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  • Betreff

    deutschgesinnt

    [Geschichte][Adjektiv]
    Quellen

    Deutschgesinnte forderten hingegen die Aufnahme des Herzogtums in den Deutschen Bund.

    Kommentar

    Vorgeschichte zum ersten Deutsch-Dänischen Krieg. Vereinfacht gesagt: Die Dänemark-Fans wollen Schleswig als Teil von Dänemark sehen, die "Deutschgesinnten" (ja, ich weiß, hier ist es ein Substantiv... ;-) ) möchten Mitglied des Deutschen Bundes werden.

    VerfasserMeiki_zett (1087548) 15 Okt. 19, 11:15
    Kommentar

    Vorschlag: the pro-Germans

    #1Verfasser wienergriessler (925617) 15 Okt. 19, 11:20
    Kommentar

    Siehe Wörterbuch: Germanophile

    oder umschreiben, z.B.

    those who considered themselves to be Germans

    #2Verfasser Raudona (255425) 15 Okt. 19, 11:21
    Kommentar

    Edith wollte noch zu #1 eine Fundstelle nachliefer:

    http://library.fes.de/fulltext/afs/htmrez/807...

    #3Verfasser wienergriessler (925617) 15 Okt. 19, 11:22
    Kommentar

    One might be tempted to insert a loose group noun here:

    -the pro-German faction

    -the pro-German party

    -the pro-German camp

    (None of these would necessarily imply that some kind of formal organisation exists)

    #4Verfasser captain flint (782544) 15 Okt. 19, 11:31
    VorschlagGerman-minded (citizens)
    Quellen
    Kommentar

    Ich bin zwar kein Muttersprachler, hätte das aber spontan ganz ähnlich wie in der dänischen Quelle übersetzt.

    #5Verfasser ghost_4 (1278168) 15 Okt. 19, 11:50
    Kommentar

    German nationalists

    halte ich für angemessen.


    von "nationalist currents" ist zum Beispiel auch in der WIkipedia die Rede.

    #6Verfasser Chrysalis66 (1189140)  15 Okt. 19, 12:41
    Kommentar

    Danke euch allen! Da ist ja für sämtliche Spielarten was dabei :-D

    #7VerfasserMeiki_zett (1087548) 15 Okt. 19, 13:01
    Kommentar

    No. 6: Nun ja, wenn ich als ethnischer Deutscher in einer mehrheitlich von ebensolchen bewohnten Gegend lebe, dann muß ich kein Nationalist sein, um dafür einzutreten, daß selbige Gegend zu Deutschland gehören möge.


    No. 2: Germanophil kann man doch eigentlich nur sein, wenn man eben kein ethnischer Deutscher ist?


    Die anderen Vorschläge finde ich gut.

    #8Verfasser mbshu (874725) 15 Okt. 19, 14:39
    Kommentar

    Ginge auch "those siding with Germany"?

    #9Verfasser lisalaloca (488291) 15 Okt. 19, 14:55
    Kommentar

    Meinst du wirklich "für jemanden Partei ergreifen"?

    Siehe Wörterbuch: to side with


    Das gibt der Ausdruck mE nicht her.

    #10Verfasser penguin (236245) 15 Okt. 19, 15:00
    Kommentar

    Ich war mir nicht sicher - wollte in dem Zusammenhang von Euch Profis oder von Muttersprachlern gern wissen, ob das so geht.

    Sie stellten sich ja bei der Frage, zu wem sie gehören sollten, auf die deutsche Seite, ergriffen also gewissermaßen für die deutsche Seite Partei.

    Vielleicht kommt es auch auf den Kontext an, ob es dabei auch um eine Auseinandersetzung ging.

    Das weiß ich alles nicht.

    #11Verfasser lisalaloca (488291) 15 Okt. 19, 15:45
    Kommentar

    #9-11 - Warum sollte man bei einem sich bereits abzeichnenden kriegerischen Konflikt nicht die Vokabel "side with" verwenden, z.B. "They were willing/ready to side with"?

    #8 - kann ich inhaltlich nachvollziehen, halte das aber im vorliegenden Kontext für wohl eher unerheblich, da eine Sympathie für Deutschland in der Regel in der Zeit auch mit einer deutsch-nationalistischen Gesinnung einherging.

    #12Verfasser Chrysalis66 (1189140)  15 Okt. 19, 15:53
    VorschlagGermany-oriented
    Kommentar

    one more option for what it's worth.

    #13Verfasser Alan (De/US) (236282) 15 Okt. 19, 16:46
    Kommentar

    Könnten sich die native speakers of English noch zu ghosts Vorschlag "German-minded" (#5) äußern? Das dürfte ja am dichtesten am Original sein.

    #14Verfasser Raudona (255425) 15 Okt. 19, 17:29
    Kommentar

    Und dann gibt es noch "deutschgesonnen" bzw. "deutsch gesonnen" ...


