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    “Helme für Fußgänger 14.0" NEU: Rücksichtnahme im Straßenverkehr

    Topic

    “Helme für Fußgänger 14.0" NEU: Rücksichtnahme im Straßenverkehr

    Comment

    Hier kann jeder Fahrradfahrer über idiotische Autofahrer schimpfen und umgekehrt. Fußgänger dürfen über alle schimpfen.

    Fahrt 5 Minuten eher los und alles ist entspannt!

    Wir kommen von hier:

    related discussion: “Helme für Fußgänger 13.0" NEU: Rücksic...


    Author Hawkace (237330) 06 Oct 22, 08:17
    Comment

    Complaints about idiotic truck drivers, scooter users, and skateboarders are also allowed. Complaints about witless traffic engineers are especially welcome. Our watchword is: I'm always right - it's the other guy's fault.

    #1Author Martin--cal (272273) 06 Oct 22, 16:23
    Comment

    Mir fällt auf, daß immer weniger geblinkt wird und wenn, dann an Stellen, wo einem der Sinn verborgen bleibt. (z.B. wenn man schon im Kreisverkehr drin ist oder längst auf der Spur, die nach rechts abgeht).


    Desweiteren scheinen verschiedene Autofahrer nicht zu wissen, daß es auch noch andere Verkehrsteilnehmer gibt. Die fahren ohne nach rechts oder links zu schauen, fast direkt in einen rein. Jetzt schon öfter erlebt, meist junge Frauen, aber das muß ja nichts heißen.

    #2Author ursus maritimus (1364942) 07 Oct 22, 06:22
    Comment

    wenn man schon im Kreisverkehr drin ist 


    Sollte man nicht nur dann blinken, wenn man schon im Kreisverkehr drin ist (und wieder rausfahren will)?

    #3Author Daja (356053) 07 Oct 22, 09:21
    Comment

    Es gibt gelegentlich Leute, die im Kreisverkehr links blinken. Was sie mir damit sagen wollen, ist mir auch eher unklar.


    Heute morgen eine kleine Statistik à la Hawkace gemacht. Auf etwa 300m Radstreifen haben mich 5 Autos überholt. 5 von 5 haben nicht ausreichend Abstand gehalten. Einer hatte die Güte, immerhin so viel Bogen zu machen, dass ich ihn nicht mehr anfassen hätte können. Dafür war ein anderer so freundlich, zum Kuscheln auf den Radstreifen zu kommen. Das ist eine zweispurige Straße mit ausreichend breiten Fahrbahnen in jede Richtung, also keine Notwendigkeit dem entgegenkommenden Auto auszuweichen. Aber was soll's, ist ja dieses Mal nichts passiert....

    #4Author grinsessa (1265817) 07 Oct 22, 09:30
    Comment

    Dass immer weniger geblinkt wird, beobachte ich schon seit vielen Jahren.


    Die geschilderten Situationen des "unnötig blinkens" finde ich aber alle richtig.

    Im Kreisverkehr blinkt man, wenn man raus fährt. Beim Reinfahren nur dann, wenn man gleich die nächste wieder raus will.


    Und beim Abbiegen schaltet man den Blinker nicht aus, sondern der schaltet sich alleine aus, wenn man nach der Kurve wieder gerade steuert.

    Deswegen bleibt der Blinker auch auf der Abbiegespur an, bis man wirklich abgebogen ist.

    #5Author Dodolina (379349) 07 Oct 22, 10:09
    Comment

    Ich muss noch meinen Senf zu dem Vorschlag


    Das Problem ließe sich aber recht einfach lösen, indem man für Fahrrad- und Mofafahrer, wie an Fußgängerampeln üblich, die Möglichkeit vorsieht, per Knopfdruck Grün anzufordern.


    aus dem Vorgängerfaden geben:


    Versuch das mal auf einem Fahrrad mit Kindersitz (und Kind). Wenn man mit so einem Rad stehen bleibt, hält man es mit beiden Händen fest, so ein Kind bewegt sich nämlich auch ab und an. Da hampelt man ganz sicher nicht rum, um an irgendeinen Ampeldrücker zu kommen.

    #6Author grinsessa (1265817) 07 Oct 22, 10:14
    Comment

    Mit dem Blinken beim Abbiegen wollte ich sagen, daß es dann keinen Sinn mehr macht, wenn man sowieso schon auf der Abbiegespur ist. Der Sinn des Blinkens ist, dem anderen Verkehrsteilnehmer zu verkünden, daß man jetzt abbiegen will. Wenn´s dann schon klar ist (gerne wird auch vorher ordentlich in die Bremse getreten, ohne daß der Hintermann weiß warum), kann man´s auch bleiben lassen.

    #7Author ursus maritimus (1364942) 07 Oct 22, 12:48
    Comment

    #2, #3, #4: im Kreisverkehr blinken

    Im Kreisverkehr links blinken finde ich noch OK, sehe ich häufiger in den Niederlanden. Das soll wohl einfach signalisieren "Ich will wirklich noch nicht raus aus dem Kreisverkehr."

    Bedenklich finde ich eher rechts blinken beim Einfahren in der Kreisverkehr. Sieht dann so aus als wollte der Blinkende den Kreisverkehr sofort wieder verlassen...

    #8Author Zugi (797273) 10 Oct 22, 11:30
    Comment

    Beim Einfahren in einen Kreisverkehr ist es unnötig (und denke auch verboten) zu blinken, da man ja sowieso (hoffentlich!) rechts in den Kreisverkehr abbiegt.

    #9Author Hawkace (237330) 10 Oct 22, 11:50
    Comment

    Zum Thema Verkehrswegeplanung und wie die zuständigen Stellen sich doch langsam mit den Nöten und Ansprüchen des radfahrenden Mitbürgers und der radfahrenden Mitbürgerin beschäftigen, gibt es einen ganz netten Beitrag des Deutschlandfunk mit dem Titel "Mobilitätswende: Für Lastenfahrräder und Kinderanhänger sind die Radwege zu eng".

    Hier der Link zum dem Beitrag:

    https://www.deutschlandfunk.de/veraltete-radw...


    #10Author petewald_DE (1202508) 10 Oct 22, 12:14
    Comment

    Passend zu #10: Heute war ich auf einem Radstreifen unterwegs, der etwa 80cm breit ist. Das Problem mit Radstreifen ist ja, dass die autofahrende Bevölkerung, sobald eine weiß-gestrichelte Linie zwischen ihnen und dem Radfahrer ist, die 1,5m-Regelung völlig vergisst. Jedenfalls bin ich von einem Sprinter mit Anhänger überholt worden, der Anhänger etwa genau so breit wie eine Fahrbahn, d.h. das Ding ging ca 30cm neben meinem linken Lenker vorbei. Da wurde es mir doch kurz ein bisschen anders. Glücklicherweise hatte ich keinen Anhänger dabei.

    Notiz am Rande: An der Stelle ist die Fahrbahn für Autofahrer zweispurig, und auf der Überholspur war Platz. Der Kollege hätte ohne Probleme ausweichen können. Ich hätte im Zweifelfall nur über die Bordsteinkante fallen können.

    #11Author grinsessa (1265817)  10 Oct 22, 12:22
    Comment

    In my experience, bike lanes are too narrow in general, particularly if you ride at an average speed >15 km/h. A bike lane that allows enough space for bikes with trailers etc. and safe overtaking is rare and needs to be approximately as wide as a typical car lane.

    #12Author covellite (520987) 10 Oct 22, 12:33
    Comment

    Auf einem Radstreifen überhole ich keine anderen Radler, außer es kommt von hinten lange kein Auto. Ich bin schon zügig unterwegs, aber irgendwann habe ich mir mal ausgerechnet, wie wenig Zeit es mich kostet, wenn ich ein paar bis paar hundert Meter hinter jemand Langsameren fahren muss. Seitdem halte ich es aus. Radstreifen müssten deshalb so breit sein, dass die Autofahrer die 1,5m Abstand beim Überholen einhalten, ohne ihre Fahrspur zu verlassen.

    #13Author grinsessa (1265817)  10 Oct 22, 14:34
    Comment

    Radstreifen müssten deshalb so breit sein, dass die Autofahrer die 1,5m Abstand beim Überholen einhalten, ohne ihre Fahrspur zu verlassen.


    Keine Chance. Die meisten Radstreifen, die ich kenne, wurden einfach in eine bestehende Autospur eingestrichelt. Rein optisches Signal.

    #14Author Kapustiner (1229425) 10 Oct 22, 20:54
    Comment

    Kann ich nur bestätigen .


    #15Author renateheinz (1125123) 10 Oct 22, 21:41
    Comment

    Es gibt gelegentlich Leute, die im Kreisverkehr links blinken. Was sie mir damit sagen wollen, ist mir auch eher unklar.


    In England blinkt man meist rechts (also unser links), wenn man einmal ganz rum fährt, also die letztmögliche Ausfahrt nimmt [wenn man nicht wieder dahin will, wo man herkommt]. Das zeigt allen anderen, dass man im Kreisverkehr bleibt bzw. dass man auf die innere Spur will. (Kreisverkehre sind da auch gerne zweispurig.) Erst wenn man (bei 4 "Armen") an der zweiten Ausfahrt vorbei ist, blinkt man links und fährt dann aus der dritten raus.

     

    Da ich Kreisverkehrfahren in England gelernt habe* (als ich dort in den 90ern gelebt habe, gab's hier bei mir in der Gegend noch keine), musste ich mir das mühsam wieder abgewöhnen. Und auch heute blinke ich oft rechts, wenn ich gleich wieder rausfahre, weil es in meinem Kopf identisch mit "rechts abbiegen" ist.


    (*Ich bin in den ersten hier in Deutschland einige Jahre später dann auch prompt falschrum reingefahren. Zum Glück war außer mir niemand unterwegs.)


    Wir haben in Düsseldorf einige (sehr wenige) Radspuren, die tatsächlich als Autospur auf einer dreispurigen Straße geboren und dann in Radwege umgewidmet wurden (Linienbusse dürfen da auch fahren). Das ist himmlisch. Ich bin ja faktisch auch viel sicherer, aber der gefühlte Unterschied ist noch viel größer. Es fährt sich völlig entspannt, man hat genug Abstand, man kann sogar überholen, kein Auto drängelt oder regt sich auf (oder nur innerlich - ich bin sicher, dass manche es unmöglich finden, einen Teil ihrer Straße abgeben zu müssen). Die beiden in meiner Nähe sind aber nur wenige Kilometer lang, es macht im Radfahrerleben also wenig Unterschied. Aber seit ich weiß, dass Radfahren in der Stadt sich auch so anfühlen kann, finde ich die normalen Lösungen noch viel schlimmer.

    #16Author Gibson (418762)  10 Oct 22, 22:45
    Comment

    #14/15: Hier auch nicht, deswegen steht der Satz im Konditional. Man muss die Hoffnung ja nicht aufgeben.

    #17Author grinsessa (1265817) 11 Oct 22, 09:29
    Comment

    Kleiner Erfahrungsbericht: Versucht, Dooring-Erlebnisse zu vermeiden. Lohnt sich nicht. Heia, bin ich gestern ausgetickt. So hab ich noch nie jemanden beschimpft. Heute: au au au.

    #18Author B.L.Z. Bubb (601295) 13 Oct 22, 17:39
    Comment

    Das wollte ich nicht hören - wenn es dir passiert, der ja sehr viel fährt und haufenweise Erfahrung im Stadtverkehr hat... :-(


    Ich hoffe, es sind nur blaue Flecken und nichts Ernstes.


    --

    Edit wird gerade klar, dass sie nicht genau weiß, was eigentlich passiert ist. Du bist der Tür ausgewichen und stattdessen in die Laterne gefahren oder so was?

    #19Author Gibson (418762)  13 Oct 22, 19:17
    Comment
    Nein ich bin tatsächlich halb in die Tür reingefahren. Weil ich noch halbwegs rechtzeitig reagiert hab, hab ich die Tür nicht frontal, sondern "nur" mit dem Oberschenkel erwischt. Daher zum Glück nur ne fette Prellung, und keine schweren Verletzungen, wie sie beim Dooring ja gern mal passieren.


    #20Author B.L.Z. Bubb (601295) 13 Oct 22, 19:26
    Comment

    Ouch! So far I've been able to avoid being doored, but it's on my mind every time I pass a parked car and am unable to move far enough to the left to be safe; -- something I try to do even when it means inconveniencing the cars behind me.


    OT: @BLZ: ausgetickt?

    #21Author Martin--cal (272273)  14 Oct 22, 00:53
    Comment
    Went ballistic, Martin ;-) blew my top, lost it completely, ...
    #22Author B.L.Z. Bubb (601295) 14 Oct 22, 06:05
    Comment

    Thanks, BLZ. From English "ticked off"? In any event, that's a candidate for Neuer Eintrag für LEO.

    #23Author Martin--cal (272273) 14 Oct 22, 07:27
    Comment

    No idea where this may have come from. There are three semi-useful threads on "austicken" in the archive, tho'.


    "lose one's rag" would be another way of saying "blow one's top" 😉


    I've never heard of "tick off" as "go ballistic"; I only know "tick SOMEONE off" as "give someone a dressing down" (which in my mind always plays out as "dressing gown").



    #24Author B.L.Z. Bubb (601295)  14 Oct 22, 07:33
    Comment

    @Bubb - Gute Besserung! Dooring is one my absolute nightmare scenarios as a cyclist. I hope you scared the shit out the idiot responsible 🤬

    #25Author covellite (520987) 14 Oct 22, 09:18
    Comment

    I hope so too. Walking and cycling is - let's say - interesting at the moment 😉

    #26Author B.L.Z. Bubb (601295) 14 Oct 22, 09:31
    Comment

    Letzte Woche habe ich einen Fahrradfahrer gesehen der beide Hände in der Jackentasche hatte. War zwar auf einem Fahrradweg aber wenn der schnell bremsen müsste. Hatte aber zur Sicherheit einen Helm dabei. Der war gut am Lenker festgemacht, damit er keine Gefahrenquelle darstellt. Sehr vorbildlich. Kopfschüttel.


    Wo steht eigentlich, dass Rennradfahrer nicht auf dem Fahrradweg fahren müssen falls dieser benutzungspflichtig (und eigentlich gut geteert) ist?

    #27Author Hawkace (237330) 14 Oct 22, 09:56
    Comment

    Mich hätte dafür gestern fast wieder ein Autofahrer umgebügelt, der bei Rot über die Ampel musste. Bestimmt supereilig um 14:36 ohne Berufsverkehr. Die Ampel hat auch erst auf rot geschaltet, als er zwei Autolängen vor der Haltelinie war, so schnell kann man bei erlaubten 60 nicht reagieren, oder. Ach was, der hat ne Gelbphase? Aber wenn ein Radfahrer beim von-Grün-auf-Rot der kombinierten Radfahr-/Fußgängerampel nicht gewillt ist, mit Vollbremsung über den Lenker zu steigen, hat der Herr sicher was zu sagen.

    #28Author grinsessa (1265817) 14 Oct 22, 10:10
    Comment

    "Letzte Woche habe ich einen Fahrradfahrer gesehen" - ich bin echt beeindruckt. Einen ganzen Radfahrer.


    "Wo steht eigentlich, dass Rennradfahrer nicht auf dem Fahrradweg fahren müssen falls dieser benutzungspflichtig (und eigentlich gut geteert) ist?" - ja, wenn er das denn tatsächlich ist. Ein Radweg ist dann nicht benutzungspflichtig, wenn die Benutzung unzumutbar ist (blockiert, stark beschädigt, stark verschmutzt). Ohne genaue Ortskenntnis kann man dazu nix sagen.

    #29Author B.L.Z. Bubb (601295) 14 Oct 22, 10:30
    Comment

    Dazu muss man vor allem sagen, dass die Benutzbarkeit eines Radwegs zum einen vom verwendeten Fahrrad abhängt, und zum anderen für jegliche Art von Fahrrad nicht aus dem Auto heraus beurteilt werden kann. Sorry, ist so.


    Hier gibt es Fußwege mit "Fahrrad frei"- Schild, gerade breit genug für einen Kinderwagen, so viel Laub und Wurzel-Buckel, dass es für den Kinderwagen schon problematisch wird, und trotzdem wird man als Radfahrer von Autos angehupt, wenn man ihn nicht nutzt.

    #30Author grinsessa (1265817) 14 Oct 22, 10:44
    Comment

    Och, ich bin letztens angehupt worden, weil ich einen "gut geteerten" Weg nicht nutzte, obwohl der nicht mal als "Radfahrer frei" ausgeschildert war, geschweige denn als benutzungspflichtiger Radweg. Autofahrer dürfen halt alles.

    #31Author B.L.Z. Bubb (601295) 14 Oct 22, 10:46
    Comment

    Und dann gibt es noch ungeschickt ausgeschilderte, sogenannte Radstraßen, die der Autofahrer erst erkennt, wenn er schon drauf ist, und bei denen beide Ränder mit Autos vollgeparkt sind.


    \OT Gute Besserung an den Bubb.

    #32Author AGB (236120) 14 Oct 22, 11:55
    Comment

    Die Befolgung der Regeln für Fahrradstraßen, auch wenn diese gut erkennbar sind, ist für den gemeinen Autofahrer optional ...


    #33Author B.L.Z. Bubb (601295) 14 Oct 22, 12:07
    Comment

    Hauptsächlich unbekannt, denke ich. Ich habe mal letztens einem Autofahrer erklärt, was die Fahrradstraße ist und wie er sich dort verhalten sollte, und er hat sich artig bedankt.

    #34Author grinsessa (1265817) 14 Oct 22, 12:21
    Comment

    Einer von einer Million ...

    #35Author B.L.Z. Bubb (601295) 14 Oct 22, 12:24
    Comment

    Naja, er hat mich auch erst geschimpft, war dann aber einsichtig.

    #36Author grinsessa (1265817) 14 Oct 22, 12:29
    Comment

    Hawkace, liest du eigentlich, was wir hier schreiben? Es kommt leider nie eine Reaktion, wenn wir auf die Unsitten der Autofahrer hinweisen, die ebenso zahlreich wie die der Radfahrer sind, nur sehr viel gefährlicher. Oder kommst du nur her, wenn du mal wieder jemanden gesehen hast, der dir den Tag rettet, weil du was zum Aufregen hast? Es wäre mir ja egal, aber Leute wie du sind im echten Leben leider genau die, die eine Gefahr für Radfahrer darstellen. Da wäre super, wenn du hier mal irgendwas annehmen würdest.

    #37Author Gibson (418762) 14 Oct 22, 12:47
    Comment

    Hallo Gibson,


    erstens rege ich mich nicht auf. Zweitens halte ich mich an die Verkehrsregeln und stelle keine Gefahr für Radfahrer dar, da ich sehr rücksichtsvoll fahre und so pressieren tuts mir nicht. Drittens tun mir eigentlich die Fahrradfahrer leid, die oft sehr gefährdet (oder sogar verletzt) werden. Unsitten der Autofahrer bekommt man halt nicht so oft mit, da die Unsitten in der Stadt oft wegen langsameren Verkehr von Fahrradfahrern verursacht oder an Fahrradfahrern verursacht werden.

    Unsitten (eigentlich Delikte) der Autofahrer gibt es so viele, dass es der Wahnsinn ist (z.B. Handy am Steuer; überhöhte Geschwindigkeit; usw.).

    Vor langer Zeit bin ich innerorts frühmorgens auf einer Straße (ohne Fußweg) korrekt auf der linken Seite gegangen. Von hinten kam ein Auto mit ca. 45km/h. Dieses wurde noch durch ein anderes Auto überholt mit mind. 80km/h. Gesehen hat der mich nicht (war dunkel angezogen) und hat mich um ca. 20 cm verfehlt.


    #38Author Hawkace (237330) 17 Oct 22, 09:26
    Comment

    Da unsere Stadtverwaltung beschlossen hat, die meisten Radwege (blaues Schild) jetzt als optionale Strecke (weißes Schild "Fahrrad frei") zu kennzeichnen, darf ich einer steigenden Anzahl Autofahrenden erläutern, warum ich mich nicht auf dem vermeintlichen Radweg befinde. Natürlich nachdem ich angeschrien, angehupt und/oder beschimpft wurde. Es fällt mir zunehmdend schwerer, in solchen Situationen ruhig und sachlich zu bleiben.

    #39Author petewald_DE (1202508) 17 Oct 22, 12:12
    Comment

    Mich bringen die Autofahrer zur Weißglut, die erst bremsen und dann blinken. Ein "sei froh dass überhaupt geblinkt wird" lass ich da nicht gelten.

    Im Kreisverkehr "links blinken" tu ich auch hin und wieder, um den von rechts kommenden Autofahrern zu signalisieren, dass ich nicht rausfahre. Speziell in Verbindung mit den vielen "Gar nicht Blinkern" ist das eine Information, die schon die ein oder andere kritische Situation im Keim erstickt hat.


    Ansonsten kann ich die notorischen Links-Fahrer auf der Autobahn nicht ausstehen. Auch wenn bei uns in AT die Höchstgeschwindkeit auf 130km/h beschränkt ist, muss da niemand meinen, dass er/sie da "Verkehrserziehung" betreiben muss und mit 130 (laut Tacho, somit wahrscheinlich eh nur irgendwas um die 120km/h) die linke Spur dicht machen kann... Speziell bei uns in Vorarlberg ist das ein wirklich verbreitetes Phänomen, was auch dazu führt, dass vermehr rechts überholt wird...


    Ach, da gibt's noch die Idioten, die auf der rechten Spur abbremsen oder mit ihren 80km/h auf die linke Spur wechseln (ohne zu gucken!), um den auffahrenden Verkehr auf die Autobahn zu lassen...


    Rennradfahrer hab ich auch gefressen... Es sind nicht alle so, aber der Großteil der Rennradfahrer weigert sich, den Fahrradweg zu nutzen (sofern vorhanden). Und die Radwege, die wir hier imVorarlberger Unterland (Bodensee-Region) haben, sind tiptop ausgebaut und geteert, da gibt es keinen Grund, sich als Radfahrer in Gefahr zu begeben. Stattdessen fährt man nebeneinander her, so dass man als Autofahrer komplett auf die Gegenspur muss, um den Sicherheitsabstand auch nur ansatzweise einhalten zu können... Kein Problem, wenn gerade Strecke, aber auf ner Pass-Straße, wo eine Kurve der nächsten Kurze folgt, lässt das schon gelegentlich den Wunsch nach "1 Minute Anarchie" aufkommen.


    Was hier auch auffallend oft passiert, ist die Missachtung der Schutzwege. Da fallen speziell die Schweizer auf, die es nicht für nötig erachten, am Schutzweg stehenden Fußgängern/Radlern das Queren der Straße zu ermöglichen.


    Neulich wurde ein Vampir im PKW von der Polizei angehalten. Auf die Frage "Haben Sie was getrunken?" antwortete er: "Jo, nen Radler!" :D

    #40Author Pete (236888) 17 Oct 22, 13:04
    Comment

    An der Kreuzung, wo mich am Donnerstag fast ein Autofahrer vom Rad geholt hat, der bei Rot über die Ampel gefahren ist, stand am Freitag Abend der Rettungswagen + Polizeiauto. Außerdem ein E-Bike und eine Motocross-Maschine, und drei Autos.

    #41Author grinsessa (1265817) 17 Oct 22, 13:38
    Comment

    Unsitten der Autofahrer bekommt man halt nicht so oft mit,


    Dazu fällt mir nichts mehr ein. Aber für jemanden, der sich für einen guten Autofahrer hält, ist das eine geradezu absurde Aussage. Ich lasse die Diskussion mit dir jetzt einfach.

    #42Author Gibson (418762) 17 Oct 22, 14:32
    Comment

    Nein, das stimmt schon. Ob einer 40 in der 30-Zone oder 60 innerorts fährt, sieht man mit bloßem Auge nicht. Handynutzung am Steuer, fehlenden Schulterblick beim Abbiegen nur, wenn man drauf achtet. Den bösen Radfahrer, der ne rote Ampel überfährt, sieht man dagegen sofort, genauso den Gehwegradler. Also, die Aussage hat schon was für sich. Geschwindigkeitsübertretungen sind halt auch bis zu einem gewissen Maß sozial anerkannt; das kommt noch hinzu.

    #43Author B.L.Z. Bubb (601295) 17 Oct 22, 14:41
    Comment

    Ich kriege dauernd und problemlos mit - als Autofahrer -, dass Autos über dunkelgelbe oder rote Ampeln fahren, nicht blinken, zu dicht auffahren, zu schnell fahren, völlig unkonzentriert fahren (in 99% der Fälle wegen Handy, was man dann beim Überholen sieht) und zig anderes Sachen. Wie kann man das als aufmerksamer Verkehrsteilnehmer nicht mitkriegen?


    (Und ob jemand zu schnell fährt, merke ich schlich daran, dass er mich überholt, obwohl ich bereits die zulässige Geschwindigkeit plus mindestens 5km/h fahre. Rein von der Logik her ist der andere ja dann zu schnell.)

    #44Author Gibson (418762) 17 Oct 22, 14:52
    Comment

    #44: (Und ob jemand zu schnell fährt, merke ich schlich daran, dass er mich überholt, obwohl ich bereits die zulässige Geschwindigkeit plus mindestens 5km/h fahre. Rein von der Logik her ist der andere ja dann zu schnell.)


    ...ist der andere ja dann zu schnell:

    Nein. Beide!

    #45Author Zugi (797273) 17 Oct 22, 14:58
    Comment

    Ich hatte gestern mal ein Positivbeispiel:


    Mit dem Rad stand ich ganz vorne an einer Linksabbiegerampel in eine Zone 30, hinter mir ein Auto.

    (Ich war auch zuerst da, aber das spielt hier keine Rolle.)

    Nach dem Abbiegen ist der tatsächlich 100m hinter mir geblieben, obwohl ich nur knapp 20 gefahren bin und er ja 30 gedurft hätte. Dann ist er links abgebogen.


    Fand ich super, dass der nicht den Impuls hatte, mich langsamen Radfahrer sofort zu überholen.

    #46Author Dodolina (379349) 17 Oct 22, 15:05
    Comment

    Re #45: Von mir aus auch das, nur ging's darum nicht. Ich habe nie behauptet, ein makelloser Regelbeachter zu sein. Ich ziehe lediglich in Zweifel, dass Unsitten der Autofahrer völlig an einem vorbeigehen können.

    #47Author Gibson (418762)  17 Oct 22, 15:06
    Comment

    Re #45. I had the opposite experience in the same situation, turning left, and discovered yet another way to get creamed by a car. I was in the left-turn lane at a red light intending to turn left onto the bike lane to the right of a six-lane highway (3 in each direction.) When the light turned green, I started my turn and needed to cross the three lanes to get to the bike lane when I noticed a car, also turning left, but apparently impatient with my slow acceleration, attempting to go around me to my right. Fortunately I saw him out of the corner of my eye, and avoided riding directly in front of him as he was accelerating.


    He surely must have seen me. (Daytime, me with bright green helmet and flashing rear light). What could he have been thinking? That I would be going to remain in the left-most car lane?

    #48Author Martin--cal (272273)  17 Oct 22, 18:57
    Comment

    What could he have been thinking?

    Vermutlich gar nichts. Solche Autofahrer haben ein TomTom, aber keine Human Integrated Realtime Navigation.

    #49Author Pottkieker (871812) 17 Oct 22, 19:19
    Comment

    Eben Autobahn kurz vor einer Baustelle: Ein Transporter fährt in der Mitte, rechts ist alles frei.

    Ich blinke rechts und will rüberfahren, da fährt er plötzlich auf dem Streifen. Mit Runterbremsen. Dort geht es dann immer hin und her, mal mehr rechts, mal mehr links, aber so, daß ich nicht mal dann vorbeifahren wollte, als er endlich wieder auf der mittleren Spur gelandet ist.

    Da rumänisches Kennzeichen habe ich es mir nicht gemerkt, da ich nicht glaube, daß ein ausländisches Fahrzeug von uns Ärger bekommen würde.

    Ich unterstelle hierbei eine ordentliche Portion Aggression, die man halt demgegenüber rausläßt, der sich gerade bietet.

    #50Author ursus maritimus (1364942) 18 Oct 22, 06:28
    Comment

    Da rumänisches Kennzeichen habe ich es mir nicht gemerkt, da ich nicht glaube, daß ein ausländisches Fahrzeug von uns Ärger bekommen würde.


    Auch mit einem deutschen Kennzeichen würde der Fahrer keinen Ärger bekommen. Weil sich das Ganze nicht abschließend beweisen lässt. Aussage gegen Aussage. Solltest Du einen Beifahrer (Zeugen) gehabt haben, hatte der andere halt auch einen. Kameraaufzeichnung ist unzulässig und darf nicht als Beweis verwendet werden.

    Die einzige Chance, solche Typen dranzukriegen ist, wenn sie mit einer derartigen Aktion versehentlich an eine Zivilstreife geraten. Kommt alle hundert Jahre mal vor und landet dann in der Lokalpresse und auf DuRohr.

    #51Author Toffifeenstaub (925533) 18 Oct 22, 06:54
    Comment

    Den Gedanken hatte ich heute Morgen auch schon - jetzt wäre eine Zivilstreife der Autobahnpolizei recht nett. Auf die Autobahn aufgefahren, an einer Stelle, an der 80 erlaubt ist (kurz vor einer Baustelle). Vor einem Sattelzug eingeschert, aber mit massig Abstand, da hätten locker noch zwei weitere Autos auf die Autobahn auffahren können. Etwas später hatte ich den Sattelzug im Nacken und die Lichthupe in allen Rückspiegeln. Schließlich hat er mich, schon in der Baustelle, überholt und mich bald von der Straße abgedrängt. Dass der mit seinem Geschoss auf der schmalen linken Spur Schwierigkeiten hat, ist ja klar, und eingeschert ist er so knapp, dass ich kräftig bremsen musste, um nicht vom Heck des Aufliegers erwischt zu werden. Einem Autofahrer vor mir ging es auch nicht besser, auch der wäre fast gerammt worden.

    Ich weiß, dass viele LKW-Fahrer unter Dauerdruck stehen, und ich mag den Spruch "Ich fahre vor Dir, damit Deine Fahrt zum Supermarkt nicht umsonst ist." Aber ein derartiges Fahrverhalten ist durch nichts zu rechtfertigen, und ich wünsche mir echt, dass da viel mehr kontrolliert wird. Das betrifft aber nicht nur die Fahrer, sondern auch die Arbeitgeber (oder Schein-Auftraggeber), die die Disposition machen, und die Auftraggeber, die klare Qualitätskriterien bei der Auswahl der Spedition setzen und durchsetzen müssten.

    #52Author Pottkieker (871812) 18 Oct 22, 07:15
    Comment

    #51 "Kameraaufzeichnung ist unzulässig und darf nicht als Beweis verwendet werden."


