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    Fragen zur Auswanderung

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    Hallo liebes Forum
    habe zur Zeit keine Fragen zu Übersetzungen (die kommen bestimmt später :-) Sondern ein paar allgemeine Fragen zum Thema Leben in Italien. Vielleicht kann mir ja von Euch jemand weiterhelfen bzw. mich auf den rechten Pfad hinweisen :-)
    Also:
    1. Wie sieht es mit der Anerkennung deutscher Berufs- und Studienabschlüsse in Italien aus? Hat jemand Erfahrungswerte wie sich das bei der Jobsuche gestaltet hat?
    2. Generelle "Sozial-Absicherung" sprich: Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Gibt es sowas in vergleichbarer Form zu Deutschland.
    3. Ärztliche Versorgung? Habe da so manche Schauergeschichte über endlos lange Wartezeiten und schlechte Versorgung gehört....
    Gibt es auch dort die staatliche und die private Lösung? (mit allen Vor-und Nachteilen?)
    4. Stimmt es das es nur wenig Mietwohnungen gibt und diese extrem teuer sind? Ich beabsichtige nicht nach Rom oder Mailand zu ziehen. Mein Ziel wird die Gegend um Trieste sein.
    Würde mich freuen wenn mir jemand ein paar Antworten geben kann....googeln ist ja auch nicht alles. Vielleicht ist hier der eine oder andere mit eigener Erfahrung.
    Ich danke herzlich
    VerfasserPukeko (560895) 09 Feb. 09, 16:48
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    zu 2:
    Die Krankenversicherung ist staatlich, es gibt keine Krankenkassen wie in Deutschland. Allerdings deckt sie weniger Dinge ab als die deutsche Krankenversicherung. Ich lebe aber seit über 20 Jahren nicht mehr in D, und ich meine, gehört zu haben, dass auch dort die Leistungen immer mehr gekürzt werden.

    zu 3:
    Die Grundversorgung ist im Allgemeinen nicht besser und nicht schlechter als in D. Es gibt einige Sachen, die dort besser sind, andere sind hier besser. Für viele Untersuchungen gibt es allerdings teilweise sehr lange Wartezeiten. Das habe ich aber auch schon über D gehört. Die Schauergeschichten werden, glaube ich, immer schauriger je weiter Du nach Süden kommst.
    Privat kannst Du alles sehr viel schneller haben.

    zu 4:
    Es ist hier üblicher als in D, eine Wohnung oder ein Haus zu besitzen statt zu mieten. Das ist schon daran zu erkennen, dass von etwa 100 Immobilienanzeigen nur 1 oder 2 für Mietwohnungen sind. Über die Situation speziell in Triest kann ich Dir nichts sagen.
    #1VerfasserAika (236276) 10 Feb. 09, 09:09
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    zu 3: die Ärzte sind in Italien sehr gut, das Problem was die dort haben ist die Infrastruktur, d.h. überfüllte Krankenhäuser etc. aber man kann sich bedenkenlos dort operieren lassen oder ein Kind bekommen..
    die Horrorgeschichten die man hört, können in Deutschland genauso auftreten, daher sollte man sich da nicht zu viel Sorgen machen.

    zu 4: wie Aika schon sagt, sind Mietwohnungen sehr sehr teuer und das ist auch der Grund weshalb viele lange bei deren Eltern wohnen bleiben und sei es in einer Wohnung im gleichen Haus. Ich würde sagen 90 % der Italiener haben sich die Wohnungen oder Häuser in denen sie leben gekauft, weil das einfach günstiger ist (zumindest auf Dauer). In Italien gibt es auch nicht die Wohngemeinschaften für junge Leute bzw Studenten (zumindest nicht in Rom). Ich kann mir allerdings vorstellen dass Triest etwas günstiger ist als Rom.

