Authorharambee (91833) 11 Jul 22, 21:11
    Comment

    Die Karte dazu aus dem dtv-Atlas Deutsche Sprache

    #91Authormanni3 (305129)  11 Jul 22, 21:27
    Comment

    Die Folge viertel sieben, halb sieben, dreiviertel sieben ist da eindeutig, denn um viertel sieben ist ein viertel der siebten Stunde vergangen, um halb sieben die Hälfte der siebten Stunde und um dreiviertel sieben drei Viertel der siebten Stunde.

    Hmmm. Klingt fasst so, als könnte ich das in meinem Alter doch noch verstehen...


    ...allerdings...


    ...bitte erklärt mir doch, weshalb man 6 Uhr oder 18 Uhr als die siebte Stunde bezeichnet?


    ... ich hätte da zwar eine Idee, aber die widerspricht vollkommen meiner westdeutschen Denkweise...


    Gute Nacht, Selima!

    #92AuthorWittGenStein (1323045) 11 Jul 22, 21:28
    Comment

    Noch konsequenter wäre dann "ein Drittel sieben" für 6:20 Uhr und "zwei Drittel sieben" für 6:40 Uhr


    ... oder "zwei fünftel sieben" für 6:24 Uhr. Das werde ich im Kirchenchor ausprobieren und sehen, was für Blicke ich dann ernte.

    #93AuthorStravinsky (637051) 11 Jul 22, 21:31
    Comment

    editus interruptus


    P.S.:

    Wenn schon Dreiviertel, warum dann nicht so?


    6.15 viertel nach sechs oder dreiviertel vor sieben

    6.30 halb nach sechs oder halb vor sieben

    6.45 dreiviertel nach sechs oder viertel vor sieben

    Das würde ich wenigstens auf Anhieb verstehen!


    @93

    🤣🤣🤣

    #94AuthorWittGenStein (1323045)  11 Jul 22, 21:33
    Comment

    weshalb man 6 Uhr oder 18 Uhr als die siebte Stunde bezeichnet

    Wenn Du Dir die Zahlen auf dem Zahlenstrahl anschaust, verstehst Du es vielleicht - und kriegst auch gleich einen Eindruck davon, wieso die Erfindung der Null so schwierig war und das so lange gedauert hat 😏

    #95Authormanni3 (305129)  11 Jul 22, 21:35
    Comment

    #92 ...bitte erklärt mir doch, weshalb man 6 Uhr oder 18 Uhr als die siebte Stunde bezeichnet?


    Das der Tag um 0 Uhr in der Nacht beginnt, akzeptierst Du oder?


    Dann sind

    die erste Stunde des Tages von 0 Uhr bis 1 Uhr

    die zweite Stunde des Tages von 1 Uhr bis 2 Uhr

    die dritte Stunde des Tages von 2 Uhr bis 3 Uhr

    die vierte Stunde des Tages von 3 Uhr bis 4 Uhr

    die fünfte Stunde des Tages von 4 Uhr bis 5 Uhr

    die sechste Stunde des Tages von 5 Uhr bis 6 Uhr

    die siebte Stunde des Tages von 6 Uhr bis 7 Uhr

    ...

    #96Authorharambee (91833) 11 Jul 22, 21:39
    Comment

    Ich hatte schon vermutet, dass eine Antwort in die Richtung kommt... 😉



    Wie auch immer. Wenn ihr mir sagt, ich soll um dreiviertel drei zum Kaffeetrinken kommen, dann komme ich entweder um dreiviertel vor oder um dreiviertel nach drei....


    Gute Nacht!


    #96 War eben noch nicht da.

    #97AuthorWittGenStein (1323045)  11 Jul 22, 21:41
    Comment

    Dann denk auch noch beim Einschlafen über den Unterschied von dreiviertel drei und drei dreiviertel nach ;-)

    #98Authormanni3 (305129)  11 Jul 22, 21:53
    Comment

    Oder - wenn Du zum Kuchen- oder zum Pizzaessen eingeladen bist, dann stell Dir das zu Essende vor: Erst ißt Du ein Viertel der Pizza - das ist Viertel Pizza; dann ein weiteres Viertel, dann ist halb Pizza, dann ein weiteres Viertel, es ist Dreiviertel Pizza, dann noch ein Viertel, dann ist es die volle Pizza, die Du Dir einverleibt hast.