    Vorsicht, das ist schon länger nicht mehr korrekt, spätestens seit dem BGH-Urteil VI ZR 233/17 vom 15.05.2018) nicht mehr. Probleme gibt es, wenn dauerhaft aufgezeichnet wird, aber die üblichen Dashcams umgehen das, in dem sie nur wenige Minuten speichern und bei Bedarf - manuell oder automatisch ausgelöst - eine bestimmte Zeitspanne dauerhaft speichern. Ob der Clip dann vor Gericht zugelassen wird, ist vom Einzelfall abhängig, aber die Richter sind oft froh, wenn sie mehr haben als die komplett gegenteiligen Aussagen zweier Autofahrer. Auch vor dem BGH-Urteil wurden bereits Dashcamaufzeichnungen anerkannt, das Thema ist also nicht neu.

    Trotzdem eignet sich eine solche Aufnahme oft nicht, um einen Verkehrsrowdy wirksam anzuzeigen, wenn der Fahrer nicht erkennbar ist. In Deutschland gibt es keine Halterhaftung; das gibt maximal die Auflage für den Halter, ein Fahrtenbuch zu führen.

    #53Author TTMM (236247) 18 Oct 22, 13:58
    Comment

    In Deutschland gibt es keine Halterhaftung; das gibt maximal die Auflage für den Halter, ein Fahrtenbuch zu führen.


    Das ist aber immerhin Schritt 1.

    Denn mit dem Fahrtenbuch ist dann beim nächsten Mal der Fahrer fällig. Oder nochmal der Halter, der das Fahrtenbuch nicht ordentlich führt, aber das trifft den Halter dann richtig. Und eben dann beim nächsten Mal den Fahrer.


    Solche Fahrer sind doch oft Wiederholungstäter und werden bestimmt nochmal erwischt.

    Also ist Schritt 1 schon mal wichtig, um dann in Schritt 2 auch den dran zu kriegen, den man haben will.

    #54Author Dodolina (379349) 18 Oct 22, 14:56
    Comment

    Auch und gerade wenn ein Verfahren in keiner Verurteilung endet, ist es sinnvoll, das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg über das Aktenzeichen zu informieren. Diesen Tipp gab ein Anwalt meinem Freund nach einer Handgreiflichkeit mit einem anderen Autofahrer.

    Dann besteht bei einem mehrfachen Wiederholungstäter die Möglichkeit, dass dieser zu einer MPU aufgefordert wird, auch wenn er nicht immer verurteilt wurde. Alleine dass er mehrfach auffällig wurde, lässt nämlich den Schluss zu, dass es an der berühmt-berüchtigten "charakterlichen Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges" mangelt.

    #55Author TTMM (236247)  18 Oct 22, 15:32
    Comment

    Mein erster Post in diesem Faden -- mit desaströsen Nachrichten aus meiner Geburtsstadt, in der ich 47 Jahre lang gelebt habe, immer Rad gefahren bin, nie ein Auto hatte und glücklicherweise auch nie in einen Rad-Unfall verwickelt gewesen bin (obwohl ich 30 Jahre lang täglich durchschnittlich 15 km durchs Berliner Zentrum geradelt bin -- Arbeitshin- und -rückweg, Freizeit etc.):


    Vier Polizeimeldungen aus den vergangenen Tagen: Elfjähriger schwer an Kopf und Beinen verletzt, als er beim Überqueren der Wendenschlossstraße von einem BMW angefahren wurde. Fünfjähriger schwer am Kopf verletzt, als er an der Hand seiner Mutter die Prinzenallee überquerte und von einer Autofahrerin gerammt wurde, die auf der Radfahrspur am Stau vorbeizog. Elfjähriger schwer verletzt, als er zwischen haltenden Autos die Scharnweberstraße überquerte und von einem Autofahrer auf der Busspur gerammt wurde. Zweijährige schwer am Kopf verletzt, weil ein Rechtsabbieger in der Straße der Pariser Kommune seiner radelnden Mutter die Vorfahrt nahm, so dass sie mit dem Rad samt Kindersitz stürzte. Berlin ist das Gegenteil von Bullerbü. Es ist furchtbar. [Tagesspiegel 18.10.2022; Hervorhebungen im Text]

    #56Author karla13 (1364913)  19 Oct 22, 00:49
    Comment

    Sad, sad news. I have no knowledge at all about the course of justice in Germany in cases like these, but all too often here in California, when a motorist is responsible for serious injury to a pedestrian or cyclist, they are let off with just a citation with a monetary fine.


    It's been a while now, but I remember a case where a young woman driving a pick-up truck along a country road not far from San Jose reached down to change a tape in the tape recorder. Her car drifted off the road and mowed down and killed four cyclists who were riding on the shoulder. She paid a large fine (but she was from a rich family) and had to do community service (speaking to people about the dangers of distracted driving), but she did not go to jail for manslaughter.

    #57Author Martin--cal (272273) 19 Oct 22, 05:06
    Comment

    Mir hat einmal ein Kriminaloberkommissar oder wie die heißen erzählt, daß er einen Typen festgenommen hatte, weil er in einer 30er-Zone ein Kind totgefahren hatte. Er war mit 60 Sachen unterwegs, hatte keinen Führerschein mehr, war wohl leicht angetütert und es war nicht das erste Mal, daß er Unfälle auf diese Weise gebaut hatte.


    Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon und die fassungslosen Eltern saßen mit im Prozess. Der Kriminalist meinte daraufhin, da könne man das Festnehmen wirklich gleich bleiben lassen.

    #58Author ursus maritimus (1364942) 19 Oct 22, 06:28
    Comment

    Die Frage ist, ob der dann die Bewährung wirklich genutzt hat.

    Wenn er in der Bewährungszeit nochmal so auffällt, dann war es das ja mit der Bewährung und er muss in den Knast.

    Also ist eine Bewährungsstrafe immerhin schon besser als gar nichts, aber natürlich für solche Fälle viel zu mild.

    #59Author Dodolina (379349) 19 Oct 22, 07:53
    Comment

    An solchen Urteilen merkt man, überspitzt gesagt, dass wir immer noch eine Autojustiz haben. Letztens gab es einen Fall, in dem jemand mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war und an einer Engstelle ein Ehepaar auf E-Bikes niedergemäht hat. Sinngemäß sagte der Richter in der Verhandlung, dass es ja verständlich sei; wer würde an der Stelle nicht rasen. Ein LKW-Fahrer ballert 7(!) Sekunden nach rot über eine Ampel und zermanscht einen Radfahrer. 6.000 Euro Geldstrafe. Etc. pp.

    #60Author B.L.Z. Bubb (601295) 19 Oct 22, 08:19
    Comment

    #56-59 - I don't whether to weep or vomit :(

    #61Author covellite (520987) 19 Oct 22, 09:14
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    Re ##57 bis 60


    Da werde ich auch immer fuchsteufelswild, wenn ich von solchen Urteilen und Strafen lese oder höre. Sind Richter/innen denn immer nur Autofahrer/innen? Haben "die" kein Herz in der Brust?


    Vage erinnere ich mich noch an die illegalen Autorennen in Berlin (die es natürlich weiterhin gibt), bei denen zwar meines Wissens keine Radfahrer involviert waren, doch aber andere unbeteiligte Fußgänger oder Autofahrer. Die Strafen waren vergleichsweise milde, bis zu diesem Fall:

    Nach einem illegales Autorennen mit tödlichem Ausgang auf dem Ku'damm hatte das Landgericht Berlin eine spektakuläre Entscheidung gefällt und die beiden Raser wegen Mordes verurteilt. Der Bundesgerichtshof kippte die Entscheidung dann aber mangels erwiesenen Vorsatzes. Nun wird der Prozess ab dem 14.08.2018 vor dem LG neu aufgerollt. Link

    [Ich weiß nicht, wie der Fall ausging und habe jetzt leider keine Zeit zu recherchieren. Vielleicht hat Bubb das damals mitverfolgt und weiß mehr.]


    Nochmal zurück zum Tagesspiegel-Artikel, dem Oberthema "Sprache" und -hier- dem Unterthema "Verhunzte Sprache". Wie "gefällt" euch denn dieser Satz?

    Zweijährige schwer am Kopf verletzt, weil ein Rechtsabbieger in der Straße der Pariser Kommune seiner radelnden Mutter die Vorfahrt nahm,...



    Re #61

    IMO, both at the same time...

    #62Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 10:00
    Comment

    #62:

    Der BGH hatte das Urteil nur gegen einen der Fahrer aufgehoben (ich meine, der war mit dem Auto aus dem Querverkehr gar nicht zusammengestoßen). Das LG verurteilte ihn dann u.a. wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft. Die Revision dagegen wurde vom BGH abgewiesen:

    https://www.wbs-law.de/verkehrsrecht/kudamm-r...

    #63Author TTMM (236247) 19 Oct 22, 10:43
    Comment

    Re #62: Das Mädchen - seiner Mutter. Ich sehe hier (zur Abwechslung) kein Problem.

    #64Author Gibson (418762) 19 Oct 22, 11:26
    Comment

    #62 Zu Deiner letzten Frage: Den Satz müsste ich rein nach der Grammatik so interpretieren, dass der Rechtsabbieger seiner eigenen Mutter, die auf dem Rad unterwegs war, die Vorfahrt genommen hatte, und dass dadurch die die zweijährige Tochter seiner Mutter (also seine kleine Schwester) zu Schaden gekommen ist. Ist natürlich Unsinn und der Artikel einfach schlampige Arbeit der Person, die ihn verfasst hat. Statt seiner wäre hier deren das richtige Pronomen gewesen.

    #65Author Pottkieker (871812) 19 Oct 22, 11:31
    Comment

    OT


    Re #63


    Vielen Dank für den sehr hilfreichen Link, @TTMM.

    Also wurde einer der Raser wg. vollendeten Mordes verurteilt, der andere, "unbeteiligtere", immerhin wegen versuchten Mordes.


    Entschuldigt bitte den kurzen OT-Schlenker vom Fadenthema weg, aber wegen Bubbs "Autojustiz" (ich sehe das genauso) muss ich noch kurz (zur Erinnerung) eine Textpassage aus dem Link anführen :


    Der Fall der beiden Berliner Ku’damm-Raser schlug hohe Wellen – sowohl in der Justiz als auch in den Medien. Zwei Männer rasten mit bis zu 170 km/h in der Nacht zum 1. Februar 2016 über den Berliner Kurfürstendamm. Dabei ignorierten sie mehrere rote Ampeln. An einer Kreuzung kam es dann zu einer Kollision mit einem unbeteiligten Fahrzeug. Der 69-jährige Fahrer eines Jeeps hatte keine Chance auszuweichen und verstarb noch in seinem Auto an den Folgen des Unfalls. In erster Instanz wurden die beiden Fahrer vor dem LG Berlin wegen gemeinschaftlichen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt (Urt. v. 27.02.2017, Az. 535 Ks 8/16).


    Es war das erste Mordurteil in einem Raser-Fall. Bis dahin wurden die Täter meist nur wegen fahrlässiger Tötung verurteilt – ein Unterschied, der sich ganz besonders im Strafmaß bemerkbar macht. Während Mord nach § 211 Strafgesetzbuch (StGB) stets mit lebenslanger Haftstrafe belangt wird, können Gerichte fahrlässige Tötung nach § 222 StGB mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren ahnden.

    #66Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 11:31
    Comment

    #64 Gibson, Deine Antwort war noch nicht da, als ich geschrieben habe. Im Text steht "Zweijährige", dann muss auch auch das dazu passende Pronomen verwendet werden, nicht eines, das zu einem möglichen Synonym passt (das vielleicht vorher sogar da gestanden hat, ehe der schreibenden Person einfiel, dass sie das Alter des Mädchens noch irgendwie unterbringen muss).

    #67Author Pottkieker (871812) 19 Oct 22, 11:35
    Comment

    Re #62: Das Mädchen - seiner Mutter. Ich sehe hier (zur Abwechslung) kein Problem.


    Das Mädchen steht aber doch gar nicht da, dann müsste es "Zweijähriges Mädchen ... seiner Mutter" heißen.

    So heißt es "(eine) Zweijährige" und dann muss "deren" oder "ihrer" folgen, denn "die Zweijährige" ist Femininum und nicht Neutrum, wie es "das Mädchen" wäre.

    Ich hätte hier "ihrer" geschrieben, weiß aber auch nicht, warum ich nicht wie Pottkieker "deren" gewählt hätte.

    #68Author Dodolina (379349) 19 Oct 22, 11:38
    Comment

    #64

    Da steht kein 'Mädchen'. Da steht (die) Zweijährige.


    #65

    Genau.


    "ihrer" würde auch funktionieren; es wäre eindeutig, da "ein Rechtsabbieger" männlich ist. Aber 'deren' klingt auf jeden Fall besser.

    #69Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 11:39
    Comment

    Eigentlich ist es sowieso egal, welches Geschlecht das zweijährige Kind hat. Ich hoffe, es trägt keine bleibenden Schäden davon.

    #70Author grinsessa (1265817) 19 Oct 22, 11:42
    Comment

    Verhindertes Edit zu #68:

    Fast-Synchronpunkt an Dodolina, obwohl wir in Bezug auf ihren/deren unterschiedlicher Meinung sind.

    Egal wie, 'seiner' ist falsch.


    Zu #70

    Das hoffe ich auch. Bei "schwer am Kopf verletzt" sind daran allerdings Zweifel angebracht.

    Ich bete dafür, dass die Verursachenden angemessene Strafen erhalten.

    #71Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 11:46
    Comment

    Google sagt:

    Nach Polizeidefinition werden Verletzungen als "schwer" bezeichnet, sobald der Betroffene in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss. Die Polizei unterscheiden jedoch nicht, ob der Verletzte nur eine Nacht zur Überwachung oder mehrere Tage in Behandlung verbleibt.


    Es kann also durchaus sein, dass das Kind nur mit Verdacht auf Gehirnerschütterung eine Nacht im Krankenhaus war. Oder dass nur eine blutende Kopfwunde behandelt wurde und sie dann wieder nach Hause konnte.


    "Schwer verletzt" muss nicht immer dramatisch sein und bleibt oft ohne bleibende Folgen. Da gibt es leider keine weitere Abstufung, das nächste wäre dann vielleicht noch "lebensgefährlich verletzt" oder sowas.

    #72Author Dodolina (379349)  19 Oct 22, 12:07
    Comment

    Schwerstverletzt wird gelegentlich noch gebraucht, wenn es jemanden wirklich übel getroffen hat, aber keine Lebensgefahr gegeben ist. Ob es dafür eine konkrete Definition gibt, entzieht sich meiner Kenntnis.

    #73Author Pottkieker (871812) 19 Oct 22, 12:42
    Comment

    #72


    Es kann also durchaus sein, dass das Kind nur mit Verdacht auf Gehirnerschütterung eine Nacht im Krankenhaus war. Oder dass nur eine blutende Kopfwunde behandelt wurde und sie dann wieder nach Hause konnte.

    Natürlich, beides wäre möglich. Auch, dass das zweijährige Mädchen nach dem Unfall am Kopf operiert werden musste und seitdem im Koma liegt.

    Allein nach der Zeitungslektüre wissen wir es nicht.


    Zweijährige schwer am Kopf verletzt, weil ein Rechtsabbieger in der Straße der Pariser Kommune ihrer/deren radelnden/r Mutter die Vorfahrt nahm, so dass diese mit dem Rad samt Kindersitz stürzte.

    Was wir aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wissen können, ist, dass sowohl Mutter als auch Tochter für die nächste Zeit traumatisiert sein dürften. Vielleicht auch "Rechtsabbieger" und evtl. ZeugInnen.


    [Ich bin ja grundsätzlich ein friedliebender Mensch, aber wenn irgendein/e verantwortungslose/r, rücksichtslose/r Autofahrer/in einem meiner Kinder in meiner Gegenwart etwas zuleide getan hätte, hätte ich für nichts garantieren können.]

    #74Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 12:48
    Comment

    zum letzten Absatz in #74


    Auch wenn manche Berichte hier im Faden anderes vermuten lassen, denke ich doch, dass der überwiegende Teil der Autofahrer nicht absichtlich Jagd auf andere Verkehrsteilnehmer macht (ok, Berlin vielleicht ausgenommen ;-)) , sondern viele Unfälle aus Unsicherheit (mangelnde Fahrpraxis), Gedankenlosigkeit, Abgelenktsein oder Unkenntnis mancher Regeln resultieren. Und dass es den meisten Unfallverursachern sicher arg ist, wenn durch ihre Schuld andere zu Schaden gekommen sind.


    Natürlich sollten trotzdem angemessene (ggf. härtere) Strafen verhängt werden.

    #75Author Möwe [de] (534573)  19 Oct 22, 13:06
    Comment

    Ich denke, selbst die Raser, die sich auf den Straßen Rennen liefern, machen das nicht mit dem Vorsatz, andere Verkehrsteilnehmer zu verletzen oder zu töten. Eher im Gegenteil, falls mir die bittere Bemerkung gestattet ist, ein Unfall während des Rennens würde sie ja gegenüber dem Konkurrenten ins Hintertreffen geraten lassen. Aber sie setzen sich ins Auto mit dem Vorsatz, Regeln zu brechen, die geschaffen wurden, um die Gefahr von Unfällen zu reduzieren. Strafrechtlich nehmen sie damit den Taterfolg billigend in Kauf, und ich stimme Dir zu, dass sie dafür auch entsprechend zur Verantwortung gezogen werden sollten, ebenso Personen, die sich vorsätzlich nicht fahrtüchtig ans Steuer setzen.

    #76Author Pottkieker (871812) 19 Oct 22, 13:22
    Comment

    #75


    Auch wenn manche Berichte hier im Faden anderes vermuten lassen, denke ich doch, dass der überwiegende Teil der Autofahrer nicht absichtlich Jagd auf andere Verkehrsteilnehmer macht (ok, Berlin vielleicht ausgenommen ;-))

    Der überwiegende Teil sicher nicht, aber es reicht der übrigbleibende, asoziale Teil: Wie oft habe ich es in Berlin erlebt, dass WIRKLICH Jagd gemacht wurde, Radfahrer bedrängt, komplett abgedrängt, beschimpft, angehupt etc. wurden.

    Wenn bspw. Doppelstockbusse, deren FahrerInnen sauer sind, weil du dich an der roten Ampel leicht vor sie gestellt hast mit deinem Rad, damit sie dich nicht übersehen, dann absichtlich seitlich so dicht an diir vorbeifahren, dass nur starkes Bremsen u/o sofortiges Abspringen und Flucht auf den Bürgersteig dich vor dem Überrolltwerden retten, dann weißt du, was Angst ist.

    (Disclaimer: Ich fahre vorausschauend, rücksichtsvoll, eher langsam und bedächtig und beharre nicht auf meinem Recht. Und ich bin sichtbar keine "Kampffahrerin", sondern mittelalte Normalfrau mit Helm, Warnweste und Dauerlicht.)


    ... sondern viele Unfälle aus Unsicherheit (mangelnde Fahrpraxis), Gedankenlosigkeit, Abgelenktsein oder Unkenntnis mancher Regeln resultieren.

    Alle vier Gründe finde ich gleich schlimm.


    Und dass es den meisten Unfallverursachern sicher arg ist, wenn durch ihre Schuld andere zu Schaden gekommen sind.

    Unbenommen, aber was habe ich als Geschädigte/r im Nachhinein davon?

    #77Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 13:29
    Comment

    #76

    Raser missachten absichtlich die Regeln und nehmen Unfälle in Kauf. Vieles passiert aber einfach, weil sich jemand mit dem Beifahrer streitet, im Handschuhfach nach der Sonnenbrille kramt, mit den Gedanken schon beim Geschäftstermin ist, gerade niesen muss oder aus anderen Gründen nicht aufpasst. Da sehe ich einen Unterschied. (Und ehe mich jemand haut: Nein, das soll keine Entschuldigung dafür sein, andere anzufahren.)


    #77

    karla13, Berlin scheint in der Tat ein ganz besonders übles Pflaster zu sein, das zeigen ja auch die Berichte vom Bubb, bei denen mir immer ganz anders wird.


    A propos, @Bubb: Die wichtigste Info hast Du uns bei Deinem Bericht über das Dooring-Erlebnis letzte Woche vorenthalten: Ist Deinem Fahrrad etwas passiert???!

    #78Author Möwe [de] (534573)  19 Oct 22, 13:30
    Comment

    Das Fahrrad hatte ich vorausschauend aus der Schusslinie manövriert 😉

    #79Author B.L.Z. Bubb (601295) 19 Oct 22, 13:35
    Comment

    Mir fällt ein Stein vom Herzen! ;-)

    #80Author Möwe [de] (534573) 19 Oct 22, 13:38
    Comment

    #78


    Und ehe mich jemand haut...

    Die (wir) LEOnidInnen hauen doch nicht, liebe Möwe... 😊


    #81Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 13:38
    Comment

    Ich finde auch, dass es ein Unterschied ist, warum ein Unfall passiert. Bei über 65 Millionen Autos auf den Straßen ist es einfach unvermeidbar, dass es manchmal böse endet, auch ohne jede böse Absicht, Rücksichtslosigkeit oder Egoismus.


    Es ist aber für mich etwas anderes, ob jemand einen Unfall verursacht, weil er oder sie abgelenkt war, die Situation falsch eingeschätzt hat oder ähnliche Gründe, oder deshalb, weil man generell die Rechte und die Existenz anderer Verkehrsteilnehmer als Zumutung empfindet. In ersterem Fall ist niemanden geholfen, finde ich, wenn das Leben des Verursachers durch eine jahrzehntelange Gefängnisstrafe ebenfalls ruiniert wird. In letzterem Fall ist zu erwarten, dass es wieder passiert, deshalb würde ich diese Leute gerne ganz aus dem Verkehr ziehen, im wörtlichen Sinn.

    #82Author Gibson (418762) 19 Oct 22, 13:45
    Comment

    #81 Was tut ihr stattdessen? Schießen? Mit Dingen werfen? *g*

    #83Author Möwe [de] (534573)  19 Oct 22, 13:45
    Comment

    Mit der stinknormalen Gedankenlosigkeit der Lenker ein-, zwei-, drei- oder vierrädriger Gefährte kann ich ja meistens um, weil ich weiß, dass außer mir nur noch ganz wenige Nicht-Trottel im Verkehr unterwegs sind. Deshalb hab ich die Nummer letzte Woche nach einer fünfminütigen Brüll- und Schimpftirade, die sich gewaschen hat, auch wieder verdrängt. Viel schlimmer find ich die Leute, die einem vorsätzlich die Vorfahrt nehmen, einen abdrängen oder sonst was. Vor denen kann man sich kaum schützen.

    #84Author B.L.Z. Bubb (601295) 19 Oct 22, 13:55
    Comment

    Edit: ich habe begonnen zu schreiben, als erst 76 da stand


    Letzter Absatz von #74 und #75:

    Es gibt aber Leute, die bewusst ganz große Risiken eingehen. Den Stau auf dem Radstreifen zu umfahren, ist eine bewusste Entscheidung. Bei dem Rechtsabbieger kann es auch Unachtsamkeit gewesen sein.


    Karla, du hättest mich mal sehen sollen, als mir auf dem Radweg in einer uneinsehbaren Kurve/Unterführung ein Rad- und ein 125er-Fahrer nebeneinander entgegenkamen, die sich offensichtlich ein Rennen lieferten. Glücklicherweise war der Rad- und nicht der Kraftradfahrer auf meiner Spur, und nur der Radfahrer machte den Purzelbaum über den Fahrradanhänger, in dem mein damals 5jähriger Sohn saß. Ich habe die zwei jungen Männer derart zusammengeschrien, dass mich eine vorbeikommende Passantin beruhigen musste, damit ich mein Kind nicht noch zusätzlich verschrecke.

    #85Author grinsessa (1265817)  19 Oct 22, 14:05
    Comment

    Was tut ihr stattdessen? *g*

    "ihr"? Du bist doch auch eine von "uns" / "denen" !?! *auch g*


    Schießen? Mit Dingen werfen?

    Nöö -- mit Wörtern u/o Worten werfen und schießen... Das reicht doch.

    #86Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 14:09
    Comment

    Vieles passiert aber einfach, weil sich jemand mit dem Beifahrer streitet, im Handschuhfach nach der Sonnenbrille kramt, mit den Gedanken schon beim Geschäftstermin ist, gerade niesen muss oder aus anderen Gründen nicht aufpasst. Da sehe ich einen Unterschied.


    § 1 Grundregeln

    (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

    (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.


    In all those situations (aside from sneezing), the driver is (deliberately or carelessly) breaking the simplest and most fundamental rules in the StVO. The only difference is one of degree. If you kill my kid or cripple me, because you were texting or touching up your lipstick instead of watching the road, then your excuse amounts to little more than "I didn't mean to do that". If I jump out 5m in front of your car while you're doing the speed limit with both eyes on the road and both hands on the wheel, then we'll talk.

    #87Author covellite (520987)  19 Oct 22, 14:48
    Comment

    Ja, natürlich ist das die wichtigste Grundregel.

    Aber es ist menschlich, dass man sich ablenken lässt. Seit es vom Kind im Auto oder von irgendwas, was man am Straßenrand oder im Spiegel wahrnimmt oder dass man sich orientieren muss, ob das die richtige Straße ist oder welche Spur man jetzt gerade braucht.

    Oder eben beim Griff nach der Sonnenbrille, weil sich gerade die Wolken verziehen und man sonst nicht mehr gut sieht und deswegen auch den Verkehr gefährdet.


    Niemand kann immer alles im Blick haben und niemand ist immer 100% konzentriert, das geht einfach nicht.

    Deswegen braucht es auch Gurte und Helme und die Aufmerksamkeit der anderen, die ggf auch mal zurückstehen.

    Und auch das kann nicht jeden Unfall und jede Verletzung verhindern.

    #88Author Dodolina (379349) 19 Oct 22, 14:56
    Comment

    because you were texting or touching up your lipstick instead of watching the road


    But that's not the things we (or at least I) are talking about. As dodolina says, nobody can be 100% focused on the road the entire time, and even less so if other people are in the car with you. There is a world around you, and things happen in this world. I wouldn't compare touching up your lipstick to instinctively swatting at a mosquito. (I did that once and almost went into the car in front of me that suddenly braked. Nothing happened, but it was close.)

    #89Author Gibson (418762) 19 Oct 22, 15:16
    Comment

    #76: Ich denke, selbst die Raser, die sich auf den Straßen Rennen liefern, machen das nicht mit dem Vorsatz, andere Verkehrsteilnehmer zu verletzen oder zu töten.


    Dann lies dir ml den ersten Absatz hier durch: https://www.anwalt24.de/lexikon/vorsatz_-_abg... 

    "Mit bedingtem Vorsatz / Eventualvorsatz / dolus eventualis handelt derjenige, der es ernsthaft für möglich hält, den objektiven Tatbestand zu verwirklichen, der aber dennoch handelt und die Folgen in Kauf nimmt ohne sie ausdrücklich zu wollen. Auch ein nur bedingter Vorsatz genügt grundsätzlich, um wegen einer Vorsatztat bestraft werden zu können."


    Als Autofahrern muss den Tätern vom Kudamm aus der Erfahrung heraus bewusst gewesen sein, dass mitten in einer Großstadt bei einer roten Ampel kreuzender Verkehr kommen wird, auch um halb zwei Nachts. Da hilft es nicht zu sagen, das man das nicht wissen konnte oder nicht damit gerechnet hat.

    Außerdem war ein weiteres Mordmerkmal erfüllt: Die Arglosigkeit des Opfers. Der Fahrer konnte mit so etwas nicht rechnen.

    #90Author TTMM (236247) 19 Oct 22, 16:02
    Comment

    Fallen Fahrer*innen wie die Person, die mit dem Auto auf der Radspur am Stau vorbei fuhr und dabei das Kind verletzte, eigentlich auch unter diesen Paragraphen?

    #91Author grinsessa (1265817)  19 Oct 22, 16:08
    Comment

    #90 Hast Du den Rest meines Post gelesen. Wenn auch in eigenen Worten und ohne Anspruch auf völlige juristische Korrektheit zu erheben habe ich genau das geschrieben, was Du mir unter die Nase reibst.

    #92Author Pottkieker (871812) 19 Oct 22, 16:57
    Comment

    Zu #85

    In solchen und ähnlichen Situationen habe ich furienmäßig auch immer schön rumgeschrien -- da kannte ich kein Pardon.


    Zustimmung zu #87


    Zustimmung zum letzten Absatz in #88

    #93Author karla13 (1364913) 19 Oct 22, 22:12
    Comment

    OT


    Zu #76


    Ich denke, selbst die Raser, die sich auf den Straßen Rennen liefern, machen das nicht mit dem Vorsatz, andere Verkehrsteilnehmer zu verletzen oder zu töten.

    [Soweit man das verallgemeinern kann:] Das denke ich auch. Ich glaube aber, dass diese hirnlosen Bubis (viel zu harmlose Bezeichnung) sich NULL Gedanken darüber machen, was (Anderen) passieren könnte. Sie sind so auto- und geschwindigkeitsfixiert, so wettkampfgeil und -ja- dumpf in der Birne, dass sie gar nicht so weit denken können/wollen, was alles passieren könnte. Totaler Tunnelblick, ohne jegliches Problembewusstsein. Das Schlimmste wäre wahrscheinlich ein schrottreifer weißer BMW oder güldener Mercedes (Achtung, Vorurteilsalarm!).

    (Ich war jahrelang als Schöffin am Strafgericht "tätig" und habe an mehreren Prozessen dieser Art teilgenommen.)


    [...]. Aber sie setzen sich ins Auto mit dem Vorsatz, Regeln zu brechen, die geschaffen wurden, um die Gefahr von Unfällen zu reduzieren.

    Das glaube ich so explizit nicht. Ich würde vermuten, sie haben nur den einen Vorsatz, möglichst schnell und ungehindert über längere Straßen rasen zu können und zu gewinnen. Häufiger sind auch aufputschende Drogen aller Arten im Spiel.

    170 km/h!! Über den Ku'damm! Der hat alle paar 100 m eine Ampel, eine Querstraße, 24h-Verkehr, Baustellen, Verengungen. You name it.

    Ich weiß auch nicht, ob es ums Regelbrechen geht. Dafür müsste man Regeln als "Autoritäten" ja erstmal akzeptieren.



    Zu #90


    "Mit bedingtem Vorsatz / Eventualvorsatz / dolus eventualis handelt derjenige, der es ernsthaft für möglich hält, den objektiven Tatbestand zu verwirklichen, der aber dennoch handelt und die Folgen in Kauf nimmt ohne sie ausdrücklich zu wollen. Auch ein nur bedingter Vorsatz genügt grundsätzlich, um wegen einer Vorsatztat bestraft werden zu können."

    Provokative Frage -- aber überhaupt nicht nur an dich gerichtet, @TTMM: Wie ist es eigentlich, wenn man zu doof und durchgeknallt ist und gar nicht so weit denken kann, ernsthaft in Betracht zu ziehen, dass man den objektiven Tatbestand möglicherweise verwirklichen könnte? -- Ach okay, stimmt, Dummheit schützt vor Strafe nicht. Hat schon meine Oma immer gesagt.


