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    Sprachlabor

    "Say after me please, viewers:..." -- 'English for you' (Sprachkurse der DEFA, um 1978)

    Betrifft

    "Say after me please, viewers:..." -- 'English for you' (Sprachkurse der DEFA, um 1978)

    Kommentar

    Durch meinen Faden zum 3. Oktober angeregt, habe ich mich auf die Suche nach den Englischsprachkursen begeben, die ich in in den Siebzigern als West-Berliner Jugendliche im Fernsehen der DDR 2 regelmäßig gesehen habe. Mich haben diese 20-minütigen Filme schon damals fasziniert (ebenso wie Medizin nach Noten, Der schwarze Kanal und Aktuelle Kamera).


    Hier etwas Hintergrundimformation aus der Wikipedia:

    Am 4. September 1966 ging der Fernseh-Sprachkurs „English for you“ zum ersten Mal auf Sendung. Aussprache- und grammatische Übungen wurden dabei von der Muttersprachlerin Diana Loeser geleitet. Im Wechsel dazu gab es Spielszenen mit den beiden in der DDR lebenden Schauspielern Alan Clarke und Valerie Lester als „Tom“ und „Peggy“. Inhaltlich ging es um Alltagsszenen, aber auch um ideologische und propagandistische Themen wie die vorgeblichen Schwierigkeiten der Gewerkschaftstätigkeit und soziale Probleme im kapitalistischen Großbritannien. Zweimal wurde dabei auch an Originalschauplätzen in London und Coventry gedreht.

    1978 erfolgte eine Überarbeitung der Serie. Die grundsätzliche Struktur wurde weitgehend beibehalten, allerdings wurden jetzt mehr Spielszenen in Großbritannien gedreht.


    Und das wusste ich noch nicht:

    Die Folgen 1–26 wurden in den Englischunterricht der 7. Klasse an den Oberschulen der DDR eingebunden, die weiteren Folgen waren entsprechend Teil des Englischunterrichts in der 8. Klasse.

    Bis 1989 wurde außerhalb von Ferienzeiten jede Folge mehrmals wöchentlich am frühen Nachmittag, der für den Englischunterricht in den Schulen vorgesehenen Zeit, gesendet.

    In der DDR waren sie ein ganzheitlicher Bestandteil des Sprachunterrichts - abgestimmt auf den Lehrplan, die Schulbücher und andere Unterrichtsmittel, wie Applikationen, Tonbänder, Dias usw. Alle Sendungen wurden in Schwarz-Weiß produziert.


    Wenn ihr Zeit und Muße habt, solltet ihr euch bitte unbedingt diese vier Folgen von English for you anschauen -- handwerklich hervorragend gemacht, zeitgeschichtlich interessant, total entschleunigt, lehrreich und absolut unterhaltsam, dazu mit hervorragenden Schauspieler/innen besetzt. Lasst euch diese 4x20 Minuten keinesfalls entgehen -- es lohnt sich (und bitte nicht mittendrin aufhören, ihr "müsst" jede Folge bis zum Ende schauen).


    Hier die youtube-Links:

    Karl Marx in London

    In the capital of the GDR (leider schlechte Bild- und Tonqualität)

    (und extra für @CM2DD)

    In the streets of Dresden

    Dresden -- Coventry


    Viel Spaß beim unterhaltsamen Englischlernen!

    Verfasser karla13 (1364913)  05 Okt. 22, 21:07
    Kommentar

    If only the people of Dresden could speak such good English as they did back in 1979!

    #1Verfasser CM2DD (236324) 06 Okt. 22, 09:35
    Kommentar

    Haha, oh ja, an English for you in Schwarzweiß mit Mike and Anne erinnere ich mich noch. Das haben wir immer im Englischunterricht angeguckt, Schulfernsehen halt.

    Aber als ich 1986 mit dem Englischunterricht anfing wirke das alles (Schwarzweiß und live aus den 70ern) doch recht… altmodisch. Aber das „ Repeat after me“ und die gsnze Klasse brabbelt rum, das hatte schon was. :)

    Interessanterweise gab es keine ähnliche Sendung für Russisch, obwohl die Sprache ja viel wichtiger war (also in der Bildungsrangfolge in der DDR).

