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    Leo liest "Olive Kitteridge" (dt. "Mit Blick aufs Meer")

    Topic

    Leo liest "Olive Kitteridge" (dt. "Mit Blick aufs Meer")

    Comment

    Wir haben ein neues Buch: Elizabeth Strout, Olive Kitteridge:

    https://www.amazon.de/Olive-Kitteridge-Storie... 


    Die Planung derzeit sieht so aus:


    Start der Diskussion: 15. August

    Bis dahin wollen wir bis einschließlich Kapitel 5 gelesen haben.


    Zweiter Teil: 22. August, bis einschließlich Kapitel 10


    Dritter Teil: 29. August bis zum Ende


    Man kann natürlich so weit lesen, wie man möchte, aber es sollten keine Inhalte vor den einzelnen Abschnitten diskutiert werden, damit alle auf dem gleichen Stand sind und es keine Spoiler gibt.


    Fragen zum Verständnis können gerne gestellt werden, aber ich würde darum bitten, solche mit einem Hinweis in der ersten Zeile zu versehen, damit jeder entscheiden kann, ob er/sie das lesen möchte.


    Da wir ja erst am 15. August anfangen, schläft dieser Faden jetzt erst mal. Kommentare zum Ablauf bitte hier posten; wenn sich etwas Neues/Änderungen ergeben, ziehe ich es rüber, aber es wäre schön, wenn wir diesen Faden für die eigentlich Buchdiskussion freihalten können.


    Bitte PM, falls ich Unsinn geschrieben habe ;-)


    Wir sehen uns am 15.8, ich freue mich.

    AuthorGibson (418762) 28 Jul 22, 14:34
    Comment

    Ein tolles Buch. Hab ich schon eineinhalbmal gelesen (und Olive again auch schon einmal). Ich bin auf Eure Diskussion gespannt.

    #1AuthorSelima (107)  28 Jul 22, 14:41
    Comment

    Ich habe beide Bücher nicht mehr und werde sie mir auch nicht nochmal kaufen. Deshalb enthalte ich mich bei dieser Diskussion, obwohl das Buch mein eigener Vorschlag war. Aber ich bin Selimas Meinung und wünsche euch viel Spaß.

    #2Authorpenguin (236245) 28 Jul 22, 14:52
    Comment

    Ich weiss immer noch nicht, ob ich es schaffe, es mir zu besorgen (zuviel anderer Kram). Mal sehen, ob ich dabei bin.


    Edith hat gerade bestellt. War um 3 Franken heruntergesetzt auf 12.80 CHF, ich wollte mal wieder ein "richtiges Buch" in der Hand haben. Ist auch praktischer zum Diskutieren.

    #3Authorvirus (343741)  04 Aug 22, 10:36
    Comment

    Ich habe mir das Buch jetzt auch bestellt, hoffentlich kommt es so rechtzeitig an, dass ich die ersten 5 Kapitel schaffe.

     

    #4AuthorB_Elanna (240251) 04 Aug 22, 12:25
    Comment

    Dumme Frage: Ihr spracht von "bis Kapitel 5 lesen".Das 5. Kapitel ist laut meiner deutschen Ausgabe (war gestern im Briefkasten" "Hunger"? Wir diskutieren also ab Ende dieses Kapitels?


    Zum Präzisieren: Ich meinte "bis einschliesslich Kapitel 5". Meine Frage ist, welches ist Kapitel 5?

    #5Authorvirus (343741)  11 Aug 22, 07:44
    Comment

    Ich lese das Buch in Englisch. Da heißen die Kapitelüberschriften:

    Pharmacy

    Incoming Tide

    The Piano Player

    A Little Burst

    Starving

    A Different Road

    Winter Concert

    Tulips

    Basket of Trips

    Ship in a Bottle

    Security

    Criminal

    River


    Ich habe es so verstanden, dass wir zunächst 4 Kapitel lesen, dann nochmal 4 und zum Schluss 5.

    #6AuthorHassos Frauchen (270200) 11 Aug 22, 08:07
    Comment

    Im Eingangspost steht:


    Start der Diskussion: 15. August - Bis dahin wollen wir bis einschließlich Kapitel 5 gelesen haben.


    In der deutschen Ausgabe heißen die Kapitelüberschriften:


    Apotheke

    Flut

    Frau am Klavier

    Auftrieb

    Hunger

    Umweg

    Winterkonzert

    Tulpen

    Reisekorb

    Flaschenschiff

    Sicherheit

    Strafbar

    Fluss

    #7AuthorRed Poppy (876587)  11 Aug 22, 10:19
    Comment

    Ich meinte, bis zum Ende von Kapitel 5, also Starvation/Hunger. Erst 5 Kapitel, dann nochmal 5, dann die restlichen 4. (Es ist ja eigentlich egal, bis wohin, aber da manche ja schon das Pensum durch haben, sollten wir bei der ursprünglichen Einteilung bleiben, denke ich.)

    #8AuthorGibson (418762) 11 Aug 22, 11:28
    Comment

    Ok, danke.

    #9Authorvirus (343741) 11 Aug 22, 23:33
    Comment

    Gibson, vermutlich Vertipper, ich denke bei 13 Kapiteln muss es heißen


    1. Besprechung nach 5 (Hunger/Starvation)

    2. Besprechung nach weiteren 4 (Reisekorb/Basket of Trips)

    3. Besprechung nach weiteren 4 (Fluss/River) = Ende/The End


    Kapiteln.

    Ich freu mich aufs Buch, das ich ohne diesen Faden vielleicht nicht entdeckt hätte, oder vielleicht aus gefühltem Zeitmangel nicht gelesen hätte, wie schon die zwei vorangegangenen Vorschläge, von denen ich keine Minute des Lesens bereut habe. Herzlichen Dank Gibson, für diesen schönen Faden!


    Edit

     

    #10Authorschwäble (951819)  12 Aug 22, 00:23
    Comment

    schwäble, nein, kein Vertipper - verwirrenderweise stehen beim "Blick ins Buch"* 14 Kapitel, also 5,5,4. Als ich jetzt aber in meiner Version nachgesehen habe, sind es auch nur 13, "River" ist das letzte. Aber in dem Buch im Link gibt es ein mysteriöses 14., "Burgess Boys". Sehr seltsam.


    Da es jetzt aber offenbar nur 13 Kapitel sind, finde ich auch, dass wir es wie #10 machen sollten, das ist also die neue Aufteilung.


    * Man landet am Anfang von "Pharmacy", muss also nach oben scrollen, um zum Inhaltsverzeichnis zu kommen.

    #11AuthorGibson (418762)  12 Aug 22, 01:13
    Comment

    Echoing schwäble, I too most likely would not have come across this book, nor even the author, if it weren't for Gibson. Thank you, Gibson! An excellent suggestion indeed.


    For what it's worth, "The Burgess Boys" is a separate novel by Elizabeth Strout, and not a chapter in "Olive Kitteridge". I agree with the others: 13 chapters, and schwäble's breakdown for discussion (#10) makes sense to me as well.

    #12AuthorMartin--cal (272273) 12 Aug 22, 05:15
    Comment

    It was my suggestion, Martin.

    If you like "Olive Kitteridge", may I suggest you also read the sequel, "Olive, Again".

    Another author you may like - if you don't know him already - is Stewart O'Nan.

    #13Authorpenguin (236245)  12 Aug 22, 08:25
    Comment

    Well, thank you then, penguin!


    I already had taken "Olive, Again" from the library, but Martina-cal snatched it from me before I could get started. (She also thought "Olive Kitteridge" was great.) But it is on my list of books to read. I did read Strout's early novel, "My Name is Lucy Barton", but did not find it as engaging as "Olive K".


    And I will check out Stewart O'Nan, thanks! Do you have a specific book of his that you liked best?

    #14AuthorMartin--cal (272273) 12 Aug 22, 18:34
    Comment

    I liked "The Good Wife" and the "Emily" books ("Emily, Alone" and "Wish You Were Here") in particular.

    #15Authorpenguin (236245) 12 Aug 22, 18:42
    Comment

    Great -- thanks!

    #16AuthorMartin--cal (272273) 12 Aug 22, 20:07
    Comment

    Ich weiß nicht, wie viel Zeit ich morgen tagsüber habe, deshalb jetzt schon eine Erinnerung: Ab morgen - sagen wir 12:00 Uhr? - kann "Olive Kitteridge" diskutiert werden, Kapitel 1 bis Ende Kapitel 5.


    Achtung, leichte Spoiler:


    Ich werde aber wohl vorwiegend stille Mitleserin bleiben in dieser Diskussion, da ich irgendwo in Kapitel 3 aufgehört habe zu lesen. Mir gefällt, was sie schreibt und wie sie es schreibt, es gab jede Menge Sätze, die ich wirklich schön und klug fand, aber es passiert einfach nichts, und nachdem schon die letzten beiden Bücher nicht sonderlich plot-driven waren, brauche ich einfach mehr Handlung. Schön, aber langweilig ist nicht genug für mich. Als sich dann auch noch herausstellte, dass die Hauptperson ständig wechselt, kam ich gar nicht mehr ins Buch - das ist eher eine Sammlung von Vignetten oder Kurzgeschichten, und da war ich noch nie ein Fan von. Ich komme nicht gut damit zurecht, mich dauernd neu in jemanden hineinzudenken.

    Ich werde mit der Zeit den Rest lesen, aber immer mal ein Kapitel, wenn ich zwischen Büchern bin und etwas zu Lesen brauche, wenn ich irgendwo warte, also bei Weitem nicht schnell genug für diesen Faden.


    Ich wünsche euch also viel Spaß und werde im Hintergrund mitlesen. 

    #17AuthorGibson (418762)  14 Aug 22, 18:05
    Comment

    "es passiert einfach nichts ... langweilig ..." (#17). Just like real life....

    #18AuthorMartin--cal (272273) 15 Aug 22, 02:40
    Comment

    Ich habe die ersten fünf Kapitel schon vor ein paar Wochen gelesen und frage mich seitdem, was ich übersehe. Was sehen Leserinnen wie penguin und Selima, die so begeistert sind? Ich bin wirklich gespannt, was die Diskussion hier ergibt. Ich habe die ersten Kapitel am Wochenende nochmal gelesen und bin ratlos. Für mich ist das eine nicht besonders spannende Beschreibung des Lebens von Menschen, mit denen ich nicht unbedingt tauschen möchte. Diese Leben werden so sehr aus der Distanz beschrieben, dass ich mich auch mit niemandem identifiziere oder dass große Sympathie für irgendjemanden aufkommt. Natürlich tun mir die Leute teilweise leid. Im realen Leben könnte ich jetzt überlegen, ob ich etwas für sie tun kann und sei es nur, mit ihnen zu schweigen. Die Personen im Buch sind aber sehr weit weg und was sie erleben, ist teilweise traurig, aber auch nicht ungewöhnlich. Vermutlich kann man gerade darin, dass hier Dinge beschrieben werden, die jeder erleben kann, einen Reiz sehen?! Dass es oft keine Lösung gibt, ist ja auch sehr realistisch und dass einige Beteiligte Wege finden, ihr Leben zu ertragen, ebenso. Ich finde trotzdem keinen Zugang zu dem Buch und weiß noch nicht, ob ich weiter lesen werde. Vielleicht öffnet mir die Diskussion ja die Augen.


