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    Land und Leute

    Erste Begegnung mit einem kleinen elektronischen Übersetzer gesprochener Sprache

    Betrifft

    Erste Begegnung mit einem kleinen elektronischen Übersetzer gesprochener Sprache

    Kommentar

    Am Samstag nachmittag begleitete ich einen Freund aus Schottland, der meine Stadt (Fürth) besucht hatte, zur U-Bahn. Er hatte es etwas eilig, da er in Nürnberg einen ICE erreichen wollte,der ihn nach Frankfurt bringen sollte, von wo aus er nach Glasgow fliegen würde.


    Als wir uns kurz vor Eintreffen der U-Bahn verabschiedeten, fiel ihm siedend heiß ein, dass er vergessen hatte, seinen Zimmerschlüssel im Hotel abzugeben. Als er das Hotel verließ, war der Rezeptionist gerade "auf einen Sprung weg", um etwas einzukaufen. Da mein Freund ebenso alt und vergesslich ist wie ich, versäumte er es, den Schlüssel einfach in den Briefkasten des Hotels zu werfen. (Er hatte vorzeitig abreisen müssen und hätte das Zimmer noch bis Sonntag früh um 10 h behalten können.)


    Am Sonntag machte ich einen Morgenspaziergang zum Hotel, um den Schlüssel abzugeben. Der Rezeptionist war wieder nicht da, aber eine Frau mittleren Alters, die gerade die Tische im kleinen Frühstücksraum deckte. Ich wollte ihr sagen, Herr Sowieso sei vorzeitig abgereist und sie müsse kein Frühstück für ihn herrichten. Sie meinte jedoch, ich sei ein Gast und zeige ihr den Schlüssel, um mein Frühstück zu bekommen. Es zeigte sich, dass sie so gut wie kein Deutsch verstand. Um ihre Situation zu erklären, sagte sie nur: "Ukraine!" Ich antwortete spontan: "Leider kann ich kein Ukrainisch." Englisch oder Französisch konnte sie auch nicht.


    Da lief sie ins Büro hinter der Rezeption und kam mit einem Handy (?) zurück und hielt es mir vor die Nase, nein, den Mund. Zuerst war ich verwirrt, weil mir noch nie jemand so ein Ding vorgehalten hatte. Doch dann kapierte ich: Ich sollte etwas sagen, und das Ding würde übersetzen. Somit konnte ich ihr erklären, dass ich kein Gast sei und einfach den Schlüssel abgeben wolle. Doch an meiner Aussprache von "Frühstück" hatte das Ding offenbar Schwierigkeiten.


    Da erinnerte ich mich (reichlich spät!) daran, dass ich ja von meiner Stiefgroßmutter als Kind Polnisch gelernt hatte und diese Sprache doch eine gewisse Ähnlichkeit mit Ukrainisch (über das ich nichts weiß) haben dürfte. Also erzählte ich ihr die ganze Sache noch einmal auf Polnisch; sie begann zu strahlen, verstand alles, rief aus, Ukrainer und Polen seien Freunde - und umarmte mich freundschaftlich. Dann sagte sie mir, der abgereiste Gast hätte noch ein Frühstück vor dem Auschecken haben können; sie nötigte mich, statt meines Freundes zu frühstücken, und so kam ich an diesem Sonntagmorgen zu einem zweiten Frühstück.


    Verfasser MiMo (236780) 28 Sep. 22, 04:44
    Kommentar

    Ukrainer und Polen seien Freunde - das ist für mich das wirklich Faszinierende an Deinem Erlebnis. Historisch gesehen waren sie alles andere als das, und haben gegeneinander schlimmer gewütet, als ich es schildern mag, nicht nur zu den von Gogol in Taras Bulba geschilderten Zeiten, sondern noch zu Hitlers und Stalins Zeiten (so daß also gar nicht so wenige der damals Beteiligten noch am Leben sind).


    Prosze bardzo. Auch Erbfeindschaft kann überwunden werden.


    P.S. Gruß nach Fürth, da haben wir 2017-18 gewohnt.

    #1Verfasser mbshu (874725)  28 Sep. 22, 07:01
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    Ich hatte vor etwa einem halben Jahr auch meine erste Begegnung mit einem solchen Gerät. Ein südostasiatisch aussehender Mensch (ja, ich weiß, dass man das nicht so leicht erkennen kann und meine Vermutung mag falsch sein) hielt mir das Gerät unter die Nase und ich las seine Frage. Ich wusste die Antwort und sprach sie in das Gerät. Obwohl ich als schnell und etwas abgehackt sprechender Mensch sicherlich nicht der Idealproband bin, verstand das Gerät mich, denn es zeigte den von mir gesprochenen Text erst auf Deutsch und dann in meiner mir unbekannten Sprache (es war nicht chinesisch und ziemlich sicher auch nicht vietnamesisch) an. Ob die Übersetzung korrekt war, kann ich natürlich nicht sagen, aber mein Gegenüber war zufrieden. Für einfache Kommunikation kann so ein Gerät schon sehr hilfreich sein, wenn man gar keine gemeinsame Sprache findet.