    Die Logik ist meiner Meinung nach unschlagbar. Schwieriger finde ich die (veraltende) engl. Zeitangabe half seven für 7:30. Da muß ich jedes Mal nachdenken.


    Schließlich und endlich gibt es auch noch die segensreiche Kulturtechnik der Kommunikation. Wenn man sich nicht sicher ist, nachfragen. Die Viertel-Dreiviertel-Menschen sind das gewohnt und übersetzen es gern ins Viertel-vor-Viertel-nach.

    #99AuthorSelima (107)  12 Jul 22, 05:31
    Comment

    6.15 h = Viertel nach sechs

    6.30 h = Halb (vor) sieben

    6..45 h = Viertel vor sieben


    Das ist unlogisch! "Halb sieben" steht eben nicht für "halb vor sieben", denn dann würde man das ja auch sagen. Was wäre logisch daran, "viertel vor" und "viertel nach" zu sagen, aber bei "halb" alles Weitere wegzulassen und ein "vor" zu implizieren? Es könnte dann ebenso gut "halb nach sieben" bedeuten.


    Die in #91 verlinkte dtv-Karte stimmt mit der vom Atlas Alltagssprache nicht überein, nach letzterer gilt in ganz Bayern zumindest überwiegend dreiviertel sechs, während sich nach dtv eine ausgedehnte Viertel-vor-sechs-Exklave über Süd- und Ostbayern erstreckt. Dazu mögen sich die Bayern äußern.


    Kleine Knobelaufgabe: ich bin norddeutsch und nicht aus den neuen Bundesländern, aber mit "viertel" und "dreiviertel" aufgewachsen (allerdings wurde ich assimiliert und sage ich heute meistens "viertel vor" und "viertel nach").

    #100Authordirk (236321) 12 Jul 22, 06:49
    Comment

    Ich kann nur für den Südwesten Bayerns sprechen. Da heißt es im nördlichen Teil (nördliches Bay.-Schwaben) Viertel-Halt-Dreiviertel, im südlichen Teil (aka Allgäu) Viertel vor/Viertel nach. Wie's bei den Altbayern im Detail ist, kann ich nicht sagen.


    Zur Knobelaufgabe: Du stammst aus einem der Dreieckchen (dtv) oder aus einem der ganz östlichen Striche in Niedersachsen (Atlas Alltagssprache)? Könnte der Harz sein.


    Nachtrag:

    Weil das hier und in meinem Kopf mit der Schreibweise duranand geht, hab ich mal versucht herauszufinden, wie es denn nun gehört. Der Duden ist da eher verwirrungsstiftend:

    • in drei viertel Stunden (oder drei Viertelstunden)
    • es ist ein Viertel vor, nach eins
    • es ist Viertel vor, nach eins
    • es hat [ein, drei] viertel eins geschlagen (regional)
    • es ist fünf Minuten vor drei Viertel
    • wir treffen uns um viertel acht, um drei viertel acht

    https://www.duden.de/rechtschreibung/Viertel_...

    Demnach kann es groß- oder kleingeschrieben werden, aber drei müßte immer von Viertel/viertel getrennt stehen.


    Nach-Nachtrag:

    https://www.atlas-alltagssprache.de/wp-conten...

    Diese Karte der Abfrage des Atlas' der Alltagssprache zeigt in etwa das Bild des dtv-Atlas - und bestätigt auch meine Erfahrung der Zweiteilung Bay.-Schwabens.

    #101AuthorSelima (107)  12 Jul 22, 07:03
    Comment

    Bei der Karte aus dem Nach-Nachtrag geht es aber um "viertel" / "viertel nach" und nicht um "dreiviertel" / "viertel vor". Es soll ja auch Mischformen geben 🙂


    Sagt jemand wirklich "in drei viertel Stunden"? Das käme mir sehr komisch vor, ich kenne nur "in einer Dreiviertelstunde". Und "Fünf Minuten vor drei Viertel" wäre bei mir "zehn nach halb".

    #102Authordirk (236321) 12 Jul 22, 07:33
    Comment

    Und "Fünf Minuten vor drei Viertel" wäre bei mir "zehn nach halb".


    Bei mir wäre das immer "20 vor".


    Ich habe als Kind genauso gedacht wie WittGenStein:

    6.15 h = Viertel nach sechs

    6.30 h = Halb (vor) sieben

    6..45 h = Viertel vor sieben

    Man bezieht sich immer auf die volle Stunde, die am nächsten dran ist. Bei "Halb" ist das nicht eindeutig, da ist es eben Konvention, dass man immer "halb vor" meint und die kommende Stunde nennt.