    Hast du denn schon einen Job in Italien? In Italien ist die Arbeitssituation nicht besser als hier, ganz im Gegenteil, denn man arbeitet da für viel mehr Stunden und viel weniger Geld. Ich selber habe Abi in Italien gemacht und die Hälfte meiner Klasse ist nach Deutschland gezogen gerade wegen des Arbeitsmarktes.

    #2Verfasserromanaccio10 Feb. 09, 09:58
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    Also ich bin vor 2,5 Jahren ausgewandert und kann mich jetzt schon nicht mehr richtig erinnern, an was man alles denken muss...an einiges auf jeden Fall.
    Zu deiner ersten Frage: das kommt ganz darauf an, was du gelernt bzw. studiert hast und in welchem Beruf du tätig werden möchtest, ob du hohe Ansprüche hast oder nicht etc.
    Ich hatte mich vorher erkundigt (habe europäische BWL studiert), da ich dachte, für meine Ausbildung sei es nun wirklich nicht nötig. Aber ich bekam die Antwort, dass ich auf jeden Fall eine Äquivalenzbescheinigung benötigen würde, in der attestiert wird, was in dem Studium durchgenommen wird. Dieses Schreiben bekommt man vom Konsulat, wenn ich mich richtig erinnere des Konsulats, das für die Stadt verantwortlich ist, in der du studiert hast. (in meinem Falle war es das it. Konsulat in Hannover).
    Dafür brauchst du allerdings eine Übersetzung deines Diplomzeugnisses (wie es bei Ausbildungen ist, weiß ich nicht genau). Du solltest auf jeden Fall mal beim Konsulat anrufen. Die Übersetzung muss allerdings von einem Übersetzer gemacht werden, der bei dem bestimmten Konsulat anerkannt ist. Meine war es nicht und das hat mich ganz schön viel Nerven und Geld gekostet. Also erkundige dich vorher bei deinem zuständigen Konsulat ganz genau, was die benötigen. Du musst glaub ich auch eine beglaubigte Kopie deiner Ausbildungszeugnisse auf deutsch beifügen. Alles in allem eine sehr kostspielige Angelegenheit.
    Daher ist es wichtig, was genau du gemacht hast und ob diese Bescheinigung tatsächlich notwendig ist. Ich dachte, schlau zu sein und das schon in Deutschland zu erledigen, stattdessen hätte ich lieber abwarten sollen. Ich bin jetzt in meinem zweiten Job und das einzige, was ich jemals vorzeigen musste, war mein Lebenslauf, der Rest interessiert die hier zum Teil echt überhaupt nicht. Aber natürlich hängt das ganz von der Arbeitsstelle ab, bei internationalen Firmen brauchen sie es evtl. doch.
    Zur Arbeitssuche kann ich sagen, dass ich zunächst über eine Zeitarbeitsfirma gesucht habe. Das funktionierte ganz gut, allerdings muss man dann das nehmen, was sie einem anbieten. Wie leicht es ist, eine Arbeit zu bekommen, hängt sicher auch von der Region ab. Ich bin in den Marken und wenn man hier nicht hochanspruchsvoll ist, was den Job betrifft, deutsch, englisch und einigermaßen italienisch spricht, dann war es nicht so schwierig. Du solltest dich dann bei der Zeitarbeitsfirma erkundigen, was du an Dokumenten brauchst.
    Aber noch mal: das hängt alles davon ab, was du machen willst. Aber mach dich drauf gefasst, dass du nicht eine einzige klare Antwort bekommen wirst und dass viele Leute überhaupt nicht wissen, wie die Sachen funktionieren. Je nachdem, wie viele Ausländer in der Gegend wohnen, in der du bist, wissen die Leute gut oder schlecht Bescheid (wenn ich anfange zu erzählen, wie schwierig es war, ein Bankkonto zu eröffnen, sitze ich morgen noch hier).