    #2Verfasser harambee (91833) 28 Sep. 22, 09:46
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    Probably something as simple as Google Translate. I've had it installed fully on my phone since the Ukrainians arrived, too, but the written version was already useful about 10 years ago when my daughter's Czech penfriend visited us with her monolingual mum. It helps to stick to shorter sentences if you can, and yes, it's not that hot with regional accents, or if it's a bit noisy.

    In the modern app, when you start up a conversation, you can click on a little waving hand and a screen comes up telling the other person in their language what they are meant to do. Not a bad idea if you're somewhere where you really can't make yourself understood.

    #3Verfasser CM2DD (236324)  28 Sep. 22, 09:50
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    Bereits 2015 hatte ich mit einem schriftlichen Handyübersetzer (Google Translate?) gute Erfahrungen gemacht. Ich war auf einem Campingplatz in Finnland und der nette Platzwart verfügte nur über einige rudimentäre Englischkenntnisse. Nicht genug, um seine Neugier in Bezug auf unseren selbstausgebauten Minicamper zu befriedigen. Doch mithilfe seines Handys, einiger Brocken Finnisch (von meiner Seite) und Englisch (von seiner Seite) konnten wir uns problemlos verständigen und hatten Spaß am Austausch.


    Übrigens (etwas OT) geht es nur mir so oder erinnert euch die Funktionsvielfalt moderner Smartphones nicht auch an die "Tricorder" aus der alten StarTrek-Serie? Ich weiß, dass ich als Kind völlig verblüfft war, dass diese vielen unterschiedlichen Lebensformen in einer Sprache sprachen und der Tricorder das offenbar alles übersetzte. 60 Jahre später ist das nun quasi Wirklichkeit. Jetzt warte ich nur noch auf eine Umsetzung des Beamens ... 😀

    #4Verfasser Hassos Frauchen (270200) 28 Sep. 22, 10:07
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    Ich kann CM2DDs Theorie unterstützen. Meine Eltern hatten für eine kurze Zeit eine 24-Betreuungskraft aus Polen, deren Deutschkenntnisse absolut rudimentär waren. Da lief fast alles über die Spracheingabe und Google Translate.

    #5Verfasser kikært (236250)  28 Sep. 22, 10:12
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    I know not everyone trusts Google, but the app is free if you do want to try it out for yourself - these days with the option to speak into your phone and have it instantly translated, and you can download language packages so you don't have to be online.

    Tricorders, indeed! We all know the best translator is a fish :)

    #6Verfasser CM2DD (236324) 28 Sep. 22, 10:21
    Kommentar

    Ich nutze Google Translator mit der Sprachein-/-ausgabe ganz gern. Je nach Sprache funktioniert das gut, mit Ukrainisch habe ich es schon erfolgreich testen können. Eine Grundschullehrerin berichtete, dass sie das Programm manchmal im Unterricht nutzt und von den ukrainischen Kindern zwar manchmal mit Fragezeichen in den Augen angeschaut wird, dass es aber meist gut läuft.


    Eine eng befreundete palästinensische Familie hatte neulich Besuch von der Tante, die außer Hallo und Danke kein Deutsch spricht. Ich habe meinen Text ins Smartphone gesprochen und ihn auf Hocharabisch vorlesen lassen - Tante und in Deutschland lebender Vater haben es gut verstanden, die Kinder haben gestaunt und nur Brocken verstanden. Das palästinensische Arabisch der Tante produzierte umgekehrt nur Kauderwelsch. Das ist aber kein Fehler des Übersetzers, sondern resultiert halt aus den sehr unterschiedlichen arabischen Dialekten.

    #7Verfasser Raudona (255425) 28 Sep. 22, 13:51
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    Heute habe ich über eine japanische Dame gehört, die nach einem Schlaganfall behindert und betreuungsbedürftig ist; sie lebt in Deutschland und hat als private Helferin und Pflegerin eine Frau aus der Ukraine; die Kommunikation zwischen Japanerin und Ukrainerin scheint auch hauptsächlich über einen solchen kleinen Dolmetscher zu laufen.


    Zum Google-Translator siehe meinen Beitrag "Hat Google gut übersetzt?" im Sprachlabor.


    Zu #1: Ja, ich weiß um die heikle Beziehung zwischen Polen und Ukrainern; die Ukraine hat ja einmal zu Polen-Litauen gehört. Es scheint aber, dass die gegenwärtige Unterstützung der Ukraine durch Polen einen positiven Wandel in den Beziehungen beider Länder bewirkt.


    Zu #4: In einem SF-Roman, den ich vor Jahrzehnten einmal las (Autor und Titel leider vergessen) kam ein fußballgroßes Gerät namens "Kommunikator" vor, das in d er Lage war, alle Sprachen des Universums zu dolmetschen - auch die bislang unbekannter Völker ...

    #8Verfasser MiMo (236780) 28 Sep. 22, 16:00
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    There are a number of smartphone translation apps. My daughter and her family have been living in China for quite a few years. Even though she took classes, it really never clicked for her. She always uses a translation app to communicate. (not sure which app) My son-in-law on the other hand, has mastered enough of the language to communicate without :)

    #9Verfasser RES-can (330291) 29 Sep. 22, 01:01
     
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