    #2Verfasser skye (236351) 06 Okt. 22, 10:39
    Kommentar

    @ll FYI


    Ich habe noch etwas Zusatzinformation zu °English for you" gefunden, die ich den Interessierten nicht vorenthalten möchte.

    https://www.katrinvonmaltzahn.com/texts/by-ar...


    "Der Fremdsprachenunterricht in Deutschland nach 1945 stand unter dem Einfluss der Besatzungsmächte England, Amerika, Frankreich, Russland. In den Westzonen wurden Englisch und Französisch schnell selbstverständlich. In der russisch besetzten Zone, ab 1949 DDR, begann man zunächst nur mit Russisch. Während der 50er Jahre etablierte sich Englisch in der westlichen Welt als Sprache der Wissenschaft und Technik. Seit den 60er Jahren beeinflusst die englische Sprache die westliche Jugendkultur und avancierte sehr schnell zur Leitsprache der Popkultur.


    Aus Gründen der aufkommenden neuen Technologien und zur Ankurbelung der eigenen Ökonomie rehabilitierte Walter Ulbricht (Vorsitzender des Staatsrats der DDR von 1956 bis 1973) im Jahr 1958 per Dekret den Englischunterricht in der DDR. Das galt als ein großer Schritt, weil Englisch als die Sprache des Kapitalismus galt. Die Bedingungen in der DDR waren nicht einfach, da es so gut wie keine Möglichkeiten gab, ins englischsprachige Ausland zu reisen und deshalb fast niemand die englische Sprache fließend beherrschte.


    Zur Unterstützung der Englischlehrer und als Erleichterung für die Lernenden wurde 1962 im Volksbildungsministerium die Produktion des englischen Fernsehsprachkurses "English for you" beschlossen. Die Dokumentationsfilmstudios der DEFA in Babelsberg produzierten von 1963 bis 1966 dann 35 Sendungen. 1965 hatte die erste Sendung im Fernsehfunk der DDR Premiere. Der Fernsehkurs hatte Leitfunktion in der gesamten DDR. Da das Anschauen der Sendungen an die offiziellen Sendezeiten gebunden war, musste der Englischunterricht für das gesamte interessierte Volk gleich gestaltet werden.


    Leider sind diese alten Sendungen nicht mehr erhalten. Ende der 70er Jahre gab es eine Neuproduktion von 53 Serien. Dieses Mal wurden englische Schauspieler per Annonce in England gesucht, deren Motivation weniger politisch bestimmt war. Mittlerweile war die DDR international als Staat anerkannt worden, was sich teilweise auch inhaltlich in den Sendungen niederschlug. Etliche Episoden thematisieren jetzt internationalen Handel und Tourismus in der DDR. Im Großen und Ganzen hat sich an dem Programm jedoch nicht viel verändert."



    Re #2

    Interessanterweise gab es keine ähnliche Sendung für Russisch, obwohl die Sprache ja viel wichtiger war (also in der Bildungsrangfolge in der DDR).


    Diese Aussage von dir, skye, hat mich interessiert und zugleich verwundert. Habe es mir dann so erklärt, dass der Russischunterricht in den DDR-Schulen bestimmt durch genug LehrerInnen abgedeckt war. Hingegen gab es wohl einen Mangel an EnglischlehrerInnen.


    Dann habe ich vor ein paar Tagen wider Erwarten doch einen Hinweis auf einen TV-Russischlernkurs für Schulen gefunden. Kennst du den Kurs vielleicht?


    Schulfernsehen

    Für den Unterricht in den Schulen wurden Sendungen aus folgenden Themen- bzw. Unterrichtsgebieten produziert: Chemie, ESP (Einführung in die sozialistische Produktion), Englisch (English for you), Geographie, Geschichte, Heimatkunde, Deutsch, Physik, Staatsbürgerkunde und Russisch. (Wikipedia)


    In diesem Beitrag bei 3:44 wird ebenfalls ein Russischsprachkurs erwähnt (vielleicht der gleiche?)

    https://www.facebook.com/mdr/videos/english-f...

