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    deutsch - österreichisch

    Comment
    Seit ich Gast im Leo Forum bin, habe ich so viele neue deutsche Wörter gelernt, wie in den letzten Jahren zusamme nicht. Der Unterschied zwischen österreichisch und deutsch ist scheinbar/anscheinend größer als ich dachte.

    Jetzt habe ich ein paar Mal mit gutem Gewissen, Wörter für unbekannt erklärt, und wurde dann eines Besseren belehrt.
    Authorwk(at)04 Feb 06, 09:46
    Comment
    die Deutschen und die Österreicher unterscheiden sich vorwiegend durch die gemeinsame Sprache

    gilt auch für die Schweizer- sogar zwischen Nord- und Süddeuschland

    #1Authorsorcière AT04 Feb 06, 10:39
    Comment
    Das ist mir gerade in letzter Zeit auch wieder 'neu aufgefallen'. Daher hab ich in letzter Zeit auch immer wieder mal österreichische Online-Zeitungen gelesen und war doch überrascht wie viele Unterschiede es da gibt. Man bemerkt doch ständig Formulierungen und Wörter, die man so nicht in einer deutschen Zeitung lesen würde. Sehr interessant!

    Und schön, dass es so ist.
    #2AuthorThomas04 Feb 06, 11:01
    Comment
    Ich finde, dass der Austausch zwischen den Dialekten sehr bereichert. Ich habe in Niedersachsen, NRW und Wien gelebt und habe bei vielen Wörter bemerkt, dass sie andernorts nicht verstanden werden. Teilweise habe ich aber auch bewusst österreichische Eigenarten, die mir besser gefallen, übernommen (z. B. "nur mehr" statt "nur noch"), solange man damit noch verstanden wird. Denn darum geht es ja in der Sprache.
    #3AuthorSimon04 Feb 06, 11:40
    Comment
    Es gibt in D sogar Worte, die ich kaum aussprechen kann. Und wenn ich es versuche, werde ich stets belächelt: Die ....scho_r_le! Ich weiß, daß man das R nicht betonen soll, aber man kann es doch auch nicht weglassen! ... so werde ich nie ein Hamburger ... :o)
    #4Authoralbin (Ö)04 Feb 06, 11:52
    Comment
    Den Hammer schlechthin fand ich im Österreichischen immer das Wort "angeloben" (vereidigen).

    "Der neue Minister wurde vom Bundespräsident angelobt."

    Das Verb "anloben" (angeloben?) existiert in D einfach nicht.



    #5AuthorELT04 Feb 06, 11:58
    Comment
    Zur Schorle: Das r wird in Norddeutschland an vielen Stellen entweder wie ein a (wieder -> wiedea) ausgesprochen oder ganz weggelassen (Schorle -> Scho(a)le bzw. Schole mit einem offenen o wie in "offen", jedoch lang). Das gleiche in "Dorf", das man im Norden "Doaf" mit "Dof" mit wieder diesem langen, offenen o, ausspricht, in Österreich aber als "Do-af", wobei sowohl das geschlossene o als auch das a dort dann deutlich hörbar sind. In Bayern, insbes. in Franken würde man sogar das r als Zungenspitzen-r sprechen ("Dorrrf"), etwas das Norddeutschen und Ostösterreichern gleichermaßen schwerfallen dürfte.

    Allerdings habe ich dafür so meine Probleme, bei "G'Spritzter" das Apostroph als "nichts" auszusprechen. :-) Hier hieße es, würde es das Wort geben, wohl "Gespritzter", mit deutlich hörbarem e.

    Interessant ist auch, dass das i in Kirsche in sehr unterschiedlichen Regionen als i, in anderen als y ausgesprochen wird. Fernsehsprachlich eher y spricht man es besonders in Westfalen, aber auch in Österreich als i wie in "Siegen", jedoch kurz, im hochsprachlichen Hannover fast wie "ü" in müssen. Im Dialekt wird dann sogar das e in elf wie ö ausgesprochen, etwa in Teilen Brandenburgs.
    #6AuthorSimon04 Feb 06, 13:40
    Comment
    @ELT:
    Das Verb ist "angeloben" (nicht "anloben"). Kommt von "geloben".

    #7AuthorUlrich0504 Feb 06, 14:22
    Comment
    Besonders schön finde ich an der LEO-Community, dass alle aktiven LEOniden (also die, welche fast jeden Tag hier sind und an den meisten Diskussionen teilnehmen) akzeptieren, dass es mindestens drei deutsche Standardsprachen (bundesdeutsch, österreichisch, schweizerisch) und unzählige Dialekte gibt. Keiner macht die Sprache des anderen herunter, alle sind erfreut, neue Ausdrücke zu lernen.
    Sonst ist es mir Österreicherin nämlich schon manchmal passiert, dass ein Bundesdeutscher meine Umgangs- oder Standardsprache ignorant als "Dialekt" bezeichnet und glaubt, die 'richtige' deutsche Sprache gepachtet zu haben. Zum Glück wohne ich jetzt im Ruhrgebiet, wo die Leute so freundlich und 'sprachtolerant' sind, hier ist mir noch keiner blöd gekommen! *freu*
    #8Authortigger04 Feb 06, 21:04
    Comment
    Man glaubt doch kaum, was ein paar Kilometer ausmachen: Ich wohne in Salzburg, bekanntermaßen angrenzend an die deutsche Grenze. In meiner Firma arbeiten auch drei Bayern, und wir lachen immer wieder über die jeweiligen Ausdrücke des anderen. Besonders auffällig und lustig beim Essen/Lebensmitteln: Fleischpflanzerl gegen faschierte Laiberl etc.
    herrliche Diskussionen!
    #9AuthorIngrid AT04 Feb 06, 22:33
    Comment
    Mir hat das von tigger angesprochene Problem, dass viele Deutsche meinen, die Österreicher könnten nicht richtig Deutsch, in Neuseeland wirtschaftliche Nachteile eingebracht: Ich hatte nämlich einen Privatschüler für Deutschunterricht, der relativ gut bezahlt hat. Er hat dann aufgehört, bei mir zu lernen, weil ihm irgendein Deutscher erzählt hatte, die Österreicher sprächen ein "falsches Deutsch". Er tat dann auch noch fast so, als hätte ich ihn reingelegt!

    Andererseits hat eine Mitbewohnerin meiner Schwester in England bei einer deutschen Studentin einmal Deutschunterricht gehabt. Ich habe gesehen, was die "Lehrerin" aufgeschrieben hatte: "-en is a very popular ending"...
    #10AuthorMary (nz/A)04 Feb 06, 23:08
    Comment
    Ich freue mich auch an der Vielfalt der Sprache, sowohl des Englischen (habe z.B. mit Arbeitskollegen aus Grossbritannien, Irland, Australien, und Südafrika
    zu tun bzw. zu tun gehabt) als auch des Deutschen. Ich (20 Jahre Norddeutschland + 9 Jahre Süddeutschland) schlage daher auch gerne österreichische und schweizer (Schweizer?) Wörter für die Aufnahme in LEO vor.

    Beim Erlernen einer Fremdsprache muss man als Lehrer natürlich aufpassen, dass man nicht unbewusst regional begrenzte Varianten weitergibt, die spaeter Verwirrung stiften. Ich erinnere mich an eine Deutschlehrerin, die ihrer amerikanischen Klasse das Wort "Schuhnestel" beigebracht hatte. Da gab es dann erst einmal eine kleine Diskussion, bis ich begriffen habe, dass es sich dabei wohl um "Schnürsenkel" handelt :-)

    Wo verwendet man übrigens das Wort "Schuhnestel"? Die Google-Treffer legen nahe, das es vor allem in der Schweiz populaer ist.
    #11AuthorNorbert Juffa04 Feb 06, 23:31
    Comment
    @Norbert: Ich kann Dir versichern (und habe auch meinen damaligen Schüler versichert), dass ich meinen Schülern nur Hochdeutsch beigebracht habe. (Also, sofern es sich um Deutsch- und nicht Englischunterricht handelte.)

    Als ich hier Englisch unterrichtete, ist mir aufgefallen, dass sich die gängigen Wörterbücher stark an die bundesdeutsche Variante der deutschen Sprache orientieren. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass viele gleiche Wörter in Österreich eine andere Bedeutung haben. Meine Anfänger haben zum Beispiel "Vorzimmer" und "Kasten" nachgeschlagen, da fanden sie "ante-room" bzw. "box". Daraus entstand der Satz: "In my ante-room there is a box and a small table." für "In meinem Vorzimmer steht ein Kasten und ein kleiner Tisch." Die richtige Übersetzung wäre aber: "In my hall there is a wardrobe and a small table." So mußte ich dann den Schülern erklären, dass sie die "bundesdeutschen" Wörter nachschlagen müßten, um das richtige englische Wort zu finden - in diesem Fall "Diele" bzw. "Kleiderschrank". Da antwortete eine "gemütliche echte Wienerin" laut und verzweifelt: "Und i hob nur Englisch lernen wollen! Jetzt muaß i aa no lernen, wos die Deitschen zu olles sogn!" Aber sie hatte Recht - das ist ein unnötiges Hindernis.

    Wie ich sehe, ist die österreichische Bedeutung von "Kasten" bereits im LEO. Bei "Vorzimmer" wird diese noch nicht berücksichtigt.
    #12AuthorMary (nz/A)05 Feb 06, 00:04
    Comment
    Ein bischen Verwirrung kann aber auch lustig sein, so z.B. als ein indischer Kollege mich fragte, ob ich eine "torch" zur Hand hätte (= "flashlight"), oder als ich meinen britischen Boss auf ein offenbar schwerreiches britisches Startup-Unternehmens hinwies, die in den So-und-so "estates" residierten (= "business park"). Oder schweizer Bekannte eines Onkels, die Bier aus einem "Kasten" im Keller holen sollten, und dann meinten, sie hätten nachgeschaut, aber da sei kein Bier. Oder der norddeutsche Student, der beim Vermessen in Süddeutschland eine Vermessungsstange "heben" sollte. Und und und ...

    Zu dem Thema sollte man vielleicht mal einen Faden mit lustigen Geschichten aufmachen.
    #13AuthorNorbert Juffa05 Feb 06, 00:30
    Comment
    @Mary: Netter Zufall, daß nicht nur die Übersetzung eines Wandschrankes ins Englische einige Probleme mit sich bringt ("Closet" führt ja gern zu Mißverständnissen), ist unser österreichisches Vorzimmerkastel auch noch ungewohnt für deutsche Ohren. Ja, kein Wunder, daß wir uns hier in der Alpenrepublik so schwer tun... ;-)
    #14Authorgrifter05 Feb 06, 01:04
    Comment
    @Norbert: Schuhnestel ist (u.a.) schwäbisch, wie auch Schuhbändel.
    #15Authorneutrino05 Feb 06, 01:35
    Comment
    Ich habe einmal in Deutschland mit dem Satz "wir sind heuer im Jänner übersiedelt" sehr erstaunte Blicke geerntet. Die "Übersetzung" lautet übrigens "wir sind letzten Januar umgezogen." :)
    #16AuthorChris_791 (AT)05 Feb 06, 08:07
    Comment
    @tigger: Vor etwa einem Jahr, in meinem "Wienbesuch-Faden" hattest u.a. auch du mir etliche hilfreiche Hinweise und Tipps über Wien gegeben. Auch hattest du an einem Wien-Treffen der Leoniden teilgenommen, u.a. mit ad.joe und Vikunja. Deshalb überrascht mich deine Ruhrgebiet-Bemerkung, die schon einmal in einem anderen Faden auftauchte. Seit wann lebst du denn dort? Und wodurch gerät eine Wienerin ins Ruhrgebiet? - Nichts für ungut, bin nur ein wenig neugierig.
    #17AuthorHeinz H05 Feb 06, 09:23
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    Als waschechte Ost-Bayerin (ja, es gibt auch große Unterschiede innnerhalb dieses Bundeslandes) konnte ich die "Verwandlung" meiner Tante zu einer Österreicherin miterleben :-) In Niederbayern geboren verschlug es sie der Liebe wegen nach Österreich. Nach ca. 20 Jahren ist sie der Sprache nach eine waschechte Österreicherin geworden. Bei Familienfesten ist es immer ziemlich lustig, weil - obwohl uns nur eine räumliche Distanz von ca. 100 km trennt - die Ausdrücke doch ganz unterschiedlich sein können (z. B. Bräslfetzn - Wiener Schnitzel; dimpfeen - tauchen usw.)
    #18Authorannette05 Feb 06, 12:21
    Comment
    @Chris791

    letzten Januar? Ich dachte "heuer" bezöge sich auf das aktuelle Jahr, sprich "heuer im Jänner" wäre "dieses Jahr im Januar" (während "letzten Januar" das Vorjahr impliziert).

    Allerdings bin ich kein Ö Muttersprachler, wäre insofern interressiert, ob ich mit meiner bisherigen Auffassung falsch liege.
    #19AuthorRichard05 Feb 06, 13:07
    Comment
    @Richard: "heuer" bedeutet "dieses Jahr", so wie "heute" "dieser Tag" bedeutet. "Letzter Januar" bedeutet, zumindest nach meinem Empfinden, der Januar, der in diesem Jahr war. Auf den Gedanken, dass das der Januar des Vorjahres sein könnte, bin ich nicht gekommen.

    Vielleicht hängt das davon ab, WANN dieser Satz gesprochen wird? Wird er im Januar gesagt, ist es klar, dass der Januar des Vorjahres gemeint ist. Ich hatte diesen Satz allerdings im Herbst gesagt.

    Ich versuche es anders: "wir sind heuer im Jänner übersiedelt" = "wir sind im Januar dieses Jahres umgezogen."

    Ähnliche Missverständnisse gibt es immer mit "nächste Woche" (oder "nächste Kreuzung"). Manche verstehen darunter die kommende Woche, andere die Woche danach ...
    #20AuthorChris_791 (AT)05 Feb 06, 14:15
    Comment
    @Chris791,

    Das könnte daran liegen, dass ich gedanklich noch nicht ganz im Februar angekommen bin... ;)

    Aber dann bin ich zumindest soweit beruhigt, dass mein heuerverständnis richtig war.

    Ich würde glaube ich einfach sagen "...im Januar" oder "diesen Januar" wenn ich mich auf das aktuelle Jahr beziehe ("diesen" würde ich immer auf das aktuelle Jahr beziehen, d.h. wenn ich jetzt sage, dass ich "diesen Juli" umziehe bezieht sich das auf die Zukunft, Juli 2006, "diesen Januar umgezogen" wäre auch 2006, allerdings Vergangenheit), beim Vorjahr "letzten Januar" und beim Folgejahr wird es schon schwieriger- "nächsten" könnte sich tatsächlich auf den kommenden Monat im gleichen Jahr, oder auf den Monat im Folgejahr beziehen. Ich glaube ich würde einfach sagen "nächstes Jahr im Juni"...

    Ach ja, Deutsch Sprach schwer Sprach


    #21AuthorRichard05 Feb 06, 14:25
    Comment
    Mir fällt noch etwas ein:

    "Führst Du mich nach Hause?" - kann man in Österreich zB sagen, wenn man abends unterwegs war und eine Person bittet, einen mit dem Auto nach Hause zu fahren.

    Ein Deutscher würde diesen Satz sinngemäß so verstehen: Nimm mich bitte an die Hand und geleite mich nach Hause, denn ich kenne den Weg nicht/habe mich verlaufen. In Deutschland würde man dafür "bringst Du mich nach Hause" sagen.
    #22AuthorELT05 Feb 06, 14:27
    Comment
    Der Klassiker schlechthin ist wahrscheinlich das simple Wort "da". In Deutschland kann man "da" sagen, wenn man "dort" meint; in Österreich bezieht es sich immer auf etwas in der Nähe des Sprechers Befindliches und ist also ein Synonym für "hier".

    Wenn also ein Deutscher in Deutschland sagt "ich fliege nächstes Jahr nicht in die USA, weil ich schon vergangenes Jahr da war", dann klingt dieser Satz für österreichische Ohren völlig unsinnig und hinterlässt Ratlosigkeit.
    #23AuthorChris_791 (AT)05 Feb 06, 16:06
    Comment
    Ö: Ihr wohnt am Land und sitzt am Balkon, gell? -


    In D sitzt man auf dem Balkon und wohnt auf dem Land(e). Am Balkon: da sehe ich jemanden mit dem Stuhl neben der Brüstung angeschraubt :-)
    #24Authordagmar05 Feb 06, 20:22
    Comment
    DAzu fällt mir ein:

    Die Österreicher gehen IN die Schule (= ins Gebäude hinein), die Deutschen ZUR Schule (= zum Schulgebäude hin).


    :-)
    #25Authorwk(at)05 Feb 06, 20:40
    Comment
    wk(at):

    Das ist dieser pauschalen Darstellung nicht ganz korrekt. Im Deutschland-Deutsch gilt Folgendes:

    - "Ich gehe ZUR Schule" beschreibt den dauerhaften Zustand des Schule-Besuchens, wie etwa in "er geht in München zur Schule" oder "Wie alt bist Du denn - gehst Du schon zur Schule?"

    - "Ich gehe IN die Schule" beschreibt dagegen den konkreten (Bewegungs-)Vorgang des In-die-Richtung-der-Schule-Gehens, wie etwa in "ich gehe heute erst um halb 9 in die Schule".
    #26AuthorELT05 Feb 06, 20:58
    Comment
    @HeinzH: Ja, wir sind umgezogen. Näheres erzähle ich dir gerne per Mail, ribisl7(at)gmx(punkt)net . :)

    A propos, "heuer" ist wirklich eines der wenigen standardsprachlichen A-Worte, bei dem ich mich in D sehr konzentrieren muss, es nicht zu verwenden.
    Der einzige Dialektausdruck, der mir manchmal rausrutscht, ist "gach": Das bedeutet je nach Zusammenhang "schnell" oder auch "gegebenenfalls" und ist so gut einsetzbar, dass mir oft nix Passenderes einfällt.

