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    Land und Leute

    Was ist denn ein "guardian"? (Kontext Londoner Wohnungsmarkt)

    Betrifft

    Was ist denn ein "guardian"? (Kontext Londoner Wohnungsmarkt)

    Kommentar
    https://www.mylondon.news/news/west-london-ne...

    "Kilburn resident Charlie Hullah worries that he could be priced out of London after his rent was jacked up by "hundreds of pounds". The 29-year-old creative said: "I've been really lucky to have been a guardian in a flat for a number of years but the guardian industry has changed a lot and feels almost at private rent levels."

    He added: "Our rents were increased by hundreds of pounds recently and we're all scrambling to find alternative ways of living which don't appear to be possible now. I have had to accept this week that I cannot afford to rent privately in London - even as a guardian - unless I am a property guardian and move outside of the capital. So many of my neighbours have left London and I think I'll have to do the same. Guardianship used to be affordable due to the risks and highly insecure license agreements but they are up there with market rates now."

    Charley also said the demand for properties seems to have soared. He said: "I went to a virtual viewing on Zoom last week with a property guardian company that was mostly made up of people who've not done it before - 35 people in total. It's always been crazy but this feels like a tipping point for sure.""

    Ich hab mal wieder kein "Google-Fu" :-/
    Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 28 Aug. 22, 08:00
    Kommentar

    https://www.global-guardians.co.uk/property-g...


    Property guardianship is an arrangement by which people are granted cheap accommodation in return for living flexibly, often in desirable locations and unusual properties such as former commercial buildings like pubs, offices, police stations and even historically important properties. By the guardians' continued occupation these properties that would otherwise be vacant cannot be occupied by squatters.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Property_guardi...


    Bitte sehr.

    #1Verfasser penguin (236245) 28 Aug. 22, 08:32
    Kommentar
    Danke schön!
    #2Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 28 Aug. 22, 08:37
    Kommentar

    Interessantes Konzept.


    Ich wüsste keine deutsche Übersetzung, vor allem, weil ich nie davon gehört habe, dass in Deutschland jemand zum Wohnen in einem leerstehenden Bürogebäude gelockt würde, nur um es gewissermaßen zu sichen.

    Der würde hierzulande der Eigentümer wohl eher einen Wachschutzdienst beauftragen.



    #3VerfasserRheiner (762589) 29 Aug. 22, 15:54
    Kommentar

    Das liegt vermutlich daran, dass in D eine Art "Ersitzung" leerstehender Gebäude nicht möglich ist; anders als im UK.

    #4Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 29 Aug. 22, 16:24
    Kommentar

    Echt, das geht? Ich steige in eine leer stehende Immobilie ein und erwerbe damit quasi das Wohnrecht? Oder gar das Eigentum?

    #5Verfasser Kapustiner (1229425) 29 Aug. 22, 17:00
    Kommentar

    Zumindest Wohnrecht kann man so auch in Frankreich er"sitzen" ...


    ... ein wild herbeigeguckeltes Beispiel :


    https://www.handelsblatt.com/politik/internat...

     ... Eine Familie von „squatteurs“, Hausbesetzern, hatte sich dort einquartiert. Und weil Théoule offiziell nur der Zweitwohnsitz der Kaloustians ist, hatten die Eigentümer schlechte Karten: Weil die Eheleute nicht innerhalb von 48 Stunden nachgewiesen hatten, dass sie die Eigentümer sind, durften die Besetzer bleiben, obwohl sie gewaltsam eingedrungen waren. ...


    #6Verfasser no me bré (700807) 29 Aug. 22, 17:21
    Kommentar

    Es ist nicht so, dass ich eine Woche irgendwo hause, und dann gehört mir das Objekt. Es geht vor allem um langfristig leerstehende Gebäude (die sonst vermutlich völlig verfallen würden). Gov.uk z.B. sagt:


    You can apply [for ownership] if you can prove:

    • you, or a succession of squatters, have occupied the property continuously for 10 years (12 years if it’s not registered with HM Land Registry)
    • you (or your predecessors) acted as owners of the property for the whole of that time
    • you (or any of your predecessors) did not have the owner’s permission, for example the property was not originally rented to a squatter


    Eigentlich ist es verboten:

    Squatting on a residential property is illegal if you didn’t get the owner’s permission to live there, or entered the property without permission. It can either lead to six months in prison, a £5,000 fine, or both. 

    https://www.bigissue.com/news/housing/squatte...