    Grundsätzlich gilt auch, dass du in Italien eine Aufenthaltsgenehmigung brauchst. Sie kann dir zwar nicht verwehrt werden, aber du brauchst sie auf jeden Fall. Ohne die kriegst du theoretisch keine Wohnung und somit auch keinen Wohnsitz und somit kein Bankkonto, keinen Job, etc.etc. Das ganze gibt es bei der questura und dauert ein paar Wochen. Du musst nachweisen, dass du finanziell unabhängig bist (dafür reicht allerdings eine selbst geschriebene Erklärung aus, ich glaub autodichiarazione hieß das...). Ach ja, und du musst nachweisen, dass du krankenversichert bist. Hier ist man theoretisch nur krankenversichert, wenn man einen Job hat, bzw. man bekommt sein Kärtchen nur dann.

    Und und und. Vielleicht hängt das auch davon ab, wo man hinzieht, aber bei mir war alles relativ kompliziert dafür, dass es die EU ist. Ach ja, und wundere dich nicht, wenn du gefragt wirst, ob du aus der BRD oder der DDR kommst. In den Computern hier ist tatsächlich noch die DDR drin, zumindest bei meiner Zeitarbeitsfirma war das so...

    Bezüglich Mietwohnungen hängt das auch von der Gegend ab. Hier war es im Endeffekt gar nicht so schwer, wie ich dachte. Es wird viel privat angeboten (es gibt eine Anzeigenzeitschrift), aber ich bin am Ende über eine Agentur gegangen, da die Qualität nicht so prickelnd war. Die Agenturen haben immer mehr Mietwohnungen im Angebot, zumindest hier. Was die Miete angeht, kann man nicht sagen, dass die Mieten niedriger sind, als in Deutschland. In Mailand und Rom ist es sicher extrem, in anderen Regionen aber nicht unbedingt so schlimm. Ich habe so ein Mittelding, mit dem ich aber ganz gut leben kann.
    Das Problem ist eher der Verdienst, der eher so mittelprächtig ist. Lange Arbeitszeiten (bei mir im Durchschnitte 45-50 Stunden die Woche) sorgen aber dafür, dass man gar keine Zeit hat, Geld auszugeben, daher braucht man schon mal wieder weniger :-)

    Also es ist alles nicht unmöglich, aber man muss sich schon alles etwas zusammenpuzzeln. Wenn du von Deutschland aus schon mal gucken kannst, was es so in der Gegend als Arbeit gibt, solltest du das tun. Oder du guckst mal auf den Seiten der Zeitarbeitsfirmen.
    Es gibt auch so eine EURES Beratung mit Infos zum Arbeiten in Italien. Mir hat es nicht viel gebracht, aber das heißt ja nichts. Ist kostenlos, solltest du mal im Internet gucken, ob es so was bei dir in der Nähe gibt.

    Falls du mal konkretere Fragen hast, kannst du dich ja noch mal melden, wenn ich mich noch erinnere, wie es funktioniert, antworte ich dir gerne :-)
    #3Verfasserbuffoline (434100) 10 Feb. 09, 14:00
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    Ciao a tutti
    Herzlichen Dank erst mal für die sehe ausführlichen Antworten.
    Ok...wahrscheinlich sollte man sich über die ärztliche Versorgung nicht zu viele Sorgen machen. Auch hier in Deutschland zeigen sich ja mehr und mehr die Schwächen des Systems. Und ohne hohe Zuzahlungen und Beiträge geht es hier auch nicht mehr.
    Ich möchte eigentlich nicht gehen bevor ich einen Job gefunden habe. (bin nicht der Typ Auswanderer der sich mit Bratwurst-Bratstand selbstständig machen will, wie man das aus dem Fernsehen kennt. ;-)
    Davon wird es dann wohl auch abhängen ob es klappt oder nicht. Obwohl ich absolut nicht der Karriere wegen nach Italien gehen möchte. Eher im Gegenteil.
    Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist sicherlich zur Zeit ebenso angespannt wie in Deutschland. Aber ich plane eher langfristig....so innerhalb eines Jahres oder so.
    Werde auch noch sehr an meinem Italienisch feilen müssen bis dahin. Und mich mal an die Botschaft wenden und meine Unterlagen übersetzen lassen.
    Danke noch mal euch allen für die Infos
    @buffoline komme bestimmt noch mal auf dein Angebot zurück :-)
    #4VerfasserPukeko15 Feb. 09, 12:15
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    @Pukeko: meine Erfahrung ist, dass man die Jobsuche aus Deutschland in Italien vergessen kann. Das ist größtenteils eine Mentalitätssache: die meisten Italiener suchen sich ihre Jobs so, dass sie weiterhin bei Mamma wohnen können (das war hier ja auch schon mal angedeutet) und dementsprechend wird man als Bewerber selbst bei grösseren Unternehmen nicht ernst genommen, wenn man ein paar hundert Kilometer weiter weg wohnt zum Zeitpunkt der Bewerbung. Ausserdem fällt den meisten Unternehmen heute ein, dass sie ab morgen gerne jemanden haben würden - das ist schwer dann innerhalb von wenigen Tagen noch Umzug und alles über die Bühne zu kriegen. Ich habe die Konsequenz gezogen und bin ab März dann vor Ort am Suchen...
    Aber dir viel Erfolg - vielleicht machst du andere Erfahrungen als ich!