    Als Autofahrern muss den Tätern vom Kudamm aus der Erfahrung heraus bewusst gewesen sein, dass mitten in einer Großstadt bei einer roten Ampel kreuzender Verkehr kommen wird, auch um halb zwei Nachts. Da hilft es nicht zu sagen, das man das nicht wissen konnte oder nicht damit gerechnet hat.

    Ganz meine Meinung.



    Zu #92

    Ich hatte es auch so verstanden, als würden @Pottkieker und @TTMM in ihren jeweiligen Beiträgen ganz Ähnliches mit unterschiedlichen Worten sagen.



    PS: Hier zum Thema noch ein Link zu einer rbb-Reportage: 'Bis in den Tod -- Illegale Autorennen in Berlin' [habe ich selbst noch nicht gesehen].

    #94Author karla13 (1364913)  19 Oct 22, 23:15
    Comment

    Ich würde vermuten, sie haben nur den einen Vorsatz, möglichst schnell und ungehindert über längere Straßen rasen zu können und zu gewinnen. 


    Dafür muss man aber doch die Regeln brechen. Das eine gibt's nicht oder das andere, und auch dem dümmsten Verkehrsteilnehmer ist klar, dass man das Rennen nur gewinnen kann, wenn man schneller als die zugelassenen 50 km/h fährt. Das ist, als würde man sagen: Ich wollte nur ohne Bezahlen das Parfüm mitnehmen. Ich hatte nicht den Vorsatz zu stehlen.

    #95Author Gibson (418762) 19 Oct 22, 23:30
    Comment

    Zu #95


    Ich wollte mit meinem Satz u.a. ausdrücken, dass es Menschen gibt, die annehmen, für sie gäbe es keine allgemeingültigen Regeln, oder jedenfalls nur die, die sie (selektiv) anerkennen. Oder die, die sich selber schaffen. Menschen (tut mir leid, meist sind es (jüngere) Männer), die sich in ihrem Umfeld so stark und unangreifbar fühlen und IMMER WIEDER damit durchkommen, als bullies zu (über)leben.


    ... und auch dem dümmsten Verkehrsteilnehmer ist klar, dass man das Rennen nur gewinnen kann, wenn man schneller als die zugelassenen 50 km/h fährt.

    Ja, klar. Aber wen interessieren schon die 50 km/h? Die Raser jedenfalls nicht. "Die" rasen übrigens auch schon gerne mal tagsüber im Höllentempo mit quietschenden Reifen über kleinere, normale Berliner Einkaufsstraßen. Rauf und runter. Minutenlang. Die Berliner Polizei ist machtlos und sowieso total unterbesetzt.


    Oder (und jetzt wird's ganz böse und allgemeinplatzig -- ist aber original so mehrmals in B geschehen):

    Die Polizei rückt an mit einem Streifenwagen. Stellen die Raser irgendwie -- und zur Rede. Plötzlich, wie von Zauberhand, stehen zwei Polizisten 20 junge, muskulöse Männer in aufgemotzten Autos gegenüber, die anfangen, diese zu bedrängen, zu beschimpfen, zu bedrohen.

    Wenn die Polizisten noch die Chance haben, Verstärkung zu holen, haben sie Glück gehabt. Und bevor dann die Verstärkung kommt, sind alle Autos samt Fahrern verschwunden, verstreut in alle vier Himmelsrichtungen. Da hatten die Beamten noch nicht mal die Gelegenheit, die Personalien aufzunehmen. Sie wollten nämlich nicht im Krankenhaus aufwachen.


    Nein, ich höre jetzt auf. Das Thema regt mich zu sehr auf.

    Zu mir: Warum bin ich nochmal aus B weggezogen?

    #96Author karla13 (1364913)  20 Oct 22, 00:07
    Comment

    Das hat aber doch mit der Gesetzeslage nichts zu tun. Es tut mir leid, mir ist nicht klar, was du sagen willst. Es geht doch darum, ob der Vorsatz zu einer Straftat gegeben ist (wenn das die juristische Ausdrucksweise ist), und nicht, ob ein 20jähriger Raser das einsieht.

    #97Author Gibson (418762) 20 Oct 22, 01:21
    Comment

    Zu #97


    Ich spreche nicht von der Gesetzeslage. Die ist klar und deutlich. Und natürlich geht's nicht darum, ob ein Raser die einsieht.

    (Das wäre ja noch schöner.)

    Der Vorsatz ist juristisch gegeben. Auch klar und einleuchtend.


    Das, worüber ich geschrieben habe, kann ich nicht besser ausdrücken. Jedenfalls nicht mehr heute Nacht.


    Vielleicht versteht ja Morgen (früh) jemand, was ich sagen möchte.

    #98Author karla13 (1364913)  20 Oct 22, 02:25
    Comment

    #96 vorletzter Absatz: Und genau das sind Szenen für die man wunderbar mit Bodycams arbeiten könnte, die von vielen Polizisten aber abgelehnt bzw nicht eingeschaltet (Mannheim*) werden weil man dann ja überwacht wird...


    *

    https://www.welt.de/vermischtes/article238562...

    #99Author traveller in time (589684) 20 Oct 22, 08:49
    Comment

    "Oder (und jetzt wird's ganz böse und allgemeinplatzig -- ist aber original so mehrmals in B geschehen):

    Die Polizei rückt an mit einem Streifenwagen. Stellen die Raser irgendwie -- und zur Rede. Plötzlich, wie von Zauberhand, stehen zwei Polizisten 20 junge, muskulöse Männer in aufgemotzten Autos gegenüber, die anfangen, diese zu bedrängen, zu beschimpfen, zu bedrohen.

    Wenn die Polizisten noch die Chance haben, Verstärkung zu holen, haben sie Glück gehabt."


    Solche Meldungen liest man alle naslang. Die Herren von der Rennleitung sind da robust genug, um sich zur Wehr setzen zu können. Und Verstärkung ist immer recht schnell da, und dann werden die muskulösen Bubis relativ schnell relativ klein.


    Was das Brüllen angeht: Ich hab nach meinem "Dooring" letzten Mittwoch den Spittelmarkt ganz schön zusammengebrüllt. Brüllen kann ich ...

    #100Author B.L.Z. Bubb (601295) 20 Oct 22, 08:55
    Comment

    Kann jemand meine Frage in #91 beantworten?


    Gilt der bedingte Vorsatz auch für andere Regelübertreter als Raser, z.B. die, die einen Stau auf der Bus- oder Radspur umfahren?

    #101Author grinsessa (1265817) 20 Oct 22, 08:58
    Comment

    Das kann man abstrakt nicht beurteilen, sondern kommt immer auf die Tatsachenfeststellungen im Einzelfall an. Meistens wird das Gericht, vermute ich mal, davon ausgehen, dass der Täter davon ausging, es werde "schon gut gehen; ich werde niemanden anfahren", und dann bist du in der bewussten Fahrlässigkeit (bedingter Vorsatz würde erfordern, dass es dem Täte egal war, ob er jemanden anfährt; das wird in den meisten Fällen nicht feststellbar sein, vermute ich).

    #102Author B.L.Z. Bubb (601295) 20 Oct 22, 09:02
    Comment

    Ah, okay. Danke.

    #103Author grinsessa (1265817) 20 Oct 22, 09:14
    Comment

    .. den Spittelmarkt zusammengebrüllt...


    Das war aber strategisch ungünstig. Da denkt sich der Türaufreißer ja "Wenn der Alte noch so brüllen kann, kann ihm nicht viel passiert sein."

    Du hättest Dich stattdessen in bester Fußballermaniermanier winselnd auf dem Boden winden sollen.

    #104Author Möwe [de] (534573)  20 Oct 22, 09:22
    Comment

    Ich bin Radfahrer, keine Fußball-Memme 😀

    #105Author B.L.Z. Bubb (601295) 20 Oct 22, 09:31
    Comment

    *g*

    #106Author Möwe [de] (534573) 20 Oct 22, 09:34
    Comment

    *g*

    #107Author Masu (613197) 20 Oct 22, 09:44
    Comment

    #90 Hast Du den Rest meines Post gelesen.

    Sicher habe ich deinen Post #76 genau gelesen, deshalb habe ich meinen #90 ja geschrieben.

    Du hast geschrieben, dass sich die Täter nicht mit dem Vorsatz ins Auto setzen, jemandem zu schaden, was aus Tätersicht ja auch definitiv so ist. Und du bewertest es als Vorsatz, dass sie Regeln brechen wollten, was ebenfalls so ist.

    Ich wollte hier "nur" darauf hinweisen, dass die Gerichte hier noch weiter gingen und die Tat als bedingten Vorsatz dazu bewerteten, nicht nur Regeln zu brechen, sondern eben jemandem zu schaden.

    #108Author TTMM (236247) 20 Oct 22, 13:30
    Comment

    Deutsche Radfahrer, mal aus der Sicht einer Ausländerin ohne Deutschkenntnisse

    #109Author rennmotte (617913) 27 Oct 22, 13:06
    Comment

    Ein Zitat aus dem Artikel:


    Abgesehen von dem passiv-aggressiven Verhalten, dass bei manchen Radfahrern zu wünschen übrig lässt, ist die Fahrradkultur in Berlin aber sehr lobenswert und wirklich inspirierend.

    #110Author Gibson (418762) 27 Oct 22, 14:19
    Comment

    #110 Ein schöner Fall für den "Wörter und Wendungen falsch benutzt"-Faden.

    #111Author Möwe [de] (534573) 27 Oct 22, 14:45
    Comment

    Na aber stimmt doch. Um ihrem Ruf gerecht zu werden müssen die Radfahrer viel passiv-aggressiver werden!! ;-D

    #112Author traveller in time (589684) 27 Oct 22, 15:01
    Comment

    Um ihrem Ruf gerecht zu werden müssen die Radfahrer viel  proaktiv passiv-aggressiver werden!! :P

    #113Author edoardo_1_4 (1297108) 27 Oct 22, 15:11
    Comment

    Dann aber gleich richtig edo.


    Um ihre Stellung im System nicht zu gefährden sollten Radfahrer eine Herangehensweise der proaktiven Challenge ihres Umfeldes anstreben.


    OT Ende (von mir zumindest).

    #114Author traveller in time (589684) 27 Oct 22, 15:28
    Comment

    Zu dem Artikel aus #109


    *Ironiemodus ein* Haha, selten so gelacht beim Lesen eines Zeitungsartikels. Witzig und flüssig geschrieben, überhaupt nicht klischeebeladen und vollkommen vorurteilslos beobachtet. *Ironiemodus aus*


    NB: Wenn ich erst bis zum Ende eines Artikels lesen muss, um zu begreifen, warum die Berliner Radl-Verhältnisse hier ständig mit denen in Botswana verglichen werden, fehlt am Anfang irgendetwas (für mich).


    Zuerst war ich wirklich beeindruckt davon, dass hier fast jeder mit dem Fahrrad fährt.

    Nanu, habe ich in einem anderen Berlin gelebt als die Autorin?


    "Hier aber gibt es Gegenden, in denen Radwege klar abgegrenzt sind, und wenn man es wagt, versehentlich auf ihnen zu laufen, bekommt man entweder ein wiederholtes Fahrradklingeln oder frustrierte Worte zu hören."

    Komisch. 😏

    Wenn man es wagt, in Berlin (oder auch Botswana?) als Fußgänger/in versehentlich auf einer Straße zu laufen, bekommt man wahrscheinlich auch ein wiederholtes Hupen oder "frustrierte" Worte zu hören.


    Ich sage ausdrücklich Worte, denn ob der Radfahrer Kraftausdrücke benutzt, weiß ich nicht, weil ich kein Deutsch kann. Ich denke, in diesem Fall ist Unwissenheit ein Segen.

    Was für eine -Entschuldigung- bornierte Aussage. Man stelle sich nur mal den umgekehrten Fall vor: Deutsche/r schreibt so einen Satz in einer botswanischen Zeitung...


    Am meisten fürchte ich mich vor Berliner Radfahrern, wenn sie mit ihren Fahrrädern in den Zug steigen und fast den Ausgang blockieren und man sich ein Blickduell liefern muss, bis man letztendlich beschließt, einen anderen Ausgang zu benutzen, weil sich der Radfahrer nicht vom Fleck bewegen wollte.

    Schon mal mit dem Rad in einer Berliner S- oder U-Bahn gefahren, Ononofile Lonkokile? Die Blickduelle dürfen meist die RadfahrerInnen aushalten. Und das Gemurre oder Gemecker, weil man mal wieder irgendjemandem den Weg verstellt hat.

    Tja, in Luft auflösen können wir uns leider noch nicht. Wir hätten auch lieber mehr Platz für unser Gefährt, für dessen Beförderung wir sogar bezahlt haben.


    (Nachtrag. Während des Lesens dachte ich kurzzeitig, der Artikel wäre ironisch gemeint, aber ich befürchte, dem ist nicht so. Jedenfalls trägt er nicht zu einem entspannteren Rad-/Autofahrer-Verhältnis bei.)

    #115Author karla13 (1364913)  27 Oct 22, 15:28
    Comment

    Na, karla, schießt Du da nicht etwas über das Ziel hinaus? Du musst ja nicht mit der Einschätzung von Frau Lonkokile übereinstimmen, aber ich finde, man sollte trotzdem davon ausgehen, dass sie die Radfahrer in Berlin so empfunden hat. Das Recht auf diese Meinung hat sie und ich sehe keinen Grund, ihr da Boshaftigkeit, Borniertheit oder gar Dummheit zu unterstellen. Das willst Du vermutlich auch nicht, aber für mich klingt Dein Beitrag schon so.


    Jedenfalls trägt er nicht zu einem entspannteren Fußgänger/Autofahrer-Verhältnis bei und hat sogar das Potential, das Vorurteil zu stützen, dass Radfahrer sich sowieso immer für die besten Verkehrsteilnehmer halten. Natürlich ist dieses Vorurteil als Verallgemeinerung völlig daneben, aber bei einigen stimmt es vermutlich doch. Du musst es doch nicht stützen.


    Zu einem konkreten Punkt:


    Schon mal mit dem Rad in einer Berliner S- oder U-Bahn gefahren, Ononofile Lonkokile? Die Blickduelle dürfen meist die RadfahrerInnen aushalten. Und das Gemurre oder Gemecker, weil man mal wieder irgendjemandem den Weg verstellt hat.


    Das siehst Du meiner Ansicht nach sehr einseitig. Ja, die meisten Radfahrer versuchen, in solchen Situationen rücksichtsvoll zu sein und Platz für die Fußgänger zu machen, wenn es möglich ist. Es gibt aber auch die Minderheit der Radfahrer, die mit dem Fahrrad nahe am Ausgang bleiben und sich nicht die Bohne darum kümmern, wenn ein Fußgänger aussteigen will. Und es gibt auch die Radfahrer, die am Ausgang so gar keine Zeit haben und die Fußgänger wirklich bedrängen. Das sind nur wenige, aber wenn man das erlebt, dann macht es je nach Naturell ängstlich oder wütend. Wenn die Journalistin das häufiger beobachtet hat und sie in solchen Situation unsicher war oder sogar Angst hatte, dann glaube ich ihr das erstmal und finde die Antwort, sie solle sich nicht so anstellen, nicht besonders passend. Nein, Du hast das nicht wörtlich geschrieben, aber ich interpretiere es so.


    Wie wir in diesen Fäden schon häufig festgestellt haben: Es gibt in allen Gruppen Verkehrsteilnehmer, die sich daneben benehmen. In allen Gruppen sind sie vermutlich in der Minderheit. Das gilt auch für Radfahrer.


    Ich hätte auch kürzer schreiben können: Dein Beitrag hat mich geärgert.

    #116Author harambee (91833) 27 Oct 22, 16:36
    Comment

    Zu #116


    Ich hätte auch kürzer schreiben können: Dein Beitrag hat mich geärgert.

    Das tut mir leid, und ich wollte niemanden (ver)ärgern. Ich dachte, es sei klar, dass es sich bei #115 um (m)eine Meinungsäußerung handelt.


    Ich finde es gut, dass du nicht nur diesen letzten Satz geschrieben hast, sondern dein Missfallen qualifiziert(er) ausgedrückt hast. So kann ich besser verstehen, was dich geärgert hat, und kann versuchen, dir (und evtl. anderen Geärgerten) meine Reaktion auf den Artikel besser zu erläutern.


    ...aber ich finde, man sollte trotzdem davon ausgehen, dass sie die Radfahrer in Berlin so empfunden hat. Das Recht auf diese Meinung hat sie...

    Natürlich hat sie das Recht auf diese Meinung, und bestimmt hat sie "die" Berliner Radfahrer so empfunden (… und vielleicht sollte ich besser einen "Leserbrief" an die Berliner Zeitung schreiben...).


    Ich frage mich nur, wie eine [(wahrscheinlich junge (IJP-Stipendiums Austauschjournalistin)] Frau sagen kann: "Ohne den geringsten Zweifel würde ich die Berliner Radfahrer nennen als das, wovor ich mich am meisten fürchte."


    Ich, karla13, fürchte mich am meisten vor: Krankheit, Krieg, Umweltzerstörung, Machtlosigkeit...

    Verstehst du, was ich meine, harambee?? --> Nun lass mal die Kirche im Dorf, Ononofile Lonkokile.


    ... und ich sehe keinen Grund, ihr da Boshaftigkeit, Borniertheit oder gar Dummheit zu unterstellen. Das willst Du vermutlich auch nicht, aber für mich klingt Dein Beitrag schon so.

    Ich könnte jetzt (schnippisch) sagen: Dann klingt er für dich falsch, aber das sage ich wohlweislich nicht. Genau, ich will ihr diese drei Sachen nicht unterstellen, und ich habe es auch an keiner Stelle getan.


    Wobei ich aber bleibe: Ich empfinde den Satz "Ich sage ausdrücklich Worte, denn ob der Radfahrer Kraftausdrücke benutzt, weiß ich nicht, weil ich kein Deutsch kann. Ich denke, in diesem Fall ist Unwissenheit ein Segen." als borniert.


    Warum? Erinnere dich mal, wie es für dich beim ersten Mal in Kenia war. Hast du da für die dir unbekannten, unverständlichen Dinge deine deutsche Brille aufbehalten, oder hast du versucht, ob du durch eine geborgte, kenianische Brille auch was sehen kannst?


    [Als ich mal auf Dienstreise in Togo war, hab ich auch nicht gedacht: "Komisch, warum die Togoer so unverständliches Zeug rufen, wenn ich mitten auf der Straße rumlatsche – aber ich halte ihnen mal zugute, dass es keine Kraftausdrücke sein können, denn Ewe -Nationalsprache Togos- kann ich nicht – und Unwissenheitist ist in dem Falle Segen." Schon gar nicht hätte ich als Deutsche diesen Satz in einer togoischen Zeitung veröffentlicht.]


    Jedenfalls trägt er nicht zu einem entspannteren Fußgänger/Autofahrer-Verhältnis bei und hat sogar das Potential, das Vorurteil zu stützen, dass Radfahrer sich sowieso immer für die besten Verkehrsteilnehmer halten.

    harambee, der ganze Faden besteht aus Meinungsäußerungen und persönlichen Sichtweisen. Du musst dir nicht gerade meinen herauspicken, um ihm Einseitigkeit vorzuwerfen: Ich lese in meinem Beitrag (meiner Ansicht nach berechtigte) Kritik an dem Tenor des Artikels, ja, aber wo stelle ich Radfahrer als die immer besten Verkehrsteilnehmer dar?


    Glaub mir, nach 34 Jahren aktiven Radfahrens in Berlin kann ich sehr gut einschätzen, dass dort ALLE Arten von Verkehrsteilnehmern Scheiße bauen, bloß bei den Motorisierten tut's am meisten weh.


    Weißt du, wenn die Autorin wenigstens von ihrem einwöchigen Berliner Experiment berichtet hätte, den täglichen Arbeitsweg zur Redaktion mal probeweise mit dem Fahrrad zurückzulegen, und dann immer noch diesen Artikel geschrieben hätte, dann könnte ich das Geschriebene ernster nehmen. So aber kann ich nur sagen: Die Dame hat wenig Ahnung und sich offenbar nicht der Mühe unterzogen, ihren Hintern mal auf einen Berliner Sattel zu setzen. Das ist für mich kein ausgewogener Journalismus, das ist flapsige Meinungsmache, die der Sache schadet.


    Natürlich ist dieses Vorurteil als Verallgemeinerung völlig daneben, aber bei einigen stimmt es vermutlich doch.

    Natürlich stimmt es bei einigen.


    Du musst es doch nicht stützen.

    Wodurch stütze ich es denn? Indem ich von meinen hundert-, ach tausendfachen Erlebnissen in Berliner Zügen erzählt habe? Wie oft bist du, lieber harambee, schon in Berlin Rad gefahren? Oder Auto, wenn's danach geht? Auch das macht, glaube ich, nicht direkt Spaß.


    Zu deinem konkreten Punkt:


    Das siehst Du meiner Ansicht nach sehr einseitig.

    Kann sein, denn auch ich bin nur ein Mensch. Ich berichtete über meine persönlichen Erfahrungen. [Erfahrungen, die du nicht hast, da du meines Wissens nicht in Berlin (ge)wohn(s)t (hast).]


    Es gibt aber auch die Minderheit der Radfahrer, die mit dem Fahrrad nahe am Ausgang bleiben und sich nicht die Bohne darum kümmern, wenn ein Fußgänger aussteigen will.

    Habe ich irgendwo gesagt, dass es die nicht gibt? Ich bin trotzdem nicht eine derjenigen.


    Das sind nur wenige, aber wenn man das erlebt, dann macht es je nach Naturell ängstlich oder wütend.

    Wenn ich damals so etwas erlebt habe, hat mich das immer eher wütend gemacht. Manchmal, wenn mir die RadbesitzerInnen nicht zu furchteinflößend ausschauten, habe ich mich sogar getraut, was zu sagen. Stell dir vor.


    Wenn die Journalistin das häufiger beobachtet hat und sie in solchen Situation unsicher war oder sogar Angst hatte, dann glaube ich ihr das erstmal und finde die Antwort, sie solle sich nicht so anstellen, nicht besonders passend.

    Na ja, die Antwort, sie solle sich nicht so anstellen (o.s.ä.) habe jedenfalls ich nicht getan. Ich glaube ihr das auch erstmal. Allerdings möchte ich anmerken, dass, wer sich in einer außerafrikanischen Großstadt vor Fahrradklingeln fürchtet (so ihre Aussage), schon ziemlich scheuklappig durch das Stadtleben gehen muss. (Ich würde mich als schwarze Frau in einigen Gegenden Berlins übrigens vor ganz anderen Dingen fürchten...) Und auch im Verkehr eher vor Autohupen oder auf den Gehwegen wild rumrasenden Elektrorollern. Und, entschuldige, wer während eines Auslandsstipendiums in einer Zeitungsredaktion arbeitet, ist in der Regel auch kein verhuschtes, verängstigtes Häschen, sondern muss schon etwas Durchblick und -setzungsvermögen, gar Resilienz, besitzen.


    Nein, Du hast das nicht wörtlich geschrieben, aber ich interpretiere es so.

    Vielleicht liegt in dieser Aussage der Schlüssel zum (Miss-)Verständnis meines Beitrags.

    #117Author karla13 (1364913)  27 Oct 22, 19:38
    Comment

    Ich denke, wir werden uns nicht einig werden und das müssen wir auch nicht. Ich antworte deshalb vermutlich nur noch dieses eine Mal und dann werde ich es wohl sein lassen:


    Ich frage mich nur, wie eine [(wahrscheinlich junge (IJP-Stipendiums Austauschjournalistin)] Frau sagen kann: "Ohne den geringsten Zweifel würde ich die Berliner Radfahrer nennen als das, wovor ich mich am meisten fürchte."


    Sie schreibt ja, dass sie das bei diesem mir völlig unbekannten Tik-Tok-Trend schreiben würde und ich nehme mal an, dass man da recht spontan das nennt, was einem gerade in den Sinn kommt. Ich habe mal versucht, etwas im Internet über diese Tik-Tok-Geschichte zu finden, war aber nicht allzu erfolgreich. Es scheint mir aber, dass da oft Kleinigkeiten genannt werde, die kaum jemand ernsthaft als größte Angst bezeichnen würde. Dass das übertrieben ist, wissen die Leute vermutlich und die Autorin hier auch. Ich vermute, weiß es aber nicht sicher, dass da eine gewisse Selbstironie drinsteckt und drinstecken soll.


    Verstehst du, was ich meine, harambee?? --> Nun lass mal die Kirche im Dorf, Ononofile Lonkokile.


    Wie gesagt vermute ich, dass den Leuten, die bei diesem Tik-Tok-Spiel etwas nennen, meistens klar ist, dass sie damit nicht gerade die großen Probleme der Menschheit ansprechen. Wenn ich da falsch liege und es doch um die großen Probleme geht, dann hast Du sicher Recht. Übrigens empfinde ich die Art, wie Du die Journalistin jetzt zum zweiten Mal duzend mit vollem Namen ansprichst, auch als ziemlich aggressiv, aber da kannst Du natürlich wieder schnippisch sagen, dass ich das falsch lese. (-;


    Genau, ich will ihr diese drei Sachen nicht unterstellen, und ich habe es auch an keiner Stelle getan.

    Nun, dass Du es bei der Borniertheit geschrieben hast, hast Du ja selbst belegt. Weiterhin erklärst Du, dass das, was sie empfindet, klischeebeladen und vorurteilsbehaftet ist. Für mich ähnelt das schon dem Vorwurf der Boshaftigkeit. Und Dummheit unterstellst Du zum Beispiel mit der rhetorischen Frage "habe ich in einem anderen Berlin gelebt als die Autorin?", denn das legt ja nahe, dass sie nicht mal richtig beobachten kann. Übrigens gibt es nicht wenige Leute aus anderen Ländern, die in deutschen Städten den Eindruck bekommen, dass fast jeder mit dem Fahrrad fährt. Ein portugiesischer Freund, der in Deutschland studiert hat, sagt das zum Beispiel auch immer.


    Im neuen Beitrag fügst Du jetzt noch hinzu, dass die Journalistin keine Ahnung hat und faul ist. Darfst Du alles denken, aber ich darf eben auch denken, dass Du damit sehr unfreundlich denkst.


    Wobei ich aber bleibe: Ich empfinde den Satz "Ich sage ausdrücklich Worte, denn ob der Radfahrer Kraftausdrücke benutzt, weiß ich nicht, weil ich kein Deutsch kann. Ich denke, in diesem Fall ist Unwissenheit ein Segen." als borniert.


    Warum? Erinnere dich mal, wie es für dich beim ersten Mal in Kenia war. Hast du da für die dir unbekannten, unverständlichen Dinge deine deutsche Brille aufbehalten, oder hast du versucht, ob du durch eine geborgte, kenianische Brille auch was sehen kannst?


    Die Logik verstehe ich nicht. Sie hat anscheinend mehrfach erlebt, dass Radfahrer ihr etwas zugerufen haben und hat - ob zurecht oder zu Unrecht - das Gefühl gehabt, dass das nicht unbedingt freundlcihe Worte waren. Da finde ich den Schluss, dass es gut ist, dass sie nicht so genau weiß, was die gesagt haben, nicht ganz falsch und ganz amüsant. Borniert würde ich das nicht nennen, auch wenn es vermutlich stimmt, dass sie sich falsch verhalten hat und deshalb diese Reaktionen gekommen sind. Vielleicht ist sie ja dem Bubb begegnet und da ist es doch auch manchmal ein Segen, wenn man seine Wörter nicht versteht (-;


    harambee, der ganze Faden besteht aus Meinungsäußerungen und persönlichen Sichtweisen. Du musst dir nicht gerade meinen herauspicken, um ihm Einseitigkeit vorzuwerfen: Ich lese in meinem Beitrag (meiner Ansicht nach berechtigte) Kritik an dem Tenor des Artikels,


    Ja, der Faden besteht aus Meinungsäußerungen, aber zum Glück nur selten aus abwertenden Beurteilungen anderer Leute, von denen man wenig weiß. Ich sehe schon ein, dass meine Reaktion auf Deinen Beitrag eine Überreaktion ist, aber vielleicht kannst Du auch nachvollziehen, dass ich Deine Reaktion auf den Artikel auch als Überreaktion ansehe.


    Wodurch stütze ich es denn? Indem ich von meinen hundert-, ach tausendfachen Erlebnissen in Berliner Zügen erzählt habe?

    Dadurch, dass Du die Erfahrungen der Frau völlig ins Lächerliche ziehst und mit typischem Whataboutismus erläuterst, dass es die Radfahrer mindestens genauso schlimm trifft. Das stimmt vermutlich sogar und trotzdem finde ich die Reaktion unangemessen. Selbst wenn es so wäre, dass die meisten U-Bahnfahrer die Radfahrer andauernd behindern und beleidigen, ist es nicht in Ordnung, dass manche Radfahrer aussteigewilligen Fußgängern keinen Platz machen und sie dazu nötigen, einen anderen Ausgang zu suchen. Natürlich hast Du nicht geschrieben, dass das gut ist, aber was soll denn der Satz "Die Blickduelle dürfen meist die RadfahrerInnen aushalten. Und das Gemurre oder Gemecker, weil man mal wieder irgendjemandem den Weg verstellt hat.", wenn Du damit nicht sagen willst, dass das Leid der Radfahrer viel größer ist als dass der austeigewilligen Fußgänger und sie sich eben nicht so anstellen soll?


    Für mich tust Du mit Deiner Reaktion das, was völlig zu Recht vielen Autofahrern vorgeworfen wird, wenn diesen vorgehalten wird, dass sie Radfahrer behindern, gefährden und einschüchtern. Dann nämlich erklären sie auch, wie schrecklich sie unter den Untaten der Radfahrer leiden.


    Inhaltlich stimme ich übrigens durchaus zu, dass der Artikel nicht besonders tiefsinnig ist und dass es einiges zu kritisieren gibt. Die Idee hinter dem Artikel ist aber vermutlich, dass die Austauschjournalisten spontan von ihren Erfahrungen berichten. Da möchte ich gar keinen ausgewogenen Journalismus sehen, sondern spontane Gedanken aus subjektiver Sicht, über deren Berechtigung man dann nachdenken kann.

    #118Author harambee (91833)  27 Oct 22, 21:00
    Comment

    Zu #118


    Ich denke, wir werden uns nicht einig werden und das müssen wir auch nicht.

    Ich bin (ganz friedlich, unaggressiv und unschnippisch) vollkommen deiner Meinung.


    Ich antworte deshalb vermutlich nur noch dieses eine Mal und dann werde ich es wohl sein lassen.

    Okay, da bin ich dabei. Antworten wir einfach jede/r nach Lust und Laune.


    Wie gesagt vermute ich, dass den Leuten, die bei diesem Tik-Tok-Spiel etwas nenen, meistens klar ist, dass sie damit nicht gerade die großen Probleme der Menschheit ansprechen.