    Ich frage mich auch, ob die bisherigen Kapitel irgendwas vorbereiten, wobei Olive eine wichtige Rolle spielt. Bisher ist für mich nicht zu erkennen, warum das Buch ausgerechnet nach Olibe benannt ist.


    Ich werde vermutlich erst am späten Nachmittag wieder online sein.


    PS: Oooh, ich hatte Gibsons Betrag nicht gelesen, als ich meinen schrieb. Ich hoffe, das penguin nicht frustriert wird. Geschmäcker sind nun mal verschiede, und dass die ersten beiden Kommentare nicht allzu euphorisch sind, ist sicher nur Zufall.

    #19Authorharambee (91833)  15 Aug 22, 06:15
    Comment

    Ich mochte das Buch sehr gern, auch das zweite Olive-Buch. Mir hat gerade gefallen, dass sich mit den einzelnen Geschichten Olives Charakter und ihr Leben so langsam aus verschiedensten Facetten zusammensetzt. Manchmal fand ich Olive furchtbar, dann wieder sympathisch. Die verpassten Chancen, die Unzulänglichkeiten von Menschen, die Gedankenspiralen - just like real life, wie Martin schreibt. Ich habe noch ein drittes Buch von Strout (Lucy Barton) gelesen, das mir allerdings weniger gut gefallen hat.


    Es schockiert mich kein bißchen, dass andere Leute das Buch nicht mögen. Ich mag auch viele Bücher nicht :-) Sogar ganz berühmte und preisgekrönte Bücher. Und ich lese bestimmt kein Buch, nur damit es gelesen ist (Steppenwolf - grauslig, Werther - jämmerlich, Finkler question - furchtbar, The sellout - völlig ratlos). Insofern: Paßt schon.

    #20AuthorSelima (107)  15 Aug 22, 06:35
    Comment

    Vor einigen Wochen habe ich "Amy und Isabelle" von Elizabeth Strout gelesen, weil mir die Autorin sehr ans Herz gelegt wurde. Die Geschichte war ok, hat mich aber nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen.

    Da Olive Kitteridge von vielen Seiten in den allerhöchsten Tönen gelobt wurde, habe ich mich dazu hinreißen lassen, für das Buch zu stimmen.


    Nun, nach den ersten Kapiteln bin ich enttäuscht. Es scheint sich nicht um einen Roman zu handeln, sondern um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die alle im selben Ort spielen und in denen jedes Mal Olive ein Rolle spielt, ohne dass sie mir näher gekommen wäre oder mich für sich eingenommen hätte.

    Im Gegenteil, es sind Geschichten, in denen nicht viel passiert, ja, die mich langweilen.


    Ich werde sicher weiterlesen und warten, was die anderen dazu sagen.

    #21AuthorRed Poppy (876587) 15 Aug 22, 09:28
    Comment

    Ich kann mich Selima nur anschließen, auch Martin: just like real life.

    Einiges löst sich im Fortsetzungsband Olive, Again auf. Mir hat auch die Geschichte um ihren Sohn und dessen Familie gefallen, die archetypische sich einmischende, ihren Sohn liebende Schwiegermutter!


    Vor kurzem habe ich von ihr "Oh, William!" gelesen, was mir auch nicht so gefallen hat, sonst kenne ich nichts von ihr.


    Und was preisgekrönte Bücher betrifft: Hat einer von euch "Hundert Jahre Einsamkeit" gelesen? Ich habe nach 50 Seiten beschlossen, dass das nichts für mich ist.

    #22Authorpenguin (236245) 15 Aug 22, 09:36
    Comment
    #23Authorharambee (91833) 15 Aug 22, 09:46
    Comment

    Edit - melde mich später am Tag wieder.

    #24Authorvirus (343741) 15 Aug 22, 09:53
    Comment

    ;-)

    Ich korrigiere mich: 54 Seiten. Das Lesezeichen liegt noch drin, das war nämlich erst vorgestern. Ich hatte mir extra die Neuübersetzung gekauft und wollte es nochmal versuchen, leider ohne Erfolg. Magischer Realismus ist nichts für mich.

    #25Authorpenguin (236245) 15 Aug 22, 09:57
    Comment

    Ja, das Buch ist auch für mich ein Wechselbad der Gefühle.

    Zunächst finde ich den Schreibstil irgendwie schwer zu lesen. Was ich sonst nie mache: ich habe eine Reihe von Wörtern bei Leo nachgeschlagen, weil mir deren genaue Bedeutung nicht bekannt ist. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass mir irgendein tieferer Sinn verschlossen bleibt, wenn ich nicht jedes Wort exakt übersetzen kann.

    Aber nachdem ich nun schon im 2. Drittel des Buches bin, komme ich zu dem Schluss, dass die Autorin einfach nur einen seltsamen Schreibstil hat.


    Ich kann den Finger nicht ganz genau darauf legen, was mich stört. Das fängt in der ersten Geschichte (Pharmacy/Apotheke) schon damit an, dass auf Seite 5 erwähnt wird:

    "She was twenty-two, just out of the state university of Vermont". Also Google-Maps aufgerufen und Überraschung! Vermont liegt gar nicht am Meer. Häh?

    Diese Verwirrung über den aktuellen Ort blieb ganz lange. Es werden verschiedene echte Orte erwähnt, bis irgendwann mal der fiktive Ortsname Crosby auftaucht, wo wohl die Geschichten spielen. Sowas stört mich ungemein.


    Ebenso die zeitliche Abfolge der Geschichten. Folgen sie alle aufeinander? Sind es Rückblicke? Ich würde jetzt nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, wer wann was gemacht hat. Das ist überaus irritierend für mich als Leser.


    Jetzt werde ich erstmal weiterlesen und schauen, was sich noch entwickelt.

    #26AuthorHassos Frauchen (270200) 15 Aug 22, 10:09
    Comment

    ich habe eine Reihe von Wörtern bei Leo nachgeschlagen, weil mir deren genaue Bedeutung nicht bekannt ist


    Ja, das ging mir sowohl bei Elizabeth Strout als auch bei Stewart O'Nan so, mit der amerikanischen Umgangssprache bin ich weniger vertraut als mit der britischen. Aber Merriam-Webster hilft da meist weiter.

    #27Authorpenguin (236245) 15 Aug 22, 10:16
    Comment

    Naja, Wörter wie "panty hose" und "mittens" sind ja nicht umgangssprachlich. Trotzdem habe ich mich gefragt, warum die Autorin unbedingt darauf beharrt, dass Denise Fausthandschuhe trägt. Diese überbordende Detailverliebheit macht es für mich schwer, die Geschichte zu lesen. Was wäre passiert, wenn Denise Fingerhandschuhe ("gloves") getragen hätte? Ist das irgendwie wichtig? Nein. Und das stört mich total beim Lesen. Es lenkt von der ohnehin nur mageren Handlung ab.

    #28AuthorHassos Frauchen (270200) 15 Aug 22, 11:29
    Comment

    Ich erinnere mich nicht mehr an die Szene, aber könnte sie auch Boxhandschuhe getragen haben?

    https://www.merriam-webster.com/dictionary/mitt

    #29Authorpenguin (236245) 15 Aug 22, 11:32
    Comment

    Nein, das ist auf Seite 11. Denise wird von ihrem Freund Henry T. zur Apotheke gefahren, steigt aus und ihr Arbeitgeber Henry K. stellt fest, was für schmale Hände sie hat, wenn sie die Handschuhe auszieht.

    Die Art der Handschuhe sind völlig unwichtig. Ich musste "mittens" nachschlagen und das hat mich an der Stelle sehr gestört. Was wäre an "gloves" falsch gewesen? Das hätte ich nicht nachschlagen müssen. Ich wäre aber auch in einem deutschen Text über solche Details gestolpert.

    #30AuthorHassos Frauchen (270200) 15 Aug 22, 11:36
    Comment

    Edith hat's gefunden:

    took off her mittens, her hands were as thin as a child's


    Kinder tragen Fäustlinge, keine Handschuhe, das ist der Hintergrund.

    #31Authorpenguin (236245) 15 Aug 22, 11:37
    Comment

    Nö, ich trage auch Fausthandschuhe. Aber nur, wenn es richtig kalt ist und ich länger spazieren gehe.

    #32AuthorHassos Frauchen (270200) 15 Aug 22, 11:38
    Comment

    Just like real life....


    Ja, aber normalerweise lese ich Bücher nicht, damit sie den gleichen ereignislosen Alltag abbilden, den ich selbst habe...


    Ich bin überrascht, dass es einigen ging wir mir, und finde das beruhigend :-)


    Re 'mittens': Das finde ich allerdings nicht detailverliebt. Anders als 'Fausthandschuhe', was ja eine Ergänzung zu 'Handschuh' ist, ist 'mittens' ein eigenes Wort, weder detaillierter noch länger noch komplizierter als 'gloves'. "gloves" bedeutet "Fingerhandschuh", was hier ja eigentlich falsch wäre.


    Analog im Deutschen wäre vielleicht "Schuh" und "Sandale". "Sie trug ein leichtes Sommerkleid und braune Schuhe" kann man schreiben, aber wenn sie Sandalen anhat, würde man ".. und braune Sandalen" schreiben.


    #33AuthorGibson (418762)  15 Aug 22, 11:48
    Comment

    So, da bin ich dann auch. Erstmal etwas OT zu mitten: Es gibt das wunderbare Kinderbuch mit einer russischen Sage über einen Fausthandschuh, https://en.wikipedia.org/wiki/The_Mitten_(fol.... haben wir damals [TM] 2003 von der Nachbarin in Seatlle für unseren Zweijährigen bekommen.


    Zum Buch: Ich lese es in der deutschen Übersetzung von Sabine Roth. Was einige hier schon angemerkt haben: Ich war auch zunächst irritiert über die immer neuen Protagonisten in jedem Kapitel. Bis Kapitel 5 sind dann aber doch einige wenige erneut aufgetaucht, und Olive bildet quasi den "Kitt" zwischen den verschiedenen Personen. Sie ist quasi in alles irgendwie involviert, und sei es nur am Rande. So kommt es mir wenigstens vor. Ich bin nicht hin und weg, aber ich würde das Buch in diesem Stadium auch nicht mehr weglegen (lese noch was anderes parallel).

    #34Authorvirus (343741)  15 Aug 22, 13:00
    Comment

    Ich habe bisher nur die ersten vier Kapitel geschafft - mein Buch ist erst am Samstagvormittag angekommen.


    Insgesamt geht es mir wie meinen Vorschreibern - die Geschichte "holt mich noch nicht ab" (Neu-Marketingsprech), bzw. zieht mich noch nicht in ihren Bann.

    Mit dem Kurzgeschichtencharakter komme ich gut klar, kann auch gerne damit leben, dass immer wechselnde Hauptpersonen der Geschichte ihren Stempel aufsetzen. Trotzdem fehlt mir bis jetzt ein "roter Faden" der die Geschichte zusammenhält und eine, gerne auch lose Handlung, die die einzelnen Erzählstränge zusammenführt. John Steinbeck hat das in seinem Roman "Cannery Row" brilliant gelöst, da wechseln sich einzelne "Vignetten" über die Bewohner der "Cannery Row" ab mit Kapiteln, die die Handlung vorantreiben. So hat man beides und das Buch bietet sowohl Momentaufnahmen als auch eine sich entwicklende Handlung.