    Die meisten Unterschiede gibt es natürlich beim Essen, haben doch schon die grünen Bohnen in Österreich diverse Namen: Bohnschoten (dialektal: Boascharln), Fisolen, Strankalan... aber da kann ich mich doch bewusst auf Quark und Hefe und Aprikosen einstellen im Gespräch mit einem Deutschen.
    #27Authortigger (at in de)05 Feb 06, 21:57
    Comment
    @ELT: Durchaus nicht, in A würde man auch fragen: "Wie alt bist du denn, gehst du schon in die Schule?". Ist ja auch egal, ob man den Weg zum Schulgebäude oder den Schritt in das Schulgebäude hinein als pars pro toto für die Schulpflicht nimmt. :)
    #28Authortigger05 Feb 06, 21:59
    Comment
    Wir Ösis glauben halt, dass wir IN der Schule mehr lernen, als wenn wir nur bis ZUR Schule gehen.

    *mich-jetzt-schnell-unterm-tuchent-verstecke*
    #29Authorwk(at)05 Feb 06, 22:10
    Comment
    @wk(at): Durchaus was nicht?

    Mein Posting bezog sich ausschließlich auf den Sprachgebrauch in Deutschland. Über den Sprachgebrauch in Österreich habe ich nichts gesagt.
    #30AuthorELT05 Feb 06, 22:11
    Comment
    oops, sorry wk(at), das letzte Posting war an tigger gerichtet!!
    #31AuthorELT05 Feb 06, 22:12
    Comment
    @Tigger: "gach" ist auch in Bayern verbreitet. Es ist eine Dialektform des deutschen Wortes "jäh".
    #32AuthorELT05 Feb 06, 22:24
    Comment
    Sicher, ELT, war ja auch ein Smiley hinter der Schulgeschichte.
    Danke für die Übersetzung mit "jäh", das kommt doch ziemlich gut hin! Mal sehen, ob das wohl auch in Lexers Mittelhochdeutschem Wörterbuch steht, und nicht nur "schnell", denn das passt doch heutzutage nicht immer.
    #33Authortigger05 Feb 06, 22:30
    Comment
    Na, wo wir schon den schönen Faden haben...

    Kann mir mal ein Österreicher erklären was eine "Fenstereinheit" ist?

    Zusammenhang: "Was ist die mengenmäßige Messgröße und wie wird sie definiert (Fenstereinheit)"

    Danke :)
    #34AuthorRichard 05 Feb 06, 23:32
    Comment
    Als Bayer geht man übrigens auch mit 6 in die Schule und heuer bin ich noch gar nicht am Balkon gesessen, weil bis jetzt zu kalt, wenn nicht am Balkon, so sitzt der Bayer doch in der hochdeutschen Umgangssprache zwischen allen Stühlen. Grammatik wie in Österreich, Wortschatz wie in Deutschland.
    #35AuthorRievilo06 Feb 06, 01:10
    Comment
    @wk(at): *mich-schnell-unterm-tuchent-verstecke*, was bedeutet "tuchent"?

    @tigger: Werde mich per e-mail melden.
    Bei deinem "gach" fiel mir übrigens ein, dass die Deutschschweizer für "schnell" "tiffig" sagen, zumindest in Zürich.
    #36AuthorHeinz H06 Feb 06, 05:56
    Comment
    Ich wollte diese interessante Diskussion nicht unbedingt auch noch auf die Schweiz ausdehnen, sondern lediglich den enormen Unterschied verdeutlichen, der sprachlich in "unmittelbarer" Nachbarschaft anzutreffen ist und der mich immer wieder fasziniert.
    #37AuthorHeinz H06 Feb 06, 06:21
    Comment
    @ELT:
    jemanden "heim führen" für "heim fahren" kenn ich aber nicht von meiner Salzburger Heimat, sondern von meinen Kollegen aus manchen anderen Bundesländern (zB Vorarlberg).
     
    und "heben" für "halten" hat mir auch einiges Rätselraten gekostet, bis ich registriert habe, dass es in Vorarlberg synonym verwendet wird.

    @Heinz H
    "Tuchent" ist übrigens eine Bettdecke :-)
    #38AuthorIngrid (AT) 06 Feb 06, 07:42
    Comment
    Da gibt es noch die schöne Wortpaare Stiege/Treppe und Sessel/Stuhl. Und das Wort "Eiweiß", welches in AT ausschließlich die chemische Verbindung bezeichnet. Der Inhalt des Hühnereis nach Entfernung des Dotters heißt "Eiklar".

    Überhaupt scheinen die größten Unterschiede zwischen den beiden Sprachräumen in Küchenausdrücken zu bestehen.
    #39AuthorChris_791 (AT)06 Feb 06, 08:41
    Comment
    Habe gerade mit großem Interesse die vielen Beiträge hier gurchgelesen. Und weil's gerade so kalt ist, hier im Ösiland, fällt mir noch meine warme "Haube" ein, von der ich nicht ganz weiß, ob sich ein Deutscher was drunter vorstellen kann. Gemeint ist natürlich "Mütze", also keine Baseballmütze oder dergleichen, sondern eine meist gestrickte Kopfbedeckung. Zufällig ein Deutscher (m/w) hier, der/die den Begriff "Haube" kennt?
    #40Authorrai06 Feb 06, 09:41
    Comment
    Natürlich kenne ich das Wort 'Haube', trag ich doch schließlich zur Zeit immer eine, wenn ich mit meinem Hund Gassi gehe. Ich trage auch ab und an einen 'Janker', und keine Strickweste.
    Außerdem bin ich auschließlich i_n die Schule gegangen, niemals nicht 'zur' Schule, genauso wie i_n die Kirche und nicht 'zur' Kirche. Hätte ich einen, würde ich a_u_f dem Balkon sitzen. Zur 'fünften' Jahreszeit gehe ich gerne 'auf die Wiesn' und nicht zum Rummel, und Käsekuchen mache ich mit 'Topfen', nicht mit Quark. Schuhe haben bei mir 'Spoagats', und nicht etwa Schnürsenkel. Heuer bezeichnet für mich immer etwas, das im laufenden Jahr war oder noch sein wird. Desweiteren ist 9:15 Uhr für mich ausschließlich 'viertel nach neun', - viertel zehn führt zu großer Verwirrung und einstündiger Verspätung. Das Wort Tunnel betone ich auf der letzten Silbe und nicht auf der ersten, und für mich ist es ein Neutrum, so wie Butter und Joghurt maskulin sind. So spricht man da, wo ich herkomme, ca. 40 km von der österreichischen Grenze entfernt in Oberbayern.
    #41AuthorRiKo06 Feb 06, 10:13
    Comment
    ja, und dann war da noch der Begriff "G'wand" oder "Gewand", den wir in der Gegend umgangssprachlich (jedoch nicht geschrieben) für "Kleidung"/"Klamotten" verwenden.
    als ich das anno 1997 in Frankreich in einer Runde Au-Pair Mädels benutzte, brachen die Nord- und Ostdeutschen in lautes Lachen aus - wie altmodisch und angestaubt, der Begriff...
    Dafür würde ich "Klamotten" nie verwenden.
    #42AuthorIngrid (AT) 06 Feb 06, 10:16
    Comment
    Genau Ingrid, ich trage heute weil's so kalt ist, auch 'a warms Gwand'. Selbst im Haus laufe ich zur Zeit mit 'Patschn (Boodschn - langes, offenes o) rum, weil es mir 'strumpfsockert' zu kalt wäre und ich mir sonst vielleicht einen Blasenkatarrh einfangen würde.

    Klamotten würde ich genau wie du nicht mal gegen Bezahlung sagen oder schreiben.
    #43AuthorRiKo06 Feb 06, 10:26
    Comment
    Du hast es aber doch gerade (bzw. "grad") geschrieben:-)

    DER Joghurt - was denn sonst?

    Was mich interessiert ist: ist es in A eigentlich auch in der "Schriftsprache" richtig, "am Land" zu leben bzw. "am Balkon" zu sitzen?

    Re Heben/Halten: Als ich in Freiburg im Breisgau studiert habe, war ich einmal beim Arzt und wurde geimpft. Die Assistentin teilte mir mit, dass die Impfung fünf Jahre HEBT.
    #44AuthorELT06 Feb 06, 10:37
    Comment
    @RiKo
    Bayern ist, soviel ich bisher mitbekommen habe, "anders". Abgesehen davon, dass die Bayern dieses Anderssein als die anderen Deutschen gerne vor sich hertragen und bis zum Abwinken zelebrieren, kommt es mir doch so vor, dass auch in Bayern der Dialekt immer mehr ausstirbt. Ich kam mal mit einer Deutschen an der ungarischen Grenze ins Reden, die akzentfreies "Fernsehdeutsch" sprach (was ich übrigens sehr schön finde). Als sie mir jedoch erzählte, sie sei aus München (gebürtig!), traf mich fast der Schlag! Ich war schon oft in Deutschland und noch öfter in Bayern, aber noch nie in München - da habe ich wohl was verpasst... Schon klar, Städte sind anders, aber selbst ein sich am Hochdeutschen orientierender Wiener wird immer zweifelsfrei als solcher zu erkennen sein, nicht so die Münchnerin, die übrigens nicht die einzige geblieben ist. Wie sieht es denn nun tatsächlich in München aus? Was ist mit Polizeiinspektion 1 und "F"iktualienmarkt passiert? Alles Schnee von gestern? Ist München tatsächlich die südlichste Stadt Preußens?
    #45Authorrai (AT)06 Feb 06, 10:42
    Comment
    @rai: lebe jetzt schon ziemlich lange in München und muss leider sagen, dass meiner Ansicht nach das Münchnerische am aussterben ist, zumindest in der jüngeren Generation. Bei älteren Leuten hört man eher noch eine Dalekteinfärbung, aber bei jungen Leuten so gut wie gar nicht mehr. Und ein Kind, dass Dialekt spricht ist mir in München ehrlich gesagt noch nie begegnet...
    #46AuthorCCM06 Feb 06, 10:56
    Comment
    @rai: Es scheint so, als ob dieser München-typische Flair, wie er in Serien wie 'Monaco Franze, Kir Royal, Polizeiinspektion 1', tatsächlich ausgestorben sei. München ist voll von 'Zugroastn', sprich von Leuten, die ursprünglich von außerhalb Bayerns sind. Dasselbe kann man an Bayerns Promi-Orten Tegernsee, Rottach-Egern und Starnberg beobachten, wo man mitleidig belächelt wird, wenn man bairischen Dialekt spricht, sei er noch so gepflegt. Außerhalb, also auf dem Land, beobachtet man seit einigen Jahren allerdings wieder eine deutliche Rückbesinnung auf die alten Traditionen. Es wird wieder Dialekt gesprochen, man duzt sich wieder viel mehr als früher (ist in Bayern halt so üblich), auch junge, im Alltagsleben ganz 'moderne' Leute tragen wieder richtige Tracht (nicht mehr diesen von den Preissn *g* kreierten Landhausmoden-Müll, der bis vor kurzen noch als angesagt galt), und man kriegt einen dicken Hals, wenn man am Sonntag Nachmittag irgendwo auf einem Berg in der Hütte sitzt, ein Weißbier bestellen möchte - und dann kommt der in Karstadt-*Tracht* gekleidete Kellner daher und gibt in bestem Ostdeutsch von sich: 'Güden Dooch, Ihre Bestellüng bidde'
    ;-)

    Ja, wir in Bayern sind anders
    #47AuthorRiKo06 Feb 06, 10:59
    Comment
    @ ELT

    In Österreich heißt es DAS Joghurt - wer DER sagt, ist sofort enttarnt :-).

    Ja, selbst in der österreichischen Schriftsprache ist m.E. "am Land/Balkon" völlig in Ordnung. "am" ist ja ohnehin nur die Kurzform von "auf dem" und die Österreicher haben's halt gerne ein wenig kürzer. I a übrigens ;-)
    #48Authorrai06 Feb 06, 11:13
    Comment
    Noch so ein Enttarnungswort ist "Cola".

    Wir Österreicher sagen DAS/EIN Cola, die Deutschen sagen DIE/EINE Cola, was sich für mich sehr merkwürdig anhört.
    #49AuthorBartholomew06 Feb 06, 11:49
    Comment
    @rai: wenn du beschreibst, dass du deine Haube gegen die Kälte aufsetzt sehe ich dich mit einer Plastikhaube (das was die Omas früher aufgesetzt haben, damit ihre Dauerwellen beim Baden in der Badewanne nicht nass werden) :-)
    Die Vorstellung, dies gegen die Kälte aufzusetzen ist nun ja sagen wir mal 'interessant' :-)
    Ich bin selbst Tochter einer Österreicherin und hatte als Kind immer einen Heidenspaß daran, die österreichischen Begriffe für Lebensmittel zu lernen... Wobei man Topfen-Pallatschinken ja auch beim besten Willen nicht auf Bundesdeutsch aussprechen kann :-)
    Das Liebslingswort meiner Mutter war immer' Betthupferl! Ich habe keine Ahnung wie man das in Österreich korrekt ausspricht, aber egal wie sehr wir Kinder uns bemüht haben, musste meine Mutter immer Lachen.
    Dafür finde ich die Unterscheidung zwischen 'weichem d' und 'hartem d' einfach weltmeisterlich. Für alle Nicht-Österreicher: 'weiches d' = d; 'hartes d' =t :-)
    #50Authorpuck (de)06 Feb 06, 11:57
    Comment
    @RiKO:
    "Ja wir in Bayern sind anders".

    Anders als wer?

    "man kriegt einen dicken Hals, wenn man am Sonntag Nachmittag irgendwo auf einem Berg in der Hütte sitzt, ein Weißbier bestellen möchte - und dann kommt der in Karstadt-*Tracht* gekleidete Kellner daher und gibt in bestem Ostdeutsch von sich: 'Güden Dooch, Ihre Bestellüng bidde"'

    Es sieht so aus, als seid "ihr in Bayern" einfach sau-arrogant und ziemlich unsympathisch. Da ich allerdings weiß, dass die Mehrheit aller Bayern nicht so denkt wie du und das "wir" (pars pro toto?) hier nicht zutreffend ist, sollte man alle Nicht-Bayern bitten, den Beitrag von RiKo nicht allzu ernst zu nehmen.
    #51AuthorELT06 Feb 06, 12:05
    Comment
    @ puck
    Betthubbfahl, oder so ähnlich? Hört sich halt nicht "authentisch" an, wenn sich Deutsche (mal abgesehen von Baiern) daran versuchen. Ich kann mich übrigens an eine Radiosendung im Raum Hannover erinnern, in der die Anrufer versuchen sollten, "Oachkatzlschwoaf" (also Eichhörnchen-schweif/-schwanz)nachzusprechen und alle kläglich an den Diphtongen gescheitert sind.
    #52AuthorRai06 Feb 06, 12:13
    Comment
    Beim letzten Beitrag von ELT fällt mir auch die höchst unterschiedliche Auffassung von Humor ein... der wahlweise Piefke oder Preiß genannte typische Mitteldeutsche versteht einen Witz nur, wenn der Erzählende auch laut lacht dazu. Subtilitäten oder gar Ironie sind seine Sache nicht.
    #53Authortigger, Klischeefan06 Feb 06, 12:17
    Comment
    @ELT: >>Ja, wir in Bayern sind anders.<< Anders als wer?

    Anders, als die humorlosen Nicht-Bayern (Preissn, Piefkes), die den besten Spaß nicht verstehen, selbst wenn er nackert vor ihnen steht... ;-))

    'Wir' in Bayern mögen dem gemeinen Preissn *g*, so es sich denn um einen handelt, der in bayerischer Pseudotracht gekleidet in Bayern in einem bayerischen Wirtshaus seine Brötchen damit verdient, bairisch sprechende bayerische Gäste zu bedienen, sau-arrogant und unsympathisch vorkommen. Aber das macht nichts. *Wir* haben halt einfach was dagegen, wenn jemand, der 'herkunftstechnisch' nicht befugt ist, in eine bayerische Tracht springt und so 'maskiert' in der Öffentlichkeit auftritt.
    Ich unterstelle jedem, der z.B. aus dem Schwarzwald kommt, dieselbe Denkweise über jemanden, der in pseudo-originale Schwarzwaldtracht gewandet im Schwarzwald umher wandelt und einen x-beliebigen Dialekt, aber eben keinen schwarzwälderischen Dialekt, spricht.

