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    Translation correct?

    Mädchenschmecker - Weiberschmecker - girl taster - womanizer

    Source Language Term

    Mädchenschmecker - Weiberschmecker

    Correct?

    girl taster - womanizer

    Examples/ definitions with source references

    Für "Mädchenschmecker" hat DWDS keinen Eintrag, aber drei Belege - alle aus dem Roman von Walser.


    Für "Weiberschmecker" hat DWDS weder Eintrag noch Beleg.


    Collinsdict. kann (wie LEO) mit beiden Wörtern nichts anfangen.


    In der ostfränkischen Mundart ist der "Mädchenschmecker" ein Mâdlasgockerer.

    Comment

    In einem Roman von Martin Walser (Schauplatz Landschaft am Bodensee) kommen die Wörter "Mädchenschmecker" und "Weiberschmecker" vor. Google-T übersetzt ersteres als "girl taster", zweiteres als "womanizer". Ist das schon treffend genug oder gibt es noch bessere englische Ausdrücke?

    Author MiMo (236780)  03 Oct 22, 09:04
    Comment

    Bisher kann ich mit den deutschen Begriffen nichts anfangen. Sie scheinen ja nicht besonders verbreitet zu sein.

    Kannst Du (oder jemand anders) mal die Konnotationen über die Morpheme hinaus erläutern? Oberflächlich betrachtet klingt das sehr oral fixiert.

    #1Authorreverend (314585) 03 Oct 22, 09:15
    Comment

    Ich möchte darauf hinweisen, dass im Schwäbischen "schmecke" sowohl schmecken als auch riechen bedeutet. KONTEXT - MiMo?

    Ich kenne das Wort nicht, aber vielleicht käme auch "girl smeller" wenn nicht gar "girl snooper" in Frage - hano, gell! Oinr, däer wo hindr de Weibr häer isch.

    #2Authormanni3 (305129)  03 Oct 22, 09:21
    Comment

    Ich habe Mädchenschmecker oder Weiberschmecker noch nie gehört und wüsste auch nicht, ob das ein anderes Wort für „heterosexueller Mann“ ist oder für „Fan von Oralsex“ oder für „besonders wählerisch bei der Partnerinnensuche“. Ist das tatsächlich irgendwo gebräuchlich oder hat Herr Walser sich das Wort einfach ausgedacht? Und was bedeutet das? Ist damit tatsächlich ein womaniser gemeint? (Girl taster klingt komplett absurd und hat auch noch einen unangenehmen Beigeschmack).

    #3AuthorDragon (238202) 03 Oct 22, 09:33
    Comment

    Ich kenne das Wort "Mädchenschmecker" (in der Dialektvariante Maidlschmecker) aus meiner Kindheit. Es ist meiner Meinung nach reine Kindersprache und wurde von Jungen verwendet um Kumpels zu bezeichnen, die (lieber) mit Mädchen gespielt haben als mit anderen Jungen. Das Ganze lange vor der Pubertät, jedenfalls < 10 Jahre.


    Weiberschmecker kannte ich bisher nicht.

    #4Authoreineing (771776)  03 Oct 22, 09:39
    Comment

    Ich habe beide Wörter noch nie gehört und finde, dass ich damit auch nichts verpasst habe.

    Sowohl Mädchen- als auch Weiberschmecker klingen total e–kel–haft für mich. Yuck.


    (Girl taster klingt komplett absurd und hat auch noch einen unangenehmen Beigeschmack.) @Dragon

    +1


    Ein womanizer ist mMn etwas ganz anderes als ein Weiberschmecker, was auch immer das bedeuten soll.

    Vielleicht ist ein/e Kannibale/in gemeint, die/der nur Frauen (fr)isst?

    Jedenfalls ist schon der Bestandteil 'Weiber' in dem Wort extrem abwertend und passt mE gar nicht zu dem positiveren 'schmecker'.


    MiMo, aus welchem der Romane Walsers stammen die Wörter denn, und wie werden sie dort benutzt?

    #5Authorkarla13 (1364913) 03 Oct 22, 09:57
    Context/ examples

    DWDS (Korpusbeleg):


    1: Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 40

    Man nannte jeden, der den Mädchen nachrannte, einen Mädchenschmecker.


    2: Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 40

    Johann wußte, daß er ein Mädchenschmecker war.


    3: Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 190

    Josef hatte zwar schon eine Freundin, aber es war bekannt, daß er ein Mädchenschmecker war.


    Comment

    Aus dem Bairischen Wörterbuch:

    Weiberschmecker, der

    Weiberschmecker Schürzenjäger, Weiberheld (...da Beni is an oida Weiberschmecker!) Bub, der gerne mit Mädchen spielt (...mit dem Weiberschmecker woin ma nix zum doa hom!)


    Google liefert für beide Wörter Übersetzungen ins Schottisch-Gälische, Walisische und Yoruba ...


    #6AuthorMiMo (236780)  03 Oct 22, 09:59
    Comment

    #6


    Okay, also ist zumindest 'Weiberschmecker' ein Begriff, der eher bairischsprechenden Menschen bekannt sein könnte.


    Dann wäre für 'Schürzenjäger/ Weiberheld' womanizer passend, IMO.

    Bloß der 'Bub, der gerne mit Mädchen spielt', wäre damit nicht abgedeckt.


    Google liefert für beide Wörter Übersetzungen ins Schottisch-Gälische, Walisische...

    Könntest du die nicht ins Englische übertragen?

    #7Authorkarla13 (1364913) 03 Oct 22, 10:18
    Comment

    Ich bin aus Württemberg (Raum Stuttgart / Reutlingen) und kenne das Wort von früher - habe es lange nicht mehr gehört und vermute, dass es am Verschwinden ist oder schon verschwunden.


    Es bedeutet in der Tat einen Mann, der die Mädla / Frauen "gern sieht", also gut leiden kann - es hat aber meinem Gefühl nach nicht den Macho-Touch des Womanizers, sondern ist nicht ganz so aggressiv. Ja, Schürzenjäger geht so in die Richtung - aber wie gesagt, in meinem gefühlten Verständnis hat es nicht unbedingt eine negative Konnotation.


    In der Bedeutung für Jungen, die gerne mit Mädchen spielen, kenne ich es nicht.


    Es hat keinerlei Assoziation mit irgendwelchen sexuellen Praktiken. Das "schmecken" ist hier wirklich wohl eher in der schwäbischen Bedeutung "riechen" zu verstehen - in der Redewendung "jemanden nicht riechen können" ist ja das Gegenteil ja durchaus geläufig.


    ...und noch @karla: "Weib" hatte im süddeutschen Raum noch vor einer oder zwei Generationen keinerlei negativen Touch! Es ist einfach nur ein Wort für Frau. Eins der schönsten Komplimente, die ich je in meinem Leben bekommen habe, war - aus dem Munde eines hochbetagten, leicht geistig behinderten Mannes von der Schwäbischen Alb - "Du bisch a reachts Weib!" (= etwa: du bist eine gute, recht(schaffen)e Frau)

    #8AuthorGoldammer (428405)  03 Oct 22, 10:57
    Comment

    Zu #8 @Goldammer


    Danke für deine Hinweise.