    Auf meinem Klappentext stand etwas von Ferienlektüre. So würde ich das Buch aber definitiv nicht einordnen wollen, dazu sind mir die Geschichten zu düster und zu traurig. Suizid, Depression, Fehlgeburten, Totschlag, verlorene Liebe und was nicht alles, das ist doch sehr dick aufgetragen. Wenn das "just like real life" sein soll, dann möchte ich so ein Leben nicht. Gerade die schönen Momente geben einem doch die Kraft, durchzuhalten und den anderen Rotz zu überstehen.


    Zum Inhalt: In der Geschichte von Kevin springt er, der sich ja eigentlich in seinem Elternhaus umbringen wollte, ins Meer um Patty zu retten. Auch hier bleibt das Ende erstmal offen (vielleicht fügt sich ja in einer der nächsten Geschichten etwas dazu), aber ich wüßte schon gerne, ob er es geschafft hat, sie zu retten und ob er dabei sein Leben behält...

     

     

    #35AuthorB_Elanna (240251) 15 Aug 22, 13:08
    Comment

    Edit zu 34: Ukrainisches Märchen.

    #36Authorvirus (343741) 15 Aug 22, 13:16
    Comment

    Interesting that so many of you aren’t getting on with it. I loved it the first time I read it, and I’m very much enjoying it this time, too. Like Selima, I like the way the characters (mainly Olive, but also some of the others) are developed slowly, from different perspectives and varying distances. The form chosen – short stories told from different points of view, focusing on characters that sometimes have little connection to one another other than the fact that they all happen to find themselves in the same town – is a perfect vehicle for achieving this. I love that about it. It is so formally adventurous without seeming in any way contrived.


    [I don’t think I’ve seen the short story form used in exactly this way. The closest I can think of is A Visit from the Goon Squad by Jennifer Egan, but in my memory A Visit from the Goon Squad is a lot more gimmicky than Olive Kitteridge and doesn’t develop character in the same way, although I liked it very much. I was also somewhat reminded of Clever Girl by Tessa Hadley, but its stories are all written from the point of view of, or at least focus on, the central character. I would recommend both of those books to anyone who likes the novel-in-stories form, as I do.]


    I especially like the juxtaposition of ‘A Little Burst’, the only story so far written from Olive’s perspective and the one that makes her seem the least likeable, and ‘Starving’, which reveals her as a deeply empathetic character. In fact, the order of the stories may seem random, but the five we’ve read so far have a lovely flow, first moving gradually away from Olive, with the most tenuous of connections in ‘The Piano Player’, and then crashing back up close in ‘A Little Burst’. 


    There are a lot of references to and examples of self-destructive behaviour – anorexia, alcohol addiction, suicide, self-harm. Also depression, loneliness, neglect, physical abuse, miscarriage, infidelity, controlling behaviour. On paper, it should unspeakably bleak, as B_Elanna says. But there are enough ‘little bursts’ of happiness and insightful observations that it really doesn’t seem that way to me. I’m looking forward to the next instalment.


    Die Art der Handschuhe sind völlig unwichtig.


    This is a difference between English and German, I think. As Gibson says, ‘gloves’ isn’t the umbrella term for both ‘Fingerhandschuhe’ and ‘Fausthandschuhe’; rather, it specifically means a hand covering with separate parts for each finger (hence ‘fitting like a glove’). I don’t think there is a single term that covers both gloves and mittens, the way ‘Handschuhe’ does in German.

    #37Authordulcinea (238640) 15 Aug 22, 13:55
    Comment

    Ah, danke Gibson und dulcinea für die Erklärung zum Bedeutungsunterschied von glove und mitten. Da habe ich heute wieder was gelernt!

    #38AuthorHassos Frauchen (270200) 15 Aug 22, 14:10
    Comment

    dulcinea, you might like "Ghostwritten" by David Mitchell. It's a collection of stories that are all connected somehow (vaguely), so bits from one story keep turning up in another. It's a long time since I've read it (so memory is hazy) but I really enjoyed it, despite short stories not normally being my favourite kind of fiction. Talking about it actually makes me want to re-read it.

    #39AuthorGibson (418762) 15 Aug 22, 14:26
    Comment

    Thanks! I'll check it out. Funny, you're the second person in as many weeks to recommend David Mitchell to me.

    #40Authordulcinea (238640) 15 Aug 22, 14:30
    Comment

    It's a sign!


    But actually I wanted to mention the film - the book was turned into a film, with Frances Mcdormand as Olive (who is absolutely perfect for this role). I saw the film a couple of years ago, so before I read the book, but I thought it was good - so those of you who are struggling to finish could take the easy way out ;-)

    #41AuthorGibson (418762) 15 Aug 22, 14:39
    Comment

    Ich kann alles unterschreiben, was dulcinea sagt.

    Ich bin auch kein Fan von Kurzgeschichten, sie sind mir meist unbefriedigend zu kurz, aber ich habe Olive Kitteridge als Roman gelesen, nicht als Kurzgeschichtensammlung - der rote Faden ist da, auch wenn er zunächst nicht offensichtlich scheint.


    Ich weiß auch schon, was ich als nächstes Buch vorschlage - es existiert allerdings bisher nur auf Deutsch und erscheint auch erst in drei Tagen, aber eine Handlung hat es, zumindest laut seiner Beschreibung.

    #42Authorpenguin (236245) 15 Aug 22, 15:09
    Comment
    Re mittens: Dass „gloves“ nicht der Oberbegriff für Handschuhe aller Art sind, sondern nur Fingerhandschuhe bezeichnen, ist ja inzwischen klar, aber weil Du schriebst, dass Du auch in einem deutschen Text über so ein Detail gestolpert wärst: es heißt ja im Text, dass er sieht, wie kindlich-schmal ihre Hände sind. Das ergibt natürlich nur Sinn, wenn ihre Hände vorher in Fäustlingen steckten und eben nicht in Fingerhandschuhen, die die Kontur der Hand bereits gut sichtbar machen. Dementsprechend ist die Art der Handschuhe eben nicht unwichtig.

    Zum Buch: ich bin mir auch noch nicht sicher, wie ich es finde. Einerseits finde ich es ganz spannend, Olive in verschiedenen Situationen und über die Interaktion mit unterschiedlichen Personen kennenzulernen, andererseits hat es mich schon irritiert, dass es nicht eine durchgehende Erzählung mit einem oder mehreren klar erkennbaren Handlungssträngen ist, sondern eine Sammlung unzusammenhängend scheinender Kurzgeschichten, in denen als gemeinsamer Nenner Olive irgendwie vorkommt. Ich werde weiterlesen, aber ich bin noch nicht euphorisch-begeistert, sondern eher neutral.
    #43AuthorDragon (238202) 15 Aug 22, 16:46
    Comment
    Da hänge ich mich faul an Dragon ran ... ich bin (zwar ebenfalls) noch nicht euphorisch-begeistert" ... fühle mich aber gut unterhalten und muss mich absolut nicht zum Weiterlesen zwingen.
    #44Authorschwäble (951819) 15 Aug 22, 17:58
    Comment

    As I already mentioned, I am enchanted by the book, and thank penguin for having introduced Strout to me. I am not at all put off by the structure, the collection of vignettes: each one reveals more about the town, and about Olive.


    Here are some random responses to others' comments:


    @Hassos (#26): The action takes place in a small seaside town in Maine. Vermont is a nearby state; there's nothing at all remarkable that Denise should have gone to college there.


    @B_Rlanna (#35): Yes, Kevin does save Patty (the story is clear in that regard), and yes, he does decide to continue living (that is what I believe is implied: "Look how she wanted to live, look how she wanted to hold on.")


    @dulcinea (#37): I enjoyed Visit from the Good Squad very much too. It's been a while since I read it, but Olive K. didn't remind me of it at all. Instead, I was reminded of the way the play Our Town (Thornton Wilder) was constructed: a small town whose character was revealed by a series of short vignettes about various characters. And I agree -- despite the various heartbreaks and tragedies, the story is not at all bleak; most characters are amused by observing each other and find moments of joy in their natural environment.


    @dulcinea & Gibson (#39-40): Very much off-topic, but David Mitchell is a masterful writer. I can be the third to recommend him. My favorites: Ghost Written (his first); and Cloud Atlas.

    #45AuthorMartin--cal (272273)  15 Aug 22, 20:51
    Comment

    Kann mir jemand "The Piano Player" erklären? Im letzten Abschnitt hat Angie eine Erkenntnis, die ich irgendwie nicht verstehe.


    "Tomorrow she would get to work early and tell Joe about her mother and the bruises [...]

    Angie [...] felt she had figured out something too late, and that must be the way of life, to get something figured out when it was too late. Tomorrow she would go play the piano in the church, stop thinking about the bruises on her mother's upper arm [...]"


    Worum geht es hier? Um Malcolm, mit dem sie Schluss gemacht hat, was längst überfällig war? Um Simon, der ihr erzählt hat, dass ihre Mutter sich an ihn rangemacht hat? Um Rache an ihrer Mutter? Oder was ist das mit ihrer Mutter überhaupt? Erst nimmt sie sich vor, Joe davon zu erzählen und im nächsten Satz will sie nicht mehr darüber nachdenken. Was verpasse ich hier?

    #46Authorcaissa (225192) 15 Aug 22, 21:55
    Comment

    Ich bin nicht sicher, ob ich mich richtig erinnere, aber ich meine, dass sie bei einem Besuch ihrer Mutter im Pflegeheim diese Blutergüsse (oder was auch immer bruises hier sein mögen) am Arm ihrer Mutter entdeckt hat, dass sie sich darüber Sorgen macht und mindestens zweimal in der Geschichte überlegt, ob sie darüber mit jemandem reden sollte.

    #47Authorharambee (91833) 15 Aug 22, 22:08
    Comment

    That's right. "At the end of the night, she would have a drink with Joe and Walter, and she would tell them about visiting her mother in the nursing home today; she might or might not mention the bruises on her mother's arm." And then, at the end "Imagine someone pinching an old paralyzed woman like that."


    FWIW: I just spotted the following line a couple of paragraphs after the first quote: "Fall on your knees, O hear the angels' voices..." In case anybody was wondering, this is a line from "O Holy Night", one of the Christmas carols Angie has been playing.


    And, a propos of nothing in particular, after Simon tells Angie he been feeling sorry for her, Angie muses: "She understood that Simon was a disappointed man if he needed, at this age, to tell her he had pitied her for years. She understood ... that something in him would be satisfied to have witnessed her the way her had tonight, ... but it was thin milk, this form of nourishment; it could not change that you had wanted to be a concert pianist and ended up a real estate lawyer..." This is one of the occasional snippets of insight that make Olive K such a satisfying book.


    #48AuthorMartin--cal (272273)  15 Aug 22, 23:05
    Comment

    Der Satz, über den Caissa gestolpert ist, hat mich auch ratlos gemacht.

    Angie [...] felt she had figured out something too late, and that must be the way of life, to get something figured out when it was too late.


    Für mich ist nicht ganz klar, was genau sie über das Leben herausgefunden hat. Dass ihre Mutter blaue Flecken hat? Na und? Das kann man ja auch erst herausfinden, wenn die Misshandlung stattgefunden hat und die blauen Flecken da sind. Dann kann man was dagegen tun (mit dem Heim sprechen zum Beispiel). Was heult sie so herum, dass es zu spät ist? Ich verstehe diese Sichtweise nicht. Dinge passieren halt und dann muss man schauen, wie man damit umgeht. Aber dieses "when it was too late"? Es ist nie zu spät, eine blöde Situation zu ändern. Warum so negativ?