    Als ich das erste Mal mit "dreiviertel 10" in Kontakt kam, war das für mich klar 9:15, weil ich auch hier das "vor" impliziert hatte. Wie bei "halb": Wenn man nicht "vor" oder "nach" dazu sagt, ist immer "vor" gemeint.

    Da war ich ungefähr 10 Jahre alt.


    Inzwischen wohne ich in einer Viertel/Dreiviertel-Gegend und weiß, wie das zu verstehen ist. Aber ich muss immer noch aktiv umrechnen, auch nach 8 Jahren noch.

    #103AuthorDodolina (379349) 12 Jul 22, 07:41
    Comment

    Ich bin in München geboren und aufgewachsen und daher seit Kindesbeinen mit "halb sieben = 6:30" und "dreiviertel sieben = 6:45" vertraut, ich verwende das auch so.

    Die Bezeichnung "viertel 7 = 6:15" hatte ich früher in meiner Münchner Umgebung nicht gehört und erst durch eine Familie kennengelernt, die aus Richtung Schwaben, Allgäu kam, die Tochter ging mit mir in die Grundschule. Ich weiß noch, dass ich mal einen Einlauf der Mutter jener Freundin bekam, weil ich viel zu spät dran war und mich dann auch nicht entschuldigte. Ich sollte um "viertel 9" da sein, weil wir irgendwohin wollten, und ich tauchte meiner Meinung nach überpünktlich um ca. 8:40 bei ihr auf. Da war der Zug halt leider schon weg ... Seit damals (ich war so 7 oder 8 Jahre alt) kenne ich die Bezeichnung "viertel 9 = 8:15", habe sie aber selber aktiv nie verwendet.


    Ich finde allerdings die Erklärung "viertel 6 = ein Viertel der 6. Stunde" etc. völlig logisch, mir geht es eher wie Selima, mich schmeißt die alte englische Bezeichnung "half seven" für 7:30, und ich muss mir auch jedesmal laut sagen, dass es nicht die direkte Übersetzung von "halb sieben" ist, sondern eine Stunde später. Naja, immerhin käme ich in England zu früh, müsste halt lange auf den Zug warten;-)



    #104Authorrufus (de) (398798) 12 Jul 22, 07:58
    Comment

    #102 stimmt. Mischformen - herrje!

    #105AuthorSelima (107) 12 Jul 22, 08:14
    Comment

    #101 muss ich, soweit es mich betrifft, etwas widersprechen, bei uns (Allgäu) hieß es schon immer "dreiviertel (sechs)" - nicht "Viertel vor (sechs)". Allerdings "Viertel nach (sechs)" - "Viertel (sieben)" habe ich auch erst später kennengelernt, muss aber sagen, dass ich es sehr logisch finde (auch wenn ich es aktiv nicht nutze). Mir geht es da also wie #104.


    Worüber ich immer wieder stolpere, ist die Konvention hier bei meiner Arbeitsstelle weiter westlich, dass "Mittag" den ganzen Nachmittag meint, für mich ist das einfach plus/minus 12.00 Uhr, also grob Mittagessenszeit (das hatte auch schon jemand weiter oben erwähnt, glaube ich) und ich wundere mich dann immer, warum jemand irgendwelche Termine/Tätigkeiten genau auf dieses enge Zeitfenster legen möchte.

    #106AuthorCynara (1118057) 12 Jul 22, 11:07
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    Ich hab die Vermutung, dass ein Teil der Verwirrung aka des Chaos daher kommt, dass wir uns Zahlen auf zwei Arten vorstellen können:

    ● als Menge (eine Maß, eine halbe Maß/eine Halbe), entspricht dem Bild der Sanduhr

    ● als Strecke auf dem Zahlenstrahl, entspricht dem Kreisbogen der Uhrzeiger.


    Wie segensreich die Formulierung mit Zahlen: 🧐

    Es ist 11:09 statt (kurz vor) viertel zwölf, (gleich ist es) viertel nach elf.


    Die Genauigkeit der Angabe hängt dann halt noch vom Kontext ab. (bair.: ummara elfe)

    #107Authormanni3 (305129)  12 Jul 22, 11:09
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    Nicht zu vergessen:

    (Kirch-)Turmuhren schlagen auch nach dem Prinzip: ein Viertel - zwei Viertel=halb - drei Viertel - vier Viertel=ganz.