    Für mich als Nicht-Kennerin der Wörter klingen sie halt etwas ...ähh... unappetitlich, aber das ist sicher anders, wenn man sie im Kontext hört und sowieso schon kennt.

    Die drei Textbeispiele aus Walsers Roman hören sich ja auch harmlos an.


    "Du bisch a reachts Weib!"

    Das hätte diese Berlinerin auch als Kompliment aufgefasst.


    PS: Danke, dass du es gleich "übersetzt" hast -- mannis Oinr, däer wo hindr de Weibr häer isch musste ich mir erstmal laut vorsprechen, ehe ich es verstehen konnte. 😉


    #9Authorkarla13 (1364913) 03 Oct 22, 11:46
    Context/ examples
    Comment

    Hier unter dem Stichwort "Schmecker" (warum der Link nur die Startseite der Grimms-Buben wiedergibt und nicht den Eintrag unter Schmecker, fragt mich nicht....) finden sich unter 1b auch noch Hinweise drauf!


    (Danke @ Moi Gab für den Hinweis!)

    #10AuthorGoldammer (428405) 03 Oct 22, 12:07
    Comment

    Obwohl gebürtige Schwäbin, lese ich diese Wörter hier zum ersten Mal. Sie scheinen wohl auf bestimmte Varianten des württembergischen Schwäbischs beschränkt zu sein. Den Bairischsprechern, wie in #7 vermutet, dürfte es ebenfalls unbekannt sein.

    #11AuthorSelima (107) 03 Oct 22, 12:34
    Comment

    Den Bairischsprechern, wie in #7 vermutet, dürfte es ebenfalls unbekannt sein.


    Richtig. Schmeller hat es auch nicht.

    #12Authorbluesky (236159) 03 Oct 22, 12:43
    Comment

    zu #10 DWB

    Schmecker,

    1b) nach schmecken, durch geruch wahrnehmen (I, 1), ...

    ferner in jüppe (weiberrock)-schmecker, maitlischmecker, lecker, der den mädchen nachläuft. Stalder 2, 335. die letztere bedeutung zeigt auch schmecker allein Reinwald 2, 112;

    #13Authormanni3 (305129)  03 Oct 22, 12:53
    Comment

    Der Begriff Mädchenschmecker (=Meitlischmöcker) ist auch auf Schweizerdeutsch bekannt, ebenfalls der Wiiberschmöcker.

    Der Mädchenschmecker ist gewöhnlich ein Knabe und läuft den jungen Mädchen nach oder spielt gerne mit ihnen, der Wiieberschmöcker üblicherweise ein Mann, welcher den den Frauen nachläuft.

    Unterstütze #6 und #7 (Schürzenjäger, Weiberheld)

    #14Authoremz27 (805689) 03 Oct 22, 16:06
    Comment

    Es scheint ein alemannischer Ausdruck zu sein. Walsers Heimat Wasserburg liegt im bodenseealemannischen Sprachgebiet.

    #15Authormanni3 (305129) 03 Oct 22, 16:27
    Comment

    #11: "Den Bairischsprechern, wie in #7 vermutet, dürfte es ebenfalls unbekannt sein."


    Der "Weiberschmecker" ist aber im Bairischen Wörterbuch aufgeführt. Siehe #6.


    #7: "Übersetzungen ins Schottisch-Gälische, Walisische... Könntest du die nicht ins Englische übertragen?"


    Bei der Rückübertragung Keltisch > Englisch kommt für "Weiberschmecker" bei beiden keltischen Sprachen "womanizer" heraus, für "Mädchenschmecker" gibt Google "a girl's taste" bzw. "taste of a girl". Das legt den Schluss nahe, dass Google-T "Mädchenschmecker" nicht versteht. Schaut man sich die keltischen Übersetzungen genau an (Rückübersetzung Keltisch > Deutsch ohne Google), dann zeigt sich, dass Ausdrücke für "Mädchengeschmack, Geschmack bzw. Schmecken eines Mädchens" herauskommen, dass also jetzt das Mädchen etwas schmeckt. Nebenbei entdeckt man, dass meine Wörterbücher Englisch>Walisisch und Englisch>Schottisch-Gälisch ziemlich schamhaft sind und das engl. Wort "womanizer" nicht aufführen. Anscheinend gibt es in Nordwales und den Highlands keine womanizer ... (Letzter Satz ist ironisch!)

    #16AuthorMiMo (236780)  03 Oct 22, 17:22
    Comment

    Zu #16


    Nebenbei entdeckt man, dass meine Wörterbücher Englisch>Walisisch und Englisch>Schottisch-Gälisch ziemlich schamhaft sind und das engl. Wort "womanizer" nicht aufführen.


    Von wann sind denn deine Wörterbücher? 😇


    #17Authorkarla13 (1364913) 03 Oct 22, 17:32
    Comment

    Der "Weiberschmecker" ist aber im Bairischen Wörterbuch aufgeführt. Siehe #6.


    Aber nicht im Bayerischen Wörterbuch des Johann Andreas Schmeller.

    #18Authorbluesky (236159) 03 Oct 22, 18:07
    Comment

    #17: "Von wann sind denn deine Wörterbücher?"


    Gälisch:: 1993, Walisisch: Keine Jahresangabe


    #18


    Nach #17 fragt man sich: "Aber von wann ist das Wörterbuch des Herrn Schmeller?"

    #19AuthorMiMo (236780)  03 Oct 22, 18:37
    Comment

    Der Schmeller mag schon alt sein, aber es ist ein WB, das auf einer Vielzahl von Quellen beruht. Das in der #6 verlinkte Wörterbuch stammt von einem Hobby-WB-Ersteller, der keinerlei Quellen angibt. Merkwürdig scheint auch, dass in den angegebenen Beispielsätzen alles im Dialekt steht, bis auf "Weiberschmecker". Mich mutet das wenig vertrauenswürdig an. Wenn's jetzt im Zehetner stünde, wär das was anderes.

    #20AuthorSelima (107) 03 Oct 22, 19:45
    Comment
    @manni #15
    In meiner Gegend gibt's wenig Allemannisches, eigentlich. Aber das scheint doch irgendwie hierher diffundiert zu sein..
    #21AuthorGoldammer (428405) 03 Oct 22, 19:53
    Context/ examples

    Die Handschrift eines „Weiberschmeckers“ - HandWritingBiblio

    https://handwritingbiblio.info/die-handschrif...

    Die Autorin Elsbeth Ebertin erklärt wie man einen "Weiberschmecker" bzw. einen "Weiberhelden" an seiner Handschrift erkennt.


    Hass am Dienstag: Weiberschmecker - YouTube

    https://www.youtube.com › watch

    Wuslon Zoni hasst Schürzenjäger, Weiberschmecker, selbst ernannte Superstecher. Aber noch mehr hasst er..


    Süskinds "Parfum": im Kampf zwischen Eros und Liebe

    https://books.google.com/books/about/S%C3%BCs...