    #49AuthorHassos Frauchen (270200) 16 Aug 22, 06:55
    Comment

    Aber genau das kennzeichnet für mich den Charakter dieser Frau, Hassos Frauchen. Es gibt solche Leute, die ewig jammern und nichts tun. (Und ja, ich verstehe deinen Ärger: man mag solche Leute schütteln und sagen: wach auf und tu was!)


    Erstaunlich genug unter diesem Aspekt betrachtet ist ja schon, dass sie mit Malcolm Schluss macht. Und irgendwie scheint mir auch, dass ihr dämmert, was diese (wenigen) Männer (in ihrem Leben) für arme Würstchen sind.

    #50Authorvirus (343741) 16 Aug 22, 07:13
    Comment

    Da hast du einen guten Punkt angesprochen, virus.

    Ich glaube, warum ich das Buch bis jetzt nicht mag, liegt in der völlig anderen Sichtweise der Hauptpersonen auf das Leben, als ich es habe.

    #51AuthorHassos Frauchen (270200) 16 Aug 22, 07:33
    Comment

    @Hassos (#49), the way I understood it, what Angie figured out, twenty-two years too late, was that Malcolm Moody was a cruel son-of-a-bitch who cared not one jot for her, and she had wasted all those years in love with him.

    #52AuthorMartin--cal (272273) 16 Aug 22, 07:33
    Comment

    Diese Urteile über Angie finde ich etwas hart. Ich will auch nicht völlig ausschließen (-; , dass es irgendwann in meinem Leben mal eine Situation geben wird, in der ich den richtigen Moment für die richtige Reaktion verpasse. Angie findet ja immerhin "Lösungen" für ihre Probleme, gegen das Lampenfieber hilft der Alkohol, die besonders schwierige Aufmerksamkeit der Zuhörer nach einer Pause vermeidet sie, indem sie keine Pausen macht ... Man kann hinterfragen, ob es nicht bessere Lösungen gibt, aber Lösungen sind es trotzdem.

    #53Authorharambee (91833) 16 Aug 22, 07:37
    Comment

    Den von HF angesprochenen Satz habe ich auch so verstanden wie Martin, dass Angie viel zu spät erkannt hat, was für eine Art Mensch Malcom ist. Es kommt im Leben oft genug vor, dass die richige Erkenntnis viel zu spät kommt.

    #54AuthorRed Poppy (876587) 16 Aug 22, 08:35
    Comment

    I think Angie realises several things in the last few paragraphs of ‘The Piano Player’: that her past relationships with men have been unhealthy, that her self-worth need not be based on validation from insecure men, and that she should open up to the genuinely kind people in her life. To me, the bad choices Angie has made in her love life are perfectly understandable given her upbringing. I don’t judge her harshly for those, and I’m glad she manages to break free from Malcolm (without falling into Simon’s arms) in the end.


    But now I’m going to say something that will make some people judge her very harshly: I think there is a suggestion in the very last line that Angela herself may have pinched her mother. It remains ambiguous and unresolved, but to me it is at least hinted at.


    … her mother’s upper arm, that thin arm with its slack soft skin, so loose from the bone that when you squeezed it in your fingers, it was hard to imagine it could feel anything. 


    So why does she decide to tell Joe about her mother’s bruises, especially if she’s potentially been causing them herself? To me, telling Joe isn’t about raising the alarm (telling a bartender would be a strange way of doing that). Instead, it is about the way she relates to other people: cultivating friendships that are not based on sex or romantic attention; allowing herself to connect with kind people. If she did hurt her mother herself and feels conflicted about her own actions, it could also be a way of holding herself accountable. 


    Whether or not Angie pinched her mother, I do think it’s clear that she has negative feelings towards her for the things she had to witness as a child, and especially for not being allowed to go to music school.

    #55Authordulcinea (238640)  16 Aug 22, 11:39
    Comment

    I have reread parts of Angie's story and I agree with Dulcinea, it is indeed very plausible that Angie herself pinched her mother. Opening herself to her friends and admitting what she did may be another step into a "new life" free from distructive relationships (be it either with men or family).


    Yesterday, I read "starving" - the last chapter of this week's reading assignment. So far, I liked this story best of all the ones I read so far. Maybe, because I get used the Crosby & Kitteridge universe, maybe, because the story is a little longer than the others and leaves more room for development of characters. I liked the attention to details like the two doughnuts in separate bags, I liked the way Olive was written into the story (just when I was beginning to wonder where she would come in) and I liked the pun about the Grateful Dead, even though it totally got lost in translation.


    I am beginning to adjust to the pace and flow of the book.

    #56AuthorB_Elanna (240251) 16 Aug 22, 23:46
    Comment

    Thank you, dulcinea, for that close reading (#55). I missed it entirely, and I think you must be right.

    #57AuthorMartin--cal (272273) 17 Aug 22, 02:26
    Comment

    I liked the pun about the Grateful Dead, even though it totally got lost in translation.


    Ich sitze hier kurz vor dem Aufbruch zur Arbeit, daher finde ich die Stelle nicht so schnell im Buch. Mir hat sich in der Übersetzung der pun aber duchaus erschlossen und ich fand es amüsant. Mag sein, dass das Original deutlich besser ist. Wie lautet es? (Ich suche dann heute abend die Stelle nochmal...)

    #58Authorvirus (343741) 17 Aug 22, 07:15
    Comment

    " ... Remember Kevin talkiing about Dead Heads, people who followed around that mess -- what were they called? The Grateful Dead? I always found that offensive."

    "He died," said Harmon.. "That fat fellow Jerry of that band."

    "Well, I hope he died gratefully," Bonnie said.

    #59AuthorMartin--cal (272273) 17 Aug 22, 07:32
    Comment

    Ich habe die Stelle mal herausgesucht (ist auf Seite 93 bei mir in der englischen Ausgabe):


    ... I guess people just follow this band around, Fish or Pish. Something. Remember Kevin talking about Dead Heads, people who followed around that mess - what were they called? The Grateful Dead? I always found that offensive.”

    “He died,” said Harmon. “That fat fellow Jerry of that band.”

    “Well, I hope he died gratefully,” Bonnie said.


    Edit stellt fest, ich war zu langsam.

    #60AuthorHassos Frauchen (270200)  17 Aug 22, 07:34
    Comment

    Jetzt musste ich doch noch:


    "Weisst du noch, wie Kevin erzählt hat von diesen Leuten, die sich Dead Heads nannten, diese Fans von - wie hiess die Gruppe gleich wieder? Grateful Dead? Ich fand das ja immer geschmacklos."

    "Er ist gestorben", sagte Harmon. "Dieser fette Sänger von dieser Band, Jerry."

    "Na, ich hoffe, er ist ein dankbarer Toter", sagte Bonnie.


    Also ich fand das ziemlich komisch. 😉

    #61Authorvirus (343741) 17 Aug 22, 07:40
    Comment

    Also, das finde ich in Deutsch viel lustiger als in Englisch 🙂

    #62AuthorHassos Frauchen (270200) 17 Aug 22, 07:46
    Comment

    Moin,

    jetzt, wo ich das englische Original gesehen habe, finde ich das auf deutsch auch komischer.

    Ich hatte für mich "rückübersetzt" "I hope he was a grateful dead".


    Cherry Garcia war jahrelang meine Lieblingssorte von den Eismachern aus Vermont, die inzwischen zu Unilever gehören. What a cool way of recognition....

    #63AuthorB_Elanna (240251) 17 Aug 22, 08:55
    Comment

    @62, 63: Echt? Ich lese das Buch ja auf Englisch, aber wenn ich mir vorstelle, ich würde das Buch auf Deutsch lesen und das englische Wort “grateful” nicht kennen, dann könnte ich mit “dankbarer Toter” vermutlich nichts anfangen. Und was daran besonders lustig ist, erschließt sich mir auch nicht. Im Englischen funktioniert der Humor dagegen prima für mich.

    #64AuthorDragon (238202) 17 Aug 22, 09:02
    Comment

    und das englische Wort “grateful” nicht kennen


    Gut, dann funktioniert es natürlich nicht. Aber ich finde "dankbarer Toter" eigentlich auch lustiger als "died gratefully". ('a dead' geht ja nicht, also muss man auf 'died' ausweichen, aber 'dankbar gestorben' ist einfach weniger absurd als 'ein dankbarer Toter' für mich.)

    #65AuthorGibson (418762) 17 Aug 22, 11:16
    Comment

    What struck me in seeing the German translation (#61) of these lines is rendering "offensive" as "geschmacklos". Not really the same thing, but still, somehow -- and I'm not sure quite why -- it seems appropriate here.

    #66AuthorMartin--cal (272273) 17 Aug 22, 18:04
    Comment

    Von den Leo-Übersetzungsvorschlägen würde es meines Erachtens am ehesten noch "widerwärtig" treffen, oder? Geschmacklos ist ist ganz so stark, ich finde es daher auch durchaus passend.

    #67Authorvirus (343741) 17 Aug 22, 18:34
    Comment

    "widerwärtig" finde ich viel zu stark hier. Ich finde den ganzen Passus sehr gut übersetzt. Wenn das ganze Buch so ist, wäre das ein Beispiel für eine wirklich gelungene Übersetzung.

    #68AuthorGibson (418762) 17 Aug 22, 18:38
    Comment

    (da sollte auch stehen: ist nicht ganz so stark....)

    #69Authorvirus (343741) 17 Aug 22, 19:06
    Comment

    But speaking of puns (#58), did German natives all get the pun in the "bumper sticker that said VISUALIZE SWIRLED PEAS, over a picture of the earth"? (In "Starving")


    #70AuthorMartin--cal (272273)  18 Aug 22, 00:07
    Comment

    Ich ging davon aus, dass das "swirled peas" eine Verballhornung von "world peace" ist, habe aber nicht weiter darüber nachgedacht.

    #71Authorharambee (91833)  18 Aug 22, 06:47
    Comment

    Also ich konnte mit den "Swirled Peas" nichts anfangen. Aber da ich bei diesem Buch ohnehin oft den Eindruck hatte, dass die Autorin ihre eigene kleine Welt beschreibt (Musiktitel in "The piano player" z.B. kannte ich alle nicht) habe ich das abgehakt als "kann man nur verstehen, wenn man eine US-amerikanische, ältere Dame aus Maine ist".


    Viele sogenannte "zeitgenössische" Literatur und auch viele Filme spielen ja mit dieser Art von Hinweisen auf aktuelle Werbung, Musik (die dem Autor bekannt ist und die er mag), Politikern, Tagesgeschehen, etc.

    Für Leser/Zuschauer, die nicht exakt aus dem gleichen Kulturkreis kommen, ist es nahezu unverständlich (ohne lange Erklärungen). Damit habe ich mich abgefunden.

    #72AuthorHassos Frauchen (270200) 18 Aug 22, 07:17
    Comment

    @Hassos (#72), as I recall, the songs that Angie plays are all either "standards" (songs everybody of her generation knows) or Christmas carols. But if you have any questions about any of the cultural references -- especially if they seem like they may be significant -- this is a good place to ask. (I'm happy to respond, if I see the question, as I'm sure many others are as well.)


