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  • Betrifft

    Abfindung

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    Hallo,

    kennt sich jemand aus? Die Situation ist die, dass es meiner Firma schlecht geht und sie Arbeitnehmer suchen, die freiwillig mit einer Prämie Stunden abbauen bzw. gegen eine Abfindung freiwillig gehen. Wie wird eine Abfindung steuerlich behandelt und würde man trotz Abfindung Arbeitslosengeld erhalten?
    Die Vorstellung, dass irgendwann sowieso Kündigungen ausgesprochen werden, lässt einen schon nachdenken.
    VerfasserSuse08 Dez. 08, 12:32
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    googeln hilft...
    "Abfindung, versteuern" bringt mich direkt zu dieser SEHR informativ aussehenden Seite

    http://www.abfindunginfo.de/abfindu3.htm

    soweit ich weiss, werden Abfindungen versteuert.
    #2Verfasserkika08 Dez. 08, 12:42
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    Zum Thema Steuern kann ich Dir sagen, dass eine Abfindung Teil deines Jahreseinkommens ist und mit ihm versteuert wird. Dies hat zur Folge, dass die unmittelbar auf die Abfindung erhobenen Steuern sehr hoch sind, damit die normale Besteuerung des Monatseinkommens ungestört weiter laufen kann.

    Einfaches Rechenexempel:
    - Angenommen zum Ersten, Du zahlst auf Dein Gehalt 40 % Steuern, Sozialabgaben etc.
    - Angenommen zum Zweiten, Du müsstest 50 % Steuern usw. berappen, wenn Dein Gehalt doppelt so hoch wäre.
    - Angenommen zum Dritten, jetzt bekommst Du eine Prämie in der Höhe von einem Jahresgehalt.

    Dann kassiert der Fiskus - bitte setzen, tief durchatmen, gaaanz ruhig bleiben - 60 % Steuern usw. auf die Prämie.

    Begründung: Dein Monatseinkommen wird weiterhin mit 40 % besteuert. Am Ende des Jahres ist Dein Jahreseinkommen doppelt so hoch wie sonst, somit sind 50 % fällig. Das Jahreseinkommen besteht aus zwei gleichen Teilen: den regelmäßigen Monatseinkommen, auf die 40 % erhoben worden sind, und der Prämie, mit 60 % vorab besteuert. In der Summe stimmt es also.
    #3VerfasserSteuermann08 Dez. 08, 12:45
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    Da hab ich in meiner Aufgewühltheit nicht dran gedacht. Danke!

    Ich dachte nur, hier schwirren ja auch ein paar HR Leute herum, die das täglich machen.
    #4VerfasserSuse08 Dez. 08, 12:46
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    Außerdem erkundige Dich dringend vor Abschluss einer entsprechenden Aufhebungsvereinbarung bei der Agentur für Arbeit nach den sozialversicherungsrechtlichen Folgen in Bezug auf eine eventuelle Sperrfrist für den Bezug von ALG.
    #5Verfasserneutrino, nicht eingestöpselt08 Dez. 08, 12:52
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    Zusätzlich ist es wohl so, dass bei Beendigung des Arbeitsvertrags durch dich oder aufgrund eines Aufhebungsvertrages, zunächst eine mehrmonatige Sperre bei der Arbeitsagentur anläuft, während der es kein AlG oder ähnliches (z.B. Existenzgründerzuschuss) gibt.
    #6Verfassermm08 Dez. 08, 12:55
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    hatte beim tippen #5 noch nicht gesehen - "zusätzlich" also nicht extra zu dem, was neutrino schreibt, sondern zusätzlich zum Steuereffekt.
    #7Verfassermm08 Dez. 08, 12:57
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    @Steuermann: Deswegen wird bei Abfindungen, die bestimmte Kriterien erfüllen, nach wie vor die "Fünftel-Regelung" angewandt, das heißt, sie werden "steuerlich auf fünf Jahre verteilt" - vereinfacht ausgedrückt. Auch dazu einfach googeln.

    @Suse: Es ist völlig verständlich, dass Du aufgewühlt bist. Deswegen lass Dich auch nicht unter Druck setzen lassen ("Dieses Angebot gilt nur heute, dass müssen Sie jetzt und hier unterschreiben, niemand von uns kann Ihnen sagen, oben morgen nicht schon die Massenentlassungsanzeige zum Arbeitsamt geht..."). Da gibt es schon - je nach Unternehmenskultur - einige "Unarten".

    Lass Dich vor allem nicht von ein paar Tausend Euro Abfindung blenden (Faustformel: Beschäftigungsjahre x Monatsentgelt x 0.5 bis 1.0). Denk erst mal ruhig nach:

    - Wie ist meine "employability", finde ich leicht einen anderen Job? Dann vielleicht lieber erstmal den neuen Job sichern, statt den alten aufzugeben.
    - Welche anderen Möglichkeiten gibt es? Wäre die Selbstständigkeit etwas für mich?
    - Wäre dies ein guter Zeitpunkt für eine Familienpause (falls das für Dich in Frage kommt)? In maximal 3 Jahren sieht es bei Deinem Arbeitgeber garantiert anders aus, und schwanger kriegt er Dich praktisch nur vor die Tür, wenn er das ganze Unternehmen versenkt.
    - ...

    In der Ruhe liegt die Kraft...




    #8Verfassermuzu08 Dez. 08, 12:57
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    Mal ne Frage, einige fäden werden geschlossen weil es OT ist (Bundeswehr), einige bleiben bestehen, wie z.B. dieser Faden.

    Auch dieser Faden hat nichts mit Sprachforum zutun.