    Tik Tok ist ein soziales Netzwerk (so ähnlich wie Fratzebuch, nehme ich mal an, ich bin Nicht-soziale-Netzwerk-Nutzerin).


    Übrigens empfinde ich die Art, wie Du die Journalistin jetzt zum zweiten Mal duzend mit vollem Namen ansprichst, auch als ziemlich aggressiv, aber da kannst Du natürlich wieder schnippisch sagen, dass ich das falsch lese. (-;

    Oh ja, harambee, das liest du vollkommen falsch. Die Nennung von Vor- und Nachname ist genderneutral und inklusiv: Geduzt habe ich die Autorin nicht, warum auch, ich spreche ja nicht zu ihr. Ich weiß nicht, ob Ononofile Lonkokile evtl. trans Frau ist und vielleicht gar nicht mit "Frau" angeredet werden möchte. Ich weiß auch nicht, welcher der beiden Namen Vor-, welcher Nachname ist, deshalb habe ich den gesamten Namen aus dem Artikel kopiert. Mir wäre es peinlich, jemanden aus Versehen als Frau Karla zu titulieren; so ist es mir mit meinem ersten chinesischen Geschäftspartner passiert. In China steht der Familienname häufig an erster Stelle, vielleicht auch in Botswana? Keine Ahnung. Ich gehe in dieser Beziehung lieber auf Nummer Sicher.


    Weiterhin erklärst Du, dass das, was sie empfindet, klischeebeladen und vorurteilsbehaftet ist. Für mich ähnelt das schon dem Vorwurf der Boshaftigkeit.

    I beg to differ: Ich empfinde nicht ihre Empfindungen klischeebeladen und vorurteilsbehaftet, sondern ihren Bericht – der, warum auch immer, zur Hälfte über Radfahrer/n in Botswana berichtet. Die Boshaftigkeit kommentiere ich nicht, das ist dein Schuh.


    Und Dummheit unterstellst Du zum Beispiel mit der rhetorischen Frage "habe ich in einem anderen Berlin gelebt als die Autorin?", denn das legt ja nahe, dass sie nicht mal richtig beobachten kann.

    Keine deiner beiden Schlussfolgerungen trifft zu, und sie sind auch beide nicht stringent.


    Im neuen Beitrag fügst Du jetzt noch hinzu, dass die Journalistin keine Ahnung hat und faul ist.

    Ich schrieb, dass sie wenig Ahnung vom Radfahrerleben in Berlin hat. Von Faulheit schrieb ich gar nichts.


    Darfst Du alles denken, aber ich darf eben auch denken, dass Du damit sehr unfreundlich denkst.

    Das darfst du denken. (Da ich aber weder das Eine noch das Andere schrieb, denke ich vielleicht auch nicht unfreundlich. Zieh das bitte in Betracht. Nach dem Motto: Im Zweifel...)


    Die Logik verstehe ich nicht. Sie hat anscheinend mehrfach erlebt, dass Radfahrer ihr etwas zugerufen haben und hat - ob zurecht oder zu Unrecht - das Gefühl gehabt, dass das nicht unbedingt freundlcihe Worte waren.

    Vielleicht haben die Worte auch einfach nur laut: ACHTUNG! gerufen. So habe ich es immer getan, wenn vor mir ein verträumter, bekopfhörter Jugendlicher ohne Schulterblick auf den Radweg latschte. (Und ich beinahe auf die Schnauze gefallen wäre.) Kurz, knapp, laut – kann bei jemandem, der kein deutsch spricht, schon mal als aggressiv/unfreundlich ankommen – so wie unsere Sprache überhaupt.


    Ja, der Faden besteht aus Meinungsäußerungen, aber zum Glück nur selten aus abwertenden Beurteilungen anderer Leute, von denen man wenig weiß.

    Heißt das, die negativen Schilderungen der Autofahrererlebnisse hier im Faden waren größtenteils wertschätzend, und wussten die Kritisierenden mehr über die Autofahrer als ich über die Autorin?

    Again, I beg to differ: Ich habe nicht die Autorin abwertend beurteilt, ich habe ihren Artikel abwertend beurteilt.


    Ich sehe schon ein, dass meine Reaktion auf Deinen Beitrag eine Überreaktion ist, aber vielleicht kannst Du auch nachvollziehen, dass ich Deine Reaktion auf den Artikel auch als Überreaktion ansehe.

    Nöö, kann ich nicht – ich berichte halt aus der Sicht einer Betroffenen (innerhalb einer Gruppe), die es satt hat, stereotyp und verallgemeinernd in einer meinungsbildenden Zeitung abgebildet zu werden. (Ja, das ist -für mich- so ungefähr das Niveau des Artikels – und ich schätze die Berliner Zeitung normalerweise.)


    ... ist es nicht in Ordnung, dass manche Radfahrer aussteigewilligen Fußgängern keinen Platz machen und sie dazu nötigen, einen anderen Ausgang zu suchen.

    Ganz deiner Meinung.


    Natürlich hast Du nicht geschrieben, dass das gut ist, aber was soll denn der Satz "Die Blickduelle dürfen meist die RadfahrerInnen aushalten. Und das Gemurre oder Gemecker, weil man mal wieder irgendjemandem den Weg verstellt hat.", wenn Du damit nicht sagen willst, dass das Leid der Radfahrer viel größer ist als dass der austeigewilligen Fußgänger und sie sich eben nicht so anstellen soll?

    *leicht unwirsch* Der Satz soll heißen: In einem Berliner U-Bahnwaggon stehen und sitzen (Beispiel) 100 andere Fahrgäste 4 Radfahrern gegenüber. Wer, glaubst du, bekommt mehr vorwurfsvoll-starrende Blicke ab? Wessen "Leid" dabei größer ist, habe ich nicht thematisiert. (Auch ich bin häufiger ohne Rad in der U-/S-Bahn unterwegs gewesen, ich kenne beide Seiten. Die Autorin offenbar nicht. Schlechte journalistische Recherchearbeit, wenn du mich fragst.)


    Für mich tust Du mit Deiner Reaktion das, was völlig zu Recht vielen Autofahrern vorgeworfen wird, wenn diesen vorgehalten wird, dass sie Radfahrer behindern, gefährden und einschüchtern. Dann nämlich erklären sie auch, wie schrecklich sie unter den Untaten der Radfahrer leiden.

    *ratlos* Was soll ich dazu sagen? Weil ich den Inhalt eines Artikels kritisiere, erkläre ich, ich würde schrecklich unter den Untaten der Autofahrer leiden? -- Tut mir leid, diese "Logik" erschließt sich mir nicht.


    ... sondern spontane Gedanken aus subjektiver Sicht, über deren Berechtigung man dann nachdenken kann.

    Was ich mir zu tun erlaubt habe...



    PS: Du hast soeben (23:30) deinen Beitrag editiert. Ich habe jetzt nicht die Muße herauszufinden, an welcher/n Stelle/n. Mein Kommentar bezieht sich auf die Fassung, die bis eben noch veröffentlicht war.

    #119Author karla13 (1364913)  27 Oct 22, 23:39
    Comment

    Zum Edit: Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich nur ein paar Tippfehler (z.B. nenen --> nennen) beseitigt, aber inhaltlich nichts verändert.


    Zum Rest: Dies ist wohl ein Beispiel dafür, dass Gespräche das gegenseitige Unverständnis eher vertiefen, also höre ich jetzt auf.

    #120Author harambee (91833)  28 Oct 22, 07:05
    Comment

    Thank you, harambee and karla13...


    I was almost hit again today by a car making a left turn. Fortunately, at the last minute, they saw me and stopped. I was in a bike lane on a four-lane road in a commercial district, and the car wanted to turn into a driveway that I was just passing. There were cars that had passed me (going in the same direction as I was), and I assume that they blocked the car coming in the other direction from seeing me. When the cars had passed, the driver, thinking the road was clear, started making the turn, and came fully across one lane before spotting me and stopping. I also stopped in time. But I was frightened, and once again made aware of how quickly a serious incident can happen.


    Our bike facilities are just not built to protect vulnerable cyclists. It's no wonder that -- despite the excellent weather and flat terrain -- so many people are afraid to go anywhere by bicycle.

    #121Author Martin--cal (272273)  28 Oct 22, 07:15
    Comment

    Dann bin ich erstmal froh, dass Dir körperlich nichts passiert ist, Martin! Dass einem ein solches Erlebnis zu denken gibt, ist mehr als verständlich. Wir haben das alte Problem: Ein Moment der Unaufmerksamkeit bei einem Autofahrer (und niemand ist davor gefeit) kann schlimme Folgen haben.

    #122Author harambee (91833) 28 Oct 22, 07:28
    Comment

    I am just speculating, but it may be more a matter of false expectations rather than inattentiveness on the part of the driver. It's a vicious cycle. There are so few cyclists on the roadways here that drivers aren't used to seeing them, and don't expect that there may be a cyclist to the left (from their point of view) of the cars coming in the other direction on the road. This lack of experience seeing cyclists on the roads leads to more accidents (and near-accidents), which discourages most people from venturing out on bicycles, leading in turn to fewer cyclists on the roadways.

    #123Author Martin--cal (272273)  28 Oct 22, 07:35
    Comment

     ich kenne beide Seiten. Die Autorin offenbar nicht. Schlechte journalistische Recherchearbeit, wenn du mich fragst.

    Hätte sie sich erst ein Fahrrad anschaffen und damit U-Bahn fahren sollen? Sehr krude Ansicht


    I was almost hit again today by a car making a left turn.

    Das ist mir vor ein paar Jahren fast als Autofahrer in München passiert. 6-spurige Straße ich wollte nach links in eine Seitenstraße abbiegen. In einer Lücke des entgegen kommenden Verkehrs bin ich schnell gestartet um diese zu nutzen.

    GsD schnell genug, denn sonst hätte ich einen Massenunfall verursacht. Die Fahrradspur ist zwischen Bürgersteig und Grünstreifen mit Bäumen Google Maps und ich habe die 5(?) Radler erst gesehen als ich die Fahrradspur gequert habe.

    Das wäre echt übel geworden. Die wütenden Blicke und geballten Fäuste werde ich nicht vergessen

    Seitdem warte ich lieber etwas länger, egal ob hinter mir die Hupen getestet werden oder nicht.

    #124Author Masu (613197)  28 Oct 22, 08:26
    Comment

    "Die Fahrradspur ist zwischen Bürgersteig und parkenden Autos"


    Hochbordradwege sind die absolute Pest.


    Heut früh war ich wieder froh, dass mir der Kopf angewachsen war. Abgesehen von dem normalen Wahnsinn (Autofahrer, die noch 2-3 Sekunden nach rot über die rote Ampel ballern, Autofahrer, die in der 30-Zone locker das doppelte schaffen, Radfahrer in schwarz ohne Licht, etc.) war die Krönung der LKW, der rückwärts in eine Einfahrt reinwollte. Er stand links von "uns", halb in der Einfahrt, halb in der gegenüberliegenden Spur. Wir (diverse Radfahrer und ich) kommen an und beabsichtigen erkennbar, vor ihm, auf unserer Spur an ihm vorbeizufahren. In dem Augenblick, als die erste Radfahrerin (vor mir) nen Meter vom LKW weg ist, fährt der abrupt los und bügelt sie fast flach. Statt sich zu entschuldigen, hupt und pöbelt er.


    Fofoxake, mon ...

    #125Author B.L.Z. Bubb (601295) 28 Oct 22, 08:33
    Comment

    Man soll ja immer versuchen, das Positive mitzunehmen, daher: Mein Gefühl, welche:r Autofahrer:in um mich rum im nächsten Moment etwas völlig Idiotisches tun wird, und meine Reflexe funktionieren, Gurt und Bremsen sind tadellos. Für euch heute zweimal auf der Autobahn getestet. Ich muss nur die Kontrolleuchte am Amaturenbrett prominenter platzieren, die anzeigt, dass der Inkognitomodus eingeschaltet ist.


    Kurz: Wieder mal zwei (zensiert), die meinten, unmittelbar vor mir rausziehen zu müssen, einer davon als Rechtsüberholer durch eine Lücke, die anfangs schon höchsten 10, 12 Meter hatte und kleiner wurde, weil ich etwas schneller war als die Fahrzeuge auf der rechten Spur.

    #126Author Pottkieker (871812) 28 Oct 22, 08:41
    Comment

    Martin, deine Theorie, dass bei euch in Kalifornien Radler einfach nicht erwartet werden und daher auch schlecht gesehen und eingeschätzt werden, habe ich auch so erlebt.


    In meiner Zeit in Kalifornien hatte ich einige Beinahe-Unfälle, bei denen mich ein Auto überholt hat und dann rechts in eine Einfahrt abgebogen ist.

    Einmal war es wirklich nur noch ein Zentimeter zwischen meinem Vorderrad und dem Auto, als ich anhalten konnte.

    Ok, ich mag im Moment des Abbiegens im toten Winkel gewesen sein. Aber die haben mich doch 10m vorher überholt und da sollte klar sein, dass ich mich nicht in Luft aufgelöst haben kann.


    Wenn ich mal Auto fahre, werde ich immer nervös, wenn ein Radfahrer zu lange aus meinem Blickfeld verschwindet, gerade wenn ich abbiegen will.

    Dann suche ich gezielt im Spiegel und per Schulterblick nach dem.




    Ich kann die Dame aus Botswana übrigens sehr gut verstehen (und mir war auch schon nach den ersten Sätzen über Botswana klar, dass die offenbar da her kommt).

    Sie schreibt ja, dass sie keine gute Radfahrerin ist und es eben auch von zu Hause nicht kennt, sich mit dem Fahrrad im Verkehr zu bewegen. Dann ist es sicher eine ganz dumme Idee, den Berliner Verkehr aus der Radfahrerperspektive auszuprobieren.


    In meiner Auslandserfahrung habe ich es auch erlebt, dass es unglaublich viel Energie und Hirnkapazität kostet, sich in einer Fremdsprache und einer fremden Kultur zu bewegen. Mir war da manchmal selbst EInkaufen noch zu viel. Und das hat locker 2-3 Monate gedauert, bis das besser wurde.

    Das muss nochmal schwerer sein, wenn man die Umgebungssprache nicht beherrscht. Da ist immer und überall der Gedanke präsent, dass man bloß nichts falsch machen will. Und wer es dann nicht kennt, dass Radfahrer und Fußgänger sich den Weg teilen, der nimmt diese Schilder und Linien vielleicht wirklich kaum wahr, weil einfach alles andere auch so neu und anstrengend ist.


    Natürlich sind Krankheit, Krieg und die großen Probleme der Welt viel angsteinflößender. Aber bei diesem Tiktok-Spiel geht es vielleicht eher um die Ängste, die den Alltag prägen und beeinträchtigen. Und das kann leicht die Angst vor Spinnen sein oder eben die, von einem aus der eigenen Perspektive vollkommen unerwarteten Radfahrer angemotzt zu werden (verbal oder per Klingel), weil man eben nicht intuitiv weiß, wie das Miteinander funktioniert.

    #127Author Dodolina (379349) 28 Oct 22, 09:05
    Comment

    "Aber die haben mich doch 10m vorher überholt und da sollte klar sein, dass ich mich nicht in Luft aufgelöst haben kann."


    Der gemeine Verkehrsteilnehmer, vor allem in Blechkisten sitzend, denkt von der Tapete bis zum Putz ...

    #128Author B.L.Z. Bubb (601295) 28 Oct 22, 09:22
    Comment

    Danke Bubb dass du mich als netten Verkehrsteilnehmer bezeichnest. 🥰

    Ich zockel lieber ein paar Meter hinter einem Radfahrer her als mit Gewalt zu überholen. Und wenn ich weiß dass ich gleich rechts abbiegen werde, erst recht.

    Als sporadische Radlerin hatte ich schon zu viele Situationen als unangenehm empfunden, die so Kamikazeradlern 😉 wie dem Bubb nicht mal auffallen würden.

    #129Author Masu (613197) 28 Oct 22, 09:48
    Comment

    Danke für den "Kamimkazeradler" - ich weiß zum Glück, wie's gemeint ist. Ja, über so einige Situationen reg ich mich schon gar nicht mehr auf, weil's so alltäglich ist.

    #130Author B.L.Z. Bubb (601295) 28 Oct 22, 09:51
    Comment

    Ich hab noch überlegt ob ich den Smiley lieber hinter den Bubb 😉 stellen soll

    #131Author Masu (613197) 28 Oct 22, 10:03
    Comment

    Zu #129/130


    Guten Morgen (bei mir noch),


    bevor ich gleich zu einigen anderen Beiträgen Stellung nehme, wollte ich den Bubb unterstützen (obwohl er das nicht nötig hat), indem ich das Wort "Kamikazeradler" (das hier selbstverständlich liebevoll-neckend gemeint war) kurz kommentiere:


    Ohne Bubb zu kennen, nehme ich ihn allein aufgrund seiner Beschreibungen hier als das genaue Gegenteil eines solchen wahr, nämlich als einen äußerst umsichtigen, vorausschauend und zügig fahrenden Radler -- und er würde sicher weder sein noch das Leben anderer im Straßenverkehr riskieren. Und auch nicht auf seinem Recht beharren, so wie ich das einschätze. Aber laut und vernehmlich darauf hinweisen, wenn er mal wieder dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Da kann man schon mal deutlich werden, in der Hoffnung, dass das einen Lerneffekt hat.


    Radler wie er waren mir als Mitradler immer am liebsten, da am berechenbarsten. Straight, eindeutig, nicht asozial.


    Ich wurde in B auch schon von erregten Autofahrern als K-radlerin bezeichnet (und K stand nicht für Karla), und da ich (hier noch mal mein Disclaimer aus #77): "vorausschauend, rücksichtsvoll, eher langsam und bedächtig fahre und nicht auf meinem Recht beharre und sichtbar keine "Kampffahrerin", sondern mittelalte Normalfrau mit Helm, Warnweste und Dauerlicht bin", habe ich mir das manchmal so erklärt, dass allein schon souveränes Fahren sowie das Tragen von Helm und Warnweste sowie Dauerlicht von Autofahrern als Provokation wahrgenommen werden.


    So nach dem Motto: "Oh, die fährt als Warnschild durch die Gegend -- heißa, die Jagd beginnt!" Mir haben manchmal Fußgänger sogar nachgerufen: LICHT BRENNT! Ja, Leute, Licht brannte an meinem Rad in B IMMER, damit ich nämlich besser gesehen werde...

    #132Author karla13 (1364913)  28 Oct 22, 10:34
    Comment

    "Ohne Bubb zu kennen, nehme ich ihn allein aufgrund seiner Beschreibungen hier als das genaue Gegenteil eines solchen wahr, nämlich als einen äußerst umsichtigen, vorausschauend und zügig fahrenden Radler -- und er würde sicher weder sein noch das Leben anderer im Straßenverkehr riskieren. Und auch nicht auf seinem Recht beharren, so wie ich das einschätze. Aber laut und vernehmlich darauf hinweisen, wenn er mal wieder dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Da kann man schon mal deutlich werden, in der Hoffnung, dass das einen Lerneffekt hat."


    Das trifft es ziemlich genau.


    "Straight, eindeutig, nicht asozial"


    Ich hoffe es wenigstens.


    "allein schon souveränes Fahren sowie das Tragen von Helm und Warnweste sowie Dauerlicht von Autofahrern als Provokation wahrgenommen werden"


    Das ist sicher ein Teil des Problems. Wobei ich mich weigere, eine dieser Clowns-Westen zu tragen. Helm fast immer, Tagfahrlicht immer, aber Warnweste? Im Leben nicht.

    #133Author B.L.Z. Bubb (601295) 28 Oct 22, 10:56
    Comment

    die einen schützen sich, die anderen werden übersehen.. isso 😉

    #134Author drkimble (463961)  28 Oct 22, 11:02
    Comment

    Wenn das auf mich bezogen sein sollte - ich bin auch schon im kreischgelben Trikot, mit Licht an Rad und Rucksack und zwei so Blinke-Armbändern "übersehen" worden ...

    #135Author B.L.Z. Bubb (601295) 28 Oct 22, 11:05
    Comment

    Zu #133


    Das ist sicher ein Teil des Problems. Wobei ich mich weigere, eine dieser Clowns-Westen zu tragen. Helm fast immer, Tagfahrlicht immer, aber Warnweste? Im Leben nicht.


    Du bist halt keine modebewusste Frau wie ich, Bubb... 🤣


    (Selbst an meinem neuen Wohnort, an dem es wenige Radfahrer gibt, trage ich meinen total unauffälligen knallroten Helm mit weißen Ralleystreifen, die bestens auf die weißen Leuchtstreifen an meiner grellgelben Weste abgestimmt sind. Ich bin hier, an diesem überschaubaren Ort, schon allein deshalb bekannt wie ein bunter Hund. Für die Weste war ich schon in so mancher Nacht dankbar, wenn auf dunklen, spärlich beleuchteten Wegen/ Straßen die Autofahrer neben meinem Fahrradlicht eine weitere Warnquelle hatten.)

    #136Author karla13 (1364913) 28 Oct 22, 11:11
    Comment

    Kampfradler / verkehrsberuhigte Zonen

    Zum Thema „Kampfradler“: an das Wohnviertel, in dem ich wohne, grenzt eine Bundesstraße. Über diese führt eine Fußgängerbrücke, die auch für Radfahrer frei ist. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Naherholungsgebiet mit Wald, Feldern, ein großer Spielplatz, ein Fußballplatz, ein Feldhockeyplatz, ein Reiterverein. Diese Brücke wird viel genutzt, vor allem von Familien mit Kindern, Gassigehern, Spaziergängern. Die Breite ist (zum Verständnis) ungefähr so wie eine Autofahrspur. Der Aufgangs- und Abgangsweg ist langgezogen und jeweils kurvig angelegt, so dass man nicht den Anfang bzw. das Ende sehen kann. Man geht also dort, mit Kindern oder dem Hund. Und plötzlich rauscht von hinten ein Mountainbiker oder Rennradler im „Affentempo“ heran, so dass man fast umgenietet wird. Fahrradklingeln haben die keine und „Achtung!“ rufen können die wohl auch nicht. Bei einer solchen Geschwindigkeit hat man gar nicht die Chance, rechtzeitig zur Seite auszuweichen, weil man die Kerle ja gar nicht kommen sieht. Die Abfahrt der Brücke nach unten wird genutzt, um nochmal ordentlich die Geschwindigkeit zu steigern.

    Die Fußgänger-Brückennutzer werden grundsätzlich als „Störfaktoren“ von diesen Fahrrad-Rasern eingeordnet. Wenn man schimpft, bekommt man immer eine freche Antwort, von Rücksichtnahme keine Spur. Und ja, es sind bisher immer männliche Raser, im Schnitt zwischen 40 und 60 Jahren alt. (Hat das was mit der Midlifecrisis zu tun, frage ich mich??).

    Fast genauso verhält es sich mit den Autofahrern in den zahlreichen verkehrsberuhigten Zonen (sogenannte „Schrittgeschwindigkeit“) unseres Viertels. Die Allerschlimmsten sind die Paketzusteller, dann die PKWs, viele sind noch dazu Anwohner. Da wird durch die verkehrsberuhigte Zone gebrettert, was das Zeug hält, und man muss zum Teil Haken schlagen wie ein Hase, um den Heranrasenden auszuweichen. 20 Meter weiter wird dann eine Vollbremsung eingelegt, um auf den Parkplatz vorm eigenen Haus oder in die Tiefgarageneinfahrt zu fahren. Auch da bekommt man nur frechen Antworten.

    #137Author gemini58 (826606) 28 Oct 22, 11:13
    Comment

    Was das Verhalten solcher lobotomierten Viertelaffen auf zwei Rädern angeht, bin ich völlig bei Dir, gemini. Die kenn ich auch zur Genüge und reg mich drüber auf.


    Und ich bin zwar auch genau in der Altersspanne, bin aber wirklich, crossmyheartandhopetodie, die Ausnahme. Ich mach sowas nicht.

    #138Author B.L.Z. Bubb (601295) 28 Oct 22, 11:22
    Comment

    Zu #137


    Auch da bekommt man nur frechen Antworten.

    Ich kann nur für Berlin und das auch nur bis vor drei Jahren sprechen: Der Ton unter den Menschen ist im Straßenverkehr mMn insgesamt rauher (*zu mir* mit oder ohne h?) geworden.


    Einerseits. Andererseits gab es auch immer wieder Situationen, bei denen einem nur das Herz aufgehen konnte...

    #139Author karla13 (1364913) 28 Oct 22, 11:29
    Comment

    Mein Gefühl ist, dass die Eile oder der Zeitdruck so massiv steigt. Das führt zu Drängeln, waghalsigen Überholmanövern, zum Einfahren in zu enge Lücken, zum Überfahren roter Ampeln und zur Überschreitung von Geschwindigkeitsbegrenzungen oder zumindest verkehrsangepassten Geschwindigkeiten. Ich merke es an mir selbst: wenn ich zu spät losgefahren bin, muss ich mich extrem zusammenreißen, trotzdem hinter dem langsameren Vorderradler/dem Fußgänger zu bleiben, nicht ein kurzes Stück auf der falschen Straßenseite zu fahren um die Ampel zu umgehen usw. Ich mache mir dann bewusst, dass ich nur wenige Sekunden verliere, wenn ich mich korrekt verhalte und reiße mich am Riemen.


    Meiner Meinung nach sollte das in die Fahrschulen: man gewinnt verdammt wenig Zeit, wenn man schneller fährt. Je schneller das Fahrzeug, desto weniger Zeit gewinnt man. Vor allem auf der Autobahn ist es aberwitzig, für wie kleine Gewinne so derart riskant gefahren wird. Bremswege werden immer berechnet, aber den Zeitgewinn für einen halben Kilometer bei Tempo 90 hinterm Laster, den sollte man echt mal berechnen. Dann könnte sich jeder überlegen, welches Risiko ihm 30 Sekunden wert sind.

    #140Author grinsessa (1265817)  28 Oct 22, 11:47
    Comment

    @ Bubb: "lobotomiert" habe ich zwar erst mal g**geln müssen 🙂, aber ansonsten "dir auf die Schulter klopf" ... hoffentlich bleibt es so 😉

    @ Karla: Ob Großstadt oder Kleinstadt, da gibt es wohl inzwischen keinen Unterschied mehr! Der Ton ist der Gleiche geworden.

    Eine Ausnahme ist, das muss ich betonen, unser DHL-Zusteller. Der fährt und verhält sich immer ordentlich, man kennt und grüßt sich.

    #141Author gemini58 (826606) 28 Oct 22, 11:51
    Comment

    @ grinsessa: da stimme ich dir vollkommen zu!

    Und um noch etwas sollte man die Fahrschulen bitten: bringt euren Fahrschülern dringend bei, vor dem Ausscheren zum Überholen 1. in den Rückspiegel zu sehen und 2. den Blinker zu setzen. Blinken scheint aus der Mode gekommen zu sein, leider.

    #142Author gemini58 (826606) 28 Oct 22, 12:02
    Comment

    Zu #140


    ... man gewinnt verdammt wenig Zeit, wenn man schneller fährt.

    ... und man verliert anschließend verdammt viel Zeit, wenn man sich oder andere gefährdet oder in Unfälle verwickelt hat. Und noch verdammter mehr Zeit verliert ein Mensch, dessen Lebenslicht ausgelöscht wird.


    Mein Gefühl ist, dass die Eile oder der Zeitdruck so massiv steigt.

    Ja, weil "alle" das Spiel "HetzHetz" mitspielen. Ich halte das zu einem gewissen Grad für ein selbstgemachtes bzw. fremdgesteuertes Gefühl. Wer hindert einen daran, alles eine Minute langsamer und mit mehr Bedacht zu machen? Oder morgens fünf Minuten früher aufzustehen? Solange alle mitrennen im Rattenrad, funktioniert das System.

    #143Author karla13 (1364913) 28 Oct 22, 12:03
    Comment

    Zu #141


    @ Karla: Ob Großstadt oder Kleinstadt, da gibt es wohl inzwischen keinen Unterschied mehr!

    OH WEH! Danke für die ernüchterne Info und für's Augen-wieder-ein-bisschen-weiter-Öffnen. 😬



    Zu #142


    Blinken scheint aus der Mode gekommen zu sein, leider.

    Ja, das kann ich bestätigen. Furchtbar. Und gefährlich.


    PS: Ein Hoch auf geminis Paketzusteller!



    Edit: Bei #134 verstehe ich den Bezug nicht, drkimble.

    #144Author karla13 (1364913)  28 Oct 22, 12:10
    Comment

    Es wird Herbst.

    Gestern Abend kamen mir zwei Rennradfahrer entgegen. Sie fuhren Hinterrad neben Vorderrad. Abwechseln war wohl nicht drin: Das Führungsfahrrad hatte das vordere Licht angesteckt und das Folgende trug das Rücklicht. (Ja, ich bin mir ganz sicher dass es kein Tandem war.)

    Die Jugendlichen sind zur Zeit abends wieder in großen Gruppen mit ihren Mopeds unterwegs. Immerhin denken sie mit und nehmen die Mopeds, bei denen das Licht nicht funktioniert, in die Mitte. Dabei haben die mindestens 30 Jahre alten Simmen sowieso nur Funzeln. Die Kids schaffen es sogar sich Motorradklamotten zu kaufen an denen nicht der kleinste Reflektorstreifen ist. Sicherheit scheint so uncool zu sein.


    und Ja: Die Anzeige der Fahrtrichtungsänderungsabsicht unterliegt dem Datenschutz. Nur ob der Ton rauer wird oder ich nur empfindlicher werde, kann ich nicht beurteilen.

    #145Author Schw4rzbeere (949126) 28 Oct 22, 12:59
    Comment

    ... man gewinnt verdammt wenig Zeit, wenn man schneller fährt.

    ... und man verliert anschließend verdammt viel Zeit bis man sich von der schnellen Fahrt erholt hat.

    Sagt die, die oft Langstrecke unterwegs ist. Langsame Fahrt 700km 8-9 Stunden, schnelle Fahrt 700km 7,5 Std und 2 Std Erholung.

    #146Author Masu (613197) 28 Oct 22, 13:29
    Comment

    Zu #145


    Simmen?? Watt heißtn ditte? Klapperkisten? Bitte um Aufklärung für Berliner Ohren. 😉


    Nur ob der Ton rauer wird oder ich nur empfindlicher werde, kann ich nicht beurteilen.

    Definitiv Ersteres. (Und Letzteres kommt meiner Ansicht nach noch erschwerend hinzu, ist aber "normal" mit zunehmendem Alter... Gggrrrr.)



    Zu #146


    ... und man verliert anschließend verdammt viel Zeit bis man sich von der schnellen Fahrt erholt hat.

    S. #143, erster Absatz, hehe.


    Sagt die, die oft Langstrecke unterwegs ist. Langsame Fahrt 700km 8-9 Stunden, schnelle Fahrt 700km 7,5 Std und 2 Std Erholung.