    "Also wir waren doch immer europäisch gesonnen. Ein Schriftsteller, der nur deutsch gesonnen gewesen wäre, der war absurd." (Martin Walser)

    https://www.ruprecht.de/?p=5883

    #15Verfasser MiMo (236780)  15 Okt. 19, 20:45
    Kommentar

    #14 - schließe mich Raudonas Wunsch an. Würde selber übrigens "German-minded" ablehnen, da es sich meinem Eindruck nach nur auf die Sprache bezieht.


    #12 - als Ergänzung könnte man m.E. noch die etwas elegantere Wendung "inclined to side with Germany/Germany's interests" einsetzen.


    edit:

    #15 - Tja, Mimo, Bastian Sick und andere Supergurus vertreten dazu nun den Standpunkt, dass das Partizip Perfekt "gesonnen" gar nicht als Adjektiv verwendet werden darf bzw. nur umgangssprachlich zu verwenden ist:

    https://bastiansick.de/kolumnen/von-dativ-und...

    http://www.lektorat-bernd-kuschmann.de/2016/0...


    Ich selbst würde das übrigens u.U. zu ignorieren gewillt sein, wenn Martin Walser "gesonnen" selbst auch schon verwendet. Für meine Ohren klingt das "gesonnen" weicher, und speziell in Bezug auf die Kombination mit "deutsch" muss ich sagen, dass für mich "deutsch gesinnt" deutlich entschiedener und martialischer klingt als die mögliche Alternative.

    #16Verfasser Chrysalis66 (1189140)  15 Okt. 19, 20:46
    Kommentar

    "deutsch gesonnen gewesen wäre" - das klingt doch echt kerndeutsch!

    #17Verfasser mbshu (874725) 15 Okt. 19, 22:46
    Kommentar

    Tja, da haben dann die Autoren, die "wohlgesonnen" bereits im 19. Jahrhundert verwendet haben, nicht auf Sick & Co. gehört ... https://www.google.com/search?q=%22wohlgesonn...

    /ranton/ Sick ist ein selbsternannter Sprachwandelverhinderer und Besserwisser, der seinen eigenen Sprachgebrauch über alles stellt und gern mal "logische" Zusammenhänge oder auch inhaltliche Nuancen konstruiert, wo keine sind. /rantoff/


    Aber das ist hier wohl off topic, im Original steht ja "Deutschgesinnte".

    #18Verfasser Raudona (255425) 15 Okt. 19, 22:56
    Kommentar

    Bevor Sick sein segensreiches Wirken für die deutsche Sprache begonnen hatte, traute man sich durchaus "deutschgesonnen" zu schreiben, so 1789 in "Der Entlarvte Spion oder Beleuchtung der geheimen Geschichte des Berliner Hofes":


    "Ich glaube, daß, wenn der Herzog nur wüste, wie er in Ansehung dieses Hauptpunctes daran wäre, er auf französischer Seite seyn würde, denn er ist sehr stark deutschgesonnen;"

    #19Verfasser MiMo (236780)  16 Okt. 19, 06:01
    Kommentar

    Als Anglist macht mich die Argumentation der beiden Experten sowieso stutzig.

    Sind nicht allgemein Partizipien dafür prädestiniert, so wie sie sind, als Adjektive eingesetzt zu werden?

    Im Englischen ist das doch der Normalfall: surprised, excited, interested usw.

    Auch im Deutschen ist das doch ganz normal: überrascht, aufgeregt, interessiert...

    #20Verfasser Chrysalis66 (1189140) 16 Okt. 19, 09:54
    Quellen
    Kommentar

    Grimm sieht "gesinnt" und "gesonnen" in verschiedenen Bedeutungsfacetten synonym - und jetzt können die Experten weiterdiskutierten, ob sich gesinnt von Gesinnung ableitet oder genau umgekehrt Gesinnung von gesinnt, das laut Grimm eine Partizipialbildung von Sinn ist ...


    Gefragt war eigentlich nach der besten englischen Übersetzung!

    #21Verfasser ghost_4 (1278168) 16 Okt. 19, 10:47
    Kommentar

    ghost, bei LEO bleibt es fast nie bei der konkreten Antwort auf die konkrete Frage ;-)

    ... wobei ich deine konkrete Antwort in #5 immer noch am besten finde.


    Den Sprachstand von vor 170 Jahren will ich hier gar nicht diskutieren. Nur ein wenig Klugscheißerei: nicht "Grimm sieht", sondern "die Grimms sehen".

    #22Verfasser Raudona (255425)  16 Okt. 19, 12:04
    Kommentar

    Noch ein Vorschlag, von einem Nicht-Muttersprachler zur Diskussion gestellt: "of a German-national persuasion"

    #23Verfasser jenshh (1193781) 16 Okt. 19, 13:17
    Kommentar

    As a NE speaker: #4 has 3 very suitable solutions IMO.