    #3Verfasser karla13 (1364913) 09 Okt. 22, 10:52
    Kommentar

    Hast du nicht einen Schock gekriegt, als du dann Engländer im echten Leben gehört hast, die leider doppelt so schnell gesprochen haben wie die Leute im Fernsehen? ;-)


    Ich finde die Serie auch gut gemacht, das ist keine Kritik, aber es klingt schon niedlich, diese sehr deutliche und langsame Aussprache.

    #4Verfasser Gibson (418762) 09 Okt. 22, 11:02
    Kommentar

    #4 @Gibson


    Weißt du, wann ich wirklich einen Schock bekommen habe?


    Als ich Anfang 1984, nach immerhin ZEHN Jahren Schulenglisch (incl. Englisch-LK bei einem Engländer und immer guten Noten) als frischangekommenes au-pair-Mädchen in meinem neuen englischen Wohnort wohl etwas desorientiert aus der Wäsche guckte, mich ein mitleidiger Engländer fragte: "Are you lost?", und ich noch nicht mal ansatzweise verstanden habe, was er "von mir will".


    Erst als er aufgrund meines verständnislosen Blicks ergänzte "Can I help you? Are you looking for directions or something?", begriff ich, worum es ging.


    Ich habe dann noch mehrmals erlebt, dass mein Englischunterricht mich fast überhaupt nicht auf idiomatisches Sprechen oder Umgangssprache vorbereitet hatte und war froh, ein knappes Jahr lang ins englische Leben eintauchen zu dürfen, obwohl das bedeutete, vier fernsehsüchtige, spoilt girls durch ihren (Schul-)Alltag zu begleiten.


    Ich beneide die Menschen, die nach mir aufgewachsen sind, insofern, als sie durch internationale Schul- und Studienaufenthalte, Internet, Streamingdienste, youtube-Videos, Skype etc., chats und online-Sprachkurse heutzutage ganz andere Möglichkeiten des Sprachenlernens haben als wir damals [TM].


    Ich habe Mitte der Siebziger English for you gerne gesehen, Vergleichbares aus dem BRD-Fernsehen kannte ich nicht. Ja, die deutliche und langsame Aussprache fand ich damals auch witzig.


    Die englische Sprecherin lebte als überzeugte Kommunistin übrigens wirklich in der DDR, ebenso wie Peggy and Tom, die beiden anderen damaligen Hauptdarsteller.

    #5Verfasser karla13 (1364913) 09 Okt. 22, 12:32
    Kommentar

    Das erinnert mich an meine College-Lehrerin in England, mit der ich nach dem Kurs immer noch eine Weile gequatscht habe, die mich eines Abends fragte: "Would you care to come to dinner sometime?"


    Den Ausdruck hatte ich noch nie gehört, kannte aber "Would you mind" und antwortete entsprechend: "No, not at all". Zum Glück wertete die Lehrerin Gesichtsausdruck und Intonation höher als die tatsächlichen Wörter, so dass es doch noch zum gemeinsamen Abendessen kam :-)


    Youtube, Internet & führen allerdings auch dazu, dass die Schüler heute jede Menge falsches Englisch hören. Das WWW ist sicher sehr gut dafür, überhaupt erst mal Interesse an der Sprache zu wecken und zu zeigen, dass man damit auch außerhalb des Klassenzimmers eine Menge anfangen kann, und das ist natürlich unbezahlbar. Aber ob die Schüler generell heutzutage besseres Englisch sprechen, glaube ich gar nicht unbedingt.

    #6Verfasser Gibson (418762) 09 Okt. 22, 12:56
    Kommentar

    #6


    Zum Glück wertete die Lehrerin Gesichtsausdruck und Intonation höher als die tatsächlichen Wörter, so dass es doch noch zum gemeinsamen Abendessen kam 🙂

    Das hätte mir damals original genau so auch passieren können!


    Youtube, Internet & führen allerdings auch dazu, dass die Schüler heute jede Menge falsches Englisch hören.