    Der ruchlose Weiberschmecker. 40. Copyright. 20 other sections not shown. Other editions - View all · Süskinds Parfum: der Eros als Widersacher der Liebe


    Kaktusfeigen von Anna Castronovo | ISBN 978-3-7534-9011-3

    https://www.lehmanns.de/shop/literatur/568633...

    20.05.2021 — Linda ist ohne Vater aufgewachsen, dem italienischen Zampano, der Weiberschmecker wie ihre Mutter ihn nennt, und spürt immer die Verbindung ...


    Neigen Frauen ab 40 eher zu lesbischen Beziehungen?

    https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index....

    26.08.2016 — @Hintermeier: Oh, ein Weiberschmecker! Einer der auch auf den Psychozug aufgesprungen ist. Manche Frauen, sicherlich nicht alle, ...


    Weitere 10 Belege für "Weiberschmecker" finden sich auf

    https://www.google.de/search?q=Weiberschmecke...

    Comment

    Schmeller starb vor 170 Jahren. Sollen seitdem keine neuen Wörter mehr ins Bairische eingedrungen sein?

    #22AuthorMiMo (236780) 03 Oct 22, 20:15
    Comment

    Ich hab hier im Oberbayrischen noch keinen von Weiberschmeckern reden hören. Aber wenn Deine Belege alle aus Altbayern stammen ... meinetwegen. Ist das halt ein bairisches Wort. Damit die Seel a Ruah hat, wie man bei mir daheim sagt.


    Ganz nebenbei bemerkt klingt das Wort Weiberschmecker für mich sehr unangenehm.

    #23AuthorSelima (107)  04 Oct 22, 05:19
    Comment

    #23


    Warum klingt "Weiberschmecker" sehr unangenehm?

    Klingen "Weinschmecker", "Feinschmecker" oder "Hereinschmecker" auch unangenehm?


    Und dann gibt es noch in diesem Zusammenhang den poetischen Ausdruck "vom Weibe gekostet":

    https://www.google.de/search?q=%22vom+Weibe+g...


    "Das Mädchen kam ihm süßer vor als alles, was er je im Leben gekostet hatte."

    [Gertrud Fussenegger, Antlitz, S. 73]


    #24AuthorMiMo (236780)  04 Oct 22, 07:07
    Comment

    Wenn Frauen und Mädchen auf dieselbe Stufe wie ein Glas Wein oder ein Essen gestellt werden, ist mir das einfach unangenehm. Andere dürfen das gern anders sehen.


    Andererseits kann ich mit Walser eh wenig anfangen.


    [Ich bin auch nicht unglücklich, dass die zweite Strophe des Lieds der Deutschen nicht mehr gesungen wird.]

    #25AuthorSelima (107) 04 Oct 22, 07:27
    Comment

    Noch nie gehört im ostbairischen = österreichischen Raum.


    Das mit den Kindern verstehe ich gleich überhaupt nicht. Man sucht sich die Spielkameraden doch nach gemeinsamen Interessen und nicht nach Geschlecht aus. Oder ist es irgendwo noch Vorschrift, dass Buben herumtoben müssen und Mädchen in der Ecke sitzen und handarbeiten?

    #26Authortigger (236106) 04 Oct 22, 09:46
    Comment

    Egal, wo das Wort nun herkommt (ich habe es in meiner oberbayerischen Heimat noch nie gehört), ich dachte beim ersten Lesen: WT*?????


    Karla13, Dragon und Selima: Empfinde es ganz genauso.

    #27AuthorArnold Layne (1302580) 04 Oct 22, 09:53
    Comment

    Danke euch für die gründlichen Ausflüge ins Schwäbische, Alemannische und Bayrische (samt älteren Stufen). Mir als sprachlich hoch(nord)deutsch Geprägtem sind da viele Vokabeln, auch Teile der Grammatik, nicht geläufig. Am amüsantesten finde ich ja, dass schmecken auch riechen heißt...


    Ich erinnere aber eine Wendung und ein Wort, die auch im Norden gebräuchlich sind und daher (mit einer Einschränkung) als gemeinsprachlich gelten dürfen:

    - nach jmds. Geschmack

    - Prachtweib

    Also z.B.: sie ist ein echtes Prachtweib, ganz nach meinem Geschmack.


    Anzumerken ist aber sicher, dass der Begriff "Prachtweib" im wesentlichen von Männern verwendet wird, die damit eine Frau bzw. meist nur ihr Aussehen bzw. ihre Gestalt bewerten. Es gibt zwar auch den "Prachtkerl", aber der wird anders verwandt und ist seltener als der "Pfundskerl".


    Als eher unverdächtige Bezeichnung für "Frau" hat das "Weib" im Norden m.E. noch eine Weile länger im Wort "Eheweib" Verwendung gefunden, aber das klang nach meiner Erinnerung auch vor 50 Jahren schon eher altbacken und fremd oder womöglich "süddeutsch". Heute haftet dem Wort "Weib" im Hochdeutschen eindeutig etwas Pejoratives an, so dass der allerletzte nicht wertende Verbleib im Adjektiv "weiblich" ihren Ort hat.


    #28Authorreverend (314585) 04 Oct 22, 09:53
    Comment

    Zustimmung zu #23 und ##25 bis 27


    Zu #24


    Warum klingt "Weiberschmecker" sehr unangenehm?

    'Weiberschmecker' und 'Mädchenschmecker' klingen (insbesondere, aber nicht nur) für Frauen ebenso "unangenehm" wie die schon an anderer Stelle diskutierten Wörter 'Frauenschänder' und 'Kinderschänder'. Sie transportieren (durch Sprache) nicht nur unzeitgemäße, sondern diskriminierende Sachverhalte.


    Klingen "Weinschmecker", "Feinschmecker" oder "Hereinschmecker" auch unangenehm?

    Das ist ein Äpfel/Birnen-Vergleich. Auch Grabschänder und Denkmalschänder klingen mMn nicht "unangenehm".


    Und dann gibt es noch in diesem Zusammenhang den poetischen Ausdruck "vom Weibe gekostet":

    "Das Mädchen kam ihm süßer vor als alles, was er je im Leben gekostet hatte."

    Du sagst es: poetisch. Und aus dem vorigen Jahrhundert stammend.



    Zustimmung auch zu #28 (zu einem etwas anderen Aspekt des "Themas").

    #29Authorkarla13 (1364913)  04 Oct 22, 10:21
    Comment

    Da kriegen die Worte "Neigschmeckter" und "neigschmeckt" einen ganz anderen Dreh 😉

    #30AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 04 Oct 22, 11:00
    Comment

    Naja, heißt halt, dass jemand nur reingeschnuppert hat. In was auch immer.

    Dass euch Nordlichtern "schmecken = riechen" nicht einmal passiv bekannt ist, verwundert mich. In meiner Umgebung sagt man das auch nicht, aber hat man es nicht schon einmal gehört? So wie "heben = halten" im Alemannischen?

