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    Englisch gesucht

    Man muss auch mal auf Entbehrungen verzichten können.

    Betreff

    Man muss auch mal auf Entbehrungen verzichten können.

    Quellen

    One has to be able to do without deprivations.

    Verfasser Jason99 (1369288) 07 Okt. 22, 00:54
    Kommentar

    Gute alte Fastenregel, nicht nur schwäbisch motiviert:

    From time to time, you need to abstain from being abstinent.


    Oder royaler: Retain the ability to renounce your abdication as and when required. 😉

    Ok, vergiss den zweiten.

    #1Verfasser reverend (314585) 07 Okt. 22, 01:10
    Kommentar

    With a little bit of luck, with a little bit of luck,

    When temptation comes you give right in!


    My Fair Lady

    #2Verfasser mbshu (874725) 07 Okt. 22, 04:58
    Kommentar

    Variante zu #1, nur leicht kürzer : Sometimes you need to abstain from being abstinent

    #3Verfasser no me bré (700807) 07 Okt. 22, 09:07
    Kommentar

    Wie wärs mit so etwas wie Sometimes you need to relinquish deprivation.

    Falls das Englisch ist, sag ich mal als einer, der nicht Englisch kann ;-(


    Das raffiniert Verführerische im Ausgangsatz finde ich, dass "Entbehrung" und "verzichten" nicht ähnlich klingen und jedes für sich negative Assoziationen wecken.

    #4Verfasser manni3 (305129)  07 Okt. 22, 09:52
    Kommentar

    I think the phrase works so well in German because it uses two different words (Entbehrungen + Verzichten) with the "abstain"/deprive(oneself) meaning.


    Entbehrungen seems to me to be more closely associated with self-deprivations than "deprivations" is... the OP version doesn't work for me for that reason.


    I thought of: You have to be able to forgo abstinence once in a while.


    I'm not happy with it though, because it sounds to me just like one form of abstinence, though and the German sounds more like "things you've given up".


    Slightly OT and in retrospect, it sounds almost cruel towards people struggling with real addiction, but I remember a grandfather saying something like "no sense in bein' on a wagon you can't get off of from time to time"


    Edit: I hadn't seen 5 yet, still don't like "deprivation", but "relinquish" I like.

    #5VerfasserAE procrastinator (1268904)  07 Okt. 22, 10:04
    Kommentar

    Vorschlag einer Nicht-Englisch-Muttersprachlerin:


    Sometimes you (just) have to deprive yourself of austerity.

    #6Verfasser schwäble (951819) 07 Okt. 22, 10:59
    Kommentar

    "do without being destitute"?


    AWWDI

    #7Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 07 Okt. 22, 11:00
    Kommentar

    Man muss auch mal auf Entbehrungen verzichten können


    Nachtrag zu #6: Für mich ist der Satz im OP eher ein Sponti-Spruch, also passt meiner Meinung nach alles was in Richtung #1 geht nicht: "From time to time, you need to abstain from being abstinent."

    #8Verfasser schwäble (951819) 07 Okt. 22, 11:12
    Kommentar

    Naja, Oscar Wilde hat schon gesagt "I can resist anything but temptation", und der war sicher kein "Sponti" 😉


    Das hier geht ein wenig in dieselbe Richtung.

    #9Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 07 Okt. 22, 11:20
    Kommentar
    Na, vielleicht war "Sponti-Spruch" hier tatsächlich ein von mir falsch gewählter Begriff ... Spontis haben ja laaaange vor meiner Geburt sich dem Sprücheerfinden gewidmet ;-))))

    Eigentlich ist er ähnlich dem "Man gönnt sich ja sonst nichts!"
    #10Verfasser schwäble (951819)  07 Okt. 22, 11:30
    Kommentar

    What does it mean? Is it a laughing, winky joke about not always sticking to your diet - or a sad joke about austerity due to fuel shortages being hard to put up with in the long term?