    Genau so isset. (Sagt die Langstreckenhasserin.)

    #147Author karla13 (1364913) 28 Oct 22, 13:58
    Comment

    Mit "Simmen" dürften die Kräder aus der DDR gemeint sein - Simsonse, oder wie immer der Plural da gebildet wird.

    #148Author B.L.Z. Bubb (601295) 28 Oct 22, 14:28
    Comment

    Richtig Bubb,

    Ich hätte ja Simsons gesagt, awwid ;-)

    Hier könnt ihr gucken: Simson S 51 – Wikipedia

    #149Author Schw4rzbeere (949126) 28 Oct 22, 14:39
    Comment

    Zu #148/149


    Ach ja, natürlich, wie begriffsstutzig von mir und total geistreich 😊 von dir, Schwvierbeere* (oder Schwfourbeere*?).


    [OT: *schon wieder begriffsstutzig]

    #150Author karla13 (1364913) 28 Oct 22, 15:31
    Comment
    #151Author Kapustiner (1229425) 28 Oct 22, 16:18
    Comment

    Mein Bruder hatte einen "Leichtroller Schwalbe". Gebraucht (was sonst) gekauft, den durfte ich ihm damals aus dem Aussenbezirk abholen, weil er das "Krad"-Fahren erstmal üben musste... War putzig, ich hatte zu der Zeit eine 500er Yamaha. *OToff*

    #152Author virus (343741)  28 Oct 22, 16:38
    Comment

    #151: Das erklärt eine ganze Menge, nicht wahr?

    #150: einfach die 4 als A lesen, aber drück mich nicht zu fest, sonst hast du lila Finger 🙂

    #153Author Schw4rzbeere (949126) 28 Oct 22, 16:41
    Comment

    Zu #153


    OMG, ich hätt eine geschlagene Stunde auf deinen Nick glotzen können, und hätts von alleine NIE geschnallt... 😴 Genial!


    *So, jetzt noch schnell herausfinden, was wohl 'ne Schwarzbeere ist* Aahh: Als Schwarzbeere oder Schwarze Beere bezeichnet man verschiedene dunkle Beerenarten.


    *Zu manni3*: Nein, Berlinerisch ist keine plurizentrische Sprache! [Jo mei und sapperlot, haben wir HauptstädterInnen denn für gar nix eigene, anständige Wörter? Schwarzbeere, tsts...]



    Noch #153

    Keine Sorge, ich drücke mich immer ganz vorsichtig aus... 😀


    #154Author karla13 (1364913) 28 Oct 22, 17:34
    Comment

    Berlinerisch ist keine plurizentrische Sprache!


    Na, na. Vergiss nicht die ch-Lautverschiebung zwischen Kreuzberg-Kanak und Charlottenbourgeois. 😉


    (Wieso diskutieren wir darüber eigentlich im Fußgängerfaden? Wegen der unverständlichen Schimpfwörter auf Berliner Radwegen, cf. #109?)

    #155Author Kapustiner (1229425) 28 Oct 22, 19:49
    Comment

    Zu #120 @harambee


    Tja, wenn dir noch nicht mal meine Erklärung für die Nennung des Vor- und Nachnamens einen Kommentar à la "verstehe" wert ist...



    Zu #123 @Martin--cal


    Das klingt wirklich nach einem vertrackten Teufelskreis. – Gut, dass dir nichts passiert ist.



    Zu #124 @masu


    Hätte sie sich erst ein Fahrrad anschaffen und damit U-Bahn fahren sollen? Sehr krude Ansicht

    Nein, sie hätte sich aber ein Rad mieten oder ausborgen können. Und auch ohne das hätte sie versuchen können, sich mal in die andere Position hineinzudenken – das reicht ja manchmal schon aus.


    Die wütenden Blicke und geballten Fäuste werde ich nicht vergessen.

    Die Radfahrer wahrscheinlich auch nicht das Gefühl, als plötzlich ein Auto auf sie zuraste (Abb. ä.).



    Zu #127 @Dodolina


    Zu den Erfahrungen der botswanischen Journalistin: Ich stelle doch gar nicht in Abrede, dass sie sich so unsicher gefühlt hat. Allerdings gäbe der Berliner Autoverkehr dafür viel mehr Anlass, der ist nämlich auch nicht ohne. Und dass man nicht ohne zu gucken auf einen klar markierten (Rad-)Weg tritt, hat man nach dem zweiten Mal eigentlich gelernt. Fußgänger und Radfahrer teilen sich normalerweise nur in Bauarbeitssituationen einen Weg, ansonsten sind es eher Autos und Drahtesel. Nationalsprache Botswanas ist Englisch, damit kommt man in Berlin recht gut durch. (Das Land hat 2 Mio Einwohner, die größte Stadt gerade mal 230.000. )


    Zu Auslandserfahrungen und Verkehr: Ich bin 1995 aus beruflichen Gründen für vier Jahre ins Zentrum Bangkoks gezogen (11 Mio Einwohner). 35 Grad Tagesdurchschnittstemperatur, unerwartete Löcher in den Straßen, nach Abgasen dauerstinkende "Luft", der eine oder andere urplötzliche Monsunregenfall, schmalste Bürgersteige neben verkehrsdurchtosten, 7spurigen Straßen. Linksverkehr; mit unzähligen Mopeds, die sich überall durchwuseln. Kilometerlange Dauerstaus. Mein Eindruck über das Verkehrsgeschehen: Anarchie pur. Kulturschock. Es galt das Recht des Stärkeren, der Hupe – das Auto ist dort noch immer als Statussymbol ein Heiligtum. Fußgänger sind Freiwild. Von Radwegen keine Spur, von Radfahrern deshalb auch nicht.


    Oh, was ist denn das?? Eine todesmutige Langnase auf ihrem aus Berlin mitgebrachten Fahrrad strampelt seelenruhig (aka schwitzend, mit starrem Blick nach vorn, häufig starkem Herzklopfen) neben all den Autos und Mopeds her (damals noch ohne Helm und Weste). Der Trick war, einfach im Fluss zu bleiben, sich wie die anderen nur um den Verkehr vor einem zu kümmern, keine Angst zu haben (zu zeigen) und sich keinesfalls beirren zu lassen. Immer schön den Arm raushalten zum Abbiegen.

    Ich hatte nie einen Unfall, viel weniger near misses als in Berlin, aber Spaß? Nee – Spaß hat mir das Radeln in der Zeit nur in kleineren thailändischen Ortschaften gemacht.


    Vielleicht habe ich aufgrund meiner damaligen Erlebnisse nicht ganz so viel Einfühlungsvermögen für die Eindrücke der jungen Botswanerin, die 27 Jahre später in eine vergleichsweise überschaubare Verkehrssituation kommt. Andere Länder, andere Sitten, dachte ich mir damals. Musste dich halt anpassen und durchbeißen. Unbekannte Schriftzeichen und tonale Sprache – okay, Herausforderung angenommen (Ende der Neunziger übrigens noch ohne Internet und Smartphone). Ich hätte damals jedenfalls keinen Leserbrief über meine Erfahrungen im dortigen Verkehr an die Bangkok Post geschrieben.



    Zu #155 @Kapustiner


    Wegen der unverständlichen Schimpfwörter auf Berliner Radwegen, cf. #109?

    Nöö, wegen der unverständlichen Schimpfwörter auf Seinen Berliner Radwegen, Alter. 😛


    #156Author karla13 (1364913)  28 Oct 22, 22:25
    Comment

    Re #156 (aus beruflichen Gründen für vier Jahre ins Zentrum Bangkoks). I didn't live in Bangkok, but I visited there for a week or two perhaps 6 or 8 times, and the traffic there was in fact as karla13 indicated. "Mit unzähligen Mopeds, die sich überall durchwuseln." Indeed! Not only did they percolate forward between the cars stopped at a red light, forming a kind of phalanx in front of the 4-wheeled vehicles; when the light turned green, they filled the entire street (all 14 lanes), racing ahead, and squeezing back into their alloted 7 lanes only at the last minute when about to encounter the oncoming platoon of scooters from the other direction.

    #157Author Martin--cal (272273)  29 Oct 22, 03:13
    Comment

    OT


    Re #157


    Genau so war's; und beim Phalanx-Start von beispielsweise 50 Mopeds an einer Ampel stand man anschließend in einer beeindruckenden Abgaswolke (*hust, keuch*), ganz abgesehen von dem ohrenbetäubenden Lärm.


    Nicht umsonst trugen schon damals viele der Moped- und Tuktukfahrer Masken.


    Unter anderem gab (gibt?) es so viele Mopeds, weil sie in ganz Thailand als Motorrad-Taxen fungieren (die lizensierten Fahrer sind an bestimmten Westen zu erkennen).


    Auf so einem Moped sitzen dann schon mal gerne bis zu 5 Personen (Vater fährt, Mutter sitzt im Damensitz hinter ihm (ohne sich irgendwo festzuhalten, denn sie hat ja zwei Einkaufstaschen in den Händen/auf dem Schoß), dahinter zwei kleinere Kinder -- das dritte, kleinste, sitzt vorne vor dem Herrn Papa auf dem Tank und wird lässig-nachlässig festgehalten.


    Faszinierend.

     

    Die ThailänderInnen (AsiatInnen generell) haben einen großartigen Gleichgewichtssinn: Ich habe diese auf mich immer waghalsig wirkenden Fahraktionen stets bewundert und seltenst Unfälle gesehen.


    (Ich war seit 2005 nicht mehr dort und habe gerade große Sehnsucht -- insbesondere nach dem Essen. Aber das gehört hier nicht hin, und das davor auch schon nicht. Ende.)


    Doch, es gehört als Vergleichs"wert" doch hierher, denn der gegenseitige Respekt und die Rücksichtnahme funktionerten im Bangkoker Mega-Verkehr viel besser als im Berliner. Obwohl alles auf Außenstehende chaotisch wirkte, folgte das Geschehen seinen eigenen, fließenden Intuitivregeln -- im Gegensatz zu der starreren, eher auf (Vor-)Rechte beharrenden deutschen Herangehensweise.

    #158Author karla13 (1364913)  29 Oct 22, 10:47
    Comment

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Thailand seit vielen Jahren zu den Ländern mit den meisten Verkehrstoten gehört. Laut https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%... sind es auf die Bevölkerung bezogen 8-mal so viele wie in Deutschland und auf die Zahl der Kraftfahrzeuge bezogen sogar 10-mal so viele.


    Laut https://www.thailandaktuell.com/14650/zu-viel... sind an 70 % der tödlichen Unfälle Motorradfahrer beteiligt. Radfahrer werden in den Artikeln, die ich angeschaut habe, nicht erwähnt. Es gibt aber Einzelberichte, die vermuten lassen, dass Radfahrer durchaus gefährlich leben:


    https://der-farang.com/de/pages/einarmiger-ra... :

    (Zitat leider nicht erlaubt.)


    Da ein wesentlicher Teil der tödlichen Unfälle auf Überlandstraßen passiert, gehört Bangkok zu den Provinzen mit vergleichsweise geringen Todeszahlen (https://www.thailandaktuell.com/14650/zu-viel... ) aber mit 13,48 Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner im Jahr sind es immer noch viele. In Berlin gibt es ca 40 bis 50 Verkehrstote pro Jahr (zum Beispiel https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/12... ), das ist auf die Bevölkerung bezogen, wenn ich richtig gerechnet habe, etwa ein Zehntel des Wertes von Bangkok.


    Sicherlich gibt es für die unterschiedlichen Zahlen viele Gründe, aber als Beleg für die These


    denn der gegenseitige Respekt und die Rücksichtnahme funktionieren im Bangkoker Mega-Verkehr viel besser als im Berliner.


    taugen sie nicht unbedingt, wenn man die Zahl der Verkehrstoten als Maßstab nimmt. Natürlich ist das ein zu einfacher Maßstab.

    #159Author harambee (91833)  29 Oct 22, 11:32
    Comment

    OT


    Zu #159


    Vielen Dank für deine gründliche und informative Recherche, @harambee, sehr interessant für mich.


    Klar, meine Eindrücke sind 25 Jahre alt und subjektiv -- aber die Zahlen von heute sind beeindruckend (negativ) und überzeugend (auch negativ). Es kann dann damals nicht grundsätzlich anders gewesen sein, denke ich.


    Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass weniger Aggressivität (→ Buddhismus?) und Rigidität auf den Straßen herrschte, dafür mehr Leichtsinn und kurzsichtiger Wagemut ("wird schon gutgehen, wenn ich mich als Mopedfahrer im Stau noch schnell in die winzige Lücke quetsche").


    Was die Anzahl der Verkehrstoten bezogen auf 100.000 motorisierte Fahrzeuge betrifft, lag Thailand 2016 sogar weltweit an Position eins, wenn ich die Statistik richtig lese.. Auf 100.000 Einwohner bezogen führt dagegen Indien die Liste an, und auch da kann ich nur meinen subjektiven Eindruck weitergeben:


    Gleiche Zeit (Ende der Neunziger), mein Ländervergleich:

    Auf den Straßen Indiens herrschte anarchischer Krieg, auf Thailands Straßen chaotischer Frieden. In Indien fuhren zum Teil verantwortungslose, fahrlässige, teiweise irre-besessen wirkende, menschenlebenmissachtende Menschen Auto/Moped/LKW/Bus, in Thailand eher leichtsinnige, wenig vorausschauende. (Achtung: Vorurteilsalarm und deutsche Augen)


    In beiden Ländern ist Schnelligkeit wichtiger als Sicherheit, waghalsigste Überholmanöver sind insbesondere in I an der Tagesordnung. Nachts wird dort gerne ohne Licht gefahren (viel mehr als in Th), und auch die frei herumlaufenden Kühe (und anderen Tiere) sind auf den Straßen unbeleuchtet – bitter. Leider sind im Dunkeln ebenfalls die RIESENlöcher in den Straßen schlecht bis gar nicht auszumachen.


    Ich habe in 6 Wochen Indienaufenthalt mehr Verkehrsunfälle gesehen als in vier Jahren Thailand [einmal mit ca. 20 zerfledderten ehemals-Menschen (aus einem Kleintransporter), die über die gesamte Fahrbahn verstreut lagen; der Transporter hatte unseren Überlandbus kurz zuvor laut hupend im Höllentempo und uns schneidend überholt] .


    Aus deinem 2. Link:

    Fakt ist, dass Motorradfahrer am meisten gefährdet sind, einen tödlichen Verkehrsunfall zu erleiden. Fakt ist auch, dass die meisten Motorradfahrer ihren tödlichen Kopfverletzungen erliegen. Die Zahl der Todesopfer könnte durch das Tragen eines Helmes erheblich verringert werden.


    Das kann ich aus den Jahren 1995 bis 1999 bestätigen. Während in Bangkok das Helmtragen weitestgehend befolgt wurde, sah es damit in ländlichen Gegenden anders aus. Häufig saßen dort auch schon größere Kinder und junge Jugendliche auf motorisierten Gefährten [es steht ja auch im Artikel, dass die Unfallhäufigkeit bei jungen Männern (bei 20.000 Verkehrstoten pro Jahr) "immer noch inakzeptabel sei [und] die meisten Opfer erst 15 bis 24 Jahre alt sind"].


    Öfter ist bei den meist jüngeren Männern auch (Angeberei und vor allem) Alkohol im Spiel [obwohl Bier und Whisky in Thailand vergleichsweise teuer sind (1 Flasche Bier im Supermarkt = 2,5 Essen im einfachen Straßenrestaurant)]. Die Hitze verstärkt den berauschenden und enthemmenden Effekt natürlich – dabei vertragen AsiaInnen insgesamt viel weniger (bzw. teilweise gar keinen) Alkohol als Westler (inkl. Osteuropäer und Russen).


    Noch eine Bemerkung zu deinen vergleichenden Zahlen 'Verkehrstote Berlin – Bangkok' aus deinem rbb-Link:

    Auch die Zahl der Unfälle und verletzten Menschen ging demnach wie schon im vergangenen Jahr zurück. Es setzte sich der Trend von 2020 fort, der möglicherweise auch auf die Corona-Pandemie und den dadurch verringerten Straßenverkehr zurückzuführen ist.

    Diese Zusatzinformation darf man nicht ganz unbeachtet lassen – und auch nicht, dass die von dir ermittelten Zahlen über Bangkok von 2016 stammen.



    @harambee, mit friedliebendem und harmoniebevorzugendem Handschlagangebot sage ich jetzt zu dir:

    Danke für deine faktenbasierte Recherche, die einen guten Gegenpart zu meinen subjektiven Eindrücken bietet. Auf (weiterhin) gute Team- und Zusammenarbeit dann also? 😉


    [Vielleicht sind hier meine subjektiven, positiveren Eindrücke (von der belegbar negativeren Realität) vergleichbar mit den negativeren von Ononofile Lonkokile, die als mögliche Konsequenz einer positiveren Realität des Benehmens der Berliner Radfahrer entspräche? Das würde mich freuen.]

    #160Author karla13 (1364913)  29 Oct 22, 15:39
    Comment

    Noch eine Bemerkung zu deinen vergleichenden Zahlen 'Verkehrstote Berlin – Bangkok' aus deinem rbb-Link:

    Auch die Zahl der Unfälle und verletzten Menschen ging demnach wie schon im vergangenen Jahr zurück. Es setzte sich der Trend von 2020 fort, der möglicherweise auch auf die Corona-Pandemie und den dadurch verringerten Straßenverkehr zurückzuführen ist.

    Diese Zusatzinformation darf man nicht ganz unbeachtet lassen – und auch nicht, dass die von dir ermittelten Zahlen über Bangkok von 2016 stammen.


    Das ist richtig und tatsächlich war 2016 in letzter Zeit mit 56 das Jahr mit der höchsten Zahl von Verkehrstoten in Berlin, aber vorher und nachher waren es immer weniger (natürlich immer noch zu viele), so dass meine Annahme von 40 bis 50 Toten pro Jahr nicht so weit weg von der Wahrheit liegen dürfte. Selbst wenn es 60 sind, sind es ja immer noch viel weniger als in Bangkok.


    Auf (weiterhin) gute Team- und Zusammenarbeit dann also?


    Wir werden sehen. Eigentlich glaube ich ja, dass ich gar nicht so sehr auf Krawall gebürstet bin, aber wenn mich etwas ärgert, dann werde ich es auch in Zukunft hin und wieder schreiben, egal von wem es kommt. Ich kann auch versuchen, es dann noch etwas neutraler zu formulieren, aber den Ratschlag, vor einem solchen Beitrag erstmal auf den Fingern zu sitzen, habe ich schon dieses Mal beherzigt, und es kam trotzdem etwas heraus, was wahrscheinlich niemand wollte. Deshalb möchte ich nichts versprechen, was ich nicht halten kann.

    #161Author harambee (91833)  29 Oct 22, 15:57
    Comment

    OT


    Zu ##159, 161


    @harambee, du "musst" mir bitte mal bei den Zahlen helfen:


    #159 In Berlin gibt es ca 40 bis 50 Verkehrstote pro Jahr (zum Beispiel https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/12... ), das ist auf die Bevölkerung bezogen, wenn ich richtig gerechnet habe, etwa ein Zehntel des Wertes von Bangkok.



    Ich bin gerade zu dem Ergebnis gekommen, dass es in Bangkok (Bk) ca. 40mal so viele Verkehrstote (VK) wie in Berlin (B) gibt. Dann wäre es auf B bezogen nicht ein Zehntel, sondern sogar nur ein Vierzigstel.

    Aber es ist gut möglich, dass ich falsch gerechnet (gedacht) habe (Einwohnerzahlen -EW- alle Wikipedia).


    EW B: 3,7 Mio

    EW Bk (Hauptstadt): 8,2 Mio

    EW Bk Metropolitan Region: 14,5 Mio


    VK B: 50/Jahr

    VK Bk Metropolitan Region*: 13,48 pro 100.000 EW. / 13,48 x 145 = 1955/Jahr (*Laut deinem 4. Link in #159)


    50 in Relation zu 1955 -- ca. 1 : 39


    Kannst du meine Berechnung nachvollziehen, oder irre ich?

    (Falls Ersteres: Dann wäre der Unterschied VK B -- Bk noch krasser.)


    Bin gespannt auf deine Antwort.

    #162Author karla13 (1364913)  31 Oct 22, 10:35
    Comment
    Karla, es sind aber 50 auf 3,7 Millionen Einwohner in Berlin und deine 1955 sind doch auf viel mehr Einwohner bezogen.

    Für Bangkok hattest du die Zahl pro 100 000 Einwohner.
    Jetzt rechnen wir für Berlin mal genauso:
    50 auf 3,7 Millionen sind 1,35 pro 100 000. Das ist ziemlich genau ein Zehntel des Wertes 13,48 von Bangkok.

    In absoluten Zahlen hast du Recht, da ist deine Rechnung richtig. Aussagekräftig sind aber meiner Meinung nach eher die relativen Zahlen, die das in Bezug zur Bevölkerungszahl rechnen.
    #163Author Dodolina (379349)  31 Oct 22, 11:12
    Comment

    Zu #163


    50 auf 3,7 Millionen sind 1,35 pro 100 000. Das ist ziemlich genau ein Zehntel des Wertes 13,48 von Bangkok.

    Genau diesen abschließenden Denkschritt habe ich vergessen.


    Aussagekräftig sind aber meiner Meinung nach eher die relativen Zahlen, die das in Bezug zur Bevölkerungszahl rechnen.

    Ja, vollkommen richtig. Ich bin ja fast "froh", dass es in Bk wirklich "nur" 10mal so viele VK (in Relation zur EW-Zahl) wie in B sind... [nicht zynisch gemeint]


    Danke für's Nachrechnen und Erklären, Dodolina.

    #164Author karla13 (1364913) 31 Oct 22, 11:31
    Comment

    Da bin ich wohl zu spät (-: Danke an Dodolina für die Erläuterungen!

    #165Author harambee (91833) 31 Oct 22, 12:21
    Comment

    San Jose sits in the middle. We just had our 53rd traffic death, and climbing, for this year. Population very close to 1 million. It will unhappily be close to 6 deaths per 100K by year's end; -- not quite exemplary given that the goal is zero.

    #166Author Martin--cal (272273)  31 Oct 22, 16:25
    Comment

    Meine Bitte an alle Autofahrera auf Landstraßen: Auch Fußgänger und Radfahrer werden durch Fernlicht geblendet. Und auch dann, wenn sie auf dem Fußweg bzw. Radweg in der "falschen" Richtung unterwegs sind. Bitte blendet ab, wenn euch irgendwo jemand entgegenkommt.

    Erst letzte Woche musste ich wirklich anhalten mit dem Rad, weil mich das entgegenkommende Auto so geblendet hat, dass ich den Weg vor mir nicht mehr klar erkennen konnte. Und ich wusste, dass mein Radweg bald einen kleinen Bogen weg vom Straßengraben machen würde und hatte keine Lust, in der kommenden Kurve geradeaus weiterzufahren 😉

    #167AuthorHäklerin (1349231) 01 Nov 22, 11:57
    Comment

    Viele LED-Lichter blenden mich ganz generell, also auch wenn abgeblendet. Das ist wirklich unangenehm, besonders bei Regen. Übrigens blenden auch Radlichter ganz erheblich, wenn das diese neuen LED-Lichter sind ... besonders, wenn sie auch noch blinkern.

    #168Author Selima (107) 01 Nov 22, 12:06
    Comment

    Ja, ich wurde auch vor ein paar Tagen noch von einem entgegenkommenden Radfahrer sehr geblendet. Das hat mich auch geärgert - es wäre ja kein Problem, die Lampe etwas nach unten zu richten. Aber wahrscheinlich war es ihm gar nicht bewusst.

    #169Author Gibson (418762) 01 Nov 22, 12:19
    Comment

    Ich wurde auch schon mal freundlich darauf hingewiesen, dass mein Licht blendet und habe es dann anders eingestellt. Man kommt sich ja selten selbst entgegen und hat daher keine Möglichkeit, das zu merken.

    #170Author grinsessa (1265817) 02 Nov 22, 15:30
    Comment
    Es ist so zum Kotzen. Da wird in Berlin eine Radfahrerin von einem Lkw zermanscht, und die Diskussion dreht sich fast nur darum, ob die ach so unfassbar bösen Klimaaktivisten Schuld hätten. Dass die Autofahrer, die da im Stau steckten, anscheinend zu doof waren, die vorgeschriebene Rettungsgasse zu bilden, wird gekonnt ignoriert oder kleingeredet.
    #171Author B.L.Z. Bubb (601295) 02 Nov 22, 15:36
    Comment

    Fast nur böse Klimaaktivisten!

    Einen Artikel, in dem es (lt. Überschrift und angedeuteter Inhaltsangabe) darum ging, dass dort ein benutzungspflichtiger Radweg langführt, den die verunfallte Radfahrerin nicht benutzt hat, habe ich auch schon gesehen. Habe ihn allerdings nicht angeklickt; ich weiß also nicht mehr.



    #172Author He-le-na (743297) 02 Nov 22, 15:48
    Comment

    Selbst wenn der Radweg an der Stelle benutzungspflichtig sein sollte, ist das kein Grund, andere Verkehrsteilnehmer zu zermanschen. Ich weiß, nicht Deine Aussage, aber einige Autofahrer sehen es durchaus so :-/

    #173Author B.L.Z. Bubb (601295) 02 Nov 22, 15:55
    Comment

    Ja, die Diskussion finde ich auch sehr scheinheilig. Bei jeder größeren Demonstration wird der Verkehrsfluss - auch der für Rettungsfahrzeuge - etwas eingeschränkt, aber das kann kein Grund sein, das Demonstrationsrecht einzuschränken. Einige Kommentare von Berliner Politikern sind für mich völlig daneben. Der Klimaaktivist, der den schrecklichen Fall mit "shit happens" kommentiert hat, gehört für mich auch in eine Kategorie, für die der Bubb bestimmt einen passenden Namen hat. Ja, er (also der Klimaaktivist, nicht der Bubb) hat sich entschuldigt und den Tweet gelöscht, aber disqualifiziert hat er sich für mich trotzdem.


    Das alles ändert nichts daran, dass mir einige Aktionen von einigen Klimaaktivisten auf die Nerven gehen. Und dass jemand den Betonmischerfahrer, unter dessen Fahrzeug die Radfahrerin geraten ist, mit einem Messer angegriffen und (wohl schwer) verletzt hat, relativiert hoffentlich auch niemand.

    #174Author harambee (91833) 02 Nov 22, 15:55
    Comment

    völlig bei Dir, harambee.


    Man rufe sich in Erinnerung, was die Suffragetten vor 100 Jahren abgezogen haben, und das wegen einer vergleichsweisen "Lappalie" wie dem Frauenwahlrecht. Hier geht's dagegen tatsächlich um die Existenz.


    Ich find auch nicht alles toll, was die Demonstranten so machen, aber ich kann sie verstehen.

    #175Author B.L.Z. Bubb (601295)  02 Nov 22, 15:56
    Comment

    Der Unterschied zw. den Klebeaktionen und anderen Demos ist allerdings, dass letztere angemeldet sind und daher der Verkehr entsprechend umgeleitet werden kann. Dass man diese Klebeaktionen schlecht ordentlich anmelden kann, ist eine andere Sache.


    Die Details zum Berliner Vorfall kenne ich nicht, aber eine Rettungsgasse hätte vermutlich nicht viel geholfen, oder?


    Mich ärgert, dass die Klebeaktionen, besonders die in Museen, dem berechtigten Anliegen nicht dienen.

    #176Author Selima (107) 02 Nov 22, 16:02
    Comment

    Re 174: Woher kommt denn die Aggressivität? Selbst wenn der Fahrer sich grob fahrlässig verhalten haben sollte (ich kenne keine Details) hilft so eine Aktion doch keinem. Aber ich hatte letztens auch mal wieder eine Diskussion, in der mein Gegenüber auf dem Standpunkt verharrte, eine von einem Rechtsabbieger getötete Radfahrerin sei quasi selber schuld, weil sie so schnell unterwegs war. "Jetzt können die Angehörigen auf den Grabstein schreiben: Sie hatte Vorfahrt!" Puh.

    #177Author grinsessa (1265817)  02 Nov 22, 16:04
    Comment

    Wessen Aggressivität?

    Edit nach Edit: Ah, ok.

    #178Author Selima (107)  02 Nov 22, 16:06
    Comment
    177: das ist leider eine weitverbreitete Ansicht unter vielen Autofahrern, grinsessa.
    #179Author B.L.Z. Bubb (601295) 02 Nov 22, 16:08
    Comment

    Wessen Aggressivität?


    Ich war auch kurz verblüfft (-;


    Nicht nur bei dem konkreten Fall ist zu beobachten, dass sich kaum die Zeit genommen wird, erstmal an die schwer verletzte Frau und ihre Angehörigen zu denken. Wenn wirklich Konsequenzen zum Beispiel im Umgang mit den Demonstranten zu ziehen sind, dann würde ich es lieber sehen, wenn diese mit etwas zeitlichem Abstand und etwas weniger Schaum vor dem Mund diskutiert würden. Natürlich halte auch ich mich nicht immer an diese Regel, denn es sind Emotionen im Spiel.

    #180Author harambee (91833)  02 Nov 22, 16:15
    Comment

    Selima, du bist nicht aggressiv, zumindest wirkst du nicht so 🙂


    Zu den Klebeaktionen habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet. Sie sind sowas wie eine Verschärfung der Sit-ins der 70er, oder? Auf Straßen tendiere ich zu einer positiven Meinung, weil sie viel Aufmerksamkeit erregen und erstmal ohne Gewalt ablaufen. Bei der Beschädigung von Kulturgut bin ich ganz anderer Meinung. Insgesamt scheint es, als würden die Aktivisten die Schmerzgrenze nicht richtig erkennen, aber der ihnen eigentlich zugeneigte Personen abgeschreckt werden. Aber das ist jetzt eigentlich OT.


    Bei dem, was ihr über den Berliner Fall schreibt, habe ich dir Befürchtung, dass die Kritiker der Klimaaktivisten eigentlich nicht wirklich Mitleid mit der Radfahrerin haben. Wäre die Gemengelage anders, würden sie über benutzungspflichtige Radwege und das Verhalten von Radfahrer:innen im allgemeinen herziehen.

    #181Author grinsessa (1265817)  02 Nov 22, 16:17
    Comment

    Wie Bubb schon schrieb, spielt die Radfahrerin in der Diskussion bei sehr vielen nicht die geringste Rolle. Ihr Fall wird instrumentalisiert.

    #182Author harambee (91833) 02 Nov 22, 16:25
    Comment

    Danke, grinsessa, ich bemühe mich ;-)


    Übrigens habe ich mir kürzlich vorgenommen, nachdem - ich glaub - grinsesssa mit gutem Beispiel vorangegangen war, ein paar positive Erlebnisse im Straßenverkehr zu sammeln und zur Abwechslung mal darüber zu berichten. Noch habe ich leider nichts zu berichten (abgesehen davon, dass die Fahrer von Rädern und Autos hier auf dem Land generell etwas rücksichtsvoller und zuvorkommender sind).

