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    empirer qc., aggraver qc, exacerber qc. - etw. verbösern (scherzhaft, rar)

    Nouvelle entrée

    empirer qc., aggraver qc, exacerber qc. - etw. verbösern (scherzhaft, rar)

    Exemples/ définitions avec sources

    Für uns in Leipzig war durch die Berliner Massenausweisung die Situation sehr verbösert worden.

    Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4374


    Die Zeit, 11.10.1985, Nr. 42 

    Obwohl Innenminister Dietmar Schlee einräumt, daß sich die Situation „verbösert“ hat, hält er weiterhin an den Massenunterkünften fest.


    Die Zeit, 30.06.1961, Nr. 27 

    Sofern also das Finanzamt zu der Auffassung gelangt, daß die Steuer nicht zu hoch, sondern zu niedrig festgesetzt ist und infolgedessen den Steuerbescheid zu „verbösern“ beabsichtigt, so muß es diese Absicht dem Einspruchsführer mitteilen und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme geben.


    Um diesen Irrtum zu beseitigen, „verböserte“ es in der Einspruchsentscheidung die Veranlagung und kam zu einer höheren Abgabeschuld.

    http://www.zeit.de/1960/08/steuerzahlers-rechte


    Um diesen Irrtum zu beseitigen, „verböserte“ es in der Einspruchsentscheidung die Veranlagung und kam zu einer höheren Abgabeschuld.


    https://www.dwds.de/r/?corpus=dtak&q=verb%C3%... 

    Commentaire

    Es ist nicht schlimm, wenn das eher seltene dt. Verb nicht ins Dico gelangt.

    Auteurmars (236327) 17 Aug. 21, 09:09
    Commentaire


    Dazu auch :


    https://www.duden.de/rechtschreibung/verboesern

     verbösern

    Wortart:      schwaches Verb

    Gebrauch:      scherzhaft

     ... Beispiel         ich verbösere

    Bedeutung   schlimmer machen

    Herkunft   spätmittelhochdeutsch verbœsern = verderben ...


    #1Auteurno me bré (700807) 17 Aug. 21, 10:14
    Commentaire

    Ich würde den Klammerzusatz (scherzhaft) streichen, denn "verbösern" ist im juristischen Bereich auch heute noch eine ernsthaft verwendete Vokabel.


    So darf z.B. eine Strafe nicht "verbösert" werden, wenn gegen ein Strafurteil nur der Angeklagte ein Rechtsmittel einlegt. Er soll also nicht das Risiko tragen, falls das höhere Gericht die Straftat schwerer bewertet.


    Ähnliches gilt auch im finanzgerichtlichen Verfahren:

    Das finanzgerichtliche Verböserungsverbot begründet im Hinblick auf § 174 Abs. 4 AO kein allgemeines "Änderungsverbot

    Änderung nach § 174 Abs. 4 AO, finanzgerichtliches Verböserungsverbot | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe

    #2Auteurwienergriessler (925617)  17 Aug. 21, 11:26
    Commentaire

    Danke, wienergriessler, für deine sachkundigen Hinweise, dann sollte "scherzhaft" (vom Duden erwähnt) wohl gestrichen und das ganze Verb auf jeden Fall ins Dico übernommen werden.

    #3Auteurmars (236327)  17 Aug. 21, 11:35
    Commentaire

    Ich würde beide Kennzeichnungen verwenden ... z.B. in der Form von


    [jur.], sonst scherzhaft

    #4Auteurno me bré (700807) 17 Aug. 21, 12:17
    Commentaire

    ... und vermerken, dass der deutsche Begriff nie und auf keinen Fall benutzt werden sollte.


    #5Auteurhannabi (554425) 17 Aug. 21, 16:40
    Commentaire


    ... und vermerken, dass der deutsche Begriff nie und auf keinen Fall benutzt werden sollte.



    Wieso das denn?


    Wenn ich einen juristischen Text übersetze, darf ich sehr wohl diesen Begriff verwenden, der auch vom Bundesgerichtshof verwendet wird.


    So kann das Revisions- oder das Rechtsbeschwerdegericht auf der Grundlage der rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen den Schuldspruch verbösern, ohne gegen das Verbot der reformatio in peius zu verstoßen.

    Beschluss des 4. Strafsenats vom 18.7.2012 - 4 StR 603/11 - (bundesgerichtshof.de)


    #6Auteurwienergriessler (925617) 17 Aug. 21, 17:58
    Commentaire

    Wer juristische Texte übersetzt, kann mit solchen Wörtern umgehen, aber stell dir vor, ein Anfänger trifft auf den Begriff aggraver oder empirer und übersetzt ihn mit "verbösern" - der erntet ja wohl Spott und Hohn.

    Ich bin gelernte Übersetzerin und übersetze seit mehreren Jahrzehnten - ich weiß, was bei der Erstellung von Wörterbüchern wünschenswert ist: Einträge in Wörterbücher sollten nicht einfach nur so erfolgen, sie müssen in Fällen wie diesem auch kommentiert werden, damit der Benutzer weiß, woran er ist.


    #7Auteurhannabi (554425) 17 Aug. 21, 18:28
    Commentaire

     stell dir vor, ein Anfänger trifft auf den Begriff aggraver oder empirer und übersetzt ihn mit "verbösern" 


    Deshalb ja die Kennzeichnung "juristisch, ansonsten scherzhaft".

    #8Auteurwienergriessler (925617) 18 Aug. 21, 08:02
    Commentaire

    könnte man die Kennzeichnung erweitern im Sinne von "juristisch, ansonsten scherzhaft/selten" ?


    Verbösern kommt mir hier zum ersten Mal unter die Augen, und ich stimme hannabi zu.

    #9Auteurama-ryllis (1081929) 18 Aug. 21, 09:08
    Commentaire

    Wenn ich das Wort als DAF-Lerner z.B. in einem Gerichtsurteil zum einem Finanzamtsstreit lesen würde (in so einem Zusammenhang ist mir das auch erstmalig begegnet), dann würde mir die Duden-Definition alleine nicht weiterhelfen ... eine Diskussion wie diese hier schon ... ein Hinweis, das möglichst nicht zu verwenden, kann da mE. nicht schaden ...

    #10Auteurno me bré (700807) 18 Aug. 21, 11:04
    Commentaire

    "verbösern" ist - wie schon wienergriessler zutreffend bemerkte - (zumindest) gängiger juristischer Sprachgebrauch und sollte deshalb in einem auch für Übersetzer juristischer Texte bestimmten Wörterbuch nicht fehlen (mit entsprechender Erläuterung). Ich schreibe - gerade für Nicht-Juristen - auch lieber "Verböserung" als "reformatio in peius".

    #11AuteurKurt A. (1313470) 18 Aug. 21, 14:42
     
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