Advertising
LEO

It looks like you’re using an ad blocker.

Would you like to support LEO?

Disable your ad blocker for LEO or make a donation.

 
  •  
  • Subject

    in Fett baden

    Sources
    Context/ examples
    Die Commerzbank verfahre aber nach dem Motto: "Meine Vorstände, die bade ich in Fett, und die anderen werden ins kalte Wasser gestoßen."

    (see URL for more context)
    Comment
    is this a common picture, "in Fett baden"? I'd always prefer a bath of water...
    Authorno name08 Jan 04, 14:40
    Comment
    Never heard the expression before.
    #1Authora name08 Jan 04, 14:43
    Comment
    Da hat wohl jemand was verwechselt ... In Milch baden wäre ja vielleicht noch passabel, aber in Fett? Und 'jemanden ins kalte Wasser stoßen' sollte wohl 'im Regen stehen lassen' heißen, was ja doch eine etwas andere (und hier treffendere) Bedeutung hat.
    #2Authormanu <-- name08 Jan 04, 15:13
    Comment
    Noch nie gehört. Der Spiegel ist auch nicht das, was er mal war. Merkwürdige Vermischung von Methaphern.

    Wer will schon in Fett baden?

    "Fette Zeiten für die Vorstände, aber die Angestellten bleiben im Regen stehen" wär viel verständlicher.
    #3AuthorCJ de08 Jan 04, 15:27
    Comment
    Na ja, der Spiegel hat ja nur abgedruckt, was ein anderer zitiert hat, aber wahrscheinlich war derjenige gerade betrunken, da die Aussage völliger Schwachsinn ist.

    Entweder leben die Vorstände wie die Made im Speck oder sie baden in Sekt/Champagner, aber im Fett???
    #4AuthorClaudia08 Jan 04, 15:33
    Comment
    Ein bißchen verständlicher, aber nicht richtiger, wird es, wenn man das ganze Zitat kennt.
    Ludwig Stiegler, SPD Fraktionsvize, äußert sich zu dem Commerzbank-Firmenrententhema so: "Meine Vorstände, die bade ich in Fett, und die anderen werden ins kalte Wasser gestoßen."
    Aber den Unterschied zwischen einem Fettbad und einem Bad in kaltem Wasser (abgesehen von der Konsistenz des den Badenden umgebendenden Mediums) muß mir Herr Stiegler noch erläutern.
    #5AuthorWerner08 Jan 04, 15:41
    Comment
    The fatted calf is the one which is given the most food, sometime at the expense of others! Maybe it has something to do with that.
    #6Authort08 Jan 04, 15:43
    Comment
    CJ: verteidigung des spiegels: wenn man zitiert, muss man richtig zitieren, auch wenn das zitat quatsch ist. es gibt noch keine veröffentlichung, die dem spiegel das wasser reichen kann. nicht umsonst wurde augstein von der weltpresse als der journalist des jahrhunderts gekürt.

    ansonsten stimme ich deinem letzten satz voll zu.

    #7Authorhein mück 08 Jan 04, 15:46
    Comment
    Unabhängig von der falschen Verwendung von Redensarten fehlt aber immer noch die Übersetzung. Darf man in so einem Fall korrigierend eingreifen (sprich: die sinngemäss richtige Aussage übersetzen)?
    #8Authormanu08 Jan 04, 16:07
    Comment
    Wenn es schon im Deutschen keinen Sinn ergibt, muß man zwangsläufig eingreifen und sinngemäß übersetzen.
    #9AuthorWerner08 Jan 04, 16:11
    Comment
    manu: natürlich. es fragt sich bloß, was der politiker "sinngemäß" ursprünglich sagen wollte. oft hab ich den eindruck, dass politiker und sinn irgendwie nicht zusammenpassen. ich schlage vor, wie schon oben von anderen angegeben, "in Fett baden" = "to bathe in milk" heißen sollte, und der ganze schnack dann:
    wie CJ de, seine/ihre letzte Zeile.
    #10Authorhein mück 08 Jan 04, 16:16
    Comment
    hein mück: Was Politiker und Sinn betrifft, kann ich Dir nur zustimmen - da wird oft ziemlicher Blödsinn geredet.

    Werner + hein mück: Aber bei der Übersetzung bin ich im Zweifel; was wenn man dem Leser vermitteln will, dass der Sprecher Blödsinn geredet hat? Dann dürfte man den Quark ja nicht korrigieren, oder?
    #11Authormanu08 Jan 04, 16:34
    Comment
    manu: Wenn Du dieses Interview übersetzen mußt, solltest Du nicht den Interviewpartner schlechtmachen, sondern nur seiner Außerung verständlich übersetzen: "My board gets a hot bubble bath, and the staff is dunked in cold water". Das nur als Vorschlag. hein mücks Vorschlag "to bathe in milk" hat natürlich auch einen gewissen Charme.
    #12AuthorWerner08 Jan 04, 16:40
    Comment
    Werners Übersetzung gefällt mir, da bibbert man richtig mit den anderen mit *brr*
    #13AuthorCelila08 Jan 04, 17:03
    Comment
    This is a very interesting conversation!

    hein, everybody should have their own opinion, and for me Der Spiegel is bad journalism, very one-sided. I give you that you can't blame Der Spiegel for the bad picture used here, but you can blame the paper for putting it in the headline, and leaving it uncommented. [Only if you are interested, my all-time favorite is The Economist.]