    #183Author Selima (107) 02 Nov 22, 16:29
    Comment

    Hier gibt es inzwischen einige Autofahrer, die geduldig ein paar Meter hinter einem Rad bleiben, bis wieder Platz zum Überholen mit >1,5m Abstand ist. Neulich hat sogar mal einer den Abstand eingehalten, als ich auf dem Radstreifen war.


    Dafür ist an Halloween abends ein Stadtbus über eine rote Ampel gebrettert. Man hat gehört, dass er Gas gegeben hat, er muss die AMpel also gesehen haben. Leider wurde sie schon rot, als er noch 5m vom Haltestreifen entfernt war, angehalten hat er trotzdem nicht. Zu dem Zeitpunkt war es dunkel und es waren massig verkleidete Kinder unterwegs. Gott sei Dank ist keines losgelaufen.

    #184Author grinsessa (1265817) 02 Nov 22, 16:36
    Comment

    Was die fehlende Rettungsgasse betrifft, mag ein Effekt reingespielt haben, den ich öfter beobachte: Eine Rettungsgasse wird eher gebildet, wenn ein Schadensereignis als Ursache des Staus zumindest nicht unwahrscheinlich erscheint. Wenn die Leute wissen oder annehmen, dass eine Baustelle oder ein anderer Nicht-Notfall die Ursache ist, vergessen sie eher, zur Seite zu fahren. Daran, dass die Rettungsgasse nicht nur für Einsatzfahrzeuge auf dem Weg zu einem Unfall am Anfang des Staus nötig ist, sondern auch für solche, für die die betreffende Straße der kürzeste Weg zu einem anderen Einsatzort ist, denken viele nicht.

    #185Author Pottkieker (871812) 02 Nov 22, 17:26
    Comment

    Wenn man allerdings unerwartet zum Stillstand kommt wie bei solchen Protestaktionen auf Autobahnzufahrten, hat man zuweilen auch einfach nicht mehr die Möglichkeit eine Gasse zu bilden. Eigentlich habe ich in letzter Zeit gute Erfahrungen mit der Rettungsgasse gemacht - ob im Stadtverkehr oder auf der BAB.

    #186Author Selima (107)  02 Nov 22, 17:50
    Comment
    Das mit dem unerwartet zum Stehen kommen gilt ja aber nur für die ersten paar Autos. Für alle dahinter ist es keine Ausrede mehr.
    #188Author B.L.Z. Bubb (601295) 02 Nov 22, 17:54
    Comment

    Das stimmt natürllich. Der Sanka kommt dann aber trotzdem nicht durch, weil das im dichten Verkehr ganz schnell zu viele sind. Wie das im aktuellen Fall war, weiß ich natürlich immer noch nicht. Leider helfen mir karlas Links auch nicht weiter, weil ich weder Cookies noch Werbung akzeptieren will.

    #189Author Selima (107)  02 Nov 22, 17:56
    Comment

    Beim TaSpi kannst Du alles auf einen Streich ablehnen


    DAS sagt die Berliner Feuerwehr:


    Bereits beim Auffahren auf die Autobahn A100 Richtung Süd (Auffahrt Siemensdamm) kam es zu ersten Verzögerungen durch einen Verkehrsstau. Durch die im Stau befindlichen Fahrzeuge wurde allmählich eine Rettungsgasse gebildet, sodass die Einsatzfahrt stockend fortgeführt werden konnte. Aufgrund der Verkehrsbeeinträchtigungen verzögerte sich die Anfahrt zur Einsatzstelle um mehrere Minuten. Nach ersten Erkenntnissen wurde der Verkehrsstau auf der A100 durch eine Demonstration von Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten verursacht.


    http://www.feuerwehr.de/einsatz/berichte/eins...


    Und hier noch ein Kommentar dazu:


    Autobahnblockade und Radunfall in Berlin: Scheinheilige Empörung (riffreporter.de)

    #190Author B.L.Z. Bubb (601295)  02 Nov 22, 17:58
    Comment

    Die Radfahrerin, die unter den Betonmischer geraten ist, ist jetzt tot.

    #191Author harambee (91833) 03 Nov 22, 14:58
    Comment

    Hirntot, wird aber am Leben erhalten.

    #192Author Selima (107) 03 Nov 22, 15:36
    Comment

    Ich bitte dann um Entschuldigung für die Falschmeldung, aber ich habe die Meldung von der Berliner Polizei übernommen, die sich dann wohl korrigiert hat:


    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/11...


    Ausschnitt:


    Am Montag hatte ein Betonmischer in Berlin-Wilmersdorf eine Radfahrerin überfahren - jetzt ist die 44-jährige Frau für hirntot erklärt worden. Vorherige Informationen, wonach die Radfahrerin gestorben sei, zog die Berliner Polizei zurück.

    #193Author harambee (91833) 03 Nov 22, 15:40
    Comment

    Anderes Thema auf Spiegel.de: Bürger dürfen Fotos von falsch parkenden Autos der Polizei schicken


    Ausschnitt: "Darf man Autos von Falschparkern fotografieren, um die Ordnungswidrigkeit bei einer Anzeige zu beweisen? Ja, hat nun das Verwaltungsgericht Ansbach in zwei Urteilen entschieden. Es gab zwei Klagen von Fahrradfahrern statt, die wegen der Fotos Verwarngebühren in Höhe von 100 Euro zahlen sollten.


    Das Landesamt für Datenschutzaufsicht (LDA) hatte das Fotografieren von Falschparkern gerügt, es sah darin einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung. Nach der ist das Übersenden von digitalen Bildaufnahmen im Grundsatz eine Datenverarbeitung, für die ein berechtigtes Interesse bestehen müsse. Und dieses Interesse sah das Landesamt bei den Fahrradfahrern nicht als gegeben an. Für die Anzeige einer Ordnungswidrigkeit genüge die Angabe des Kfz-Kennzeichens samt Tatort und Tatzeit."


    Ist das hier nicht schon mal angesprochen worden?

    #194Author Zugi (797273) 03 Nov 22, 16:53
    Comment

    #193

    Hirntot ist doch tot - da wird höchstens noch für eventuelle Organtransplantationen der Kreislauf in Gang gehalten, um die Organe frisch zu halten. Oder war die erste Meldung, sie sei gestorben, schon rausgegangen, bevor sie für hirntot erklärt wurde?

    #195Author Daja (356053) 03 Nov 22, 17:08
    Comment

    #195: ...siehe letzter Satz in 193...

    #196Author Zugi (797273) 03 Nov 22, 17:11
    Comment
    Baah, die "Diskussion" um die Schuld der Demonstranten an dem Tod der Radfahrerin ist nur noch zum Kotzen. Richtiggehend zum Kotzen. Manchmal möchte ich echt dreinschlagen.
    #197Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 17:31
    Comment

    #194: Hatten wir auch schon (z.B. related discussion: “Helme für Fußgänger 10.0" NEU: Rücksic... - #169), aber ein Update ist doch gut.

    #198Author Selima (107) 03 Nov 22, 17:40
    Comment
    Datenschutz: die üblichen Idioten zerreißen sich wieder die Mäuler über "Hilfssherriffs", "Abzocke", "abä die Radfahrä!", und was weiß ich was die alles für einen Scheiß von sich geben. Manchmal möchte ich einfach nur dreinschlagen.
    #199Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 18:00
    Comment

    Das klingt aber nicht gesund. Vielleicht solltest Du über Kommentare ein PAL-Feld legen.

    #200Author Selima (107) 03 Nov 22, 18:06
    Comment
    Man soll seine Emotionen ja bekanntlich nicht unterdrücken ... Alter, was für Wichser.
    #201Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 18:13
    Comment

    Da der Bubb ja weit weg ist, geb ich auch mal Scheiß von mir: Ich bin etwas hin- und hergerissen bei der Frage, ob man Bürger dazu anstiften soll, Ordnungswidrigkeiten zu melden. Damit will ich keineswegs sagen, dass das Zuparken von Rad- oder Gehwegen ein Kavaliersdelikt ist. Ganz im Gegenteil, aber ich finde, dass der Staat die Ressourcen zur Verfügung stellen sollte, solche Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen, und die Kontrollen nicht auf den Bürger abwälzen sollte.


    Wenn in diesem konkreten Fall die Radfahrer, die die Fotos geschickt haben, selbst durch die Falschparker behindert wurden, dann finde ich das Vorgehen in Ordnung, aber ich möchte keine Leute, die mit der Kamera durch die Straßen ziehen, um Verkehrssünder zu finden und zu dokumentieren.


    Unabhängig davon finde ich es richtig, dass die beiden Radfahrer die Verwarngebühren wegen des Verstoßes gegen die Datenschutzgrundverordnung nicht zahlen müssen.

    #202Author harambee (91833) 03 Nov 22, 18:18
    Comment
    Ist ja auch immer eine Abwägungsfrage. Ich hab auch schon Leute angezeigt, nicht weil sie mich behinderten, sondern weil sie Kindern auf dem Schulweg im Weg standen. Bin ich jetzt Robin Hood oder fieser denunzierender Blockwart? Ich fand mich eigentlich - wie immer - unglaublich toll ...
    #203Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 18:26
    Comment

    aber ich möchte keine Leute, die mit der Kamera durch die Straßen ziehen, um Verkehrssünder zu finden und zu dokumentieren.


    Das möchte ich so auch eher nicht, aber wie soll man unterscheiden, ob jemand konkret behindert wurde oder sonstwie ein berechtigtes Interesse hat, oder einfach jemand, der Befriedigung daraus zieht, andere anzuzeigen?

    Und die Stadt kann das nicht leisten. Um genug Ordnungsamtsmitarbeiter:innen einzustellen, um jeden Straßenzug mindestens täglich zu kontrollieren, bräuchte man wahrscheinlich so viele Steuern, dass sich danach eh niemand mehr ein Auto leisten kann.


    Ich hege ja schlicht die Hoffnung, dass das Radweg-Zuparken aufhören wird, wenn sich herumspricht, dass die Chancen, erwischt zu werden, sehr, sehr hoch sind, weil fast jeder Radler ein Handy dabeihat. Es geht ja nicht primär darum, die Leute anzuzeigen (davon hab ich dem Moment ja auch nix, der Typ (m/w/d) ist trotzdem im Weg), sondern das Verhalten zu ändern.

    #204Author Gibson (418762)  03 Nov 22, 18:45
    Comment

    So einen gibt es aber doch schon seit Jahren

    H.W.N, bekannt als Knöllchen-Horst, (* 1953 oder 1954) ist ein deutscher Frührentner, der durch seine privaten Anzeigen von Verkehrsverstößen bekannt geworden ist. Er lebt in Badenhausen bei Osterode am Harz.

    Seit 2004 hat er etwa 56.000 Anzeigen erstattet (Stand 2017).

    Weitere Informationen findet man bei Tante Wiki.

    #205Author rennmotte (617913) 03 Nov 22, 19:01
    Comment

    #204


    Ich habe da ein sehr schlechtes Gefühl:


    Wieviele Ordnungsamtsmitarbeiter braucht man, um all die eingesandten Fotos zu sichten?


    Wieviele IT-Spezialisten braucht man, um die früher oder später auftauchenden Fotomontagen, die ja sehr gut sein können, zu enttarnen?


    Was denken sich die Fahrradhasser aus, um auf ähnliche Weise dafür zu sorgen, dass die die Welt gefährdenden Radfahrer ihr schändliches Tun einstellen?


    Meiner Ansicht nach kann das nur im Chaos enden, wenn derartige Fotos in großer Zahl an die Polizei geschickt werden.


    Es muss bessere Wege geben und ich glaube, dass es dafür nicht unbedingt nötig ist, jede Straße jeden Tag zu kontrollieren. Etwas häufigere Kontrollen in Verbindung mit empfindlicheren Strafen und bessere Aufklärungskampagnen, aber auch ausreichend Parkplätze und Parkhäuser da, wo es keine Alternativen gibt, scheinen mir der bessere Weg.

    #206Author harambee (91833) 03 Nov 22, 19:23
    Comment
    Ganz deutlich gesagt: es interessiert viele Polizist*innen einen Scheiß, wenn der Radweg blockiert ist. Die fahren dran vorbei, die stehen tatenlos daneben, und spricht man sie drauf an, heißt es "ach der fährt doch eh gleich wieder weg". Ich hab schon bei den Bullen wegen einer Verkehrsgefährdung angerufen (der Radstreifen war über mehrere 100 m komplett vollgestellt), da ist nie einer aufgetaucht. Irgendwann mach ich's wirklich, dann hau ich den falschparkenden Vollpennern Sprühsahne in die Lüftungsschlitze. Ein Glück, dass ich grad mit Corona zu Hause sitzen muss.

    P.S.: Du könntest alle 200 m so ein scheiß Parkhaus bauen, das wäre trotzdem leer, weil es dem geneigten Autler nicht zuzumuten ist, mehr als 100 m zu laufen.

    *narf*
    #207Author B.L.Z. Bubb (601295)  03 Nov 22, 19:30
    Comment

    Wer der Anfangsfrage in #177 weiter nachgehen will, bekommt hier im Faden hin und wieder Material (-;

    #208Author harambee (91833) 03 Nov 22, 19:32
    Comment

    Was schlägst du denn vor, was ich am besten mache, wenn jemand vor mir den Radweg blockiert? Bis neue Parkhäuser gebaut sind (wenn sie denn gebaut werden) bzw. die Aufklärungskampagnen wirken (wenn sie denn wirken), dauert es ja noch. Und dass Leute, die eben schnell zum Döner wollen, stattdessen ins Parkhaus fahren, glaube ich eher nicht. Die typischen Radwegparker sind ja Kurzzeitparker.


    Ich habe noch nie jemanden angezeigt, bin aber öfter mal in Versuchung.

    #209Author Gibson (418762) 03 Nov 22, 19:33
    Comment

    #204 Um genug Ordnungsamtsmitarbeiter:innen einzustellen, um jeden Straßenzug mindestens täglich zu kontrollieren, bräuchte man wahrscheinlich so viele Steuern, dass sich danach eh niemand mehr ein Auto leisten kann.


    Na siehste. Problem gelöst. 😉

    #210Author Kapustiner (1229425) 03 Nov 22, 19:34
    Comment

    P.P.S.: es gibt unzählige Aufklärungskampagnen, dass die Eltern ihre Blagen nicht direkt vor der Schule abwerfen sollen. Effekt: null, nada, niente. Sfa.
    #211Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 19:35
    Comment
    Sorry, diese völlig fehlgeleitete Diskussion um die getötete Radfahrerin nimmt mich echt übel mit :-/
    #212Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 19:36
    Comment

    Was schlägst du denn vor, was ich am besten mache, wenn jemand vor mir den Radweg blockiert?


    Keine Ahnung, aber dass ich keine Lösung habe, bedeutet ja nicht, dass man etwas ausprobieren muss, was nicht funktioniert. Natürlich kann ich Unrecht haben und es funktioniert doch, aber ich bezweifle es sehr.


    Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Größe des Problems in Städten wie Berlin und Düsseldorf vermutlich nicht gut einschätzen kann. Sicherlich gibt es das Problem in meiner Stadt auch, aber allem Anschein nach in sehr viel geringerem Maße.

    #213Author harambee (91833) 03 Nov 22, 19:43
    Comment

    Re #212: Das regt mich auch total auf. Als ob es irgendeinen $*'?&" Unterschied macht, warum der Stau entstanden ist, und als ob das irgendwas mit dem Unfall zu tun hat. Irgendwo (hier oder in einem Link) hat jemand geschrieben, dass der (Hirn-)Tod der Frau instrumentalisiert wird, um gegen die Klimaaktivisten Stimmung zu machen, und das finde ich dermaßen schäbig, dass ich mich dazu bewusst nicht geäußert hatte, weil es nicht gut für meinen Blutdruck ist.

    #214Author Gibson (418762) 03 Nov 22, 19:44
    Comment

    Zum Falsch- und Zuparker-Autos-Fotografieren:


    Auch wenn ich Petzer, Hetzer und Leutedenunzierer, selbsternannte Hilfssheriffs, Blockwarte, Ausspionierer und Anschwärzer (gibt's alle auch weiblich und divers) grundsätzlich verabscheue, gibt es Fälle, wo solche Formen der privaten BürgerInnenwehr heutzutage mMn Sinn ergeben. Unter anderem deshalb, weil das Ordnungsamt gar nicht hinterherkommt.


    Die BürgerInnenselbsthilfe-Notwendigkeit ist für mich bei diesem Thema gegeben, obwohl ich es früher nie gemacht habe -- hätte ich aber gern rückwirkend. Ich würde das heutzutage auch ohne ansatzweise schlechtes Gewissen tun.


    Warum sollte es "normal" aka unbestraft, akzeptiert, als Kavaliersdelikt angesehen werden, wenn einige wenige(?) andere in (z.T. Todes-)Gefahr bringen? Warum ist bei/m Autofahrer/n so vieles "erlaubt", was eigentlich verboten ist?


    Es sind sowieso schon so viele Radfahrer resigniert und dokumentieren nichts, da sind die paar anderen, die dafür Zeit opfern und Muße haben, zumindest von mir sehr erwünscht.


    [Gleiches befürworte ich übrigens bei den Asozialen, die (in Berlin) straßenzugweise ihre alten, ausrangierten Möbel, Elektrogeräte und sonstigen Abfall auf dem Bürgersteig ablagern -- die anderen "dürfen" sich daran tage-, manchmal wochenlang erfreuen, Kinder sich verletzen, Ratten und ähnliches Ungeziefer sich ernähren und unterschlüpfen -- und weggeräumt wird es dann irgendwann von den armen (meist) Männern, die per Jobbeschreibung Anderes zu tun hätten.]


    Letzteres auch zum Kotzen, aber OT. Und damit zu Ende gewettert. Außerdem -zumindest für mich- Ver-gan-gen-heit.



    Re #204


    Ich hege ja schlicht die Hoffnung, dass das Radweg-Zuparken aufhören wird, wenn sich herumspricht, dass die Chancen, erwischt zu werden, sehr, sehr hoch sind, weil fast jeder Radler ein Handy dabeihat. Es geht ja nicht primär darum, die Leute anzuzeigen [...], sondern das Verhalten zu ändern.


    Dein Wort in (wessen?) Ohren -- das interessiert aber mAn die meisten sich-Fehlverhalter wenig. Wie immer Berlin: Knolle-Bezahlen für's Falschparken ist für manche Autobesitzer Tagesgeschäft -- falls sie überhaupt erwischt werden. Die Geldstrafen sind mit normalerweise 20/30 Euro viel zu gering -- wenn's jedesmal 200 Euro kosten würde, wär'ss schon anders, 2000 wären mir im Übrigen auch Recht. Zugegeben, gemein, aber wenn's nicht anders geht...

    In Singapur spuckt auch keiner (mehr) auf die Straße oder Kaugummis irgendwo in die Öffentlichkeit, denn das kostet RICHTIG viel. Steht auch überall groß und breit dran, damit's keiner vergisst. (Gilt vielleicht -hoffentlich- dort auch für Kippen.)



    Edit:

    Dass ##205 bis 214 noch nicht da waren, als ich mit dem Schreiben begann, muss ich wohl nicht erwähnen...

    #215Author karla13 (1364913)  03 Nov 22, 19:45
    Comment

    (Edit: Re #213:) Keine Ahnung, aber dass ich keine Lösung habe, bedeutet ja nicht, dass man etwas ausprobieren muss, was nicht funktioniert.


    Zu deiner sicher völligen Überraschung bin ich gar nicht sicher, dass das nicht funktioniert ;-). Ich tendiere im Gegenteil eher dazu, dass man es ausprobieren sollte, so lange niemandem etwas besseres einfällt. Ich glaube eigentlich nicht, dass Scharen von Bürgern Deep Fakes von Falschparkern anfertigen (wozu?) und sehe im Moment das Chaos nicht, das folgen soll.

    Und ich glaube wirklich, dass solche Sachen dazu neigen, sich sehr schnell zu verbreiten. Jeder kennt dann jemanden, der von "so einem Scheiß-Radfahrer angezeigt" wurde, und im Idealfall parken die Leute dann woanders. Voller Grimm, aber woanders.


    Noch'n Edit:


    Nun ja, statt Singapurer Verhältnisse habe ich dann doch lieber Kaugummi auf den Straßen...

    #216Author Gibson (418762)  03 Nov 22, 19:52
    Comment
    Das Chaos wär ja letztlich durch die hemmungslos grassierende Falschparkerei verursacht. Aber nicht mal das wollen die Blechköpfe akzeptieren, sondern regen sich über "Denunzianten" auf. [expletive deleted]
    #217Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 20:06
    Comment

    Zu #215


    Nun ja, statt Singapurer Verhältnisse habe ich dann doch lieber Kaugummi auf den Straßen...

    Ich hätte grundsätzlich auch KEINESFALLS gerne Singapurer Verhältnisse (Ausnahmen: Food stalls and night markets) und trotzdem keinen Abfall auf den Straßen. Empfindlich hohe Geldstrafen und deren präsente Ankündigung würden da schon helfen, imo.

    #218Author karla13 (1364913) 03 Nov 22, 20:08
    Comment

    Gibson, es gibt doch schon Apps, mit denen das geht und laut https://www.deutschlandfunk.de/fahrradfahrer-... galt zumindest 2019 für Düsseldorf:


    Deutschlandweit gibt es von Amt zu Amt große Unterschiede, wie mit einer entsprechenden Benachrichtigung umgegangen wird. Das Ordnungsamt der Stadt Düsseldorf etwa, bearbeitet grundsätzlich eingehende Meldungen von Radfahrern, gerade jene, welche über eine App gesendet wurden.

    #219Author harambee (91833) 03 Nov 22, 20:12
    Comment

    Ich denke aber schon, dass die Strafe im Verhältnis zum Verbrechen stehen sollte. Hunderte Euro für eine fallengelassene Kippe ist in meiner Sicht unverhältnismäßig, und der ideale, gehorsame und 100% gesetzestreue Bürger kommt halt nur im Paket mit Diktaturen, drakonischen Strafen und in Dystopien. Ein gewisses Maß an leben und leben lassen halte ich für essentiell für eine lebendige, freie und kreative Gesellschaft; einen Mittelweg zu finden, ist sicher ein ständiges Ringen. Aber Singapur ist für mich kein Vorbild.

    #220Author Gibson (418762) 03 Nov 22, 20:17
    Comment
    In Berlin haben sie zigtausende von Online-Anzeigen einfach ignoriert.
    #221Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 20:18
    Comment

    harambee, danke, das wusste ich gar nicht. Gucke ich mir gleich an.

    #222Author Gibson (418762) 03 Nov 22, 20:19
    Comment
    Edith meint, genauer gesagt 34.000 von 43.351 ...
    #223Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 20:22
    Comment

    zu #221

    Das wird auch im Artikel https://www.tagesspiegel.de/berlin/anzeige-is... erwähnt, der für mich leider hinter einer Bezahlschranke ist. Bubb, Du hast bestimmt Zugriff. Steht da auch drin, wie das Land das begründet?


    Wie gesagt bin ich nicht davon überzeugt, dass eine rechtssichere Verfolgung solcher Anzeigen deutlich weniger Personal erfordert als zusätzliche Streifen, aber das ist nur eine Vermutung. Klar dürfte aber sein, dass der Mechanismus "Beweisfoto - Ordnungsgeld - fertig" so einfach nicht funktioniert, so dass sich unter Umständen Gibsons These


    m genug Ordnungsamtsmitarbeiter:innen einzustellen, um jede Anzeige zu bearbeiten, bräuchte man wahrscheinlich so viele Steuern, dass sich danach eh niemand mehr ein Auto leisten kann.

    #224Author harambee (91833)  03 Nov 22, 20:25
    Comment

    OT


    Für @Bubb


    Gute und schnelle Besserung, übrigens!


    [Bei mir wars im März gar nicht so schlimm: Vier Tage wie 'ne starke Grippe ohne Fieber, nach einer Woche gings mir wieder gut -- nur der hartnäckige Husten blieb mir drei Wochen lang erhalten.


    Bin vollständig genesen, ohne jegliche Nachbeschwerden.]

    #225Author karla13 (1364913) 03 Nov 22, 20:29
    Comment
    "Über die Gründe äußert sich die Polizei nur sehr allgemein. „In der Bußgeldstelle werden die Eingänge mit jeweils zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen geprüft und nach pflichtgemäßem Ermessen entschieden, ob aufgrund der Anzeigen jeweils ein Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet wird.“

    Zum drastischen Rückgang im zweiten Halbjahr äußerte sich die Polizei bislang nicht. Nur so viel: „Im Jahresverlauf schwanken sowohl die Anzeigenzahlen als auch die zur Bearbeitung zur Verfügung stehenden Ressourcen“, teilte das Präsidium auf Anfrage mit. Wieso im zweiten Halbjahr die Bearbeitung weitestgehend eingestellt wurde, konnte die Polizei am Freitagnachmittag nicht klären."

    Sind ja nur Radfahrer.
    #226Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 20:32
    Comment

    harambee, ich hätte es besser gefunden, wenn man im Zitat erkannt hätte, welcher Teil von mir und welcher von dir ist. In diesem Faden passiert so viel, dass ich nicht erwarte, dass jeder Leser das originale Zitat im Kopf hat.


    In jedem Fall glaube ich aber, dass es weniger Mitarbeiter braucht, die Anzeigen zu bearbeiten, als solche, die real durch die Straßen laufen und die Falschparker erst mal finden müssen. Und dann die Anzeigen bearbeiten.

    Statt der "Etwas häufigere[n] Kontrollen" hätte ich also lieber Mitarbeiterinnen, die die schon vorbereiteten Anzeigen von Dritten bearbeiten.

    #227Author Gibson (418762) 03 Nov 22, 20:34
    Comment

    Danke sehr, Bubb!


    Ich mache jetzt den Rechner aus, werde Dich also heute nicht mehr provozieren (-;

    #228Author harambee (91833) 03 Nov 22, 20:35
    Comment

    #227 sorry, das wäre wohl besser gewesen.

    #229Author harambee (91833) 03 Nov 22, 20:37
    Comment
    harambee, von Dir fühl ich mich auch nicht promoviert ;-)
    #230Author B.L.Z. Bubb (601295) 03 Nov 22, 20:45
    Comment

    Ich bekenne letztes Jahr auf einem Behindertenplatz geparkt zu haben.

    Meine Mutter konnte auch mit Rollator kaum gehen, direkt vor der Praxis ihres Hausarztes ist besagter Behindertenparkplatz.

    Das ist eine relativ enge (2PKW kommen gerade aneinander vorbei) Einkaufsstraße mit nur wenigen Parkplätze, entsprechend echtes Glücksspiel einen zu bekommen

    Natürlich (sie wohnte 650 km von mir entfernt) habe ich keinen entsprechenden Parkausweis.

    Selbst wenn ich 200 EUR hätte löhnen müssen wäre es mir egal gewesen. *gg* 1x in 20 Jahren kann ich mir sowas leisten

    #231Author Masu (613197)  03 Nov 22, 20:46
    Comment

    #231: Das habe ich auch schon mal gemacht, genau gleicher Fall. Meine Mutter war stark gehbehindert, ich habe dann mangels Parkausweis den Schwerbehindertenausweis hinter die Scheibe gelegt. Kein schlechtes Gewissen, aber ich schätze mal, wir haben auch niemanden gefährdet. Ich würde es auch gerne noch mal tun, aber ... sniff...

    #232Author Nirak (264416) 03 Nov 22, 23:04
    Comment

    Ohne konkreten Bezug:


    Ich möchte keine neuen Parkhäuser und -plätze, ich möchte weniger Autos auf den Straßen. Und mehr Menschen, die das Rad als Alltagsfortbewegungsmittel ansehen. (Beispiel: die Niederlande)


    Zugegeben, ich lebte im Zentrum einer Großstadt mit bester Verkehrsanbindung und Infrastruktur, meine Arbeitsstelle dort war 3,5 km Luftlinie von unserer Wohnung entfernt. Ich radelte bei schönem Wetter (also meistens) lieber die 4 längeren Kilometer durch Grün. Ab minus 15 Grad, bei Blitz- und Glatteis sowie stärkstem Schneefall bin ich die 3,5 km halt gelaufen. Eine Stunde hin, eine zurück. Kam ca. 10mal im Jahr vor. Verkraftbar.


    Ein Auto hatte ich nie, daher war das Geld für den Auto- und Motorradführerschein mit 18 eine sozusagen unnötige Geldausgabe – aber frau weiß/wusste ja nie.


    Ich habe mit drei heranwachsenden Kindern insgesamt 20 Jahre lang im 4. Stock eines Altbaus ohne Fahrstuhl gewohnt. Jede/r von uns besaß 1-2 Fahrräder. Zum Verreisen per Flugzeug sind wir die Viertelstunde zum Flughafen zu viert mit dem Taxi gefahren, billiger ging's nimmer. Häufiger als eine Flugreise haben wir in den Ferien allerdings Rad- und Zelturlaube gemacht, das war immer mehr als toll, aufregend, lustig, spannend, abwechslungsreich, naturnah. Manchmal wurden wir alle samt Gepäck auch klitschnass, das sorgte dann im Nachhinein für noch mehr Spaß, Gelächter, Rumgealber und: Abhärtung.

    Für Umzüge u. Ä. haben wir uns Kleintransporter gemietet, für IKEAetc.-Einkäufe auch (oder Autos (aus)geborgt).


    Von uns vieren käme kein/e auf die Idee, ein Auto besitzen zu wollen. Wir sind alle auf dem Fahrrad großgeworden, festgewachsen, lieben es und vermissen nichts, schon gar kein Auto mit lästigem Parkplatzrumgesuche. Meine Kinder borgen sich inzwischen auch Lastenräder für kleinere Transporte aus. Wir sind alle höchst selten krank, kennen fast keine Erkältungs- oder Grippeerkrankungen.


    Das Einkaufen hat jede/r, schön gerecht aufgeteilt und organisiert, reihum übernommen und erledigt. Ohne Murren, weils einfach normal war und keine/r verhungern wollte, hehe. Speisekammer, Kühl- und Gefrierschrank war immer gut gefüllt, alles eine Frage der vorausschauenden Planung. Trinkwasser kam aus dem Sauberes-Berliner-Wasser-Wasserhahn, nicht aus gekauften Flaschen, die man anschleppen musste. Fehlernährt ist keine/r in der Familie, ganz im Gegenteil. Wir brauch(t)en kein Auto. Punkt.


    Es gibt mMn nach immer mehr (meist) jüngere Familien in D, die ähnlich verfahren -- aus Vernunft, Kostengründen, Ressourcenschonung, Selbstverständnis.

    Kostenloser ÖPNV mit ausreichenden Fahrradmitnahme- und Am-öffentlichen-Verkehrsmittel-Abstellmöglichkeit wären mMn zumindest anstrebenswert und sogar umsetzbar – wenn's denn gewollt wäre und gefördert würde. Aber auch dafür kann man als BürgerIn nach und nach sorgen.