    #31Authortigger (236106) 04 Oct 22, 11:17
    Comment

    "hat man es nicht schon einmal gehört"


    Ich würde es nicht kennen, wenn nicht die angeheiratete Verwandschaft aus der Ecke käme. Übrigens ist ein "Neigschmeckter" ein Zugezogener, nicht jemand, der irgendwo reingerochen hat 😉


    Aber die Schwaben drücken sich eh komisch aus. "Bühne" für "(Dach)Boden", "Teppich" für "Wolldecke" etc. 😉

    #32AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 04 Oct 22, 11:26
    Comment

    Mir jedenfalls trotz aller sprachlichen Aufmerksamkeit nicht bekannt gewesen, wie auch das alemannische Beispiel. Da kann ich mir entsprechend auch keine Verwendung vorstellen. Am Samstag komme ich kurz durch das Sprachgebiet. Ich werde dann mal zum Tanken heben und ein kleines Bier halten.😉

    #33Authorreverend (314585) 04 Oct 22, 11:28
    Comment

    Ich kenne es auch nicht und wüsste auch nicht, wo ich es gehört haben sollte. (Und auch mir ist "heben - halten" nicht bekannt.)

    #34AuthorGibson (418762) 04 Oct 22, 11:31
    Comment

    "heben" = "halten" wird m.E. auch im Bairischen verwendet. "des hat net g'hebt" sagt man glaub ich, wenn man irgendwo was dran gehängt hat, das dann abgebrochen ist 😉

    #35AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 04 Oct 22, 11:33
    Comment

    Zu #26: Das mit den Kindern verstehe ich gleich überhaupt nicht. Man sucht sich die Spielkameraden doch nach gemeinsamen Interessen und nicht nach Geschlecht aus. Oder ist es irgendwo noch Vorschrift, dass Buben herumtoben müssen und Mädchen in der Ecke sitzen und handarbeiten?


    Meine #4 gibt meine Erfahrung wieder, die ich vor rund 60 Jahren gemacht habe. Auch damals war es nicht Vorschrift, dass Buben herumtoben mussten usw.


    Tatsache ist jedenfalls, dass es Phasen in der Entwicklung der Kinder gab, in denen sie eher gleichgeschlechtliche Gruppen gebildet und sich gegen das jeweils andere Geschlecht abgegrenzt haben. Das mag vollständig oder auch nur teilweise auf sozialen Druck zurückzuführen sein, ändert aber nichts daran, dass die Verhältnisse damals so waren.


    Ich habe - falls ich mich richtig erinnere - das Wort Mädchenschmecker nie mit schmecken oder riechen in Verbindung gebracht. Man ist nicht auf die Idee gekommen, das Wort in seine Bestandteile zu zerlegen, um es auf seine wahre und eigentliche Bedeutung hin abzuklopfen. Man hat das Wort so verstanden, wie beschrieben: Ein Junge, der sich in mehr oder weniger untypischer Weise auch mit Mädchen abgibt.


    Ob das Wort in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin (alemannischer Sprachraum), heute noch verwendet wird, kann ich nicht sagen, denn da bin ich seit einem halben Jahrhundert raus.


    Vielleicht ist das heute ja alles völlig anders.

    Ich möchte aber vielleicht doch aus eigener Erfahrung noch hinzufügen, dass mein Sohn in dann schon nicht mehr kindlichem sondern schon eher jugendlichem Alter (ca. 10 - 20 Jahre) Ballett getanzt hat. Die Reaktion der Umgebung war - um es vorsichtig auszudrücken - nicht völlig neutral. Und das ist jetzt keine 60, sondern rund 20 Jahre her.


    #36Authoreineing (771776) 04 Oct 22, 11:38
    Comment

    "Ich möchte aber vielleicht doch aus eigener Erfahrung noch hinzufügen, dass mein Sohn in dann schon nicht mehr kindlichem sondern schon eher jugendlichem Alter (ca. 10 - 20 Jahre) Ballett getanzt hat. Die Reaktion der Umgebung war - um es vorsichtig auszudrücken - nicht völlig neutral. Und das ist jetzt keine 60, sondern rund 20 Jahre her."


    Ich wage zu behaupten, dass auch die letzten 20 Jahre da keine große Veränderung bewirkt haben, jedenfalls nicht in großen Teilen der Bevölkerung.

    #37AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 04 Oct 22, 11:45
    Comment

    Wie #34


    Zu #36

    Man ist nicht auf die Idee gekommen, das Wort in seine Bestandteile zu zerlegen, um es auf seine wahre und eigentliche Bedeutung hin abzuklopfen. Man hat das Wort so verstanden, wie beschrieben:


    Jaja, als Kind war man noch unvoreingenommen. Jetzt dagegen ist man bei LEO und hat nichts Schöneres/ Wichtigeres/ Besseres zu tun, als Wörter auseinanderzupflücken und Bedeutungen neu zu bewerten. 😀


    Die Reaktion der Umgebung war - um es vorsichtig auszudrücken - nicht völlig neutral.

    Das kann ich mir bestens vorstellen. Leider.


    #37 war eben noch nicht da. Auch dazu Zustimmung.

    #38Authorkarla13 (1364913)  04 Oct 22, 11:52
    Comment

    Ja beim Ballett kommt es wohl darauf an, wie intensiv man es betreibt. Irgendwo müssen die professionellen Tänzer ja herkommen, als Hochleistungssport kann man es schon betreiben als Junge. Aber als Hobby wie für 70% aller kleinen Mädchen ist es untypisch für kleine Buben, das stimmt.


    Was ich andeuten wollte, es ist doch heutzutage nicht mehr normal, dass Eltern finden, ihr Kind solle nur mit Kindern gleichen Geschlechts reden und spielen. Pädagoginnen (die ich leider nicht gendern kann, wir hatten genau einen Pädagogen in den letzten 9 Jahren Betreuung) achten mehr auf genderflexible Erziehung und echte Koedukation. Und damit plappern das die Kinder auch weniger nach auf Basis von "Buben gegen Mädchen".

    Verschiebt sich naturgemäß in der Pubertät, weil Mädchen einfach viel früher dran sind damit, und pendelt sich dann wieder ein.

    #39Authortigger (236106) 04 Oct 22, 13:01
    Comment

    #35: "heben" = "halten" wird m.E. auch im Bairischen verwendet. "des hat net g'hebt"


    Das kenne ich (als Nichtbaier unter Baiern und Schwaben) nur aus der allemannischen Ecke.

    #40AuthorAchim Almschreck (1359109) 04 Oct 22, 14:01
    Comment

    "heben" hat auch die Bedeutung "anhalten".

    "Heb!" sagte mein Onkel im Allgäu zu seinem ersten Traktor, aber zu spät. Da war das geschlossene Stadeltor schon kaputt 😟

    #41Authormanni3 (305129) 04 Oct 22, 14:16
    Comment

    Die diskutierten Wörter wären mir im Schweizerdeutsch nicht bekannt gewesen, aber je nach Kontext hätte ich -schmecker auch eher als -riecher interpretiert. Ich kenne z.B. den schweizerdeutschen Begriff "Muotathaler Wetterschmöcker", d.h. Wetterschmecker, und diese 'riechen' das kommende Wetter eher, als dass sie es gustatorisch wahrnehmen.

