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    Falscher Eintrag in LEO?

    spin angular moment - magnetisches Moment der Spin

    Falscher Eintrag

    spin angular moment Phys. - magnetisches Moment der Spin

    Korrektur

    spin angular momentum

    Phys. -

    der Spindrehimpuls


    Beispiele/ Definitionen mit Quellen
    "hab grad kein Buch zur Hand" (aber bald wieder)
    Kommentar
    Das Wesentliche wurde Anno Tobak hier ( Siehe auch: spin angular moment - magnetisches Moment der Spin ) schon diskutiert.

    1) Englisch "moment" muss "momentum" heißen.

    2) "spin angular momentum" ist der "Spin-Drehimpuls".
    2a) analog ist "orbital angular momentum" der "Bahndrehimpuls". Siehe auch: Bahndrehimpuls

    3) Ein "magnetisches Moment" ist mit dem Spin nicht 1:1 verknüpft, ist hier also falsch und zu streichen. Konkreter: Verglichen mit dem m.M. des Elektrons (Spin 1/2) hat ein Neutrino (ebenfalls Spin 1/2) praktisch keines (weniger als 10^-11)
    Proton und Neutron (beide ebenfalls Spin 1/2) haben jeweils ein magnetisches Moment von ähnlicher Größe, aber umgekehrtem Vorzeichen.

    4) Das ist in der [ Kerntechnik ] nicht anders als anderswo in der Physik. Diese Kategorie ist deshalb irreführend und zu streichen.

    Finde ich.     :^)
    Verfasserp2mg21 Feb. 08, 04:24
    Kommentar
    Nicht, dass Spindrehimpuls unbedingt falsch ist, aber ist der gebräuchlichere Begriff hier nicht eher "Eigendrehimpuls" ?
    #1VerfasserMausling (384473) 21 Feb. 08, 07:05
    Kommentar
    Mausling, der Spin ist ein Drehimpuls (in dem Sinne dass die selbe Mathematik hinter dem Drehimpuls und dem Spin steckt) und ich halte "Spinndrehimpuls" schlicht fuer doppelt gemoppelt, aber "Eigendrehimpuls" ist meiner Ansicht nach falsch (bzw. vermittelt ein ein grob vereinfachtes Bild. Da der Spin eben nicht bedeutet, dass sich das Teilchen um sich selbst dreht.)

    Wiki ist da auch meiner Ansicht:
    ...Der Spin verhält sich mathematisch (z. B. unter Rotationen des Raumes) bis zu gewissem Grade als Drehimpuls: Präzise gesagt, er genügt denselben mathematischen Vertauschungsrelationen wie der Bahndrehimpuls, unterscheidet sich aber in nicht-klassischer Weise von diesem und vom Drall rotierender Körper durch das sog. gyromagnetische Verhältnis, d. h. im magnetischen Moment (s.u.)....
    #2VerfasserEmily Chambers (310963) 21 Feb. 08, 09:23
    Kommentar
    Nachtrag:
    Aber "spin angular moment [Phys.] - magnetisches Moment der Spin" halte ich auch fuer falsch (leider ohne Belege. Ich hoffe ich habe spaeter mehr Zeit.)
    #3VerfasserEmily Chambers (310963) 21 Feb. 08, 09:25
    Kommentar
    Au weia, das steht immer noch drin? Bitte bitte raus damit. "Magnetisches Moment der Spin" ist weder richtiges Deutsch noch richtige Physik. (Und ergibt außer Wörterbuchenten keinen einzigen relevanten Google-Treffer.)
    Spin-Drehimpuls klingt plausibel, für eine definitive Unterstützung müsste ich aber noch ein bisschen in meinen Büchern blättern...
    #4VerfasserRE1 (236905) 21 Feb. 08, 10:24
    Kommentar
    @ #2 Der Spin verhält sich mathematisch (z. B. unter Rotationen des Raumes) bis zu gewissem Grade als Drehimpuls:

    Hier muss man (wie manchmal) bei Wikipedia sehr vorsichtig sein. Ich meine mich zu erinnern, dass ein Spin 1/2 bei räumlicher Drehung um 360° sein Vorzeichen wechselt. Jawohl, bei "einmal ganz rum" wird aus Plus ein Minus. Dies als Anmerkung zu "...bis zu gewissem Grade..."     :^)

    @Emily Chambers #2:
    Richtig, "Spinndrehimpuls" ist wirklich doppelt gemoppelt (nicht nur mit Blick auf das zweite n :^), insofern als "Spin" bereits alleine einen (speziellen) Drehimpuls kennzeichnet. Andererseits gilt das Gleiche doch aber auch für den englischen Begriff, d.h. ich halte diesen aus dieser Sicht für genau so redundant.
    Wiederum andererseits findet man gerade diese redundante Version bevorzugt dort, wo es um die Abgrenzung zum Bahndrehimpuls = orbital angular momentum geht. Diese "aufgeblähte" Bezeichnung bietet hier den Vorteil,
    ►    zum einen einen Oberbegriff für Spin und Bahndrehimpuls zu haben (Drehimpuls / angular momentum), mit dem man die gemeinsamen Eigenschaften beider Drehimpulse diskutiert,
    ►    und zum anderen durch Hinzufügen von "Spin-" oder "Bahn-" klarzumachen, wann nur die eine bestimmte Art gemeint ist.