    Mit meinem Satz im obigen Posting wollte ich keinesfalls nur die bayerische Tracht tragenden Sprecher der ostdeutschen Dialekte *beleidigen'... :-))
    #54AuthorRiKo06 Feb 06, 12:20
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    @rai: so was Ähnliches sagt meine Mutter auch immer. Allerdings mit dem mittlerweile von ihr angenommenen badischen Akzent :-) Ein immer wiederkehrender Brüller aus meinen Kindertagen :-)

    @RiKo: nana nun nicht auch noch die B-Wler da mit reinziehen! ;-) Die Schwarzwäler (sicher egal ob badisch oder schwäbisch) hegen genauso viele Vorurteile gegenüber den Bayern wie untereinander auch (also Badner zu Schwaben und umgekehrt) ;-)

    Zur Sicherheit *vor lauter Lachen auf dem Boden wälze* Ich liebe diese Vorurteile :-) Aber jedem Schwaben, dem ich als Badner begegne, scheint das genauso zu gehen :-)
    #55Authorpuck06 Feb 06, 12:27
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    Oho, RiKo, du weißt aber schon, dass auf den Berghütten deswegen außer Slowaken und Nepalesen deswegen soviele Ostdeutsche arbeiten, weil sonst keiner die schwere Arbeit 24/7 für den mickrigen Lohn machen will?!
    Da hört sich der Spaß nämlich leider auf.
    #56Authortigger, ernsthaft06 Feb 06, 12:27
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    *grmpf* Ein "deswegen" zu verkaufen, billig.
    #57Authortigger06 Feb 06, 12:28
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    "Anders, als die humorlosen Nicht-Bayern (Preissn, Piefkes), die den besten Spaß nicht verstehen, selbst wenn er nackert vor ihnen steht... ;-))"

    Da hast Du jetzt den/die Falschen bezichtigt, denn ich bin weder Preiss noch Piefke. Ich bin in Bayern (Lkr. M) geboren und habe die ersten 21 Lebensjahre dort verbracht. Meine Eltern sind herkunftsmäßig keine Bayern, aber leben seit über 40 Jahren hier.

    Wäre ich in Deinen Augen "herkunftsmäßig" nun befugt, eine bayerische Tracht zu tragen, ohne dass Du einen Hals kriegst und mich als humorlosen, Anders-seienden verachtest?
    #58AuthorELT06 Feb 06, 12:29
    Comment
    "Die Teller bitte nicht angreifen, sie sind heiß"

    sagte die österreichische Kellnerin, als sie das Essen brachte.
    #59Authoredgg06 Feb 06, 12:30
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    ELT: also in Baden wärst du damit noch nicht berechtigt. Da fehlt mindestens noch eine Generation :-))
    #60Authorpuck06 Feb 06, 12:31
    Comment
    @edgg
    ???
    #61Authorrai06 Feb 06, 12:35
    Comment
    Bezüglich der Geschlechter von bestimmten Wörtern verläuft die Grenze ja nicht zwischen Deutschland und Österreich sondern mitten in Deutschland,

    Als Schwabe sage ich natürlich auch

    DER Butter
    DER Bank (zum Hinsetzen, DIE Bank für Geldgeschäfte)
    DAS Schorle
    DAS Cola
    DAS Teller

    etc.


    Genauso ist es mit der Uhrzeit:

    viertel zehn
    halb zehn
    dreiviertel zehn

    sehr konsistent eben (Die zehnte Stunde ist zu viertel, halb, dreiviertel abhelaufen).

    Im Norden ist man nicht so konsistent. Viertel vor und nach ist ja noch so weit verständlich, wieso man dann aber bei halb davon ausgeht, dass es nur vor sein kann, bleibt bei dieser Nitation ein Rätsel.



    Der Dialekt stirbt auch in Stuttgart und den anderen größeren Orten leider aus. Jugendliche fallen schon auf, wenn sie eine Färbung haben.
    #62Authorgremo06 Feb 06, 12:39
    Comment
    @RiKo Und die tragen die "Pseudo"-trachten auch nicht, weil sie sie schön finden (das kann man eh nur als Eingeborener), sondern, weil es ihnen ihr Arbeitgeber vorschreibt. Ich glaube "die Gudn würdn och lieber in Dresdn echts Radeberger verkofen", stattdessen müssen sie Dein Auge beleidigen. Du siehst, auch die Sachsen haben es nicht leicht.

    @puck den Unterschied zwischen Badenser und Schwabe hat sich mir bis heute nicht erschlossen, jeder schimpft auf den anderen, nennt ihn Gelbfuss, usw.. Nur wenn es gegen "Fischköppe" geht, sind sie sich einig. Wobei die Fischkoppgrenze direkt hinter Mannheim liegt.
    #63AuthorMoccaFâux06 Feb 06, 12:39
    Comment
    @ rai

    = anfassen
    #64Authoredgg06 Feb 06, 12:40
    Comment
    @MoccaFâux

    "Der Unterschied zwischen Badenser und Schwabe hat sich mir bis heute nicht erschlossen, jeder schimpft auf den anderen"

    Letztlich ist es so, dass vorwiegend die Badener auf die Schwaben schimpfen, anders rum ist man eher toleranter, außer man wird zuerst scharf angegangen bzw. angemacht. Diese Attitüde der Badener rührt her von einem gewissen Minderwertigkeitskomplex und einem gleichzeitigen Abgrenzungsbedürfnis.

    Stammesgeschichtlich sind ja Badener und Schwaben das Gleiche, nämlich Schwaben. Politisch sind sie seit längerer Zeit getrennt. Da Baden immer der "kleinerer Bruder" gegenüber Württemberg war, entstand der erwähnte Komplex.

    Dies führte mit der Zeit dazu, dass sich die Badener nicht mehr über ihre Stammesgeschichte, sondern über ihr Herrscherhaus (!) definierten.

    Im Gegensatz dazu würde es einem Württemberger nicht einfallen, sich gängig und vorrangig als solchen zu bezeichnen. Er bezeichnet sich eher als Schwabe, Franke etc. je nach Stammesgeschichte.

    So viel dazu
    #65AuthorDer Schwabologe06 Feb 06, 12:53
    Comment
    Nochmal zu München: Dass in München das Bairische vom Aussterben bedroht ist, hat m.E. einen geschichtlichen Grund. Soviel ich weiß, genaue Zahlen hab ich jetz natürlich nicht, bestand nach dem Krieg die Münchner Bevölkerung aus 2/3 Münchnern und 1/3 Flüchtlingen aus den Ostgebieten, d.h. Ende der 40er Jahre hat schon jeder dritte nicht bairisch geredet. Dazu kamen dann DDR-Flüchtlinge, Ausländer und Norddeutsche, die natürlich alle nicht bairisch gelernt haben. Im Pausenhof war dann bairisch nicht mehr angesagt, weil mittlerweile die Hälfte es nicht beherrschte. Und sobald eine Sprache unter Jugendlichen uncool ist, kann man sich ausrechnen, dass die nächste Generation sie nicht mehr spricht. Bairisch, wie ich es in meiner Kindheit und Jugend kannte (80er und 90er Jahre), war der Dialekt, den man mit der Familie und Erwachsenen spricht. Mit Freunden und Gleichaltrigen würde man sich in der Tat als Landei outen, und Kinder können ja so grausam sein. Es war also absolutes Tabu, im Freundeskreis bairisch zu reden, obwohl man daheim bairisch redet. Was die Zukunft des Bairischen in München angeht, seh ich schwarz. Schön langsam kriegt ja die Generation Münchner, für die bairisch nicht mehr die Umgangssprache ist, Kinder und dass deren Kinder bairisch lernen, kann ich mir nicht vorstellen (Sie werden es wohl noch auf der Straße von den Alten hören oder von Oma und Opa). Sobald die heute 40-jährigen Münchner alle gestorben sind, gibt's wohl keine echten Münchner mehr, die im Alltag bairisch sprechen.
    #66AuthorRievilo06 Feb 06, 12:54
    Comment
    @edgg
    "Anfassen" ist in Ö nicht gebräuchlich. Vermutlich gibt es irgendwo in D eine Grenze, wo hier eher "anfassen", dort eher "angreifen" gesagt wird. Darf ich fragen, woher du bist? Und: Hört sich "angreifen" für dich völlig abwegig an?
    #67AuthorRai06 Feb 06, 12:54
    Comment
    @Schwabologe

    Danke für die Nachhilfe!
    Als hätte ich es immer geahnt: Steck sie in einen Sack und hau drauf, Du triffst immer den Richtigen! ;o)

    #68AuthorMoccaFâux06 Feb 06, 12:57
    Comment
    angreifen ist für mich attackieren, anfassen > berühren und einen Teller, der heiß ist, den würde ich aus München nicht "anlangen", oder auf schon bairisch: ned "oglanga"
    #69AuthorRievilo06 Feb 06, 13:01
    Comment
    @rievilo

    Das gilt wohl für den ganzen süddeutschen Raum, leider. Die von Dir angeführten Gründe sind wohl die Ursache. Hinzu kommen noch die Medien, wo - auf jeden Fall in Baden-Württemberg - der Dialekt (und B-W hat etliche: Alemannisch, Pfälzisch, Fränkisch, Schwäbisch) schon seit den 60er Jahren ein Schattendasein führt und (mit Ausnahmen) vorwiegend für die Dorftrottel Benutzung findet.

    Dass Süddeutscher Rundfunk und Südwestfunk schon seit damals grundsätzlich nur zugereiste Intendanten etc. hatten, ist nur das Tüpfelchen auf dem i. Ob das Eine vom anderen her kommt oder umgekehrt, ist heute eine müßige Frage.

    #70Authorgremo06 Feb 06, 13:03
    Comment
    @ rai

    bin aus Süddeutschland

    "angreifen" hat sich nicht abwegig sondern lediglich ungewöhnlich angehört, ich hab's auch sofort verstanden, würde es lediglich nicht selbst benutzen.

    War lediglich ein Beitrag als weiteres Beispiel der Unterschiede gedacht.
    #71Authoredgg06 Feb 06, 13:07
    Comment
    @edgg
    Offenbar gibt es doch mehr Unterschiede zwischen Ö und D als ich bisher dachte...
    #72AuthorRai06 Feb 06, 13:11
    Comment
    @ MoccaFâux

    Doch nicht gleich so gewalttätig!

    Ihr fischköpfigen Rheinländer seid doch eigentlich als lustiges und gutmütiges Völkchen bekannt. Schließlich teilt Ihr ja jedes Jahr - bis auf ein oder zwei Alibisüdländer - den sogenannten "Comedy"-Preis und die entsprechenden Serien bei den Privatsendern unter Euch auf.
    #73AuthorDer Schwabologe06 Feb 06, 13:12
    Comment
    Bevor die Diskussion wieder abklingt: Bin jetzt seit graumer Zeit als Entwicklungshelfer in Bayern tätig und freue mich, daß so langsam die ersten Früchte unserer Arbeit zu sehen sind: Der Dialekt läßt nach! *freu*
    Es hat sich mir bis heute nicht erschlossen, was dartan gut sein soll, mit Gewalt einen bestimmten Ist-Stand der Sprache einfrieren zu wollen, zumal wenn dieser eher zu Mißverständnissen in der überregionalen Kommunikation führt!

    Und - wer bestimmt, welcher Status schützenswert ist? Wieso sollte nicht das Althochdeutsche wiederbelebt werden, möglichst inklusive der damals gebräuchlichen Bekleidung? Oder noch weiter zurück, Germanisch oder gar Keltisch? Bei Autos oder Computern jammert ja auch kaum jemand, daß wir nicht mehr auf dem technischen Stand von vor 20 (Computer) oder gar 80 (Autos) Jahren sind, oder?
    Sprache lebt und verändert sich, und wenn man sein Gegenüber ohne Wörterbuch versteht und sich (halbwegs) sicher sein kann, mit densleben Worten dasselbe zu meinen, was spricht dagegen? "Von oben" verordnete Sprache (Dialekt an fränkischen Schulen, Schlechtschreibreform, "sitt") ist doch einfach Schwachsinn!
    #74Authorwolfson &lt;de&gt;06 Feb 06, 13:12
    Comment
    @ wolfson <de>

    wirklich total daneben, sowohl vom Thema wie von der Argumentation.
    #75Authorgremo06 Feb 06, 13:16
    Comment
    @ wolfson <de>

    Erwiderung auf nicht dikutierte Themen mit dümmlich-demagogischen Begründungen
    #76AuthorDer Schwabologe06 Feb 06, 13:18
    Comment
    @tigger: Ja ich weiß, lustig finde ich das von dir angesprochene Problem auch nicht!
    @ELT: Nein, natürlich bist du nicht befugt! Bayerische Tracht zu tragen, das ist nur fließend und fehlerfrei die bairische Sprache sprechenden Bayern, die in mindestens fünfter Generation in Bayern beheimatet sind und sich ausnahmslos mit anderen Bayern fortgepflanzt haben, erlaubt.

    Aber ich verachte dich deswegen nicht, keine Angst... :-)) Ich bin ein seltenenes urbayerisches Exemplar, traditionsbewusst in tiefster Seele, dabei aber weltoffen im Auftreten und Erscheinungsbild, das andere Menschen natürlich nur nach ihrem Aussehen beurteilt, der Charakter ist absulut zweitrangig, und die Herkunft ist komplett Jacke wie Hose
    (eine bestimmte Aussage in diesem Satz ist völlig ernst gemeint, rate mal welche. Tipp: Je weiter Richtung Satzende du suchst, desto eher wirst du fündig).
    #77AuthorRiKo06 Feb 06, 13:22
    Comment
    Leid duad ma da Woiferl.
    #78AuthorRievilo06 Feb 06, 13:22
    Comment
    @ Schwabologe: danke für die Nachhilfe. Dann habe ich bisher nur atypische Schwaben kennengelernt. Bisher hat jeder, den ich fälschlicherweise als Badner bezeichnet habe, mich gleich als Badenser 'beschimpft' und empört geantwortet, er/sie sei selbstverständlich Schwabe. Danach haben wir uns bisher immer blendend unterhalten, denn diese Rivalität ist doch sowieso nur noch ein Spiel.
    Btw. in deinem fachlichen Vortrag hast du irgendwie den allemannischen Ursprung rausgelassen... ;-)
    @MoccaFaux: du hast die Bayern vergessen. Für mich als 'Pseudo-Badner' (da sowieso nur zur Hälfte und dann noch mit mangelhaften Dialekt-Kenntnissen) hat Norddeutschland immer erst hinter Frankfurt begonnen ;-)

    PS: ich finde es angenehm nun in einer Gegend zu wohnen, in der man nicht mehr unangenehm auffällt, weil man keinen extremen Dialekt spricht. In meiner Jugend dachten diejenigen mit ausgeprägtem Dialekt häufig, ich würde sie nicht verstehen, obwohl sie wussten, dass ich in derselben Gegend aufgewachsen bin. Es ist für ein Kind einfach nicht schön, wenn Leute versuchen extra langsam und deutlich zu reden, bloß weil man nicht in breitestem Dialekt antwortet. Ich wäre über weniger Dialekt froh gewesen. Dann hätte ich nicht dauernd das Gefühl gehabt, eine Fremde in meiner Heimat zu sein.
    #79Authorpuck06 Feb 06, 13:23
    Comment
    Sehr schön finde ich auch österr. "mir ist fad" für "mir ist langweilig".

    LG...
    #80AuthorMarlenchen06 Feb 06, 13:24
    Comment
    @wolfson
    Aber ist es nicht genauso Schwachsinn, Leute die Dialekt sprechen, a priori als Bauerntölpel abzuurteilen? Sollen jetzt alle sprachlichen Unterschiede eingeebnet werden? Jeder Hannoveraner Deutsch sprechen? Ich selbst spreche Hochdeutsch als Österreicher in Österreich, was mich zu einem ziemlichen Exoten hier macht. Ich tue das, weil es mir gefällt und ich das Hochdeutsche schön finde, aber auf einen Sprachzentralismus à la France, indem nur noch eine Variante die gute und richtige ist, darauf kann ich pfeifen.
    #81AuthorRai06 Feb 06, 13:26
    Comment
    @puck

    Alemannisch ist letztlich nur eine Spielart des Schwäbischen, oder umgekehrt, wenn Dir das besser gefällt.

    Ein Schwabologenkollege, der sogar promoviert hat in schwäbischer Historie, hat das mal zusammenfassend etwa so beschrieben.

    Schwaben (nicht politisch sondern stammesgeschichtlich gesehen umfasst etwa folgende Gegenden:
    Schweiz, wo Schwayzerdütsch geredet wird, Vorarlberg, Elsaß, Schwarzwald, Oberschwaben, Ostbayern (bayerisch Schwaben), Hohenlohe bis zur Sprachgrenze nach Franken, Der Bereich nördlich der Schwäbischen Alb bis zur pfälzischen Sprachgrenze.

    Also Ihr Badener, verliert Eure Komplexe, Ihr seid Teil dieser großartigen Landschaften und dieses großartigen Menschenschlages.
    #82AuthorDer Schwabologe06 Feb 06, 14:00
    Comment
    Im technischen Bereich findet man in A auch sehr häufig das Wort "situiert".


    "Das Maschinenhaus ist direkt neben dem Stausee situiert"
    #83AuthorKln06 Feb 06, 14:03
    Comment
    "Allfälliges"


    auf der Tagesordnung oft in A, wo es in D "Verschiedenes" heißen würde
    #84AuthorKln06 Feb 06, 14:04
    Comment
    Mein lieber Schwabologe, "schwyzerdütsch" heißt das. Und was du da als schwabische Dialektgruppe beschreibst, heißt in der Sprachwissenschaft Alemannisch. (Und bildet zusammen mit dem Bairischen das Oberdeutsche - komisch, wie wenige Leute das in der Schule gelernt zu haben scheinen.)
    #85Authortigger, auch was weiß06 Feb 06, 14:10
    Comment
    ...und die Himmelsrichtungen sind die, lieber Schwabologe, zumindest in Bayern durcheinander gekommen
    #86Authorjo-SR06 Feb 06, 14:21
    Comment
    kriegst ein r für das e
    #87Authorjo-SR06 Feb 06, 14:22
    Comment
    Achja, nachdem so viel über dialekte geschrieben wurde:

    Ich bin in Wien geboren, habe immer dort gelebt und spreche "österreichisches hochdeutsch"; soll heissen dass ich die österr. wörter verwende, meine aussprache aber keine dialektische färbung hat. Es gab die nicht im elternhaus und auch nicht in der schule. So richtig ausgiebig damit in kontakt gekommen bin ich erst beim Bundesheer und da muss man dann doch feststellen dass das wienerische kein dialekt ist, sondern ein soziolekt, einer der mit dem eigentlichen wiener dialekt auch nichts gemeinsam hatte. Leider ist der wiener dialekt ausgestorben, so wie es wohl auch in München der fall sein wird.