    #42AuthorThirith (1037221) 04 Oct 22, 14:23
    Comment
    Die beiden Sinne sind ja ohnehin verwandt und voneinander abhängig.
    #43Authortigger (236106) 04 Oct 22, 14:46
    Comment

    Es ist allerdings im Schweizerdeutschen (zumindest für mich) immer verwirrend, ob jetzt die Rede von 'smell' oder 'taste' ist, da dies nicht immer aus dem Kontext ersichtlich ist.

    #44AuthorThirith (1037221) 04 Oct 22, 14:57
    Comment
    Ob sich das nicht einfach vermischt und gar nicht so genau unterschieden wird?
    #45Authortigger (236106) 04 Oct 22, 16:19
    Comment

    "Äs schmöckt komisch" kann bedeuten, dass jemand den Geschmack des Essens nicht mag - oder dass es hier aus irgendeinem Grund streng riecht. Da hilft es, wenn der Unterschied sprachlich klar ist, denn der Kontext ist es nicht immer.

    #46AuthorThirith (1037221) 04 Oct 22, 16:33
    Context/ examples

    Erinnerungen eines Mannes männlichen Geschlechts, der selber zwar kein "Weiberschmecker" war, aber seinerzeit durchaus Verständnis für Weiberschmecker hatte:

    Comment

    Bis zu meinem 11. Geburtstag lebte ich - mit meiner Familie; wir waren "Heimatvertriebene" aus Schlesien - in einem kleinen Dorf im Landkreis Miesbach in Oberbayern. Danach war ich noch drei Jahre in den gesamten Sommerferien auf einem Bauernhof als Feriengast. Damals sprachen dort außer uns "Fliechtling" nur der Pfarrer und der Lehrer Hochdeutsch. Es gab noch kein Fernsehen, kein Kino am Ort, das Radio war noch der Volksempfänger. Als ich neu in die Schule kam, gerade zum Beginn der 2. Klasse, sagte ein älteres Mädchen, das in der einklassigen Volksschule uns paar Zweitklässler im Lesen betreute: "Lies firi!" (Lies vor!) Ich verstand sie nicht. Bei mir zuhause sprach man ein Umgangshochdeutsch, das vom schlesischen Dialekt geprägt war. Bairisch war für mich eine Fremdsprache, aber ich lernte sie sehr schnell.


    Damals hatten wir Kinder außerhalb der Schule fast jede Freiheit und durften im Freien fast tun und lassen, was wir wollten, vor allem in den Sommerferien. Wenn wir pünktlich zu den Mahlzeiten daheim waren, durften wir ansonsten draußen spielen, auf den Höfen, auf den Wiesen, den Feldern, den Wäldern. Manchmal spielten Buben ("Buam") und Mädchen ("Madarl") in abgesonderten Gruppen, manchmal zusammen. Ich war neun Jahre alt, als wir - beinflusst von Winnetou - einen Indianerstamm gründeten, der aus Kriegern und Squaws bestand und im Wald in der Schleife eines vom Moor ("von da Filzn") her fließenden Baches ein Dorf gründeten. Jeder Krieger nahm sich eine Squaw zur Frau (glücklicherweise waren wir genauso viele Buam wie Madarl) und jedes Paar baute sich ein Wigwam. Dann stauten wir die Bachschleife, bis ein kleiner Teich entstand. Dort badeten wir dann, wie halt Indianer badeten: splitternackt. Keiner hatte Badesachen dabei.


    Über die anatomischen Unterschiede zwischen "Mo" (= Mann; Plural: Manna, Mannaleit) und "Wei" (= Weib; Plural: Weiba, Weibaleit) wussten die Dorfkinder längst Bescheid, zumal die meisten jüngere Geschwister hatten, bei denen sie beim wöchentlichen Wannenbad der Mutter assistieren durften. Also wussten die Kinder in diesem Alter schon, dass die Mannaleit einen "Zipfel" haben und die Weibaleit eine "Fuut". Einmal hörte ich, wie eine Elfjährige die gleichaltrige Tochter von Feriengästen aufklärte: "De Buam hom olle an Zipfi, un dozua sogt ma aa 'Schwonz'."


    Was wir damals nicht wussten und doch hätten wissen sollen, weil wir ja uns auf die erste Beichte vorbereiten mussten und das 6. Gebot zu lernen hatten: "Du sollst nicht Unkeuschheit treiben." Aber keiner der Erwachsenen, ob Pfarrer, Lehrer oder Eltern, wollte uns erklären, was "Unkeuschheit" sei. Sie blieb für uns ein Rätsel, ein Geheimnis, ein Mysterium.


    Warum ich anfange, das zu erzählen? Weil Menschen mit "Fuut" für uns damals ganz selbstverständlich Weiber waren. Die Weibaleit saßen in der Kirche auf der Weiberseite, sie trugen Weibertracht, sie fuhren mit Weiberfahrrädern zur Weiberwallfahrt nach Hohenlinden oder Tuntenhausen, sie trafen sich zum Weiberabend, sie feierten Weiberfasching, und sie beteten im Avemaria "du bist gebenedeit unter den Weibern", und dass die Gottesmutter auch als "Weib" bezeichnet wurde, fanden alle ganz selbstverständlich. Das einzige Weib, vor dem man warnte, war die "Große Hure Babylon" aus der Apokalypse.


    Die erwachsenen Weiber im Dorf bezeichneten sich damals nicht gern als "Frau", denn eine Frau, das war die vornehm sich gebende, domestizierte, kultivierte, jeder Natürlichkeit bare Gattin des Lehrers, des Rechtsanwalts, des Doktors, des Direktors usw. (alle in der Kreisstadt), die - wenn aus Versehen jemand sie zu den Weibern zählte - indigniert erklärte: "Ich bin kein Weib, ich bin eine Frau."


    Als dann die Zeitung, die Frauenzeitschriften, das Kino, das Fernsehen und die Bildung ins Dorf kam, wurde das Wort "Weib" diskreditiert, diffamiert und deklassiert. Auf einmal fühlten sich die Weibaleit des Dorfes gedrängt, kleinbürgerliche, bildungsbürgerliche und mittelstandstreue Personen zu imitieren und "Frauen" zu werden. Dabei bedeutete "Weib" doch ursprünglich: der natürliche Mensch weiblichen Geschlechts in voller Blüte, voller Kraft, voller Energie. "Frau" dagegen war ursprünglich das Pendant zu "Fro", der Herr. Eine Frau war also das einem Herrn untertane Weib, das vom Glanz des Herrn etwas abbekam, trotzdem aber nicht Herrin werden durfte. Deshalb ist ja die Gattin des Herrn Müller nicht die Herrin Müller, sondern die Frau Mülller, also die nachgeordnete Adjutantin ihres Herrn.


    1968 gab es an machen Universitäten Gruppen von Weibern, die sich gegen diese Entwicklung stemmten und Weiberräte bildeten. Aber es half nichts. Heute kann es einer Frau unangenehm sein, wenn ein Mann sie für ein Weib hält und errötend ihren Spuren folgt (als "Weiberschmecker") ...


    #47AuthorMiMo (236780) 04 Oct 22, 20:26
    Comment

    Zu #47


    ... wurde das Wort "Weib" diskreditiert, diffamiert und deklassiert.