    @harambee (#71): yes, "Visualize World Peace" was a bumper sticker that was not uncommon at a certain time; I remember having seen it, and more than once. Here's a link to a picture:

    https://www.amazon.com/Visualize-World-Peace-...

    #73AuthorMartin--cal (272273)  18 Aug 22, 07:27
    Comment

    But speaking of puns (#58), did German natives all get the pun in the "bumper sticker that said VISUALIZE SWIRLED PEAS, over a picture of the earth"? (In "Starving") (Martin in #70):



    Findet mir da jemand die Stelle in der deutschen Übersetzung? (Muss tatsächlich bald los und habe diesmal definitiv keine Zeit, vor heute Abend zu suchen) Ich finde das ja eine der grössten Leistungen bei Literaturübersetzungen, Scherze / Wortspiele / Anspielungen etc. gekonnt zu übertragen.

    #74Authorvirus (343741) 18 Aug 22, 07:34
    Comment

    @virus (#74), on about the fourth page of the story, at the end of the second paragraph after the break that starts "Daisy Foster lived in a small winterized cottage..." and just ahead of the paragraph that starts "She squashed her cigarette in the big glass ashtray..."

    #75AuthorMartin--cal (272273)  18 Aug 22, 07:53
    Comment

    Moin,

    ich kann auch heute Abend erst gucken, aber das interessiert mich auch.

    Re World peace: ein Kumpel von mir hatte ein T-Shirt mit einer Weltkugel drauf, darüber 5 kleine grüne Kugeln und die Aufschrift "Peas on Earth". Im englischen wäre mir das Wortspiel durchaus geläufig, in der deutschen Übersetzung habe ich es wohl glatt überlesen.

    #76AuthorB_Elanna (240251) 18 Aug 22, 08:47
    Comment

    .. und Fritten auf Erden.



    (Mal in den 80ern irgendwo gelesen.)

    #77AuthorMöwe [de] (534573) 18 Aug 22, 08:56
    Comment

    Naiß. *scnr*

    #78Authorvirus (343741) 18 Aug 22, 08:58
    Comment

    Die Übersetzung auf Seite 104 im Taschenbuch lautet (wenn es denn die richtige Stelle ist):


    "Durch den struppigen Brautkranz vor ihrer Fensterscheibe meint Daisy auf einem der Aufkleber GLOBALISIERUNG NEIN DANKE zu lesen, mit einer durchgestrichenen Erdkugel darunter."

    #79AuthorRed Poppy (876587) 18 Aug 22, 09:25
    Comment

    Dulcinea, in posting #55, wrote this:


    ————————————————(start)

    But now I’m going to say something that will make some people judge her very harshly: I think there is a suggestion in the very last line that Angela herself may have pinched her mother. It remains ambiguous and unresolved, but to me it is at least hinted at.


    … her mother’s upper arm, that thin arm with its slack soft skin, so loose from the bone that when you squeezed it in your fingers, it was hard to imagine it could feel anything. 

    ————————————————-(end)


    As it turns out, my edition (paperback) of Olive K. has an appendix titled “A Conversation with Elizabeth Strout and Olive Kitteridge” in which the editor of the Random House Reader’s Circle (RHRC) interviews both the book’s author (ES) and (yes!) Olive herself (OK).


    One short excerpt from the exchange reads as follows:


    ———————————————-(start)

    OK: Did you suspect that Angie was the one causing the bruises on her old mother in the nursing home?


    ES: Well, that’s up to the reader to decide. But Angie suffered in that affair with Malcolm Moody for years. She didn’t think she deserved much better until the very end of the story when — whether or not anyone knows — she decides her dignity can still be salvaged by moving away from the role of the “other woman “.

    ————————————————-(end)


    But be that as it may, it’s just about time (isn’t it?) to pick up with the discussion of the second set of chapters.


    Happy chatting!

    #80AuthorMartin--cal (272273)  22 Aug 22, 06:06
    Comment

    Ich habe übrigens weitergelesen, obwohl ich mir ja nicht sicher war. Etwas mehr ist ja in den nächsten Geschichten passiert (erneut viel Trauriges) und ich habe mich vermutlich auch an den Stil gewöhnt, so dass ich bis zum Ende lesen werde. Richtig begeistert bin ich aber immer noch nicht.


    Eine Sache, die ich zur Diskussion stellen möchte, ist das Rollenbild der Frauen und Männer in diesen Geschichten. Natürlich sind nicht alle Frauen gleich und es sind nicht alle Männer gleich, aber für mich gibt es eine starke Tendenz in die Richtung, dass die Frauen intrigenhaft, streitsüchtig und nachtragend sind. Die Männer hingegen sind konfliktscheu und vielleicht recht naiv. Seht Ihr das auch so? Wenn ja, ist es dann ein frauenverachtendes oder ein männerverachtendes Buch? (-;

    #81Authorharambee (91833)  22 Aug 22, 06:44
    Comment

    Auch ich habe die nächsten vier Kapitel gelesen. Ich stimme harambee zu, dass hier etwas mehr passiert; und auch ich bin nicht sehr begeistert. Mich irritiert die Menge an Personen, die in jeder Geschichte neu auftritt. Und immer wieder frage ich mich, ob ich die Person schon kennen müsste, ob sie schon einmal aufgetaucht ist in diese kleinen Stadt mit Blick aufs Meer. Ist der Kevin / Daisy aus Geschichte Xidentisch mit dem Kevin / der Daisy aus Geschichte Y? Viele Verhaltensweisen ähneln sich, so dass ich wirklich die Übersicht verliere.


    #82AuthorRed Poppy (876587) 22 Aug 22, 08:41
    Comment

    Wenn ja, ist es dann ein frauenverachtendes oder ein männerverachtendes Buch? (-;


    Ich habe lange Zeit gerätselt, in welcher Zeit diese Geschichten überhaupt spielen, bis dann etwas (9/11? oder etwas anderes aus "unserer" Zeit? vergessen...) erwähnt wurde, so dass klar ist, dass es "heute" spielt (also evtl. 2008 / 2009). Grund für meine Verwirrung war vor allem das Rollenbild, das vermittelt wird, zusammen mit dem Kleinstadtmief. Vielleicht auch, weil mir letzterer, kombiniert mit der starken Einbindung der Kirche in das Leben der Leute (nicht in Olives, zugegeben) so weit weg von meiner Lebenswelt erscheint (und ich wohne auf dem Dorf!!).


    Eine Passage ist mir diesbezüglich besonders aufgefallen: (aus: Tulpen, meine deutsche Ausgabe S. 204, das ist im letzten Drittel des Kapitels. Olive besucht Louise Larkin, die ihr einen freundlichen Brief geschrieben hat wegen Henrys Schlaganfall.)


    Olive nickte. Wenn sie sich einen Tee hätte geben lassen, dann hätte sie gehen können, nachdem sie ihn ausgetrunken hatte. Aber dafür war es jetzt zu spät. Sie sass fest.


    Das erschien mir wie eine unnötige, quälerische Zwängerei (die sie sich selbst auferlegt). Reine Höflichkeit oder doch Spiessbürgertum?



    #83Authorvirus (343741) 22 Aug 22, 08:57
    Comment

    Oh, that’s interesting, Martin. My edition doesn’t have an appendix. An interview with Olive, how funny!


    *****


    harambee, I agree with you. To a certain extent, I think it reflects Olive’s ideas of gender roles. Olive frequently describes assertive women as ‘bossy’ (Dr Sue, Molly Collins), but less assertive women as mice (Denise, Andrea Bibber) or as having no ‘oomph’ to them (Henry Thibodeau’s mother). Other women can’t win in Olive’s eyes, as one of the other characters comments about any woman who might have ended up marrying Christopher, but I think it applies more broadly.


    The first story, ‘Pharmacy’, is particularly interesting from the point of view of gender roles. The Thibodeaus are in a relationship that is different from the Kitteridge’s model of a strong-willed woman with an amenable man, which confuses Olive but appeals to some part of Henry K. I was amused by Olive’s observation that men end up marrying their mothers, except for Henry K. – juxtaposed with the statement that Henry’s mother cared for him ‘with stridency’, which seems like a pretty apt description of Olive’s own parenting style.


    More generally, it seems to me that the less forceful women in this world end up with men who don’t always treat them very well (Bonnie, Angie, Marlene, possibly Denise in her second marriage). 


    *****


    On a different subject: did anyone else find ‘A Different Road’ tonally strange? I’ve read it a few times, and I still can’t decide if it works for me. It’s the funniest story so far, and the humour stands out because the previous stories had a lot less of it, but also because it’s so broad: Olive’s scathing thoughts about Cynthia and Andrea Bibber; the toilet humour early on in the first flashback section (funniest bit there: Olive deciding she ‘was not going to spoil this moment thinking of Pauline’, the precious moment being the act of relieving herself); then the hostage scene in the loo – the hurtful things Henry and Olive say to each other aren’t funny, but the series of mutual irritations leading up to their being said has a dialogue-de-sourds quality to it that is comical to me. Also, the outlandish plot is absurd in and of itself. Other aspects of the story are far more understated, which is one reason why the earthy humour seems somewhat jarring. 


    There is a lot going on in the story, which doesn’t help, I think. It’s not straightforward in terms of chronology. Then there are Olive’s complicated feelings towards various other characters in the story, but most notably towards her assailant, culminating in the unexpected revelation that she is sewing him a gardening smock for his work in the prison garden.


    *****


    I’ve enjoyed the second batch of stories, even though I am now rather distracted by the other book I am reading alongside this (I don’t normally like to read two books in parallel). One very general comment: making Olive a retired schoolteacher is a convenient device, as she knows so many of the townspeople from when they were children and ‘continues to see half the town as kids’.

    #84Authordulcinea (238640)  22 Aug 22, 09:09
    Comment
    Gerade habe ich "Basket of trips" fertig gelesen.


    Mir gefällt die kunstvolle Art, wie die Autorin Charaktere buchstäblich zum Leben erweckt. Mir gefällt die Sprache. Ich freue mich, neue Wörter zu kennenzulernen. Die Grundstimmung der Geschichten empfinde ich als nicht hoffnungsfroh. Olive sieht als einzige Möglichkeit, sich besser zu fühlen, Menschen in Situationen zu erleben, die sie als schlimmer als ihre eigene empfindet. Aber sogar das funktioniert nicht.

    Ich freue mich auf die kommenden Geschichten mit neuen, fein beschriebenen Charakteren und hoffe, ein Kapitel wird Olives Sohn gewidmet sein. Absolut gefesselt bin ich aber nicht - ich konnte das Buch (trotz Urlaub) jetzt ohne Bedauern zur Seite legen.
    #85Authorschwäble (951819)  22 Aug 22, 11:34
    Comment

    Dulcinea und Martin (und alle anderen), vielen Dank für die ausführliche Diskussion zum Kapitel "The Piano Player" und Angie. Für mich ergibt es jetzt mehr Sinn.


    "A Different Road" sticht für mich auch etwas aus den anderen Geschichten heraus. Während die anderen Kapitel sehr realitätsnah sind (oder sein wollen), ist die Handlung hier doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Ich fand die Geschichte witzig und spannend und gleichzeitig auch erschreckend, was eine solche Extremsituation offenlegen kann.