    Achja, und warum ich jetzt damit überhaupt erst angefangen habe: aufgrund meiner fehlenden dialektischen färbung halten mich viele Österreicher (für die das selbstverständlich ist) für einen deutschen. Ein deutscher würde jedoch nie auf die idee kommen dass ich deutscher wäre, da ich nämlich "so komische wörter" verwende. Diese wörter fallen uns Österreichern aber gar nich auf, weil sie für uns so selbstverständlich sind: Marillen, Ribisel, Zwetschken, Topfen(golatsche), etc.
    #88AuthorBartholomew06 Feb 06, 14:24
    Comment
    @Schwabologe: dass die von dir beschriebenen Gebiete einen sprachlichen Ursprung aufweisen, darin stimme ich voll und ganz mit dir überein. Ich habe allerdings gelernt, dass dies das Allemannische ist.

    PS: ich habe keine Komplexe, was meine badische Abstammung anbelangt. :-)
    #89Authorpuck06 Feb 06, 14:25
    Comment
    @ Bartholomew
    Ich muss dir widersprechen. Ich bin kein Wiener, habe aber selbst einige Jahre dort gelebt und bisher ist mir noch kein einziger Wiener untergekommen, der Hochdeutsch spricht und diejenigen, die es versuchen, sprechen auch nicht akzentfrei. Sehr viele Wiener - vorallem die Jungen - sprechen eine Mischform zwischen Dialekt und Hochsprache, mit zum Teil uuuurkomischen Auswüchsen ;-). Ausserdem, mit akzentfreiem Deutsch (sollte es so etwas geben) würde/wird man in Österreich nicht als Landsmann (an-)erkannt. Es stimmt aber sicherlich, dass der Dialekt in Wien ein Soziolekt ist und vorallem immer mehr dazu wird, was eigentlich schade ist, wenn ich an Qualtinger oder Ostbahnkurti denke.
    #90AuthorRai06 Feb 06, 14:40
    Comment
    Total daneben find ich, wenn jemand, der eigentlich Dialekt spricht, krampfhaft versucht, hochdeutsch zu reden. Ein Kumpel von mir probiert das. Komisch ist es deshalb, weil man zum einen an der Vokalfärbung deutlich hört, woher er ist, und ihm zum anderen manchmal mitten drin ein total schwäbisches Wort rausrutscht. Aber er hat halt leider die Auffassung, dass Dialekt (oder in diesem Fall schwäbisch) nur von dummen Bauern auf dem Land geschwätzt wird. Wir kommen beide aus nem kleinen Kaff, stehen beide kurz vor dem Diplom und waren beide längere Zeit im Ausland - soviel zu dumm und beschränktem Horizont. Ich red auch hochdeutsch, wenn mein Gegenüber meinen Dialekt nicht versteht, aber ich schäm mich nicht dafür, dass ich eigentlich schwäbisch schwätz :-)

    Übrigens @Bartholomew: Zwetschgen gibt's bei uns auch :-)
    #91Authorrd - de06 Feb 06, 14:46
    Comment
    @rd - de
    Ja, gebe dir vollkommen Recht, was das betrifft. Voll peinlich, wenn einer, der normal Dialekt spricht, im Fernsehen versucht Hochdeutsch zu sprechen und dann trotzdem untertitelt wird :-). Ist aber auch gar nicht so leicht, wenn man damit anfängt und die (oder überhaupt irgend eine) hochdeutsche Satzmelodie noch nicht drauf hat. Ich habe mir anfangs selbst zugehört und gedacht: "Das hört sich aber Sche/*$e an!".
    #92AuthorRai06 Feb 06, 14:54
    Comment
    Ich finde es aber noch fürchterlicher wenn jemand krampfhaft versucht dialekt zu sprechen, obwohl der/diejenige nunmal hochdeutsch spricht. Eben die versuche von nördlich angesiedelten deutschen den Oachkoatzlschwoaf auszusprechen. Aber halt ganze sätze.
    Ich würde jedenfalls nie auf die idee kommen versuchen z.b. sächsisch zu sprechen (abgesehen davon, dass ich es sowieso nicht verstehe komme ich da einfach überhaupt nicht hinein).
    #93AuthorBartholomew06 Feb 06, 15:06
    Comment
    > Im technischen Bereich findet man in A auch sehr häufig das Wort "situiert".

    Im technischen Bereich findet sich so Einiges :-) Auf Fabrikschildern deutscher Maschinen steht "Hersteller", auf österreichischen "Erzeuger". Als Deutscher denkt man dabei unbewusst an Naturalien.
    Wie ist das mit den Titeln? Wird ein Ingenieur mittlerweile mit seinem Namen angeredet oder mit "Herr Ingenieur"?
    #94AuthorTill Mandt06 Feb 06, 15:55
    Comment
    Fang nicht mit den titel an, das ist eine sache die ich als wiener schon beim besten willen nicht durchschaue. Aber es gibt definitv menschen die andere nur mit ihren titeln anstatt einem namen ansprechen.

    Naja bei uns ist es halt so dass auf die studenten geschimpft wird, was das zeug hält und sobald sie aber einen titel haben wirdvor ihnen gebuckelt.
    #95AuthorBartholomew06 Feb 06, 16:25
    Comment
    tigger
    "schwyzerdütsch": stimmt natürlich, da ist mir doch mit meinen dicken Fingern das A noch rein gerutscht

    jo-SR
    Westbayern natürlich hast ja recht, da sind mir wohl beim Blick nach Osten von B-W nach BY die Himmelsrichtungen durcheinander gekommen.

    tigger und puck
    "heißt in der Sprachwissenschaft Alemannisch"

    Aus Sicht eines Schwabologen ist Alemannisch natürlich Schwäbisch, auch wenn die restliche Sprachwissenschaft das Abgrenzungsbedürfnis gewisser schwäbischer Untergruppen berücksichtigen muss.

    Die Schwabologie braucht natürlich keine solche übertriebene "political correctness" zu betreiben. Das ist ja u. a. das Schöne an dieser Disziplin.
    #96AuthorDer Schwabologe06 Feb 06, 16:55
    Comment
    @ puck (de)

    bezüglich "hartes d" und so:
    es gibt die österreichische Gruppe ATTWENGER, die schräge und kritische Musik macht (fm4-Hörer [österreichisches Alternativradio in deutsch/englisch] kennen sie).
    Deren letzte Single heißt "Dog" und zwar nicht nach dem englischen Ausdruck für "Hund" sondern für "Tag" im mittelösterreichischen Dialekt :-)
    (das ist ganz grob gesehen auch mein Dialekt)
    #97AuthorIngrid (AT) 06 Feb 06, 16:55
    Comment
    @ Schwabologie-Zweifler

    Nur der Vollständigkeit halber:
    Die schwäbische Sprachgruppe war ja früher mal fast vollständig unter gleicher politischer Leitung, nämlich im Herzogtum Schwaben.

    Nachzuschauen unter:

    http://www.s-line.de/homepages/m-ebener/Karte...

    ..... was die Schwabologie sp alles ans Tageslicht bringt
    #98AuthorDer Schwabologe06 Feb 06, 17:00
    Comment
    @ Schwabologie-Zweifler

    Nur der Vollständigkeit halber:
    Die schwäbische Sprachgruppe war ja früher mal fast vollständig unter gleicher politischer Leitung, nämlich im Herzogtum Schwaben.

    Nachzuschauen unter: (irgendwie ist der Link zu lang:)

    http://www.s-line.de/
    homepages/m-ebener/
    KarteIII-2(Schwaben).html

    ..... was die Schwabologie sp alles ans Tageslicht bringt
    #99AuthorDer Schwabologe06 Feb 06, 17:02
    Comment
    sp - so
    #100AuthorSchwabenkorrektor06 Feb 06, 17:03
    Comment
    @Bartholomew: nicht gerade neu, aber gut:

    Zwei Studienkollegen haben zufällig am gleichen Tag Diplomprüfung, der eine am Vormittag, der andere am Nachmittag. Mittags treffen sie einander in der Mensa.

    Fragt der Student, der die Prüfung noch vor sich hat: "sag schon, wie ist es dir gegangen?"

    Antwortet der andere: "Hau ab, du Studentenpack ..."
    #101AuthorChris_791 (AT)06 Feb 06, 17:04
    Comment
    @Schwabologe: sollen wir nun eine Henne/Ei Diskussion starten? Was war früher da? Die allemannischen Stämme oder das Herzogzum Schwaben? ;-)
    Trotzdem danke für den Link. War interessant sich anzusehen, was früher alles zu Schwaben gehört hat.
    Dennoch wird dir sicher jeder Liguist widersprechen, wenn du sagst, dass Allemannisch nur 'eine Spielart' des Schwäbischen ist.
    Darauf hat sich der Protest von tigger und mir bezogen.

    Mein zweiter Einwand galt der Pauschalisierung, dass 'vorwiegend die Badener auf die Schwaben schimpfen'. Wie gesagt, meine Erfahrungen sind da anders :-)
    #102Authorpuck06 Feb 06, 18:08
    Comment
    Badener, Scwaben,...wenn man lang genug zurückgeht sind wir ja alle Ostafrikaner.
    #103AuthorDH06 Feb 06, 18:12
    Comment
    @puck: Du meintest, dass das Ganze nicht so ernst zu nehmen sei. Da hast Du für die allermeisten Fälle Recht, aber mir ist aufgefallen, dass die ganz wenigen verbissenen Fälle, die ich kennen gelernt habe, weit überwiegend Badener waren, sich nur ganz ganz wenige Württemberger darunter befanden.

    Darüber muss man sich aber nicht wundern, wenn auch der spätere OB von Karlsruhe im Wahlkampf wörtlich "wider den schwäbischen Zentralismus" wetterte.

    Wie gesagt, nur Einzelfälle.

    Ach ja, bevor Du denkst, wieder jemand aus Württemberg würde über Badener schimpfen: ich bin württembergisch-badischer Grenzgänger. Auf dem Gymnasium in Pforzheim wurde ich zum Teil als "Sauschwâb" bezeichnet, im Studium in Tübingen dann als "Gelbfüßler" .....

    .. und jetzt sind wir dann völlig vom Thema dieses Fadens weg. :-)
    #104Authorneutrino06 Feb 06, 18:23
    Comment
    @DH: deine Bemerkung gefällt mir. Demnach würde sich jede weitere Diskussion erübrigen. Aber ich hoffe trotzdem, dass der Faden weitergesponnen wird.
    #105AuthorHeinz H07 Feb 06, 06:40
    Comment
    Noch eine ö Besonderheit, auf jeden Fall eine wienerische:

    Das "Durchhaus"

    Bezeichnung für Mietskasernen mit einem oder mehreren Hinterhäusern, wo das vordere haus eine Durchfahrt in den Hinterhof hat.
    #106AuthorKln07 Feb 06, 08:38
    Comment
    noch ein paar Ausdrücke aus dem Vertragswesen bzw. Behördenschriftverkehr:

    Das gegenständliche Verfahren - das hier betroffene Verfahren

    Rücklass - Einbehalt

    Vorschreibungen - Auflagen
    #107AuthorKln07 Feb 06, 08:46
    Comment
    <das letzte Mal OT>
    @neutrino: irgendwie schade, dass meine Erfahrungen sich da nicht ganz mit euren decken. Dann hab ich bisher also wohl eher die netten Badner kennengelernt :-)
    Außerdem haben wir Grenzgänger sowieso ein ganz anderes 'Feindbild': die Vagges (Elsässer) :-)
    Außer den Lebensmitteln (Marillen, Ribisl usw) ist mir noch 'leiwand' ein immer wieder gerne gehörter Begriff. Sonst sind meine Verständnisprobleme häufig einfach nur Probleme mit der Aussprache. Ich fände es spannend noch weitere begriffliche Unterschiede hier zu lesen.
    Ich finde die Unterschiede zwischen 'Bundesdeutsch' und dem 'österreichischen Deutsch' sehr schön. Die haben bisher auch immer für heitere Gespräche mit meiner österreichischen Verwandschaft geführt. Interessanterweise sind es meist wir Deutschen, die die Österreicher nicht verstehen. So zumindest mein Eindruck. Kann das jemand bestätigen?
    #108Authorpuck (de mit at-Abstammung)07 Feb 06, 09:11
    Comment
    ah noch etwas, das mir aufgefallen ist: 'Bitte den Rasen nicht zu betreten'.
    Diese Schilder standen früher überall in Wien rum. Ich weiß gar nicht, ob es die immer noch gibt.
    #109Authorpuck07 Feb 06, 09:14
    Comment
    @puck: "leiwand" ist ausschließlich Wienerisch, und zwar wirklich innerhalb der Stadtgrenze.

    @Kln: "Durchhäuser" gibt es auch in Salzburg. Das sind aber keine "Mietskasernen", sondern Altstadthäuser mit "Duchgangsbogen"
    #110AuthorChris_791 (AT)07 Feb 06, 09:15
    Comment
    @Chris: interessant. Meine Verwandten sind alle Niederösterreicher. Einer davon arbeitet aber in Wien. Vielleicht hat der das ja 'eingeschleppt' :-) Ich werd mal bei Gelegenheit nachfragen.
    #111Authorpuck07 Feb 06, 09:19
    Comment
    @chris_791:
    "Durchhaus" hab ich als Salzburgerin noch nie gehört.

    für "leiwand" kann ich dich bestätigen.
    aber auch immer mit dem dazugehörigen "ur-"
    ursuper urleiwand urlässig urgut etc (find ich ganz lustig, wenn ich mit Wiener Freunden/Bekannten spreche, aber kann auf Dauer auch nerven)
    #112AuthorIngrid (AT) 07 Feb 06, 09:31
    Comment
    @chris und @puck

    mich hätte schon lange mal interessiert, was leiwand eigentlich genau bedeutet - oder lässt es sich genauso wie z.b. das bayerische "fei" gar nicht wirklich übersetzen. (des is fei scho guad) ;-)))

    #113Authorbibi07 Feb 06, 09:33
    Comment
    @bibi: das werden die Österreicher jetzt sicher verbessern. Als Deutsche kann ich ja nur das widergeben, was mir erklärt wurde. 'Leiwand' verstehe ich als sowas wie 'cool/super/stark'.
    #114Authorpuck07 Feb 06, 09:45
    Comment
    @Ingrid: aber geh ;-) Die Buchhandlung "Höllriegel" ist ein Durchhaus, genauso wie jedes zweite Haus zwischen Getreidegasse und den Parallelgassen.

    @bibi: als Nicht-Wiener weiß ich selber nicht genau, was "leiwand" bedeutet ;-)
    #115AuthorChris_791 (AT)07 Feb 06, 09:55
    Comment
    Stimmt, leiwand bedeutet ca. super. (Bin auch keine Wienerin.) Übrigens ist die Herkunft dieses merkwürdigen Ausdruckes vollkommen ungeklärt.

    Und "ur-" finde ich ja besonders toll, wenn es nicht als Präfix, sondern gleich als Adverb verwendet wird! "Das freut mich ur." Faszinierend.

    @puck: Nona (um ein weiteres schönes Wort anzubringen) verstehen die Österreicher die Deutschen besser, Bundesdeutsch ist ja viel verbreiteter in den Medien, ganz einfach weil die Sprechergruppe viel größer ist. Dagegen müssen Deutsche schon bewusst Arte und 3Sat schauen oder dezidiert österreichische Autoren lesen, um die österreichische Standardsprache zu "lernen".
    #116Authortigger07 Feb 06, 10:20
    Comment
    Nona: kommt mir ein wenig bekannt vor, habe ich aber wohl ehr für so eine Art 'Na' entziffert. :-)
    Können wir vielleicht zu den österreichen Worten noch eine kleine Erklärung oder 'Übersetzung' ins Bundesdeutsche liefern. Dann wäre die Möglichkeit, direkt dazuzulernen.
    Was genau bedeutet 'nona'?
    #117Authorpuck07 Feb 06, 10:27
    Comment
    Wunderbare "Bundesdeutsche" Wörter sind für mich:
    Popel(=Rotz) und popeln(=?fumeln?)
    #118Authoralbin (Ö)07 Feb 06, 11:58
    Comment
    @puck: nona heißt soviel wie "sicher", "natürlich", "eh klar".
    Nona versteh i bundesdeitsch -> Natürlich verstehe ich Bundesdeutsch.
    #119Authorkrümel7307 Feb 06, 11:59
    Comment
    Sorry, ich bin nach wie vor zu blöd, einen Link hierher zu kopieren.