    Ich sage allerdings trotzdem immer viertel vor/nach. Meine Familie väterlicherseits sagt viertel/dreiviertel. Mütterlicherseits könnte ich es nicht mehr sagen, aber mein Umfeld war bei viertel vor/nach. Da habe ich mir als Kind die ohne Bruchrechnung und mathematische Konzepte verständliche Variante angewöhnt, auch wenn ich die andere eigentlich für logischer und schöner halte.

    #108Authorgrinsessa (1265817) 12 Jul 22, 11:44
    Comment

    Nicht zu vergessen:

    (Kirch-)Turmuhren schlagen auch nach dem Prinzip: ein Viertel - zwei Viertel=halb - drei Viertel - vier Viertel=ganz.


    Stimmt, aber viertelstündlich schlagende Turmuhren sind mir im gleichen Urlaub das erste Mal begegnet wie die Viertel/Dreiviertel-Verwendung. Und danach auch nie wieder bis ich vor 8 Jahren nach Dodostadt gezogen bin.


    Es kann also sein, dass die meisten aus den Viertel vor/Viertel nach-Regionen auch keine schlagenden Kirchturmuhren kennen.

    #109AuthorDodolina (379349) 12 Jul 22, 12:03
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    Es gibt echt reichlich Dinge, die ich mir trotz Eselsbrücke nicht merken kann (Welche Hauptstadt ist welche bei den baltischen L-Staaten [in Estland war ich, da geht's ... ]; welches M ist Merkur und welches Mars bei der Planetenreihenfolge ...), aber bei dem für mich ungewohnten Uhrzeitenformat hab ich mir einmal gemerkt "früher, als ich spontan denke", und das war's. Später haben mich Analogien à la Pizza und Kirchturmuhr (doch, die schlagen im Viertel-vor-Land auch) noch mehr erhellt, aber anwenden/verstehen konnte ich das schon früher.

    #110Authorkikært (236250) 12 Jul 22, 12:17
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    #110 "früher, als ich spontan denke"


    ist aber für WittGenStein eine ungeeignete Eselsbrücke, denn dann wird bei ihr aus dreiviertel fünf wieder 4:15 Uhr und das ist falsch!!

    #111Authorharambee (91833) 12 Jul 22, 12:27
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    WittGenStein, merke:

    dreiviertel fünf = fast fünf = dreiviertel von fünf ≠ dreiviertel Stunden vor fünf 😏

    #112Authormanni3 (305129) 12 Jul 22, 13:44
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    #110: Baltische Staaten und ihre Hauptstädte:

    Litauen - drei Silben - Vilnius

    Lettland - zwei Silben - Riga

    Estland - schon fast Finnland - Tallinn

    #113AuthorRaudona (255425) 12 Jul 22, 14:02
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    Später haben mich Analogien à la Pizza und Kirchturmuhr (doch, die schlagen im Viertel-vor-Land auch) noch mehr erhellt, aber anwenden/verstehen konnte ich das schon früher.


    Mag sein, dass bei dir die Kirchturmuhren auch im Viertel-vor-Land auch schlagen.

    In meiner Kindheit kannte ich keine Kirchturmuhren, die jede Viertelstunde schlugen. Die schlagen nämlich längst nicht überall so oft, im Ruhrgebiet war mir das vollkommen unbekannt.


    Daher hätte mir das auch nichts geholfen, mir damit die Zeitangaben erklären zu wollen, denn ich habe das nur in diesem Urlaub als Kind erlebt und dann sowohl schlagende Turmuhren als auch "Viertel/Dreiviertel"-Zeitangaben erst wieder mit über 30.

    #114AuthorDodolina (379349) 12 Jul 22, 14:07
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    Dodolina, ich nehme an, dass der Unterschied eher zwischen Stadt und Land besteht, nicht so sehr zwischen Viertel-vor- und Dreiviertel-Land. Hier Uhrschlag – Wikipedia konnte ich nichts zu regionalen Unterschieden finden, aber es freut mich irgendwie, dass BimBam-Schlag ein Fachbegriff zu sein scheint (nur die Schreibweise ist hochgradig dubios).


    Raudona, danke für den neuen Versuch 🙂. Mal schauen, wie lange "es hält" ...

