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  • Subject

    Gschnasaltertümer

    Sources
    (Über ein Camp in den Adirondacks 1909:)

    (unter den verschiedenen Holzhütten gibt es auch einen)
    "Rittersaal" mit Gschnasaltertümern mit Herd in der Mitte und herumlaufender Bank einer Bauerneßstube ...
    Comment
    Ich weiß schon, was ein Gschnas ist (so etwas wie eine Maskenparty), aber unter Gschnasaltertümern kann ich mir garnix vorstellen. Vielleicht ironisch gemeint? Also Zeugs, das bei Partys übergeblieben ist? Aber was könnte das sein? Leere Bierflaschen??

    Und vielleicht könnt's auch noch bei meinem anderen Eintrag, "stoob," in "Deutsch gesucht," vorbeischauen. Thx.
    AuthorFerenczi (237228) 24 Jul 09, 16:02
    Comment
    vielleicht sind damit nicht echte Sachen gmeint - ähnliche Bedeutung wie Ramsch

    auf Englisch - hm - fake antiques or tatty stuff
    #1Authorsunnyserpent (554652) 24 Jul 09, 16:18
    Comment
    Ja, es scheint 2 Bedeutungen zu haben:

    Geschnas (Gschnas ) n

    1. wertloses Zeug; Plunder, Tand; wertloses Kunsterzeugnis. Gehört wahrscheinlich zu »schnausen (österr: schnoase) = schmarotzen; auf Kosten anderer sich gütlich tun«. Vgl auch bayr »Geschnattel = Abfälle«. Österr seit dem 19. Jh.

    2. Haus-, Maskenball. Man trägt Kostüme aus Plunder (aus der »Mottenkiste«). Österr seit dem 19. Jh.

    [Wörterbuch: Geschnas, S. 1. Digitale Bibliothek Band 36: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, S. 10415 (vgl. Küpper-WddU, S. 289) (c) Marianne Küpper]
    #2AuthorPhillipp24 Jul 09, 16:25
    Sources
    Gschnas|fest, das; -es, -e (österr.): (bes. in Wien üblicher) [Künstler]maskenball.

    Gschnas, das; -, - [älter: Geschneise, zu mhd. sneise = Reihe (gleichartiger Dinge)] (österr. ugs.): 1. Gschnasfest. 2. (landsch.) wertloses Zeug.© 2000 Dudenverlag
    Comment
    The second meaning in Duden, then. Antiquated junk, tatty old relics.
    #3AuthorCM2DD (236324) 24 Jul 09, 16:28
    Comment
    Und das auch noch:

    [5,3950] GESCHNAS [Lfg. 5,10], n. 'heiszt im jargon der Wiener künstler alles was als menschenwerk in komischer weise den schein von etwas annimmt, was es nicht ist, z. b. seidenstoffe aus papier, vorsündflutliche thiere aus kistenbrettern (bei maskenballfesten).' gartenlaube 1888, nr. 5, aus dem volksmund für geschneisz, eigentlich schnitzelabfälle.

    [Deutsches Wörterbuch]
    #4AuthorPhillipp24 Jul 09, 16:28
    Comment
    Thx to all, that was a great help.
    #5AuthorFerenczi (237228) 24 Jul 09, 16:58
    Comment
    mir gefällt tat für altes Glump/Graffl

    #6Authornoli (489500) 24 Jul 09, 17:55
    Sources
    Da die Anfangsfrage aus einem Buch über Freud und seine Zeit stammt:

    [...] Einem Wiener brauche ich das Prinzip des "Gschnas" nicht auseinanderzusetzen; es besteht darin, Gegenstände von seltenem und wertvollem Aussehen aus trivialem, am liebsten komischen und wertlosem Material herzustellen, z.B. Rüstungen aus Kochtöpfen, Strohwischen aus Salzstangerln, wie es unsere Künstler an ihren lustigen Abenden lieben. Ich hatte nur bemerkt, dass die Hysterischen es ebenso machen; neben dem, was ihnen wirklich zugestoßen ist, gestalten sie sich unbewußt gräßliche oder ausschweifende Phantasiegegebenheiten, die sie aus dem harmlosesten und banalsten Material des Erlebens aufbauen, [...]

    Sigmund Freud: Die Traumdeutung, [1900], Frankfurt am Main (Freud-Studienausgabe Bd. II), 1972, S. 266 (Anm.)

    aus:
    http://books.google.at/books?id=UPAmrjmGDhsC...
    Comment
    Zuerst war Gschnas, wertloses Zeug, Plunder, Reste.

    Dann machte man ein Kostümfest, inklusive Ausstellungen von "Kunstwerken", alles aus Gschnas, also Resten, Abfall. Die Ursprungsfeste wanderten seit Erbauung des Wiener Künstlerhauses etwa 1880 dorthin und blieben dort bis 1965. Sie wurden mit Unterbrechung jährlich abgehalten und hatten jeweils ein Motto. Eine schöne neue edle Verkleidung war fehl am Platze.

    Mit diesem wertlosen Zeug, das nach etwas ausschaut, veränderte sich die Anfangsbedeutung leicht. Jetzt war es auch Tand; wertloses Kunsterzeugnis, auch Attrappen. Schaut nach viel aus, ist aber nichts dahinter. Die Architekten der verschiedenen Stile um die Jahrhundertwende haben sich gegenseitig des Gschnas beschuldigt. Die altem im Künstlerhaus die Sezessionisten. Das ist nichts gediegenes, das ist keine wahre Kunst. Die Sezessionisten die Alten, wegen dem vielen Stuck, den vielen Schnörkseln, dem Historismus, etc. Und der schmucklose Alfred Loss hat wahrscheinlich beides für Gnschnas gehalten. Manche verwenden es Synonym zu Kitsch, manche grenzten es ab. (Kitsch soll ernsthaft etwas sein / Gschnas will nicht ernst genommen werden.)

    tatty stuff ist nicht so gut. fake antiques trifft es besser. imitated antiques wäre wahrscheinlich noch besser.
    #7AuthorFg68at (549025) 17 Aug 10, 13:27
     
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