    Wenn so etwas zu Beginn der Beziehung passiert, ist es gut, denn dann bekommt die Beziehung einen Härtetest, aus dem man leicht die Konsequenzen ziehen kann. Aber wenn der Härtetest erst nach jahrzehntelanger Ehe kommt, ist es schwer, damit umzugehen. Ich kann mir schon vorstellen, dass das dann einem Schock gleichkommt.


    Generell finde ich das Buch recht gut. Es ist toll, dass man darüber so gut diskutieren kann, ich mag die Geschichten und bin immer gespannt, was als nächstes kommt. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die mich stören, sodass ich dann doch nicht restlos begeistert bin. Mein Hauptkritikpunkt: Olive. Ich kann sie nicht leiden.

    #86Authorcaissa (225192) 22 Aug 22, 13:15
    Comment

    Schon merkwürdig, aber "A Different Road" ("Umweg") fand ich überhaupt nicht witzig. Weder die Beschreibung der Fahrt zum Krankenhaus, wo Olive über ihre körperlichen Bedürfnisse spricht, noch die Situation der Geiselnahme, in der Olive ihren Mann mit ihrem Gerede wirklich verletzt.

    Vielleicht liegt es daran, dass ich das Buch in Übersetzung lese.

    #87AuthorRed Poppy (876587) 22 Aug 22, 13:25
    Comment

    Nun, es ist nicht so einfach, Olive sympathisch zu finden, aber wer in diesem Buch erscheint denn überhaupt sympathisch? In gewissen Grenzen vielleicht noch Henry Kitteridge, aber ich würde ihn eher als jeand sehen, bei dem ich etwas Mitleid entwickle (damit meine ich nicht die Lage nach dem Schlaganfall, sonder die Zeit vorher).


    Witzig fand ich "A different Road" auch nicht, aber psychologisch schon interessant.

    #88Authorharambee (91833) 22 Aug 22, 16:47
    Comment

    Ich bin ja über Kap. 3 nicht hinausgekommen, deshalb schreibe ich hier nicht so viel, aber:


    Generell finde ich es gar nicht uninteressant, eine unsympathische Hauptperson zu haben. Das ist mir lieber, als eine glatte, nette Figur, die nicht lebendig wird. Ich mag Olive (meist) auch nicht, finde sie aber sehr real; gerade ihre Brüche machen sie zu einer Person, die ich für glaubwürdig und echt halte. (Ich habe allerdings durch den Film auch ein sehr klares Bild von Frances McDormand im Kopf - deren Olive mochte ich auch nicht sehr, fand sie aber sehr überzeugend. Vielleicht beeinflusst mich das auch.)


    Aber es ist für mich schwierig, wenn keine der Figuren irgendwie zur Identifikation einladen, und das ist hier der Fall. Mitleid zum Teil schon; auch Denise tat mir leid nach dem, was in ihrer zweiten Ehe angedeutet wurde. Aber das ist nicht genug. Ab und zu brauche ich mal eine Reaktion, in der ich mich wiederfinde.


    Wie oben schon jemand geschrieben hat, ist es auch eine Gesellschaft, die erst mal nach meiner Kultur klingt, aber dann doch sehr weit von mir entfernt ist. 'Olive' zu lesen hat was von anthropologischen Studien, als würde ich über einen mir ganz fremden Volkstamm lesen. Das war eine Weile interessant - zumal ich es bis auf das Durcheinander der Zeit- und Handlungsebenen wirklich gut geschrieben finde - aber nicht genug.

    #89AuthorGibson (418762)  22 Aug 22, 17:45
    Comment

    Red Poppy wrote,(#87) Schon merkwürdig, aber "A Different Road" ("Umweg") fand ich überhaupt nicht witzig. Me neither, neither the drive to the hospital and certainly not the hostage situation. And I read it in English, so I think it has everything to do with our individual personalities and nothing to do with the language.


    And caissa wrote (#86) “Mein Hauptkritikpunkt: Olive. Ich kann sie nicht leiden,” reminding me of the statement of Bob Houlton in Winter Concert about Henry and Olive, “I don’t know how he can stand her”.


    Dulcinea wrote (#84), “An interview with Olive, how funny!” Thatls what Olive thought, too:

    RHRC: Thank you both for meeting with us. This is such a treat.

    OK: Well, it’s strange, I’ll say that.

    ES: It’s lovely to be here, thank you.

    #90AuthorMartin--cal (272273)  23 Aug 22, 03:30
    Comment

    Mir ging es mit Olive ähnlich wie anderen hier. Ich fand sie nicht unbedingt sympathisch - jedenfalls in den meisten Geschichten (z.B. wie sie sich ihrem Mann gegenüber verhält oder an der Hochzeitsfeier ihres Sohnes). Im zweiten Buch "Olive again" kommt sie etwas besser weg - meiner Erinnerung nach. Es ist auch schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe.


    Aber man muss die Hauptperson einer Geschichte/eines Buches ja nicht in allen Details ihres Charakters lieben. Realiter haben die meisten Menschen nette Seite und dann wieder Charakterzüge, die einen eher abstoßen. Dass Charaktere in Büchern oft so eindeutig und klar sind, ist doch eher realitätsfremd. Ziemlich nah an der Realität ist auch, dass Olive durchaus um ihre Charakterfehler weiß, aber letztlich doch nicht aus ihrer Haut kann.

    #91AuthorSelima (107) 23 Aug 22, 05:08
    Comment

    I’m not so sure that Olive is fully aware of her character failings. She can’t understand at all why Christopher wants as little as possible to do with her; she can’t see what it is that she did that drove him away, that was the source of the greatest sorrow in her life.

    #92AuthorMartin--cal (272273) 23 Aug 22, 06:06
    Comment

    #91 Realiter haben die meisten Menschen nette Seite und dann wieder Charakterzüge, die einen eher abstoßen.


    Und was sind Olives nette Seiten?


    Ich stimme übrigens durchaus zu, dass ein Buch nicht deswegen schlecht ist, weil die Hauptfigur unsympathisch ist. Intriganten - und Olive ist ja wohl eine - können sehr reizvoll sein. Es wäre aber schon gut, wenn ihr Handeln einer Logik folgen würde, die ich nachvollziehen kann. Das schaffe ich bei Olive einfach nicht.

    #93Authorharambee (91833) 23 Aug 22, 06:45
    Comment

    (Ich habe allerdings durch den Film auch ein sehr klares Bild von Frances McDormand im Kopf - deren Olive mochte ich auch nicht sehr, fand sie aber sehr überzeugend.


    (Gibson, #89) Ich habe den Film / die Serie gar nicht gesehen und auch nichts davon mitbekommen. Es aber mal im Internet nachgeschaut: Was mir als Bruch auffällt, ist, dass Frances McDormand ja alles andere als dick ist - ein Merkmal Olives, das im Buch immer wieder stark betont wird. (Klar, das Äussere ist nebensächlich, wenn die Schauspielerin gut ist, und das ist McDormand mit Sicherheit - ich finde sie sehr gut.)


    Nein, Olive ist nicht sympathisch, so wie viele andere im Buch. Aber genau das scheint mir auch dem Kleinstadtmief geschuldet, vor allem auch dieses immer mal hervortretende Intrigantentum.

    #94Authorvirus (343741) 23 Aug 22, 07:30
    Comment

    Ich habe Olive damals zwar nicht als sonderlich sympathisch, aber trotzdem (oder gerade deshalb?) als sehr realitätsnah in Erinnerung. Es gibt auch eine Geschichte mit einem Besuch bei ihrem Sohn und der Schwiegertochter, aber die mag im Fortsetzungsband "Olive, Again" gewesen sein - die empfand ich seinerzeit als die bezeichnendste und stärkste.

    #95Authorpenguin (236245) 23 Aug 22, 08:36
    Comment

    Nee, die kommt in unserem dritten Leseteil, ich habe sie gerade gelesen und in meinem persönlichen "Olive-Ranking" kommt sie auch ganz nach vorne.

    #96AuthorB_Elanna (240251) 23 Aug 22, 09:17
    Comment

    Olive has her good sides. She visits Henry every day after his stroke, even though she knows he probably no longer understands. She remains loyal to his values, attending the funeral and volunteering to help out because she knows he would have been there, because he ‘believed in this community stuff’. She makes a positive difference in Nina’s life, even though she ultimately can’t save her. She stops Kevin from committing suicide (possibly unwittingly, but not entirely, I think). She feels emotions intensely, for better and for worse. Although she responds very badly to criticism in the moment, she is able to at least acknowledge the truth of it in her own time (even if she is not necessarily able to modify her behaviour). She is practical. She is intelligent. I bet she was a good maths teacher (at least to students with some aptitude for the subject).

    #97Authordulcinea (238640)  23 Aug 22, 09:28
    Comment

    I bet she was a good maths teacher (at least to students with some aptitude for the subject).


    ... but probably scathing and sarcastic with the rest.


    I agree though - I remember her heartfelt and sympathetic reaction when Denise's first husband gets shot. There are glimpses of 'niceness' (I think an all-bad character would ultimately be boring anyway.)


    But Olive's abrasiveness and unsympathischness was not really the problem for me with the book.


    Re #94: Is Olive fat? Is that mentioned in the first chapters? I don't remember that at all, though now that you mention it, it was a topic in the film at some point (when Olive sews a dress, I think).

    #98AuthorGibson (418762)  23 Aug 22, 11:14
    Comment

    Re #94: Is Olive fat? - Ich meine ja, zumindest ab Kapitel 4, in dem der Sohn heiratet, wird es erwähnt.

    #99AuthorRed Poppy (876587) 23 Aug 22, 11:37
    Comment

    Danke, dann bin ich bis dahin nicht vorgestoßen ;-)

    #100AuthorGibson (418762) 23 Aug 22, 11:44
    Comment

    Eigentlich gibt es in fast jedem Kapitel, in dem Olive persönlich auftritt, einen Hinweis darauf. Ich habe natürlich die Verfilmung recherchiert, nachdem ihr sie hier erwähnt habt und bin sofort an der schlanken Hauptdarstellerin hängengeblieben.

    Die Olive in meiner Vorstellung sieht eher aus wie Kathy Bates.


    Hatte ich schon erwähnt, dass mir "Winter Concert" aus den bisher besprochenen Geschichten am besten gefällt?

     

     

    #101AuthorB_Elanna (240251) 23 Aug 22, 12:31
    Comment

    Re #94, is Olive fat? In the hostage story, when her hospital gown comes undone, “she could see her big stomach with its folds, and her thighs, white as two massive fish bellies.”

    #102AuthorMartin--cal (272273) 23 Aug 22, 16:45
    Comment

    Genau, dieses Spitalhemdchen kam mir auch in den Sinn. (OP-Kittel? Krankenhauskittel? Wie heisst denn sowas auf Deutsch?)

    #103Authorvirus (343741) 23 Aug 22, 17:51
    Comment

    Ich habe jetzt Kapitel 4 gelesen (die Hochzeit des Sohnes) und fand es schon witzig, dass Olive ein paar Sachen der Schwiegertochter stiehlt, um sie zu verwirren. Das ist zwar eigentlich gaslighting und gar nicht lustig, aber auf der einen Seite die dauerschlechtgelaunte, frumpy, frisch beleidigte Olive und auf der anderen Seite die wohlhabende, schlanke, blonde, vor Selbstbewusstsein überlaufende Suzanne - da neige ich eher zu Sympathie für Olive. Am Anfang ist ja auch nicht klar, warum sie es tut. Ich hätte erwartet, dass sie einfach etwas kaputtmachen will, dass Suzanne lieb ist, aber darum geht's ja gar nicht. Das ist irgendwie so nickelig und fies und kindisch, dass ich doch innerlich gegrinst habe.