    Aber schaut Euch mal das an:

    http://www.links234.at/links234/dialekt.htm

    Da gibt's echt ein paar nette österreichische Ausdrücke.
    #120Authorausflip07 Feb 06, 12:32
    Comment
    Oh, es hat doch geklappt mit dem Link *freu*
    #121Authorausflip07 Feb 06, 12:33
    Comment
    @Albin: popeln ist eigentlich erst mal 'in der Nase bohren'. Man kann es aber auch im Zusammenhang 'herumfummeln/herumfingern' verwenden.
    "Jetzt popel doch nicht dauernd an dem Knoten rum. Du verhedderst ihn ja nur noch mehr."
    :-)
    #122Authorpuck07 Feb 06, 12:33
    Comment
    @tigger: Also das mit dem Ur- - ich halt das ur-nicht aus!
    #123Authorausflip07 Feb 06, 12:36
    Comment
    hier ein artikel zu "fei":
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/1...

    gruß,
    #124Authorigorella07 Feb 06, 12:38
    Comment
    Ich habe das jetzt alles gelesen und kann gar nicht glauben, dass der WIRKLICHE Grund für die Abneigung der Badner gegenüber den Schwaben hier nicht auftaucht... das hat doch über hauptnichts mit "Minderwertigkeitskomplexen" zu tun! Die Badener wurden bei der Volksabstimmung am 9. Dezember 1951 beschissen! :-)

    Ein kurzer Geschichtsexkurs:
    Es hab die Volksabstimmung, ob das damalige Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden zu Baden-Württemberg zusammengefasst werden sollen oder nicht. Für die Abstimmung wurde das Gebiet in 4 Teile aufgeteilt: Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg-Hohenzollern, Südbaden. Bei der Abstimmung sprachen sich fast alle Württemberger FÜR Ba-Wü aus. Auch in Nordbaden wurde dafür gestimmt. Südbaden allerdings war dagegen. Von den Zonen her stand es also 3 zu 1, betrachtet man aber die Gesamtzahl aller Badner, haben sich mehr als die Hälfte von ihnen GEGEN den Zusammenschluss ausgesprochen. So wurde also der neue Staat gegründet, obwohl die Badener eigentlich dagegen waren... Und da kann man es uns Badnern doch nicht vorwerfen, dass wir was gegen die Schwaben haben! ;-)

    (Selbstverständlich war der Zusammenschluss rein wirtschaftlich gesehen etc. gut für Baden, ABER ES GEHT UMS PRINZIP! :-))) )

    ♫ Drum grüß ich dich mein Badnerland... ♪ ♫ :-)
    #125AuthorMelanie07 Feb 06, 12:46
    Comment
    cool... besonders toll finde ich bei den Redewendungen: 'des is ma Blunzen' (das ist mir egal) und 'I hau mi über die Häuser' (ich gehe weg)...
    Tripstrü find ich lustig, weil es in Süddeutschland einen kleinen Freizeitpark namens 'Tripstrill' gibt :-)
    Ich merke aber schon. Meine Verwandtschaft spricht mit mir offensichtlich 'Hochdeutsch/Hochösterreichisch' (wie soll ich das denn nennen?).
    Immerhin habe ich noch die Redewendung: 'zah au bevor i a noa wer' (jetzt mach schon bevor ich die Geduld verlier) wiedererkannt. Jetzt weiß ich wenigstens, was das auf Österreichisch war :-)
    toller link
    #126Authorpuck07 Feb 06, 12:46
    Comment
    Ach ja, sorry für den langen offtopic-Beitrag, aber ich konnts mir einfach nicht verkneifen....
    #127AuthorMelanie07 Feb 06, 12:48
    Comment
    Hallo Melanie... nicht am Rätsel raten?
    lach...
    #128Authorpuck07 Feb 06, 12:50
    Comment
    super Link, ausflip!
    allerdings sind nicht alle Wörter überall gebräuchlich (nur für's Protokoll) - und auch nicht überall in der dort geschriebenen Aussprache. Beispielsweise sind v.a. auf der ersten Seite einige, die ich eindeutig als steirisch-bellend einstufen würde :-)
    "Zwirnblader" find ich toll, kannte ich noch nicht.

    @Chris_791:
    ich weiß was du meinst, aber ich hätte noch nie "Durchhaus" dazu gesagt. Frag mich aber nicht, wie ich das nenne...
    #129AuthorIngrid (AT) 07 Feb 06, 12:58
    Comment
    Och Melanie, jetzt bitte nicht was weglassen: die Volksabstimmung wurde doch dann aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts am 7. Juni 1970 wiederholt. Das BVerfG hatte entschieden, dass die Badener - und nur sie - nochmals abstimmen sollten. Bei dieser Volksabstimmung in Baden stimmten dann 81,9 % der Badener für Baden-Württemberg.
    #130Authorneutrino07 Feb 06, 13:25
    Comment
    neutrinole so ernst war der Beitrag ja auch net zu nehmen ;-) Ich werd bei Gelegenheit mal ne Umfrage im Badnerländle starten, wer 1970 noch gegen die Zusammenlegung gestimmt hat :-)
    PS: bevor du uns zuviel Patriotismus vorwirfst. Wenn es die Melanie aus dem Rateforum ist, dann haben weder sie noch ich mit abgestimmt :-)
    #131Authorpuck07 Feb 06, 13:33
    Comment
    Nochmals zu "nona": die Betonung liegt auf dem "a", man schreibt alternativ auch "no na". Wie schon erwähnt, bedeutet der Ausdruck soviel wie "was denn sonst?". Eine "No-na-Frage" ist eine rhetorische Frage. besonders gern werden solche Fragen von den Unterschriftenkeilern gestellt, die einem in den Fußgängerzonen auflauern:

    "Sind sie gegen Tierqälerei?"
    "No na - dafür werd' ich sein ..."

    @Ingrid: ad Durchhaus: <www.google.com/search?sourceid=navclient&hl=de&ie=UTF-8&rls=SUNA,SUNA:2006-05,SUNA:de&q=salzburg+durchhaus>
    #132AuthorChris_791 (AT)07 Feb 06, 13:35
    Comment
    Nochmals zu "nona": die Betonung liegt auf dem "a", man schreibt alternativ auch "no na". Wie schon erwähnt, bedeutet der Ausdruck soviel wie "was denn sonst?". Eine "No-na-Frage" ist eine rhetorische Frage. Besonders gern werden solche Fragen von den Unterschriftenkeilern gestellt, die einem in den Fußgängerzonen auflauern:

    "Sind sie gegen Tierqälerei?"
    "No na - dafür werd' ich sein ..."

    @Ingrid: ad Durchhaus: <www.google.com/search?sourceid=navclient&hl=de&ie=UTF-8&rls=SUNA,SUNA:2006-05,SUNA:de&q=salzburg+durchhaus>
    #133AuthorChris_791 (AT)07 Feb 06, 13:36
    Comment
    neutrino, du meinst, diese Abstimmung, die das BUndesverfassungsgericht zwar 1956 beschlossen hatte und die dann aber 14!!! Jahre herausgezögert wurde??? ;-)

    Außerdem: Blöd ist der Badener ja nicht. Wie gesagt, rein rational betrachtet war der Zusammenschluss ja von Vorteil... und 20 Jahre Ba-Wü hatten das damals auch bestätigt...
    #134AuthorMelanie07 Feb 06, 13:36
    Comment
    Nochmals zu "nona": die Betonung liegt auf dem "a", man schreibt alternativ auch "no na". Wie schon erwähnt, bedeutet der Ausdruck soviel wie "was denn sonst?". Eine "No-na-Frage" ist eine rhetorische Frage. Besonders gern werden solche Fragen von den Unterschriftenkeilern gestellt, die einem in den Fußgängerzonen auflauern:

    "Sind sie gegen Tierqälerei?"
    "No na - dafür werd' ich sein ..."

    @Ingrid: Durchhaus einfach die beiden Wörter "Salzburg" und "Durchhaus" in Google eingeben ;-)
    #135AuthorChris_791 (AT)07 Feb 06, 13:37
    Comment
    puck, ja ich bins :-) (Und wenn mich Leo lässt, dann rate ich auch gleich mal wieder mit :-))

    Und ja puck, hat recht. Natürlich war das nicht so ernst gemeint - auf jeden Fall nicht von mir. Trotzdem finde ich, dass man als Grund für die Abneigung zwischen Stuttgart und Karlsruhe nicht einfach irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe anführen sollte. Es gibt eben diesen realen Grund, warum manche (älteren) Badner eine Abneigung gegen Schwaben (oder sogar Nordbadner ;-)) haben. Nenn sie nachtragend und kurzsichtig, aber es ist so... Badner sind ich blöd, aber auch nicht perfekt ;-)

    Ich persönlich mache mir da einfach immer nur nen rießen Spaß daraus, über die lieben Schwaben zu schimpfen. Und ich bin sicher, dass es viele genauso machen wie ich.
    #136AuthorMelanie07 Feb 06, 13:48
    Comment
    Noch einmal off-topic (?)

    @rai: Ich bin mir nicht bewußt, jemanden aufgrund seines Dialektes als Trottel bezeichnet zu haben. Bayern hat ganz andere Probleme als seine Sprache! (Ich habe übrigens in Bayern bisher noch keinen Nicht-Bayern getroffen, der mir bei dem Entwicklungshelfer widersprochen hätte).
    Außerdem habe ich auch nicht vorgeschlagen, daß die Sprache zentralistisch eingeebnet wird. Allerdings hat mir immer noch niemand erklären können, wieso mit Gewalt verschiede Dialekte am Leben gehalten werden sollten.

    @Schwabologe: Sorry, ich dachte, es geht hier um unterschiedliche Wörter in verschiedenen Varianten des Deutschen, um Dialekt und das eventuelle Verschwinden des selbigen. Da habe ich wohl was falsch verstanden.

    Was das Verhalten und die "großzügige" Sichtweise der Schwaben angeht, weiß ich nicht, in welchen Kreisen Du Dich bewegst, aber meine Erfahrungen decken sich eher mit denen von MoccaFâux. Und z. B. die bayerischen Schwaben ignorieren großzügig, daß der größte Teil Schwabens in Württemberg liegt (wie überhaupt viele Bayern m. E. eine etwas verschobene Sicht ihrer Bedeutung haben), wie sonst könnten sie den Augsburger Plärre als "größtes Volksfest Schwabens" bezeichnen? Von denen war wohl noch nie jemand in Bad Cannstatt ...

    Und was die Komplexe angeht, die erlebe ich eher bei den Schwaben als bei den Badenern. Wieso sonst meinen sie, ich würde aus Arroganz hochdeutsch sprechen? (Dabei ist es Rücksicht auf das Zwerchfell meines Gegenübers aufgrund totalen Unvermögens, einen Dialekt auch nur halbwegs "korrekt" wiederzugeben)

    An welchem Wort erkennen sich Schwaben, die sich irgendwo auf der Welt begegnen, eindaeutig wieder? Welches Wort bringt kein Nichtschwabe korrekt ausgesprochen über die Lippen? "O-aah-gnehm" (Für die korekte Orthographie übernehme ich keine Garantie). Noch Fragen?

    Aber zurück zum Thema: Entweder wir akzeptieren, daß Sprache lebt, sich verändert, und in Zeiten der Globalisierung, neuer Kommunikations- und Reisemöglichkeiten sich stärker vermischt und anpaßt, oder wir schließen uns in eine Glasglocke ein und verweigern jeden Fortschritt. (Ein Lehrer von mir schlug dereinst vor, um ganz Südbaden eine Mauer zu ziehen, damit die Schwaben nciht mehr reinkommen. Meinen Vorschlag, dann noch ein Dach drüber zu machen, dann hätten wir eine geschlossenen Anstalt, fand er merkwürdigerweise gar nicht witzig.)

    @Rievilo: Ich kenne auch noch Leute unter 40, die die Münchener Sprachfärbung haben. So schnell wird das also wohl nicht gehen.
    #137Authorwolfson07 Feb 06, 14:09
    Comment
    @Melanie

    Irgendwie muss ja die Abneigung der Badener schon vorher bestanden haben, wenn sie mit NEIN gestimmt haben.



    Nun aber wieder zum Thema:

    "Das geht sich aus" ist auch so eine AT-Besonderheit
    #138AuthorKln07 Feb 06, 14:32
    Comment
    @wolfson

    "weiß ich nicht, in welchen Kreisen Du Dich bewegst"

    In Schwabologenkreisen meistens, natürlich.




    "aufgrund totalen Unvermögens, einen Dialekt auch nur halbwegs korrekt wiederzugeben".

    Wieso versuchst Du's nicht einfach mit Deinem eigenen?
    #139AuthorDer Schwabologe07 Feb 06, 14:38
    Comment
    @wolfson

    "Aber zurück zum Thema: Entweder wir akzeptieren, daß Sprache lebt, sich verändert ........"


    Das Thema dieses threads ist doch ein ganz anderes
    #140AuthorKln07 Feb 06, 14:51
    Comment
    Also zu "nona" fällt mri auch noch das wunderbare "Na no na ned!" einfallen. Das ganze drückt dann so viel wie "Was denn sonst!?" aus.

    Dazu gibt es aber von Josi Prokopetz auch etwas ausführlichers in einem seiner kabarett programme.
    #141AuthorBartholomew07 Feb 06, 17:23
    Comment
    Melanie: ;o), ja die meinte ich .... (bisschen frozzeln ist doch erlaubt, oder?) Außerdem haben die Badener so viel oder wenig Grund für Komplexe wie die Württemberger auch ...

    puck: ich hab auch nicht mit abgestimmt 1970 ... und wo werd ich Euch denn Patriotismus vorwerfen? BTW: die Württemberger sind auch nicht doof ... naja, die meisten zumindest nicht *gg*
    #142Authorneutrino07 Feb 06, 17:29
    Comment
    Nochmals zu "nona": die Betonung liegt auf dem "a", man schreibt alternativ auch "no na". Wie schon erwähnt, bedeutet der Ausdruck soviel wie "was denn sonst?". Eine "No-na-Frage" ist eine rhetorische Frage. Besonders gern werden solche Fragen von den Unterschriftenkeilern gestellt, die einem in den Fußgängerzonen auflauern:

    "Sind Sie auch gegen Tierquälerei?"
    "No na - dafür werd' ich sein ..."

    @Ingrid: einfach die beiden Wörter "Salzburg" und "Durchhaus" in Google eingeben ;-)
    #143AuthorChris_791 (AT)07 Feb 06, 17:35
    Comment
    Das hier passt zwar nicht ganz zum Thema, hat aber doch indirekt mit den Sachen zu tun, die hier u.a. diskutiert wurden (Bayern=anders als Restdeutschland, traditionsbewusst aber doch weltoffen etc.).

    Es geht um die sogenannten "Schwuhplattler", eine schwule Trachtengruppe aus Uffing am Staffelsee (in welcher Generation bei denen echtes bayerisches Blut fließt, bleibt offen aber der Name von deren Chef, Sepp Stückl, klingt authentisch), über die der Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbandes Folgendes meinte:

    "Das trifft das Herz des Urbayern und ist einfach irgendwo atypisch. Das gehört sich nicht, und das hat auch der Schuhplattler nicht verdient, dass er irgendwie für so was missbraucht wird. Dass man da in der Gruppe auftritt, ja gut, sollen die das irgendwo. Aber meinetwegen muss man da nicht in der Öffentlichkeit auftreten."
    (http://www.taz.de/pt/2001/04/28/a0224.1/text)

    #144AuthorGero07 Feb 06, 18:05
    Comment
    @Gero: Quod erat demonstrandum

    @Schwabologe: mein "Dialekt", wie Du es zu belieben nennst, ist nun mal das Hochdeutsche, und wenn ich rede, wie mir der Mund gewachsen ist, kommt deshalb auch ein (nur leicht süddeutsch eingefärbtes) Schriftdeutsch heraus.

    @Kln: Das Thema des Fadens hatte sich gegenüber dem des ersten Beitrages leicht gewandelt. Auf dieses neue Thema bezog mich mein leicht (?) provokanter Beitrag, und nachdem Leo ein bißchen Probleme mit dem Zugang bereitet hatte und ich "nebenbei" am Blubbern war, war ich zu einem Zeitpunkt, zu dem viele schon wieder beim Ursprungsthema gelandet waren, m. E. einigen Leuten noch eine Antwort schuldig. Daher mein "zurück zum Thema".

    Ich finde übrigens, daß die wichtigste Essenz diese Fadens eigentlich schon im ersten Beitrag enthalten ist:
    "Jetzt habe ich ein paar Mal mit gutem Gewissen, Wörter für unbekannt erklärt, und wurde dann eines Besseren belehrt."
    Dies sollte sich doch jeder zu Herzen nehmen, bevor er, was immer wieder vorkommt, bestimmte Wörter kategorisch als "Falsch" bezeichnet.
    Stattdessen zu sagen "Dieses Wort kenne ich nicht" wäre doch die angemessenere Ausdrucksweise, oder nicht?

    BTW: Auch in meinem engen Freundeskreis finden sich sowohl Bayern wie Schwaben wie Badener wie ..., und nicht jede(r) davon sieht mich hier als Entwicklungshelfer ;-)
    Ja, und von der Qualität der Ausbildung an der östereichischen HTL bin ich sehr beeindruckt!

    Und, diesmal zum Thema: bei "leiwand" gefällt mir auch die negierte Form "nicht sehr leiwand"
    #145Authorwolfson &lt;de&gt;07 Feb 06, 18:23
    Comment
    @chris:
    dann ist dieses Wort wohl durch_aus an mir vorüber gegangen :-)
    hab ich ehrlich noch nie gehört.
    #146AuthorIngrid AT07 Feb 06, 23:02
    Comment
    Ja gut, des is jetzt natürlich völlig off topic, aber also wenn ich da jetzt zum Beispiel Geros Zitat aus der taz lese, also dann muss ich schon sagen, dann hör' ich im Hintergrund praktisch letzten Endes den Edi, also im Grunde genommen unsern Mnistapräsdentn, und quasi seine "10 Minuten"-Rede!

    Mit anderen Worten: Genau!
    #147AuthorFrank FMH08 Feb 06, 03:02
    Comment
    @wolfson


    "mein Dialekt, wie Du es zu belieben nennst"

    Nun ja, es gibt halt immer Leute, die auf den Dialekt herunterschauen und den Rest der Welt "entwickeln" meinen zu müssen.

    "ist nun mal das Hochdeutsche"

    Du scheinst ja in der Retorte geboren und aufgewachsen zu sein. In diesem Fall wächst man natürlich ohne Dialekt auf.