    Armes Wort. Noch im Nachhinein tut es mir leid. 😢


    Auf einmal fühlten sich die Weibaleit des Dorfes gedrängt, kleinbürgerliche, bildungsbürgerliche und mittelstandstreue Personen zu imitieren und "Frauen" zu werden.

    Gedrängt? Von wem denn? Von den Blaustrümpfinnen vielleicht?


    Dabei bedeutete "Weib" doch ursprünglich: der natürliche Mensch weiblichen Geschlechts in voller Blüte, voller Kraft, voller Energie.

    Scheiße bloß für die verwelkten, kraft- und energielosen weiblichen Personen, diese unnatürlichen Menschen.

    Die hießen dann wie? Schabreken?


    Eine Frau war also das einem Herrn untertane Weib, das vom Glanz des Herrn etwas abbekam, trotzdem aber nicht Herrin werden durfte.

    Wieder was gelernt.


    Deshalb ist ja die Gattin des Herrn Müller nicht die Herrin Müller, sondern die Frau Mülller, also die nachgeordnete Adjutantin ihres Herrn.

    Bestechende Logik.


    1968 gab es an machen Universitäten Gruppen von Weibern, die sich gegen diese Entwicklung stemmten und Weiberräte bildeten. Aber es half nichts.

    Ach nee, habe ich da was falsch erlebt/ verstanden?


    Heute kann es einer Frau unangenehm sein, wenn ein Mann sie für ein Weib hält und errötend ihren Spuren folgt (als "Weiberschmecker") ...

    Ohne Worte.


    PS: Deine letzten beiden Absätze können nur ironisch gemeint sein, nicht wahr?

    Mist, ich habe deinen Humor nicht richtig verstanden...

    #48Authorkarla13 (1364913) 04 Oct 22, 23:50
    Comment

    Ja mei, die Sprache und ihr Wandel.

    Es folgt die Apologie der "Dirn(e)". Wie kann es sein, dass eine Frau ein Weib sich heute nicht mehr als Dirne bezeichnen lässt? Vor nicht allzu langer Zeit hatte jeder oberstbayrischer Hof mindestens eine Dirn, oft auch eine Mitterdirn und am Wochende drehten die Buam ihre Dirndl auf dem Tanzboden (falsch: das Dirndl drehte sich selbsttätig, selbstbewußt und unabhängig). Und tragen nicht alle Weiber Dirndl auf der Wiesn? Die Frau Dr., die Sachbearbeiterin, die Verkäuferin, die Influencerin? Wie kann "Dirne" da nicht mehr angemessen sein als Bezeichnung für eine Dirndl-Trägerin? Vermutlich haben das auch die Frauenzeitschriften, das Fernsehen, die Politik und die Bildung verbockt.

    #49AuthorSelima (107) 05 Oct 22, 06:19
    Comment

    Weiß gar nicht, was alle gegen das Wort "Weib" haben. Ist doch viel schöner als "Frau" oder "Dame". Es heißt ja schließlich auch das "weibliche Geschlecht" und nicht das "frauliche Geschlecht" oder gar das "dämliche Geschlecht" ...


    SCNR 😉


    On a more serious note:


    "Und die Birnen leuchteten weit und breit,

    Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,

    Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,

    Und kam in Pantinen ein Junge daher,

    So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«

    Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,

    Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«"


    Noch weiter oben heißt es im Plattdüütsch eben "Deern" und ist völlig normal und ohne Konnotation.

    #50AuthorB.L.Z. Bubb (601295)  05 Oct 22, 08:12
    Comment

    Man wird aber schon akzeptieren müssen, dass Wörter ihre Bedeutung und ihr Aggressions- und Beleidigungspotential im Lauf der Zeit ändern können.

    Ich finde es immer eigenartig, wenn versucht wird, die "eigentliche und wahre" Bedeutung eines Wortes durch dessen Gebrauch in der beliebig weit zurückliegenden Vergangenheit zu belegen.

    #51Authoreineing (771776)  05 Oct 22, 09:01
    Comment

    Hab ich doch gar nicht bestritten ...

    #52AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 05 Oct 22, 09:03
    Comment

    @Bubb, #32: Ich würde es eher komisch finden, einen Teppich als "Decke" zu bezeichnen, was doch eigentlich der obere Abschluss eines Raumes ist.... 😛


    (nicht wirklich...ich bin ja zweisprachig, aber "komisch" ist immer relativ! 😅)

    #53AuthorGoldammer (428405) 05 Oct 22, 10:38
    Comment

    OT (wie inzwischen weite Teile des Fadens):

    "komisch" ist auch relativ, hat aber vor allem zwei deutlich unterscheidbare Bedeutungen. Die eine konnotiert "lustig", die andere "eigenartig". Das gibt aber wenig Stoff her.

    Der Teppich böte da mehr. Ich werfe mal noch Wortgeschichte anhand eines verwandten Beispiels ein: Im Niederländischen heißt Teppich tapijt, das gleiche Wort wie die deutsche Tapete. Ist ja auch klar, wenn man von der normannischen tapisserie ausgeht, die Grundlage der englischen tapestry war. Was sonst sollte man sich an die Wand kleben?

    #54Authorreverend (314585) 05 Oct 22, 10:58
    Comment

    Zwei Kannibalen kauen auf einem Clown herum. Meint der eine "Schmeckt irgendwie komisch ..." Muha 😉

    #55AuthorB.L.Z. Bubb (601295) 05 Oct 22, 11:06
    Context/ examples

    Sô wol dir, wîp, wie reine ein nam!

    Wie sanfte er doch z erkennen und ze nennen ist!


    Aus dem Preislied des Reinmar von Hagenau,

    Minnesänger der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts


    (Übersetzung:

    Wohl dir, Weib, wie rein ist dieses Wort für dich.

    Wie sanft es doch zu vernehmen und auszusprechen ist!)


    Walther von der Vogelweide, Reinmars Rivale als Minnesänger, sagte, auch wenn Reinmar nur dies 'Preislied' gedichtet hätte, müssten alle Frauen für seine Seele beten.

    Comment

    #51 meint, "dass Wörter ihre Bedeutung und ihr Aggressions- und Beleidigungspotential im Lauf der Zeit ändern können."

    Seit wann ändern Wörter ihre Bedeutung? Kein einziges Wort hat je seine Bedeutung geändert. Die Menschen, die die Wörter gebrauchen, verändern die Bedeutung - aus unterschiedlichen Motiven.


    Am Anfang der (alt)hochdeutschen Sprache waren zwei Wörter für "Adam und Eva", man & wîp. (wîp war damals noch Femininum).

    Wer hat wann und warum das Genus und die Konnotation von wîp / Weib geändert? Wohl doch Weiberfeinde, nicht Weiberfreunde. Warum geschah mit dem Wort Mann nichts dergleichen?


    Wîp / Weib ist der aus sich heraus ganzheitliche weibliche Mensch mit seiner vom Männlichen unabhängigen Lebenskraft, Vitalität, Energie, Durchsetzungsfähigkeit, treffend dargestellt in der Eva von Dürer, Maarten van Heemskerck, Michelangelo u.a. Wer hatte/hat ein Interesse daran, dieses Bild von Weibheit und Weiblichkeit aus der Sprache zu tilgen?