    #104AuthorGibson (418762) 23 Aug 22, 20:57
    Comment

    @104: Das fand ich irgendwie seltsam und verstörend, vielleicht, weil ich nie im Leben auf die Idee käme, so etwas zu machen. Natürlich mag sie die Schwiegertochter nicht, aber diese Aktion fand ich echt kindisch. Und nicht zum Lachen.


    Nach der ersten Geschichte dachte ich „was ist diese Olive für eine furchtbare Person“, nach der Geschichte mit Kevin dachte ich „sie hat schon ihre guten Seiten“, aber nach der Hochzeit war ich dann doch wieder bei „unglaublich unsympathisch“. Und dann die Geschichte im Krankenhaus…

    Ich finde es allerdings auch nicht schlimm, dass ich sie unsympathisch fand, ich habe auch schon andere Geschichten gelesen, bei denen ich niemanden mochte, und jemand, der immer grundgut ist, ist vielleicht auch etwas langweilig. Inzwischen freunde ich mich auch mit dieser Art des Buchs an, lauter kleine Geschichten zu erzählen, so dass man am Ende ein Bild von der gesamten Gemeinde hat. Allerdings habe ich auch ein wenig das Gefühl, den Überblick zu verlieren, und bei jeder Figur, die in einer neuen Geschichte auftaucht, frage ich mich aufs Neue, ob ich diese Person kenne, ob es der gleiche Kevin ist wie beim letzten Mal, usw.


    #105AuthorDragon (238202)  24 Aug 22, 11:39
    Comment

    Ich werde mich übrigens an der Schlussdiskussion nicht beteiligen, da ich die letzten Kapitel nicht lesen werde. Zum einen ist der Funke bei mir auch beim zweiten Teil nicht wirklich übergesprungen und zum anderen bin ich ja gerade in Kenia und finde wenig Zeit zum Lesen.

    #106Authorharambee (91833) 26 Aug 22, 06:27
    Comment

    Ich habe mich schon lange nicht mehr mit anderen Menschen über Literatur unterhalten und mir fehlen sicher ein bisschen die passenden Begriffe. Ich finde aber die Idee eines Online-Lesezirkels hier bei Leo super, und weil AMZ mir ohnehin gerade Olive Kitteridge vorgeschlagen hat, lese ich jetzt mit.


    Ich fand bisher jede der Geschichten interessant; ich musste mich nie zum Weiterlesen zwingen, sondern habe mich gut unterhalten gefühlt. Manchmal ist mir der Einstieg ein bisschen schwergefallen - ich mag es nicht, wenn (wie bei Kurzgeschichten üblich, glaube ich) im ersten Satz gleich unglaublich viel Information ist à la "Janie gave her daugher a hug and told her not to mention Walter's upcoming wedding when she went to visit her cousin" o.Ä. und man fragt sich, ok, wie hängen diese vier Leute wohl zusammen, und das ergibt sich dann erst mühsam über die nächsten zwei Seiten.


    Ich fand die Geschichte mit dem Überfall im Krankenhaus auch sehr anders als die anderen Geschichten, sehr unrealistisch, und wie eine Übung ("jetzt schreiben wir mal eine wilde Geschichte à la Quentin Tarantino").


    Am besten haben mir bisher gefallen: "Pharmacy" (Kapitel 1) - wahrscheinlich weil da Olives Charakter noch als etwas griesgrämig und unhöflich rüberkommt, aber nicht als leicht pathologisch wie in dem Kapitel über die Hochzeit (3, "A little burst") - und "Starving" (5), weil hier auf engem Raum so viel passiert und alle Charaktere gut gezeichnet sind. Am wenigsten gefallen hat mir "A different road" (6) mit dem Überfall im Krankenhaus und "Tulips" (8) mit der Familie Larkin, deren Sohn offenbar die Schwiegertochter ermordet hat.


    Ich würde sagen, dass ich durchaus einen etwas abseitigen Humor habe, aber ich fand bisher nichts lustig.


    Ich glaube nicht, dass ich das Folgebuch noch lesen werde oder dass ich Olive Freunden empfehlen würde.


    Ich kann mir Frances McDormand (trotz der fehlenden Leibesfülle) sehr gut als Olive im Film vorstellen, und auch die ganzen Geschichten lassen sich bestimmt sehr gut auf der Leinwand erzählen.

    #107AuthorLunda (254456) 26 Aug 22, 09:31
    Comment

    Lunda, schön dass du dabei bist.


    Ich bin jetzt gerade bei Kap. 11 ("Sicheheit") und bin schon gespannt auf die Diskussion ab dem 29.8. (reise 2 Tage später nach Frankreich, aber ich werde wolh online sein).

    #108Authorvirus (343741) 26 Aug 22, 10:16
    Comment

    Generell mache ich mir beim Lesen selten Gedanken darüber, wie die Personen aussehen. Ich habe gewisse Vorstellungen, aber meistens bleiben die Personen recht vage.


    Bei Olive dagegen habe ich eine klare Vorstellung (nicht Frances McDormand) und ich kann sogar ihre Stimme hören. Das hatte ich noch nie. Muss ich mir Sorgen machen? ;)

    #109Authorcaissa (225192) 26 Aug 22, 18:25
    Comment

    So, jetzt bin ich durch.


    Das letzte Kapitel hat mir am allerbesten gefallen. Allerdings fand ich Olive da im Vergleich zu "früher" viel weniger ruppig und habe ihr dieses positive Ende fast ein wenig missgönnt. Kann es sein, dass der Besuch bei ihrem Sohn in New York sie wirklich ein wenig "geläutert" hat? Ist sie auf ihre alten Tage noch milde geworden und bereit, sich auf andere Menschen richtig einzulassen und sie so zu akzeptieren, wie sie sind? Oder ist sie einfach sehr einsam und agiert letztlich egoistisch, wenn sie sich bei ihrem neuen Bekannten das holt, was sie eben gerade braucht? (Ich will noch nicht "spoilern" ... :)


    Was haltet ihr von der Geschichte mit dem Therapeuten in New York? Würdet ihr sagen, der Sohn hat wirklich eine schwere Kindheit aufzuarbeiten und das ist ihm offenbar ziemlich gut gelungen (er lebt vielleicht ein wenig unkonventionell, aber mit einer Frau zusammen, die er offenbar liebt und respektiert), oder würdet ihr sagen, wenn jeder, der eine strenge Mama hatte, Therapie braucht, wo kämen wir denn dahin; er soll mal nicht übertreiben? Denn in diesem Buch ist ja fast niemand so richtig "normal"; in allen Familien oder Partnerschaften gibt es irgendein Problem - sind wir am Ende alle irgendwie gestört und brauchen professionelle Hilfe?



     

    #110AuthorLunda (254456) 29 Aug 22, 09:01
    Comment

    I think ‘Security’ is one of the strongest stories in the whole book. We get to witness Olive’s behaviour suddenly change from relatively pleasant to completely unhinged, all because no one told her about a splodge of sauce on her blouse. I thought that was a great detail, which makes her simultaneously relatable (we’ve all done it: belatedly realised we had food in our teeth or whatever and felt foolish) and unlikeable (most of us manage to laugh it off, rather than passive-aggressively lashing out at everyone around us). I thought the flashback to her younger years worked really well. (Nice detail: Olive thinks Henry had no idea about her feelings for Jim O’Casey, but we know that he knew.) As expected, Olive is contemptuous towards her second daughter-in-law, too – Olive thinks Ann is ‘dumb’, but she doesn’t seem that way to us, or at least to me. I liked the Christian parrot, too. :-)


    oder würdet ihr sagen, wenn jeder, der eine strenge Mama hatte, Therapie braucht, wo kämen wir denn dahin; er soll mal nicht übertreiben?


    I don’t think the problem was Olive’s strictness, but rather what Christopher describes as the ‘extreme capriciousness of her moods’, which the sauce incident illustrates perfectly. I do think Christopher’s childhood must have been very difficult if Olive often behaved in such unpredictable ways. I think Christopher’s response to the sauce incident is actually very good, which suggests to me that his work with the therapist is helping him. However, following the therapist to New York does seem concerning, as does the fact that he jumped into the relationship with Ann so quickly and is already having a child with her. (It’s interesting that you have such a positive impression of Christopher and Ann’s relationship, Lunda – I’m not so sure.)

    #111Authordulcinea (238640) 29 Aug 22, 10:19
    Comment

    Die erste Geschichte im letzten Drittel ist "Flaschenschiff". Auch hier eine Mutter, die irgendwie völlig daneben ist. Schon der erste Satz hat mich ratlos zurückgelassen: "Du musst mehr Struktur in deinen Tag bringen", sagte Anita Harwood..... Ganz im Ernst, Julie. Genau deshalb schnappen die Leute doch über, wenn sie im Gefängnis oder beim Militär sind."

    Ok, ich war weder beim Militär noch saß ich im Gefängnis ein, doch wenn es irgendwo so etwas wie Struktur im Leben gibt, dann doch wohl dort, oder?


    Oben meinte jemand, in diesem Buch würde das normale Leben beschrieben. Ich bin ja in einem größeren Dorf aufgewachsen, und unser "normales" Leben dort unterschied sich völlig von dem, was in Crosby geschieht. Welche Mutter zum Beispiel schießt schon mit einem Gewehr auf den Freund der Tochter, nur weil dieser die Hochzeit abgesagt hat? (Ok, wer hier hat schon Zugriff auf ein Gewehr; ich könnte höchstens mit Pfeil und Bogen auf den ehemaligen zukünftigen Schwiegersohn zielen). Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass halb Crosby einen Therapeuten bräuchte.


    Ich glaube nicht, um auf eine von Lundas Frage zu antworten, dass wir alle irgendwie gestört sind. Ich könnte mir aber vorstellen, dass trotzdem für viele professionelle Hilfe nicht schlecht wäre, einfach um manche Dinge einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

    #112AuthorRed Poppy (876587)  29 Aug 22, 10:29
    Comment

    English original:


    “You’ll have to organize your days,” Anita Harwood was saying, wiping at the kitchen counter. “Julie, I mean this. People go crazy in prisons and the army because of this exactly.”


    And then, a few pages later, Anita says ‘Routine, Julie. Routine is what makes prisons and armies work’, which contradicts her comment about people going crazy in prisons and the army. I think the point is that it doesn’t make any sense, that Anita is ‘irgendwie völlig daneben’.


    I liked ‘Ship in a Bottle’ very much. It’s the only story written from the point of view of a child observing adults, which I found to be an enriching perspective. The title refers to the boat that Jim Harwood is building in the cellar, but also to Winnie and Julie growing up in that house.


    Olive is at a remove in this story (Winnie has never even met her), but she has made such a profound impression on Julie that she nevertheless seems closer than in some of the other stories. Olive’s ‘Don’t be scared of your hunger’ reminded me of her words back in ‘Starving’ (‘We all are [starving]’). 


    ***


    ‘Criminal’ was my least favourite story overall. I felt sorry for Rebecca, but didn’t feel much of a connection to her. Is it implied at the end is that she’s going off to set fire to the doctor’s surgery? I didn’t care enough to go back and reread it...