    "und wenn ich rede, wie mir der Mund gewachsen ist, kommt deshalb auch ein (nur leicht süddeutsch eingefärbtes) Schriftdeutsch heraus"

    Na das hört sich doch schon ganz anders an. Das ist doch genau das, was ich meinte. Rede doch einfach weiter, wie Dir der Mund gewachsen ist und lass es die anderen mit möglichst wenig Entwicklungshilfe auch tun.
    #148AuthorDer Schwabologe08 Feb 06, 08:26
    Comment
    @wolfson und Schwabologe

    Das Thema Dialekt und "Entwicklungshilfe" berührt bei mir zugegebenermaßen auch einen empfindlichen Nerv. Als Süddeutscher, der sich seit langer Zeit einer massiven Einwanderung von Nordlichtern gegenüber sieht, von denen die allermeisten zwar wirklich o.k. sind, bei denen es aber immer wieder selbsternannte Entwicklungshelfer gibt, bin ich da mittlerweile zunehmend genervt.

    Es gibt solche Entwicklungshelfer, die seit Jahrzehnten, z.T. seit ihrer Jugend, im Süden wohnen, und trotzdem vorgeben sie verstünden nichts (selbst wenn man nicht Dialekt, sondern nach der Schrift, aber mit Färbung redet). Die Anmerkungen sind teilweise sogar unverschämt.

    Mittlerweile gehe ich dazu über, Ihnen das Beispiel der Engländer in den Kolonien vorzuhalten, die dort auch darauf bestanden, dass jeder (der was wollte) ihre Sprache beherrscht. Zum Schluss frage ich dann immer, ob ich sie auch mit "Bwana" ansprechen soll.
    #149Authorgremo08 Feb 06, 08:45
    Comment
    @wolfson:
    Hoi, ich muss hier mal kurz intervenieren - meine Beiträge in diesem Faden waren bislang gespickt mit Zynismus und triefend vor Ironie. Keinesfalls möchte ich als unduldsam hingestellt werden. Ursprünglich ging es hier um das Thema 'bundesdeutsches Deutsch verglichen mit österreichischem Deutsch - Unterschiede in der gemeinsamen Sprache', ein kleiner Exkurs in die Gefilde 'Wir in Bayern - Besonderheiten und Abnormalitäten des gemeinen Voralpenlandbewohners' sei gestattet.

    Du möchtest hier nun polarisieren indem du mehr oder minder deutlich versuchst zum Ausdruck zu bringen, dass du pauschal jeden, der Dialekt -gleich welchen- spricht, für ungebildeter, einfältiger und vielleicht auch dümmer hältst, als jemanden, der keinen Dialekt spricht.

    In dieses Boot lasse ich mich nicht zerren.

    Es gibt meines Erachtens so viele Gründe, warum man zusehen muss, dass jeder Dialekt am Leben bleibt und weiterhin gesprochen wird (wobei natürlich auch der Wandel der Zeit, also ein sich verändernder Wortschatz, berücksichtigt werden muss), dass sie hier gar nicht Platz haben. Natürlich ist es so, dass man sich auch *gepflegt respektive allgemeinverständlich* ausdrücken können muss, insbesondere im Berufsleben, wo man Rücksicht nehmen muss auf seine Kollegen und Kunden, die keinen oder einen anderen Dialekt sprechen und einen deshalb womöglich nicht verstehen. Erwiesenermaßen aber ist es für die 'Ausdrucksfähigkeit', das 'Ausdrucksvermögen' förderlich, wenn man es schafft, zwischen Dialekt und Hochsprache zu wechseln, da man ja ganz automatisch über einen wesentlich größeren Wortschatz verfügt. Interessanterweise sind Menschen, die einen Dialekt sprechen (können), auch in orthographischer Hinsicht sehr oft denjenigen, die keinen Dialekt sprechen (können), voraus, d.h. sie machen sehr viel weniger Rechtschreibfehler, haben ein besseres Sprachgefühl (wie im vorangehenden Satz bereits erwähnt), und stehen mit Grammatik und Interpunktion seltener auf Kriegsfuß. Außerdem ist gesprochener, lebender Dialekt ein wichtiger Teil der jeweiligen regionalen Kultur.

    Ein großes Problem liegt in der Tatsache, dass viele Leute einen Dialekt, den sie selbst nicht sprechen, als unangenehm klingend empfinden. Wäre man in der Lage, diese geistige Barriere zu überwinden, dann bräuchte es keine *Entwicklungshelfer*.
    #150AuthorRiKo08 Feb 06, 09:11
    Comment
    Um mal zum Thema zurückzukehren:

    Wenn der gemeine Ösi nicht Schrank sondern Kasten sagt, was sagt er dann zu einem Kasten Bier?
    #151AuthorMW08 Feb 06, 10:14
    Comment
    Da verniedlichen zumindest der gemeine Tiroler und Kärntner den 'Träger' und sagt 'Tragerl', genau wie der gemeine Bayer.
    #152AuthorRiKo08 Feb 06, 10:23
    Comment
    @RiKo: Genau das meinte michdamit, daß ich genauso unduldsam bin wie Du (auch wenn ich es anscheinend in diesem Faden gut versteckt habe)

    Also, um ein paar Mißverständnisse aus der Welt zu räumen (und diesmal bin ich _wirklich_ ernst):
    1) Ich habe nie einen Zusammenhang zwischen Dialekt und Entwicklung gesehen noch ausdrücken wollen, ich habe nur (wohl etwas unüberlegt) die sprachliche Entwicklung als Anzeichen für eine andere Entwicklung (s. u.) gedeutet.
    2) Meine zugegebenermaßen sehr provokative Aussage, ich sei in Bayern als Entwicklungshelfer tätig, hat sich _nicht_ auf die Sprache bezogen, sollte dieser Eindruck entstanden sein, so bitte ich um Entschuldigung für meine mißverständliche Ausdrucksweise. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, daß in Bayern eine Entwicklung in Richtung mehr Toleranz (z. B. Homos), eine stärkere Trennung von Staat und Kirche sowie ein ausgeprägteres Demokratieverständnis für große Teile der Bevölkerung von Vorteil wäre. Darauf bezieht sich meine Aussage mit dem Entwicklungshelfer.
    3) Ich habe (mit Ausnahme einer "Zwangsfaschingsveranstaltung" an unserer Schule im südbadischen) noch nie vorgegeben, einen Dialekt nicht zu verstehen. Im Gegenteil, ich habe es immer als Vorteil empfunden, sowohl die meisten deutschen Mundarten verstehen zu können als auch von den allermeisten Deutschsprechenden verstanden zu werden, und das bezieht sich (eingeschränkt) auch auf Schweizer- und Plattdeutsch.
    4) Man muß nicht in der Retorte geboren oder aufgewachsen sein, um Hochdeutsch als Muttersprache zu haben (wie war das mit der Demagogie?). Außerdem sind bei mir weder Sprachgefühl, Wortschatz, Interpunktion noch Orthographie geringer oder schwächer als bei Menschen, die "zweisprachig" mit Dialekt aufwachsen. - Das "erwiesenermaßen" von Dir, RiKo, würde mich echt interessieren. -
    Im Gegenteil habe ich des öfteren erlebt, daß Menschen nicht in der Lage (oder willens) waren, sich z. B. für einen Kollegen aus einem anderen Teil Deutschlands verständlicher, sprich in Hochdeutsch auszudrücken, trotz entsprechender Bitte. (Ob das auch außerhalb Schwabens vorkommen kann, weiß ich mangels Erfahrung nicht) Damit wird der Zweck der Sprache (Kommunikation) ad absurdum geführt.
    5) Deine unzähligen Gründe, die für den (erzwungenen?) Erhalt von Dialekten würden mich wirklich interessieren, viellecih laufen wir uns ja noch mal bei einem Leo-Treffen über den Weg und können das diskutieren?
    6) Ich bitte alle, denen ich auf den Zehen, dem Ehrgefühl oder sonstigen Extremitäten herumgetrampelt bin, meine Entschuldigung anzunehmen. Anscheinend bricht bei mir manchmal immer noch der Frust der schlechten Erfahrungen aus ein paar Jahrzehnten in Süd(ost)deutschland durch - ich arbeite daran!
    (Schließlich habe ich noch mehr positive Erfahrungen machen dürfen, und meine (Wahl-)heimat liegt mitten im Schwäbischen!)
    #153Authorwolfson (Der jetzt nur noch, wenn weitere entspr… 08 Feb 06, 10:31
    Comment
    @MW: Das ist eine Kiste Bier oder eine Bierkiste (wenn sie leer ist). Einen Kasten Bier kenne ich erst seit ganz wenigen Jahren und ich wusste erst nicht, was gemeint war. :o)
    #154Authoralbin (Ö)08 Feb 06, 10:36
    Comment
    Na was wohl, Albin. Ein ganzer Schrank voll Bier. Na dann Prost! ;-)

    #155Authorpuck08 Feb 06, 11:29
    Comment
    @puck: *LOL* - klingt gut!

    Meine norddeutsche Verwandtschaft liebt (und hat sie auch übernommen) die Phrase: "Schau ma mal"

    Soll herrlich unverbindlich und wenig aussagekräftig sein.
    #156Authoralbin (Ö)08 Feb 06, 11:54
    Comment
    Da fällt mir gerade etwas ein, worüber sich meine Familie und ich vor ein paar Jahren auf einem Wien Besuch amüsiert hat:

    Ein Schild mit der Aufschrift: "Fussgeherquerung" (oder war es "Fussgängerquerung"? - weiß nicht mehr genau)

    Welche Version auch immer es war, in unseren badischen Ohren hatte sich das einfach witzig angehört und wir sind ne ganze Weile grinsend vor diesem Zebrastreifen gestanden... :-)
    #157AuthorMelanie08 Feb 06, 12:19
    Comment
    @Albin: Aber "Schau'n mer mal - dann seh' mer scho"' ist im süddeutschen/schwäbischen/allemanischen/bayerischen (so genau kann ich das nicht einordnen) auch üblich, also nicht so wirklich östereichisch. Aber klasse und universell einsetzbar!
    #158Authorwolfson08 Feb 06, 13:37
    Comment
    genau:

    F: ich geh heut zum friseur.
    A: schau ma mal wies wird.

    F: wie findest du denn meine neue frisur?
    A: passd scho.
    #159Authorthamisat08 Feb 06, 13:48
    Comment
    ist das bei den Badnern nicht 'lueg emol'? (Schreibweise ohne Gewähr *g*) oder ist das wieder die elsässische Einfärbung der Fast-Grenzgänger?
    #160Authorpuck08 Feb 06, 14:32
    Comment
    Lüeg emol > Schau mal

    Mer werre sehe > Schau ma mal

    Mein Vorschlag!
    #161AuthorRievilo08 Feb 06, 17:32
    Comment
    @puck: soweit ich weiß, ist "Badner" etwas zu pauschal für "luege". Im Lörracher Raum ja (die haben ja auch die Schweizer Kehllaute), im Elsässischen Grenzraum kenne ich mich nicht so aus, aber z. B. in Karlsruhe sagt man das m. W. nicht, und in Konstanz auch nicht.
    #162Authorwolfson08 Feb 06, 18:12
    Comment
    okay danke für den Input... meine Dialektkenntnisse sind sowieso nicht die besten. Außerdem sprechen wir glaube ich einen nicht gerade typisch badischen Dialekt (was dazu führt, dass ich manchmal sogar Badner für Schwaben halte *g*)... und dann noch die Jahre im Exil...
    ;-)
    #163Authorpuck09 Feb 06, 09:12
    Comment
    So, mein I-net geht wieder.
    Zum oben aufgeworfenen „leiwand“
    Leiwand soll von Leinwand kommen, genauer der Kinoleinwand. In der Nachkriegszeit war der einzige Ort der gutwar das Kino. Nach und nach wurde es allgemein wieder besser und alles Gute war dann "leiwand". Hab ich mal einem Artikel über W. Ambros entnommen.
    #164Authorjo-SR09 Feb 06, 09:15
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    ich stimme wolfson zu: Im Bereich Karlsruhe, Rastatt, Baden-Baden hab ich "lueg emol" noch nie gehört.

    Ich würde vorschlagen:
    gugg emol! für schau mal
    (Bsp.: Gugg emol dodiwwe isch ä gähls Audo :-) - schau mal, dort drüben ist ein gelbes Auto)

    und für Schaun wir mal würd ich auch "Ma werre sehe" oder "Schau ma mol" vorschlagen...
    #165AuthorMelanie09 Feb 06, 09:25
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    Gegen die Kino-Leinwand-These steht aber eine andere These, wonach "leiwand" von "lei oans" kommen soll, was meines Wissens - und ich bitte jeden Österreicher mich sofort zu korrigieren, wenn ich da falsch liege - soviel wie "nur eins" heißt.

    Unvorstellbar eigentlich, dass diese Frage (Herkunft von Leiwand) nicht bereits Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Abhandlungen gewesen ist.
    #166AuthorELT09 Feb 06, 12:53
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    ich glaube 'gugg emol' wird bei uns auch gesagt. das ist das 'lueje' wohl wirklich elsässer Dialekt.
    :-)
    Schade, dass uns die österreichischen Begriffe wohl ausgegangen sind...
    #167Authorpuck09 Feb 06, 13:10
    Comment
    wir hatten heute wieder eine kurze Diskussion beim Mittagessen, weil ich (Ö) nicht eindeutig wusste, was ein "Windbeutel" (von einem bayrischen Arbeitskollegen mitgebracht) ist.
    Des Rätsels Lösung: es waren "Profiteroles" oder auch "Brandteigkrapferl" (welche bei uns zuhause synonym verwendet werden).

    so gehts bei uns ständig. und wir wohnen alle nicht mehr als 30-40 km auseinander, nur von einer Grenze (und dem großen Fluss) getrennt.
    #168AuthorIngrid (AT) 09 Feb 06, 14:20
    Comment
    @puck
    Also ich kann nicht beschwören, es schon in FR gehört zu haben, von meinen Basler Kollegen aber auf jeden Fall, und da sowohl in Südbaden als auch Basel Allemanische Dialekte geschwätzt werden, könnte das "Luege" da schon mal vorkommen.
    #169AuthorMoccaFâux09 Feb 06, 14:42
    Comment
    MoccaFâux, du hast recht, das 'luege' kommt von meiner allemannisch sprechenden Tante. Fällt mir jetzt wieder ein... Bin wohl wirklich schon ein wenig lange aus dem Süddeutschen raum weg...
    #170Authorpuck09 Feb 06, 15:04
    Comment
    deutsch - österreichisch


    oder doch lieber


    badisch - schwäbisch - alemannisch - bairisch ?
    #171AuthorKln09 Feb 06, 15:30
    Comment
    Fällt mir doch noch einer ein:


    "herunten"

    finde ich wirklich sympathisch
    #172AuthorKln13 Feb 06, 09:29
    Comment
    Nochmal zum Thema Baden gegen Württemberg:
    Es ist absoluter Quatsch, dass Badener und Württemberger sich nicht leiden können.
    Ich wohne genau an der Grenze zwischen Baden und Württemberg ( auf der badischen Seite)aber da gibt es keine Streitereien.
    Ausser einigen Witzen, weil die Schwaben so geizig sind, hört man da nichts.

    Die Diskussion ging hier meistens um die verschiedenen Dialekte zwischen den verschiedenen deutschsprachigen Ländern oder Bundesländern.
    Also hier in meiner Gegend haben sogar die Dörfer einen eigenen Dialekt.
    In dem Dorf aus dem ich komme, sagt man zu Arbeit "Gschäft" im Dorf nebenan
    (5km) entfernt, sagt man zu Arbeit " Ärwet".
    #173AuthorMone13 Feb 06, 18:13
    Comment
    Mone, ich stimme Dir grundsätzlich zu, leider gibt es aber auf beiden Seiten auch verbohrte Exemplare, GsD aber nur nur vereinzelt.
    #174Authorneutrino,13 Feb 06, 18:47
    Comment
    .... und auf dem Land ist es oft so, das der Dialekt von Ort zu Ort leicht variiert, kenn ich auch.
    #175Authorneutrino,13 Feb 06, 18:49
    Comment
    ELT -- ich kann mir nicht vorstellen, dass der die slowenischsprachigen Kärntner diskriminierende Spruch von "Kaandn is lei aans" in Wien solche Hochgefühle auslöst, dass daraus gleich "leiwaund" wurde.

    Geschichtekurs: Mit "lei aans" beziehen sich die selbst ernannten "Deutschkärntner" anscheinend auf uralte Grenzkonflikte.
    #176Authoryotitschnik13 Feb 06, 19:05
    Comment
    @yotitschnik: Dazu kann ich mir als Außenstehender keine eigene Meinung erlauben. Danke jedenfalls für die Aufklärung des Begriffs "lei aans".

    Heißt das also, "leiwand" geht tatsächlich auf "Leinwand" zurück?
    #177AuthorELT13 Feb 06, 19:23
    Comment
    @Kln: "herunten"

    Interessant - wie sagt man denn in Deutschland für "herunten"? "Hier unten"?
    #178AuthorChris_791 (AT)14 Feb 06, 14:58
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    Falls damit "hier unten" gemeint ist, dann schon. Es gibt allerdings "herunter", wozu kein Mensch "hier herunter" sagen würde, das aber eine Richtung und keinen Ort bezeichnet.