    Frouwe / Frau taucht im MA in der Sprache auf als "weibliches" Pendant zum Frô, ihrem Herrn (der als Wort nur noch in "Fronleichnam" und "Frondienst" vorkommt). Ironie der Wortgeschichte ist, dass man als zu "Frau" gehöriges Adjektiv "weiblich" nennt; unter "fraulich" versteht man: weich, mild, duldsam und verinnerlicht (belehren uns Verwendungsbeispiele dieses Wortes). Also nicht ungebärdig, kraftvoll, energiegeladen ...


    #49

    Folgt aus der Abwertung von Dirn / Dirne / Dirndl zwingend, dass auch die Abwertung von "Weib" widerspruchslos hingenommen werden muss?


    Die Dichter lieben das Wort Weib, weil es sich auf Leib reimt, den belebten, beseelten Körper des Menschen, und weil die Wörter Leben und Liebe / lieb in beiden anklingen.


    Die Burgruine Weibertreu erinnert an die Treuen Weiber von Weinsberg, deren Stadt man in 2022 (!) die offizielle Zusatzbezeichnung Weibertreustadt verliehen hat.


    Die lustigen Weiber von Windsor erfreuen sich beim Publikum einer ungebrochenen Beliebtheit.


    Auch im Weiberfasching, in der Weiberfastnacht, im Altweibersommer, im Dragonerweib, Flintenweib, Hünenweib, Mannweib, Prachtweib, Rasseweib, Riesenweib, Superweib, Teufelsweib, Vollblutweib (und in manchem Eheweib) wirken Lebenskraft, Vitalit und Energie des Weibes fort.


    Die deskriptiven Linguisten trösten uns:

    In Mundarten wie etwa dem Bairischen (bayerisch-österr. Dialekte) oder dem Walliserdeutschen und dem Schwäbischen ist die alte Bedeutung noch vorhanden: Weib als Begriff für eine Frau als Geschlechtswesen im Gegensatz zum Mann. Das Adjektiv „weiblich“ dient zusammen mit dem Gegenbegriff „männlich“ zur Bezeichnung des biologischen Geschlechts bei Lebewesen. Das Substantiv „Weiblichkeit“ dient als Gegenbegriff zu „Männlichkeit“ zur Beschreibung des sozialen Geschlechterhabitus bei Menschen. Und solange die Gynäkologie von "weiblicher Anatomie", "weiblichem Genital", "weiblicher Brust", "weiblicher Ejakulaton", "weiblicher Intimchirurgie", dem "weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstrakt" usw. redet und es nicht wagt, "weiblich" durch "fraulich" zu ersetzen, ist der Wortstamm "Weib" nicht aus der Sprache getilgt.


    Aber warum beim Deskriptiven verharren?

    Es gibt immer noch Dichter, die bereit sind, die Dinge bei ihren Namen zu nennen, wie etwa Günther Debon, der das 6. Kapitel des Tao Te King so übersetzt hat:


    Unsterblich ist die Fee des Tals:

    So heißt es von der Mystischen Weibheit.

    Der Mystische Weibheit Pforte:

    So heißt man die Wurzeln von Himmel und Erde.

    Endlos wallend, gleichsam gegenwärtig,

    Also wirkt sie sonder Beschwerde.


    #56AuthorMiMo (236780) 06 Oct 22, 08:34
    Comment

    Seit wann ändern Wörter ihre Bedeutung? Kein einziges Wort hat je seine Bedeutung geändert. Die Menschen, die die Wörter gebrauchen, verändern die Bedeutung - aus unterschiedlichen Motiven.

    Wörter existieren aber nicht ohne Menschen, die sie gebrauchen. Sie wachsen nicht auf Bäumen und sind nicht einfach da. Sie werden immer "gemeint".

    Nimm zur Kenntnis, dass die ganzen aufgezählten zusammengesetzten Nomen mit -weib in #56, Absatz 13, im aktuellen Sprachgebrauch nicht mehr so positiv aufgenommen werden, wie du sie abzusenden gedenkst. Das ist etwas anderes als die medizinischen Definitionen von Weiblichkeit.

    Und der Vergleich hinkt natürlich, aber ich sehe da eine gewisse Ähnlichkeit zu Aussagen wie "ich sag weiter Neger, weil ich mein's ja nicht böse". Verstehst was ich mein'?

    #57Authortigger (236106)  06 Oct 22, 09:28
    Comment

    Zustimmung zu #57


    MiMo, so sehr ich deine Beiträge sonst immer schätze (und ja, ich weiß, dass ich nicht seit 20 Jahren, sondern erst seit 5 Wochen dabei bin), kann ich dir in diesem Faden nicht folgen.


    Die Aussage "Kein einziges Wort hat je seine Bedeutung geändert" hat eben mein halbes LEO-Weltbild zerstört.


    Bitte zieh in Betracht, dass du mit deiner Wortwahl in diesem Fall nicht wenige Frauen vor den Kopf stößt. Dazu muss frau noch nicht mal Feministin sein. Und man/ Mann auch nicht.

    #58Authorkarla13 (1364913) 06 Oct 22, 09:47
    Comment

    Volle Zustimmung zu tigger. Wörter haben sich auch nicht selbst ihre Bedeutung gegeben, sind auch nicht "gottgegeben", sondern jegliche Bedeutung wurde ihnen von den sie verwendenden Menschen zugeschrieben. Und diese Zuschreibung verändert "sich" bzw., wenn's Dir lieber ist, wird von den sie verwendenden Menschen im Lauf der Zeit verändert.


    Beispiel: "ziemlich" wird heute auch nicht mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung verwendet. Etc. Da lassen sich ja tausende von Beispielen finden.


    Und "Weib" wurde eben auch in seiner Bedeutung verändert, ob bewusst oder unbewusst bzw. absichtlich oder unabsichtlich. Die ursprüngliche (Be)deutung hat das Wort mittlerweile verloren. Kann man bedauern, kann man sich gegen stemmen, wird aber nix nützen.

    #59AuthorB.L.Z. Bubb (601295)  06 Oct 22, 09:50
    Comment

    Wobei Dialekte ja sehr konservativ sind, und die Bedeutung Weib=Frau dort weiter besteht. Ich sage auch im Dialekt "Mentscha" zu mehreren Mädchen, während ich im Hochdeutschen ein weibliches Wesen nie als "das Mensch" bezeichnen würde, weil das pejorativ ist.

    Diese Unterschiede muss man sich einfach bewusst machen. Natürlich gibt es Gegenden, in denen man immer noch so spricht wie Walther von der Vogelweide, nämlich den alemannischen Raum. Aber eben nicht überall.

