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    Neuer Eintrag für LEO

    s’y connaître, connaître le truc - wissen, wo Barthel den Most holt

    Neuer Eintrag

    s’y connaître, connaître le truc ugs. - wissen, wo Barthel den Most holt ugs.

    Beispiele/ Definitionen mit Quellen

    Dieser Eintrag war in der 39. Woche des Jahres 2009 das Wort der Woche 


    wissen, wo Barthel den Most holt (Deutsch)

    Redewendung

    Nebenformen:

    ursprüngliche Formulierung: Barthel weiß, wo er den Most holt

    Deutschland: zeigen, wo Barthel den Most holt

    Österreich, Süddeutschland: wissen, wo der Bartl den Most holt/zeigen, wo der Bartl den Most holt

    Schweiz: wissen, wo Bartli den Most holt/zeigen, wo Bartli den Most holt

    Bedeutung:

    [1] Deutschland, umgangssprachlich: Bescheid wissen; alle Kniffe kennen (oft auf Sexuelles bezogen)

    Herkunft:

    Die Wendung ist seit dem 17. Jahrhundert literarisch nachzuweisen. Für ihre Entstehung gibt es verschiedene Erklärungen:

    • Im Niederdeutschen ist Batheld (Bartholomäus, Barthold) der Storch. Weiß jemand, woher dieser die Mäuse, also die Kinder, holt, dann ist er aufgeklärt und kann auf einige Erfahrungen zurückblicken.[1]
    • Eine andere Möglichkeit ist die, dass die Redewendung aus der Gaunersprache stammt und von der Lautgestalt der hebräischen Wörter בַּרזֶל (CHA: barzæl)  ‚Eisen‘ und מָעוֹת (CHA: māʿōt)  ‚Geld, Münzen‘ herrührt. Die Volksetymologie hätte die hebräischen Wörter dann zu Barthel und Most umgedeutet. Die Bedeutung der Redewendung wäre hiernach, dass jemand weiß, mithilfe eines Brecheisens an Geld zu kommen…. 
    • Ein anderer Deutungsversuch bezieht sich auf einen Schultheiß namens Barthel aus Heilbronn, der um das Jahr 1230 gelebt haben soll und sich stets Most aus dem Ratskeller zu verschaffen gewusst habe.[4]
    • Ebenso könnte eine Verbindung zu einer altfranzösischen Redensart bestehen, in der ein Bartole seinen Weinberg verkaufte, um neue Senker zu bekommen, was ein sehr törichtes Vorgehen ist. Zudem gab es im Frankreich des 16. Jahrhunderts Redensarten mit ähnlichem Inhalt über den italienischen Rechtsgelehrten Bartolus de Saxoferrato, die vielleicht durch einen seiner Schüler ins Deutsche gelangt sind.[5]
    • Nach einer sächsischen Sage hingegen soll die Redensart auf einen Weinschenk namens Bartholomäus Zimmer zurückgehen, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Meißen lebte. Dieser habe großen Sachverstand auf dem Gebiet des Weines gehabt und nur Weine aus den besten Lagern bezogen, aber auch selbst angebaut und verarbeitet. Daher konnte man bei diesem Mann stets vorzügliche Erzeugnisse vorfinden. Die Redewendung benutzte man daher dazu, einen außerordentlich fleißigen und klugen Mann zu beschreiben. 