    Was mich schwer zum Grübeln gebracht hat, war das Wort Karfiol. Ich hätte das für eine Chemikalie gehalten.
    #179Authorsimon15 Feb 06, 08:55
    Comment
    *lach* eine gesunde Chemikalie der Karfiol :-)
    mich hat das früher immer an Kartoffel erinnert.
    #180Authorpuck15 Feb 06, 09:00
    Comment
    und Paradeiser sind Tomaten, oder?
    Da bin ich mir immer unsicher, weil Paradeiser für mich nach einer Süßspeise klingt
    #181Authorpuck15 Feb 06, 09:01
    Comment
    Jetzt muss ich noch ein paar Wörter einwerfen:

    geographische Richtungen:
    eini = hinein (z.B. in eine Region, ein Tal, eine Stadt)
    aussi = hinaus
    zuwi = ?? wie sagt man da auf hochdeutsch? (zum, zur..)
    dauni = ?? (Gegenteil von zum, zur..)
    obi = hinunter
    oba = herunter
    auffi = hinauf
    umi = hinüber

    Wobei schnell Uneinigkeit herrscht ob man irgendwohin eini, aussi, zuwi oder dauni....fährt..

    :-)

    #182Authorwk(at)15 Feb 06, 11:21
    Comment
    @puck: "Paradeiser" sind Tomaten, allerdings wird dieses Wort vorwiegend in Ostösterreich verwendet. Ich als Salzburger sage "Tomate".
    #183AuthorChris_791 (AT)15 Feb 06, 13:29
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    Ich finde das Wort "Spompanadln" klasse. Jemand hat mal gesagt, ihr PC mache Spompanadln. Ich würde dafür plädieren, beim nächsten Winows in deutsch statt "Fehlermeldung" "Spompanadeln" zu benutzen. :o)
    #184AuthorGacker15 Feb 06, 13:53
    Comment
    Germany and Austria: Two countries divided by a common language.

    - Sorry I couldn't resist.
    #185AuthorJM15 Feb 06, 14:43
    Comment
    Interessanterweise unterscheiden sich die beiden Länder nicht nur durch die gemeinsame Sprache sondern auch durch andere überraschende Details, z. B.:

    Geodätische Höhenangaben in D und A beziehen sich nicht auf die gleiche Basis. In D findet man Angaben müNN (Meter über Normal Null, bezieht oder bezog sich ursprünglich glaube ich irgendwie auf die Meereshöhe in der Nordsee) in A gibt es die Angabe müA (Meter über Adria). Österreich hatte ja mal Zugang zur Adria.
    #186AuthorNordsee bis Adria15 Feb 06, 15:34
    Comment
    Da gibt's noch andere Details. In Deutschland gibt es "Organspenderausweise", in Österreich ist jeder potentieller Organsprender, der sich nicht in eine dafür vorgesehene Negativliste eintragen lässt.

    Inzwischen angeglichen wurde das Alter, mit dem man volljährig wird. Bis vor wenigen Jahren war das in Österreich 19 Jahre, nun ist es wie in Deutschland 18 Jahre.
    #187AuthorChris_791 (AT)15 Feb 06, 21:50
    Comment
    Dass man in Österreich das Licht "abdreht", wenn man es ausschaltet, hat mir in den ersten Jahren meines Lebens in Deutschland süffisante Bemerkungen eingebracht, dass es in D Schalter gäbe und man die Glühbirne nicht aus der Fassung drehen müsse. Auch das "Aufgeben" eines Briefes wirft für den Böswilligen ein schlechtes Licht auf die österreichische Post.
    #188AuthorArcus15 Feb 06, 22:26
    Comment
    In einigen Gegenden Bayerns kann man noch immer hören, von älteren Leuten meistens, daß sie das Licht "aufreiben", wenn sie einschalten meinen. Aufreiben und Abdrehen sind gar nicht so verkehrt, in der Anfangszeit der Elektrifizierung gab es nur Drehschalter, im Gegensatz zu den heute verwendeten Kippschaltern. Bei "aufreiben" hat man auch irgendwie noch das Reiben des Streichholzes an der Reibefläche bildlich vor Augen, das macht auch Sinn, weil man voher immer erst das Streichholz anzünden mußte, bevor man die Kerze oder die Öllampe entzünden konnte.

    Die Höhenangaben bezüglich Normalnull sind in Deutschland und Österreich bzw. Schweiz tatsächlich verschieden. In Deutschland bezieht man sich auf den Pegel der Nordsee, in Österreich und der Schweiz auf den Pegel des Mittelmeeres. Das hat vor einigen Jahren, als eine Brücke zwischen Deutschland und der Schweiz gebaut wurde, für Ärger gesorgt. Die Pegel unterscheiden sich nämlich um ca. 10 Zentimeter, so daß die Höhenangaben hüben und drüben der Grenze nicht wirklich identisch waren.

    Mit Karfiol und Ananas bin ich aufgewachsen, obwohl weit von der österreichischen Grenze entfernt. Der Grund ist meine Mutter, die aus der Gegend von Mühldorf stammt, was lange eine österreichische Exklave in Bayern war. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß mein Erstaunen war, als in meinem Schulbuch eine Zeichnung von einer hawaiianischen Ananas war und das als Ananas bezeichnet wurde; vorher waren Ananas für mich immer Erdbeeren...

    Ach ja, bez. Karfiol und Gift, du meinst wohl Vitriolöl. In bairisch ein echter Zungenbrecher: Vitriöiöi.
    #189Authorgiesinger16 Feb 06, 01:23
    Comment
    In einer Packerlsuppe in AT (wie heißen die eigentlich in DE?) ist ewas anderes drin als in DE, auch wenn das Gleiche draufsteht.

    Die Nahrungsmittelindustrie versucht zwar immer wieder, und alle auf einen "europäischen Einheitsgeschmack" hinzutrimmen, aber ich hoffe, sie hat keinen Erfolg.
    #190AuthorChris_791 (AT)16 Feb 06, 06:54
    Comment
    @ Nordsee bis Adria
    genauer. 0,00 m NN in D war(!) der Amsterdamer Pegel, in Österreich der Pegel Triest, jeweils bei Mittelwasser.
    Die Brücke war, wenn ich mich recht erinnere, in Schaffhausen, wobei der Ausgleich nicht vergessen wurde,sondern verwechselt. Es kamen über 20 cm Differenz herraus.
    #191Authorjo-SR16 Feb 06, 11:12
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    Berichtigung (für was gibts Wikidingdbums):
    Brückenbau mit Stufe: Beim Bau der neuen Rheinbrücke zwischen dem deutschen und dem schweizer Teil der Stadt Laufenburg ist eine peinliche Panne passiert: Zwischen beiden Seiten tut sich ein Höhenunterschied von 54 Zentimetern auf. Während die Schweiz das Niveau des Mittelmeers zu Grunde legt, orientiert sich Deutschland an der Nordsee: „Die Differenz von 27 Zentimetern ist natürlich bekannt, und auf dem Papier war alles klar“, erläuterte Beat von Arx, Abteilungsleiter im Bauamt des Schweizer Kantons Aargau. In der Praxis habe es dann aber gehapert: „Auf Schweizer Seite hätte das Niveau um 27 Zentimeter angehoben werden müssen. Stattdessen sei es aber um 27 Zentimeter gesenkt worden.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Normalnull
    #192Authorjo-SR16 Feb 06, 12:19
    Comment
    re Packerlsuppe: das dürfte Tütensuppe sein.
    Besonders schön finde ich auch immer bei den Angaben der Inhaltsstoffe "natürliche und naturidentische (in Österreich: künstliche) Aromen".
    #193AuthorMitch16 Feb 06, 12:32
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    Hab auch noch gehört, dass es am Unterschied zwischen altem und neuem "Schweizer Horizont" lag.

    Die Schweizer hatten ja ihren alten "Horizont" quasi vom Mittelmeer die Rhone aufwärts bis in die Schweiz ins Wallis vermessen.

    Neuere Methoden haben dann irgendwann ergeben, dass doch ein deutlicher Messfehler vorlag. Dieser wurde irgendwann berichtigt und die neuen Werte als "Neuer Schweizer Horizont" eingeführt. Auf vielen alten Plänen sind die Höhenangaben natürlich im alten Horizont gemacht.
    #194AuthorKln16 Feb 06, 12:36
    Comment
    >re Packerlsuppe: das dürfte Tütensuppe sein<

    Aber die Tüte, die man im Laden bekommt zum Einkäufeverpacken = Sackerl


    Packerl andererseits wiederum = Paket ("Schick di doch selber deiner Freindin in a Packerl" - Ludwig Hirsch; Rechtschreibung ggf. bitte korrigieren :)
    #195Authordagmar16 Feb 06, 21:52
    Comment
    Pakerlsuppe = Tütensuppe
    Pakerl = Paket
    und Sackerl = Tüte

    alles klar? ;-)

    gut gefallen hat mir auch immer 'Bowidl'. Klang für meine Kinderohren einfach toll.
    und Bowidl-Dadgerl... hmmm einfach lecker...
    #196Authorpuck17 Feb 06, 09:35
    Comment
    @Puck: "Powidl", nicht "Bowidl".

    Für Nicht-Österreicher: Powidl = Zwetschgenmarmelade. Das ist wie bei den Briten, die ein eigenes Wort für Orangenmarmelade (oder -konfitüre) haben, nämlich "marmalade".
    #197AuthorChris_791 (AT)17 Feb 06, 10:08
    Comment
    ... und "Powidl-Tascherl", NICHT "Bowidl-Dadgerl". Gibt es auch tiefgefroren zu kaufen.

    http://www.thomas-langens.de/rezepte/rezept-p...
    #198AuthorChris_791 (AT)17 Feb 06, 10:12
    Comment
    Ein bisschen off-topic vielleicht, aber wenn hier schon so viele Dialekt-Spezialisten versammelt sind: Kann mir als echtem Schlickrutscher jemand erklären, was "schiach" heisst, und wo das herkommt? Danke!
    #199Authorargus17 Feb 06, 11:21
    Comment
    @argus: 'schiach' bedeutet 'hässlich' und kann für absolut ALLES angewandt werden. Die genaue Herkunft ist mir leider nicht bekannt, in Ostösterreich ist es ein alltäglich gebrauchtes Wort.
    #200Authoralbin (Ö)17 Feb 06, 11:47
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    unterstütze Albin in der Bedeutung.
    Zusatz: auch in Mittel/Westösterreich gebraucht, allerdings nicht so häufig und nicht für alles (für einen Studienkollegen aus Graz konnte auch ein Essen "schiach" sein, für mich [aus Salzburg] nicht)

    aber was ist ein Schlickrutscher?
    #201AuthorIngrid (AT) 17 Feb 06, 12:33
    Comment
    Schiach kommt vermutlich von mittelhochdeutsch "scheuch", was soviel wie "scheu", "schüchtern", aber auch "furchterregend" (vgl. das verb "verscheuchen") bedeutet.
    #202AuthorGero17 Feb 06, 12:40
    Comment
    Danke an alle für die Erklärung von 'schiach' - sollte man wohl nicht als Kompliment verstehen ;)

    @ Ingrid (AT): Schlickrutscher = Muschelschubser = Krabbenpuler = Fischkopf...
    Bedeuted schlicht und einfach, dass ich von der Nordsee bin (wo bekanntlich das Wasser zweimal pro Tag abhaut und eine große Schlickfläche zurücklässt)
    #203Authorargus17 Feb 06, 12:45
    Comment
    Bis zum heutigen Tag habe ich gedacht, dass die ?Schriftform? von 'schiach', 'schirch' ist. Ich spreche es auch eher mit einem 'r' statt einem 'a' aus. Gibt es 'schirch' überhaupt? Habe leider kein Wörterbuch bei der Hand.
    #204Authoralbin (Ö)17 Feb 06, 13:00
    Comment
    Nein, "schirch" gibt es definitiv nicht. "Schiach" ist in der deutschen Schriftsprache nicht existent. Das ist wie bei "sei staad!" (sei still), für das Wort "staad" gibt es im Deutschen keine korrekte geschriebene Fassung.
    #205AuthorGero17 Feb 06, 13:29
    Comment
    Ich schreib schiarch immer so und dachte immer es hängt mit schief zusammen und daher die Bedeutung hässlich. Auf jeden Fall is es schöner wie hässlich, find ich.

    Oida,is die schiarch, dass da Sau graust!

    Dua-r-amoi deine schiarchen Fiass dà weg!
    #206AuthorRievilo17 Feb 06, 14:00
    Comment
    @chris: danke für die Korrektur. Jetzt wird auch der Usprung des Wortes für mich klar. Da war es also wieder das 'harte d' ;-) Ob es dann auch ein 'hartes b' gibt?
    #207Authorpuck17 Feb 06, 14:58
    Comment
    Powidl-Tatschkerl

    ... ist die in Österreich [zumindest in meiner Familie; Wien und Graz] übliche Aussprachevariante.

    Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Powidltascherln -- die verwenden beides. Kommt anscheinend - wie so vieles in der österreichischen Küche - aus Böhmen.

    Analyse siehe:

    http://oewb.retti.info/oewb-public/show.cgi?l...
    #208Authoryotix17 Feb 06, 15:04
    Comment
    Re: schiach
    Schlag nach bei Schmeller (Bayerisches Wörterbuch, München 1877).
    schiach, adj., 1) scheu, sich fürchtend, bange; (mhd. schiech), 2) geizig. Vermutlich, wie man auch sagt schmutzig, zur folgenden Bedeutung gehörig. 3) unschön, garstig.
    #209AuthorFriedemann17 Feb 06, 16:44
    Comment
    Übrigens Powidl ist keine normale Zwetschkenmarmelade, wie ich selbst lange gedacht habe.
    Zwetschken werden ohne Zucker elendlange (über Stunden) eingekocht und schmeckt ganz anders als normale Zwetschkenmarmelade. Letztere wird mit Gelierzucker oder ähnlischem zubereitet.
    #210Authorwk(at)17 Feb 06, 16:54
    Comment
    @wk(at)

    <klugscheissermodusan> Die Frucht schreibt sich zumindest in D Zwetschge
    < klugscheissermodus>

    die beschriebene Zwetschgenmarmelade kenne ich als Pflaumenmus (schlechte Kopie ist Aachener Pflümli von Zentis), muss wirklich bei kleiner Hitze stundenlang gekocht werden, ideal auf einem Holzofen, das von meiner Oma (Gott hab sie selig) war einfach göttlich, 'ne Knifte mit Butter und Pflaumenmus und Du glaubst Du bist im Himmel.
    #211AuthorMoccaFâux17 Feb 06, 23:13
    Comment
    Apropos, Holzofen und Küche
    wisst einer was "CHUCHICHÄSTLE" heißt?

    Vielleicht KÜCHENSCHRANK oder so (KÜCHENKASTEN hört sich jedenfalls unpassend an zumindest als deutsches wort unbekannt)?

    Was mich immer wieder verblüfft, ist, dass österreichisches und deutsches Deutsch völlig anders ausgesprochen wird (ausgenommen im Königreich Bayern, was ja eigentlich so wenig zu Deutschland gehört, wie Bergedorf zu Hamburg).
    Aber es wird eigentlich fast gleich geschrieben (die Ausnahmen sind dann eben zum Beispiel "ss" und "ß").

    @albin(Ö)

    Also ich spreche Schorle "schoäle" aus wobei das "ä" ganz kurz nur gesprochen wird.


    @Bartholomew

    "DAS" Bier :-)))


    @alle-die-genauso-denken

    Also ich find das ja so hammerge*l dass mansich in diesem Forum nicht registrieren muss!

    #212AuthorThorwald18 Feb 06, 19:58
    Comment
    @MoccaFâux (anmerkung: das dauert ziemlich lange den circonflexe über dem "a" hinzubekommen. da lob ich mir die Punkte über dem "u")

    Nichts gegen Zentis sein Aachener Pflümli! das schmeckt richtig ge*l!
    #213AuthorThorwald18 Feb 06, 20:04
    Comment
    @Friedemann

    "schmutzige" filme sagt man doch aber auch in NDT (die filme sind auch "unschön")
    #214AuthorThorwald18 Feb 06, 20:07
    Comment
    @Thorwald Ich glaube kein einziger Schweizer besitzt noch ein Chuchichästli, die Vokabel hat sich nur erhalten um sich über Deutsche lustig machen zu können, die wenn sie nicht gerade arabisch oder holländisch als Muttersprache haben, unmöglich richtig aussprechen können.
    Der accent circonflexe findet sich auf der deutschen Tastatur ganz links oben im Buchstabenblock (unter dem "°"-Zeichen), auf der Schweizer Tastatur findet man es auf der zweiten taste von rechts in der obersten Zeile des Buchstabenblocks, neben der Backspace-Taste. Und last but not least auf der englischen Tastatur Shift+6. Egal auf welcher Tastatur Du schreibst musst Du natürlich nach Eingabe des accent noch den entsprechenden Buchstaben eingeben über dem er stehen soll.

    P.S.: Da ich inzwischen meisst auf einer Schweizer Tastatur arbeite, habe ich mir den Gebrauch des "ß" abgewöhnt, da es selbes in der Schweiz nicht gibt und ich zu faul bin den Code zu lernen.
    #215AuthorMoccaFâux18 Feb 06, 22:33
    Comment
    @MoccaFâux: zumindest in AT sind die drei Schreibweisen "Zwetschke", "Zwetschge" und (selten verwendet) "Zwetsche" richtig.
    #216AuthorChris_791 (AT)19 Feb 06, 22:37
    Comment
    @Thorwald: Nixkapier. Was hat ein "schmutziger Film" mit "schiach" zu tun?
    Erstens habe ich nur Schmellers Artikel - stark verkürzt - zitiert. Aus meiner subjektiven Sicht und als Indigener scheint heutzutage nur noch die Definition 3 in Gebrauch zu sein. Zweitens, was ist ein "schmutziger Film"?