    +++++++



    "Ursprungs"frage (##177, 208):

    Warum sind Menschen heutzutage rücksichtslos(er), aggressiv(er), egoistisch(er), auf ihrem vermeintlichen (Imdividual-)Recht pochender (als früher?)?

    Ich weiß es auch nicht. Beobachte Ähnliches. Habe meine Theorien.



    Zu #220


    Ich denke aber schon, dass die Strafe im Verhältnis zum Verbrechen stehen sollte.

    Genau. Umweltverschmutzung und -gefährdung, Menschengefährdung gar, verdienen mMn harte und hohe Strafen, so lange, bis es die Menschen (Täter) geblickt haben. Einsicht wäre natürlich das Ideal. Aufklärung in der Schule ist essentiell, Vorbildfunktion unerlässig.


    Hunderte Euro für eine fallengelassene Kippe ist in meiner Sicht unverhältnismäßig,..

    Warum? Es ist meine Gesundheit, die aufs Spiel gesetzt wird. Oder die meiner Kleinkinder (mmhh, Mama, lecker: Kippe – alles auf dem Großstadtspielplatz mehrfach erlebt.) Oder die meines nicht vorhandenen Hundes.


    Ich finde auch Hunderte von Euro für einen riesigen Flachbild-TV viel Geld. Wenn ich als (kleiner) Umweltsünder das Geld für die hohe Strafe nicht hätte, würde ich mir das illegale Müllabladen vllt. beim nächsten Mal verkneifen und mit meinem riesenfetten Mercedes, SUV oder Was-weiß-ich (VORURTEIL !!) zur legalen Müllentsorgung fahren. Ist den Leuten denn gar nichts (mehr) peinlich?


    Was ist, wenn ich plötzlich das rotzfrech abgestellte Alt-Sofa meiner Nachbarin auf dem BürgerInnensteig eindeutig erkenne, weil da noch die Filzerspuren meines Kindes verewigt sind? Fremdschäme ich mich dann nicht ein kleines bisschen und weise sie freundlich darauf hin, dass ich das nicht so klasse finde? Bin ich damit zur Denunziantin geworden?


    ... und der ideale, gehorsame und 100% gesetzestreue Bürger kommt halt nur im Paket mit Diktaturen, drakonischen Strafen und in Dystopien.

    Nöö, der kommt im Paket mit (sozialer) Intelligenz, Einsicht, Respekt, Rücksichtnahme und Verantwortung. Nachdem er sie -mal zur Abwechslung- den Weg davor/ die Schule (des Lebens) durchlaufen hat und weise geworden ist. Macht kaputt (entzwei 😀), was euch kaputtmacht? Nee, lasst euch gar nicht erst aufs Kaputtgemachtwerden ein. Seid in vernünftigem Rahmen ungehorsam. Denkt nach und handelt nachhaltig und mit Vor-, Um- und Nachsicht.

    (Ich kenne im Übrigen keine Diktatur, in der ideale, gehorsame und 100% gesetzestreue Bürger leben. Eher das Gegenteil, da sie unterdrückt und am Mitdenken gehindert werden.)


    Ein gewisses Maß an leben und leben lassen halte ich für essentiell für eine lebendige, freie und kreative Gesellschaft;

    Ich halte sogar ein Höchstmaß an all dem für mündige BürgerInnen essentiell. In meiner idealen, noch nicht vollständig (hüstel) existierenden Gesellschaft wären fast gar keine Strafen notwendig, da keine/r oder nur sehr wenige asozial wären/ handeln würden.


    IMO fördern Konsumdenken, Macht- und Geldgeilheit sowie Statusdenken (und Angst) die gegenseitige Rücksichtslosigkeit. Aber dem kann man sich ja in gewissem Ausmaße entziehen. Ich brauche nichts Teures, um mich toll zu fühlen, muss meiner Kollegin nichts beweisen durch meine neueste Blechkiste etc.

    Verzicht auf vermeintlich Nötiges (mit Geld zu Kaufendes) Macht ausgesprochen glücklich und zufrieden. Und erhöht das kleine Freiheitsgefühl.


    ... einen Mittelweg zu finden, ist sicher ein ständiges Ringen.

    Es könnte alles einfacher sein, als es sich die Leute einreden (lassen) (wollen).


    Aber Singapur ist für mich kein Vorbild.

    +1 (Like I said.)



    [Kritische Selbstanmerkung: karla13, du hättest arrogante, überhebliche Predigerin werden sollen...]

    #233Author karla13 (1364913)  03 Nov 22, 23:04
    Comment
    „Meine Mutter war stark gehbehindert, ich habe dann mangels Parkausweis den Schwerbehindertenausweis hinter die Scheibe gelegt.“

    Nirak, soweit ich weiß, ist der Schwerbehindertenausweis auch ausreichend, um Behindertenparkplätze nutzen zu dürfen.
    Wichtig ist dabei aber, dass dieser Ausweis den Vermerk AG (außergewöhnlich gehbehindert) trägt. Das einfache G (gehbehindert) berechtigt nicht zur Nutzung dieser Parkplätze.

    Edith korrigiert: Nach diesem Link braucht man einen Parkausweis, den aber der oder die Behinderte bekommt, nicht der Fahrzeughalter. Den sollte man also für behinderte Angehörige besorgen und dann immer in das Auto legen, mit dem derjenige gefahren wird. https://www.vdk.de/niedersachsen-bremen/pages...
    #234Author Dodolina (379349)  04 Nov 22, 03:51
    Comment

    Danke, Dodolina, für die Recherche, die für meine Mutter zwar zu spät kommt, aber ich werde ja auch älter.

    #235Author Nirak (264416) 04 Nov 22, 08:35
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    Ich weiß das auch nur, weil jemand aus meiner Familie um dieses A für das AG gekämpft hat, weil er den Parkausweis haben wollte.

    Irgendwie hatte sich da erst das Amt quergestellt, obwohl wirklich kaum noch eigenständige Mobilität da war.

    Da gibt es aber ein eigenes Auto und da ich ja keins habe, hat mich das nie so richtig interessiert, welches Dokument da jetzt genau wozu berechtigt.


    Es ist aber sinnvoll, den Parkausweis personengebunden zu vergeben und nicht am Kennzeichen festzumachen. Wenn es mehrere Angehörige gibt, die Fahrdienste übernehmen, sollten die ja für diesen einen Behinderten alle diese Parkplätze nutzen dürfen. Das darf man dann auch nur, wenn diese Person wirklich dabei ist.

    #236Author Dodolina (379349)  04 Nov 22, 08:56
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    karla, das Problem ist, dass jeder eine andere Vorstellung davon hat, was nicht akzeptabel ist. Du willst drakonische Strafen für Falschparker und Kaugummiwerfer. Jemand anders findet laute Nachbarn asozial und will dafür Strafen, wieder jemand hält Ladendiebstahl für ein Zeichen gesellschaftlicher Verrohung und hätte die Leute gerne weggesperrt, ein Dritter findet verwilderte Gärten unerträglich. Am Ende ist alles verboten und du kommst für alles ins Gefängnis. So möchte ich nicht leben.


    Ich fand #233 auch ziemlich selbstgerecht, muss ich sagen. Es ist schwierig, mit jemandem zu diskutieren, der offenbar so perfekt ist. Als jemand, die bei Regen das Auto nimmt und gerne mal etwas Unnötiges kauft, bin ich etwas ratlos, was ich dazu sagen soll.

    #237Author Gibson (418762) 04 Nov 22, 09:38
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    Aber Gibson, diese Zustände haben wir doch schon fast.


    Immer derjenige, der jammert, hat recht.


    Siehe z.B. die Klagen gegen Kinderspielplätze. Jeder, der sich gestört fühlt, klagt eben. Ganz einfach.

    #238Author ursus maritimus (1364942) 04 Nov 22, 09:53
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    Interessante Zahlen zum Anteil der Bevölkerung, der regelmäßig das Fahrrad nutzt (Zahlen aus dem Jahr 2019, Als Radlerin und Radler gilt, wer in einer durchschnittlichen Woche mindestens 10 Minuten ohne Unterbrechung mit dem Fahrrad unterwegs ist, um an einen anderen Ort zu gelangen. Ohne Radfahren als Sport oder in der Freizeit.):


    https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/boo...


    Ist leider etwas unübersichtlich, aber wenn ma etwas runterscollt, kommt man zu einer Tabelle, bei der man auch mit "bar" auf eine graphische Darstellung umschalten kann.


    Mit deutlichem Abstand liegen die Niederlande (61,3 %) vor Dänemark (47,5 %) vorne. Deutschland liegt unter den 27 Ländern mit 34,3 % auf Platz 6, der EU-Durchschnitt beträgt 23,6 %. Ganz hinten liegen Zypern (0,6 %), Malta (4,6 %), Portugal (6,1 %) und Spanien (7,9%).


    Die Niederlande tun ja auch einiges für die Radinfrastruktur und die Schulung insbesondere junger Radfahrer. Deshalb hätte ich vermutet, dass Radfahrer in den Niederlanden deutlich weniger gefährlich leben als in Deutschland. Das scheint aber laut https://www.velomotion.de/magazin/2020/11/fah... nicht so zu sein.


    Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2017, ich zitiere mal:


    Einer Zahl von 14.124 Schwerverletzten stehen in Deutschland im Bezugsjahr 382 getötete Radfahrer entgegen. In den Niederlanden sind es 13.100 Schwerverletzte und 206 Tote. Deutlich niedriger fallen die Zahlen in Dänemark aus. Hier verletzten sich nur 475 Radlerinnen und Radler schwer – 27 starben.

    ...

    Wirklich aussagekräftig sind die Zahlen aber erst, wenn sie in ein Verhältnis zur Einwohnerzahl oder zur jährlichen Kilometerleistung gesetzt werden. In Deutschland kamen im Jahr 2017 auf eine Million Einwohner 4,6 getötete Radfahrer. In Dänemark liegt das Verhältnis mit 4,7 nur geringfügig höher. Mit 12,1 tödlich verunglückten Radfahrern pro 1 Mio. Einwohner übernehmen die Niederlande die traurige Spitze.


    Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn wir die tägliche Verkehrsleistung (also die gefahrenen Kilometer auf dem Rad) in ein Verhältnis setzen. In den Niederlanden ist die Zahl der getöteten Radler pro 1 Million Kilometer pro Tag mit 4,9 am höchsten. Deutschland und Dänemark folgen mit 3,4 bzw. 3,0.


    Eine überzeugende Erklärung habe ich in dem Artikel nicht gefunden. Habt Ihr eine? Ein denkbarer Grund wäre, dass in den Niederlanden weniger Helm getragen wird, aber das ist reine Spekulation von mir.

    #239Author harambee (91833) 04 Nov 22, 10:26
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    Interessant. Erklärung habe ich auch keine. Da müsste man viel genauer wissen, wo und wie es zu den tödlichen Unfällen kommt, Altersstruktur etc. Z.B. auch, was in welchen Statistiken alles mitgezählt wird. So lese ich z.B. regelmäßig davon, dass alte Radfahrer alleinbeteiligt stürzen - meist krankheitsbedingt.

    #240Author Selima (107)  04 Nov 22, 10:33
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    Selima, dieser Artikel scheint Deinen Verdacht zu bestätigen:


    https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/ak...


    Ausschnitt:


    Im Jahr 1999 starben in den Niederlanden noch 814 Personen im Straßenverkehr, während es 2019 nur noch 440 waren, so das CBS. Diese Abnahme sei allerdings der geringeren Zahl an tödlichen Autounfällen zu verdanken, da die Zahl der tödlichen Fahrradunfälle auffallend konstant geblieben ist. Dabei ist vor allem die Zahl der Senioren über 70, die tödlich auf einem Rad verunglückten, mit 59 Prozent stark gestiegen, während immer weniger junge Menschen bei Fahrradunfällen sterben.

    #241Author harambee (91833) 04 Nov 22, 10:48
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    Wenn eben die einen solche Unfälle, die ja eigentlich keine Radunfälle sind in dem Sinne, in dem wir es spontan verstehen, mitzählen, die andern nicht, dann kann es schon zu statistisch relevanten Unterschieden kommen.

    #242Author Selima (107) 04 Nov 22, 11:09
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    Ja, aber die anderen Artikel, die ich gelesen oder überflogen habe, deuten eher daraufhin, dass es in den Niederlanden und nicht in Deutschland eine Untererfassung der Todesfälle gibt. Beurteilen kann ich das nicht und die Quellen habe ich nicht parat.

    #243Author harambee (91833) 04 Nov 22, 11:13
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    Es muss ja nicht eine Untererfassung sein, wenn die fahrradfahrende Population so unterschiedlich ist:

    In den Niederlanden fahren alle Altersgruppen Rad und auch in hohem Alter noch relativ viele, in Deutschland eben kaum Leute in hohem Alter. Dafür gibt es in Deutschland wahrscheinlich prozentual mehr Leute in hohem Alter, die wegen altersbedingten Ausfällen mit dem Auto verunglücken.

    #244Author AGB (236120) 04 Nov 22, 11:32
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    ...oder andere Menschen verletzen.

    #245Author grinsessa (1265817) 04 Nov 22, 11:41
    Comment

    Das bringt mich automatisch auf das Thema:


    Prüfungswiederholung ab 70 alle 5 Jahre?

    #246Author ursus maritimus (1364942) 04 Nov 22, 11:57
    Comment

    Eigentlich sollte jeder, der mehr als 1.000 kg Metall mit mehr als hundert Pferdestärken bewegt, alle 5 Jahre so eine Prüfung machen.

    #247Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 11:59
    Comment

    OT


    Ganz kurz zu (stellvertretend) ##239, 241 (und vielen anderen)


    Ich finde es toll, @harambee, dass du zur Unterstützung der ausgeglichenen Meinungsfindung immer die Faktenlage durch Links "fütterst" und diese genau liest, Zahlen vergleichst, usw.


    Mir hilft das ungemein. (Klar, @Bubb (und nicht nur er) macht das auch immer -- besonders im Brexit-Faden --, aber ihn/m habe ich schon oft genug gelobt/gedankt 😇).


    Hier und jetzt fiel es mir zum wiederholten Male bei dir auf. Much appreciated.

    #248Author karla13 (1364913) 04 Nov 22, 12:07
    Comment

    Das Thema kommt hier im Radfaden regelmäßig, und die meisten sind in meiner Wahrnehmung dafür. (Ich auch.)

    #249Author Gibson (418762) 04 Nov 22, 12:08
    Comment

    Vielleicht muss es ja noch nicht mal eine Prüfung sein (wäre ich aber auch nicht dagegen).

    Eine Auffrischungsschulung in einer Fahrschule reicht vielleicht, wenn da der Schwerpunkt auf den häufigsten Fahrfehlern und den Bußgeldern dafür liegt.


    Also Themen:

    Wie viel Alkohol macht wie viel Bußgeld, wenn man erwischt wird? Wie viel Bier/Wein ist das ungefähr?

    Wie viel Tempoüberschreitung/Abstandsunterschreitung kostet wie viel?

    Und natürlich alle Änderungen der StVO aus den letzten 5 Jahren müssen besprochen werden. Außerdem jedes Mal neu die häufigsten Unfallursachen mit Beispielfällen.


    Dafür kriegt man dann eine Bescheinigung der Fahrschule und nur wer die vorlegt, bekommt seinen Führerschein verlängert.


    Damit erreicht man vielleicht mehr Bewusstsein als mit einer Prüfung, bei der man sich einmal für 30 Minuten zusammenreißt und danach weiterfährt wie immer.

    #250Author Dodolina (379349) 04 Nov 22, 12:31
    Comment

    Ich (reine Autofahrerin/Fußgängerin) bin ebenfalls dafür, dass die generelle Fahrtüchtigkeit von KFZ-Fahrern periodisch überprüft wird und das aber bitte dann auch ab Erlangung des Führerscheines und nicht erst im hohen Alter.

    Parallel wünsche ich mir dann allerdings auch einen Führerschein für Radfahrer und eine Art TÜV für die Räder mit denen Radfahrer unterwegs sind.


    Ich habe mit dem Fahrzeug hier bei mir auf dem Land und in der Kleinstadt verhältnismäßig oft Themen mit Radfahrenden, deren Gefährt nicht ordnungsgemäß beleuchtet ist, die Zebrastreifen radelnd nutzen, trotz geringen Platzverhältnissen ganz eng rechts an Fahrzeugen vorbei nach vorn mogeln, wenn Ampeln rot sind, unvermittelt von Gehwegen auf die Straße wechseln etc pp. Als Autofahrerin bin ich verpflichtet, Radfahrende zu berücksichtigen, Abstand zu halten und finde das in Ordnung. Und als Fußgängerin und Autofahrerin wünsche ich mir von Radfahrenden ebenfalls berücksichtigt zu werden, wenn diese z.B. widrig durch Fußgängerzonen sausen oder mit hoher Geschwindigkeit auf Fußgängerüberwegen sowohl bei Fußgängern, als auch bei Autofahrenden für Schrecken sorgen.


    Ich kann die mißliche Lage von Radfahrenden in Großstädten nachvollziehen und verstehe auch, wenn jemand in Ärger gerät z.B. ob zugeparkter Radwege. Bitte bedenkt dabei auch, dass unsere Welt nicht nur aus diesen Großstädten besteht und nicht alle Fahrzeugführenden Radfahrende absichtlich behindern, sondern ihnen auch ausgeliefert sind. Wut und Agression sind hier sicher die schlechtesten Ratgeber.


    Als ich Kind war, wurde der Sicherheitsgurt in Autos eingeführt und zur Pflicht gemacht. Anfangs glaubte man, das würden viele nicht akzeptieren und letztlich klappt es heute sehr, sehr gut. Ich denke, vieles liegt in der Ausbildung beim Radfahren und auch beim Autofahren. Wenn wir alle lernen und verinnerlichen, dass die Sicherheit aller wichtiger ist, als ein um Sekunden/Minuten früheres Erreichen eines Ziels, wäre doch alles gewonnen.


    Edit würde zu Dodolinas Text noch empfehlen wollen, dass Null Alkohol für alle im Straßenverkehr, die sich berädert oder motorisiert bewegen, sehr sehr nützlich erscheint.

    #251Author La chatte (823589)  04 Nov 22, 12:31
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    Zu ##247, 249


    Mein bester Freund, Jahrgang 1955, hat vor ein paar Monaten Post vom deutschen XYZ-Amt (keine Ahnung, welches es genau war) bekommen mit dem Hinweis, sein alter, grauer Lappen (aka Führerschein), ausgestellt 1974, würde demnächst "ablaufen" und verfallen, sollte er sich nicht den "neuen" EU-Führerschein besorgen (= bezahlen).


    Da er -ebenso wie ich- nie ein Auto besaß, Auto(selbst)fahren hasst, sowieso in Hongkong wohnt und nicht vorhat, auf seine älteren Tage noch zum begeisterten Autofahrer zu mutieren, wird er ihn also verfallen lassen.


    Ich habe auch noch so einen grauen Lappen (mit schickem Foto der 18jährigen karla13), und werde, falls ich auch so eine Aufforderung bekomme, ebenso verfahren. Fahre ich halt bis ans Ende meiner Tage Rad (oder Taxi), das hat noch keiner/m geschadet.

    #252Author karla13 (1364913) 04 Nov 22, 12:38
    Comment

    Naja, es gibt kein Verbot für Radfahrer, Zebrastreifen fahrend zu queren. Sie haben allerdings - anders als Fußgänger - keinen Vorrang. Das wissen die wenigsten.


    "rechts dran vorbeimogeln" ist in der StVO ausdrücklich erlaubt; was "geringe Platzverhältnisse" sind, ist durchaus relativ.


    Ansonsten: Das geschilderte Verhalten von Radfahrern geht mir ebenso massiv auf den Sack.

    #253Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 12:40
    Comment

    @ B.L.Z. Bubb

    mit geringem Abstand meine ich die Unverhältnismäßigkeit, dass ein Radfahrer 30-40 cm zwischen Bordstein und Fahrzeug nutzen darf, während der Fahrzeugführer dann beim Start an der Ampel wieder zwingend 1,5 m Abstand zum Fahrrad halten muss, um daran vorbei zu kommen.

    Hätten Radfahrende nicht den Vorteil Kennzeichen-frei unterwegs zu sein, hätte ich mir die eine oder andere Schramme durch dieses Vorbeidrängeln schon ersetzen lassen können und dann wäre vielleicht auch möglich, gelegentlich einen Zebrastreifen-Rowdy zur Rechenschaft zu ziehen.

    #254Author La chatte (823589) 04 Nov 22, 13:09
    Comment

    @ Karla #252

    Dein Freund hat vielleicht nur deshalb so einen Schrieb bekommen, weil er im Ausland lebt. Ich in D habe so ein Schreiben nicht bekommen. Es wird erwartet, dass man sich selbst auf dem Laufenden hält, wann und wie man umtauschen muss.

    Hier ein Link zu den Fristen:

    Führerschein-Umtausch: Diese Fristen gelten | Bundesregierung 

    #255Author Irene (236484)  04 Nov 22, 13:09
    Comment

    "Unverhältnismäßigkeit, dass ein Radfahrer 30-40 cm zwischen Bordstein und Fahrzeug"


    1. sind 30-40 cm definitiv übertrieben. Ein normaler Radfahrer ist 50 cm breit, mindestens.
    2. "darf" der Radfahrer, selbst wenn es physisch möglich sein sollte, eine solch enge Lücke nicht nutzen. Wo die Grenze liegt, weiß ich grad allerdings nicht.
    3. ist es ein Unterschied, ob ich als Radfahrer mit max. 15 km/h an stehende 1.500 kg andotze, oder ob 1.500 kg mit 30 km/h plus einen Radfahrer rammen.
    4. muss der Radfahrer natürlich auch dran sein, wenn es tatsächlich Schrammen geben sollte. Die Verwaltungskosten des Kennzeichens und der Verlust der Niedrigschwelligkeit des Radfahrens wiegen das aber nach Ansicht des Gesetzgebers auf, dass man die eben nicht feststellen kann. Gab's in der Schweiz, wurde in der Schweiz wieder abgeschafft.
    #256Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 13:17
    Comment

    @ B.L.Z. Bubb #253

    Naja, ich denke, ein solches Verbot gibt es doch. Das weiß nur keiner. (Oder es ist allen egal.)

    (Für Interessierte: OLG Düsseldorf, Beschluß vom 24.03.1998 - 5 Ss (OWi) 39/98 - (OWi) 40/98 I)

    #257AuthorHornblower (436534) 04 Nov 22, 13:18
    Comment

    Nein, auch da ging es darum, ob der Autofahrer hätte warten müssen. Es gibt kein Verbot für Radfahrer, den Zebrastreifen fahrend zu queren, sie haben nur keinen Vorrang und müssen ein Bußgeld zahlen, wenn sie durch Erzwingung ihres "Vorrangs" einen Autofahrer zum Bremsen nötigen.


    #258Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 13:27
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    #244 Hier in meiner Umgebung gibt es ziemlich viele ältere und alte Radler. Mein Opa ist bis 98 mit dem Rad durchs Dorf gegeigelt, was mir nicht ganz recht war. Das sah schon nicht so ganz verkehrssicher aus.


    Re Fahrprüfungen: Wie ich hier schon öfter erwähnte, ist das in Chile usus, dass man regelmäßig den Führerschein durch Prüfungen erneuern muss. Fänd ich sehr angemessen - eigentlich sollten das alle Verkehrsteilnehmer tun.

    #259Author Selima (107) 04 Nov 22, 13:27
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    Das "Vorbeiquetschen" ließe sich ja auch einfachst vermeiden, wenn die Autofahrer rechts einen Streifen freiließen. Aber selbst wenn extra ein Radstreifen vor der Ampel aufgemalt ist, damit die Radler nach vorne ziehen können (und dann sicher losfahren), werden die oft nicht beachtet.


    Und wie Bubb schon sagt: Es ist ein Unterschied, ob man sich an einem stehen Objekt vorbeibewegt, oder ob ein großen, schnelles Objekt dicht an einem vorbeikommt. Du gehst vermutlich auch eng an geparkten Autos vorbei. Das bedeutet nicht, dass du es lustig fändest, wenn sie dich als Fußgänger mit dem gleichen geringen Abstand auf einem Wirtschaftsweg mit 50 km/h überholen würdeb. Ist das gleiche Prinzip.

    #260Author Gibson (418762) 04 Nov 22, 13:28
    Comment

    Warum glaubt ihr eigentlich Leuten, die hier real Erlebtes schildern, immer nur, wenn es Radler sind? Mir passieren ganz ähnliche Dinge wie La chatte hier in der Kleinstadt auch öfter. Radwege gibt's hier nicht. Autos können also gar keine Radstreifen verstellen an den Ampeln. Und einen breiten Streifen kann man auch nicht freilassen, wenn in der Mitte ein breiter Grünstreifen mit Bordsteinkante die Straße teilt.

    #261Author Selima (107)  04 Nov 22, 13:40
    Comment

    @ #258:

    Doch!

    Am Ende heißt es nämlich

    "Nach alledem hat sich zwar der den Fußgängerüberweg benutzende Radfahrer rechtswidrig verhalten, (...)"



    Im übrigen auch noch:

    OLG Hamm (31. Zivilsenat), Hinweisbeschluss vom 27.05.2019 - 31 U 23/19:

    "... Dass Fußgängerüberwege und Gehwege in gleicher Weise Fußgängern, Rollstuhlfahrern und den Benutzern der in § 24 Abs. 1 StVO genannten, nicht als Fahrzeuge geltenden Fortbewegungsmittel vorbehalten sind, ergibt sich aus der besonderen Schutzbedürftigkeit dieser sich nur langsam fortbewegenden und deshalb durch den Fahrzeugverkehr besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmer. Der Schutzbedürftigkeit von Radfahren wird weitgehend durch die Errichtung von Radwegen Rechnung getragen. Aufgrund ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit sind sie jedoch nicht in gleicher Weise besonders schutzbedürftig wie Fußgänger und Rollstuhlfahrer, vielmehr werden diese auch durch Radfahrer gefährdet, so dass deren Ausschluss von der Benutzung der Fußgängerüberwege und Gehwege dem Zweck der §§ 24-26 StVO entspricht. (...) Danach durfte der Kläger den Fußgängerüberweg nicht benutzen, auch wenn er sich - wie er behauptet - auf dem Fahrrad sitzend und mit den Füßen vom Boden abstoßend fortbewegt haben sollte. Vielmehr hat er sich seinerseits in erheblichem Maße verkehrswidrig verhalten.


    Und:

    OLG Hamm, Urteil vom 19. Dezember 1995 – 27 U 147/95

    Stößt der an einer ampelgeregelten Kreuzung mit einem Kleinlastwagen nach rechts Abbiegende mit einem Radfahrer zusammen, der verbotswidrig die Fußgängerfurt befährt, (...)

    #262AuthorHornblower (436534) 04 Nov 22, 13:43
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    Und einen breiten Streifen kann man auch nicht freilassen, wenn in der Mitte ein breiter Grünstreifen mit Bordsteinkante die Straße teilt.


    Was habt ihr denn für schmale Straßen? Ich bin halt von einer normalen Straße innerorts ausgegangen, und die sind meines Wissens mindestens 3 Meter breit, meist mehr.


    Wenn es nicht passt, passt es nicht. Natürlich. Es war mir aber nicht klar, dass es sich bei La Chattes Erlebnis um ungewöhnlich schmale Spuren handelte. Ich sehe eben auch sehr oft, dass sehr wohl Platz wäre, den aber niemand hergibt, zum Teil, weil man Radfahrer nicht auf dem Schirm hat. Und zum Teil, weil man nicht möchte, dass sie vorbeifahren - ich habe auch schon öfter erlebt, dass jemand den Streifen an der Seite absichtlich zumacht.

    #263Author Gibson (418762) 04 Nov 22, 13:52
    Comment

    hornblower:


    Dann zeig mir doch mal Urteile, in denen ein Radfahrer wegen "unbefugter Nutzung des Fußgängerüberwegs" ein Bußgeld bekommen hat. Sämtliche Fundstellen, die ich kenne, sagen, es gibt kein "Verbot", aber der Radfahrer darf auch den Vorrang von Fußgängern nicht in Anspruch nehmen.


    Selima:


    Ich glaube so was durchaus, nur sind "30-40 cm" einfach physikalisch unmöglich.

    #264Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 13:55
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    #262 Hornblower, in Deinem ersten Fall hat sich der Radfahrer rechtswidrig verhalten, aber nicht schon dadurch, dass er über den Zebrastreifen gefahren ist, sondern dadurch, dass er das auf der Straße fahrende Auto behindert und zur Vollbremsung gezwungen hat. Wie Bubb schrieb, hat man als Radfahrer auf dem Zebrastreifen eben kein Vorrecht gegenüber den Autos.


    Im Zweifelsfalle kann das natürlich schnell und oft zu Recht gegen den Radfahrer ausgelegt werden, denn wenn man mit normalem Radfahrertempo über den Zebrastreifen fährt, hat man kaum die nötige Vorsicht walten lassen. Sobald es zu einem Konflikt kommt, ist der Radfahrer im Zweifelsfall mitschuldig oder sogar hauptschuldig. Deshalb wird an vielen Stellen empfohlen, eben doch abzusteigen. Wenn aber auf der Straße keine Autos kommen und wenn man den Zebrastreifen nicht zeitgleich mit Fußgängern überquert, dann ist das Fahren über den Zebrastreifen allein noch kein rechtswidriges Verhalten. Das steht meiner Ansicht nach nicht im Widerspruch zu den Beispielen in #262.


    Siehe auch https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verkeh...

    #265Author harambee (91833)  04 Nov 22, 14:00
    Comment

    Ich wartete mal (auf dem Fahrrad sitzend, ich gestehe) an einem Zebrastreifen darauf, dass der KFZ-Verkehr endlich weg sei und ich queren könnte. Da hält doch tatsächlich so ein alter Sack MITTEN AUF DEM ZEBRASTREIFEN an und erklärt mir in einem langatmigen Monolog, dass ich ja zu warten hätte (was ich tat), er Vorfahrt hätte (ja, geschenkt, weiß ich), und überhaupt die Radfahrer und er müsse nicht warten. Hinter ihm entstand ein Stau. In der Zeit, die er gebraucht hat, mir völlig unnötigerweise etwas zu erklären, wäre ich rückwärts auf allen Vieren fünfmal über den Zebrastreifen gekrochen. Trottel. So'n typischer alter Frontstadt-Berliner, der schon immer alles besser wusste.

    #266Author B.L.Z. Bubb (601295)  04 Nov 22, 14:04
    Comment

    Der über den Fußgängerüberweg oder über die Fußgängerfurt fahrende Radfahrer verstößt gegen § 2 I 1, 1. HS StVO.

    Auch das von mir zitierte OLG Hamm schreibt doch ausdrücklich: "... durfte den Fußgängerüberweg nicht benutzen ..." bzw. "... verbotswidrig die Fußgängerfurt befährt ...".