    Habe mich nur gewundert. Vielleicht kann es mir jemand erklären, in Englisch wäre auch O.K.
    #9VerfasserBerliner08 Dez. 08, 13:00
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    @Berliner: Das liegt daran, dass Doris von 12:30 bis 13:30 bei Käfer's auf dem Marienplatz zu Mittag isst und Ihren Blackberry auf dem Schreibtisch vergessen hat...

    scnr Doris ;-)
    #10Verfassermuzu08 Dez. 08, 13:10
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    :))
    #11VerfasserBerliner08 Dez. 08, 13:12
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    @ Berliner

    Vermutlich darf sich jemand, dem unverschuldete Arbeitslosigkeit droht, einfach eher des Mitgefühls vieler sicher sein, die schon ähnliches erlebt haben, während jemand, der zwar seine Bürgerrechte kennt, aber sich um des persönlichen Vorteils willen vor Wehr- und Zivildienst drücken will, bei den "Gedienten" in diesem Forum auf weniger Toleranz stößt?

    @ Suse

    Noch ein Unterschied: In Deinem Arbeitszeugnis wird sich hinsichtlich der Beeendigung des Anstellungsverhältnisses der ungünstige Begriff "einvernehmlich" (anstelle "betriebnsbedingt") finden, solltest Du das Abfindungsangebot annehmen.
    #12Verfassersmalbop08 Dez. 08, 13:14
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    Das mit dem Zeugnis stimmt so nicht! Ein AG der Interesse hat das Mitarbeiter dieses Angebot freiwillig annehmen wird Denjenigen nicht durch ein "einvernehmlich" schaden. Der Grund bleibt "betriebsbedingt", da der AG aus wirtschaftlichen Gründen Mitarbeiter "abbaut".
    #13VerfasserMoMgirl08 Dez. 08, 13:30
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    Danke für euer Feedback. I will continue in English then." Berliner" Thanks again Smalbop. Does "betriebsbedingt" really sound better than "einvernehmlich". I always was in the opinion it´s the other way arround.
    Besser jetzt Berliner : )
    Guten Appetit liebe Doris.
    Aber meine Frage war und ist dringend und wo finde ich sonst nette und kompetente Menschen?
    #14VerfasserSuse08 Dez. 08, 13:35
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    betriebsbedingt sounds not really good ("She has been weighed on the scales and found wanting"), but way better than einvernehmlich ("We're glad to get rid of her.")

    Try to avoid the latter one at least - or both.
    #15Verfassersmalbop08 Dez. 08, 13:51
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    Viel Glück Suse, auf das Du eine gute Entscheidung treffen wirst.

    Danke smalbob

    #16VerfasserBerliner08 Dez. 08, 13:55
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    Nein "betriebsbedingt" bedeutet grad keine mit den persönlichen Eigenschaften verbundene Kündigung, sondern lediglich einen Stellenabbau.

    Man sollte beides kombinieren: "erfolgt einvernehmlich aus betriebsbedingten Gründen".
    #17VerfasserBacon [de] (264333) 08 Dez. 08, 13:55
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    "betriebsbedingt" really sound better than "einvernehmlich". I always was in the opinion it´s the other way arround.

    "betriebsbedingt" bedeutet, dass die Firma keine Kündigung aufgrund von persönlichen oder fachlichen Gründen ausgesprochen hat. Es ging nur um wirtschaftliche Interessen des Betriebes (bei denen auch geschätze Arbeitnehmer freigestellt werden können...)

    "einvernehmlich" heisst, dass ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde. Die Gründe bleiben im Dunkeln. Solche Verträge werden häufig Arbeitnehmern angeboten bevor man eine Kündigung ausspricht. Sozusagen als letzter Notausgang...

    Die erstere Formulierung ist daher im künftigen Einstellungsgespräch viel besser zu erläutern ohne dass man in den Verdacht einer "Uminterpretierung" der Fakten kommt.
    #18VerfasserShinead08 Dez. 08, 13:55
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    Falls das Amt eine Sperre ankündigt, unbedingt widersprechen (es gibt eine Widerspruchsstelle). Wenn der Arbeitgeber bestätigt, dass es ohne den Aufhebungsvertrag (oder in welche Form auch immer dein Arbeitsverhältnis beendet wird) zur Kündigung gekommen wäre, ist die Sperrklausel in den meisten Fällen hinfällig
    #19VerfasserMiss Take (399408) 08 Dez. 08, 13:59
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    Eine Abfindung geht doch in der Regel mit einem Aufhebungsvertrag einher. Und dass man sich nicht nur nicht "einvernehmlich", sondern am besten auch nicht "betriebsbedingt" kündigen lässt, ist auch eine Binsenweisheit, jedenfalls ab einer gewissen beruflichen Ebene.

    Ein für ein Unternehmen wirklich wichtiger und wertvoller Arbeitnehmer wird immer gehalten, Sozialauswahl hin oder her. Wer als solcher gelten will, lässt sich deshalb nie - gleich aus welchen Gründen - kündigen. Er ist mit dem Ohr am Puls der Zeit (siehe Suse), riecht selbst den Braten und kündigt rechtzeitig vorher von sich aus, und zwar mit dem neuen Anstellungsvertrag schon in der Tasche, so dass sich auch keine Lücken im Lebenslauf ergeben.

    Alles andere führt nur dazu, dass man auf die mitunter zweifelhafte Fähigkeit der Personalern zur richtigen Interpretation von Bewerbungsunterlagen angewiesen ist.
    #20Verfassersmalbop08 Dez. 08, 14:21
     
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