    Was deine Zeugnisse betrifft würde ich mir auch nicht allzu grosse Gedanken machen und es erst mal so probieren bevor du super viel Geld zahlst und am Ende will das keiner sehen. Grundsätzlich kannst du dir von deiner Uni ja (kostenlos) mal ein "Diploma Supplement" ausstellen lassen - das erläutert dein Zeugnis auf Englisch nach irgendwelchen EU-konformen Kriterien.

    @altri:
    Ich hätte da aber auch noch mal ein paar Fragen: beim Studium in Italien weiss ich, dass krankenversicherungstechnisch es ausreicht, wenn man bei einer dt.öffentlichen Krankenkasse versichert ist - da diese Versicherung mittlerweile (seit 2-3 Jahren glaub ich) auf den ganzen EU Raum ausgedehnt ist. Weiss jemand ob das auch für Berufstätige gilt oder muss man sich verpflichtend in Italien direkt versichern?

    und da wir schon mal beim Krankensystem sind: ich habe noch nie wirklich verstanden, was diese "ASL"s denn eigentlich sind und wann man dorthin geht anstatt in ein Krankenhaus oder zum niedergelassenen Arzt? Kann mir das jemand erklären?

    Ausserdem: das mit der Aufenthaltsgenehmigung ist mir neu. Wo muss man die denn beantragen? Noch hier in Dtl. oder bereits in Italien?
    Ich kann definitiv sagen, dass man zumindest auch ohne ein Bankkonto eröffnen kann - da haben die mich nur nach meinem Codice fiscale und meinem Pass gefragt...
    #5Verfassersteffi19 Feb. 09, 15:21
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    Zum Punkt 1 kann ich nicht so zustimmen. Die meiste Italiener, die ich kenne und die irgendeine sinnvolle Gelegenheit hatten, von Mamma wegzukommen, haben sie ausgenutzt. Die Deutsche übersehen immer die Höhe ihrer Kaufkraft: Der "Mammismo" liegt meistens (nicht überwiegend, zugegebenermaßen, aber meistens) daran, dass man bei Mamma ohne Miete noch ein wenig Geld verdienen kann. Ganz allein in Mailand mit Miete+Nebenkosten kann man bei den italienischen Gehälter leicht ins Minus gehen ;-) ... wenn man dann sogar Familie und Kinder will ... (was Elterngeld?!?, hol doch mal Oma zu dir!) ;-)

    Apropos, folgender Text (italienisch) fand ich ziemlich lustig und ein wenig einleuchtend: http://www.beppegrillo.it/2007/10/17/il_bambo...