    Daß ein Autofahrer, der einen über den Fußgängerüberweg fahrenden Radfahrer überfährt, nicht gegen § 26 I StVO verstößt, heißt nicht, daß der Radfahrer dort fahren durfte.

    Entsprechende Urteile kenne ich nicht; den nächsten Radfahrer, der mich, wenn ich auf dem Fußgängerüberweg die Straße überquere, überholt, werde ich schnappen und zur nächsten Polizeiwache schleifen; ich berichte dann vom Verfahrensausgang.

    #267AuthorHornblower (436534) 04 Nov 22, 14:20
    Comment

    ... und vermutlich am WE mit seinem teuren Bike über den Zebrastreifen fährt und erwartet, dass der querende Verkehr anhält.

    Ich hege ja die starke Vermutung, dass das immer dieselben Typen sind. Die Verkehrsteilnehmerin, die mir kürzlich von rechts beim Spurwechsel (auf der BAB) fast in die Karre gefahren wäre (was ich nur verhindern konnte, weil der links von mir geistesgegenwärtig ganz nach links ausgewichen ist und wir so alle drei auf zwei Streifen gepasst haben, ist bestimmt auf dem Fahrrad auch eine so unsicher geigelnde Radlerin, die ich grundsätzlich nicht überhole, weil diese Spezies auch einfach mal gern unvermittelt abbiegt - ohne Handzeichen oder gar Umschauen.

    #268Author Selima (107) 04 Nov 22, 14:26
    Comment

    Die Definition von "Radler:in" in Beitrag 239 finde ich spannend. Da würde ich nämlich nicht dazugehören, obwohl ich sämtliche Wege hier im Örtchen mit dem Fahrrad mache. Aber 10 Minuten am Stück fahre ich äußerst selten. Da wäre ich nämlich schon auf der anderen Seite aus unserem Ort rausgefahren 😋

    #269AuthorHäklerin (1349231) 04 Nov 22, 14:27
    Comment

    Oh ja, das möchte ich sehen, berichtest Du dann auch von dem Verfahren gegen Dich wegen Freiheitsberaubung? Oh Mann ...


    Zu Deiner Auslegung von § 2 StVO finde ich keinen einzigen Beleg.

    #270Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 14:27
    Comment

    Zu #255


    Danke für den Link, Irene, sehr hilfreich. Jetzt weiß ich auch, dass mein Lappen nur noch bis 2024 gültig ist.


    1965 bis 1970: Umtausch bis 19. Januar 2024



    Dein Freund hat vielleicht nur deshalb so einen Schrieb bekommen, weil er im Ausland lebt. Ich in D habe so ein Schreiben nicht bekommen.

    Er hat das Schreiben auf jeden Fall an seine Berliner Adresse geschickt bekommen. Dort hält er sich während der 2-monatigen Uni-Ferien immer auf (doppelter Wohnsitz). Sein Berliner Postbeauftragter hatte mir damals sogar ein Foto des Schreibens geschickt; mal sehen, ob ich es bei Gelegenheit noch finde, dann sage ich dir per PM Bescheid.

    #271Author karla13 (1364913) 04 Nov 22, 14:38
    Comment

    @ #270

    Wahlweise schlage ich ihn in Notwehr bewußtlos und lasse mir dann von der RTW-Besatzung die Personalien geben, mit denen ich ihn anzeigen kann.

    #272AuthorHornblower (436534) 04 Nov 22, 14:42
    Comment

    Wo wäre denn der gegenwärtige widerrechtliche Angriff?

    #273Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 14:44
    Comment

    Der läßt sich dann schon finden.

    #274AuthorHornblower (436534) 04 Nov 22, 14:54
    Comment

    Ich glaube, Hornblower nimmt dich gerade hoch (schon seit #267)...

    #275Author Gibson (418762) 04 Nov 22, 14:55
    Comment

    Es gibt genug Idioten, die so was ernst meinen. Woher weiß ich, dass er nicht dazugehört? Ich hab hier schon zu viel erlebt/gesehen/gelesen.

    #276Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 14:56
    Comment

    https://www.bussgeldkatalog.org/zebrastreifen...

    Darf man mit dem Fahrrad über den Zebrastreifen fahren?

    Ja, allerdings haben Sie dann keinen Vorrang gegenüber dem querenden Verkehr auf der Fahrbahn und müssen diesen gegebenenfalls vorbeilassen. Möchten Sie das Vorrecht für Fußgänger in Anspruch nehmen, müssen Sie als Radfahrer am Zebrastreifen absteigen und Ihr Fahrrad schieben.


    #277Author Nirak (264416) 04 Nov 22, 14:57
    Comment

    @ #276

    Nein, Hand aufs Herz und ganz großes Indianerehrenwort (darf man das noch sagen?): War'n Witz!

    #278AuthorHornblower (436534) 04 Nov 22, 15:12
    Comment

    Na gut 🙂

    #279Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 15:30
    Comment

    Dass die Niederlande an der Spitze bei Unfällen und Todesopfern liegen, wundert mich aus meiner subjektiven Sicht überhaupt nicht.


    Vor ca. sechs/sieben Jahren war ich eine Woche in Amsterdam und fand, dass die Mehrheit der Radfahrer dort unmöglich fährt.

    Sie sind sehr, sehr zahlreich unterwegs, was ich prinzipiell begrüße. Darüber hinaus fast alle ziemlich schnell, wenn man ihr Tempo und ihre Masse mal in Relation setzt zu einer Touristenstadt, in der sich ständig auch jede Menge Fußgänger bewegen.

    Als solcher muss man echt auf der Hut sein, wenn man mal eine Straße, also auch die mindestens zwei Radwege, rechts, links oder mittig, überqueren will. Langsamer wird nie einer, viele fahren freihändig, das Handy am Ohr, irgendwelche anderen Dinge in der Hand, fast niemand mit Helm, sich kreuz und quer überholend, wo es ein bisschen Platz gab.

    Auch im Vondelpark konnte man nicht entspannt spazieren gehen, ohne ständig nach rechts, links, vorne, hinten zu schauen. Auch hier - immer noch meinem rein subjektiven Eindruck nach - sehr schnelle Radfahrer, ohne Helm, viele mit Handy und/oder freihändig, Schlangenlinien fahrend, ohne sich an vorgegebene Wege und Spuren zu halten.


    Normalerweise sehe ich als Fußgängerin die Autofahrer als potentielle Bedrohung und nicht die Radfahrer, in Amsterdam war es umgekehrt.


    #280Author Reeva (908916)  04 Nov 22, 15:59
    Comment

    #280: Volle Zustimmung, entspricht genau meinen Beobachtungen.

    Dazu kommt noch der üble technische Zustand vieler Räder (Licht, Reifen, Bremsen...).

    #281Author Zugi (797273) 04 Nov 22, 16:07
    Comment

    #252: Karla13, die Fahrerlaubnis behält Dein Freund ja. Meines Wissens wird nur der Lappen als Nachweis über den Besitz der Fahrerlaubnis ungültig, aber wenn Dein Freund sich später entscheidet, doch wieder Auto fahren zu wollen, kann er einfach die Ausstellung eines neuen Führerscheins beantragen. Wenn er nach Ablauf des Lappens mit diesem in der Tasche fährt, wäre das demzufolge auch kein Fahren ohne Fahrerlaubnis, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit, weil er kein Beweispapier vorlegen kann, meine ich.


    #215: Ich bin schon deshalb gegen derart hohe Strafen für Falschparken, weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass man kaum eine Chance hat, ein Verwarngeld abzuwehren, selbst wenn man nachweislich unschuldig ist oder ein Verbotsirrtum provoziert wurde. Ich glaube, ich kann von mir behaupten, dass ich mein Auto mit Bedacht benutze, und ich parke garantiert nicht wissentlich falsch. Wenn aber eine Stadt eine Fläche, in der nicht geparkt werden darf, exakt so gestaltet wie die Parkstreifen ringsum, sogar mit entsprechenden Markierungen, und zugleich die Parkverbotsschilder so aufstellt, dass ein Kleintransporter reicht, dass man sie nicht mehr sieht, dann finde ich nicht, dass ich mir einen Vorwurf machen lassen muss, wenn ich dort versehentlich falsch parke. Zahlen musste ich trotzdem.

    #282Author Pottkieker (871812) 04 Nov 22, 16:51
    Comment

    #280 Das ging mit bei einem Kurzbesuch in Groningen ähnlich. Allerdings war das zu kurz, als dass ich das hätte verallgemeinern wollen. Ich war ziemlich überfordert.

    #283Author Selima (107) 04 Nov 22, 17:05
    Comment

    Ich habe meinen Führerschein schon vor Jahren umgetauscht, zu dem Original konnte man wirklich Lappen sagen. Wegen der Größe. Der neue Führerschein hat Scheckkartenformat, gültig bis an mein Lebensende oder bis mir die Fahrerlaubnis aus irgendwelchen Gründen entzogen wird.

    #284Author renateheinz (1125123) 04 Nov 22, 17:31
    Comment

    Nein, Renate, auch dein neuer Führerschein ist nicht bis an dein Lebensende gültig, sondern nur 15 Jahre.

    Siehe dazu die Fristen aus dem Link in #255.

    #285Author Dodolina (379349) 04 Nov 22, 17:46
    Comment

    "#280: Volle Zustimmung, entspricht genau meinen Beobachtungen."


    Mein Paradies ...

    #286Author B.L.Z. Bubb (601295) 04 Nov 22, 18:19
    Comment

    Zu #282


    Danke für die Info, Pottkieker, das wird ihn (und mich ab 2024) beruhigen.




    Zu ##280, 281, 283


    So ähnlich gings mir 1997 in Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Saigon), allerdings als Mitradlerin. Als begeisterte und geübte Berlin- und gestählt-abgehärtete Bangkok-Radlfahrerin war ich dort am ersten Tag total angetan vom äußerst regen Radverkehr. Der fand ausschließlich auf der Straße statt, es gab keine Radwege. Links auf einer Straße fuhren alle Autos, Lkw, Busse etc., daneben fein abgetrennt die Mopedfahrer und ganz rechts die Radlerscharen.


    Also flugs ein Rad gemietet und sich an den Straßenrand gestellt, um sich elegant, weltfrauisch und sanft gleitend in die Radströme zu integrieren. HALLO?!? Warum lässt mich keiner einscheren? Warum ignorieren mich alle? Also erstmal fast auf die Schnauze geflogen beim Versuch, umsichtig, rücksichtsvoll und integrativ einzutauchen in das Radlergeschehen.

    Was also tun? Festkleben am Straßenrand, weinen, resignieren... oder: Augen zu und rein ins Geschehen. Jaa! Das war die Lösung: Einfach alle anderen ignorieren beim Eingliederungsprozess, denn die nahmen insgeheim Rücksicht auf das fremde Individuum, das umgehend in die Gemeinschaft, das große Ganze aufgenommen wurde. War man erstmal drin, verlief alles höchst harmonisch. Nach hinten gucken gab's nicht, man musste nur die vor einem Radelnden im Blick behalten, denn die bestimmten das Geschehen, ebenso wie man selbst in dieser Position.


    Nach einer Stunde Übung war ich drin, und bin selten in einer anderen Großstadt so gerne Rad gefahren. Fußgänger wurden geschickt umfahren (nicht umgefahren), die kümmerten sich auch um keine Regel. Alles floss.



    Manchmal habe ich das Gefühl (auch, wenn ich hier manche Gesetzeszitierer lese), dass weniger Vorschriften auch dafür sorgen könnten, dass man auf die halt nicht beharren kann und daher toleranter, friedlicher und flexibler im Verkehrsgeschehen aufeinander reagiert.


    Die Deutschen haben ja nunmal gerne Recht (karla13 ist da natürlich eine Ausnahme 😊), und wenn sie ein Gesetz zur Unterstützung haben, dann beanspruchen sie das auch gerne. Das führt dann mMn manchmal zum Kleinkrieg auf deutschen Straßen.

    #287Author karla13 (1364913)  04 Nov 22, 18:28
    Comment

    Dodo, ich bin vor 1953 geboren.

    Wenn ich richtig gelesen habe, muss ich meine Fahrprüfung nicht wiederholen.

    Ich brauche nur zum richtigen Zeitpunkt wieder ein neues Exemplar.

    #288Author renateheinz (1125123)  04 Nov 22, 21:07
    Comment
    Mir sind noch Fragen zu den Fahrradunfällen eingefallen.
    Bei uns ist in den letzten Jahren der Anteil an E-Bikes explodiert.
    Dadurch fahren viele schneller und öfter höre ich, dass alte Radfahrer mit dem Tempo überfordert sind.

    Weiß jemand wie sich das auf die Statistik auswirkt? Mein Eindruck ist, das das gerade die letzten 3-5 Jahre betreffen müsste.

    Weiß jemand ob es in den Niederlanden, Dänemark etc..ebenfalls einen E-Bike Boom gibt.
    #289Author senseless.at (777729) 04 Nov 22, 23:42
    Comment

    OT


    Zu #237 @Gibson


    Du willst drakonische Strafen für Falschparker und Kaugummiwerfer.

    Im Moment schon/noch, aber eigentlich bin ich, wie in #233 beschrieben, gegen Strafen, dafür aber für Aufklärung, Schulung, Vor- und Einsicht, Unrechtsbewusstseinsentwicklung, Respekt sowie gegenseitige Rücksichtnahme. Das deckt auch die nachfolgend von dir genannten Vergehen/-stöße/-brechen ab.

    Ich bin dafür, die Mitmenschen als Freunde, nicht als zu bekämpfende Feinde anzusehen.

    Über Kaugummiausspucker in Bezug auf D habe ich nichts gesagt.


    Am Ende ist alles verboten und du kommst für alles ins Gefängnis. So möchte ich nicht leben.

    Genau dasselbe habe ich in #233 auch gesgt, nur anders formuliert.


    Ich fand #233 auch ziemlich selbstgerecht, muss ich sagen.

    Das tut mir leid. Eventuelles Moralaposteltum habe ich durch meinen letzten Satz durchaus nicht ausgeschlossen. Mein Beitrag war nicht selbstgerecht gemeint, sondern ich habe vorbeugend alle Punkte abgedeckt, die sonst immer kommen, wenn ich erzähle, dass ich auch ohne Auto bestens klar(ge)komme(n bin), trotz Kinder, Job, Einkaufen, etc.


    Es ist schwierig, mit jemandem zu diskutieren, der offenbar so perfekt ist.

    Ich hatte bisher eher den Eindruck, du diskutiertest gern mit mir. +++ Hast du mich wirklich in den letzten zwei Monaten als perfekt wahrgenommen oder festgestellt, dass ich mich so darstelle? Dann wäre ich vollkommen falsch bei dir rübergekommen. Ich bin nicht nur für meine Kritikfähigkeit bekannt, sondern auch für meine Selbstkritikfähigkeit. Ich habe hier bei LEO jedes Mal, wenn ich mich geirrt hatte (und das war nicht selten), meine(n) Fehler eingestanden und mich meist sogar noch entschuldigt.

    Ich habe dagegen nicht selten erlebt, dass andere, die sich geirrt hatten, dies offenbar nicht für nötig halten.


    Als jemand, die bei Regen das Auto nimmt und gerne mal etwas Unnötiges kauft, bin ich etwas ratlos, was ich dazu sagen soll.

    Da bin ich auch ratlos. Auch ich mache viele Flugreisen, vor Corona und meinem Wohnortwechsel sogar sehr viele. Auch ich kaufe manchmal Unnötiges, eigentlich fast immer, da ich alles Nötige bereits besitze (außer manchen Lebensmitteln, die es in unserem Garten nicht gibt). Ich habe zwei prall gefüllte Kleiderschränke, ca. 70 Paar Schuhe und (nur) 1000 Bücher. Ich habe die letzten fünf Jahre in Berlin alleine in einer 100-qm-Wohnung gelebt. Ohne den Ansatz eines schlechten Gewissens.

    Und: Zeig mir bitte die Mutter, die ihren Kindern nichts Unnötiges kauft. Ich bin's nicht.


    Ich weiß nicht, wie du dir solch ein Bild von mir hast erschaffen können. Von mir stammt es nicht.

    #290Author karla13 (1364913) 05 Nov 22, 00:17
    Comment

    Die Idioten von der Union gehen mir mit ihrer populistischen Laberei gehörig auf den Sack Das neueste: "Straßenblockierern, die die Durchfahrt von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten behindern, soll demnach künftig eine Mindestfreiheitsstrafe drohen, außerdem sollen Aktivisten bei Wiederholungsgefahr vorbeugend in Haft genommen werden können" (https://www.tagesspiegel.de/politik/union-wil...).


    Soll dasselbe dann auch allen Autofahrern blühen, die der Pflicht zur Bildung der Rettungsgasse nicht nachkommen? Wie viele neue Gefängnisse wollen die dann bauen? Und wo? Wollen wir München dazu umfunktionieren? Würd ja passen ...


    Und Giffey ist auch nicht besser: "Mit Blick auf die mittlerweile verstorbene Radfahrerin sagte sie, das „schreckliche Ereignis“ müsse ein Weckruf sein für all diejenigen, die von friedlichen Protesten sprächen." - das WAR ein friedlicher Protest, und hatte NICHTS, verdammt noch mal NICHTS, mit dem Unfall zu tun. Die tut grad so, als hätten die Demonstranten die Radfahrerin eigenhändig unter dem LKW geschmissen. Unappetitlich.

    #291Author B.L.Z. Bubb (601295) 06 Nov 22, 10:12
    Comment

    #291 Unappetitlich.

    Ist noch ein sehr mildes Wort dafür.

    #292Author karla13 (1364913) 06 Nov 22, 10:19
    Comment

    Ich hab mich aufgrund bekannter Empfindlichkeiten zurückgehalten; sonst weint wieder jemand und wirft mir Dinge vor ...

    #293Author B.L.Z. Bubb (601295) 06 Nov 22, 10:21
    Comment

    B.L.Z. Bubb, ich weiß nicht, ob es Dir selbst aufgefallen, ist, aber Du hast mittlerweile einen Punkt erreicht, wo Du mit Deinem Einschlagen auf Autofahrer genauso befremdlich wirkst wie im Vorgängerfaden Stahlbauer mit ihrem Radfahrer-Bashing. Deine Posts wirken auf mich nicht mehr reflektiert und bereit, auch auf andere Positionen einzugehen, wie ich Dich sonst auf Leo erlebt habe. Auch wenn das Thema für Dich als überzeugten Radler offensichtlich einen wunden Punkt trifft, versuche doch bitte, wieder mehr Sachlichkeit eintreten zu lassen.


    Was den Unfall und die Diskussionen darum betrifft, fällt es mir schwer, einen Standpunkt dazu zu finden. Dass die Radfahrerin überfahren und getötet wurde, ist schlimm, und die Angehörigen und Freunde haben mein Mitleid. Wie es zu diesem Unfall kommen konnte, wird, wenn ich richtig informiert bin, noch ermittelt.

    Dass die Straßenblockade der Klima-Aktivisten damit verquickt ist, ist Fakt, eben weil die Blockade einen Stau ausgelöst hat und dadurch auch ein Hilfeleistungsfahrzeug auf dem Weg zum Unfallort behindert wurde. Inwieweit a) die Radfahrerin vielleicht noch hätte gerettet werden können, wäre dieses Fahrzeug etwas schneller am Unfallort eingetroffen, und b) wie sich, wenn die Verzögerung die Überlebenschancen der Frau verringert hat, die Aktivisten als Auslöser des Staus und die Autofahrer, die keine ausreichend breite Rettungsgasse gebildet haben, die Schuld teilen müssen, ist meines Wissens auch noch nicht endgültig raus.

    Allerdings - und da bin ich wieder bei Dir, B.L.Z. Bubb - ist diese Verknüpfung kein Grund, die Aktivisten derart an den Pranger zu stellen, wie es zur Zeit vielfach passiert. Hier gilt es, die Ermittlungen abzuwarten, und selbst wenn sie mit ihrer Aktion dazu beigetragen haben, dass die Radfahrerin nicht gerettet werden konnte, eine Strafe zu finden, die der Schuld angemessen ist. Ich wage vorsichtig zu bezweifeln, dass die beiden und alle, die möglicherweise an der Planung beteiligt waren, ein solches Szenario auf dem Schirm hatten; Unwissenheit schützt zwar nicht vor Strafe, aber es ist ein Unterschied, ob jemand willentlich eine andere Person in Gesundheit und Leben schädigt, es zumindest bewusst in Kauf nimmt oder die möglichen Konsequenzen seines Handelns nicht vollständig überblickt hat.

    Unabhängig davon scheinen sich die Klimaproteste in der letzten Zeit aber zunehmend in eine militante Richtung zu bewegen, und deshalb werden wir wohl auch nicht umhinkommen, eine Debatte zu führen, wo dabei die Grenzen liegen. Mir ist sehr wohl der Ernst der Lage bewusst, wir sind kurz davor, die allerletzte Notausfahrt zu verpassen, die wir vielleicht noch haben, aber am weitesten kommt man meiner Meinung nach, wenn man den Betroffenen Alternativen aufzeigt; egal, ob man dem Berufspendler in Berlin einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr anbietet und für kürzere Strecken vom Fahrrad überzeugt, oder ob man dem Kleinbauern in Südamerika eine Möglichkeit gibt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne Urwald für neue Felder zu roden.

    #294Author Pottkieker (871812)  06 Nov 22, 11:25
    Comment

    Ich weiß nicht, wo ich auf Autofahrer "einschlage". Ich sage nur, wenn die Behinderung von Rettungsfahrzeugen als Straftat gewertet werden soll, dann soll das für jeden gelten, der das tut (ob Aktivist oder Autofahrer), und nicht nur für diejenigen, deren Aktionen mal grad mal ablehnt.


    Ich bin nicht "gegen Autofahrer". Ich bin gegen Autofahrer/Motorradfahrer/Radfahrer/sonstige Verkehrsteilnehmer, die absichtlich oder leichtsinnig mein Leben und mein Gesundheit gefährden. Und das sind aus meiner Warte nunmal hauptsächlich Autofahrer. Wenn ich erlaubterweise auf einer Fahrbahn fahre, erwarte ich, dass ich nicht von 80% der Autofahrer angehupt, abgedrängt, nahüberholt und beleidigt werde. Und es waren so viele an der einen Stelle. Nicht einer. Nicht zwei, sondern fast jede(r) Autofahrer*in. Fast kein Auto hat mich ordnungsgeämäß überholt. Und da werde ich eben wütend.


    "aber am weitesten kommt man meiner Meinung nach, wenn man den Betroffenen Alternativen aufzeigt; egal, ob man dem Berufspendler in Berlin einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr anbietet und für kürzere Strecken vom Fahrrad überzeugt"


    Ich les doch Diskussionen in anderen Foren. Da wird jeder, aber auch wirklich jeder kleinste Ansatz, mal zu überlegen, vieleicht nicht immer mit dem Auto zu fahren, als "linksgrüne Ideologie" bezeichnet, da wird die fußkranke Tante, die man jeden Tag im Ikeaschrank von Norden nach Süden fahren muss, als Begründung an den Haaren herbeigezerrt, warum ein Verzicht aufs Auto eine unmenschliche Einschränkung aller Menschenrechte ist, etc.


    Mit "Überzeugung" kriegt man die Leute leider nicht. Das wird seit 50 Jahren versucht. Effekt? Null.


    #295Author B.L.Z. Bubb (601295)  06 Nov 22, 11:40
    Comment

    Ich weiß nicht, wo ich auf Autofahrer "einschlage".

    ##171, 199, 207 - Da kommt Dir meiner Meinung nach schon ein Stück weit die Sachlichkeit abhanden. Zumindest für mich kam im Lauf dieses Fadens immer mehr das gleiche Gefühl gegenüber Deinen Beiträgen auf wie im Vorgänger gegenüber denen von Stahlbauer. Und ich denke nicht, dass ich mich als Getroffener fühlen muss, ich rege mich als Auto- und Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer auch über Rücksichtslosigkeit und mangelndes Gefahrenbewusstsein auf - und zwar in allen Gruppen von Verkehrsteilnehmern, denn jede hat die volle Bandbreite von vernünftig und rücksichtsvoll bis hirnlos undvöllig rücksichtslos.

    Ich sage nur, wenn die Behinderung von Rettungsfahrzeugen als Straftat gewertet werden soll, dann soll das für jeden gelten, der das tut

    Da bin ich bei Dir, zumal man da genug direkte Einblicke bekommt, wenn man mit über fünf Jahrzehnten Rettungsdiensterfahrung unter einem Dach lebt.

    Ich les doch Diskussionen in anderen Foren. Da wird jeder, aber auch wirklich jeder kleinste Ansatz, mal zu überlegen, vieleicht nicht immer mit dem Auto zu fahren, als "linksgrüne Ideologie" bezeichnet

    Das ist mir auch nicht unbekannt, aber ich weiß - erhlich! - nicht, ob es wirklich repräsentativ ist, oder ob sich da eine bestimmte Klientel sammelt. Zu viele, die so denken, sind es wahrscheinlich schon.

    Mit "Überzeugung" kriegt man die Leute leider nicht.

    Mit Gewalt leider auch nicht. Schwierig, das gebe ich zu.

    #296Author Pottkieker (871812) 06 Nov 22, 12:08
    Comment

    Von

    Ulrich Trebbin

    Ein von Klimaaktivisten verursachter Stau am Montag in Berlin hatte offenbar keinen Einfluss auf die Versorgung einer schwer verletzten Radfahrerin. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" und beruft sich auf einen internen Vermerk der Berliner Feuerwehr./.../

    Die Notärztin, die die Frau versorgte, entschied der SZ zufolge frühzeitig, dass der Lkw selbst vom eingeklemmten Bein der Radfahrerin herunterfahren sollte. Das im Stau stehende Spezialfahrzeug der Feuerwehr zum Anheben des Betonmischers war demnach nicht nötig. Dies gehe aus einem internen Vermerk der Feuerwehr hervor. Demnach habe die Ärztin, die durch den Stau nicht behindert wurde, zwar kurz erwogen, den Betonmischer anheben zu lassen. Das "hätte aber wohl länger gedauert wie auch die medizinische Situation verschlechtert", zitierte die Zeitung aus dem Vermerk. 

    /.../

    Die Klimaschutzaktivisten der Letzten Generation hatten zuvor scharfe Kritik an den Medien geübt und weitere Proteste angekündigt. Seit Montag breche "eine Welle der Vorwürfe, Unwahrheiten und Hetze über uns hinein, erklärten sie. Dass die Radfahrerin im Straßenverkehr verunglückt sei, sei furchtbar. "Wir sind bestürzt und in Trauer." Doch die mediale Öffentlichkeit instrumentalisiere den Unfall.

    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-wel...


    In dem Zusammenhang habe ich auch eine Sprecherin der Letzten Generation im Fernsehen gehört, die sagte, sie ließen grundsätzlich eine Rettungsgasse frei. Die Personen in der Mitte seien nicht festgeklebt und könnten im Notfall jeder Zeit aufstehen und die Durchfahrt ermöglichen. Nur am Fahrbahnrand klebe man sich fest.

    Davon wurde ansonsten nichts (mir ist nichts bekannt) in den Medien berichtet.


    Nur überall derselbe Tenor.


    Wieso konnte die Notfallärztin durchkommen. Nahm sie einen anderen Weg?

    #297Author Reeva (908916) 06 Nov 22, 12:18
    Comment

    171: Ich rege mich über die Art der Diskussion auf; nicht über die Autofahrerschaft an sich.


    199: Dito. "die üblichen Idioten zerreißen sich wieder die Mäuler" schließt nur die üblichen Idioten ein, nicht alle Id.. ich meine Autofahrer 😉


    207: Eigene Anschauung. Sowohl was die Arbeitsverweigerung der Polizisten angeht, als auch das mit dem Parkhaus. Am Potsdamer Platz gibt es haufenweise rücksichtslose Falschparker; das Parkhaus 300 m weg wurde wegen chronischer Nichtnutzung abgerissen ... Vorm Bäcker stapeln sich die 2.-Reihe-Parker, 100 m um die Ecke ist alles frei ... Noch Fragen?


    Ja, teilweise mag mir da die Sachlichkeit abhanden gekommen sein. Ich werde versuchen, mich zu bremsen, OK?

    #298Author B.L.Z. Bubb (601295) 06 Nov 22, 12:23
    Comment

    #297: Folgendes habe ich in der Süddeutschen gelesen:

    - In erster Linie wurde der 18t-schwere Kranwagen blockiert.

    - Der Kranwagen war jedoch nicht nötig, weil der Betonmischer von der Frau runtergefahren ist, was die Notärztin frühzeitig entschieden hatte.

    - Die Polizei war die gesamte Zeit vor Ort, da die AktivistInnen nach eigener Aussage immer kurz vorher die Polizei informieren. Die gesamte Situation war also entweder nicht völlig unkontrolliert, oder die Polizei hat auch versagt.

    #299Author Nirak (264416) 06 Nov 22, 12:38
    Comment

    Wie ich vermutlich schon mal geschrieben habe, finde auch ich, dass die Diskussionen zum Tod der Radfahrerin und zu einer eventuellen Mitschuld der "Letzten Generation" scheinheilig sind und dass jetzt hauptsächlich die Konsequenzen fordern, denen ein liberales Demonstrationsrecht schon immer ein Dorn im Auge war.


    Bezeichnend finde ich allerdings, dass selbst die Stimmen, die die Demonstranten verteidigen, sehr defensiv sind. Für mich ist das ein klares Zeichen, dass die Aktionen der "Letzten Generation" nichts, aber auch gar nichts für ihre angebliche Sache erreicht haben. Ganz im Gegenteil verschrecken sie die, die ihre Ziele eigentlich teilen und erweisen der Sache damit einen Bärendienst. Dazu trägt auch das arrogante und selbstherrliche Auftreten ("wir tun das moralisch einzig Richtige") einiger (nicht aller) Vertreter dieser Gruppe.


    In eine ähnliche Richtung (allerdings mit anderen Schwerpunkten) geht auch dieser taz-Artikel:


    https://taz.de/Proteste-der-Letzten-Generatio...


    Ausschnitt:


    Allerdings: Über den Klimawandel, das eigentlichen Anliegen, wird deshalb nicht unbedingt mehr gesprochen. Aber über die sich an Straßen, Gemälden und Saurierskeletten festklebenden Frauen und Männer. Im Mittelpunkt der Kampagne steht also gar nicht das politische Ziel, sondern es geht um die Kampagnenteilnehmer. Das erinnert an das Verhalten so mancher Sekte.


    Mir ist klar, dass all dies eher in den Umweltfaden gehört, aber die Diskussion hat sich nunmal hier entwickelt.


    PS: Ohne es zu merken, habe ich diesen Faden gefüllt, aber keine Sorge, es geht weiter:


    related discussion: “Helme für Fußgänger 15.0" NEU: Rücksic...

    #300Author harambee (91833)  06 Nov 22, 12:45
    This thread has been closed.
     
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