    #11Verfasser CM2DD (236324) 07 Okt. 22, 11:47
    Kommentar
    Der Joke ist meiner Meinung nach schon etwas "sad". Entweder aus dem Mund von Menschen, denen es gut geht, die eigentlich auf nichts verzichten müssen oder aber sarkastisch aus dem Mund von Menschen, für die Verzicht kein selbstgewähltes "Wellness-Erlebnis" bedeutet.
    Für mich hat der Spruch nichts mit einer Entschuldigung für eigene "Schwächen" zu tun, wie z.B. in "ich schaff es nicht, die Diät durchzuhalten, und immer diszipliniert zu sein, wäre ja auch gar nicht gesund!" Edit
    #12Verfasser schwäble (951819)  07 Okt. 22, 12:14
    Kommentar

    Entbehrungen seems to me to be more closely associated with self-deprivations than "deprivations" is.


    Das verstehe ich nicht so. "Entbehrungen" assoziiere ich eher mit einem schwierigen/armen Leben. "Ein Leben voller Entbehrungen" ist meist keine Wahl.



    Is it a laughing, winky joke 


    Ziemlich sicher - zu einer ernsthaften Bemerkung passt 'auch mal' nicht.

    #13Verfasser Gibson (418762) 07 Okt. 22, 12:23
    Kommentar

    Das geht in dieselbe Richtung wie "in der allergrößten Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot".

    #14Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 07 Okt. 22, 12:23
    Kommentar

    re 13, Ok, I bow to your greater knowledge, I was swayed by the context and Duden, which defines Entbehrung as

    schmerzlich empfundener Mangel, empfindliche Einschränkung

    but provides the example:

    große, schmerzliche Entbehrungen auf sich nehmen, ertragen


    A false conclusion then.

    Edit: Even deprivation has to allow an exception now and again...

    Edit 2, nope, don't like that either.


    #15VerfasserAE procrastinator (1268904)  07 Okt. 22, 12:35
    Kommentar

    Still not sure what they are trying to express. Can anyone spell the joke out as to a child? :)

    But perhaps more like "Sometimes you just have to do without doing without"?

    "Doing without" means having to live without even quite basic things, whereas "abstinence" means choosing to live without luxuries or frivolous things.

    #16Verfasser CM2DD (236324) 07 Okt. 22, 12:44
    Kommentar

    I'm less and less sure what the sentence means too, but I like your suggestion....

    #17VerfasserAE procrastinator (1268904) 07 Okt. 22, 12:46
    Kommentar

    #17 I think you have the same issue as me :)


    "Deprivation" and "destitution" are states/situations that are forced upon you from outside. "Entbehren" and "doing without" are active verbs - they don't necessarily imply that you really have a choice, but they mirror the active nature of "verzichten", which is what makes it "funny", right?

    #18Verfasser CM2DD (236324) 07 Okt. 22, 12:50
    Kommentar

    Seit ich den Spruch verstanden habe (musste erstmal kurz grübeln: Hä, ist doch widersinnig?), finde ich ihn:

    ge-ni-al.


    Ich wüsste nicht, wie man die lakonisch-trockenhumoristisch-halbresignativ-absurde Note ins Englische übersetzen könnte, aber: IANAT.


    Is it a laughing, winky joke about not always sticking to your diet - or a sad joke about austerity due to fuel shortages being hard to put up with in the long term?

    Weder noch, finde ich; aber ja, grundsätzlich eher laughing, weniger sad, IMO.

    Kann es aber auch nicht gut erklären.


    Versuch: Es ist lustig, weil man bei "Man muss auch mal auf .... verzichten können" nicht etwas Negatives wie Entbehrungen erwartet, sondern eher was Schönes (bspw. Schokolade, Reisen, Belohnungen). Zumindest mein Sprach-Gehirn hielt kurz inne, und ich fand es amüsant, meine sprachliche Erwartung nicht erfüllt zu sehen. manni3 hat es in #4 passender ausgedrückt als ich.