    Re: Chuchichäschtle. Davon hat der Dozent erzählt, als ich Arabisch lernte. Der war mit Freunden zusammen, darunter auch Schweizer. Die (Schweizer) haben behauptet, daß niemand außer ihnen, dieses Wort korrekt aussprechen könne. Der Arabischlehrer hat sie dann eines besseren belehrt - und uns Schülern damit die arabischen Reibelaute näher gebracht.
    #217AuthorFriedemann20 Feb 06, 02:08
    Comment
    Hömma, wennich datt hier lese, dann kriechich ein Hals! Richtiget Deutsch wird hier im Ruhrpott gesprochen. Allet andere kannze vergessen.
    Für Düsseldorf brauchse doch schonn 'n neuet Wörterbuch. Eine deutsche Sprache un dannoch für Österreich unne Schweiz gleich mit - geh mich doch wech!
    Nur hier sprechense richtiget Deutsch!
    #218AuthorWolfman20 Feb 06, 19:59
    Comment
    Servus, wenn ma mir dahoam eikafan, dann griang ma mir a Rogl (Plastiktüte) :-)

    Und wenn irgendetwas sehr umständlich gemacht werden muss, dann ist das ein richtiges "Ghoppalat" (mein Lieblingswort übrigens)
    #219AuthorResi22 Feb 06, 20:29
    Comment
    Resi & Wolfman: zwei (angeblich) Deutsch sprechende Menschen, die sich aber wahrscheinlich nur auf Englisch verständigen können ... ;-)
    #220AuthorWolfman23 Feb 06, 00:46
    Comment
    Ich bin Österreicherin und hab im Außland eine Deutsche getroffen. Was mich sehr erstaunt hat ist, dass sie das Wort "fesch" im Sinne von "gut aussehend" nicht kennt! Kennt man das Wort "fesch" wirklich nicht in Deutschland?
    #221AuthorSonja23 Nov 09, 04:14
    Comment
    Nein, kennt man nicht. Aber wenn man erklärt, dass ich glaube Günter Nenning den jungen Haider einmal einen Feschisten geheißen hat, dürfte alles erklärt sein.

    Übrigens ein ziemlicher Zombie-Faden...
    #222Authortigger (still alive)23 Nov 09, 09:02
    Comment
    Also mir war es bekannt (Baden): ein fescher junger Mann, das sieht aber fesch aus usw.

    Das sagt der Duden dazu:

    fesch [österr.: fe:] [gek. aus →fashionable]: a) (österr. u. ugs.[\b]) hübsch, flott, sportlich ...
    #223AuthorSchwarzwald23 Nov 09, 10:16
    Comment
    Sonja, ist Dein "Außland" so weit weg, dass man es gleich mit ß schreiben muss? ;o)

    "Fesch" kenne ich auch, hätte es aber auf jeden Fall aus Süddeutschland/Österreich stammend vermutet.
    #224Authorvirus23 Nov 09, 10:20
    Comment
    Den alten Faden weiter hochjuble:

    Dass neben den Bedeutungen auch die Aussprache wesentlicher Wörter unterschiedlich ist,
    das hat mich regelrecht erschüttert!

    Die beiden fett markierten Wörter werden in D (*) tatsächlich gleich ausgesprochen, in A jedoch nicht! Das und was wird in A länger ausgesprochen, dass dafür schärfer.

    Damit ist die Chance auf Dass/das-Schreibfehler in D größer als in A. Arg finde ich noch, dass sich hier der Duden auch puncto Aussprache als Richter aufspielt und das scharf ausspricht!


    edit: *) Gott sei Dank gibt es aber auch in D Schauspieler im Theater und im Fernsehen, die ein gepflegtes langes das beherrschen!
    #225Authorad.joe (236303) 24 Nov 09, 13:09
    Comment
    @ad.joe: das sind nur die niederdeutschen Sprachflegel, die das und daß nicht auseinander halten können. Hier im Oberland ist das sehr wohl so. Interessant wird es dann bei dem Wort Roß. Das spricht der Bayer lang aus: Roooß.
    #226Authorbluesky (236159) 24 Nov 09, 15:55
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    Auch in Bayern und Österreich spricht man das Roß mit kurzem o, etwa auch in Roßtäuscher udgl.
    #227AuthorKorrektur24 Nov 09, 16:37
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    Herrschaftseiten, es ist langweilig jeden einzeln und extra einzuweisen. Ganz besonders anonyme Schlaumeier, die sich nicht raus trauen.

    Man lese nach bei Schmeller.

    Das Ross [schreibt Schmeller mit dem langen und dem normalen s], Aussprache (Rós).

    Zur Aussprache schreibt Schmeller:
    ó, das gegen u schwebende o, (beynahe wie in den schwedischen wörtern god, otro und in den englischen gold, open, hope
    #228Authorbluesky (236159) 24 Nov 09, 17:10
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    Hallo,

    Da hier anscheinend die Experten fuer Oesterreichisch versammelt sind kann mir sicher jemand helfen.

    Vor mehreren Jahren hatte ich in Oesterreich beim Schifahren einen kleinen Unfall, aufgrund dessen ich aerztlicher Behandlung bedurfte (4 Nadeln). Da das Abrechnungssystem in Oesterreich anscheinend nicht mit dem deutschen Konform ging bekam ich daraufhin vom Arzt entsprechend eine Rechnung gestellt. Nun nannte sich das ganze allerdings nicht profan "Rechnung" sondern hatte einen etwas altmodisch anmutenden, alledings auch viel vornehmer klingenden Namen. Hab ich aber leider vergessen. Kann mir jemand sagen, mit welchem wirklich schoenen Wort ein oesterreichischer Arzt seine Rechnungen zu bezeichnen pflegt?

    Viele Gruesse.
    #229AuthorSoweit24 Nov 09, 17:49
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    Vielleicht "Faktura"?
    #230Authorneutrino (17998) 24 Nov 09, 18:12
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    Über Österreich kann ich dir nichts sagen, aber deutsche Rechnungen für Privatpatienten heißen in der Regel "Liquidation".
    #231AuthorKlugscheißer24 Nov 09, 18:12
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    Honorarnote?
    #232Authorpraitt24 Nov 09, 23:54
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    *vorsichtigaufzeig*
    tschulldigung, aber selbstverständlich kennt man auch in D den Begriff "fesch". Den kannte ich auch, als ich noch in NRW lebte... Ich hätte ihn nur nie benutzt, weil er in meinen Ohren nicht nur altmodisch, sondern auch "unfesch" klingt. Das kann man zu nem Mannsbild in Lederhosen mit Kniestrümpfen sagen - Oh Graus also! Ich steh nicht auf bayerische Tracht. Aber genau das Bild ruft "fesch" in mir herauf ;)
    #233Authoreasy (238884) 25 Nov 09, 00:14
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    Im Übrigen ist das komisch, Österreich und Deutschland haben ein Sozialversicherungsabkommen. Mit einem Auslandskrankenschein bzw. deinen Daten von der E-Card, die man ja auch so abschreiben kann und nicht elektronisch lesen muss, kann das der Arzt direkt mit deiner deutschen KK abrechnen. Aber wer schon in Kitzbühel (o.ä.) eine Praxis hat, stellt wohl lieber eine Honorarnote... oder wie auch immer das hieß.
    #234Authortigger25 Nov 09, 12:05
    Comment
    Huhu, tigger, warum so un-blau? :)
    #235Authoreasy (238884) 25 Nov 09, 12:08
    Comment
    easy, ich könnte mich dich auch nicht in Tracht vorstellen, aber du schaust auf jeden fall total fesch aus.
    #236Authorbluesky, noch unblau25 Nov 09, 12:28
    Comment
    Awwwwwwwwwwwwwww, bluesky :)
    Ich akzeptier das jetzt mal trotz meiner Abneigung dem Wort gegenüber von einem Bayern als Kompliment.
    easy, blau und rot ;o)
    #237Authoreasy (238884) 25 Nov 09, 12:48
    Comment
    Mag mich nicht einloggen auf der Arbeit. Ist natürlich auch wurscht... hält mich aber immerhin vom Besuch des Quasselzimmers ab. :-)
    Bayrische Dirndl finde ich auch nicht so toll, da fällt frau immer fast aus sich raus, aber mein steirisches ist bitte super. Allerdings möchte ich den Zoodirektor auch lieber nicht in Lederhose sehen.
    #238Authortigger25 Nov 09, 12:52
    Comment
    @ tigger: da fällt frau immer fast aus sich raus, - Das ist Arbeitskleidung, wie der Talar des Anwalts bei Gericht! Das sind die Dirndl mit Trinkgelddekolletée der Bedienungen auf dem Oktoberfest.
    #239Authormanni3 (305129) 25 Nov 09, 13:38
    Comment
    Des Bier is aber nemme frisch, do is ja schodr Schaum zsammgfalle.

    Mich hat neulich jemand als dandschig bezeichnet und gemeint, das wär sowas wie fesch. Im Schmeller find ich das wort nicht, kennt das jemand?

    Manni, auf der webcam vom Deutschen Museum kannst zu zuschauen, wie die da den großen Kran aufbauen.
    #240Authorbluesky (236159) 25 Nov 09, 14:33
    Comment
    Hallo,

    "Honorarnote" war es, falls ich mich jetzt richtig erinnnere. Klingt doch auch viel besser als "Rechnung" oder?

    War allerdings nicht in Kitzbuehel (das waere dann ueber meinem Preisniveau) sondern Gruenau am Almsee. Sehr empfehlenswert fuer junge Familien und Leute mit nicht so dickem Geldbeutel.

    Eine Honorarnote hab ich deshalb bekommen, weil ich das dann mit der Reisekrankenversicherung abgerechnet habe.

    Danke fuer die Hilfe.

    Gruesse
    #241AuthorSoweit25 Nov 09, 15:17
    Comment
    Hallo,

    "Honorarnote" war es, falls ich mich jetzt richtig erinnnere. Klingt doch auch viel besser als "Rechnung" oder?

    War allerdings nicht in Kitzbuehel (das waere dann ueber meinem Preisniveau) sondern Gruenau am Almsee. Sehr empfehlenswert fuer junge Familien und Leute mit nicht so dickem Geldbeutel.

    Eine Honorarnote hab ich deshalb bekommen, weil ich das dann mit der Reisekrankenversicherung abgerechnet habe.

    Danke fuer die Hilfe.

    Gruesse
    #242AuthorSoweit25 Nov 09, 15:17
    Comment
    @239 Die Bezeichnung "Trinkgelddekolletée" ist hübsch :=)

    ... hat auch einen ganz bestimmten Zweck: Man ist dann so abgelenkt, dass man gar nicht merkt, dass die angebliche Maß nur aus 0.7 Liter Bier und viel zuviel Schaum besteht.

    (Ich wundere mich jedes Jahr, wieso es am Oktoberfest weder einen Volksaufstand gegen die offensichtliche Abzocke gibt noch reihenweise Strafanzeigen. Aber so wie ich Bayern kenn, kriegen die Staatsanwälte einfach ein paar Maß gratis und man ist sich einig, dass man die Dreckstouristen halt abzocken muss.)
    #243AuthorNuiSimme25 Nov 09, 16:00
    Comment
    Doch gibt es. Der Verein gegen betrügerisches Einschenken (den gibt'swirklich!) wettert jedes Mal wieein Rohrspatz - leider ohne Erfolg. Es gibt allerdings eine Regel, die den Schankkellnern bis zu zwei Zentimeter Unterschank erlaubt, die stammt noch aus Zeiten, als das Bier ausschließlich in Holzfässern angeliefert wurde, da hatte man das mit dem Schaum nicht so im Griff. Die gehört in der Tat abgeschafft.
    #244Authorbluesky (236159) 25 Nov 09, 19:23
    Comment
    @bluesky #240

    dàntschig, dànschig, Adj., ‹ugs.›: (meist auf ein junges Mädchen bezogen) zierlich u. gewandt,graziös,putzig,adrett,nett,anmutig,charmant

    aus: Ludwig Zehentner: Bairisches Deutsch - Lexikon der deutschen Sprache in Altbayern
    #245AuthorEC26 Nov 09, 10:16
    Comment
    Für die Ausschank können aber die Kellnerinnen nichts.
    Am Oktoberfest funktioniert das so, dass die Kellner selbständig sind und ihrerseits Bier und Speisen von den Betrieben kaufen! Ziemlich irre, aber der Freistaat macht sich wohl seine Arbeitsgesetze selber.
    #246Authortigger26 Nov 09, 10:36
    Comment
    Nochmals den Faden erwecke:

    Ausspracheunterschiede fremder Eigennamen:

    Ich schreib rechts die österreichische Aussprache (auch in TV-Werbespots so anzutreffen) daneben:

    Colgate - Koalge:it
    Dunlop - Danlopp
    Michelin - Mischleu
    aber es gibt noch mehr

    (Mich reisst es jedesmal ganz fürchterlich, wenn ich die deutsche Aussprache zu hören bekomme.
    Im ARD-Quiz wurde kürzlich nicht nur der Reifen, sondern auch der Name des Erfinders mit "u" ausgesprochen: James Boyd Duuunlop, grrrr!)
    #247Authorad.joe (236303) 20 Jun 10, 11:40
    Comment
    Wo der Faden schon mal ausgegraben wurde ... Folgende sehr hübsche Begriffe habe ich erst kürzlich in österreichischen Dokumenten gelesen: urgieren, junktimieren, akkordieren und lukrieren. Und "weiters" für "außerdem, darüber hinaus" ist mir auch aufgefallen. Das habe ich sogar schon ins Bundesdeutsche adoptiert, weil es mir gefällt.
    Und eine österreichische Freundin fragte mich über die Dauer meines Urlaubs: "Wann bist Du wieder retour?" Und verabschiedet sich mit "baba".
    #248AuthorNera (260871) 22 Jun 10, 18:56
    Comment
    Mich würde interessieren, wo die Giraffen-Trennlinie verläuft.
    Sagen die Bayern auch Schiraffe ? Oder die Badener Giraffe ?
    #249Authorarcus (267523) 22 Jun 10, 19:24
    Comment
    Den schottischen Namen "Dunlop" mit u auszusprechen ist nicht ganz so abwegig, wie es scheinen mag. Denn "Dunlop" kommt von gälisch "dun laib" (= 'Burg im Schlamm'), und in dieser ursprünglichen Namensform wird das u wie ein u ausgesprochen.
    #250AuthorMiMo (236780) 22 Jun 10, 20:19
    Comment
    #249 "arcus": "Mich würde interessieren, wo die Giraffen-Trennlinie verläuft."

    Ich als Salzburger sage "Schiraffe" und ich hielt das für die einzig richtige Aussprache, bis ich meine bayrische Herzdame kennengelernt habe. Sie sagt "Giraffe", mit "g", und kannte das nicht anders. Wir sind übrigens nur wenige Kilometer voneinander entfernt aufgewachsen. Im Falle von Bayern / Österreich scheint hier die "Giraffen-Grenze" mit der Staatsgrenze identisch zu sein.
    #251AuthorChris (AT) (237739) 25 Aug 10, 10:46
    Comment
    Chris, das finde ich interessant. Als Allgäuer hätte ich den Schiraffenäquator zum Hessischen hin vermutet. Hast Du mal Deinen Stammbaum zurückverfolgt? ;-)
    #252Authormanni3 (305129) 25 Aug 10, 10:59
    Comment
    Ich (tiefster deutscher Süden) sage auch Schiraffe. Aber dafür sage ich weder Schemie noch Schina noch Schile.
    #253Authorsoutherner25 Aug 10, 11:02
    Comment
    In ostarrichi behauptet einer, in Österreich und der Schweiz werde das Wort "der Giraff" mit französischem stimmhaftem Sch gesprochen :-)

    edit: Schile sage ich schon, z.B. für Figln ;-)
    #254Authormanni3 (305129) 25 Aug 10, 11:06
    Comment
    @247:
    Vor vielen Jahren verblüffte mich als Nordlicht das schweizer (oder österreichische? -- kann's beim besten Willen nicht mehr sagen) Werbefernsehen mit einer Maggi-Werbung, in der der Markenname "Matschi" ausgesprochen wurde....

    "Die neuen Tütensuppen von Matschi..." -- Bäh, und das soll einer essen?
    #255AuthorMo (de) (531234) 25 Aug 10, 11:22
    Comment
    Als Schweizerin sage ich (nordöstliche Schweiz) Giraffe mit "G" wie Günther, nicht "Sch". "Dä Giraff, än Giraff".

    @255: Ich sage Maggi, aber es kann sein, dass ich das aus den deutschen Werbesendungen habe. Ich kenne Schweizer, die Matschi sagen, und solche, die Maggi sagen - verstehe Dich aber, finde Matschi nämlich auch nicht sehr appetitlich...
    #256Authorval7 (672408) 25 Aug 10, 12:35
    Comment
    Maggi - der Herr Julius Maggi war ein Italo-Schweizer (Vater Italiener, Mutter Schweizerin aus St. Gallen). Da der Name italienisch ist und kein H hat nach den 2 G wird er korrekterweise Matschi ausgesprochen. Wenn er so ausgesprochen würde, wie es die Deutschen und tlw.Österreicher sagen, müsste man Magghi schreiben! Mir als Schweizerin tun jedes mal die Ohren weh wenn ich im deutschen Fernsehen die falsch ausgesprochene Werbung sehe :-(

    Giraff spreche spreche ich auch mit G wie Günther aus, habe aber schon Schweizer gehört die Schiraff (frz. Ausprache ohne hörbares e am Ende) sagen, aber eher ältere Generationen.
    #257AuthorHadassa (704235) 25 Aug 10, 14:54
    Comment
    Gestern bei RTL Austria in der Werbung für Iglo gesehen:

    DE: Backofen

    AUT: Backrohr

    Siehe auch:
    http://www.ostarrichi.org/oesterreich-8451-at...
    #258AuthorBrettspeeler25 Aug 10, 16:03
     
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