    #115Authorkikært (236250) 12 Jul 22, 14:28
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    ich nehme an, dass der Unterschied eher zwischen Stadt und Land besteht, nicht so sehr zwischen Viertel-vor- und Dreiviertel-Land


    OT: Die Theorie könnte passen, zumindest passt es zu dem Klischee, dass sich Städter, die aufs Land ziehen, über den "schrecklichen Kirchenglockenlärm" beschweren und deswegen sogar Prozesse anstrengen.

    #116Authorrufus (de) (398798) 12 Jul 22, 14:32
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    Zusätzlich zur "Viertel-vor"-versus-"dreiviertel"-Kontroverse gibt es auch noch Leute, vornehmlich aus dem Osten, welche die volle Stunde als "um" bezeichnen. "Es ist um vier" heißt nicht drei Minuten vor oder zwei Minuten nach vier, sondern 4:00. Auch ohne explizite Stundenangabe: "Wie spät ist es?" - "Genau um!" Ich finde das irgendwie irritierend. Für mich hat um nichts mit der vollen Stunde zu tun, der Bus kann auch um sieben Uhr einundzwanzig fahren.

    #117Authordirk (236321) 12 Jul 22, 14:49
    Comment

    Mag sein, dass das eher Stadt-Land ist als regional.

    Obwohl Dodostadt durchaus auch Großstadt ist (über 200 000 Einwohner) und es recht zentral auch schlagende Kirchturmuhren gibt (mindestens zwei Uhren in verschiedenen relativ zentralen Stadtteilen schlagen viertelständlich).


    Ich hatte mich vorrangig an dem "doch, auch im Viertel-vor-Land" gestört, nachdem ich direkt davor gesagt hatte, dass mir das dort nie begegnet war.

    Das war von mir eine rein subjektive Aussage, ergänzt durch "kann sein, dass vielen das nicht hilft".


    Da fand ich den Widerspruch mit "doch" unpassend, weil ich das aus dem Ruhrgebiet eben nicht kannte und vermutlich sehr viele, die da aufwachsen, die Erklärung der Uhrzeiten mit Glockenschlägen nicht verstehen würden.

    #118AuthorDodolina (379349) 12 Jul 22, 14:59
    Comment

    Entschuldige, ich wollte deine Erfahrung nicht infrage stellen und hätte das anders formulieren können/sollen.

    #119Authorkikært (236250) 12 Jul 22, 15:02
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    Alles ok, ich wollte nur erklären, warum ich in #114 vielleicht etwas patzig reagiert habe.

    Schriftlich schaukelt sich sowas leicht hoch, weil sich beide Seiten missverstanden fühlen. Deswegen wollte ich das klären.

    #120AuthorDodolina (379349) 12 Jul 22, 15:12
    Comment

    Huch, da habe ich ja eine Lawine losgetreten mit der Uhrzeit.


    Ich probiere es mal mit der Pizza. Vielleicht komme ich dann als Mensch mit nordrheinwestfälischem Migrationshintergrund in Bayern nicht immer eine Dreiviertelstunde zu früh oder zu spät.


    Aber irgendwie wohnt doch diesem süddeutschen Konzept, die Zeit zu betrachten und zu benennen ein Hauch von Vergänglichkeitsbewusstsein inne, der mich rheinische Frohnatur schwermütig macht: Der Fokus liegt darauf, wieviel von der angebrochenen Stunde schon vergangen ist und nicht darauf, wieviel noch bleibt. Vielleicht könnt ihr jetzt nachvollziehen, warum mich dieser kulturelle Brauch der Zeitbetrachtung trotz meiner Liebe zum schönen Bayern so unnangenehm berührt? 😢

    #121AuthorWittGenStein (1323045)  12 Jul 22, 15:57
    Comment

    Dreiviertel fünf ist doch was Schönes: Bei vierviertel ists fünf und wir können in den Biergarten 😉

    #122Authormanni3 (305129)  12 Jul 22, 16:22
    Comment

    Hilfe!* Ich glaub, ich besauf mich besser gleich auf der Stelle, hier und jetzt und nicht erst im Biergarten... Prost! 😉

    (*wegen drei- und vierviertel...)


    P.S.:

    Jetzt erst habe ich die Karten zur regionalen Uhrzeitangabe angeklickt. Ich wusste gar nicht, dass sich da so ein Gürtel von Nordost nach Südwest zieht. Also ist nicht ganz Bayern von dieser Krankheit betroffen *wegduck*.