    Edit: Für #15-18 wieder zu langsam gewesen.

    #19Verfasser karla13 (1364913)  07 Okt. 22, 13:09
    Kommentar

    Versuch: Es ist lustig, weil man bei "Man muss auch mal auf .... verzichten können" nicht etwas Negatives wie Entbehrungen erwartet, sondern eher was Schönes (bspw. Schokolade, Reisen, Belohnungen).

    I understand that part. I just don't get what it is they are joking about - what kind of Entbehrungen do they mean? Giving up on luxuries, or having to do without the basics of life?

    When would someone say this? What would they be referring to? The cost of living crisis, or not going out boozing every night? It makes a big difference in English.

    #20Verfasser CM2DD (236324) 07 Okt. 22, 13:15
    Kommentar
    lakonisch-trockenhumoristisch-halbresignativ-absurde ... karla, wunderbar ... und bevor sich meine Gedankengänge weiter verheddern, verabschiede ich mich ins Wochenende und wünsche allerseits ein schönes davon.
    #21Verfasser schwäble (951819) 07 Okt. 22, 13:17
    Kommentar

     "Entbehren" and "doing without" are active verbs


    But "Entbehrung" is not. That corresponds to "deprivation", doesn't it?


    I have no idea what the OP is referring to, but "Entbehrungen" are not small things like a glass of wine. "Entbehrungen", for me, is Oliver Twist. I don't actually think that the OP really works, precisely because "Entbehrungen" is the wrong word for something flippant like "I can resist everything except temptation".

    #22Verfasser Gibson (418762) 07 Okt. 22, 13:27
    Kommentar

    Re #15-18, 20


    But perhaps more like "Sometimes you just have to do without doing without"?

    Das ist mMn zu "theoretisch, es geht aber schon in die richtige Richtung.


    Entbehrungen --> verzichten

    Das Wortpaar passt im deutschmuttersprachigen Gehirn einfach nicht zusammen.


    Edit nach #20:

    ... what kind of Entbehrungen do they mean? Giving up on luxuries, or having to do without the basics of life?

    Das erfährt und assoziiert man nicht, ist auch egal. Es ist eine allgemeingültige Aussage.


    When would someone say this?

    Immer, wenn es passt, haha. Nein, im Ernst: IMO, immer, wenn man gerade etwas Tolles bekommen/ erreicht hat beispielsweise. Man spielt es damit etwas runter.


    What would they be referring to? The cost of living crisis,

    Nein nein, das gerade nicht. The cost of living crisis erlebt man ja gerade... darauf "verzichtet" man ja eben nicht.


    or not going out boozing every night?

    Auch nicht. Das wäre zu konkret, IMO.

    Andererseits: Ja, ginge auch. (Ich weiß, das widerspricht sich...)


    It makes a big difference in English.

    Das glaube ich. Daher ist es mMn auch schwer zu übersetzen. Außerdem kennen wir den Kontext nicht, in dem der Spruch geäußert wurde.

    #23Verfasser karla13 (1364913)  07 Okt. 22, 13:33
    Kommentar

    I almost get it, I think. I'm not giving up yet, but my mind is only generating silly suggestions now. Kind of hoping CM2DD will come up with one of their frequent flashes of brilliance. In the meantime, I'll just have to bite the brioche, and head off on my weekend...

    #24VerfasserAE procrastinator (1268904)  07 Okt. 22, 14:02
    Kommentar

    Ich finde, ihr interpretiert viel zu sehr in "Entbehrungen" hinein.

    My two cents: man brauchte man einfach ein Substantiv, das zu "verzichten" passt ("auf den Verzicht zu verzichten" klingt blöd). Der Witz ist, dass man beim "Verzichten auf Entbehrungen" (der Verzicht auf Wein, Schokolade, meinetwegen auch Energieverbrauch) eben auf nichts verzichtet, aber es dennoch so formuliert, als hätte man etwas besonders Entsagungsvolles getan.