    #113Authordulcinea (238640)  29 Aug 22, 11:44
    Comment

    Poppy, Anita ist ja offenbar eine Person, die völlig neben dem "normalen" Leben steht. Insofern wunderte mich auch das Gewehr nicht.


    Das letzte Kapitel hat mir auch am besten gefallen, wie schon meinen Vorrednern. Und Olives Stimmungsumschwünge sind tatsächlich enorm. Gut finde ich, dass Christopher offenbar durch die Therapie (und/oder durch Ann) gelernt hat, nein zu sagen. Olive versucht ja geradezu, Christopher emotional zu erpressen, da ist es gut, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Und dass Olive schliesslich auch mal ein gutes Haar an jemandem lassen kann, über den sie anfangs ein vernichtendes Urteil parat hatte, stimmt ja doch etwas versöhnlich.

    #114Authorvirus (343741) 29 Aug 22, 12:07
    Comment

    Das schrieb ich ja - Anita ist ziemlich daneben. Den Titel "Flaschenschiff" finde ich gut gewählt. Julie hat es gerade noch geschafft zu gehen, bevor es zu eng wurde.


    Ein wenig irritiert hat mich, dass ich nicht so genau wusste, wie viel Zeit jeweils zwischen den Geschichten / Kapiteln vergangen ist. Verläuft die Zeit hier linear? Wahrscheinlich schon, denn zwischendurch gibt es einen Hinweis auf Olives oder Christophers Alter und beide werden ja älter.


    Da Christopher schon seine erste Frau nach nur wenigen Wochen geheiratet hat, wundert es mich nicht, dass er auch schon so bald mit Ann zusammengezogen ist und mit ihr ein Kind erwartet. Olives Verhalten beim Besuch kann ich nicht so ganz verstehen. Gut, ich fände es auch blöd, wenn mir niemand sagt, dass ich einen Fleck auf dem Shirt habe. Aber gleich so extrem zu reagieren? Und was hat sie nur mit ihren Strumpfhosen - warum kauft sie sich keinen neuen, wenn sie sich Laufmaschen gezogen hat?


    #115AuthorRed Poppy (876587) 29 Aug 22, 12:46
    Comment

    Ich musste bei Christopher etwas schmunzeln. Er hat zweimal seine Mutter geheiratet. Seine erste Ehefrau ist Olive charakterlich ähnlich, seine zweite optisch.

    #116Authorcaissa (225192) 29 Aug 22, 21:00
    Comment

    Schreibtechnisch war es sehr clever von der Autorin Olive als (ehemalige) Lehrerin zu gestalten. So darf sie fast jeden in der Stadt kennen oder von jedem gekannt werden, ohne dass der geneigte Leser die Beziehung hinterfragt.


    Lesetechnisch fand ich das Buch sehr anstrengend; viele Setting, viele Namen, von denen sich manche wiederholen und ich nicht wusste ob die Namensträger dieselben Personen sind.


    Edit ist noch eingefallen, dass sie Leute kennt, denen Olive Kitteridge gefallen könnte; so könnte ich die Bücher getrost weitergeben.


    Dies war das zweite Buch, das ich von Elizabeth Strout gelesen habe. Und sicher werde ich auch keines mehr lesen.


    Edit ist noch eingefallen, dass sie Leute kennt, denen Olive Kitteridge gefallen könnte; ich weiß also, wem ich sie getrost überlassen kann.



    #117AuthorRed Poppy (876587)  30 Aug 22, 09:11
    Comment

    Also rückblickend fand ich die Leseerfahrung mit Olive in Ordnung. Ich habe mich diebisch gefreut, als der Sohn Olive vor die Tür gesetzt hat. Ich denke schon, dass die Einsamkeit und der Rauswurf sie zum Nachdenken gebracht haben, so dass sie dann auf ihre Art frei wurde, um sich auf jemand neuen einzulassen. Das Ende hat mich dann mit dem Buch versöhnt. Ich würde es zwar nicht weiterempfehlen, aber ohne Leo hätte ich es nicht gelesen. Es ist gut, ab und zu mal die ausgetretenen Pfade lesetechnisch zu verlassen. Ich freue mich auf das nächste Buch.


    Edith fügt noch an: ich denke, ich werde "abide with me" doch eine Chance geben.


    #118AuthorHassos Frauchen (270200)  31 Aug 22, 19:39
    Comment

    In contrast to Red P. (#117: sicher werde ich auch keines mehr lesen) and Hassos F. (#118: ich würde es zwar nicht weiterempfehlen), I did read two more of Strout's books, and did recommend it -- at least to my wife, who in turn recommended it to her book club.


    Speaking of other books by Strout, "Olive Again" (a sequel) is very similar in structure to "Olive K.", and takes the Olive's story further ... practically to her last days. One of the chapters there provides much more insight into the relationship between Louse Larkin (in "Tulips") and her jailed son Doyle, in a sweet story centering about the Larkins' daughter.

    #119AuthorMartin--cal (272273)  01 Sep 22, 02:04
    Comment

    Martin, wie hat Dir der zweite Olive-Band gefallen? Und welches andere Buch hast Du von Strout gelesen?

    #120AuthorSelima (107) 01 Sep 22, 07:49
    Comment

    Selima, I found "Olive Again" quite good, just not quite as moving as "Olive K." But I valued hearing more about some of the people we met in the first work, and seeing Olive adjust to her diminishing strength, failing body, and growing loneliness. The other book, "My Name is Lucy Bartlet", I didn't enjoy as much.

    #121AuthorMartin--cal (272273) 01 Sep 22, 08:00
    Comment

    Das ging mir ganz ähnlich. Für mich neu und spannend war die Somali-Gemeinschaft in Neuengland. Das andere Buch habe ich auch gelesen - es hat mir auch weniger gut gefallen, auch wenn ich interessant war, wie Lucy Barton aufwuchs. Das war mir so auch nicht bekannt.

    #122AuthorSelima (107) 01 Sep 22, 08:28
    Comment

    I also liked Olive, Again.  


    I see Strout has a new novel coming out soon – Lucy by the Sea, which I assume is another return to Lucy Barton’s life. I've read two of the other Lucy Barton books (My Name is Lucy Barton and Oh William!) and liked them well enough, but not nearly as much as the Olive Kitteridge ones. I may read the new one at some point, but it's not at the top of my priority list.

    #123Authordulcinea (238640) 01 Sep 22, 08:34
    Comment

    Bevor ich Olive Kitteridge kennenlernte, habe ich das Buch "Amy und Isabelle" gelesen. Auch hier wieder eine Mutterfigur, die ich nicht verstehe. Eine Frau, die ihre eigenen Ängste auf die Tochter projeziert, die Tochter demütigt und bloß stellt.

    Ich befürchte, ich komme nicht mit Elizabeth Strouts Büchern klar.

    #124AuthorRed Poppy (876587) 01 Sep 22, 08:57
    Comment

    I would welcome a book Olive Before, giving us Olive's childhood, the relationship with her mother, the suicide of her father, and her meeting and marriage to Henry.

    #125AuthorMartin--cal (272273) 01 Sep 22, 16:34
    Comment

    Es ist grau und kühl und regnet schon den ganze Morgen, und ich fand, das sei ideales Wetter für 'Olive', also habe ich ein weiteres Kapitel gelesen ("Starving"). Und in kleinen Dosen funktioniert das Buch für mich viel besser, zumal ich ja inzwischen weiß, was mich erwartet. Jedenfalls hat es mich sehr berührt und ich hatte die Geduld, alles in Ruhe zu lesen, die Sprache und die Bilder zu genießen, mich auf die Leute einzulassen, ohne darauf zu warten, dass die Geschichte vorangeht.


    Hier ist Olive tatsächlich sympathisch und voller Mitgefühl - aber dafür ist Bonnie quasi Olive II, ebenso abweisend und desinteressiert. Ganz ohne geht es offenbar nicht ;-)


    Ein Kapitel ist auch genug für heute. Dieses war so dicht und deprimierend, wenn auch zur Abwechslung mit einen Hoffnungsschimmer, dass es etwas Luft braucht. Sofort weiterzulesen, und dann wieder über jemand ganz anderen, würde mich wieder ärgern, glaube ich.

    #126AuthorGibson (418762)  10 Sep 22, 13:52
    Comment

    Was mir im Nachhinein noch aufgefallen ist: Harold wird in der Geschichte ja eigentlich als der Sympathieträger dargestellt. Aber am Schluss benutzt er dann das Gesparte, um die Wohnung für seine Affäre zu bezahlen. Wenn Bonnie also irgendwann herausfindet, dass ihr Mann seit Monaten (Jahren?) eine Affäre hat und sie verlassen will, erfährt sie dann gleichzeitig auch, dass sie Pleite sind. Das finde ich wirklich unterirdisch schäbig, aber im Buch wird das irgendwie als nachvollziehbares Verhalten beschrieben - jedenfalls hat diese Leserin das erst mal einfach so hingenommen und sich gefreut, dass Harold noch etwas Glück gefunden hat. Erst später ging mir auf, was er da eigentlich macht.

    #127AuthorGibson (418762) 13 Sep 22, 10:35
    Comment

    Maybe it's because I'm a man, but the way I see it, it's not the case that Harold wants to leave Bonnie; instead, she has already left him, and their remaining under the same roof is entirely pro forma. The apartment that he rents is for him; not "for his affair". When he tells her he found a woman whom he loves and who loves him, he knows they will have to separate.


    But -- yes -- it would be more honorable, and braver, not to wait for the inevitable moment when Bonnie notices their bank balance is diminishing -- I don't think the story talked of bankruptcy -- but to tell her immediately, and bear the consequences now rather than later.

    #128AuthorMartin--cal (272273)  13 Sep 22, 16:47
    Comment

    Thank you for coming back to the thread. I'm going to disagree with everything you say, though ;-)


     instead, she has already left him, and their remaining under the same roof is entirely pro forma. 

    I think that is no reason at all to behave like he does (and apologies to Harmon for calling him Harold). If Bonnie is happy with the set up and he isn't, he should tell her and leave. Conducting a secret affair instead and stealing money (because that's basically what using their shared savings is to me) to set up his life after Bonnie is awful, in my opinion, independent of what Bonnie has done (or not).


    Besides, we don't know why Bonnie is like she is. I'm not sure she's "left him"; they just seem to be not very suited to each other (now at least, maybe it was different in the past). The description of her ist not that different from many marriages where there's little genuine interest in the other and a fair bit of complaining and nagging. Maybe she felt neglected by him for decades and now has simply given up, frustrated and bitter. (I'm not saying that's what it's like. I'm just saying that we don't know, so we can't put the blame squarely on her.)

    #129AuthorGibson (418762) 13 Sep 22, 18:03
    Comment

    Harmon it is, then. (I obviously didn't remember either, and didn't go back to check.) And I'm not going to try to defend him (fictional character that he is). I see your point, and you may be right - we only have what's in the book to go on, and the rest is sheer speculation.

    #130AuthorMartin--cal (272273) 13 Sep 22, 18:22
    Comment

    I've read another chapter ("A different road", which I thought was very sad, not funny. Even the funny bits - like: everybody feels better when they meet somebody whose children turned out worse - were actually sad). I'm not going to keep commenting, since it's been too long I think, but I wanted to say that it's interesting to read the chapters and then come back to this thread and read your thoughts. That gives the book a whole other layer.

    #131AuthorGibson (418762) 20 Sep 22, 19:57
     
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