    Aber ich vermute, dass es - wie hier eine Klage auf Eigenbedarf - schwierig, langwierig und teuer sein kann, die squatter gerichtlich und polizeilich entfernen zu lassen, selbst wenn diese sich um das Haus kümmern und nicht einfach alles zumüllen. Deshalb ist es vermutlich einfacher, sicher und auch viel billiger - es wird ja Miete gezahlt - einen guardian zu haben.


    https://www.gov.uk/squatting-law/squatters-ri...


    #7Verfasser Gibson (418762)  29 Aug. 22, 17:34
    Kommentar

    Ah, interessant. Zehn Jahre sind natürlich eine stolze Zeit. Aber in der Hamburger Hafenstraße hats genau genommen noch länger gedauert.

    #8Verfasser Kapustiner (1229425) 29 Aug. 22, 18:03
    Kommentar

    Die Idee gibt es im deutschen (Zivil-)Recht einfach gar nicht. Vielleicht würde ich - analog zum Hausbesetzer - vom Haus(be)schützer schreiben.

    #9Verfasser BenatarsComrade (1182552) 29 Aug. 22, 23:37
    Kommentar

    Sowas gabs in DE auch schon:

    Das niederländische Hauswächter-Unternehmen „Camelot“ vermittelt Bewohner für leer stehende Immobilien, von der Fabrikhalle bis zur Kirche. In Berlin stehen derzeit ein Schulgebäude und ein ehemaliges Kinderkrankenhaus zur Verfügung. Als Hauswächter muss man sich bewerben und persönlich vorstellen. Die Kosten belaufen sich auf 180 Euro im Monat.


    Das war 2013 und es wurde mehrfach darüber berichtet, finde aber nichts aktuelles mehr darüber..

    #10Verfasser drkimble (463961) 30 Aug. 22, 07:34
    Kommentar

    re #10:

    Was dafür spricht, dass sich das Experiment in Deutschland nach kurzer Zeit nicht durchgesetzt hat.


    #11VerfasserRheiner (762589) 30 Aug. 22, 08:25
    Kommentar

    Das Konzept gibt es wohl noch. Nennt sich Hauswächter::

    https://www.monoma.eu/de-de/freie-raumlichkei...

    (Achtung, kommerzieller Link, soll keine Werbung sein!)

    Allerdings sehe ich da momentan keine Objekte in Deutschland im Angebot, warum auch immer. Ich hab vor Jahren mal einen Fernsehbericht darüber gesehen, da kam das sehr positiv rüber: Der Bewohner spart die Miete, der Besitzer spart den Wachdienst, beide zahlen einen geringen Betrag an den Vermittler. Eine Win-Win-Win-Situation. Nachteile für den Bewohner sind fehlender Kündigungsschutz und sehr eingeschränkte Gestaltungs- und Besuchsmöglichkeiten.

    #12Verfasser dirk (236321)  30 Aug. 22, 09:25
    Kommentar

    Fehlender Kündigungsschutz ist klar, aber wieso eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten?

    #13Verfasser BenatarsComrade (1182552) 30 Aug. 22, 12:05
    Kommentar

    Ich habe so meine Zweifel, dass sich in Deutschland ein solches Mietverhältnis (oder wie immer man das nennen mag) rechtssicher derart gestalten lässt, dass der Kündigungsschutz ausgehebelt wir.

    #14Verfasser eineing (771776) 30 Aug. 22, 12:56
    Kommentar

    Das Rechtssystem der ROI ist ja in vielen Dingen dem des UK sehr ähnlich.

    Trotzdem habe ich hier von solchen "guardians" noch nichts gehört oder gelesen, obwohl das bei der herrschenden Wohnungsnot sicher interessant wäre, weil es doch einiges an leerstehenden Gebäuden gibt.

    Ich habe von Squatter's right aber schon mehrfach in anderem Zusammenhang gelesen. Da ging es um Grundstücke (vorwiegend landwirtschaftlich genutzte), die von einem Nachbarn (mit Einverständnis des Besitzers) über viele Jahre genutzt wurden, so dass ein "Gewohnheitsrecht" entstanden ist. Nach dem Tod des Besitzers kann es dann schon zu Rechtstreitigkeiten zwischen dem Nutzer und den Erben kommen, wem das Stück Land denn nun gehört. Da kommt es darauf an, ob Pacht vereinbart und gezahlt wurde, wie lange das Land genutzt wurde etc. Ich könnte aber nicht genau sagen, was da jetzt die Regelungen sind.

    #15Verfasser Wik (237414) 30 Aug. 22, 15:04
     
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