    Insgesamt denke ich daher, dass die "doppelt gemoppelte" Variante
    a) sachlich / fachlich (didaktisch?!) ihre Existenzberechtigung hat und
    b) die passende Übersetzung ist (gleichermaßen "doppelt gemoppelt" in D und E).

    @Mausling #1: "Eigendrehimpuls" kenne ich auch als gebräuchlich, ich würde aber finden, dass es mit "spin" bereits vollständig übersetzt ist. Noch ein weiterer Ausdruck in dieser Richtung wäre auch "Intrinsischer Drehimpuls".

    Ich würde gerne mal einen Blick auf die Begründung für den Originalvorschlag werfen (in "Neuer Eintrag" kann ich ihn nicht finden). Es könnte sein, dass hier ursprünglich gar nicht der Doppelmoppel gemeint war, sondern
    spin magnetic moment [Phys.] - magnetisches Moment der Spins, Spinmoment
    #5Verfasserp2mg21 Feb. 08, 10:37
    Kommentar
    @p2mg: Der Eintrag stammt möglicherweise aus den Anfangszeiten von LEO, als der Wortschatz aus verschiedensten, nicht immer sehr zuverlässigen, Quellen zusammengetragen wurde. (Siehe z.B. auch: Siehe auch: You must not dump goods on our market - Sie d... )
    Gut möglich, dass auch einfach etwas schiefgegangen ist...
    #6VerfasserRE1 (236905) 21 Feb. 08, 10:57
    Kontext/ Beispiele
    T. Mayer-Kuckuck: Atomphysik. Stuttgart : Teubner, 3. Aufl. 1985, S. 107:

    Das magnetische Moment des Protons ist also immer noch sehr viel kleiner als die magnetischen Momente von Elektronen-Spin oder Elektronen-Bahndrehimpuls.

    NB. finde ich auf S. 88:
    Es bietet sich daher die Deutungsmöglichkeit an, dem Elektron einen   i n n e r e n   Drehimpuls, der eine Teilcheneigenschaft ist, zuzuschreiben. Man nennt ihn   S p i n .
    ... also, "ganz deutsch" auch innerer statt intrinsischer Drehimpuls ...
    _ _ _ _ _ _

    C.Gehrtsen, Physik, 14. Aufl. 1982, Springer-Verlag Berlin, Heidelberg:

    12.7.2 Atom- und Kernmomente

    Gesamtdrehimpuls und Gesamtmoment eines Atoms oder Moleküls setzen sich aus den Bahn- und Spinanteilen der Elektronen zusammen. Dazu kommt noch der i. allg. viel schwächere Beitrag des Kerns.


    S. 570, Tabelle 12.5, Spaltenüberschriften:
    Spindrehimpuls Sz   und   Magnetisches Dipolmoment µz
    Kommentar
    Bemerkenswert und m.E. charakteristisch:

    Der Theoretiker (Mayer-Kuckuck) verwendet (auch anderswo) nur die nicht-redundanten Ausdrücke "Bahndrehimpuls" und "Spin".

    Der Experimentalist (Gehrtsen) verwendet "Bahn-" und "Spin" als Vorsilbe zur näheren Identifikation des allgemeinen Begriffs "Drehimpuls".

    Ich denke, das passt zu meinem in #5 dargestellten Eindruck.

    @RE1: Jau. Der "Anno Tobak" Thread aus #1 begann am 07 Nov 01 13:19   :^)
    #7Verfasserp2mg21 Feb. 08, 11:22
    Kommentar
    Genau. Der Eintrag ist schlicht falsch.

    Korrekte Paare sind zB

    angular momentum -- Drehimpuls
    angular momentum -- Drall (veraltet)
    orbital angular momentum -- Bahndrehimpuls
    spin -- Spin
    spin -- Eigendrehimpuls (veraltet und nicht ganz richtig)
    magnetic momentum -- magnetisches Moment
    #8VerfasserSimon A. (367790) 21 Feb. 08, 15:16
    Kontext/ Beispiele
    NW Ashcroft, ND Mermin, Solid State Physics. Saunders College, Philadelphia, PA, 1988

    (Note: the L in the following passage is the symbol for an electron's orbital angular momentum)

    Calculation of atomic susceptibilities

    ... p.647:
    We measure L in the same dimensionless units as the spin, so that each component of L has integral eigenvalues, and the orbital angular momentum in conventional units is (hbar)L.


    ... p.648:
    Susceptibility of insulators ...

    The simplest application of these results is to a solid composed of ions with all electronic shells filled. Such an ion has zero spin and orbital angular momentum in its ground state |0>.
    Kommentar
    Just wanted to add an English view of the matter, too.

    The Ashcroft/Mermin is a classic book on solid state theory, written in a style that manages to be concise and accurate and at the same time using language in a way that is a real pleasure to read.

    As it was the case with the German theoretician, the authors of this book diligently stick to the use of the non-redundant expressions "spin" and "orbital angular momentum" throughout their writing.
    #9Verfasserp2mg21 Feb. 08, 16:13
    Kommentar
    ... der Vollständigkeit halber: Siehe Wörterbuch: magnetisches Moment der Spin
    #10Verfasserp2mg22 Feb. 08, 11:01
     
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