    #25Verfasser eastworld (238866) 07 Okt. 22, 14:03
    Kommentar

    Zu #22


    But "Entbehrung" is not. That corresponds to "deprivation", doesn't it?

    Zustimmung.


    I have no idea what the OP is referring to, but "Entbehrungen" are not small things like a glass of wine. "Entbehrungen", for me, is Oliver Twist.

    Zustimmung.


    I don't actually think that the OP really works, precisely because "Entbehrungen" is the wrong word for something flippant like "I can resist everything except temptation".

    Hhm, die Aussage verstehe ich nicht. Der OP hat als Eigenvorschlag doch "One has to be able to do without deprivations." genannt, und das ist IMO eine akeptable, schnörkellose Übersetzung (bis auf die Tatsache, dass der Gegensatz zwischen Entbehrungen und verzichten nicht übertragen wird). Auch als Spruch ohne Kontext finde ich ihn übrigens gut.


    Aber -- und insofern habe ich mich mit meiner #23 evtl. zu weit aus dem Fenster gelehnt -- ohne Kontext: keine Ahnung.



    Edit zu #25

    Der Witz ist, dass man beim "Verzichten auf Entbehrungen" (der Verzicht auf Wein, Schokolade, meinetwegen auch Energieverbrauch) eben auf nichts verzichtet, aber es dennoch so formuliert, als hätte man etwas besonders Entsagungsvolles getan.

    GENAU!

    #26Verfasser karla13 (1364913)  07 Okt. 22, 14:15
    Kommentar

    Mir ist schon klar, was ausgesagt werden soll, aber ich finde eben, dass es stilistisch nicht wirklich funktioniert. Warum jemand das Wort gewählt hat (man brauchte man einfach ein Substantiv) ist mir egal - wenn es nicht passt, passt es nicht, und für mich passt es nicht.


    Das ist für mich, als wenn jemand statt "Ist ja schon gut. Du brauchst mich ja nicht gleich den Kopf abreißen" etwas sagen würde wie "Ist ja schon gut. Du brauchst mich ja nicht gleich vergewaltigen." Es ist klar, was gemeint ist, aber das Bild ist nicht stimmig - der Vergleich ist zu ernst für den Spruch. Oder vielleicht liegt es daran, dass "auf Entbehrungen verzichten" für mich generell nicht sonderlich gut funktioniert, weil man sich die eben nicht aussucht und normalerweise keinen Einfluß darauf hat. Aber jedenfalls ist das für mich kein guter (oder lustiger) Satz.


     Der OP hat als Eigenvorschlag 


    Das Argument verstehe ich nun nicht. Die Tatsache, dass etwas im OP steht, macht es doch nicht gut (oder auch nur richtig). Sonst bräuchte man ja die ganze Rubrik nicht ;-)

    #27Verfasser Gibson (418762)  07 Okt. 22, 14:27
    Kommentar

    But "Entbehrung" is not. That corresponds to "deprivation", doesn't it?

    Deprivation means being deprived of something; it's passive. Someone/something is preventing you from having things.

    But Entbehrung means doing without something - the imagery is active. Do you see what I mean? It's like verzichten, isn't it? The two verbs mirror each other. That's the joke.

    #28Verfasser CM2DD (236324)  07 Okt. 22, 14:42
    Quellen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sustentio

    Die Sustentio(n) ist eine rhetorische Figur, durch die der Redner eine Überraschung bei seinen Zuhörern auslöst, indem er


    •        eine gewisse Erwartungshaltung der Zuhörer bezüglich dessen, was jetzt eigentlich kommen müsste, nicht befriedigt, indem z. B. ein Sprichwort bzw. eine bekannte Formulierung abgewandelt wird: Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Verstellung. Erwartet wird hier ja der bekannte Spruch: Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung. Der Redner bringt jedoch seine eigene unerwartete Version.