    • Ferner wird ein Bezug zwischen der Redewendung und einem Mann namens Peter Knoll hergestellt, der Reben aus dem Burgund in die Meißener Gegend verpflanzt hat. Dieser wurde bisweilen als „Partei“ (≈Barthel) bezeichnet. Wissen, wo Barthel den Most holt, könnte demnach auch darauf hindeuten, dass dieser wusste, dass ein edler Wein im Burgund wuchs, und ihn kurzerhand in die Gegend um Meißen geholt hat.[4]
    • Eine andere Erklärung nimmt Bezug auf große Spitzkrüge, die in Unterfranken dazu verwendet werden, Most aus dem Keller nach oben zu transportieren und Barthel oder Bartmannskrüge genannt werden, woraus die Redewendung entstanden sein könnte. Es ist jedoch zu bedenken, dass es ebenso möglich ist, dass die Krüge nach der Redewendung benannt wurden.[6]
    • Noch eine Deutung der Redewendung stellt eine Verbindung ins Rheinland her, behauptet jedoch das Gegenteil von der vorigen: Es sei nur dann möglich, am Bartholomäustag frischen Most zu haben, wenn man rote Trauben auf Weinbergen in guter Lage anbaue und ihre Frühreife unter anderem durch einen guten Schnitt der Weinstöcke befördere. Wenn man all dies beherzige, wisse man, wo Barthel den Most holt.[4]
    • Auf den Weinbau nimmt auch eine weitere Quelle Bezug, die angibt, dass die Redewendung ursprünglich St. Jürg weiß, wo Bart[h]el den Most holt geheißen habe. Dies bedeute, dass man bereits am Tag des Heiligen Georg am Weinstock sehen könne, was am Bartholomäustag an Ertrag zu erwarten sei. Jemand, der weiß, wo Barthel den Most holt, kann demnach treffliche Schlussfolgerungen ziehen.[8]
    • Schlussendlich wird noch die Vermutung geäußert, dass die Wendung auf Berthold von Mandelslohe zurückgehe. Dieser stand in der Gunst des Markgrafen Johann von Brandenburg-Küstrin sehr hoch, habe sich allerdings dessen Ärger zugezogen, indem er sich fränkische Weine nach Küstrin schicken ließ, denn dann wusste er, wo Barthel den Most holt.[4]

    Synonyme:

    [1] wissen, wo es langgeht/zeigen, wo es langgeht, wissen, wo der Hammer hängt/zeigen, wo der Hammer hängt

    Sinnverwandte Wörter:

    gewandt, gewitzt, schlau sein

    Beispiel:

    „Es ist wahrlich unglaublich, dass Rudi es geschafft hat, Karten für das Endspiel der Fußball-WM zu bekommen.“ „Tja, er weiß halt, wo Barthel den Most holt.“

    Übersetzung: Frz.: être dans la course

    https://de.wiktionary.org/wiki/wissen,_wo_Bar... 


    Expr. (N')être (pas, plus) dans la course. (N')être (plus) en mesure de gagner; au fig., (n')être (pas) dans le coup, (n')être (pas) capable de suivre l'évolution du monde moderne.

    https://www.cnrtl.fr/definition/course 

    Kommentar

    Angesichts der zahlreichen Erklärungen der dt. Redewendung sollte sie vielleicht ins Dico aufgenommen werden. Könnte dabei auch die wiktionary-Übersetzung übernommen werden, auf die im CNRTL angespielt wird? 

    Verfassermars (236327) 30 Jun. 22, 07:33
    Kommentar

    Dazu auch :



    https://www.geo.de/geolino/redewendungen/6309...

     ...  Redewendung: Zeigen, wo der Barthel den Most holt

    Aus dem Radio dröhnen die Sportnachrichten: "Heute vor 24 Jahren hat die DDR-Leichtathletin Marita Koch eine neue Spitzenzeit in der Disziplin 400 Meter Sprint aufgestellt. Mit sagenhaften 47,6 Sekunden zeigte sie der Welt, wo der Bartel den Most holt! Ihr Rekord von 1985 ist bis heute ungebrochen."

    Viele benutzen diese Redewendung, ohne zu wissen, was sie eigentlich bedeutet. Denn "Barthel" ist kein männlicher Vorname, sondern jiddisch für "Brechstange". Und "Most" ist kein Getränk, sondern ebenfalls ein jiddisches Wort - für "Geld"

    Wenn man heute von jemandem sagt, dass er oder sie zeigt, wo der Barthel den Most holt", meint man: Der oder die macht unmissverständlich klar, "wo es langgeht" - oder "wo der Hammer hängt". ..


    #1Verfasserno me bré (700807) 30 Jun. 22, 10:55
     
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