    #123AuthorWittGenStein (1323045)  12 Jul 22, 16:28
    Comment

    Oh, Biergarten und Besäufnis ist ein gutes Stichwort. Das führt mich zu dem Beispiel, das mir schon die ganze Zeit, auf Grund meiner Erkrankung namens Logik, im Kopf hängt.


    Wenn ich eine Flasche Wein kaufe mit 0,75 l Inhalt, was habe ich dann? Eine Flasche mit viertel vor Liter oder mit einem drei Viertel Liter? 😉

    #124Authoropadeldok (1319435)  12 Jul 22, 17:43
    Comment

    Als Rheinländerin sage ich: Deine Weinflasche ist voll. Prost!


    (Jetzt sind wir aber ganz schön vom Thema abgekommen. Solange Selima nicht schimpft...)

    #125AuthorWittGenStein (1323045)  12 Jul 22, 19:11
    Comment

    Warum sollte ich das tun?

    #126AuthorSelima (107) 12 Jul 22, 19:37
    Comment

    ...weil wir uns in deinem Faden besaufen.

    #127AuthorWittGenStein (1323045) 12 Jul 22, 19:40
    Comment

    ...weil wir uns in deinem Faden besaufen.


    Nicht übertreiben. Sonst wirst du das morgen in der Früh bereuen.


    War das jetzt nicht eine elegante Überleitung zum Fadenursprung? ;-)

    #128Authoropadeldok (1319435)  12 Jul 22, 19:45
    Comment

    ...du meinst bestimmt frühs...

    #129AuthorWittGenStein (1323045) 12 Jul 22, 19:47
    Comment

    Ich glaube nicht, dass irgendjemand irgendwelche Fäden besitzt. Insofern: Tut Euch keinen Zwang an. Leider kann ich nicht mittun - ich bin selbst für virtuellen Wein zu müde.

    #130AuthorSelima (107)  12 Jul 22, 19:53
    Comment

    Na dann gute Nacht. Ich hoffe, du kommst morgen in der Früh gut aus den Federn. Auf wieviel Uhr du deinen Wecker gestellt hast, frage ich jetzt lieber nicht...

    #131AuthorWittGenStein (1323045) 12 Jul 22, 20:02
    Comment

    Flasche leer 😢

    #132Authormanni3 (305129) 12 Jul 22, 20:38
    Comment

    Ging aber schnell!

    Gute Nacht und bis morgen in der Früh!

    #133AuthorWittGenStein (1323045) 12 Jul 22, 23:22
    Comment

    Also quasi jetzt. Die Herrgottsfrüh ist bei mir schon vorbei.

    #134AuthorSelima (107)  13 Jul 22, 05:37
    Comment

    Wie habt ihr euch denn als Kind "Morgen früh, wenn Gott will ..." vorgestellt? Abgesehen davon, dass ich die Zeile immer furchtbar fand (Was ist denn, wenn Gott einen schlechten Tag hat???), war das für mich kein extrem früher Zeitpunkt, sondern eher eine breitere Definition von "am Morgen".

    #135Authorkikært (236250)  13 Jul 22, 09:34
    Comment

    Wenn meinst Du mit Ihr? Ich (Rheinland) habe darunter einfach den nächsten Morgen verstanden. Nicht "morgen, um 4:30 Uhr" :)

    (Abgesehen davon fand ich die Zeile auch irritierend, wie Du)


    PS: 5:30 liegt bei mir mitten in der Herrgottsfrüh ;)

    #136Authorestrellita (236267)  13 Jul 22, 09:42
    Comment

    Ihr = ihr alle, egal ob euer Deutsch komisch ist oder nicht 😉.


    P.S.: Stimmt, früher als 5:30 ist mitten in der Nacht.

    #137Authorkikært (236250) 13 Jul 22, 09:53
    Comment

    Irgendwann am nächsten Morgen.


    Ansonsten hat sich mein träges Hirn bis jetzt nicht weiter mit dem Text und der eventuellen Launenhaftigkeit Gottes befasst.


    Aber stimmt, wenn er nicht will, wird man nicht geweckt.

    #138AuthorReeva (908916) 13 Jul 22, 09:57
    Comment

    .. oder wie die Laborantin Veronica Bleibtreu vom Alphateam meinte: „Was ist, wenn er keinen Bock hat?“

    #139AuthorStravinsky (637051) 13 Jul 22, 10:01
    Comment

    Surely the 'Herrgottsfrüh' must begin after the 'ungodly hour' is over? Or is the ungodly hour the time when God takes a coffee break in the middle of the Herrgottsfrüh? :-)

    #140Authordulcinea (238640) 13 Jul 22, 10:04
    Comment

    Das Regenwetter peitſchte ſchon in der Fruͤh meineFenſter,...

    https://www.deutschestextarchiv.de/sander_bes...