    Bzgl. Jobsuche: Die meiste Großunternehmen achten kaum auf dem Herkunftsort der Bewerber, sonst würden sich die Norditaliener nicht so beschweren, dass es bei ihnen so viele Süditaliener gibt ;-)

    Bewerbungen vor Ort sind in Deutschland auch immer einfacher und in Italien bei schwächerer Wirtschaft, höhem Angebot an Bewerber und Prekarisierung (co.co.co/co.pro.) erst recht! Damit muss man sich abfinden aber es geht nicht darum, dass man nicht ernst genommen wird. Es geht darum, dass man ohne "offizielle Einladung" (geschweige Reisekostenabrechnung!) dich sprechen kann und wenn die Bewerber schon in Schlangen (italienische Schlangen ;-)) vor der Tür stehen, warum noch einer irgendwoher holen.

    Die andere Fragen kann ich dir leider nicht zuletzt aus Zeitmangel nicht mehr beantworten.
    #6VerfasserLorenzo20 Feb. 09, 01:30
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    @Lorenzo:
    Ich weiss nicht ob du da was in die falsche Kehle bekommen hast - das war meinerseits überhaupt keine Abwertung (genauso soll das jetzt aber auch keine Romantisierung werden) was die Tatsache betrifft, dass die meisten Italiener, die ich kenne, schon versuchen, dass der erste Job, den sie als neolaureato erhalten, räumlich so liegt, dass sie weiterhin bei Mamma wohnen können.
    Natürlich mögen da Hauptgründe nicht nur in der Mutterliebe liegen, sondern finanzieller Art sein - aber das ändert ja nun mal in Bezug auf die Jobsuche am Ort nicht wirklich etwas. Ich selbst habe komplett in Italien studiert und kenne die Situation sehr gut - selbst meine Studienkollegen von der Bocconi haben mit Einstiegsgehältern angefangen, da wird einem schlecht, wenn man die mit Deutschland vergleicht...
    Und natürlich kenne ich auch viele Italiener, die versucht haben, möglichst weit weg abzuhauen (was meistens in einem Umzug aus dem Süden in den Norden oder einem Umzug von Italien ins Ausland endete) - aber die, die es nicht wollen, schauen sich doch meist eher bei sich in der Gegend um...

    Italienische Unternehmen interessiert nicht der Herkunftsort der Bewerber - da gebe ich dir Recht - aber sie interessiert durchaus der akktuelle Wohnort. Vielleicht auch weil sie es jemandem aus Deutschland nicht zutrauen mit dem Hungergehalt, dass sie einem in Mailand zahlen, sich dort durchzuschlagen...oder ich weiss nicht wieso...Ich kann auch noch nicht mal sagen, ob das umgekehrt in Deutschland besser ist (habe ich nie ausprobiert)
    Ich kann eben nur den anderen meine Erfahrungen mitteilen, dass ich keine Rückmeldungen auf meine Bewerbungen erhalten habe, solange da eine deutsche Adresse draufstand. Als ich die mal zum Test weggelassen habe und keine angegeben habe (was bei den meisten Unternehmen ja wegen der Internet-Masken gar nicht geht), sondern eben nur meine italienische Handynummer, kam auch prompt ein Anruf aus Milano...das hat mir gezeigt, dass ich echt wieder vor Ort suchen muss, wenn ich etwas erreichen will. Dass da dann natürlich dann auch der Vitamin B Faktor eine Rolle spielt ist mir sowieso klar in Italien...

    Wenn jemand andere Erfahrungen gemacht hat, fände ich das sehr interessant zu hören...Man lernt ja nie aus...aber ich halte eben als Tipp für Pukeko und andere in dieser Situation, die Tatsache für wichtiger, während der Jobsuche in Italien vor Ort zu wohnen als sich beglaubigte Übersetzungen der Zeugnisse zuzulegen...oder bist du da nicht meiner Meinung, Lorenzo?
    Ich meine, evtl. habe ich da auch leicht reden, ich habe ja einen italienischen Abschluss...