    #24Verfasserpumpkin_3 (765445) 16 Okt. 19, 13:46
    Kommentar

    Zu #22


    "Während die Brüder Grimm ohne Anstellung waren, unterbreiteten die Leipziger Verleger Karl Reimer und Salomon Hirzel ihnen den Vorschlag für das Deutsche Wörterbuch, „den Grimm“, der ohne die Göttinger Entlassung so nicht entstanden wäre."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder_Grimm


    "Das Deutsche Wörterbuch (DWB) ist das größte und umfassendste Wörterbuch zur deutschen Sprache seit dem 16. Jahrhundert mit Wortbedeutungen und Belegstellen. Es wird auch Der Grimm genannt, weil es die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm waren, die 1838 mit dem DWB begonnen haben."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_W%C3%...

    #25Verfasser MiMo (236780) 16 Okt. 19, 14:51
    Kommentar

    Ohne Artikel klingt es für mich halt nach der Person. Es heißt ja auch "der Pschyrembel", "der Stowasser", "der Duden" - wobei ich Letzteren tatsächlich auch mal ohne Artikel verwende. Hm.

    #26Verfasser Raudona (255425) 16 Okt. 19, 17:50
    Kommentar

    'German-minded' sounds wonderful on the face of it, but unfortunately it sounds like a translation par excellence :)


    No, wouldn't use it at all.


    I see nothing wrong with 'nationalists'.



    #27Verfasser John_2 (758048) 16 Okt. 19, 21:51
    Kommentar

    Wie mbshu in #8 zu #6 halte ich 'nationalists' nicht für optimal.

    #28Verfasser manni3 (305129) 17 Okt. 19, 01:01
    Kommentar

    I'd say 'pro-Germans', but you could also go with 'others' or 'the others' (depending on how the sentence immediately preceding this one is formulated, i.e. whether you've used 'the' for the pro-Danish group); given what the rest of this sentence says, the 'pro-Germanness' of those 'others' is pretty much implied.


    Like #27 says, definitely not 'German-minded'. 'Germany-oriented' is also very unidiomatic.

    #29VerfasserTDV_0 (1247686) 17 Okt. 19, 11:28
    Kommentar

    #27, #28 - In dem einen Satz würde ich "German nationalists" auch nicht unbedingt als erstes empfehlen. Für den Begriff "deutschgesinnt" bzw. "Deutschgesinnter" an sich halte ich das schon weiterhin für einen validen Vorschlag und auch bei der vorliegenden Thematik des Deutsch-Dänischen Krieges halte ich ihn bei längeren Texten für eine mögliche Alternative - insbesondere für die Phase, als sich der Krieg bereits abzeichnet bzw, im Gang ist.

    (Dann spätestens passen m.E: auch Varianten von "siding with / inclined to side with etc.)

    #30Verfasser Chrysalis66 (1189140) 17 Okt. 19, 11:59
    Kommentar

    Have you tried searching English publications about the German-Danish conflict, especially ones from the 1850s or 1860s? I have not had the time to really dig through such publications, but have encountered the adjective "German-leaning" a couple of times so far.

    #31Verfasser Norbert Juffa (236158) 17 Okt. 19, 12:12
    Kommentar

    (#31) - Also der Begriff "German nationalists" wird in der Encyclopedia Britannica jedenfalls verwendet. Man könnte ggf. dagegen argumentieren, dass in Deutschland wohnhafte Nationalisten gemeint sind, andererseits wird der Begriff klar den "Eider-Danes" gegenübergestellt, die auch im umstrittenen Gebiet leben und eben als dänische Nationalisten bezeichnet werden.


    (Die Empfindlichkeit deutscher Muttersprachler gegenüber diesem Begriff und andererseits die etwas größere Offenheit von Angelsachsen demgegenüber scheinen mir übrigens u.U. mentalitätsbedingt zu sein.)

    #32Verfasser Chrysalis66 (1189140)  17 Okt. 19, 12:19
    Kommentar

    #32 – just to make sure that I understand: you mean that for Germans the word 'nationalist' has a more negative connotation than for British people? If so, not quite. It depends entirely on the context. You wouldn't call yourself a 'nationalist' in Britain without expecting people to think (or, indeed, without meaning) that you're extremely right-wing. However, it's true that in certain other contexts it's considered, well, not exactly a positive term, but reasonably neutral – i.e. simply meaning someone who supports their country's cause when attacked/threatened/oppressed by another. But it always depends on the context, and on who's using the word. Or, indeed, who's being described. For example, if someone said this:


    "The Brexit Party and the ERG & their Conservative enablers are nationalists. The other parties are merely acting in the UK's national interest. 'The other parties' includes the SNP until Brexit is revoked/resolved; but once that's all over and they call for another independence referendum, the SNP will be (Scottish) nationalists again. The DUP is just nationalist"


    – it would say at least as much about the speaker as it does about these parties.

    #33VerfasserTDV_0 (1247686) 17 Okt. 19, 13:17
    Kommentar

    #33 - usage referring to past or present obviously may differ, I think. I don't take exception to anything you wrote in #33.

    #34Verfasser Chrysalis66 (1189140) 17 Okt. 19, 13:28
    Kommentar

    Absolutely, the historical placement also makes a difference.

    #35VerfasserTDV_0 (1247686) 17 Okt. 19, 13:33
     
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