    Kommentar

    OT, weil ich's gestern erst gelernt habe:


    Das nennt sich Sustentio.*

    *Der Satz wiederum ist eine Prosopopöie (weil eine Stilfigur sich nicht selber was nennen kann, gell, manni?)

    #29Verfasser Selima (107) 07 Okt. 22, 14:50
    Kommentar

    It's like verzichten, isn't it?


    No, sorry, I don't understand what you mean. Wenn ich auf etwas verzichte, ist das meine Entscheidung. Wenn ich etwas entbehre, fehlt es mir durch äußere Umstände --> nicht meine Entscheidung.


    Ich entbehre etwas = I lack something. Das ist nicht aktiv.

    #30Verfasser Gibson (418762) 07 Okt. 22, 14:51
    Kommentar

    Verhinderter Nachtrag:

    Re "Entbehrung": Die erlegt man sich nicht selber auf. Die Flüchtlinge müssen zahlreiche Entbehrungen auf sich nehmen - absolut nicht freiwillig.

    #31Verfasser Selima (107) 07 Okt. 22, 14:52
    Kommentar

    "I lack something" is an active statement. The subject "I" is doing something: lacking something.

    If I am deprived of something, then that is not an active statement. "I" is not depriving.


    Verzichten and entbehren/Entbehrung are active.

    Relinquishing/doing without/abstinence are active.

    Deprivation is not active.


    #32Verfasser CM2DD (236324)  07 Okt. 22, 14:53
    Kommentar

    "Deprivation is not active" - I think that's the point: Something which normally is not "active" is treated as though it was, as if you could actively decide that now you've had enough hardship.


    Coming to think of that: Why not "Sometimes you have to be able to do without all that hardship"?

    #33Verfasser B.L.Z. Bubb (601295) 07 Okt. 22, 15:01
    Kommentar

    "I lack something" is an active statement. 


    Grammatically, yes. But not in the sense of doing something.


    And anyway, the OP is about a noun, so I'm not sure where active verbs come in anyway. I don't see any grammatical difference between "I suffer (from) deprivation" and "Ich leide unter Entbehrungen".

    #34Verfasser Gibson (418762) 07 Okt. 22, 15:07
    Kommentar

    #33 Then it's not as funny a joke as I thought - as "entbehren" normally means doing without something (not just being deprived of it), I assumed it was wordplay as described by eastworld in #25. So rather than being a neat play à la "resist anything but temptation", it's just making it sound as if you could stop being poor?

    #35Verfasser CM2DD (236324) 07 Okt. 22, 15:08
    Kommentar

    I'm not sure where active verbs come in anyway.

    I thought Entbehrungen was meant to be a noun that mirrored the verb "verzichten" - which "deprivation" would not do.


    Looks like no-one is able to explain to the two NES on the thread what the OP means in enough detail for us to be much help. I can't even judge which one of the suggestions made above could fit. Hopefully Jason understands it better :)

    #36Verfasser CM2DD (236324)  07 Okt. 22, 15:13
    Kommentar

    (Entschuldigt, bei mir in der Diaspora ist LEO heute so lahmarschig, dass ich gar nicht mehr mitkomme. Als ich anfing zu schreiben, war #27 der letzte Beitrag. Vielleicht ist inzwischrn alles geklärt, aber ich schicks jetzt trotzdem ab, ohne die zwischenzeitlich eingetroffenen Beiträge zu lesen.)


    Zu #27


    [Gerade kam mir der blöde Gedanke: Wie sollen bspw. CM2DD und AE procrastinator -trotz ihrer hervorragenden Deutschkenntnisse- den Sinn des Spruchs verstehen, wenn sich noch nicht mal Gibson und karla13 als Stellvertreterinnen der Deutschmuttersprachler/innen einig sind? 😉]


    Mir ist schon klar, was ausgesagt werden soll, aber ich finde eben, dass es stilistisch nicht wirklich funktioniert.

    Ich finde, dass es bestens funktioniert.