    Trotzdem fände ich es nett, wenn jemand evtl. nochmal was zu den Krankensystem-Sachen erzählen kann (siehe meine Fragen zuvor) ... scheinbar scheint das im Berufsleben ja anders zu sein als bei Studenten...

    ...und wenn jemand der auch unser dt. System kennt, mir endlich mal erklären könnte was es mit diesen ASLs auf sich hat, wäre ich auch sehr dankbar. Ich bin in meiner Studienzeit in Mailand da manchmal hin, wenn mir Italiener gesagt haben "für sowas geht man in eine ASL" (z.B. zum Impfen), aber verstanden, warum man für manche Dinge dorthin geht und nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus, habe ich nie...und die meisten Italiener haben immer nur gemeint, das kommt drauf an, was man braucht, wohin man da geht....fand ich nicht besonders aufschlussreich

    #7Verfassersteffi20 Feb. 09, 15:02
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    @ steffi

    Deine Frage hat mich neugierig gemacht, da hab ich mal etwas gegoogelt..

    http://www.ess-europe.de/

    Hier werden die Sozialsysteme in Europa verglichen. ASLs würde ich spontan mit den Gesundheitsämtern in Deutschland vergleichen - wenn ich mich noch recht erinnere. Ich meine, die haben früher doch auch immer Impfungen, etc. organisiert. Leider weiss ich nicht, ob das noch so ist...
    #8VerfasserZwerg20 Feb. 09, 19:08
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    @steffi
    Wie sind alle einer Meinung: Bewerbungen vor Ort sind einfacher.

    Das ist aber keine italienische Besonderheit. In USA und in Deutschland sind sie auch einfacher, insbesondere wenn die Wirtschaft abschwächt ... und in Italien war sie schon immer schwach ;-) Man kann aber auch das Problem teilweise umgehen, z.B. indem man direkt um ein Telefongespräch bittet oder am besten "sich durchtelefoniert": Professionelle Recruiters kennen Super-Tricks dafür!

    Die Sache mit der Vitamin-B ist in Italien auch nicht viel anders als in Deutschland in Krisenzeiten: Die Italiener kennen nur mehrere Leute ;-) Wenn man reinkommen will und die Leute in Schlangen vor der Tür stehen, dann braucht man eine Hintertür und jemand die sie aufmacht. Dieser jemand ist nicht der Vorstandsvorsitzender, sondern irgendeinen Projektleiter oder erfahrenen Mitarbeiter. Die Italiener sind viele und kennen viele: Man kann sie in den Bars in Mailand suchen, aber auch per E-Mail, bei dem Systems (Messe in München) ... am besten an dem Booth der Firma ... abends, kurz bevor sie einen Geheimtipp für eine Bräuerei gut brauchen könnten ... ;-)

    Wie gesagt, stell dir Deutschland nach einer sehr lange Wirtschaftsflaute vor, dann kommt doch ein wenig "Italien" heraus ;-)
    #9VerfasserLorenzo23 Feb. 09, 03:14
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    Naja die Einstieggehälter sinken seit Jahren stetig in Deutschland. Denn es sollen ja die Arbeiter immer weniger Lohn bekommen. Das ganze System ist darauf aus, ausländische Fachkräfte auszubeuten, welche keinen Anspruch auf Mindestlohn haben. So wird in Deutschland und überall auf der Welt ein Arbeitermangel simuliert. Die Firmen sind schlicht nicht bereit fairen Lohn zu bezahlen. Hinzu kommt auch, dass das Steuersystem extrem ungerecht verteilt ist. Die Last liegt auf denen, welche schon wenig verdienen. Die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen hängen derzeit noch von Lohnhöhe ab. Auch hier entsteht eine Ungerechtigkeit. Denn wer sehr viel Geld Geld verdient, muss aber einer bestimmten Höhe nicht höhere Beiträge zahlen.

    #10VerfasserDani88_1 (1262524) 24 Feb. 19, 08:02
     
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