    #60Authortigger (236106)  06 Oct 22, 10:19
    Comment

    Nachtrag, um zum Ausgang des Fadens zurückzukehren:


    Ich habe eine telefonische Umfrage zum Wort "Weiberschmecker" unter Leuten durchgeführt, die dieses Wort benutzen, und sie haben mir erklärt:


    "Ein Weiberschmecker ist eine leicht bzw. liebevoll spöttische Bezeichnung für einen Mann, der gern in weiblicher Gesellschaft ist bzw. gern mit Frauen zusammen ist, vielleicht auch lieber sich mit Frauen trifft, als mit Männern. Er ist kein Schürzenjäger, kein Frauenheld, kein Don Juan, kein Dittlasbatscher (fränkisch für Busengrapscher), kein Frauenbelästiger, kein Gigolo, kein Aufreißer, kein Wüstling, kein Womanizer etc.)


    Er unterhält Frauen und unterhält sich mit Frauen. Schmecker kommt hier von schmecken = riechen; er hält sich gern im Duft- und Dunstkreis von Frauen auf."


    Auf Englisch würde ich ihn vielleicht einen "ladies's man", nennen, oder vielleicht eifach auch einen "gentleman", aber darüber müssten die native Engish speakers Askunft geben.

    #61AuthorMiMo (236780) 06 Oct 22, 10:59
    Comment

    @ #57,#58,#59 - Irgendwie scheine ich etwas nicht zu verstehen :

    Ihr widersprecht #56, um dann zu betonen, was MiMo in #56 doch die ganze Zeit schreibt:

    "Die Menschen, die die Wörter gebrauchen, verändern die Bedeutung."

    #62Authormanni3 (305129) 06 Oct 22, 13:39
    Comment

    Denke ich auch. MiMos Spitzfindigkeit, dass nicht Wörter sich selber in ihrer Bedeutung verändern, sondern Menschen (mehr oder weniger absichtlich) den Bedeutungswandel herbeiführen, hat mancher wohl überlesen. Aber es ist auch Haarspalterei. Natürlich kann ein Wort sich nicht selber bedeutungswandeln. Natürlich tun das Menschen. Aber MiMo hat geflissentlich übersehen, dass eineing sich in der #51 einer Stilfigur bediente, deren gescheiter Name mir gerade nicht einfallen will.


    Ne doch: Personifikation oder Prosopopöie: Berlin hat sich verändert. Das Meer hat gewütet. Die Straße hat sich verbreitert.

    #63AuthorSelima (107)  06 Oct 22, 13:51
    Comment

    Natürlich kann ein Wort sich nicht selber bedeutungswandeln. Spitzfindig finde ich das nicht. Es wäre eine Verschleierung der wahren Kausalität, dass da Menschen aktiv sind - genauso wie bei "ein Krieg bricht aus".



    Nachtrag @ "Ne doch:" - schön 🙂


    Dann trag ich auch noch Euphemismus für Verschleierung nach.

    #64Authormanni3 (305129)  06 Oct 22, 14:07
    Comment

    ... und sowohl die phonetische wie auch die schriftliche Brücke hin zu "girl smacker" ist ja (leider) unappetitlich kurz.


    Just saying.

    #65AuthorSerendipity_4 (677936) 06 Oct 22, 14:59
    Comment

    #64 Dann wollen wir in Zunkunft nichts mehr verschleiern oder prosopopöisieren.


    Nehmen wir diesen Satz aus der #56: Frouwe / Frau taucht im MA in der Sprache auf als "weibliches" Pendant zum Frô, ihrem Herrn (der als Wort nur noch in "Fronleichnam" und "Frondienst" vorkommt).


    Ja, wie geht denn das? Die Frouwe taucht im MA in der Sprache auf? Wann ist sie abgetaucht, dass sie im MA plötzlich auftauchen kann. Und ist die Sprache wirklich flüssig genug, dass man in ihr auf- und abtauchen kann? Oder waren es nicht vielmehr Menschen, die das Wort zu verwenden begannen?


    Gell?! 😉

    #66AuthorSelima (107)  06 Oct 22, 17:54
    Comment

    Zu #66


    😉



    Zu #61

    Wenn ich mir durchlese, was deine Telefonbefragten über das Wort "Weiberschmecker" gesagt haben, kommt dem mMn Goldammers Definition in #8 am nächsten, richtig?


    Auf Englisch würde ich ihn vielleicht einen "ladies's man", nennen, oder vielleicht eifach auch einen "gentleman", aber darüber müssten die native Engish speakers Askunft geben.


    Zu ladies's man habe ich kein Sprachgefühl, aber unter 'gentleman' stelle ich mir jemand anderen vor als den von dir (und anderen hier) Beschriebenen. Sozusagen das Gegenteil.

    #67Authorkarla13 (1364913)  07 Oct 22, 00:20
    Comment

    #65 - hoffentlich kein girls' schmock...

    #68Authorreverend (314585) 07 Oct 22, 01:19
    Comment

    DANKEEE, selima :-))


    Zum Abtauchen hab ich mir viele Gedanken gemacht. Am plausibelsten scheint mir, dass sie nie abgetaucht ist, sondern einem Weißen Raucher entstiegen ist.

    #69Authormanni3 (305129)  07 Oct 22, 09:59
    Comment

    ;) - ich wär trotzdem für den Schwarzen Raucher. Schwarz ist einfach viel eleganter - sogar ohne Schleier.

    #70AuthorSelima (107)  07 Oct 22, 10:03
    Comment

    Finde ich eigentlich auch ;-)

    #71Authormanni3 (305129) 07 Oct 22, 10:04
    Comment

    #64

    Die Kausalität ist wohl bei einem Kriegsausbruch und dem Bedeutungswandel eines Wortes nicht wirklich miteinander zu vergleichen. Oder denkst du, dass jemand einen Botschafter oder eine Botschafterin bei der Duden-Redaktion vorbeischickt mit einer offiziellen Erklärung, dass das Wort "Weib" ab jetzt negative Konnotationen hat? "Dass da Menschen aktiv sind", mag stimmen, aber das beschreibt ein ungemein weites Feld.

    #72AuthorThirith (1037221) 07 Oct 22, 13:22
    Comment

    Eine Prosopopöie ist es auch - oder wie würdest Du das nennen?

    #73Authormanni3 (305129) 07 Oct 22, 16:46
    Comment

    @karla, #67

    Genau so sah ich es auch und war erfreut über die Übereinstimmung. Hatte auch irgendwann schon mal angefangen, eine entsprechende Antwort am Handy zu tippen, bin aber offensichtlich vor dem Abschicken dabei unterbrochen worden....

    #74AuthorGoldammer (428405) 07 Oct 22, 18:17
    Comment

    When I hear "ladies's man" I think of a man whose company ladies' enjoy. Someone who goes out of his way to make women feel comforable and attractive and succeeds at doing so.

    It sounded like MiMo was describing a man who simply enjoys the company of women.

    I imagine that the two frequently overlap, but there is definitely a difference of perspective there.

    Gentleman just sounds like a well-mannered man to me.


    I haven't been able to think of a noun for this meaning though. I have a nagging feeling that there might be a literary character who is described primarily in such terms (Henry James? Edith Wharton?) whose name might do in a pinch, but I can't remember who it is (which might mean the name wouldn't be well enough known to work anyway).


    #75AuthorAE procrastinator (1268904) 09 Oct 22, 13:43
     
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