    Warum jemand das Wort gewählt hat (man brauchte man einfach ein Substantiv) ist mir egal - wenn es nicht passt, passt es nicht, und für mich passt es nicht.

    Für mich passt es hervorragend: auf Entbehrungen verzichten -- was für eine Absurdität. Ionesco lässt grüßen.


    Das ist für mich, als wenn jemand statt "Ist ja schon gut. Du brauchst mich ja nicht gleich den Kopf abreißen" etwas sagen würde wie "Ist ja schon gut. Du brauchst mich ja nicht gleich vergewaltigen."

    Für mich ist das nicht gleichsetzbar. Abgesehen davon, dass ich Vergleiche mit "vergewaltigen" vermeide [ich HASSE das Wort "vergewohltätigen"] -- Kopf abreißen und vergewaltigen ist beides etwas Negatives. Natürlich ist Ersteres viel harmloser als Letzeres, aber es kein Gegensatz.


    Es ist klar, was gemeint ist, aber das Bild ist nicht stimmig - der Vergleich ist zu ernst für den Spruch.

    Ich sehe da gar keinen Vergleich, ich sehe einen Gegensatz: Entbehrungen vs. verzichten. Passt nicht, ist deshalb absurd und lustig.


    Oder vielleicht liegt es daran, dass "auf Entbehrungen verzichten" für mich generell nicht sonderlich gut funktioniert, weil man sich die eben nicht aussucht und normalerweise keinen Einfluß darauf hat.

    "Auf Entbehrungen verzichten" passt gar nicht. Das ist -für mich- ja der Witz daran. Siehe oben.


    Aber jedenfalls ist das für mich kein guter (oder lustiger) Satz.

    Für mich jaaaaa. 🙃


    Der OP hat als Eigenvorschlag 

    Das Argument verstehe ich nun nicht. Die Tatsache, dass etwas im OP steht, macht es doch nicht gut (oder auch nur richtig). Sonst bräuchte man ja die ganze Rubrik nicht ;-)


    Ich versuch's nochmal anders zu formulieren:

    Gibson wrote: I don't actually think that the OP really works, precisely because "Entbehrungen" is the wrong word for something flippant like "I can resist everything except temptation".


    Das something flippant (I can resist everything except temptation) ist doch ein Übersetzungsversuch von Bubb (--> Oscar Wilde) und in seiner Stimmigkeit/ Unstimmigkeit als Entsprechung von Entbehrungen überhaupt nicht belegt..

    (To be a little more clear: Ich stimme mit dir überein, dass "I can resist everything except temptation" für Entbehrungen viel zu flapsig ist. Aber das steht doch gar nicht zur Debatte.)


    Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken.

    #37Verfasser karla13 (1364913) 07 Okt. 22, 15:30
    Kommentar

    ##28, 29, 32 verstehen mich. Jubel.


    #33

    "Deprivation is not active" - I think that's the point: Something which normally is not "active" is treated as though it was, as if you could actively decide that now you've had enough hardship.

    Exactly.


    Coming to think of that: Why not "Sometimes you have to be able to do without all that hardship"?

    Das trifft zwar mehr oder weniger die Aussage, ist aber leider nicht besonders lustig, da nicht absurd. (Jaja, meckern kann jede/r. Hab leider selber keinen guten Vorschlag.)



    #34

    I don't see any grammatical difference between "I suffer (from) deprivation" and "Ich leide unter Entbehrungen".

    Da sehe ich auch keinen. Aber es heißt ja: Ich verzichte auf Entbehrungen. Also aktiv, genau. Das ist der Witz: Man kann nicht auf Entbehrungen verzichten.



    #35

    Nein, ich denke, da bist du auf eine falsche Fährte gekommen/ gelockt worden. Ich halte eastworlds #25 für stimmig.



    #36

    I thought Entbehrungen was meant to be a noun that mirrored the verb "verzichten" - which "deprivation" would not do.