    Nachdem aber die offtge-

    melten Churfuͤrſten/ oder Bottſchafft zu Franckfurt einkom̃en/ ſol-

    len ſie bald den nechſtfolgenden Tag in der Fruͤh daſelbſt in der Bar-

    tholomei Kirchen/ in aller Gegenwaͤrtigkeit/ eine Meß von dem H.

    Geiſt/ biß zum Ende ſingẽ laſſen/ daß er/ der H. Geiſt/ jhre Hertzen

    erleuchten/ vnd das Liecht ſeiner Krafft/ in jhre Sinne eingieſſen

    wolle/ damit ſie durch deſſen Huͤlff vnd Beyſtand/ einen gerechten/

    guten vnd nuͤtzlichen Menſchen/ zu einem Roͤmiſchen Koͤnig/ vnd

    zukuͤnfftigen Keyſer/ zu Heyl vnnd Wolfahrt der Chriſtenheit er-

    wehlen moͤgen.


    https://www.deutschestextarchiv.de/wartmann_g...


    Den Ausdruck gibts also nicht erst seit gestern.


    #141Authorjo-SR (238182) 13 Jul 22, 10:32
    Comment

    Bei den Grimms war es noch männlich:


    FRÜH, m. der frühe morgen. zu Nürnberg.in andern fröih.

    Weikert ged. in Nürnb. mundart 199.

    das wort ist das adj. früh substantivisch gebraucht und hat das männliche geschlecht im gedanken an der morgen.


    „FRÜH, m.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, , abgerufen am 13.07.2022.

    #142AuthorJalapeño (236154) 13 Jul 22, 10:37
    Comment

    Einen noch:

    Birken, Sigmund von: Pegnesische Gesprächspiel-Gesellschaft von Nymfen und Hirten. Nürnberg, 1665, S. 112. In: Deutsches Textarchiv , abgerufen


    Wo ſonſt (ſagt’ er) gienge graſen

    unſer krauſes Wollenvieh;

    wo die Sonne in der fruͤh

    Perlen leckte von den Raſen:

    da begraͤbt itz und der Sand

    das gemahlte Blumenland.


    #143Authorjo-SR (238182) 13 Jul 22, 10:40
    Comment

    Ich muss meine OT-Aussage in der 138 OT-revidieren und OT-ausweiten. Als Kind habe doch über eine Textpassage nachgedacht:

    "mit Näglein besteckt"

    hatte aber wohl nirgendwo nachgefragt, zumindest keine Antwort darauf bekommen und die Frage bis jetzt in die Mottenkiste gepackt.

    Eben gerade habe ich eine Erklärung (Näglein + Gewürznelken) gefunden und dabei festgestellt, dass ich damals "mit Rosen bedacht" NICHT mit einem Dach verbunden habe, sondern mit einem Geschenk.


    https://www.br-klassik.de/programm/sendungen-...


    Ähnlich erging es mir mit Himmel-Sau im kirchlichen Gesangbuch.

    #144AuthorReeva (908916) 13 Jul 22, 12:11
    Comment

    Die Näglein sind mir damals auch aufgefallen - kleine Nägel, echt jetzt? Allerdings, bei genauerem Nachdenken kam ich dann zu der Überzeugung, dass es sich um Nelken handeln müsste (auch im Zusammenhang mit den Rosen), allerdings um die Blume, nicht um Gewürznelken, da in der Mundart hierzulande z.B. die Steinnelke als "Staanagerl" bezeichnet wird.


    Und was passiert, wenn der da oben einmal nicht will, hab ich mich auch gefragt ...

    #145AuthorSachs (638558) 13 Jul 22, 12:37
    Comment

    Zu Sonnabend/Samstag fällt mir gerade auf, dass der Deutsche Wetterdienst dafür in seinen Wetterberichten je nach Region das "passende" Wort verwendet: für MV, Berlin/Brandenburg, Niedersachsen/Bremen und Schleswig-Holstein/Hamburg "Sonnabend", für alle anderen Länder "Samstag".

    #146AuthorJanZ (805098)  13 Jul 22, 13:55
     
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