    Werner, I disagree with your statement. If you translate an interview, you should be as close to the original as possible, which includes translating 'rubbish' (as is here the case), and explain what you believe the meaning was. Otherwise you'd fudge reality. (Alternatively, if you can avoid it then do NOT translate the quote, but rather express what the person was trying to say, possibly adding a comment where you refer to the original 'rubbish'. Granted, this gets tricky when it comes to sayings and phrases - and is impossible when you have to translate an interview).
    #14Authormb08 Jan 04, 17:14
    Comment
    Okay, this is obviously going to be a minority view, so I hope you guys can bear with me. But to me it sounds a little like a kind of submerged bilingual double pun. Could Mr. Stiegler have been reading about corporate greed in English-language financial publications, and just have expected many listeners to recognize the allusions?

    That is: both his metaphors remind me of English clichés. "Lard" is a common derogatory term for excess money in the budget, culpable luxury, grossly unnecessary expenditure. Cf. for example today's thread on "lard-filled suit," which implied a neat connection between Dilbert's pointy-haired boss's (I assume; could also have been the lazy co-worker) own obesity and his budgetary generosity toward himself alone.

    Similarly, "swimming in lard" can be used not only of over-rich food, but also figuratively for offensively/disgustingly wealthy, somewhat like "rolling in money/dough." Yes, it's unappetizing, but it's meant to be. And "cold water" is of course also a common expression for a rude shock, a cruel disappointment: to throw cold water on someone's plans, etc.

    So I would take the sentence to mean something like, "I'll let the board (keep on) swim(ming) in lard, and everyone else will get tossed into cold water." (The part that actually sounds odd to me is the transitive verb "bade.")
    #15Authorhm -- us09 Jan 04, 01:10
    Comment
    Milk, on the other hand, wouldn't make much sense to me in this context. "Let the board bathe/wallow in luxury," maybe -- not as vivid, but safer.

    Anyway, so shoot me, but I actually kind of liked the creative combination. Cleverer than many business types, whose language is often dry as dust. And though I don't often read Spiegel articles, when people have recommended them here they've mostly struck me as pretty funny (especially Zwiebelfisch).

    But then I don't notice questionable German usage as readily, nor do perceived anglicisms generally bother me unduly. So if it's really sooo painful to German ears, then Werner's blander suggestion doesn't seen unreasonable.

    In any case, yes, an interesting discussion. (-:
    #16Authorhm -- us09 Jan 04, 01:11
    Comment
    hm: Die Übersetzung gefällt mir ganz gut. Nur ist der zweite Teil im Ausgangstext auch Präsens, nur eben Passiv. [Nicht mit der Diskussion über ist/wird verwechseln - hier soll sicher auch die Gleichzeitigkeit der Vorgänge ausgedrückt werden].

    Ist es möglich, den englischen Satz dahingehend abzuändern, dass das nicht in der Zukunft stattfindet? Aus dem Zusatz "Die Commerzbank verfahre aber nach dem Motto" wissen wir, das die Bank das schon so macht.

    "I let the board (keep on) swim(ming) in lard, and everyone else is tossed into cold water."
    #17AuthorCelila09 Jan 04, 01:25
    Comment
    Um das ganze noch etwas aufzublähen: "ins kalte Wasser stoßen/schmeißen/werfen" passt - wie bereits festgestellt - auch nicht so ganz. Ich finde dieser Ausdruck hat eher die Konnotation, dass jemand vor eine große schwierige Aufgabe gestellt wird. Häufig sagt man dann später verklärt positiv Dinge wie: "Mit der Übernahme der Geschäftsführung wurde ich ins klate Wasser geworfen, aber ich habe es geschafft." Was Stiegler meint, trifft es aber nicht.

    In Fett baden, ist recht kreativ, da hat hm schon recht. Es wäre zu Zeiten, in denen Menschen in Höhlen lebten sicher ganz gut gewesen, weil es da sicher als Kälteschutz gut war, in Fett gebadet zu haben. Im Zeitalter der Zentralheizung ist es nicht so einleuchtend. Bei längerem Nachdenken fällt mir als Fettbad nur die extensive Benutzung von Hautcremes etc. ein.

    Wenn wir vermuten, dass Stiegler irgendeine englische Wendung mit "lard" im Kopf hatte, sollte man im Deutschen aber statt Fett besser Rahm verwenden - wie in "den Rahm abschöpfen". Damit wäre im übrigen auch ein Kompromiss zwischen Fett und Milch gefunden ;-)
    #18AuthorJ.F.S.09 Jan 04, 10:30
    Comment
    ich kenne nur "fetten gaensen noch den arsch schmieren"
    #19Author...09 Jan 04, 10:34
    Comment
    Also Fettbad erinnert mich irgendwie an Ölbad. In diesem werden gerade im Ofen gehärtete Bauteile bei ca. 100 - 120°C abgeschreckt.

    Fritiert hat er sie ja nicht gerade.... ;-)

    #20Authorwer auch immer09 Jan 04, 10:39
    Comment
    Vielleicht wird der Vorstand ja frittiert?
    #21AuthorWonderfizz09 Jan 04, 10:42
    Comment
    mb: your charge that the spiegel is one-sided just doesn't wash, because that is exactly what the Spiegel is not. If you think so, whose side do you feel the Spiegel is on? The only side it takes, and this is a most honourable side, is democracy and freedom of the press. just think back to the 60s and the F J Strauss affair...

    that is all i will say about it here, as this theme diverts a bit from the original topic.
    #22Authorhein mück 09 Jan 04, 10:45
     
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  
 
 
 
 
  automatisch zu   umgewandelt