    Wenn 'mirrored' spiegeln bedeutet, dann nein. Entbehrungen geht eine absurde Verbindung mit verzichten ein. Spiegeln würde ich so verstehen, als wären sie deckungsgleich/ identisch.



    Meiner Meinung nach passt keiner der bisherigen Vorschläge. Vielleicht, weil der Spruch unübertragbar / unübersetzbar ist?

    Hallo, Jason, wo bist du?

    #38Verfasser karla13 (1364913) 07 Okt. 22, 15:58
    Kommentar

    Humor ist halt individuell. (harambee hat letztens irgendwo gesagt, dass das Phrasenschwein Hunger hat.)

    #39Verfasser Gibson (418762) 07 Okt. 22, 16:04
    Kommentar

    Eine interessante und nuanenreiche Diskussion. Ich fasse "Entbehrungen" am ehesten als Folge eines Geschehens auf: irgendetwas, das man sonst braucht oder genießt (erste Unterscheidung) steht auf absehbare oder unabsehbare Zeit (zweite Entscheidung) nicht zur Verfügung, ist als z.B. nicht lieferbar, wird einem von jemand anderem vorenthalten oder unterliegt einem selbst gewählten Verzicht (dritte Enscheidung).


    Entbehrungen sind mehr als nur Mangel oder Ermangelung, denn das Wort trägt auch noch die Konnotation eines negativen Empfindens, das auf einer ganzen Skala von "unangenehm" über "schmerhaft" bis "unerträglich" reichen kann.

    Eine angemessen Übersetzung zu finden, hängt also von der Deutung ab, die evtl. noch durch Kontext gestützt wird.

    Die Palette an Begriffen ist entsprechend groß - die drei o.g. Verständnisentscheidungen liefer schon 2*2*3=12 Deutung, die Skala des Empfindens vervielfacht diese noch mehr.


    Einfacher ist "man muss auch mal verzichten können"; das freiwillige Verzichten oder die Akzeptanz eines von außen auferlegten Mangels könnten gemeint sein. In jedem Fall ist das aber eine bewusste Entscheidung.


    In #1 ging ich von einem Anklang an ein nicht mehr ganz neues Verständnis des "Fastens" aus, das von einigen Kirchen in den letzten Jahren unter dem Titel "sieben Wochen ohne" beworben wurde, jetzt aber anders heißt.

    Damals war ein running gag "ich lebe jetzt mal ganz bewusst sieben Wochen ohne Verzicht".


    Wenn man, wie in diesem Faden gründlich angestoßen, genauer fassen und das Spektrum weiter erfassen will, wäre - und dies nicht als Vorschlag, sondern Denkanstoß, ja auch folgende Übersetzung zu begründen:

    Sometimes you just need to evade penury.

    #40Verfasser reverend (314585) 08 Okt. 22, 11:14
    Kommentar

    Re #40


    Ich denke, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt zwar über den Sinn und die Übersetzung des konkret verwendeten Spruchs noch länger weiterspekulieren könnten, dass aber nur Jason mit Kontextlieferung die Diskussion weiterbringen würde.


    Nach wie vor finde ich den Spruch als solchen gut (witzig, absurd, böse).


    Einfacher ist "man muss auch mal verzichten können"; das freiwillige Verzichten oder die Akzeptanz eines von außen auferlegten Mangels könnten gemeint sein. In jedem Fall ist das aber eine bewusste Entscheidung.

    Da in dieser einfacheren Version das entscheidene "Entbehrung" fehlt, ist die Aussage in meinem Verständnis anders. Außerdem fehlt dem Satz der Gegensatz: Entbehrung -- verzichten.


    Sometimes you just need to evade penury.

    Ich kenne das Wort penury nicht. Welche der LEO-Übersetzungsvorschläge Not, Elend, Armut, Mangel, Knappheit, Dürftigkeit würde denn deinem penury entsprechen?

    #41Verfasser karla13 (1364913) 08 Okt. 22, 12:40
     
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