    Das stimmt sicher. Und auch lesen, das kommt noch dazu.


    Aber ob die Schüler generell heutzutage besseres Englisch sprechen, glaube ich gar nicht unbedingt.

    Die Beobachtung finde ich sehr interessant -- und gerade du musst es ja wissen.


    Ich habe tatsächlich nur punktuelle Einblicke. Aus dem Job kenne ich mehrere junge KollegInnen, die in der Schulzeit/ zum Studieren im UK oder in den USA waren und blütenreines Englisch sprechen -- vor allem mehr oder weniger akzentfrei. Das ist bei Leuten aus meiner Generation meistens anders: Egal, wie gut sie sprechen, sie haben fast immer einen (teils sogar starken) Akzent.


    Auf meinen Reisen (ich übernachte häufiger in Hostels) habe ich in den letzten 15 Jahren viele vor allem junge Menschen getroffen, die fantastisch gut Englisch sprachen, und die kamen nicht alle aus Skandinavien oder den Niederlanden. Das war in den Neunzigern definitiv anders.


    Aber ob die Schüler generell heutzutage besseres Englisch sprechen, glaube ich gar nicht unbedingt.

    Was? Dann müsste ich ja gar nicht (mehr) neidisch sein... Schade eigentlich 😀


    #7Verfasser karla13 (1364913) 09 Okt. 22, 13:33
    Kommentar

    Na ja, für das Niveau, um das es bei English for you ging (die ersten beiden Jahre Englischunterricht, wenn ich mich richtig erinnere) fand ich die deutliche und langsame Aussprache nicht verkehrt. Dass man damit keinem native speaker auf der Straße was entgegenhalten hätte können, ist doch normal. Der Fokus im Sprachunterricht war zumindest damals doch auch nicht auf wirkliche Kommunikation ausgelegt - im Englischen genauso wenig wie im Russischen. Da hätte ich mich nachm Abi mit 9 Jahren Russisch aufm Buckel auch nicht wirklich mit Russen über Alltagsthemen austauschen können.

    Da finde ich eher kontraproduktiv, dass Sprachkurse von Pons, hueber und Co. heute schon teils auf A1/2-Niveau dermaßen schnell gesprochene Dialoge mit Hintergrundgeräuschen haben. Klar, das ist näher an einer realen Gesprächssituation, aber für Anfänger doch extrem frustrierend und demotivierend.


    karla, vielleicht haben wir bei uns in der Schule nur keine anderen Schulsendungen gesehen, keine Ahnung. Oder die wurden vor meiner Zeit verwendet. Ich kann micht jedenfalls weder für Russisch oder Chemie noch für Stabü oder ESP an Schulfernsehen erinnern. Nur in Bio Klasse 7 oder 8, wo‘s das ganze Jahr um den Menschen ging, gab‘s am Ende des Jahres einen Film zum Thema Fortpflanzung. Aber halt nicht im Fernsehen.

    #8Verfasser skye (236351) 10 Okt. 22, 13:42
    Kommentar

    Ich sag doch auch, dass ich es richtig finde.

    #9Verfasser Gibson (418762) 10 Okt. 22, 13:58
    Kommentar

    I like the techniques they use in this film; the phrases they introduce are useful, and they say every phrase multiple times, in different situations, with spaces in between so that you have time to forget them and then be reminded of them. The pace isn't that slow at all - it still sounds realistic enough. The guard saying in perfect RP that he doesn't speak much English is amusing, like his acting, but of course they want the children to hear nice clear, correct English.


    When I first arrived in Dresden, by train, like Miss Turner in this film, I came on the overnight train from Cologne and a young guard kindly watched out to see that I managed with my almost-zero German. Unlike Miss Turner I was clued-up enough to guess that I shouldn't get off at Dresden Neustadt, but he saw me looking out the window and warned me not to get off there. I wonder if he had Miss Turner in mind :) (The guard in the film tells her to get the tram, but she could have just hopped back on the train! It's still there!)

    #10Verfasser CM2DD (236324) 10 Okt. 22, 14:25
     
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